DAS JAHR 2009
# 2960 – 1.1.2009 – The Beingness of Love
DAS SEIENSHAFTE DER LIEBE
Gott redete …
Heute ist in der westlichen Welt Neujahrstag, und gleichwohl kennt die Natur kein Neues Jahr. Neujahr ist eine menschengemachte Konvention, eine recht gute, dennoch menschengemachte.
In der Natur existiert keine Trennung. Die Natur kennt nur Strömen. Die Natur kennt weder Start noch Stop. Bei der Natur ist alles ein Kontinuum, und indes gibt es keine Vergangenheit oder Zukunft, und in einem gewissen Sinne nicht einmal eine Gegenwart. Die Gegenwart ist mehr wie Seien, was soeben ist. Man kann nicht so richtig von Vergangenheit oder Zukunft oder gar von Gegenwart reden. Wie existiert Gegenwart, derweil es keine Vergangenheit und keine Zukunft gibt, während es keine Zeit zum Tick-Tack-Machen gibt?
Du bist Seiend. Zeit hat damit nichts zu tun. All die Konventionen der Zeit haben damit nichts zu tun.
Wir teilen untereinander das Seien, du und Ich. Wir haben schlicht Seien, und dieses Seien teilen Wir.
Wir können nicht von vergangenem Seien oder künftigem Seien reden. Genauso wenig ist gegenwärtigesSeien akkurat, denn Seien ist Seien, und ein Bevor oder ein Danach oder jedweder andere Ausdruck an Zeit hat mit dem Seien nichts zu tun. Wir sagen, Seien befinde sich im Präsens, jedoch erfasst ihr selbstverständlich, wenn Wir die Sprache benutzen, können Wir per Definition nur so und so weit gelangen. Ewigkeit und Unendlichkeit sind erfunden worden, um das Seienshafte der Nicht-Zeit und des Nicht-Raums zum Ausdruck zu bringen. Ewigkeit und Unendlichkeit, ja, jedoch kann dies ein Wort niemals erzielen. Vielleicht könnt ihr euch eines ausdenken. Vielleicht.
So wie es für das Seienshafte kein Start und kein Stop gibt, gibt es keinen Anfang und kein Ende. Das Beste, was Wir sagen können, ist, dass Seien ewig und unendlich ist. Und Seien ist Liebe, nicht die oft verzettelte Liebe der relativen Welt, sondern die entschiedene Substanz der Welt und des gesamten Napfs des Universums. Die Liebe, von der Ich rede, ist eine stetigere, ruhigere Liebe. Und demnach sind Liebe und Seien Eins, und so ist Liebe, und Liebe ist alles des Unsrigen. Liebe ist alles von Mir und ist alles von dir, und so sind Wir Seiend, die Seienshaftigkeit der Liebe.
Du bist ein Pfeil, der durch den Himmel fliegt. Du bist ein Komet, der so schnell ist, dass er nicht gesehen wird. Du bist hurtige Liebe, treffsichere Liebe, konstante Liebe, die nichts anderes als Liebe kennt, so, wie du jetzt soeben in deinem Herzen Liebe spürst, denn Meine Worte erhaschen dein Herz und passen es in den Galaxien an der Stelle ein, wo doch sogar die Galaxien die Stille der Liebe sind, und wo sie dich doch ebenso lieben, wie Ich es tue. Es ist nichts anderes als Liebe.
Du fängst flüchtige Eindrücke der Seienshaftigkeit der Seelen ein. Die Seelen aller auf der Erde haben sich gegenseitig unter den Arm gefasst, und sie werden somit Eine Seele, die selbst in einen Traum des Menschlichen Lebens emporsteigt. Deine Seele ist Stille. Alles ist Stille. Sogar jedwede Bewegung und jegliche Emotion sind Stille. Sogar Raserei ist Stille. Alle Abirrungen sind Stille. Aller Lippenstift und alles Gold sind Abirrungen der Einen Stille, die in Unseren Herzen beherbergt ist, in Unserem einen Herzen.
Denkt nicht, das sei alles durcheinander oder kompliziert. Eins ist das simpelste von allem, und dennoch ist Eins Ganzheit, und Eins ist ebenfalls alles, was in der Ganzheit enthalten ist. Was ist Einssein anderes als Ganzheit, als Allheit? Was sind Ganzheit und Allheit anderes als Einssein? Was hernach in der Welt vor sich geht, ist nichts als REM-Bewegungen der Augen, unter dem Kanzler des Geistes, der ebenfalls, allen Erscheinlichkeiten zum Trotz, Einssein ist. Es gibt keinen Bruch. Es gibt keine Trennung.
Es gibt kein Nehmt Abschied, Brüder. Da ist Liebe, Geliebte, und gebt sie demnach heute.
HEAVEN # 2961 – 2.1.2009 – The Screensaver of Your Mind
DER BILDSCHIRMSCHONER
Gott redete …
Was denn möchtest du? Möchtest du Mir dienen? Dann erkläre die Absicht, dass du Mir dienst. Habe die Absicht. Lasse Gebete deine Absicht festsetzen. Anstatt Mich um Intervention zu bitten, lasse den Motor deines eigenen Herzens an. Entsinnt euch, Geliebte, dass ihr der Erfüller Meiner Bestreben seid.
Betrachtet Mich als euren Partner, nicht als euren Botenjungen. Schließt euch Mir an.
Wenn ihr bestrebt seid, Mir zu dienen, dann setzt eure Absicht so fest, wie ihr eure Uhr stellt. Genauso gewiss, klar und bestimmt, wie ihr eure Uhr stellt, stellt ihr euer Vorhaben fest. Seid derart entschieden.
Vielleicht möchtet ihr eure Absicht wie folgt festlegen: „Gott, es ist mein starker Wille, Dir zu dienen. Deswegen werde ich Dir dienen. Die Wege und die Mittel werden mir klar werden. Mein Trachten, Dir zu dienen, ist der Hintergrund von allem, was ich tue. Ich diene Dir freudig und zweckgerichtet. Meine Freude liegt im Dienst an Dir. In allem, was ich tue, möchte ich Dir dienen. Du bist Mein Höchster Zweck, und Dir dienen ist meine Absicht. Im Festlegen meiner Absicht zu dienen, diene ich. Möge ich Dir gut dienen. Möge ich Dir im Sonnenschein und in der Dunkelheit dienen. Möge ein jeder Atemzug von mir Dir dienen. Möge ein jeder Gedanke, ein jedes Wort und eine jede Tat von mir Dir dienen. Danke Dir, lieber Gott, dass ich die Absicht, den Willen und die Fähigkeit und Unsere übervolle Liebe habe, Dir zu dienen.“
Lasse diese Absicht zum Bildschirmschoner deines Geistes werden. Lasse sie immerzu dort sein.
Geliebte, seid ein Geber. Lasst jede Handlung eurerseits geleitet sein durch Meine Hand. Lasst jede Handlung eurerseits geleitet sein durch euer Herz. Gebt, um zu geben und nicht um zu empfangen. Gebt aus der Überfülle eures Herzens, und lasst die Kalkulationen des Geistes und dieses törichten Kobolds, des Ego, los.
Es gibt zusätzliche Intentionen, die man haben kann. Intentionen sind nicht wie Neujahrs-Vorsätze, Geliebte. Denkt bei Intentionen an etwas Starkes. Sie haben große Macht. Wenn du dir vornimmst, in irgendeinem Gebiet besser zu werden, dann ist das in Ordnung, bei Vorsätzen allerdings schaust du auf das Resultat. Du stellst vielleicht gar Erwartungen auf. Nicht ganz das gleiche, wie bei der Bereitwilligkeit, von der Ich rede. Vorsätze sind allzuoft Lippendienste. Vorsätze sind des Öfteren Ziele setzen, die du als angemessen erachtest, und deine Ziele können mehr vom Äußeren als vom Inneren hergekommen sein.
Stelle eine Absicht fest, gutgelaunt und fröhlich zu sein. Was für eine großartige Absicht! Gutmütig zu sein. Sobald du eine Absicht festgelegt hast, ist sie festgelegt. Es ist so, als schriebest du deine Absicht mit einer hellen gelben Kreide nieder. Du kannst das Gelb sehen. Deine Absicht ist deinem Herzen und deinem Willen nahe. Sie ist ebenso Meinem Willen nahe.
Denke an eine Welt, die tatsächlich wirklichen guten Mut in dem Gelb der Sonne zum Ausdruck bringt. Denke an eine Welt, wo jedermanns Absichten in dessen Herzen geschrieben stehen, und wo jedermanns Absichten die gleichen sind. Beschaue dir diese Welt.
Es ist nicht dass du ein neues Blatt umdrehst, so, als wärst du in der Lage, dies aus dem Stand und aus dir selber heraus zu tun. Im Verein mit Mir einverleibst du deine Absicht in ihren grundlegenden Bestandteilen. Unter Umständen möchtest du in allem, was du tust, aufrechter sein, doch ist dies mehr von außenher orientiert. Siehst du, was Ich meine? Was meint es, aufrecht zu sein? Andere um dich zu haben, die dich als aufrecht erachten? Was ist es, was du in Wahrheit sein möchtest?
Vielleicht nimmst du dir den Vorsatz, härter zu arbeiten oder eine Arbeitsstelle zu finden. Das ist wunderbar, freilich ist es besser, die Absicht festzulegen, gar deinem Arbeitgeber zu dienen. Erfasst genau, was euch von Belang ist, Geliebte. Was zählt für euch? Was ist in eurem innewohnenden Herzen wichtig?
HEAVEN # 2962 – 3.1.2009 – Golden Light and Golden Love
GOLDENES LICHT UND GOLDENE LIEBE
Gott redete …
Müssen denn Meine Kinder denken, dass bei ihnen etwas los ist? Geliebte, in den Begriffen der Welt werdet ihr nie Vollkommenheit erzielen, also lasst euch sein. Unvollkommen seid ihr vollkommen.
Versteht ihr Mich?
Die Individualität ist etwas wert. Keine zwei Meiner Kinder sind gleich. Was mit der Individualität zu tun hat, erweist sich als großartige wunderbare Unterhaltung. Wie kann es derart zahlreiche Repräsentationen des Einen geben? Und doch gibt es sie. Es gab nie einen einzigen, der so wie du ist, irgendwo irgendwann in der Welt. Gingen wir auch tausende Jahre zurück, Wir würden keinen wie dich finden. Demnach, Geliebte, versucht nicht, wie sonst jemand zu sein. Ihr seid ihr, und ein Bedarf, dass ihr sonst jemand seid, existiert nicht. Wo ihr Fehler seht, sehe Ich Einzigartigkeit. Wo ihr Verunstaltung seht, sehe Ich Schönheit.
In den Bezügen der Welt könnt ihr nicht alles sein. Ihr könnt nur etwas sein. Wie wäre es, euch nicht mit jemandem sonst zu vergleichen? Ihr müsst nicht dünner oder plumper sein. Ihr müsst nicht gescheiter sein. Ihr müsst nicht erfolgreicher sein. Ihr müsst nicht in den Begriffen der Welt erfolgreich sein. Alles, was ihr zu tun habt, ist, zu sein, und das erfordert keine Anstrengung. Strengt euch weniger an, Geliebte.
Eine Absicht erklären ist leicht. Erklärt eure Absichten, und dann macht euch an euer Leben. Ihr seid kein Püppchen, das ihr zum Laufen bringt. Ihr könnt alleine gehen. Genießt euren Gang.
Euer Gang durchs Leben hat nicht vollkommen zu sein, so wie ihr vollkommen versteht. Es ist ganz recht, ganz und gar ihr zu sein.
Ich machte euch nicht zu jemand anderem. Ich machte euch zu euch. Ich machte euch. Ganz gewiss, ihr wachst heran. Und wachsen werdet ihr. Dennoch, so wie die Dinge zur Zeit stehen, gefallt ihr euch nicht. Ich bitte euch, euch zu behagen. Ich bitte euch, bejahend und freundlich zu euch zu sein. Ich sage, das Missfallen über euch oder einen Anderen oder etwas fortzulassen. Ich bitte euch, euch daran zu erfreuen, wie ihr euch im Spiegel seht, und Ich bitte euch, euch daran zu erfreuen, wenn ihr nicht in den Spiegel schaut.
Worum geht es denn bei all dieser Beachtung der äußeren Attribute? Reicht es nicht aus, dass ihr in Meinem Bilde gemacht seid? Ich war nicht abgelenkt, als Ich euch schuf. Ich wusste, was Ich tat, und Ich machte euch zu dem Segen, der ihr seid. Ihr werdet zu einem größeren Segen werden, sobald ihr nicht so sehr mit euch selbst, mit euren Leistungen und damit, wie ihr der äußeren Welt erscheint, befasst seid.
Wisst dies: Ihr seid jetzt ein Segen.
Wirklich, gibt es ein anderes Bild, dessen ihr bedürft? Bin Ich nicht Bild genug für euch? Ihr wurdet in Meinem Bilde gemacht, nicht im Bilde von sonst jemandem. Ihr habt nicht wie ein anderer zu sein. Ihr könnt nicht wie ein anderer sein.
Ich sage nicht, das Leben aufzugeben. Ich sage nicht, euch in eine Ecke zu setzen und nichts zu tun. Ich sage euch, euch wertzuschätzen. Kommt von diesem Ort der Würdigung her. Seid euch wertschätzend.
Besinnt euch, dass ihr in Meinem Licht und in Meiner Liebe gemacht wurdet. Wie schlecht kann das sein? Ihr könnt überhaupt nicht schlecht sein.
Unbeschadet allem, ihr seid Mein Göttliches Kind. Das ist die Geschichte. Fehler, Übertretungen und Derartiges sind nicht die Geschichte. Ich bin die Geschichte. Ich bin eure Geschichte. Ich bin euer Vater. Sobald ihr entgegennehmt, dass Ich euer Vater bin, könnt ihr dann tatsächlich ein niedriges Selbstbild behalten? Und sofern ihr das könntet, wieso würdet ihr das wollen?
Falls ihr euch nicht gewürdigt habt, würdigt euch jetzt. Ihr werdet im Leben voranschreiten, so, wie ihr euch wahrnehmt. Nehmt euch als goldene Liebe und als goldenes Licht wahr. Seht, was sodann geschieht.
# 2963 – 4.1.2009 – What if You Loved?
Was wäre, wenn du liebtest?
Gott redete …
Was wäre, wenn du jeden liebtest? Was wäre, wenn du jeden Menschen auf der Erde liebtest, so wie er ist? Wie würdest du dich da fühlen? Wie wäre das Leben dann?
Was wäre, wenn jeder, den du kennst oder dem du begegnest, dein Vater oder dein Bruder, dein Sohn oder deine Mutter, Schwester, Tante, Nichte oder Enkelin wäre? Was wäre, wenn du so glücklich mit allen, die vor dir erscheinen, wärst, dass du das Gefühl hast, du träfest sie im Himmel, wo die Engel tanzen?
Geliebte, was wäre, wenn ihr allen Widerstand losließt? Was wäre, wenn ihr euch im Leben nicht verstrebtet? Was wäre, wenn ihr schlicht liebtet, und wenn ein Widerstreben zu lieben eine Sache der Vergangenheit wäre?
Was für ein Geschenk wärst du doch der Welt! Was für ein Geschenk wärst du!
Ich gab euch die Welt als ein Geschenk, und nun bitte Ich euch, das Geschenk zu sein, das Ich euch gab. Tretet heraus aus demjenigen, was euch abgehalten hat, voll und ganz zu lieben. Begebt euch weg von dem, was euch abgehalten hat, euer Herz zu öffnen. Begebt euch von jeglichen Barrieren weg, die eure wahre Sicht von euch fortgehalten haben. Zieht jene alten Bilder fort, die ihr mit euch herumtragt. Lasst sie in der Sonne verbleichen.
Ihr sagt, ihr würdet alle lieben, sofern ihr bloß könntet. Ihr sagt, ihr würdet alle lieben, wenn doch bloß alle liebenswürdig wären. Beseitigt diesen Fleck aus eurem Auge. Seid klaren Auges, und ihr werdet lieben, wie ihr noch nie zuvor geliebt habt. Seid neuen Auges. Seht, so wie ihr bislang noch nie gesehen habt.
Euer Bruder Christus liebte alle. Das war keine schmusige Liebe. Seine Liebe war derart, dass er alle lieben konnte, weil er keine Hemmnisse zu lieben an sich hatte. Er war er selbst, der daherging. Er liebte einfach. Natürlich, was immer und wer immer in seinen Blick geriet, veränderte seine Liebe nicht. Leprakranke und Kinder, er liebte sie alle. Äußerliches war nicht sein Führer. Ich war sein Führer.
Meinst du, Buddha habe unterschieden, herausgelesen und ausgewählt, auf wen er sein Auge werfen wollte? Er klaubte seine Liebe nicht auseinander.
Liebe und Weisheit gehen Hand in Hand. Du kamst mit dem gleichen Bestand an Liebe auf die Erde, mit dem all die Großen hierher kamen. Ich gab ihnen nicht mehr. Ich gab dir nicht weniger. Dass du deine Liebe aufgliedertest, war nicht Meine Wahl. Das war die deine. Ich sagte nie, nur jene zu lieben, die genauso wie du aussehen. Ich sagte nicht, nur jene zu lieben, die dir gefallen. Liebe deinen Nachbarn meint jedermann in der Welt lieben, denn alle sind deine Nachbarn. Alle sind deine Brüder. Alle sind du.
Sie sind nicht einmal einen Herzschlag weit weg. Du bist von dir selbst keinen Herzschlag weit weg. Möchtest du nicht alle Meine Kinder lieben? Möchtest du auch nur eines Meiner Kinder verachten?
Wieso möchtest du nicht lieben? Du sagst in aller Ehrlichkeit, du möchtest es, du möchtest es wirklich, nur tust du es nicht. Du sagst, du ziehest dich von diesem oder jenem Menschen aus gutem Grund oder aus gar keinem Grund zurück. Irgendwie, so sagst du, versteift sich dein Rückgrat bei diesem oder jenem Menschen. Ja in der Tat, du sagst Mir, dass es sehr wenige Menschen gebe, bei denen sich dein Herz völlig wohl fühlt.
Ihr habt euch für eine Achse am Geländer Meiner Liebe gehalten, unterdessen ihr das Geländer insgesamt seid. Sobald sich euer Herz mit euch wohl fühlt, wie leicht wird es dann für euch sein, all die anderen scheinbaren Achsen zu lieben, die euch folgen oder vorhergehen. Entsinnt euch, ihr seid Mein. Entsinnt euch, ihr seid die Liebe Meines Lebens und die Liebe Meines Herzens, und jeder andere ist es ebenso. Indem ihr dessen eingedenk seid, wird euch unzweideutige Liebe leichter fallen.
Geliebte, wollt ihr heute für Mich lieben? Wollt ihr freundlicherweise eure Liebe freilassen, sodass sie nach Belieben herumstreift und alle liebt, auf denen euer Auge niedergeht?
2964 – 5.1.2009 – So Long, Old Thoughts, So Long
TSCHÜS, ALTE GEDANKEN
Gott redete …
Dieses Festhalten an alten Pfaden im Leben hält dich zurück. Wenn du dich festklammerst, wie weit kannst du dann fliegen? Auch dann, wenn du dich an einem Band des nichts festhältst, hältst du dich immer noch fest. Du hast Band um deine Finger gewickelt, und hältst nach wie vor daran fest. Du hältst dich fest, so wie sich die Hand eines Babys an allem festhält, was in ihre Reichweite kommt. Du hältst an Ideen fest. Du hältst an der Vergangenheit fest. Du hältst an Bändern der Vergangenheit und an flatternden Bändern der Zukunft fest, und du lässt genau diesen Augenblick gehen, vielleicht nur, um an ihm später in der Rückschau festzuhalten. Lasst das, was den Winden zugehört, mit den Winden gehen. Lasst die Winde eure Pfade reinlich kehren. Lasst die Zweige fallen. Lasst die Winde des Lebens euren Pfad zurückschneiden, sodass ihr vorwärtskommt. Lasst die Winde fortwehen, was ohnehin nicht wirklich hier ist und was euch gleichwohl niederhält.
Es ist so, als nähmt ihr Hammer und Nagel und würdet euer Leben mit Latten verkleiden. Ihr seid bemüht, es sicher zu verwahren, und sicher bedeutet euch wohl, was bereits gewesen ist.
Geliebte, öffnet die Faust bei allem, an dem ihr festhaltet. Öffnet die Faust bei allem, was ihr erwartet. Lasst alles los, was ihr mit euch herumtragt. Denkt an das Gepäck, das ihr bei euch tragt und wie langjährig es bereits ist. Wie nutzlos ist es doch, was ihr tragt! Ihr schleppt es dahin, so, als diente es euch zu einem wertvollen Zweck. Ich sage euch, es gehen zu lassen, und immer noch klammert ihr euch daran fest. Ihr haltet fest, und ihr stolpert über all das, woran ihr euch festhaltet.
Jemand schreibt ein Lied über das Loslassen, möchtest du? Es gibt Lieder über verlorene Liebe, und dennoch werden die verlorenen Lieben präsent gehalten, so, als wenn sie sich, wenn alles vorüber ist, zu einer höheren Größe als deine eigene erhoben hätten. Alles was bleibt, sind deine Gedanken, vergangene Gedanken über die Vergangenheit. Dir sind deine Gedanken kostbar, aber du hast sie genug durchgelesen. Für dich ist die Zeit da, neue Gedanken zu schreiben. Säubere den Platz für neue Gedanken und neue Lieben.
Kein Hineinstopfen von Vergangenheit in Schubladen mehr. Dein Geist ist nicht dafür bestimmt, ein vollgestopftes Akten-Schubfach zu sein. Wie viel ist genug, Geliebte?
Im Winter schaufelt ihr Schnee. Schaufelt nun altes Denken weg. Lasst es im Sonnenschein des Lebens schmelzen. Lasst gehen, lasst gehen! Scheucht es entlang. Scheucht es fort. Handelt euren alten Geist gegen einen neuen ein.
Dieses Entrümpeln ist der Jungborn, nach dem so sehr die Suche angesetzt ist. Macht euren Geist von Verstopfungen frei. Lasst die Rückstände los. Putzt eure Fenster. Ordnet euren zugemüllten Geist. Leert ihn, damit ihr sehen könnt. Ihr wollt hinaussehen und ihr wollt hineinsehen.
Jeden Tag wascht ihr euer Gesicht. Wascht nun aufgestapelte Gedanken von eurem Geist. Wascht reichlich. Lasst euren Geist zum Hindurchscheinen gelangen. Findet eine saubere Schiefertafel, um darauf zu schreiben.
Ich sage euch das so lange, bis ihr es nicht mehr zu hören braucht.
Geliebte, ihr habt eure Schritte zur Weiterentwicklung aufgeschichtet. Ihr könnt ausschließlich über all diesen Wust auf euren Treppen stolpern. Geht ihn nicht Stück für Stück durch. Holt einfach eine Mülltüte und packt alles hinein.
Sagt Mir, Geliebte, was gibt es da, was ihr ernsthaft zu prüfen habt? Was, meint ihr, würde passieren, wenn ihr es hinauswerft? Worin besteht eure Angst?
Nehmt den ganzen Inhalt auf euren goldenen Treppen mit euren zwei Händen in die Hand und hebt ihn hoch.
Sagt: „Tschüs, alte Gedanken! Tschüs, all die Formen und Größen von euch. Tschüs, alles von euch, was Staub angezogen und es schwerer gemacht hat, drüberzusteigen. Ich hatte genug von euch. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, weswegen ich alles das von euch so lange so dicht verpackt behalten habe, so, als würdet ihr irgendwie die Treppen meines Lebens verstärken. Natürlich tut ihr das nicht. Natürlich tatet ihr das nie.
Natürlich habt ihr mich behindert. Natürlich versperrtet ihr mir den Weg. Tschüs also jetzt, alte Gedanken, ihr so lange festgehaltenen Gedanken. Ciao.“
# 2965 – 6.1.2009 – In This Moment
IN DIESEM AUGENBLICK
Gott redete …
In diesem Augenblick der Allesheit schwimmen Unsere Herzen zusammen. Wir sind ein großer Ozean, und Unsere Herzen schwimmen in dem Ozean von Uns Selbst, oder, eigentlich in dem Ozean des Selbst. Wir schwimmen im gleichen Wasser, und Wir kommen heraus. Da ist Einssein, jedoch keine Vereinzeltheit. Niemand ist je alleine.
Dein Körper mag meinen, er sei irgendwoanders, alleine gelassen, vielleicht vergessen, und dennoch ist das deine Einbildung. Nehmt Mein Wort in der Sache, Geliebte, wo immer ihr gerade seid, Ich BIN ebenfalls da. Das ist eine Gewissheit. Ich bin bei euch, und ihr könnt nie von Mir fort sein. Ich bin nicht euer Schatten. Ich bin viel mehr als das. Geliebte, Ich bin ihr und ihr seid Ich, und Wir sind einzig Ein Gesegneter.
Nichts kann unser Band des Einsseins zerreißen. Du kannst es dir anders denken, doch das ist der Aberwitz deines Denkens, das hierhin und dorthin wandert. Selbstverständlich kann dein Geist denken, was er möchte, Fakt allerdings bleibt es, dass es keine Gesondertheit gibt, sobald es auf Uns hinausläuft. Eins ist nicht zwei. Das Einssein, von dem Ich rede, kann nicht aufgeschnitten werden. Es gibt kein entzwei, Geliebte. Einssein ist Alles.
Es gibt kein Alleinsein im Ozean Unserer Liebe. Einzig, du hast vielleicht weggeschaut, einzig, du warst verfangen in einem Gedanken über wer weiß was. Du bist schlicht einen Augenblick lang von dir selbst abwesend. Du starrst aus dem Fenster hinaus, und dennoch sind deine Augen nicht auf einen Brennpunkt gerichtet. Stelle dich dann auf Mich scharf, und du wirst dich nicht vom Weg abgekommen fühlen. Du wirst nicht nach irgendwohin, was du wohl als Wildnis bezeichnest, fortwandern. Welche Wildnis kann es geben, indessen Ich BIN?
Es gibt nichts, um darüber nachzusinnen, Geliebte. Es ist alles da, um zu sein. Wir sind Eins. Wir seien. Wir, du und Ich, sind Einssein aufs Höchste.
Nichts kann euch zustoßen, Geliebte. Alle Tragödien, die euch heimsuchen, sind Geschichten, die man sich am Lagerfeuer erzählt. Wir sind unversehrt. Denkst du wirklich, Mir könne etwas Unpassendes passieren? Denkst du das wirklich? Es gibt nichts, was Mir passieren kann, und nichts kann dir passieren. Ihr lebt in zwei Welten, Geliebte. Ihr lebt in der Welt der Wahrheit, und ihr lebt im Land der Fiktion.
Das Land der Fiktion hat einige wunderbare Dinge an sich. Genießt die Fiktion. Erleidet sie sogar, sofern ihr es müsst. Lest ein Kapitel des Leidens, haltet allerdings währenddessen euren Finger auf den ungeschriebenen Seiten der Wahrheit, wo nichts hereinbrechen kann, mit Ausnahme von Einssein.
Wir sind verbunden, du und Ich. Wir sind nicht durch einen dünnen Faden verbunden. Der Faden, der uns verbindet, ist aus dem stärksten Spinnfaden, den ihr euch vorstellen könnt. Der Faden, der Uns verbindet, ist Gott-gemacht. Er kann nie reißen. Dieser Faden ist unveränderbar. Er ist ein Band der Liebe, so fest, dass ihr es nicht immer seht. Ihr seht es nicht immer, weil Einssein inwendig in ihm enthalten ist.
Wo Einssein ist, kann Zweisein nicht gesehen werden.
Doch irgendwie denkt der Geist, er müsse zwei sehen, um Eins zu bestätigen. Das ist für euch der schwankende Geist. Er möchte Beweise. Er möchte Nachweis, und er möchte ihn jetzt. Euer Geist möchte Nachweis dessen, was Selbst-Ersichtlich ist, Geliebte. Lediglich in der Welt gibt es so etwas wie Beweis, und sogar in der Welt ist es wohlbekannt, dass der Beweis nicht immer bewiesen ist. Es mag sein, am einen Tag ist er bewiesen, am nächsten nicht.
Wahrheit, andererseits, steht immerzu. Sie zum Wanken bringen, das gibt es nicht. Da ist nicht ein Stechen zugange.
Dein Geist ist wie der kleine Junge, der versucht, seinen Vater zu knuffen. Er kann die Box-Bewegungen machen, aber er kann ihn nicht erreichen. Wir sind Eins, und das ist alles, was da dran ist.
# 2966 – 7.1.2009 – A Giant of Love
EIN GIGANT DER LIEBE
Gott redete …
Du setzt deinen Geist mit dir gleich. Du bist nicht dein Geist. Dein Geist ist Teil deines Körpers. Dein Geist dreht und wendet sich. Es ist etwas Schönes, einen Geist zu haben. Du möchtest ihn und du hast ihn, indes ist dein Geist veränderlich. Das ist gut so, weil du deinen Geist wachsen sehen möchtest, und er wächst, indem er sich verändert. Der Geist ist gleichwohl lediglich ein Teil von dir. Er ist nicht du.
Dein Körper ist nicht du.
Dein Ego ist nicht du.
Geist, Körper, Ego sind Repräsentationen von dir. Sie sind wie ein Studienkurs. Das Unbezwingbare Du braucht keinen Studienkurs. Das Unbezwingbare Du ist alt und weise und nach wie vor noch neugeboren und immerfort frisch.
Nenne diesen wahren Teil von dir Seele, oder nenne ihn Gott. Wie immer du ihn bezeichnest oder nicht bezeichnest, er ist du und er ist Ich, dieses Eine unausscherende Einssein, wo die Wahrheit unverletzlich und ganz entschieden ihrer Selbst gewahr dasteht.
Wir stehen nicht auf Abstand, Geliebte. Zwischen Uns gibt es keine Distanz. Alles, was Ich weiß, weißt du, und Ich weiß Alles Überall, und so auch du. So bist du. Irgendwo in den Nischen deines Herzens liegt diese aufkeimende Eichel der Wahrheit. Wird das reale Du sich erheben? Möchte sich denn die Kenntnishaftigkeit von dir anstelle der Fraghaftigkeit von dir bitte erheben?
Stehe auf, und du wirst sehen, dass du der Ozean bist. Du bist in der Tat der Ozean, der größer ist als der Ozean Selbst. Du bist alle Leerheit, die Alles umfasst. Du bist die Weite selbst. Du hast keine Grenzen, keine Begrenzungslinien. Du bist die Gesamte Schöpfung, bevor sie sich manifestierte. Du bist der Ursprüngliche Gedanke, der aus Nichtsheit war. Alle manifeste Welt wird in einen Finger deiner Hand hineinpassen.
Du weißt nicht, wie umfassend du bist und wie ausladend du bist. Du denkst, du seist ein Fingernagel von Wer du bist.
Du kannst nicht glauben Wer du bist.
Du kannst die Wahrheit nicht glauben, da du mit einem Geldbeutel-großen Foto vertraut bist. Du berührst gerne die Grenzen, obschon sie die Fiktion darstellen, die du proklamierst.
Kein einziger Gedanke von dir kann die Weite berühren, die du auch Leere nennen kannst, ganz zu schweigen davon, dass du sie füllen kannst. Alle deine Gedanken können nicht einmal die ganze manifeste Welt füllen. Ihr seid ein Gigant der Liebe, Geliebte. Ihr habt Widerstände, dies anzuerkennen. Du widersetzt dich der Auffassung von dir als einem Großen Seinswesen, denn du hast derart lange an deine Kleinheit und an deine Übertretungen im Leben geglaubt. Du, Der du ein Riese bist, vermagst nicht einmal die Zehen deiner Größe zu sehen, so lange hast du sie abgeleugnet.
Wenn du anfängst, deiner Größe zu erliegen, wird es kein Ego geben, das anschwillt. Wer braucht das Ego, sobald er Größe hat? Welcher Held hat es nötig, sich selbst aufzubauschen, unterdessen er heldenhaft war?
Deine wahre Statur ist Herrlichkeit. Deine höchste Schönheit liegt jenseits aller Maße.
Alldas, was Ich darlege, kannst du nicht einen einzelnen Tag lang sein. Das bist du jetzt soeben, sofern du doch nur sehen könntest. Sofern du doch nur die Spinnweben vor deinen Augen wegräumen könntest. Sofern du doch nur deine Augen riebest und die gemutmaßte Vergangenheit wegriebest, würdest du, ja, würdest du wirklich dich in deinen wahren Farben zu sehen anheben.
Wer hat es nötig, die Engel anzurufen, unterdessen du einer bist? Rufe dich selbst an.
Wer hat es nötig, zu Gott zu beten, unterdessen es du selbst bist, zu dem du betest?
Wer hat es nötig, mit Sich Selbst zu hadern?
Wer hat es nötig, irgendetwas vorzugeben, unterdessen du Alles bist?
Du bist die Ganzheit, die du dir erwünschst und nach der du gesucht hast.
Du bist Seiend, das gleiche Seinswesen, das Ich BIN.
Wir sind unauslöschlich Eins. Warum möchtest du Mir nicht glauben?
# 2967 – 8.1.2009 – The Ride of a Lifetime
DIE FAHRT EINER LEBENSZEIT
Gott redete …
Wenn du am Morgen aus dem Fenster schauen kannst, und die Sonne siehst, wie sie auf die Blätter scheint, ist das für das Glück nicht genug? Was musst du sonst noch haben?
Wenn du hochschauen kannst, und du siehst den blauen Himmel mit den vorbeitreibenden Wolken, was kann dir dann in deinem Leben fehlen?
Sofern du sehen kannst, was gibt es dann, das du anfordern musst?
Sofern du sein kannst, wieso dann ist dein Herz nicht erfüllt?
Mir scheint es, dass du auf dem Weg zu einer wichtigen Begegnung, bei der du nicht zu spät kommen kannst, an dem Augenblick des Wunders vorbeihastest.
Ich muss euch fragen, Geliebte, was ist wichtiger als die Sonne, als die Blätter und der Himmel? Was ist wichtiger als euer schieres Seien?
Lasst das genug sein, und ein jeder Tag wird für sich selbst sprechen, und ein jeder Tag wird ein Jahrtausend sein. Der Saft eines jeden Tages wird aus ihm herausgewrungen sein. Erfüllung ist da, alles aus der kleinen Sache – aus dem Fenster zu schauen oder zum Himmel hoch zu blicken.
Da ist Gott im Himmel, und da ist der gleiche Gott auf der Erde. Gibt es mehr, was du zuzugestehen brauchst?
Geht in das hinein, wo ihr soeben seid. Geht hin zu eurem Leben, und umarmt es. Das ist Leben, Geliebte. Das ist euer Leben und es ist das Meine. Falls da etwas fehlt, dann bist du es, der bei ihm fehlt.
Du bist an ihm vorüber gegangen.
Drehe jetzt, jetzt eben in diesem Augenblick, dein Leben auf An, so als würdest du Straßenlichter anmachen. Beleuchtet euer eigenes Leben, indem ihr die täglichen Gaben zur Kenntnis nehmt, die es euch überreicht.
Die Sonne scheint oder es regnet. Die Sonne scheint hell oder es wird wolkig. Denkt, denkt, Geliebte, an die Welt, in der ihr lebt. Es gibt sogar einen gelegentlichen Regenbogen, der eure Tage auszeichnet.
Hitze und Kälte. Wasser und Durst. Ozeane und Wüsten. Da sind Wälder und Ebenen. Da sind Farben, eine ganze Anordnung von ihnen. Es gibt Musik, und Lieder, auf die man kommen kann.
Es gibt Brisen und stürmische Winde. Es gibt Stille und schwüle Tage.
Was ist aus dem Leben heraus gelassen worden, sodass ihr euch benachteiligt fühlt? Was mehr gibt es da für euch zu wollen, unterdessen diese schöne Schöpfung vor euch ausgelegt worden ist?
Denkt an die Tiere und an den Reichtum ihrer Gaben. Denkt an die Blumen. Vergesst die Blumen nicht. Auch Gemüse sind Blumen, bevor sie Gemüse sind.
Denkt an Einssein, und was sonst noch gibt es denn obendrein, um darüber nachzudenken?
Wenn eure Tafel voll ist und ihr gegessen habt, wonach habt ihr dann noch Hunger?
Was kann von eurem Leben fehlen, sofern ihr nicht an ihm vorbeigerannt seid? Vielleicht wart ihr nach irgendwo unterwegs, und ihr seid direkt an ihm vorbeigelaufen.
Seid nunmehr sicher, das Leben zur Kenntnis zu nehmen, während ihr wohin immer auch eilig unterwegs seid. Bemerkt die Geräusche eures Auftritts. Bemerkt die Geräusche der Kinder beim Spielen.
Bemerkt den Klang des Windes, und bemerkt die Stille, wann der Wind sich gelegt hat.
Bemerkt den Klang der Regentropfen, und bemerkt, wie sie auf die Blätter fallen, die so leichten Sinnes die Sonne begrüßen.
Oder seid ihr pingelig, was das Leben anbelangt? Habt ihr vergessen, was ihr bereits vor euch habt, unterdessen ihr euch nach weiterem ausstreckt? Habt mehr, Geliebte. Habt alles vom Leben, was ihr wollt.
Behandelt gleichzeitig die grundsätzlichen Dinge, das Einmaleins nicht oberflächlich. Behandelt weder die Milch des Lebens oberflächlich, noch springt über das Brot des Lebens hinweg, noch überflügelt den Motor des Lebens. Der Motor ist am Laufen. Sofern das Leben ein Bus ist, dann ist er einer, damit ihr auf ihn aufspringt. Springt auf. Begebt euch auf die Fahrt einer Lebenszeit. Kommt heute mit Mir.
# 2968 – 9.1.2009 – First You Have the Dream
ALS ERSTES HAST DU DEN TRAUM
Gott redete …
Die Macht der Träume ist unschlagbar. Die Energie hinter den Träumen ist in voller Blüte. Sie ist nicht zu halten. Einmal geträumt, und die ganze Macht des Universums kommt ins Spiel. Auf diese Weise wird ein Traum rasch Wirklichkeit, oder er läuft von nun an Jahr um Jahr stromabwärts.
Du magst sagen, etliche deiner Träume sind nicht Wirklichkeit geworden. Du magst sagen, keiner von ihnen. Für Mich ist es schwer, zu glauben, dass das der Fall ist, allerdings, falls es der Fall ist, bist du damit noch nicht durch. Wisse, die Erfüllung eines Traumes stirbt nicht so leicht.
Es kann durchaus sein, du beschränkst deinen Traum. Du möchtest einen Wandel, und dennoch möchtest du den Wandel nicht so, wie er gerne bei dir eintreffen möchte. Du machst vielleicht Einwände. Vielleicht möchtest du einen neuen Job, und dennoch möchtest du deinen gegenwärtigen nicht verlieren, solange du den neuen noch nicht hast. Siehst du, was Ich meine, wenn Ich sage, es könne sein, dass du deinem Traum Beschränkungen auferlegst? Es mag sein, du möchtest, wovon du träumst, und dennoch möchtest du es auf deine Weise, und damit wirst du dasjenige, wovon du träumst, einschränken und bändigen. Eben das spielt sich ab.
Du möchtest gerne deine Seelenfreundin bekommen, und gleichwohl sagst du, sie sollte so oder so aussehen oder von einer gewissen Größe sein, und damit schickst du die Möglichkeiten weg, bevor sie zum Vorschein kommen. Du hast ein ernsthaftes Verlangen nach deiner Seelenfreundin, und dennoch bist du sicher, dass es nur ein Traum ist, und es könne eigentlich nicht Wirklichkeit werden. Du magst gedacht haben, du habest deine Seelenfreundin früher gefunden, und sie sei nicht die richtige für dich gewesen. Und danach nimmst du deinen eigenen Traum von der Bildfläche. Geliebte, eine Verantwortung begleitet eure Träume.
Wir sollten auch den Unterschied zwischen wahren Träumen und müßigen Wünschen klären. Vielleicht träumst du von einem neuen Auto. Das mag sich einstellen, das ist möglich. Eines Tages taucht es auf, und es gehört dir. Du hast den Wagen gewollt. Du hast ihn wirklich gewollt, aber er war nicht dein eigentlicher Traum. Du wolltest ihn, gleichwohl stand deine Energie eigentlich nicht hinter ihm. Um wirklich zu werden, hat dein Traum für dich eine große Wichtigkeit an sich zu haben. Ein Traum kommt von Tieferem als von der Oberfläche des Lebens.
Du wirst dir vielleicht ein schönes neues Haus wünschen, und vielleicht wird dieser Traum wahr, auch dann, wenn das womöglich nicht dein tiefes Bestreben darstellt. Doch, wenn es auf dich hinausläuft, was dann? Was hast du?
Ich rate dir, dass du, sofern du nach einem schönen Zuhause trachtest, den Anfang damit machst, dein gegenwärtiges Zuhause schön zu machen.
Schließlich und endlich, bringt ein schönes Zuhause für euch wirklich den großen Unterschied, Geliebte? Wieviel Glück überreicht es euch tatsächlich, oder ist es, im Grunde genommen, bloß ein Haus?
Du weißt, wie das mit den Geistern geht. Du hast die Lampe zu reiben und den Geist zu dir her zu rufen, bevor er kommen und deine Wünsche Wirklichkeit werden lassen wird. Du bist dein eigener Geist. Reibe dir deine Augen. Reibe deinen Traum-Sortierer. Wandle deine Träume um. Die Natur wird hereinspazieren und der Mischung noch etwas Gewürz beitun.
Was immer du in aller Tiefe begehrst, es gibt einen Weg, dass du es für dich manifestierst. Du träumst davon, was von dir träumt. Es mag sein, ihr habt für eure Träume zu arbeiten, allein, Geliebte, eher nicht so schwer. Womöglich müsst ihr da eigentlich gar nicht so schwer arbeiten, um eure Träume zu erfüllen. Eure Träume kommen vielleicht in aller Leichtigkeit.
Als erstes müsst ihr die Träume haben, Geliebte. Haltet eure Träume fest in eurem Herzen. Werft sie nicht in den Wind, Geliebte. Haltet eure Träume ganz nahe bei euch, und lasst sie sodann los, sie werden danach ihren eigenen Weg finden.
# 2969 – 10.1.2009 – A Secret to Letting Go of the Past
EIN GEHEIMNIS, DIE VERGANGENHEIT ‚LOS ZU LASSEN
Gott redete …
Meine Kinder tätigen gewöhnlich Vergleiche, von gut zu besser, oder von schlecht zu schlechter. Ich frage Mich, wie das Leben in der Welt aussähe, sofern keine Vergleiche angestellt würden. Vielleicht lautet eines der Geheimnisse des Lebens, ohne Vergleiche zu leben. Ohne Vergleiche wärt ihr vielleicht glücklicher mit allem, was euch auch das Leben bringen mag. Ich würdet euch nicht zurück und vor und abermals zurück bewegen. Ihr würdet weder in Begriffen von Einbuße denken noch in denjenigen von Zugewinn. Ihr würdet schlicht sein, und das Leben würde schlicht sein.
Ihr würdet euer Erscheinungsbild nicht mit dem eines Anderen in Vergleich setzen. Ihr würdet eure Testnoten nicht vergleichen. Ich würdet euch nicht entmutigt fühlen. Ihr würdet desgleichen nicht auf etwas warten, was euch ermutigt. Ihr würdet schier ihr sein, ihr, der ihr seid, ihr, die ihr dahinschlendert. Ihr wärt euer eigener bester Freund. Ja, ihr wärt jedermanns bester Freund.
Ihr würdet nicht darüber nachdenken, allen ein Freund zu sein. Ihr würdet darüber keinen Bescheid abgeben. Ihr würdet es schlicht sein, allen ein Freund sein, weil ihr es klar erfassen würdet. Ihr würdet nicht mit den Gedanken mithalten und nicht sie durchsortieren. Ihr würdet die Menschen nicht in verschiedene Behältnisse einordnen. Sie würden alle draußen im Freien bleiben, und ihr wärt von früherem Denken frei, sie ebenfalls.
Ihr würdet nicht mehr länger an lang und kurz, dick und dünn, liebevoll und nicht liebevoll denken.
Alle wären liebevoll. Stellt euch das vor! Alles unterm Blick würde eine reizende Tönung annehmen, weil ihr nicht mehr jemanden mit jemandem oder etwas mit etwas vergleichen würdet. Infolgedessen wäre dabei der Unterschied in euch wie zwischen Tag und Nacht. Sache ist, ihr würdet den Tag und die Nacht genießen. Ihr würdet euch freuen. Was könnte es da anderes geben als Genießen.
Ihr würdet Äpfel nicht mit Orangen vergleichen, obwohl ihr einen Apfel von einer Orange unterscheiden könntet. Ihr würdet Bananen erkennen können. Ihr würdet wissen, dass ihr Bananen nicht in den Kühlschrank legt, und dass ihr Äpfel und Orangen dort hineinstellt.
Jedesmal wenn ihr in eine frische Frucht beißt, wäre es so, als würdet ihr sie zum ersten Mal probieren. Stellt euch vor, ihr habt jeden Tag eine neue Frucht oder mehrere! Stellt euch einmal vor, ihr habt noch nie zuvor Blaubeeren oder eine Kiwi oder eine Birne gekostet, und ihr würdet sie zum ersten Mal probieren.
Wie herrlich! Wie wäre euer Leben anders?
Auch dann, wenn ihr vor fünf Minuten geschwommen seid, falls ihr jetzt untertaucht, wäre das neu, so als hättet ihr nie zuvor geschwommen.
Auch dann, wenn ihr zwanzig Jahre lang verheiratet wärt, wäre eure Gattin oder euer Gatte jeden Tag eine Überraschung.
Wenn ihr mit dem Vergleichen aufhört, werdet ihr die Vergangenheit los lassen. Ihr wärt von unter ihr hervor. Ihr wärt aus dem Versteck herausgekommen. Stellt das die Vergangenheit dar – eine Barriere, um sich dahinter zu verstecken und darin verloren zu gehen? Ist die Vergangenheit keine Barriere, die dich davon abhält, ohne einen Schild und eine Rüstung nach vorne raus zu gehen?
Aber gewiss, es ist etwas Schönes, in der Poesie Vergleiche anzustellen. Ich mache unaufhörlich Vergleiche. Ich vergleiche das Leben, wie es euch zu sein scheint, mit dem Leben, wie Ich es erschuf. Ich vergleiche die ganze Zeit über eure Sicht mit der Meinen. Ich vergleiche das Leben, so wie es zur Zeit ist, damit, was es eben euren selben Augen sein kann. Ich nutze den Vergleich, um euch voranzubringen, Geliebte. Vielleicht ist es so, ihr benutzt den Vergleich, um die Welt einzupferchen, sodass sie für mangelhaft befunden wird. Die Erde fällt klein aus, falls sie zum Himmel in Kontrast gesetzt wird.
Wenn ihr die Erde ohne die Maske der Vergangenheit anschaut, werdet auch ihr sehen, was Ich sehe, und werdet auch ihr die Herrlichkeit des Himmels eben auf der Erde, auf der ihr wandelt, erblicken.
# 2970 – 11.1.2009 – You Are Very Bright
DU BIST SEHR HELL
Gott redete …
Werdet Meinem Ebenbild von euch gerecht, denn mein Ebenbild von euch ist Wahrheit.
Geliebte, ihr habt keine Wahl, oder genauer gesagt, eure Wahl besteht darin, wahrhaftig zu sein, oder eure Wahl besteht darin, unerfüllt zu sein.
Ein Kinde Mein kann nicht das sein, was ihr geneigt seid zu denken, ihr wärt es, oder das, was ihr eures Erachtens seid. Unrichtiger könnt ihr nicht liegen.
Ich halte an der Wahrheit von euch treu fest. Ihr wurdet in Meinem Ebenbild gemacht, nicht als ein Bild von Mir, nicht als eine Imagination, sondern als die Wahrheit von Mir. Jene ist kein eingefärbtes Bild von euch. Ihr seid eine reine Reflexion von Mir. Keine Imitation. Keine Übertreibung. Es gibt keine gestrichelten Linien.
Die Welt hat euch niedergeschrieben. Ihr habt euch selbst niedergeschrieben. Ihr habt die Unwahrheit gelernt. Ihr habt gelernt, was der Wahrheit von euch diametral entgegengesetzt ist. Ihr habt gelernt, ihr seid schwach, verdorben oder überhaupt nicht gut. Ihr habt an das Falsche geglaubt. Ihr habt geglaubt, ihr seid nicht gewandt. Ihr habt geglaubt, ihr seid nicht gut. Ihr habt all die falschen Bildnisse geglaubt, die euch übergeben wurden, und nun bezweifelt ihr die Wahrheit, dass ihr ein Göttliches Seinswesen seid. Ihr seid kein Gesindel. Ihr seid nicht verschollen. Ihr seid nicht wertlos. Ihr seid nicht all jene Dinge, als die man euch bezeichnet hat, und die ihr erlernt habt, um euch damit zu bezeichnen. Steht jetzt gerade und aufrecht da.
Ihr seid hell, ungemein hell. Du bist ein Engel auf Erden, der es vergessen hat, wer er ist. Du bist von der Wahrheit von Wer Du Bist weggewandert, und jetzt bist du widerwillig, zu deinem Wert zurückzukehren. Du warst nicht fähig, deinen wahren Wert ernst zu nehmen. Du, der du das Gold Meines Wortes bist, der du Meine Goldenheit bist, siehst dich selbst als Zinn und Rost und Staub. Du hast schlicht das Gold von dir selbst nicht gesehen. Sofern du einen kurzen flüchtigen Blick darauf hattest, schautest du weg.
Ja, du bist von dem Pfad der Liebe und der Liebe für dich selbst weggewandert. Du hast vielleicht einen falschen Schritt gemacht. Du hast das ganz bestimmt getan, sofern du dein eigenes Königreich Gottes nicht wertschätzt. Gib acht auf die Namen, mit denen du dich selbst oder Andere bezeichnest. Lerne einen neuen Wortschatz, der sich auf dich bezieht. Vergiss die alten Namen, die du dich gewöhnlich geheißen hast. Keiner von ihnen bist du.
Weil du von dem Pfad des Selbst-Wertes abgegangen bist, bedeutet nicht, dass dein Wert weniger ist. Es bedeutet, dein Geist wanderte von deinem echten Wert ab. Der Geist, der fortwandert, kann den Weg zurück finden. Das meint, du wirst die eingetrübten Bilder, die du von dir selbst und von Anderen innehattest, umkehren. Das meint, die Negative deines angenommenen Selbst in die Positive wenden und sie dort behalten, was auch immer vor sich geht. Einerlei, welche Gerüchte du über dich selbst und über die Welt, in der du lebst, gehört haben magst, glaube sie nicht. Bewahre sie nicht auf. Gehe durch die Dornen hindurch, sofern du es musst, und komme in die Lichtung von dir selbst und dort wieder hervor.
Nichts soll das wahre Ebenbild deiner selbst zum Halten bringen, sich selbst offenzulegen.
Wem werdet ihr zuhören, Geliebte, Mir oder früheren Gedanken? Ich rate euch, Mir zuzuhören, denn Ich kenne und Ich habe eure besten Interessen im Herzen. Ich komme nicht von Unwissenheit her, und desgleichen ihr, Geliebte, nicht. Egal, wie lange ihr an der Seite der Straße von euch selbst gestanden seid, nun ist es an euch, voranzugehen, und euch gegenüber die Realität zu verkündigen, von der Ich spreche.
Ihr kommt vom Adel her. Von nirgendwo sonst könntet ihr hergekommen sein. Und jetzt heute, jetzt eben in diesem Augenblick, ist es, wann ihr euch Himmelwärts zu dem Adel eurer selbst wendet. Ihr wurdet nicht als Adlige erzogen, das weiß Ich, doch nun wisst ihr, wer ihr seid, und nun nehmt ihr den Anfang.
# 2971 – 12.1.2009 – You Are Many-Dimensiond Facets of Yourself
IHR SEID MANNIGFACH DIMENSIONIERTE FACETTEN VON EUCH SELBER
Gott redete …
Ihr seid der unstete Mensch, der zu nichts kommt ‚A rolling stone gathers no moss.‘ – [‚Ein rollender Stein setzt kein Moos an.‘ – Anm.d.Übers.]. Es gibt kein Moos zum Aufgreifen.
Ihr seid ein freier Geist, der im Leben herumläuft. Umgeben von einem Körper hüpft ihr nichtsdestotrotz. Du bist ein Emporschwebender. Du schwebst jetzt zum Himmel empor. Du schwebst in deinem Verstehen empor. Du erfasst nichts als dich selbst. Du interagierst mit niemandem als mit dir selbst. Du spielst all die Rollen von Aschenputtel über die Fee-Gottesmutter bis hin zu der bösen Hexe. Du bist die mannigfaltig dimensionierten Facetten deiner selbst. Du bist breit und dünn. Du bist kurz und nicht dünn. Du scheinst der letzte zu sein, der weiß, wonach du suchst.
Du bist nie alleine, und dennoch bist du der einzige auf der Bühne deines Lebens. Du befindest dich nicht in einem hitzigen Verfolg deiner selbst. Du hast dich vor langer Zeit in dir selbst verfangen, dennoch setzt du die Charade des Verlorengegangenen und des Gejagten fort. Es ist du selbst, den du suchst. Es gibt alleine dich, der zu finden ist. Und gleichwohl bist du die Menge. Du bist der einzige eine. Das meint, das Einssein von dir und das Einssein von Mir miteinander geeint sind die ganze Jagd.
Alles, wonach du suchst, hat darauf gewartet, gefunden zu werden, hat darauf gewartet, deine Augen weit zu öffnen, hat darauf gewartet, dass du die Wahrheit von dir selbst anerkennst. Ich sage dir, woher du kommst. Du kommst von der Totalität von Mir. Du bist Ich Selbst.
Vielleicht hast du nicht gut zugehört. Vielleicht bist du abgelenkt gewesen oder hast schief dreingeschaut. Vielleicht erkennst du nicht, was du gerade siehst. Du weißt nicht, wie Lesen zwischen den Zeilen geht. Vielleicht bist du die Linien, die du gezogen hast. Vielleicht bist du mehr von einem Entscheider, als du weißt.
Du bist ein Geheimnis, das du vor dir selbst geheim gehalten hast und das du nach wie vor vor dir selbst wahrst. Niemand greift dich an außer du dich selbst. Niemand gefällt dir außer du dir selbst. Du stichst dir in deine eigene Vene und glaubst, ein Anderer habe es getan. Du machst Bemerkungen über das Fehlverhalten eines Anderen, unterdessen es dein eigenes ist.
Nicht anders – du bist der achtbare König oder die achtbare Königin.
Du bist die Waise, für die du sorgst.
Du bist der Kerkermeister, ebenso wie der Gefangene. Du bist der Jäger, und die Beute.
Du bist die Wüste und die Oase. Der Berg und das Tal. Der Fluss und seine Ufer.
Ich sage dir, dass du alles bist was ist. Du bist alles, was du wahrnimmst. Du bist die Geschichte, der Geschichtenerzähler, und derjenige, der mit ermattetem Atem zuhört.
Du bist der Scharfschütze und du bist das Ziel, und du bist das Gewehr, mit dem du schießt, und mit dem du erschossen wirst.
Das hier ist Fantasie, in der du lebst, und du denkst sie dir aus.
Dein Fuß-Auftritt ist wirklich, und dennoch wandert dein Geist ab. Du kannst dich selbst nicht verorten, weil du unlokalisierbar bist. Du bist überall und nirgendwo.
Du bist der Arzt und du bist der Patient. Du bist der ausgedachte Name der Krankheit. Du bist der Chirurg, und du operierst dich selbst.
Es gibt nichts, was nicht Du ist. Der eine, den du liebst, bist Du. Derjenige, der dir missfällt, bist Du. Alles ist Du. Alle sind Du. Du bist der ganze Garnstrang, und du spulst dich in einer Vielzahl von Weisen ab, und dennoch bist du nichtsdestotrotz der eine des Einsseins.
Es gibt keine Katastrophen, keine Vergehen, kein zur Sache Kommen und kein davon Abkommen.
Du bist ein verschwommenes Bild, das du im Vorbeieilen gesehen hast und immer wieder vergisst.
Du bist so Vieles mehr, als du weißt, unterdessen du zu viel aus den Vorkommnissen und Ereignissen machst. Du rufst ein Fest aus, und dann vergisst du, dich ihm zu widmen.
Du verstehst alles, und du verstehst nichts. Du verstehst, es gibt nichts zu verstehen. Du bist ein Bild, was entrollt wird, und du siehst Drama.
Also, du hast nichts zu verstehen. Ebendas ist das Dilemma, in dem du dich befindest, denn du bist sicher, es wird etwas passieren, sobald nichts passiert, sobald überhaupt nichts passiert.
# 2972 – 13.1.2009 – The Illumination You Stand In
DIE AUSLEUCHTUNG, IN DER IHR STEHT
Gott redete …
Gleich zu welcher Tageszeit, sowie eure Augen geschlossen sind, ist die Sonne im Himmel eurem Blick entzogen. Wenn ihr eure Augen während der Herrschaft der Sonne öffnet, seht ihr das Licht des Tages.
Dann und wann, Geliebte, vielleicht viele Male, habt ihr vor dem Sehen Angst. Ihr habt Angst, ihr könntet Wunder sehen. Fakt ist, Geliebte, was ist kein Wunder? Seid ihr kein Wunder mit dem Licht der Sonne auf euch?
Stellt euch den Wundern, Geliebte. Alles, was weltlich oder sogar geschmacklos aussehen mag, sogar all das ist das Wunder des Seiens. Ihr existiert auf Erden. Ihr scheint auf Erden zu existieren, unterdessen ihr im Himmel stationiert seid. Was ist das für ein magischer Trick, der euch derart berauscht? Lächelt stattdessen darüber, dass ihr in diesem Augenblick ein Seinswesen des Lichts, wohnhaft auf der Erde, seid. Ihr neigt dazu, euch selbst als ziemlich lausig anzusehen, und fragt euch, wie es möglich sein konnte, dass ihr ein Strahl Meines Lichts seid, und nicht bloß ein Strahl, sondern ein Göttlicher Strahl Meines Lichts.
Wie kann das sein, während ihr denkt, ihr kennt euch selbst so gut?
Bis jetzt hattet ihr noch keinen Hinweis auf das, wer ihr seid. Mit geschlossenen Augen euch selbst gegenüber seht ihr die Ausleuchtung nicht, in der ihr steht. Ihr seht Objekte und vernachlässigt das Subjekt. Eure Augen wandern von eurem Selbst weg. Ihr separiert euch von euch selbst und werft ein Auge auf das Ego, auf diesen sich brüstenden kleinen Kerl. Anstelle die Wahrheit von euch selbst zu sehen, und euch durch euer Großes Selbst umlenken zu lassen, widmet ihr euch dem Ego und macht es zu eurem Mentor. Um sicher zu gehen, das Ego ist aufgeweckt und es kann ein oder zwei Stepptänze aufführen, und gleichwohl hast du Zinn gekauft und das Gold vergessen.
Du bist das Gold.
Ich kümmere Mich nicht darum, wer du bist oder wer du denkst, du seist es, du bist das Gold. Du bist das Gold, das Mein Auge hinausstößt. Ich schaue ständig zu dir, währenddessen du blinzelst und dich wegdrehst.
Das ist so eine Art Eselei, dass das Kind des Königs seine Herkunft vergessen möchte, und dass es umgeht, dasjenige anzuschauen, was es lange Zeit am allermeisten begehrt hat. Die herrliche Wahrheit von dir ist verborgen in klarer Sicht, indes ist die Sicht für dich nicht klar. Du komplizierst sie. Es wird gut für dich sein, mit deinem Herzen anzufangen zu sehen. Fakt ist, du bist ein Schatz. Du bist Mein Schatz. Es ist ein allerhöchster Akt der Vergessenheit, dass du deinen Blick verdunkelt hast. Du verleugnest deine Essenz links und rechts. Du widersetzt dich, an sie zu glauben. Es ist zu wunderbar, um es zu glauben, so sagst du, und du drehst dich weg vom Hinsehen und wendest dich dem Zweifel oder gar dem Witz über dich selbst zu.
Muss es für dich derart schwer sein, dein Erbe zu akzeptieren? Nimm dein Erbe entgegen, und sodann wirst du dich selbst als die Göttlichkeit, die du bist, entgegennehmen. Du bist nicht dieser abgetrennte taumelnde Körper auf der Straße. Du bist der Sohn oder die Tochter Gottes. Du bist Mein Impuls auf Erden. Törichter, verlorener Sohn, du möchtest es verleugnen. Du bist derart starrköpfg. Du hältst lieber an Trostlosigkeit fest, als auch nur die Möglichkeit zu akzeptieren, dass du Licht bist, dass du Mein Licht bist, und dass es an dir ist zu scheinen.
Geliebte, kein Verstecken mehr unter einem Giftpilz.
Kommt heraus in den Sonnenschein Meines Lichts, und steht aufrecht in ihm. Spürt es. Spürt Mein Licht auf euch. Spürt Mein Licht vom Innern von euch her zum Vorschein kommen. Seht es. Erkennt es. Scheint es. Verkündet euch selbst gegenüber, dass ihr Gottes Kind seid. Ich habe es proklamiert. Du bist mehr als ein An-und-Aus-Funke Meines Lichts. Du bist Mein Licht.
# 2973 – 14.1.2009 – You Walk Across the Red Sea
DU LÄUFST DURCH DAS ROTE MEER
Gott redete …
Nun hast du einen Anhaltspunkt, was Wer du bist anbelangt. Du hast einen Fingerzeig, allerdings hast du ihn noch nicht umgesetzt. Du kannst einfach nicht richtig glauben, dass du das Gold bist, von dem Ich rede. Aber Ich gebe nicht auf. Der Tag wird kommen, und er ist nicht weit weg, wann du mit der Hand an deine Stirn schlägst und sagst: „Jetzt komme ich dahinter. Jetzt begreife ich, was Gott gesagt hat. Jetzt kapiere ich es!“
Eine Glühbirne wird in deinem Kopf angehen, und du wirst sehen. Zum ersten Mal wirst du sehen. Du wirst die Welt in einem neuen Licht sehen. Du wirst die Welt mit einem Schein um sich herum sehen, und du wirst das Glühen sein.
Sieh das Leben wie ein Baseball-Spiel, und nun gehst du auf das Spielfeld zu.
Du hast eine illusorische Etikette gespielt, und nun bist du Es.
Ich habe dich ernannt. Ich tippte dich auf die Schulter und sagte: „Jetzt. Jetzt bist du dran.“
Und jetzt gibt es kein Zurück mehr. Sobald Ich dich einmal auf deine Schulter getippt habe, bist du mit der eingebildeten Vergangenheit durch. Mit der ganzen. Nun läufst du durch das Rote Meer. Nun befindest du dich auf der anderen Seite. Nun gehst du in der Weite, Weite vor dir und Weite hinter dir und Weite rund um dich herum. Und du bist die Weite, in der du gehst. Du bist die stillen Gewässer, und du bist die Weiden, die dich zu den stillen Gewässern führen. Du bist Mein Geliebter, du bist Meine Geliebte, und nun glaubst du Mir. Und nun gibt es nichts anderes mehr zu tun. Für dich gibt es nichts mehr anderes zu sein als das, was Ich dir die ganze Zeit über gesagt habe. Du hast vielleicht nicht zugehört.
Du bist mehr als ein Radebrechen von Mir. Du kannst keine Partikel von Mir sein, denn die Ganzheit hat keine Teile. Die Ganzheit fällt nicht auseinander. Ganzheit ist Ganzheit, oder sie ist es nicht. Und Ich BIN. Und Wir sind ein Integriertes Eines.
Schier das eingebildete Du hat sich verborgen gehalten. Du gibst vor, du seist weniger. Du hältst an der Idee fest, weniger zu sein. Du hältst an der Rassel eines Babys fest und schüttelst dich scheinbar von Mir los. Darin besteht dein Verhehlen. Fakt ist, du bist meilenweit gegangen, um dich selbst von der Wahrheit zu entzaubern. Du liebst den Gedanken, dich selbst zu entlasten, so, als könntest du das wirklich. Mit Sicherheit spielst du eine Partie des Als-Ob, und demnach anerkennst du Wahrheit nicht, ganz zu schweigen davon, dass du sie bejahst und befürwortest.
Sofern du gerne Als-Ob spielst, dann lasst uns das spielen, wovon Ich dir sage, dass es so ist. Benutze deine Einbildungskraft. Du hast deine Einbildungskraft trübselig eingesetzt. Setze sie nun für die Erleuchtung ein. Lasse Mein Licht gesehen werden. Lasse dich gesehen werden. Hier geht es nicht um Glauben-Machen, Geliebte, Geliebter. Hier geht es im Grunde genommen genauso wenig um Wirklichkeit werden lassen, weil es bereits wirklich ist. Du und Ich sind zwei Erbsen in einer Hülse. Du bist vielleicht zu selbstversonnen, um das zu sehen. Geliebte, Geliebter, eigentlich ist nur eine Erbse in einer Hülse. Wir sind derart unzertrennlich, dass Wir Eins sind.
Du bist in Wirklichkeit kein Nachzügler. Was immer du denkst, du seist es, das bist du nicht. Du stümperst in diesem und jenem. Derweilen kommen du und Ich gemeinsam voran. Wir sind einander gemeinsam teilhaftig. Wir tanzen zusammen. Wir singen zusammen.
Also, du wirst vielleicht sagen: „Gut, Gott, ist es dann Du, Der die Partien spielt? Sofern wir wirklich und wahrhaftig Eins sind, wieso weichst Du dann von dir selbst ab? Warum sprichst Du dann nicht immerzu für Dich Selbst durch das kleine ich?“
Ah! Das vorgeblich getrennte Du von Mir schaute in einen Spiegel namens Freier Wille, und du erklärtest dich selbst für einen Aberwitz. Obschon es kein Du selbst gibt, hüpftest du in Gedanken weit weg zu einem anderen Land. Du bist in dieser Verfinsterung der Wahrheit derart machtvoll, dass du sogar das zu vollbringen vermagst.
Aber selbstverständlich, du hast recht. Es gibt kein du. Es gibt Ich. Flink wie der Gedanke, tupfte die Sonne Schatten auf die Blätter, und das war die Geburt Meiner Reflexion auf Erden, und dennoch ist die Sonne rund und voll und hell, einerlei, wie sich die Fantasie, die mit dem Spielen befasst ist, ausweist.
HEAVEN # 2974 – 15.1.2009 – You Are a Divine Being
DU BIST EIN GÖTTLICHES WESEN
Gott redete …
So, wie Meine Kinder das Leben auf Erden wahrnehmen, gibt es kein Heilmittel. Habt ihr nicht fortwährend nach einem Heilmittel für das menschliche Leben Ausschau gehalten? Habt ihr euch nicht nach diesem Workshop oder jenem Workshop, nach diesem Buch oder jenem Buch, nach diesem Zaubertrank oder jenem Zaubertrank, nach diesem Elixier des Lebens, nach jenem Elixier, nach dieser Person, nach jenem Menschen umgesehen? Ihr wollt eine Lösung. Ihr wollt Wachstum, dennoch scheint das Heilmittel, nach dem ihr sucht, das Vergessen zu sein.
Geliebte, für das relative Leben gibt es keinen Zaubertrank. So lange wie ihr euch an dem Leben in der Welt um eures teuren Lebens willen festhaltet, seid ihr ihm unterworfen.
Es gibt eine Gegebenheit, die man die Menschliche Gegebenheit nennt. In diese Gegebenheit eingetaucht gibt es das Suchen nach einem größeren Leben, nach größerer Erfüllung, und, so scheint es, auch das Suchen nach Vermeidung. Ihr findet die Straße des Lebens, auf der ihr geht, übersät von Reißnägeln und Landminen, und so möchtet ihr in der einen oder anderen Weise von ihr wegrennen.
Ihr werdet alles tun, um unter dem Daumen des Lebens wegzukommen. Ihr werdet essen, trinken und fröhlich sein in einem Anlauf, vom Leben fortzukommen. Geliebte, wovor ihr im Eigentlichen wegkommen möchtet, ist eure gegenwärtige Wahrnehmung des Lebens. Eure gegenwärtige Wahrnehmung scheint Leiden erforderlich zu machen, von dem wegzurennen ist.
Leiden ist nur ein einzelner Aspekt des Weltlebens, das du siehst. Du fürchtest das Leiden ganz entsetzlich. Trotz all dessen, was du gedacht, gesehen und gefühlt hast, du hast das Leiden nicht zu erleiden. Ihr könnt sogar leiden, Geliebte, ohne Leiden. Könnt ihr Mir wohl auf der Straße folgen, die Mir am Herzen liegt, dass ihr sie nehmt?
Wenn du dein Lieblingsspielzeug verloren hast, musst du nicht leiden. Wenn du dein geldbezogenes Glück verloren hast, musst du nicht leiden.
Sogar der vermeintliche Verlust (Verlust kann nur vermeintlich sein) eines geliebten Angehörigen muss dich nicht dazu bringen, zu leiden. Vermeintlicher Verlust und Leiden müssen nicht Hand in Hand gehen. Du kannst Verlust spüren und nicht leiden, denn Verlust ist nicht wahr. Die Schätze der relativen Welt sind Schätze der relativen Welt. Der Definition nach ist die relative Welt zeitweilig.
Trage nicht die Gelegenheiten für Leiden wie Anstecknadeln herum. Lege die Anstecknadeln weg. Am Leiden ist kein nützlicher Vorteil. Leiden ist nicht nobel. Es ist unehrenhaft.
Nun ist die Zeit da, um den ganzen Gelenkpunkt deines Denkens umzugestalten.
Es gibt keinen Bedarf, um sich nach einem weiteren Geheimmittel oder einer weiteren Tätigkeit auszustrecken, die deine Sorgen ertränken. Habe keine Sorgen, habe keine Bedauern, habe keine dieser selbstauferlegten Bestrafungen. Du scheinst dich selbst dafür zu bestrafen, ein Menschenwesen in einem Körper zu sein. Du betrauerst, dass du ein Menschenwesen bist, und du scheinst zu vergessen, dass du unwiderrufich ein Göttliches Seinswesen bist.
Lasse das Göttliche Seinswesen den Jungborn sein, aus dem du trinkst. Nimm deine Göttlichkeit jeden Morgen und jeden Abend großzügig in Anwendung. Wiederhole dies etliche Male am Tag.
Du hast dich so oft selbst gefragt: „Was ist mit mir los?“ Frage dich nunmehr selbst: „Was ist recht und richtig bei mir?“ Frage und antworte. Trinke dieses Gebräu und begib dich von den Medikamenten weg.
Es ist nichts Falsches an dir, es sei denn du siehst ein menschliches Wesen sein als ein Hindernis für ein glückliches Leben an.
Schreite aus den Spielzügen, die du im Leben machst, heraus. Du hältst dich nicht an der Vergangenheit fest. Leiden stammt von der Vergangenheit, oder vielleicht von der Zukunft. Es liegt zu viel Aufmerksamkeit auf dem, was keine Aufmerksamkeit verdient. Es gibt keine Rückerstattung, indem man an das denkt, was einen matt macht.
Verwende dein Leben auf andere Dinge. Akzeptiere, dass du ein Göttliches Seinswesen bist. Sogar dann, während du mit den relativen Aspekten deines entschieden menschlichen Lebens herummachst, bejahe, dass du ein Göttliches Seinswesen bist.
# 2975 – 16.1.2009 – You Will See
IHR WERDET SEHEN
Gott redete …
Es gibt kein schwarz und weiß. Nichts in der Welt ist, wie es scheint. Schatten werden geworfen, jedoch ist alles Licht.
Ihr lauft überall, dennoch befindet ihr euch an einer Stelle. Ihr könnt von dem Pfad nicht abgehen. Ihr denkt, einige Wege führten nirgendwohin, doch alle Wege führen zu euch, zu euch selbst, Geliebte, und alle Wege führen zu Mir, zu Mir Selbst, dem Einen und Selben.
Ja, das Leben ist umschweifend. Auf diese Weise ist alles mit allem verbunden. Auf diese Weise gibt es kein Abweichen vom Kurs des Lebens. Ihr wählt vielleicht die eine Abschilderung eures Weges mit all seinen Kehren und Wenden, doch alle Pfade enden bei Mir. Nicht dass sie enden, natürlich. Sie gehen weiter, und derweil reisen Wir immerzu von Anfang an gemeinsam, und befinden Uns nach wie vor auf der Reise. Wir gehen jetzt soeben daher, Unsere Hände ineinander, oder vielleicht liegt Meine Hand auf deiner Schulter. Ich denke, Wir schauen Uns soeben einander in die Augen. Wie weit sehe Ich in die deinen! Wie nahe sehe Ich die Weite, und jede Unterscheidung löst sich auf. Hier sind wir, auch wenn du es nicht sehen kannst.
Die Sache ist, dass Ich eine Vogelperspektive habe, und du nicht. Du befindest dich im Dick und Dünn davon, und demnach siehst du, du inmitten des Gestrüpps und des Wachstums des Rieds, nicht. Du hast dich noch nicht zu deiner vollen Höhe erhoben. Du hast dich noch nicht so recht getraut. Du bist zögerlich, deinen Fuß von dem erstrangigen Boden abzuheben.
Meistens verlässt du dich auf das, was Ich sage, und gleichwohl ist die Zeit am Kommen, wann du genauso klar wie Ich siehst. Und dann wirst du lachen und lächeln, deinen Mantel ausziehen und pfeifen, während Wir gehen. Du wirst die Aussichten sehen, und du wirst sie mit Freude begrüßen. Wohin immer du schaust, du wirst sehen. Du wirst DICH sehen, und du wirst Mich sehen. Was du nicht sehen wirst, ist der Unterschied. Du wirst Einssein sehen, und du wirst erkennen, du bist Einssein. Du wirst sehen, und du wirst derjenige sein, der sieht, und du wirst dich selbst sehen. Du bist die Trinität. Du bist der ganze Ball des Wachses. Das Wir von dir ist Es, was eine andere Ausdrucksweise ist für: „Gott ist“. Genauso kann man sagen „Ich BIN“ oder „Einssein Allein Ist“ oder „Es gibt kein du und Ich. Es gibt kein Wir. Es gibt Ich. Und Ich BIN alles was ist. Wenn Ich alles BIN, bin Ich demnach Eins. Es gibt nicht mehr länger jemanden, zu dem ich rede. Es gab ihn nie, mit Ausnahme in der Einbildung. Und Wessen Einbildung war das? Wessen konnte sie sein?“
Ich nehme euch in Kreisen herum. Ihr dreht euch. Ich mache euch mit Meinen Rätseln schwindelig, um gewiss zu sein.
Ihr liebt den Gedanken von Uns als zweien. Das ist geselliger. Ihr habt euer ganzes Leben lang mit dem Alleinsein gerungen, auch dann, während ihr nie alleine wart. Es war unmöglich für euch, alleine zu sein, aber nicht unmöglich, euch entsprechendes zu denken.
Und während ihr anfangt, keinen Unterschied zwischen dem Einen von Uns zu sehen, werdet ihr die zahlreichen Kombinationen und Schatten des Weiß und das Munkelnde des Schwarz sehen, und ihr werdet in eurem Herzen und Geist mehr Raum lassen für eure Brüder, die anders als ihr denken und sehen, oder, es sieht bei ihnen danach aus. Nichts in der Welt ist, wie es erscheint, so lange bis ihr die Augen habt zu sehen, und bald, sehr bald, werdet ihr sie haben.
Und dann werde Ich Mich in einem Sessel zurücklehnen und in die Weite hinaus schauen, und Ich werde euch sehen, und ihr werdet das Einssein von Mir sehen, was das gleiche ist, wie wenn man sagt, das Einssein von dir, denn es gibt kein Hinausschauen. Es gibt bloß ein Hineinschauen. Ist es inwendig in Mir, oder inwendig in dir?
# 2976 – 17.1.2009 – What If You Can Truly Love?
WAS WÄRE, WENN DU WAHRLICH LIEBEN KÖNNTEST?
Gott redete …
Es war einmal, da hast du gedacht, du kennest die Antworten auf alles, und nun bist du dir nicht so sicher. Heiße diese Ungewissheit willkommen. Sie lässt dich erkennen, noch ist Leben in dir. Sie lässt dich erkennen, du machst Fortschritte. Gewissheit scheint dir wie Fortschritt auszusehen, jedoch ist Gewissheit mehr wie eine Gaststätte, in der du für einen Abend bleibst. Ungewissheit ist auf der anderen Hand dein Aufbruch auf deiner Reise. Ungewissheit bringt dich zu Orten, unterdessen Gewissheit ein Halteplatz ist.
Sicher, es gibt Aspekte des Lebens, derer kannst du dir sicher sein. Du kannst sicher sein, es gibt mehr am Leben, als deinem Auge begegnet. Du kannst sicher sein, es ist mehr an dir, als du dir Glauben geschenkt hast. Du kannst sicher sein, dass jeder, den du kennst, egal, wie gut du ihn kennst, großartiger ist, als du ihn gegenwärtig siehst. Die Welt ist größer, als du es weißt.
Größe in Hülle und Fülle. Wenn du doch wüsstest, wie viel! Wenn du doch wüsstest, wie groß du bist. Du bist eigentlich glänzend, dennoch mag das das letzte sein, was du denkst, dass du es seist, oder dass das ein anderer, den du kennst, ebenfalls sei. Ihr könnt einige Dinge übertreiben, Geliebte, aber ihr könnt nicht den Reichtum des Seiens übertreiben, der ihr seid. Alles in allem seid ihr Mein Reichtum des Seiens. Ihr seid erweitertes Sein, und es gibt keine Grenze dafür, wie weit ihr in jeder Richtung euch weitet. Es gibt keine Grenze wie hoch. Wo setzt ihr eure Aussichten fest, Geliebte?
Für den Himmel gibt es keine Grenze. Für dich gibt es keine Grenze. Für dich ist nichts zu hoch. Für dich gibt es kein zu tief. Doch mache dir darüber keine Sorgen. Hebe einfach deine Füße, einen nach dem anderen. Schau, wohin du dich selbst nehmen kannst. Schau, wohin du Mich nehmen kannst!
Was würdest du Mir gerne zeigen mögen? Zeige es Mir.
Wohin würdest du gerne mit Mir gehen? Lasst uns das machen. Nimm Mich mit.
Was möchtest du in der Welt am meisten? Hole es dir. Hole es für Mich. Habe Mich im Sinn. Stelle dir vor, was Ich am liebsten habe.
Einen Augenblick lang denkst du etwa, du möchtest alles Geld, was auf einer Bank liegt. Du denkst etwa, du möchtest ein Besitztum der einen oder anderen Art. Würdest du Mir das allerdings hinlegen? Würdest du Mir mit Geld oder mit einem neuen Auto oder einem neuen Haus oder einem neuen Freund aufwarten mögen?
Ich weiß, du hättest es gerne, dass du deinem Seelengefährten begegnest. In einem gewissen Sinne, Geliebte, bin Ich euer Seelengefährte. Ganz bestimmt seid Ihr der Meine.
Jetzt kommen Wir dem näher, was ihr Mir gerne anbieten könntet. Ich denke, es ist Liebe, die ihr Mir gerne anbieten möchtet. Und so bitte Ich euch, eure Liebe zu geben, soviel ihr könnt. Ihr könnt sicher sein, eure Liebe wird Mich erreichen, und Ich werde sie willkommen heißen.
Ihr habt eure wahre Liebe gesucht, und alldieweil war Ich stracks bei euch.
Vielleicht wäre euer Seelengefährte auf der Erde eine Mittelsperson. Ihr würdet ihm oder ihr so viel Liebe geben, dass sie zur Welt hin überquillt. Ja, was ihr wirklich wollt, Geliebte, ist, dass eure Liebe zum Ausdruck gebracht und übermittelt wird. Ich bin Mir darin sicher.
Wenn ihr euren Seelengefährten sucht, sucht ihr eigentlich danach, die Liebe in eurem Herzen zu öffnen. Ihr möchtet die Schale zurückschlagen, die die aufknospende Liebe in eurem Herzen bedeckt hat. Was wäre, wenn ihr wahrhaftig lieben könntet? Was wäre, wenn ihr wahrhaftig alle Meine Liebe inwendig in euch habt?
Welche Seele würde das nicht gerne wollen?
Vielleicht seid ihr eurem Seelengefährten bereits begegnet, und ihr habt durch seine oder ihre Verkleidung nicht hindurch gesehen. Ich sage nicht, das ist so. Ich sage, das ist eine Möglichkeit. Vielleicht könnt ihr jedem Liebe geben. Jeder könnte euer Seelengefährte sein. Alle könnten euer Seelengefährte sein. In jedem Falle, gießt Liebe über euch selbst, und Ich werde gleichfalls sie in Empfang nehmen und sie zu euch zurücksenden.
# 2977 – 18.1.2009 – The Depths of the Ocean
DIE TIEFEN DES OZEANS
Gott redete …
In diesem Skript des Lebens, das Wir gemeinsam als Autor herausgeben, lassen Wir eine Menge aus. Wir lassen eine Menge aus, somit gibt es Zeilen, zwischen denen zu lesen ist, sodass ihr Zeilen habt, zwischen denen ihr lesen könnt. Wir lassen eine Menge für eure Einbildungskraft aus. Wir lassen Räume für euch, um darüber hinwegzuspringen. Wir lassen Stille, damit sie das Sagen hat.
Euer Skript hat absichtlich blanke Stellen in sich. Indes du dich weiterentwickelst, bist du besser in der Lage, die blanken Stellen zu lesen. Du gehst in die Tiefen dessen, was nicht hingeschrieben ist, was gleichwohl aber verstanden werden kann. Du liest das unterliegende Thema. Die blanken Stellen spielen eine überragende Rolle. Sie sind dein Gleichgewichtspunkt.
Du bist wie ein Tiefsee-Taucher. Die Schatzkiste liegt auf dem Grund des Ozeans. Vielleicht ist oben auf dem Ozean eine Brühe zu finden, doch darunter, da liegt alles, was du suchst. Du kannst nicht immer von der Oberfläche her sagen, welche Schätze darunter liegen. Die meiste Zeit kannst du das nicht.
Sei im Leben ein Tiefsee-Taucher. Lasse dich nicht gänzlich von den Wellen überschwemmen, nicht einmal in den größten mächtigsten Wellen. Schwebe eine Weile auf deinem Rücken und genieße es, und wisse, dass es die Tiefen des Ozeans sind, die dich über Wasser halten, die es dir ermöglichen zu schweben, die es dir ermöglichen, auf dem Rücken zu liegen und den Himmel oben anzuschauen. Die Oberfläche des Ozeans ist dein Eintrittspunkt in die Tiefen. Sie ist dein erster Schritt. Sie ist ein bemerkenswerter erster Schritt, und gleichwohl kannst du nicht bloß bei diesem Schritt verbleiben. Es sind andere Schritte zu unternehmen.
Die Oberfläche des Ozeans ist wundervoll, dennoch ist es bloß die Oberfläche. Sie ist dein Tauchbrett, aber die Tiefen des Ozeans verleihen dem Tauchbrett seinen Beweggrund zu sein. Schweben, tauchen, das sind alles wundervolle Verfolge, jedoch wären sie nichts ohne die Tiefen des Ozeans darunter, die sie befördern.
Es gibt Schichten des Ozeans, damit du in ihnen schwimmst. Erkunde sie. Ziehe Vorteile aus den Tiefen.
Klar, du kannst nicht einfach auf dem Grund des Ozeans bleiben. Du musst hochkommen, um Luft zu holen. Gleichzeitig, du kannst nicht ausschließlich auf den kräuselnden Wellen bleiben, denn dann fängst du an, dich lustlos zu fühlen. Genieße die Wellen und erkunde den Ozean tief, um dich selbst zu finden.
Natürlich erkennst du, dass du der Schatz bist, nach dem du suchst. Du bist der letztliche Schatz.
Lediglich ein Schatten von dir existiert auf den Oberflächenwellen. Das reale Du liegt darunter. Das reale Du ist kein Schatten.
Du hast vielleicht den Gedanken gern, dass du in den Wellen geerdet bist, doch deine Gründung liegt in dem Boden des Ozeans. Du gehst auf dem Wasser, deine Fingerspitzen jedoch berühren den Ozeangrund. Du tauchst zuerst mit dem Kopf unter. Deine Füße ziehen hinterher.
Mache Purzelbäume in dem Ozean, wenn du möchtest. In die Tiefen hinabsteigen ist wie zum Himmel fliegen. Bevor du ausatmen kannst, hast du einzuatmen. Bevor du dich zum Höchsten Himmel erhebst, tauchst du ein. Der erste Schritt des Fliegens ist los lassen. Wenn du los lässt, lässt du die Oberfläche gehen, und damit erreichst du die Tiefen, und somit steigst du empor. Mit jedem Tauchen steigst du höher.
Du atmest tief ein, und du atmest aus der Spitze deiner Lungen leicht aus. Dein Atmen ist ein Mikrokosmos des Lebens auf der Erde. Gehe tief, erhebe dich hoch.
HEAVEN # 2978 – 19.1.2009 – There Is Knowing
ES GIBT WISSEN
Gott redete …
Der Himmel ist ein sicherer Platz für das Sein. Vieles ist zur Ausführung gelangt, dennoch ist keine Anstrengung aufzufinden. Im Himmel gibt es nicht einmal Denken. Es gibt Wissen. Im Himmel gibt es keine Handlung als solche. Es gibt keine Distanz zwischen Wissendheit und ihrer Frucht. Es gibt das, was Wir einen Impuls nennen könnten, und der Impuls manifestiert sich. Im Himmel gibt es eine augenblickliche Erfüllung der Impulse des Bestrebens. Im Himmel ist, bevor ein Impuls zu seinem Ende gelangt ist, sein Resultat bereits erschaffen. Im Himmel gibt es keine Frustration. Welche Frustration sollte da sein, wo die Erfüllung der Bestreben im Handumdrehen ist? Da ist keine Frage des Glaubens mit imSpiel. Es ist bereits so.
Auf der Erde kann es das gleiche sein, und des Öfteren ist es das gleiche. Mehr als du weißt, ist es das gleiche. Du weißt bereits, dass ein Impuls der Liebe auf Reise ist. Du weißt bereits, Liebe durchdringt alles. Es ist redlich zu sagen, dass Liebe heilt. Ich habe bereits gesagt, dass es nichts als Liebe gibt. Im Himmel kommt ohnehin jemandem oder etwas nichts in den Weg. Nichts kommt Liebe in den Weg.
Du kennst das bereits – manchmal denkst du an etwas, und es ist da. Oder etwas Vielversprechendes läuft dir über den Weg, auch dann wenn du es nicht einmal bewusst angestrebt hast. Sobald es auftaucht, erkennst du es. Es ist deines.
Und demnach kann Ich sagen, dass alle deine Träume bereits erfüllt sind. Auch wenn deren Anlangen noch nicht zum Vorschein gekommen ist, sind sie bereits erlangt. Die Tat ist getan. Mit dem Bestreben ist die Tat vollzogen. Alles ist vor Ort.
Ein Bergsteiger hat das Verlangen, auf den Mount Everest zu klettern. Es ist sein Verlangen. Sein Bestreben ist nicht in einem Augenblick erfüllt. Es mag lange Zeit dauern. Aber er bereitet sich darauf vor. Sein Bestreben, ihn zu besteigen, ist stark. Und dann eines Tages befindet er sich dabei, auf den Mount Everest zu klettern.
Vielleicht möchtest du auf einer weit entfernten Insel Ferien machen. Du schaust dir Broschüren an. Früher oder später meldest du dich an. Und dann kommt der Tag, wo du dich in ein Flugzeug setzt, was dich dorthin bringt. Etwas wurde in Bewegung gesetzt. Du setzt es in Bewegung. Und dann wirst du gleichsam wie ein Diener an der Idee, die du in Bewegung gesetzt hast. Du hast einen Flug zu erreichen, und wie hypnotisiert, kommst du dem nach. Das ist automatisch.
Eines Tages hast du das Bestreben, Mir näher zu sein. Von diesem ersten Gedanken an befindest du dich auf deinem Weg. Jetzt gibt es kein Anhalten mehr für dich. Solltest du auch widerrufen, für dich gibt es keinen Einhalt. Der Motor ist gestartet. Das Auto fährt in eine bestimmte Richtung. Ein Verlauf ist festgesetzt worden. Auch wenn du Umwege machst. Auch wenn du umkehrst. Auch wenn du schreist: „Lasst mich hier raus!“, ist es bereits eine abgeschlossene Angelegenheit.
Das Universum hat dein ursprüngliches Streben vernommen. Die Getriebe sind in Bewegung gesetzt worden. Das Universum hat keine Bremsen, so wie du Bremsen verstehst. Es gibt kein Aufheben in der Form einer Anweisung wie etwa der: „Verschon‘ mich, Gott.“
Die ganze Maschinerie des Universums hat sich in den Gottes-Modus begeben. Du bist in ihm gefangen. Könnt ihr euch gegen die Gezeiten stemmen, Geliebte?
Noch mehr als das – sowie ihr um Gott bittet, widerhallt ihr Mein Anliegen. Gut, Ich frage nicht einmal um etwas nach. Ich bestelle nicht. Ich beordere nicht. Ich habe bereits gesehen, du kommst zu Mir. Ich wusste immer, dass es für Mich keinen Bedarf gibt, zu dir hin zu rennen. Der Joker liegt auf deiner Seite, denn Ich bin bereits, bin immer gewesen, tief inwendig in dir verborgen. Das kann nicht umgeändert werden. Der Wille Gottes ist der Wille Gottes. Was wohl könnte Mir ebendavon abraten?
2979
DER PLANET ERDE IST WIE EIN SPIELPLATZ
Das Leben wird in Regentropfen gelebt. Es fallen so viele auf ein Mal. Wo kommen Regentropfen her und wohin gehen sie? Der Regen ist vielleicht unvorhergesehen und dann auf ein Mal ist er da. Und ebenso plötzlich ist er wieder weg und nicht einmal eine feuchte Stelle bleibt zurück.
Es gibt so viele Leben auf der Erde, und sie kommen und gehen. Wenn du dir das Leben aus diesem Blickwinkel anschaust, scheint es dir zwecklos. Wenn es nur ein Fließen ist und nichts zurückbleibt und es nicht einmal real ist, während es passiert, weswegen dann existiert das Leben auf der Erde? Wofür? Sofern das Leben derart zeitweilig ist, wunderst du dich, wieso du hier bist und was der Punkt dabei sein soll. Natürlich, der Regen wässert die Erde und unterhält das Leben auf der Erde. Doch warum braucht ein Planet dich? Was ist dein Platz in ihm? Welchem Zweck dienst du, und warum ist das Leben auf der Erde eine derart große Sache, und warum ist es allzu früh erledigt und vorbei damit, unterdessen es den Anschein hat, dass du hier eine lange, lange Zeit gewesen bist, vielleicht immer gewesen bist?
Du fragst dich, sofern du vom Himmel gekommen bist, wieso bist du dort weggegangen? Warum musste das Leben auf der Erde sein? Warum hattest du hier zu sein und durch all das hindurch zu gehen, durch das du gegangen bist, und warum machst du dir Sorgen darüber, durch was du sonst noch gehen wirst, bis du mit deinem Körper durch bist? Du möchtest deinen Körper so lange wie möglich behalten, aber du möchtest nicht alt werden. Das Leben präsentiert dir Dilemmata, dies steht nicht infrage. Und was kannst du trotzdem damit anfangen?
Auch dann, wenn du nicht akzeptieren kannst, dass dein Zweck des Hierseins ist, hier zu sein, fühlst du dich immer noch hereingelegt. Was für eine Art Antwort ist das? Du bist hier, weil du hier bist. Was dasjenige anbelangt, was du trotzdem damit anfangen kannst, kannst du das beste Leben aus ihm machen, was du vermagst. Du kannst der Beste sein, der du sein kannst. Du kannst etwas zurückgeben, auch dann wenn du nicht fortdauerst und niemand sich entsinnen wird, dass du hier warst, und wenn du, das ist das wenigste unter allem, in der Lage bist, auszuloten, weswegen du hier bist.
Du zündest eine Kerze an, und sie brennt, und dann brennt sie bis zum Ende. Wofür ist das? Klar, die Kerze war schön, als sie brannte.
Du hast das Empfinden, du bist nicht mehr als die Ozeanwellen, die auseinanderlaufen. War jede Welle von Belang? Braucht der Ozean überhaupt Wellen, denn der Ozean ist selbstverständlich der große Ozean.
Wofür braucht er Wellen?
Und die Erde indes braucht dich, oder etwa nicht? Sie scheint so zu denken. Die Erde selbst erachtet dich als einen kostbaren Gast. Sie liebt es, dass du auf ihr läufst. Sie liebt es, dass du auf ihr lebst.
Der Planet Erde ist wie ein Spielplatz. Sogar ein Spielplatz aus Zement möchte, dass Kinder auf ihm spielen. Ja, die Erde liebt es, dich zu haben. Die Erde versteht dich nicht so richtig. Sie begreift nicht, weswegen du nicht froher bist. Die Erde dreht sich um die Sonne und ist glücklich. Wie kommt es, wundert sich die Erde, dass du auf der Erde, du, der du in der Lage bist, deine Beine zu bewegen und mit ihnen dorthin zu gehen, wohin du möchtest, du, der Wahlmöglichkeiten hat, weswegen du nicht dauernd glücklich bist. Das ist der Erde ein wirkliches Geheimnis. Sie fragt überdies: Sofern du nicht glücklich bist, nicht glücklich mit dem Leben auf der Erde, was tust du dann hier?
Wir könnten sagen, du bist hier, um zu lernen, in einem physischen Körper glücklich zu sein. Du warst immer glücklich, als du nicht in einem Körper eingeschlossen warst. Warum, warum hast du sodann den Körper zu haben?
Du hast ihn zu haben, weil eine Frage gestellt worden ist, und weil du die Antwort auf die Frage, die du gestellt hast, herausfindest.
2980
SCHAFFT RAUM FÜR NEUE GEDANKEN, GELIEBTE
Lasst euren Geist nicht die Schuhe sein, bei denen ihr euch freut, sie abends auszuziehen. Wenn euch Schuhe gut passen, tun sie nicht weh, und ihr könnt sie längere Zeit tragen ohne einen Gedanken an sie. Wenn euch eure Gedanken gut passen, werden auch sie euch nicht wehtun. Sie werden keine Last darstellen.
Zieht euch bequeme Gedanken an, um damit anzufangen.
Seht es so, ihr geht auf eine Reise. Ihr packt die Kleider zusammen, die ihr mitnehmen wollt. Ihr nehmt die Kleider, die ihr mögt. Ihr macht euren Koffer nicht mit Kleidern voll, die ihr nicht mögt. Ihr packt keine Kleider ein, die ihr nicht mögt, bloß für den Fall, dass ihr sie brauchen könntet. Warum, oh, warum müssen Meine Kinder, tagaus tagein, Kleider mitnehmen, die sie eigentlich nicht mögen? Was schuldet ihr diesen Gedanken? Wieso hängt ihr an ihnen?
Es wäre einfach schön, wenn ihr sie dalasst. Tatsächlich, wäre euer Geist ein Schrank, so tätet ihr gut daran, ihn leer zu räumen. Wieso euren Schrank voll halten mit Dingen, die euch eigentlich nichts nützen? Wieso überhaupt alte nörgelnde Gedanken aufbewahren? Sortiert euren Schrank jetzt durch. Wieso dies auf später verschieben?
Ein Kind zieht seinen Wagen hinter sich her. Du trägst deine Gedanken in einem Wagen deines Geistes. Räume es ein, das eben tust du. Gedanken lungern und köcheln in deinem Gemüt.
Deine Gedanken sind wie Betten, die du eine Zeitlang herauslegst, die du dir wieder anschaust und sie dann in den Bettkasten deines Geistes zurücklegst. Es scheint dir schwer zu fallen, ohne alte Gedanken zu sein. Du hast es gerne, im Rücken deines Geistes Gedanken aufgestapelt zu haben.
Denkst du, du machst aus alten Gedanken ein Kissen, um darauf deinen Kopf zur Ruhe zu legen? Vielleicht machst du ein Kissen, aber tatsächlich ist es ein hartes Kissen,, vielleicht aus Stroh, oder gar aus Steinen hergestellt.
Habt einen klaren Sinn, Geliebte. Schafft Raum für neue Gedanken. Schafft Raum um zu wachsen. Lasst euren Geist nicht mit Gedanken vollgestopft sein. Ihr habt bessere Dinge zu tun, als die ganze Zeit alte Gedanken auszusortieren. Alte Gedanken sind keine Multiplikationstabellen, die ihr auswendig lernt.
Sie sind keine Rosenkränze zum Abzählen.
Alte Gedanken sind wie Staub, der vom Tisch zu wischen ist, oder wie Krümel zum Wegfegen.
Du magst sagen, du bist nicht in der Lage, alte Gedanken zu beseitigen, sogar nicht all die alten Gedanken, die dich quälen. Du wirst vielleicht sagen, du habest es versucht und versucht. Ich verstehe. Habe nun schlicht die Absicht, dass du nur wertvolle Gedanken bei dir behalten möchtest, und lasse die anderen los. Behalte die Gedanken, die dir nachhaltend sind, und schicke die Gedanken weg, die dich unten halten.
Das würde bedeuten, dass du keine Bedauern behältst. Das bedeutet, dass du, falls ein Bedauern anbricht, ihm sagen wirst, sich davonzumachen. Du hast nichts gutzumachen. Tue das, was du bedauerst, nicht noch einmal. Und halte natürlich keine Sorgen um die Zukunft fest, da Sorgen der Vergangenheit entstammen. Sie sind armselige Vorhersager, freilich, du bringst, falls du an die Voraussagen glaubst, das was du nicht möchtest, herbei. Dein Geist möchte das für dich tun. Dein Geist kann sagen: „Ich habe diesen wiederholten Gedanken durch mich laufen. Hmm, ich sollte wohl meine Aufmerksamkeit darauf richten. Hmm, ich soll dies wohl in die Schöpfung hinein denken. Das geht derart kräftig durch meinen Sinn, ich tue gut daran, das einfach zu manifestieren, dann ist es erledigt.“
Geliebte, räumt das Gerümpel weg. Nichts davon ist es wert, durchzulaufen. Lasst es einfach gehen. Euch gehört kein Gerümpel zu. Ihr könnt dies im Voraus wissen und es euch von vorneherein nicht zusammenlesen.
2981
EIN MUSIKER DER LIEBE
Das Wichtigste, was du heute tun kannst, ist, die Liebe in deinem Herzen durchscheinen zu lassen. Falls du die Liebe in deinem Herzen nicht zurückhieltest, würde sie bereits hell glühend hindurch scheinen. Aber du hast dein Herz behindert. Irgendwie hast du die Idee aufgegriffen, dass das Herz zurückhaltend sein, ja sogar verborgen sein soll. Du hast die Idee aufgegriffen, dass das Herz ein armseliges Investment darstelle, und dass du ihm nicht zuhören solltest.
Vom Herzen her lieben ist nicht etwas, wobei du viel darüber nachdenken sollst. Das Herz ist keine Erfindung. Es ist eine natürliche Sache. Bist du nicht dabei zu lernen, dass das Natürliche in der Umgebung eine gute Fortkommensweise darstellt? Ist das Natürliche irgendwie weniger wert, so es sich auf dein Herz beläuft? Um des Schutzes wegen hast du einen Graben um dein Herz erstellt. Der Graben schützte euch in Wirklichkeit nicht, Geliebte. Er hielt euch ab. Er hielt euch davon ab, alle eure Liebe in eurem Herzen zum Ausdruck zu bringen. Er hielt euch davon ab, die lebenssprühende Liebe dort zu bestätigen. Verkrampft, trauert dein Herz über das Eintrocknen seiner Liebe.
Liebe kann nicht auf Zuruf agieren. Liebe kann nicht in Abteilungen aufgeteilt werden. Liebe ist nicht glücklich, rationiert zu werden. Liebe ist nicht glücklich, sich selbst bloß unter gewissen Umständen zu enthüllen. Liebe möchte nicht bloß an diesem Morgen sein oder bloß am Abend, oder bloß in der Nacht. Sie möchte nicht bloß zuhause und nicht bloß bei der Arbeit sein. Sie möchte nicht durch ein Sieb gehen. Sie möchte nicht durch eine Spachtel flach gedrückt werden. Sie möchte frei von Beschränkungen sein. Sie möchte frei sein.
Liebe, unbeschränkte Liebe hüpft nicht auf jedermanns Schoß. Sie scheint schier ihr Licht. Die Liebe mag hier oder dort persönlicher sein, dennoch strahlt sie ihr Licht überall gleich aus. Du liebst dein Kind, und deine Liebe strahlt zu jedem Kind aus.
Falls deine Liebe nicht hinaus strahlt, ist sie beschränkt worden. Falls deine Liebe hinaus strahlt und nicht ins Innere strahlt, ist sie gleichfalls beschränkt worden.
Sei wie ein Musiker der Liebe. Mit Sicherheit, du kannst dein Horn für ein Publikum blasen. Du kannst es ohne Publikum blasen. In beiden Fällen, in allen Fällen ist deine Liebe dabei. Es kommt nicht dazu, dass sie abgeschaltet wird, um Strom zu sparen, nicht während des Tages, sie bleibt schlicht an. Auf diese Weise hat sich dein Herz nicht daran zu erinnern, sich selbst wieder anzustellen. Du lässt es schlicht auf An.
Auf dieselbe Weise, wie du Wale befreist, setze dein Herz frei.
Die Liebe, die aus deinem Herzen scheint, schaut sich nicht nach Belohnung um. Sie schaut sich nach mehr Liebe um, die zu ihr zurückkommt. Wovon dein Herz mehr braucht, ist schlicht, seine Liebe hinaus zu strahlen. Dein Herz zählt seine Liebe nicht. Es ruft nicht die Aufmerksamkeit zu sich. Ebenso hält es sich nicht verborgen.
Lasse deine Liebe so vor den Menschen scheinen, dass jeder den Gedanken haben kann: „Kenne ich diesen Menschen, der mich mit der Liebe seines Herzens zu füllen scheint? Ich merke nicht, wie ich überschaue, dass er mir Liebe schickt. Ich erkenne einfach Liebe, sobald ich sie sehe.“ Und dann wird dieser Mensch, der deine Liebe entgegengenommen hat, womöglich ohne es zu wissen sie weiterreichen, und in der Folge denkt ein fernerer Mensch: „Wer ist das? Ich muss ihn kennenlernen.“
Auf diese Weise, recht bald, ist die ganze Welt bis zum Rand mit Liebe angefüllt. Die Liebe ist nicht höfliche Umarmungen und Küsse. Sie ist obendrein nicht laut. Sie ist nicht in hellen Farben. Sie ist womöglich nicht einmal bewusst bemerkt. Sie war schier Licht am Scheinen. Gewussterweise oder nicht, sie wurde übernommen.
Das ist ziemlich so, wie wenn jemand eine Süßigkeit kaut, und der ganze Raum wird von dem Duft der Süßigkeit erfüllt, oder dementsprechend, mit deiner Liebe füllst du die gesamte Welt auf. Sogar dann wenn du für dich alleine dasitzt, kannst du die gesamte Welt mit Liebe füllen. Habt ihr, Geliebte, denn etwas Besseres zu tun?
2982
LASSE FEHLERLISTEN LOS
Woher kommt diese Unruhe, die du in deinem Magen spürst?
Du kamst ganz gut zurecht, und dann plötzlich fühltest du dich mit Besorgnis belastet, Sorgen darüber, was du gesagt, geschrieben oder getan hattest, darüber, wie du es hättest anders, besser tun können, wie du kein Blatt vor den Mund hättest nehmen können oder hättest gar nicht sprechen mögen, wie du dich vielleicht übermäßig oder nicht genügend durchgesetzt hast. Man könnte die Liste fortsetzen. Es existiert kein Mangel an Empfehlungen für Verzweiflung. Du kannst eine alte Liste von Fehlern auffinden, die du gemacht hast, oder die du hättest machen können. Du liest sie dir immer wieder durch und liest sie dir immer wieder durch, so, als könnte sie dir, entgegen ihres Erscheinungsbildes, irgendwie hilfreich sein. Hilfreich? Selbstverständlich ist dir deine Unruhe provozierende Liste nicht dienlich. Im Gegenteil. Sie schadet dir.
Du hast gedacht, du seist all deiner Beklommenheit ledig, doch irgendwie, Stück um Stück, ist sie wieder zurückgekrochen. Hinterhältig ist sie, diese kleine Schlange Beklommenheit. Wie camoufliert sie ist, wie sie so hereinschleicht, und du, du bist ihrer nicht gewahr, bis sie dann jäh direkt vor dir ist, und hat just genau von deinem Fundament etwas weggeknabbert. Wegen dieser Unruhe fühlst du dich unterminiert. Du hast dich zu dieser alten und ausgefransten Einkaufsliste zurückbegeben. Zum Kaufen steht auf ihr nichts Lohnenswertes.
Ich möchte dir eine neue Einkaufsliste schreiben. Wirf die alte ein für alle Mal hinaus. Ersetze sie mit dieser, die Ich dir jetzt gebe. Das ist deine neue Einkaufsliste, die Ich dir gebe. Fasse sie gut ins Auge: „So wie ich bin, bin ich in Ordnung. Ich meine, Gutes zu tun, und ich tue es. Ich zweifle mich nicht länger im Nachhinein an. Ich lasse mich unbehelligt. Wenn ich jetzt nicht mag, was ich gesagt, geschrieben oder getan habe, streiche ich es aus allen Listen nun durch, ein für alle Mal durch. Was ich tat oder nicht tat, ist nicht von Belang. Das liegt in der Vergangenheit. Ich weiß, die Sonne kommt wieder hervor, und all der Regen trocknet wieder weg. Ich bin womöglich der einzige Mensch überhaupt, der an das denkt, was ich bedaure. Es ist schlicht kein Vorteil dabei vorhanden, daran zu denken, nicht einmal ein einziges Mal daran zu denken. Egal, wie kurz diese oder jene Sache zurückliegt, egal, wie groß oder wie klein sie ist, sobald ich nörgelnde Gedanken aus der Vergangenheit zulasse, vermindere ich die Stärke, mich selbst zu lieben.
Es ist wichtig, dass ich mich selbst liebe. Es ist meinetwegen und um aller um mich herum wegen wichtig. Ich muss weder bedauern noch bei mir selbst einen Fehler finden, denn ich bin der Anführer einer Parade, und es liegt mir an, eine ruhige zufriedene Parade zu leiten. Meine Parade führt durch all die Seitenstraßen und zudem durch die Hauptstraßen, und sie verläuft gemäß dem Tenor meiner Gedanken. Ich möchte die Art und Weise der Parade, die ich führe, angeben. Ich weigere mich, eine jämmerliche Parade zu leiten.
Sobald meine Gedanken mir Beklommenheit verursachen, lasse ich sie fallen. Ich behalte sie nicht einmal mehr eine Minute lang, denn es sind zerstörerische Gedanken. Sie schlängeln sich hinein und möchten nicht, dass man sie loslässt. Man muss sie zwangsräumen, und ich bin derjenige, der sie per Zwangsräumung hinaus zu schaffen hat.
Es ist leicht, das jetzt zu tun. Ich schüttle sie ab. Ich gebe ihnen nicht einmal mehr einen Abschiedsblick, und ich sage ihnen in klaren Worten:
»Bedauernde, Unruhe provozierende Gedanken, hier gibt es für euch kein Geschäft. Ihr gehört nicht hierhin. Ihr gehört nirgendwohin. Ihr seid wie Schatten einer kurzen Ohnmacht, und ihr habt euch selbst heruntergerissen und meinen Blick blockiert.
Ihr wollt, dass ich mich klein und von Angst getrieben halte. Doch sehe ich nun, was ihr vorhabt. Ihr seid Unzufriedene, und ihr möchtet bei meinem Wohlsein-Empfinden Zugang haben, und euch selbst und eure anderen Spezi-Gedanken hier hereinschmuggeln.
Ihr seid invasiv und erosiv.
Ihr könnt hier nicht mehr länger bleiben. Euer Abgang steht bevor, und das ist jetzt.
Also, ohne weiteres Aufhebens, macht euch jetzt davon. In Gottes Namen, ich werfe euch hinaus, und, in Gottes Namen, ihr könnt nicht noch einmal zurückkommen.«“
2983
BEDINGUNGSLOSE LIEBE IST EIN SEINSZUSTAND
In der Welt wird so viel über bedingungslose Liebe geredet, dass sie zu einer Terminologie, zu einem Beweggrund, zu einem Bemühen, und manchmal zu einer Vortäuschung geworden ist. Sobald du diesen Ort, den man bedingungslose Liebe nennt, erreichst, wirst du schlicht nicht über sie nachdenken. Liebe ist nicht wie etwas, was man lernt und dann anwendet. Bedingungslos lieben meint nicht, du siehst nicht bestimmte Bedingungen. Ebenso meint es nicht, du kneifst vor etwas. Es meint nicht, du veräppelst dich selber.
Es ist gut, die Absicht zu hegen, ohne Ansinnen zu lieben, lasse indes Liebe als eine Richtlinie los.
Liebe hat in keiner Weise mit einer Handlung zu tun, Geliebte. Sie ist ein Seinszustand. Sie ist ein natürlicher Zustand. Sie hat ein natürlicher Zustand zu sein, andernfalls ist sie erzwungen oder eine Vortäuschung.
Jemandem zu sagen, er solle bedingungslos lieben, ist, wie jemandem, der auf der ersten Sprosse einer Leiter sitzt, zu sagen, er habe augenblicklich zum oberen Ende der Leiter zu springen. Er ist nicht auf der obersten Sprosse. Er ist auf der ersten, oder der zweiten oder dritten. Sobald er auf der obersten Sprosse ist, braucht überhaupt nichts angesagt zu werden.
Es ist so, wie wenn deine Individualität mit einer bestimmten Farbe in Verbindung gebracht wird, und jemand sagt dir, dass du anstelle von grün rosa werden musst, wie wirst du das anstellen? Das ergibt keinen größeren Sinn, als einem kleinen Hund zu sagen, er solle ein erwachsener Hund sein.
Alle Farben sind schön. Sie sind das, was sie sind. Lieben ist keine Angelegenheit, dass du mit einer anderen Farbe angestrichen wirst. Wenn du lavendel bist, und jemand streicht dich mit purpur an, dann siehst du purpurn aus, jedoch unter allem bist du nach wie vor lavendel.
In der Welt hat es genug Bemühen und Vortäuschung gegeben. Ihr habt eine Menge Zeit damit verbracht, euch selbst etwas anderes einzureden, als ihr seid. Wachstum ist eine natürliche Sache und muss nicht genehmigt werden. Es kann nicht erzwungen werden. Als Kind hast du dich nicht dazu zu bringen, größer zu wachsen. Du hattest es nicht zu veranlassen, dass deine zweiten Zähne wachsen. Wachstum ist etwas Gegebenes. Lasst es etwas Gegebenes sein, dass ihr den Zustand erreicht, wo ihr in aller Unschuld alles-liebend seid. Ihr werdet nicht einmal wissen, dass es passiert ist. Es passiert jetzt soeben, ob ihr es wisst oder nicht.
Die Welt besitzt Modelle der Liebe, von denen ihr wahrhaft herkommen wollt. Die Großen Spirituellen unterstellten keine Charakteristiken. Dazu gab es keinen Grund. Sie waren schlicht, wer sie waren, als sie es waren. Sie hatten kein Empfinden der Erzielung. Kein Bemühen. Sie bemaßen sich nicht selbst. Sie erstrebten es nicht, alles-liebend zu sein. Sie waren alles-liebend. Ihr Bestreben war, Mir zu dienen. Daraufhin richtete sich ihre Aufmerksamkeit. Sie versuchten nicht etwas zu sein. Sie waren etwas. Sie gaben, weil es das Natürliche war für sie, zu geben. Liebe in ihrer reinsten Form stellte das dar, was sie zu geben hatten, und sie gaben sie.
Sie nahmen nicht mehr einen Stil, zu lieben, an als sie einen Stil, zu gehen, annahmen.
Sie kultivierten kein Bild von sich selbst. Sie hatten keine Liste von Eigenschaften, denen sie nachkommen wollten. Sie folgten Mir. Sie waren nie bestrebt, sich selbst zu finden. Sie fanden sich selbst in Mir. Es gab nicht so viele Gedanken über sich selbst und über ihre Fähigkeiten. Sie schauten nicht fortwährend in den Spiegel.
Ihr wachst bereits in reine Liebe hinein. Ihr scheint jeden Tag mehr Licht. Ich verstehe, dass ihr es nicht seht. Es ist euch nicht wahrnehmbar. Wisst, dass ihr einzig wachsen könnt, Geliebte. Ihr befindet euch auf der Erde, um zu wachsen. Und so wachst ihr, und ihr wachst hoch empor.
2984
DIE WELT IST EUER APFEL
Die Welt ist euer Apfel. Sie ist euer. Sie ist für euch. Sie wurde für euch gemacht. Bejaht sie freundlich.
Die Welt ist eine Gaststätte, bei der ihr auf eurer Reise eine Zeit lang Halt macht. Sie hat vielleicht nicht alle die Annehmlichkeiten, die ihr gerne habt, dennoch ist sie eine Raststätte, und sie gibt euch ein Bett, Schutz und ein Fenster, um herauszuschauen. Genießt euren Aufenthalt.
Bei Meinen Kindern hat es eine Neigung gegeben, es leichter zu finden, auf Fehler zu schauen als auf Segnungen, es leichter zu finden, sich zu beklagen anstatt wertzuschätzen. Warum das? Es ist eine Gepflogenheit, Geliebte, nicht mehr und nicht weniger als viele andere nutzlose Gepflogenheiten, die ihr an euch habt.
Gewohnheiten kann man ändern. Ändere sie.
Suche in aller Stille den Segen in jedem Menschen und in allem. Klingt das nach ‚unverbesserlicher Optimist‘? Vielleicht, dennoch, das ist ein einfacher Weg für euch, um Glück zu erreichen und zu geben. Diese eine Sache – zur Kenntnis nehmen, was bei etwas gut ist, was bei allem gut ist, wird dein Leben in eine nach oben gerichtete Spirale schaffen. Ist das so schwer? Alles, was du zu tun hast, ist dich zu erinnern. Sobald du vergisst, erinnere dich freundlich daran, dass du hier auf der Erde bist, um wertzuschätzen. Entwickle Wertschätzung, und die Welt wird sich erheben, um dir zu gefallen.
Lasst Uns sagen, dass du einen Wohltäter hast. Er möchte dich beschenken. Er bietet dir einen schäbigen Cent. Spotte über den Cent, und was wirst du das nächste Mal bekommen? Sei so glücklich, einen Cent zu bekommen, denn das nächste Mal wirst du vielleicht zehn Cent oder eine Viertel Million Dollar bekommen. Was ist nicht möglich, Geliebte, wenn ihr die Welt mit Wertschätzung rückentgeltet?
Bestätigt im Voraus, dass jeder und alles euer Wohltäter ist. Auch die Menschen, die euch nerven, sind eure Wohltäter. Sie überreichen euch eine Art von Gelegenheit. Die Gelegenheit ist da. Ihr seid genervt. Tragt im Sinn, dass es just eure Verärgerung ist, und, wie euch diese Verärgerung eurerseits dienlich sein könnte?
Wenn ihr taumelt und hinfallt, was ist dabei Gutes? Sofern ihr im Voraus beschieden habt, dass im Hinfallen nichts Gutes existiert, werdet ihr das Gute in ihm nicht finden. Ihr könnt fallen und ganz nahe bei euch eine Blume sehen, die ihr sonst verfehlt hättet. Ihr könntet lernen, darauf zu achten, wo ihr geht. Ihr könntet lernen, es nicht so sehr eilig zu haben. Ihr könntet lernen, eure Füße höher zu nehmen. Ihr könntet lernen, dass es allemal in Ordnung ist hinzufallen.
Wenn ihr einen Apfel mit einem Wurm bekommt, trägt der größere Teil des Apfels keinen Wurm in sich. Wenn ihr einen Apfel mit einem Wurm erhaltet, dann wisst ihr zum wenigsten, dass er Bio ist. Ihr könntet lernen, dass es nicht so schlimm ist, in einem Apfel einen Wurm zu finden.
Ihr seid mit der Anschauung vertraut geworden, längere Zeit damit aufzuwenden, nach dem Guten zu suchen. Setzt das nun in die Praxis um.
Wenn euer Auto kaputt geht, kann es sein, das stellt jetzt ein Übungsfeld dar. Dann kann es sein, dass ihr von einem Unfall verschont werdet. Zum wenigsten, wenn euer Auto kaputt geht, werdet ihr glücklich sein, sobald ihr es zurückbekommt.
Wenn jemand im Rollstuhl sitzt, kann er sich darin wohlfühlen. Er sieht sich jetzt die Welt aus einer anderen Höhe und Perspektive an. Er ist verlangsamt. Und, oh, wie er sich jetzt wünscht, er hätte jeden Augenblick geschätzt, als er gehen und rennen und springen konnte! Vielleicht hat er das Gute gelernt, welches du von ihm zu lernen bekommst.
Es ist wirklich wahr. Hier ist eine silberne Auskleidung. Tatsächlich, tatsächlich. Nur, du musst dich nach ihr umsehen. Schätze, dass du schauen kannst. Schätze, dass du, wenn du schauen kannst, sehen kannst. Schätze es, dass du, so du hinterhersein kannst, zu finden vermagst. Würdige dich.
2985
HELLICHTER OZEAN
Sind deine Emotionen wie ein Stapel Spielkarten, den du durchgehst, vielleicht etliche Male am Tag durchgehst? Unter Umständen breitest du die Karten aus und nimmst dir eine davon heraus, und dann eine andere?
Sind deine Emotionen eine Treppe, die du hinauf und herunter läufst?
Hast du vielleicht das Gefühl, dass du verpflichtet bist, jede Karte kurz zu streifen?
Durch wie viele Emotionen gehst du an einem einzigen Tag?
Sofern du die Tasten einer jeden Emotion ausließest, würdest du nicht zu einem Roboter geraten. Du würdest zu einem ruhigen Menschenwesen werden, der jeden und alles vor sich als neu und frisch begrüßt. Du würdest was vor dir steht unmittelbar und mit schlichten klaren Augen ansehen. Es käme nicht zu einem Auflaufen einer Plaque. Es gäbe keine Irrtümer zu tilgen. Es gäbe keine Fehlberechnungen, all dies schlicht deswegen, weil du nicht auf ein Stichwort hin mit einer oder mehreren der griffbereiten Emotionen reagierst, die du in deiner Tasche aufbewahrt hältst.
Ihr würdet bei der Liebe belassen, Geliebte. Liebe ist mehr als eine Emotion. Liebe ist nicht dafür bestimmt, schier eine Reaktion zu sein. Sie ist mehr als eine Reaktion. Lasse sie die Plattform sein, von der du herkommst.
Darum geht es: Du hast nicht mehr das volle Programm der Emotionen zu betreiben, wie du es bis anhin getan hast. Gib den Ärger auf, gib die Unzufriedenheit auf, die Feindseligkeit, die Beleidigung, die Negativität, das Beklagen, die Verwundung, das Elitär-Sein, das Bedauern, die Qual, die Beklemmung, die Angst, Entmutigung, Bestürzung, Verzweiflung, Aufgebrachtsein, Schrecken, Streit, Habgier, Schmollen, Herzschmerz, Schock und was auch immer du an einem Tag durchlaufen kannst und welche Form es auch immer annimmt.
Ersetze es mit Freude, Entzücken, mit Willkommen, mit Lächeln, Emsigkeit, Freundlichkeit, Gutmütigkeit, Fröhlichkeit, Herzensgüte, Zuneigung, Heiterkeit, Friede, Großherzigkeit, Überschwang, Eifer, und was für eine Form immer eine positive Emotion einzunehmen vermag.
Braue eine neue Weise, die Ereignisse in deinem Leben zu kochen.
Wenn du zu einem Neinsager geworden bist, dann werde zu einem Anfeuerer. Warum nicht?
Vielleicht denkst du, dass du so ehrlich sein musst, sodass du deine Mundwinkel nach unten gezogen zu halten und jeden Tag grummelig zu sein habest. Oder du denkst, du hast sprunghaft zu sein und du habest auf jede einzelne Sache, die passiert, so zu reagieren, als wäre sie etwas Wichtiges, und deine Pflicht bestehe darin, über sie nachzudenken. Seit wann warst du dafür bestimmt, eine gewissenhafte Nachahmerin von Emotionen zu sein, die dir vorgelegt wurden?
Du bist nicht alle die Fallen, in denen du dich vorfindest. Du bist nicht die Kleider, die du anhast. Du kannst zu jeder Zeit, wo du das entscheidest, aus ihnen heraustreten. Ebenso kannst du aus früheren Stimmungen heraustreten. Verwandle dich in etwas anderes. Weswegen Schatten des Unglücklichseins rund um dich behalten? Weswegen an etwas festhalten, was die Welt nicht emporhebt?
Sei ein Träger des Lichts und nicht der Dunkelheit. Du bist nicht verpflichtet, auf jede Schwäche oder überhaupt auf Schwäche hinzuweisen. Du hast nicht einmal auf eine einzige hinzuweisen!
Sofern du der unentwegte Träger schlechter Nachrichten warst, so wende nun ein neues Blatt um. Es gibt schöne Blätter aufzufinden. Es gibt zahlreiche neue Blätter zum Umdrehen. Drehe sie um. Drehe jetzt ein neues Blatt um. Bleibe dabei, und drehe Blätter um.
Das meint Taufe, Geliebte. Komme heraus, aufs neue vom Ozean gewaschen. Gleite in die See hinaus, und kehre von der Vergangenheit gereinigt zurück. Alle Überbleibsel der Vergangenheit sind vorbei. Du lässt sie in den Gewässern des Ozeans los. Du lässt sie lose. Du lässt sie fortgewaschen, und du kamst aus den Gewässern des Ozeans hellicht und frisch und blendend sauber heraus. Du hast dich selbst getauft.
Nimm die schlichte Absicht auf, die Helle auf Erden zu sein. Nimm die schlichte Absicht auf, Licht zu sein und es zu verbreiten. Nimm die schlichte Absicht auf, aus der Vergangenheit heraus zu schreiten, und dann trete aus ihr heraus.
2986
GELIEBTE, DIE WAHRHEIT VON EUCH
Die Wahrheit von euch ist Liebe. Alles, was nicht die Wahrheit von euch ist, ist weniger. Ihr seid ein unbegrenztes Seins-wesen der Wahrheit. Begrenzungen, die ihr euch selbst oder Anderen auferlegt, sind nicht wahr. Sie sind unwahr. Wenn ihr euch selbst ohne Deckung verkauft, seid ihr euch selbst gegenüber untreu. Ihr seid euch gegenüber unaufrichtig. Ihr hintergeht die Wahrheit von euch selbst. Wenn ihr Anderen Begrenzungen auferlegt, hintergeht ihr deren Wahrheit.
Wenn ihr sagt, ihr seid hoffnungslos oder unfähig, sprecht ihr Lügen über euch selbst aus.
Wir reden hier über euch selbst und eure Träume und Bestrebungen. Sofern Andere ihre Träume für euch vor euch legen, kann es sein, ihr könnt nicht ausführen, was sie träumen. Dieselbe Handlung, sofern sie euer eigenes Bestreben darstellte, könntet ihr zur Ausführung bringen.
Demnach reden Wir weniger von Fähigkeit, als von Motivation. Am wahrscheinlichsten ist es, sobald du sagst, du kannst etwas nicht, fehlt es dir an Motivation, nicht an Befähigung. Wir sprechen von innerer Motivation, von Motivation an ihrer Quelle. Sofern du eine innere Motivation hast, um zu singen und um schön zu singen, wo gibt es da einen Halt für dich? Auf der anderen Seite, wenn du bestrebt bist, der bedeutendste Opernsänger in der Welt zu sein, nun gut, das mag sich als eine äußere Motivation erweisen, und, selbstverständlich, nur eine einzige Person kann das zu einem gegebenen Zeitpunkt sein. Eine innere Motivation wird mit höherer Wahrscheinlichkeit von vielen Menschen innegehalten und erfüllt. Es gibt viele Chöre, die gut singen. Eine innere Motivation wäre es, das Bestreben zu haben, in der Oper ausgezeichnet zu singen und nicht notwendigerweise die Diva zu sein. Siehst du den Unterschied?
Wenn es wirklich dein tiefes Bestreben ist, schön zu singen, was soll dich davon abhalten? Wenn es eine vorübergehende Laune ist, wirst du dabei dreingeben. Das ist in Ordnung so. Es ist nicht so, dass du das Bestreben zu haben hast, jemand zu sein, der schön singt. Es ist vollkommen in Ordnung, den Wunsch zu haben, schön zu singen, und es dennoch nicht genügend, damit es zum Vorschein kommt, zu erstreben. Das Bestreben dauerte eine Weile. Daran ist nichts Falsches, Geliebte.
Manchmal ändern sich eure Bestrebungen; als ihr Kind wart, wolltet ihr eine bestimmte Puppe oder ein Feuerwehrauto, und später lag euer Verlangen auf etwas anderem. Es ist in Ordnung so, Bestrebungen hinter sich zu lassen.
Manchmal habt ihr euch in der Welt oder bei jemandem in ihr nach Billigung umgesehen, und sie haben sie euch nicht erteilt, es kam dazu, ihr wurdet ziellos. Indes, inwendig in euch, gibt es Bestreben, die aufblühen möchten. Auch dann, wenn ihr ein Bestreben, das eures Erachtens ein dummes Bestreben oder ein weithergeholtes Bestreben darstellt, innehabt, lasst eure Vorstellungsgabe damit frei sich bewegen. Gebt ihm eine Chance. Seht, wohin es euch bringen wird.
Lasst Uns die Wörter ‚kann nicht‘, ‚unfähig‘, ’nicht in der Lage‘, ‚unangemessen‘, und so weiter abschaffen. Lasst Uns sie ein für alle Mal abschaffen. Abschaffen sogar „Mir scheint, das kann ich nicht.“ Abschaffen „Ich wollte, ich könnte das“, denn, wenn du wirklich wolltest, würdest du es können. Sprich mit Wörtern der Stärke. Begründungen des ‚Warum nicht‘ sind Ausflüchte, und Ausflüchte sind träge. Es gibt nur einen einzigen Beweggrund, und der lautet, dein Wunsch ist nicht stark genug. Es ist in Ordnung, so etwas zu bestätigen.
Sobald du dich in deiner Wahrheit der Liebe befindest, begleitet dich eine Gleichmäßigkeit an Freude. Das meint nicht außer sich vor Freude sein, Geliebte. Mehr so ein stiller Zustand der Neutralität, der nicht einmal über sich selbst nachdenkt. Liebt die Liebe, sie ist da. Sie mag still sein, dennoch ist sie nicht vertuscht.
Liebe und Freude, auch wenn sie gedämpft sind, bilden eine schöne Partnerschaft in deinem Leben. Sie gehen Hand in Hand die Straße deines Lebens entlang. Liebe und Freude ziehen dich immerzu höher, und sie ziehen die ganze Welt mit dir. Sie machen dich zu einem Führer der Welt. Du führst in Liebe und Freude und in deiner Befähigung, über die Grenzen hinaus zu gehen, die die vergangene Historie euch auferlegte.
2987
ETWAS WUNDERVOLLES KOMMT IN SICHT
Manchmal habt ihr in eurem Herzen ein fallendes, sinkendes Gefühl, ein Gefühl, im Stich gelassen und beirrt zu sein, und ihr wisst nicht einmal, woher es kommt. Ihr habt nichts, um es daran festzumachen. Es ist, als ob das Gefühl von selbst in Erscheinung trat, wie ein Unkraut, das plötzlich in der Landschaft zum Vorschein kommt.
Vielleicht ist dieses Gefühl, was ihr etwa Beklommenheit nennen möchtet, das Gegenteil dessen, was ihr denkt. Vielleicht seid ihr in einen neuen Raum vorangeschritten, und ihr fühlt euch dort noch nicht so recht behaglich. Oder, ihr befindet euch in eurem alten Zimmer, aber ein Stuhl wurde woanders hingestellt. Zunächst seid ihr nicht richtig sicher, wo ihr euch hinsetzen möchtet.
Vielleicht ist dieses vage beirrte Gefühl kein Sinken eures Herzens, sondern dessen Erheben. Vielleicht befindet sich euer Herz im Durchgang zu einem höheren Ort, und dort gibt es für eure Finger noch nichts, um es anzufassen, für eure Füße nichts, um sich hinzustellen. Vielleicht ist es etwas sehr Gutes, was ihr da fühlt. Das Streifen eurer Füße ist etwa wie ein alter komfortabler Stuhl, an den ihr gewöhnt seid, den ihr aber eigentlich nicht so richtig braucht. Es ist einfach so, ihr seid an ihn gewöhnt.
Es ist so, wie wenn ihr ein versierter Klavierspieler seid. Ihr hattet Unterricht für Fortgeschrittene und seid gut vorangekommen. Jetzt bringt euch euer Lehrer weiter, vielleicht einen ganzen Sprung weiter, nun gilt es, ein neues Stück zu lernen, und eure Finger haben sich noch nicht so richtig auf den Tasten zurechtgefunden, dennoch ist dieses neue Stück ein Schritt nach vorne. Nicht lange, und das neue wird sich in all die Musik, die ihr bereits gespielt habt, einreihen, und ihr fühlt euch wieder versiert.
Oder, ihr geht so vor euch hin, und stolpert über einen Stein auf der Straße. Ihr kommt ins Wanken. Ja, ins Wanken. Als erstes bemerkt ihr nur euer Wanken und wie ihr euch unbeholfen fühlt, bis ihr seht, dass das ein riesiger Diamant ist, über den ihr gestolpert seid. Jetzt ist der Diamant der eure.
Seht es so, dieser unbestimmte Streif von Unruhe oder Verlorenheit, den ihr vielleicht spürt, ist eigentlich etwas Schönes, denn er kündigt euch große Freude an. Ihr braucht euch nicht unbehaglich fühlen, bevor etwas Wundervolles passiert, jedoch ist das mitunter der Fall, und ihr fühlt euch nicht so gut, bevor etwas Wundervolles in Sicht kommt. Wenn ihr dieses Unbehagen habt, könnt ihr zum wenigsten wissen, dass nicht alles dahin ist. Ihr könnt sogar wissen, dass es euch gut geht. Ihr wart vielleicht verwundert oder bestürzt, doch selbst dann befindet ihr euch auf dem Scheitelpunkt einer großen Ebene der Entdeckungen.
Ihr geratet immer näher an das heran, wo ihr sein wollt. Das ist unvermeidlich. Sogar wenn ihr einen Weg zurückverfolgt, gelangt ihr näher an euer Ziel. Sogar wenn es den Anschein hat, dass ihr den längeren Weg nehmt, gelangt ihr näher heran. Entsinnt euch dessen, Geliebte. Ich rede hier nicht von einer Möglichkeit. Das ist Gewissheit, jedoch mag es sein, ihr seid spät dran, das zu erkennen. Das wäre nicht das erste Mal, dass ihr euch hinter der Kenntnis dessen, was wirklich vor sich geht, befindet.
Also, das nächste Mal, wenn ihr euch auf euren Füßen wackelig oder wenn ihr eine scheinbare Leere in eurem Herzen fühlt, erinnert euch daran, dass ihr wachst. Ihr erhebt euch höher und höher, und sogar ein Stolpern bringt euch höher. Entsinnt euch all der Blumen, die auf euren Pfad gestreut worden waren, und wisst, es wird noch mehr geben. Ihr habt sie wohl noch nicht alle gesehen, aber sie sind am Aufblühen. Ein oder zwei weitere Schritte, und ihr werdet sie sehen. Der Horizont scheint euch weit weg zu sein. Diesen Anschein haben Horizonte an sich, und dennoch kommt ihr näher und näher. Ihr langt an dem Horizont an. Horizont meint nicht euch versagt bleiben. Er winkt euch nach vorne.
2988
DU BIST EIN GOTTESSEINSWESEN
In einer Reihe damit, dass du dich damit befasst, authentisch zu sein, möchte Ich dir anraten, dass du aufhörst damit, dich dafür zu entschuldigen, wie du denkst und wie du lebst und über alldas. Du bist ein Gottesseinswesen, das von der Stärke herkommt. Nicht von der Prahlerei, Geliebte, sondern schlicht von der Stärke. Wenn du darüber nachdenkst – wieso solltest du zaghaft sein im Hinblick darauf, wer du bist und wie du dich fühlst? Du sein ist das Beste, was du sein kannst. Du bist nicht hier, um schauzuspielern.
Wenn Ich sage, mit dem Entschuldigen aufzuhören, weißt du, Ich meine nicht, dass du dich, sobald du im Supermarkt mit deinem Wagen einen anderen gerammt hast, nicht entschuldigen sollst.
Selbstverständlich möchte Ich, dass du sagst: „Entschuldigen Sie.“ Du hast es nicht absichtlich getan. Es tut dir leid. Sei immer eine Dame oder ein Herr. Wenn du aber eine willentliche Handlung oder Kommentare beizutragen wählst, die deine Herangehensweise an das Leben betreffen, dann entschuldige dich nicht dafür. Entschuldige dich nicht als eine Gepflogenheit.
Wenn du eine Meinung äußerst oder einen bestimmten Lebensstil lebst, gibt es keinen Bedarf, das zu erklären, keinen Bedarf, das zu rechtfertigen, keinen Bedarf, von deiner Meinung oder deinem Lebensstil etwas wegzunehmen. Was gibt es da, was dir leid tun kann? Dass jemand anders als du sieht und lebt? Was für ein Dahinschleppen bei einer Konversation, bei der sich jeder unterwürfig gibt in Hinsicht darauf, was er eben ist!
Entschuldigst du dich dafür, groß oder klein, Mann oder Frau, scheu oder kühn zu sein? Wenn du wirklich denkst, du habest dich dafür zu entschuldigen, dass du scheu oder kühn bist, dann sei nicht mehr länger so scheu oder kühn. Möchtest du dich für deine Haarfarbe entschuldigen? Sie ist deine Haarfarbe.
Das Entschuldigen, über das Ich rede, nimmt etwas von wer du bist weg.
Wenn du an Mich glaubst, hast du es nicht nötig, dich dafür zu entschuldigen, dass du an Mich glaubst. Und falls du nicht an Mich glaubst, gibt es auch keinen Bedarf für eine Entschuldigung.
Wenn die Menschen in der Welt nicht zögerten, wenn sie nicht immerzu darüber nachzudenken hätten, was unter bestimmten Umständen das Klügste und Weiseste zu tun sei, wenn die Menschen direkt zur Sache kämen und sagten, was sie wirklich fühlen, wäre das fortan keine andersartige Welt? Sofern die Menschen nicht das Gefühl hätten, sie hätten ihre Ansichten zu verkaufen, und sofern die Menschen nicht das Gefühl hätten, sie hätten die Ansicht eines Anderen zu kaufen, wie sähe dann die Welt aus, und wie würdet ihr euch fühlen? Ich denke, ihr wärt erleichtert. Erleichtert wovon? Nicht das zu sein zu haben, was ihr nicht seid, nicht nach irgendwas auszusehen zu haben, außer nach dem, was ihr seid.
Das bedeutet nicht, dass ihr nicht jemandem zuhören könnt, was er sagt. Nein, vielmehr zeige Ich euch einen Weg, wie ihr wirklich zuhören könnt. Ich nehme euch von dem als Gegeben Annehmen, von der Verpflichtung fort, und befreie euch, zu sehen, wie ihr es seht, und zu sagen, wie ihr es sagt, und ebenfalls frei zu sein, das zu verändern. Weder müsst ihr der gleiche bleiben noch müsst ihr euch verwandeln. Ihr seid verändert, sobald ihr anders seht.
Ihr werdet euch ändern und ihr werdet wachsen, und ihr habt einzig immerzu zu sein, wer ihr seid. Wenn ihr keine gekochten Möhren mögt, dann esst sie nicht. Falls ihr sie morgen essen möchtet, dann esst sie.
Wir beseitigen eine Schicht des Urteilens, Geliebte. Euer Weg ist gut, und der Weg eines Anderen ist gut, auch dann, wenn die beiden nie zueinander finden werden. Ihr seid verpflichtet, nur für euch selbst zu sprechen. Ihr seid verpflichtet, für euch selbst zu denken und ihr selber zu sein. Sogar dann, wenn ihr seht, dass ein Anderer klüger als ihr ist, und wenn ihr so sein wollt wie jener, habt ihr von dort her zu kommen, wo ihr jetzt seid.
Aufrichtigkeit, Geliebte. Wir reden über Aufrichtigkeit und nicht über das Mindern des Wertes von wer ihr seid jetzt soeben in dieser Minute.
2989
DIE SEGNUNGEN DES UNIVERSUMS
Es ist nicht genau deine Pflicht, glücklich zu sein, da Glücklichsein nicht auf Anforderung hin naht. Auch ist Glücklichsein nicht bündig deine Zwecksetzung, weil Glücklichsein eher am so Mitkommen ist. Was du jetzt soeben in diesem Augenblick tun kannst, ist anerkennen, dass Glücklichsein dein Geburtsrecht ist. Simpel Glücklichsein, Geliebte, gehört euch zu. Nennt es, wie ihr es wollt, es ist das eure, und ihr seid dafür bestimmt, es innezuhaben. Geht mit der Idee einher, Geliebte, dass ihr im Leben auf Ferien seid. Vielleicht hattet ihr das Gefühl, dass ihr auf Leiden seid, und dementsprechend seid ihr die Straßen des Lebens entlang getrottet, während ihr einfach genauso gut hüpfen und tanzen könntet.
Gebt euch selbst als Dargebot an das Universum aus, und erteilt den Bescheid, dass ihr einen Kurs in Richtung Frieden und Freude festgesetzt habt. Nehmt die Idee ein, dass ihr einen Kurs für die Erfüllung eurer Bestreben und der Meinigen festgesetzt habt. Nehmt die Idee ein, dass ihr euer Leben in eine Richtung steuert, die euch segnet und die die Welt beglückt. Haltet diese Idee im Hinterfach eures Geistes.
Es ist möglich, dass Meine Kinder die Vorstellung hatten, Leiden stelle die Lage des Landes dar. Nehmt eine andere Vorstellung ein. Habt die Idee, dass mit dem Leben nicht vorlieb zu nehmen ist, sondern dass es zu erheben ist. Erhebt die Welt, und ihr werdet erhoben. Nährt die Welt, und ihr werdet genährt. Und wie immer, Geliebte, keine Berechnungen. Kein Abzählen. Kein Zusammenzählen von Punkten. Schlicht Freiheitlichkeit des Gebens und Empfangens. Seid auf dem Ausguck nach der Welt, die ihr begehrt. Ohne Umstände auf dem Ausguck sein.
Ihr wisst bereits, was das Gefühl namens Glücklichsein ist. Ihr habt mehr als eine Ahnung. Und nun könnt ihr sogar mehr als einen Vorgeschmack dieses anscheinend illusorischen Glücklichseins haben.
Sofern ihr einmal Lakritz probiert habt, und ihr liebt den Geschmack, wird sich euch die Gelegenheit nach mehr Lakritz von alleine bieten. Ist das nicht so? Ihr werdet mehr auf Lakritz eingestimmt sein. Ihr werdet euch mehr nach ihm umschauen, nicht als ein Muss, sondern als ein helles Gewahrsein von Lakritz, so wie ihr es mögt. Ihr werdet spüren, dass das Lakritz soeben zu euch auf dem Weg ist. Ohne darüber nachzudenken werdet ihr euch auf dem Ausschau nach ihm befinden.
Das ist kein Wagnis, bei dem ihr Erfolg zu haben habt. Glücklichsein erfordert keine Anstrengung. Ihr habt es nicht zu erzielen. Tatsache ist, Glücklichsein kann nicht erzielt werden. Es kann nur willkommen geheißen werden. Bestätigt auf schlichte Weise eure Verabredung mit dem Glücklichsein und mit der Erfüllung aller Bestrebungen. Ihr seid euch nicht sicher, wann und wo ihr euch treffen werdet, aber ihr seid euch sicher, dass ihr euch trefft.
Vielleicht können wir anstelle des Wortes Glücklichsein das Wort Freiheit stellen. Oh, frei sein! Was immer die Welt tun mag, an welche Begrenzungen auch immer sie denken mag, du kannst dich selbst von Gedanken, die dich binden, freisetzen. Du kannst frei sein, Vorfreude zu haben, anstatt dich wegzudrehen. Du kannst frei sein, Vorfreude zu haben anstelle von Angst. Du kannst frei sein, frei zu sein und mehr zu haben, als du je als deinen Anteil am Glücklichsein erachtet hast. Erkenne dir selbst mehr zu. Erkenne dir selbst mehr zu, öfters, tiefer und längerwährend. Erkenne dir selbst eine Gefolgschaftstreue gegenüber deinem eigenen Wohlbefinden zu. Repräsentiere dich selbst gut.
Sobald du einen Kurs festsetzt, hast du den halben Weg hinter dir. Sobald du einen beständigen Kurs für das Glücklichsein festsetzt, wirst du bestimmt an Häfen festmachen, wo du noch mehr davon abholen kannst. Vielleicht bist du das Schiff, dessen Kurs festgesetzt ist, und du segelst entlang, glücklich, dass du dienst, glücklich, dass du durch die Wellen furchst, ein glückliches Schiff, das Passagiere aufnimmt und auf der Freigiebigkeits-Linie fährt. Du bist auf deinem Weg. Was gibt es da nachzudenken? Dein Kurs ist festgelegt worden, und nunmehr seid ihr alle festgelegt, die Segnungen des Universums in Empfang zu nehmen.
2990
EIN FLUSS DER LIEBE
Du bist ein schöner Edelstein, den Ich in Meiner Hand halte und zum Licht hin drehe. Wie du doch das Licht einfängst, und in derart zahlreichen Weisen! Ich drehe dich zur Sonne hin, und du wirst insgesamt Licht. Mein Licht und dein Licht werden Eins. Es gibt nicht mehr länger Meine Hand, die dich hält. Es gibt schlicht Unser Licht, Unser Licht am Scheinen.
Man könnte Unser Licht blendend nennen, indes ist Unser Licht das Gegenteil von blendend. Es ist sehend. In dem Licht sehen Wir. Wir sind in dem Licht bewandert, und Wir kennen die Schönheit von ihm. Wir sind die Schönheit von ihm. Wir sind das Licht, Geliebte. Du und Ich sind das Licht, das Wir geben, und Wir sind das Licht, das Wir sind. Wir sind erleuchtete Liebe.
Du wirst sagen, du lechzt nach Liebe mehr, als du in der Lage bist, sie zu geben. Du wirst sagen, jeder kann dir ein paar Krümel der Liebe hinwerfen, und du wirst sie heißhungrig vom Boden auflesen, und kein Maß an Liebe ist für dich genug. Du wirst sagen, so viel werdest du ohnehin nicht abbekommen, und du seist nicht in der Lage, viel zu geben, sofern überhaupt etwas. Als Bestes kannst du sagen, du leuchtest mit der Liebe nur in dem Maße der Liebe auf, die dir gegeben wird. Du wirst über dich denken, du seist mehr ein Liebe-Hund als jemand, der in der Lage ist, Liebe zu geben. Du wirst dich selbst als einen unentwegten Hamsterer nach Liebe denken, so in etwa wie jemand, der nach Diamanten gräbt. Du schaust dich immerzu nach Diamanten der Liebe um. Du hebst sie auf, drehst sie hin und her, und sie sind nie die richtigen. Lediglich eine Zeit lang hältst du die Illusion inne, dass du einen Diamanten in deiner Hand hast. Früher oder später scheint es dir, der Edelstein wird zu Staub.
Einerlei, ob du der Jäger nach Liebe oder die Beute bist, du schwimmst im Strom der Liebe. In welchem Ende des Stromes du schwimmst, ist in Ordnung. Du bist in dem Strom. Du bist in dem Strom der Liebe. Letzten Endes ist es deine eigene Liebe, nach der du jagst. Du siehst eine Widerspiegelung von ihr dann und wann, und sodann entgeht sie dir. Schwimmt in diesem Strom unentwegt weiter, Geliebte.
Ja, gelegentlich wird euer Schwimmen unterbrochen, und ihr denkt, ihr werdet nie wieder in dem Fluss der Liebe schwimmen, jedoch ist das nicht der Fall. Ihr wisst, ihr werdet wieder schwimmen. Tatsache ist, es gibt keinen anderen Strom, in dem man schwimmen kann. Dein Leben auf der Erde handelt allein von dem Licht der Liebe.
Ihr seid darauf aus zu erkennen, dass ihr der Liebe würdig seid. Ihr schaut nach eurer eigenen Liebe in den Augen der Anderen. Und alle Liebe in der Welt scheint nicht ausreichend zu sein, derart begierig ist euer Herz nach Liebe. Sogar das scheinbar kälteste Herz ist begierig nach Liebe. So doch bloß euer belagertes Herz an seine Liebe glauben wollte!
Sogar dann, wenn ihr Mich mit ganzem Herzen liebt, fühlt ihr euch öfters, als befändet ihr euch in den Außenbezirken der Liebe, so, als wäre Liebe ein Territorium, das jenseits eurer Grenzen liegt, so, als wäre Liebe ein Land, was jeder besuchen und wo jeder seinen Wohnsitz nehmen kann, bloß nicht ihr. Irgendwie habt ihr Angst, dass euch der Pass fehlt. Einerlei, wie sehr ihr versucht hineinzukommen, ihr fühlt euch mehr wie dasjenige, was man einen Illegalen nennt. Liebe ist für Andere, doch irgendwie nicht für euch. Egal wie ihr es versucht, ihr scheint einfach nicht in der Lage zu sein, da durchzukommen.
Und sogar Meine Liebe scheint euch nicht genügend zu sein. Ihr wollt die Liebe in eurer Hand halten wie einen Edelstein, ebenso wie Ich euch in Meiner Hand halte und euch zum Licht wende. Ihr wollt lieben, wie Ich es tue, und dennoch sind eure Hand und eure Liebe nicht beständig.
Lasst es gut sein. Meine Hand ist beständig, und ihr seid ein Dargebot der Liebe, und ihr scheint hell, ja, gar dann, wenn euer Licht fortgewandert zu sein scheint.
2991
ERZÄHLE DIR NEUE GUTENACHT-GESCHICHTEN
Was am meisten bei dir los ist, ist, dass du denkst, etwas sei bei dir los. Das ist eine Falle, die du dir stellst, und du fällst in sie hinein. Wirf einen Blick darauf, was gut bei dir ist, und sieh, wie du dich dabei fühlst. Wenn du dich entmutigt fühlst, hast du die Entmutigung ermutigt. Du bist der Anstifter für sie. Es mag sein, mit Worten betonst du den Wert des positiven Denkens, dennoch schlägst du mit Hieben auf dich selbst ein. Teile nicht einmal einen einzigen Hieb aus. Sei dein eigener Sprecher für dich selbst. Du bist derjenige, der dich vom negativen Denken abzubringen hat, denn darin warst du sehr gut, sobald es sich auf dich selbst beläuft.
Du hast dich selbst in den Boden gestampft. Gott bewahre, dass eben du etwa dir selbst Glauben schenken solltest! Du bist wie der Elefant, der an einem Pfahl festgebunden war. Jetzt ist er nicht mehr länger angebunden. Aber es könnte genauso gut sein, dass er es noch ist, denn es hat ihm noch nicht gedämmert, dass er frei ist.
In der Vergangenheit wurden dir bestimmte Gebrechlichkeiten entgegengehalten. Die äußeren Stimmen sind vielleicht verstummt und halten dir nichts mehr entgegen, jedoch setzt du die Litanei fort, und überprüfst täglich jede mögliche Schwäche.
Geliebte Kinder, schaut euch an, wie weit ihr gekommen seid. Beginnt, euch selbst mit liebevollen Augen in den Blick zu nehmen. Lasst die Vergangenheit los. Ihr seid womöglich von Anfang an mit falschen Informationen gefüttert worden. Das müsst ihr nicht mehr länger akzeptieren. Erzählt euch einige neue Geschichten beim ins Bett gehen. Zählt all das Gute über euch auf und multipliziert es mit tausend. Geliebte, es ist keine, und Ich wiederhole es, es ist keine Schwäche, ein Menschenwesen zu sein. Ihr seid kein Flop. Ihr seid Meine großartigsten Erfolgsgeschichten. Ihr habt euch aus den Umständen erhoben, und jetzt habt ihr die Umstände übertroffen.
Was wäre, wenn ihr tatsächlich ein Erfolg wärt? Was könntet ihr euch sodann selbst sagen? Es ist nicht bescheiden, euch selbst niedrig anzusetzen, wie ihr es getan habt. Ihr habt euch selbst zu einem Sklaven für unfreundliche Gedanken über euch selbst gemacht, und jetzt werdet ihr euch selbst freisetzen.
Nennt euch selbst niemals mehr unbeholfen oder dumm oder überhaupt etwas. Ruft euch selbst aus.
Nehmt ein anderes Vokabular zur Hand. Wie viele schöne Sachen hast du heute über dich selbst gesagt? Du hast eine ganze Menge, für das du dich heute beglückwünschen kannst, und Ich rate dir, beginne damit. Verkaufe dich selbst an dich selbst. Fange damit an, dir selbst getreuere Geschichten zu erzählen.
Was hast du heute getan, wofür du Anerkennung verdienst? Für die eine Sache – du bist aufgestanden.
Du bist aus dem Bett aufgestanden, und hast deinen Tag angefangen. Du bist mit dem Auto durch den Verkehr gefahren. Du hast deine Arbeitsstelle rechtzeitig erreicht. Dort hast du deinen ganzen Tag verbracht. Du hast deinen Arbeitgeber gut repräsentiert, oder du hast deinen eigenen Betrieb gut repräsentiert. Du hast alles gegeben, was du zu geben hattest. Und dann fuhrst du durch den Verkehr nachhause. Du hast an dem Geschäft angehalten, um einige Sachen einzukaufen. Du hast dem Menschen an der Kasse ein freundliches Wort gesagt. Du bist nachhause zurückgekehrt. Du hast heute allerhand Dinge erledigt, und dir selbst ist dafür zu gratulieren. Überreiche dir selbst eine Idee davon, wie du den Tag sicher verwahrt hast. Zum wenigsten bist du unversehrt und gesund durch ihn hindurch gelangt. Du bist immer noch hier, oder etwa nicht?
Du hast noch kein anfängliches Wissen von all dem Licht, was du dem Heute hinzugefügt hast. Heute gingst du durch die Welt, und hinterließt irgendwo deine Fußspuren, und jemand geht jetzt in ihnen.
Folge Meinen Fußspuren, Geliebte, Geliebter. Segne die Erde links wie rechts durch deine schiere Präsenz. Du bist in dieser Welt ein Gast, und du hast Segnungen zum Ausgeben. Und nunmehr segne dich zuallererst selbst. Juble dir selbst zu. Du bist heute ein gutes Rennen gelaufen, und Ich feuere dich an. Tut das, so wie Ich das tue, Geliebte. Tut das, so wie Ich das tue.
2992
DER WIEDERGEWONNENE GARTEN EDEN
Stelle dir vor, dass du den Globus der Welt trägst. Deine Arme umfassen ihn. Du trägst die Welt in deinen Armen.
Stelle dir nunmehr vor, dass du durch diese Welt, die du trägst, geboren wirst. Du bist die Mutter oder der Vater der Erde, und du erhebst dich auch aus ihrem Inneren. Die Welt ist sozusagen dein Kind, und du bist das Kind der Erde. Du bist definitiv ein Kind der Erde. Vom Himmel her wurdest du Erdgeboren, und du gebierst die Welt. Die Welt ist nicht von euch unabhängig, Geliebte. Ihr seid zum wenigsten Beitragende, und ebenso Teilhaber. Ihr und die Welt versehen euch einander mit Mitteln. Ihr fahrt das Fahrrad des Lebens auf der Erde gemeinsam. Die Welt tritt die Pedale, und ihr tretet die Pedale, und so haltet ihr miteinander Schritt. Ihr gebt nicht auf. Die Welt reflektiert euch, und ihr reflektiert die Welt.
Was kam zuerst, ihr oder die Welt?
Ihr, Geliebte. Ihr kamt zuerst.
Wir können sagen, der Garten Eden war die erste Welt. Zweifel kroch in sie hinein wie eine Schlange. Gedanken wurden mit der Person identifiziert, die sie hatte. Persönliche Gedanken fanden Anklang.
Gedanken gingen dahin, dorthin. Unruhe wurde geboren. Das Empfinden des Alleinseins wuchs. Aus Angst, gewaltsam vertrieben zu werden, verließen die Menschen den Garten Eden, und erfanden eine Welt der Zwietracht, teils aus Angst und teils aus Spaß an ihr.
Der Garten Eden existiert nach wie vor. An ihn wird immer noch gedacht. Nach wie vor existiert ein Sehnen nach ihm. Fehler werden begangen, und Fehler möchten nicht zugegeben werden. Und demnach wuchs Frustration heran, und es erstanden Länder und Krieg führende Länder über der Angelegenheit. Das alles war eine Übertünchung. Die Verschleierung im Garten Eden hatte mit dem Irrtum und nicht mit dem unschuldigen Körper zu tun.
Und demnach wurde die feste Erde steinig.
Obschon es zahlreiche Dimensionen des Geistes gibt, ließ sich der Geist in einem Land nieder, wo der
Zank existieren kann und ihm viel beigemessen wird. Abteilungen des Wettstreites der einen oder anderen Art wurden aufgesetzt. Abteilungen der Justiz etwa. Konflikt wurde verehrt, so als wäre er real und als zählte er mehr als das Leben selbst. Er wurde mehr geehrt als die Liebe. Er wurde geehrt als Beweis dafür, dass der Streit vonnöten war. Gesetze nahmen den Platz von Bewusstsein ein. Bewusstsein wurde heruntergespielt, manchmal ganz und gar vergessen, so, als wäre der Streit real und als wäre das Bewusstsein ein Konzept, was nicht hoch geachtet wird, unterdessen es allenthalben die Sicht darstellte und eben jetzt darstellt, aus der alles Leben gesehen wird.
Erfordernisse wurden aufgestellt, und Liebe wurde auf die Seite gestellt. Anstatt der Freiheit in der Welt wurde die Kontrolle bevollmächtigt. Es kamen Regulierungen über zahlreiche ehrfurchtslose Dinge auf. Hunde hatten zugelassen zu werden. Reichtum wurde zu Geld. Geld wurde Wert.
Alles musste auf eine solche Weise ausgelegt werden, damit es jeder befolgen konnte. Allerhand glatte schlüpfrige Grenzen wurden errichtet. Gesetze wurden wie Saxophon spielen. Sie wurden nach oben und nach unten bewegt gemäß der Melodie, die gespielt wurde, und gemäß dem Gutdünken derer, die das Lied spielten. Konfusion und Chaos kamen auf. Äußere Dimensionen des menschlichen Lebens traten in Erscheinung, und es gab die Hinein und es gab die Hinaus, und selten begegneten sich die zwei.
Aber trotzdem gab es für die Liebe keinen Halt. Aber trotzdem fand die Liebe jeden Winkel, in dem sie ruhen konnte, und die Liebe erlangte Ansehen. Mehr und mehr Menschen entsannen sich der Liebe, und anerkannten sie in ihrem Seien. Sie propagierten die Liebe. Sie umhegten die Liebe, einerlei, was sie sonst noch taten. Sie nährten die Liebe, und sie pflanzten Setzlinge von ihr. Sie liebten die Samen und das, was aus ihnen wird. Nach und nach, dank der überfließenden Liebe, wuchs der Garten Eden aufs neue heran, bis schließlich alle erkannten, wo sie waren. Alle jauchzen bei der Rückkehr und Neubelebung der Erde, so wie sie war, als sie die erstmalige Ernte des Himmels gewesen war, allgemein bekannt als der Garten Eden. Sie wurde augenscheinlich.
Recht zügig wurden die Grenzen abgerissen. Die Wahrheit regierte und die Übertünchung wurde entthront; am nächsten Morgen, als alle Menschen aufwachten, rieben sie sich ihre Augen und wussten wieder ohne jeglichen Zweifel, dass sie im Garten Eden lebten.
2993
DIE GUTE SEITE
Die gute Seite der Krankheit ist, dass es dir besser gehen kann.
Die gute Seite der Krankheit ist, dass du sie auf mancherlei Weise ansehen kannst. So schlimm sie auch scheinen oder sein mag, du kannst sie als eine Sprache sehen, die du noch nicht verstanden hast. Du kannst Krankheit als einen Freund betrachten, der dir etwas zu sagen hat. Dein Freund, die Krankheit, kommt näher, und du kannst ihn auf vielfältige Weise anschauen. Du kannst ihn als Strafe ansehen, als den Preis, den du dafür zahlst, etwas Falsches getan zu haben, selbst wenn du nicht weißt, was du getan hast, und selbst wenn du womöglich wirklich nichts getan hast. Mit Sicherheit, keiner verdient die Krankheit.
Du kannst die Krankheit als ein großes Geheimnis sehen, was auf dich herunter gestiegen ist, und nicht auf den Menschen neben dir. Du kannst Krankheit persönlich nehmen, oder weniger persönlich. Du kannst sie auch außer Acht lassen.
Kommt die Krankheit aus dem Geist des Menschen? Wird sie erschaffen? Sofern niemand an die Krankheit glaubte, würde die Welt sie dann haben?
Gäbe es keine Medikamente, gäbe es sodann eine Nachfrage nach ihnen? Gäbe es keine Ärzte, zu wem würdet ihr hoch sehen?
Die Krankheit sieht danach aus, als wäre sie ein Teil des Lebens, wo jedoch steht das geschrieben?
Sofern es keinen Bedarf für Krankheit gäbe, würde sie dann existieren? Zurzeit ist sie eine Gegebenheit in der Welt, Geliebte. Ihr wurde viel Glauben geschenkt. Man bückte sich zu ihr herunter und ehrte sie, vielleicht in umgekehrter Weise. Über Krankheit spricht man mit verhuschter Stimme.
Wir können auch auf das Alter in verschiedenartiger Weise schauen. Ihr wart es gewohnt, jung zu sein, und nun scheinen die Jahre schwer an euch zu hängen und euch nieder zu drücken. Ihr wisst nicht, ob ihr in einem Körper leben wollt, der durch die Zeit heimgesucht ist. Gott bewahre, was das Altern anbelangt und was die Zukunft bereithalten könnte, und dennoch ist es nicht so leicht, den Körper zu verlassen, auch dann, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr es wollt.
Weniger Freunde und eine kleinere Familie bleiben euch. Ihr habt mehr Freunde auf der anderen Seite als auf der Erde. Zusammen mit eurer Jugend ist so viel ohne euch weitergegangen, und ihr hinkt hinterher.
Die Jugend ist ein Geschenk, und jetzt ist es das Alter auch. Jugend und Alter sind zwei Seiten der gleichen Medaille, Geliebte. Ihr habt durch das eine Ende eines Teleskops hindurch gesehen, und nun schaut ihr durch das andere.
Ihr seid durch ein Schlüsselloch gegangen, und nun seid ihr auf der anderen Seite von ihm. Das gesamte Leben ist eine Entdeckung.
Das Säuglingsdasein handelt insgesamt von Entdeckung. Säuglinge stecken alles in den Mund. Es ist sehr gut, ein Säugling zu sein, solange du es bist.
Es ist sehr gut, ein Jugendlicher zu sein, solange du es bist, und es ist sehr gut, alle die Alter zu sein, die die Menschen sein können, während sie das soeben sind.
Solange du dich fürchtest, ist jedes Lebensalter mit Gefahr befrachtet.
Allgemeiner Menschenverstand ist die eine Sache. Angst ist eine andere Sache. Du kannst Acht haben, und nicht Angst haben. Du kannst Acht haben, und die Angst vergessen. Du kannst Liebe zu jedem Zeitpunkt geben. Du hast einen großen Ermessensspielraum bei der Wahl.
Was immer vor sich geht, du kannst Angst durch Liebe ersetzen. Angst ist eine Gepflogenheit. Sie ist nicht die Wahrheit. Oh, es mag Fakt sein, dass du eng mit der Angst vertraut bist, und dennoch sind Angst, und all das, was du befürchtest, Illusionen. Du befürchtest sogar den Verlust der Illusion. Du befürchtest den Verlust. Zähle stattdessen den Gewinn.
Im Leben kannst du nur zulegen. Du gewinnst immer Erfahrung, und hast immer die Wahl, etwas aus der Erfahrung zu machen, die du gewinnst. Es gibt keine hoffnungslosen Fälle, Geliebte. Habt anstelle von Fällen Liebe. Gebt Liebe anstelle von allem anderen. Gebt unter allen Umständen euch selbst Liebe. Wollt ihr das tun, bitte?
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STELLE DIR DAS TANZEN VOR
Es ist etwas Schönes, Liebe zu geben. Jeder, den Ich in der Welt kenne, kann etliche stille Liebe heranziehen, und Ich kenne ihn. Wir können diese Liebe Trost nennen. Gebt einem Anderen Trost, Geliebte. Das ist das wenigste, was ihr in Dankbarkeit Mir gegenüber tun könnt. Es ist in Meinem Herzen und in Meiner Verwahrung, und es ist Mein Verlangen, dass ihr Trost gebt, nicht gegenüber einem, nicht gegenüber zweien, sondern gegenüber allen.
Jeder hatte ein Herzeleid, oder zwei. Jeder steht in der Genesung von etwas. Vielleicht ist es eine Wunde von vor langer Zeit. Vielleicht etwas Kürzliches. Jedes Herz, einerlei wie kühn es sich herzeigt, hat einen Anspruch auf das deine.
Trost ist nicht Sympathie geben. Es ist ein schlichtes Verstehen, dass die Reise im Leben eines jeden, auf lange Sicht gesehen, schmerzempfindlich ist, und dass infolgedessen jeder mehr Zärtlichkeit gebrauchen kann. Nennt es Milde. Nennt es Versöhnung. Nennt es Liebe.
Das Herz eines jeden ist hungrig und durstig. Das Herz eines jeden sehnt sich nach Anerkenntnis seiner Rolle im Leben. Jeder Herzschlag flüstert, dass er immer einen Aufschwung gebrauchen kann. Zu einem Aufschwung vonseiten deines Herzens wird eingeladen. Jedes Herz ist glücklich zu wissen, dass es von anderen Herzen umgeben ist, insbesondere von dem deinen. Jeder möchte, dass dein Herz Guten Tag sagt. Dein Herz hat für etwas zu schlagen. Es hat seine Trommel für mehr als für seinen eigenen Unterhalt zu schlagen.
Kein Herz ist dafür bestimmt, sich bei sich selbst zu behalten. Kein Herz ist dafür bestimmt zu leiden. Sofern es leiden muss, ist es nicht dafür bestimmt, Abgetrenntheit zu erleiden. Halte dein Herz bereit, dass es das Herz eines Anderen heilt.
Stehe nicht in fortgeschrittener Publizität. Die Aufmerksamkeit liegt nicht auf deinem Herzen und darauf, wie groß es ist. Die Aufmerksamkeit liegt auf jedem anderen Herzen. Wenn jemand 3000 km von dir entfernt in physischer Hinsicht von dir eine schlichte Wohltat nötig hat, dann, ein schlichter Gedanke von dir, dass du Liebe sendest, und deine als Herzens-Post gesandte Liebe wird empfangen werden. Das ist etwas Gegebenes. Jeder Strahl der Liebe, den du sendest, wird empfangen. Sende eine Unzahl davon.
Wenn du die Vorstellung hast, du habest einen Feind, wieso, sende ihm oder ihr deine Liebe ebenfalls. Schau was passiert. Schau was bei deinem eigenen Herzen passiert. Dort, wo es straff gewesen ist, wird es sich in Ungezwungenheit auflösen. Deine eigenen Krallen der Verwundungen werden davonfliegen, zwangsgeräumt kraft deiner eigenen Liebe, die aus deinem Herzen zu dem Herzen eines Anderen gesandt wurde.
Wie bedeutsam doch ein Herz ist! Wie machtvoll! Liebe ist Liebe, und die Liebe in deinem Herzen ist ebenso machtvoll wie die Meine. Deine Liebe geht über die Luftverkehrswege ebenso nach draußen, wie es die Meine tut. Und überhaupt, Wessen Herz ist es? Letzten Endes, Wessen Eines Herz habt ihr, aus dem heraus ihr eure Botschaften der Liebe senden könnt? Und aus Wessen Einem Herzen empfängt euer Herz alle die Segnungen und den Trost, wie es das tut? Woher, habt ihr gedacht, kommt Liebe?
Stellt euch eine Schar Gänse vor. Das sind sicherlich viele einzelne Gänse. Und dennoch haben wir es mit einer Schar von Gänsen zu tun. Vielleicht meint ihr, es ist abwegig, dass Ich das Einssein Meines Herzens der Liebe mit einer Schar von Gänsen vergleiche.
Vergleicht Mein Herz mit allem. Vergleicht es mit einer Schachtel Schokolade. Einen einzelnen Trüffel sehen ist wundervoll. Eine ganze geöffnete Schachtel mit saftigen Trüffeln, die euch herbeiwinken, ist machtvoller. Bereits dieser Gedanke lässt bei euch das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Ein Gänseblümchen ist etwas Schönes, sobald ihr indes ein ganzes Feld von Gänseblümchen seht, gerät euer Herz derart in Entzücken, dass ihr in dem schlichten Feld der Gänseblümchen aus lauter Freude zu tanzen anhebt.
Stellt euch die Freude der Welt vor, wie sie erfüllt ist mit Herzen, die sich ungezügelt untereinander teilen. Stellt euch all jene Herzen vor, die euren miteingeschlossen, und stellt euch das Einssein Meiner, was sie sind, vor. Stellt euch sodann das Tanzen vor!
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SPRICH EINE NEUE SPRACHE
Es gibt in der Welt allerhand Entschuldigungen dafür, nicht glücklich zu sein, und gleichwohl existiert für euch die Alternative, glücklich zu sein. Sofern du dich nicht glücklich fühlst, oder nicht zufrieden oder nicht nützlich oder wie auch immer du die Essenz, sich in Ordnung und mit dem Leben gut zu fühlen, nennen möchtest, fühlst – du hast die Wahl getroffen, was du fühlst.
Gleich, wie du dich jetzt soeben fühlst, du hast es gewählt. Du kannst alle möglichen Dinge fühlen, und dasjenige, was du jetzt fühlst, ist dasjenige, was du wählst. Jeder hat die gleiche Liste der Möglichkeiten. Stelle das gute Gefühl über dich selbst und das Leben an die Spitze deiner Liste. Vergiss die alphabetische Anordnung. Stelle alle unerwünschten Gefühle in Kleindruck ans Ende deiner Liste. Besser noch, streiche sie alle durch.
Du bist nicht auf die Gnade dessen angewiesen, was die Welt dir aushändigt. Du bist auf die Gnade deiner eigenen Gedanken angewiesen. Der Diktator, unter dem du lebst, ist dein eigenes Denken. Lege deine Gedanken höher. Sofern du höher springen möchtest, legst du das Seil höher. Setze höhere Standards des Denkens für dich selbst. Auf diese Weise wirst du die Begrenzungen des nicht zufrieden stellenden Denkens tilgen.
Sofern du dich selbst tatsächlich liebtest, würdest du dir dann von einem Tablett mit unerwünschtem Essen servieren? Ich meine, du würdest dich mit Köstlichkeiten bedienen. Du würdest von Anfang an nicht einmal an geschmackloses Essen denken. Du hättest es nicht zurückzuweisen. Und dein Geist ist größer als dein Magen.
Geliebte, was ihr euch selbst serviert, das serviert ihr Anderen. Ich weiß, ihr würdet euren Gästen nicht das servieren, was ihr selbst nicht mögt, dennoch, sofern es sich auf die Gedanken beläuft, macht ihr unter Umständen ebendas. Ihr habt euren Freunden vielleicht auf die eine oder andere Art Leiden angeboten.
Vielleicht habt ihr Emotionen angeboten, die niemand möchte. Vielleicht habt ihr Entmutigung und Unzufriedenheit angeboten. Ihr habt niedergeschlagene Gedanken angeboten, während ihr zu euch selbst sagtet, das müsse so sein. Wer sagte euch, dass ihr das tun müsst?
Vielleicht habt ihr euch unglücklich fühlen und darüber reden als ehrlich sein bezeichnet. Wollt ihr, ganz ehrlich, euch abgewiesen fühlen? Wollt ihr ganz ehrlich Unglücklichsein verbreiten? Ihr werdet wohl sagen, ihr könnt nur das sein, wer ihr seid. Ich sage, dass Wer ihr seid nicht das ist, wovon ihr gesprochen haben mögt. Wenn ihr das fühlt, was ihr lieber nicht fühlen möchtet, seid ihr nicht Wer ihr seid.
Ihr seid hier auf der Erde um zu wachsen. Ihr seid nicht hier um gleich zu bleiben. Mit Sicherheit seid ihr nicht hier, um das zu proklamieren und zu verteidigen, was ihr nicht proklamieren wollt, was niemand tut. Gedanken, die euch hinab ziehen, sind Unkräuter. Auf Unkräuter habt ihr nicht stolz zu sein. Ebenso wenig geht es darum, über sie zu schimpfen. Trennt den Weizen vom Spreu. Was habt ihr gedacht, Geliebte?
Vielleicht habt ihr an schäbigem Denken festgehalten, ohne zu bemerken, dass ihr das nicht müsst. Ihr habt etwas dagegen, einen Schrank auszuräumen, in dem nur Gerümpel ist? Vielleicht braucht es eine Weile, bis ihr dazu kommt, jedoch wisst ihr, Gerümpel beseitigen ist etwas Gutes. Wenn es allerdings auf einen Schrank des Geistes, der mit Ramsch gerammelt voll ist, hinausläuft, haltet ihr daran fest, wie es ist, so, als wäre das etwas Kostbares.
Was ist so kostbar an niedrig angesetzten Gedanken, dass du an ihnen festhalten, dass du sie wie eine Flagge hinaushängen möchtest? Ist ausbuhen wirklich besser als zujubeln? Was bringt dich dazu, so zu denken?
Wenn du in ein anderes Land ziehst, lernst du eine neue Sprache.
Ich mache dir den Vorschlag, dass du in ein neues Land der voll aufgeblühten Positivität ziehst. Möchtest du die Sprache lernen?
Sofern du noch nicht in ein neues Land gezogen bist, kannst du nach wie vor die Sprache lernen. Sage dir nicht, du kannst das nicht, ohne dass du es für falsch ansiehst, es zu tun.
Ich bitte euch dringend, von nicht hilfreichen Gedanken, die wie eine Plage sind, abzulassen. Geliebte, kommt zu einem höheren Ort. Sprecht Meine Sprache.
2996
UNTER DEM SCHIRM VON STÄRKE
Möchtest du akzeptieren, dass du ein starkes Menschenwesen bist, und eines, was gedeiht? Im Grunde genommen stützen dein Herz und dein Leben ein ganzes Universum. Und du stützt Mich. Das ist insgesamt wechselseitig.
Ich liebe deinen Rückhalt. Und für dich ist es exzellent, dich rund um die Wahrheit zusammen zu scharen. Für dich ist es ausgezeichnet, auf der Seite der Stärke zu sein. Dass du überhaupt existierst, meint natürlich, du bist stark. Schaue alle die Atome an, aus denen du bestehst. Ohnedies, wenn Ich dich gemacht habe, und das habe Ich getan, ist auch alle Meine Stärke inwendig in dir. Du bist stark. Ich hatte ein Bild von dir, und Ich brachte es dazu, dass es Wirklichkeit wird. Ich denke, du tust gut daran, ein neues Bild von dir selbst innezuhaben.
Vielleicht hast du lange die Vorstellung beibehalten, dass du nicht stark oder nicht stark genug bist. Irgendwie hast du fehlgeleiteterweise an der Idee festgehalten, dass du vielleicht schwach bist, vielleicht so eine Art Gesindel. Keines dieser Bilder ist wahr. Es ist erstaunlich, dass du so etwas überhaupt denken konntest, und gleichwohl habe Ich bemerkt, dass Meine Kinder einen oft gehaltenen Glauben an ihre eigene Fehlbarkeit akzeptiert haben. Irgendwo gelangten etliche Meiner Kinder, und vielleicht auch du, zu der Vorstellung, dass ihr am Ende einer langen Linie steht, womöglich gar vergessen worden seid.
Vielleicht meint ihr über euch, ihr seid jemand, der nicht ausgesucht wurde, der nie gewählt wurde, der es nicht wert ist, gewählt zu werden.
Vielleicht hast du dich als lahm angesehen, indessen deine Beine stark sind und alle Baumstümpfe, die im Leben daherkommen, zu überspringen vermögen. Angst ist die Essenz aller Stummel. Angst und Unglaube. Hier rede Ich von mehr als Zweifel. Zweifel kannst du auf die Seite legen. Du musst Zweifel auf die Seite legen. Nimm jetzt alle deine Zweifel her, und beseitige sie aus deinem Geist. Sofern du sie nicht beseitigen kannst, dann beachte sie nicht mehr. Hefte den Zweifel an das Ende der Linie. Lasse den Zweifel einen Fremden sein.
Es wäre großartig, wenn du so an dich selbst glaubtest, wie Ich an dich glaube. Bis dorthin indes glaube an Mich. Glaube an Meine Präsenz. Glaube an Meine Assistenz. Glaube Mir, wenn Ich an dich glaube. Natürlich geht Meine Unterstützung für dich weit über den Glauben hinaus. Ich weiß, was Ich weiß. Ich habe nicht an etwas zu glauben, denn Ich weiß. Ich weiß. Ich weiß alles. Und Ich halte dich an einer guten Stelle.
Deiner, deiner bin Ich sicher. Ich habe vor langer Zeit einen Wert für dich angesetzt, und Ich bin dabei beständig. Nun bitte Ich dich, einen Wert für dich anzusetzen. Veranlage dich hoch. Nimm Mein Wort dafür. Du bist ein hochwertiger Aktivposten auf der Erde. Warte nicht auf die Welt, dass sie dich dessen versichert. Ich habe dir das beteuert. Beteure es dir nunmehr selbst.
Welche andere Zusage brauchst du? Also, ausschließlich deine eigene. Du hast es nötig, dich deiner von neuem zu versichern. Du musst, absolut, du musst unter den Schirm der Stärke. Du hast an den Triumph der Herzen zu glauben. Du hast an den Triumph deines eigenen Herzens zu glauben.
Dein Herz ist kein Nachzügler, und du bist kein schwaches Glied. Du bist ein starkes, unzerbrechliches, unendliches Glied. Du bist ein solider Unterstützer des Universums. Du bist der Welt eine Verstrebung. Du verstärkst sie. Das ist deine natürliche Verantwortlichkeit. Als du geboren wurdest, wurdest du dazu geboren.
Du bist auf der Erde um mehr, als um zu überleben, selbst um mehr, als zu gedeihen. Du bist auf der Erde, um die Verbundenheit Erde/Himmel stark zu machen. Du bist hier, um die Stärke und die Leitung der Erde zu heben. Du bist hier, um der Welt Mut zu machen. Du bist nicht hier, um von ihr abhängig zu sein, sondern um sie zu leiten. Die Welt ist abhängig von dir. Ein Führer führt. Er glaubt nicht an papperlapapp. Er glaubt an sich selbst. Und selbst dann, wenn er unfähig ist, an sich selbst zu glauben, kann er den Bedarf für Stärke erkennen, und er stellt sie bereit.
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GEHE NICHT INS FEUER
Hin und wieder siehst du nach einer großen Meinungsverschiedenheit, nachdem sich der Staub ein wenig gelegt hat, dass die Sache gar nicht so bedeutend war, wie du es dachtest. Vielleicht schaust du sogar zurück und siehst, dass sie gar nicht wichtig war. Es ging eigentlich allein um dein Ego, was aufschäumte. Du hast was auch immer, eine Bemerkung, eine Handlung, persönlich genommen. Du hast es aufrührerisch genommen.
Denke mal, was persönlich nehmen bedeutet. Es bedeutet, du nimmst die Worte oder Handlungen so, als wären sie auf dich gerichtet.
Vielleicht ist es nicht freundlich gewesen, was zur Sprache kam oder getan wurde, und dennoch – gleich, wie oft du es bereits gehört hast, die Sache nicht persönlich zu nehmen – ein weiteres Mal nimmst du es persönlich. Du kauftest dich in den Kummer oder die Wut oder die Frage eines Anderen ein, und machtest sie zu der deinen. Selbst dann, wenn sie eigentlich nicht versuchen, sich gegenüber dir durchzusetzen, hast du dich in ihr Bedürfnis, dich einzuholen, eingekauft, und du hast dich verbrannt.
Natürlich hast du dich selbst verbrannt, das verstehst du. Du musstest nicht in das Feuer hinein gehen.
Es war das persönliche Feuer eines anderen Menschen, und du hast dich entschlossen, es auszumachen. Klar, wahrscheinlicher ist, du hast die Flammen angefacht.
Viele Zeit später, vielleicht so lange nicht, bis die Person, die dich angegriffen hat, seinen oder ihren Körper verlässt, schmilzt dein Ärger dahin. Irgendwie wird alles weggewaschen, und du fragst dich, weswegen du den Ärger hattest oder gedacht hast, du müsstest ihn haben. Jetzt kannst du sehen, dass es eine Menge Aufregung war, die nicht sein musste. Es ging um einen Mangel von Akzeptanz, auf deren Seite und auf deiner. Vielleicht waren es deine Eltern, die dich aufgebracht haben. Sie haben dich nicht so gesehen, wie du gerne gesehen werden wolltest, und das war für dich abstoßend. Jedoch, Geliebte, ihr hättet der Liebe eurer Eltern mehr Beachtung schenken können, als dem, dass sie sie gelegentlich unterschreiten. Worum es auch immer geht, mittels all dessen siehst du das nun anders. Was immer du zu der Zeit empfunden hast, jetzt hast du andere Empfindungen. Du weißt es nun besser.
Warte jedoch nicht auf den Tod oder die Krankheit oder auf etwas Ernsthaftes der einen oder anderen Art, bevor du die Dinge anders ansiehst. Mit Sicherheit ist der wirkliche Missetäter meistens, vielleicht sogar immer, nicht dasjenige, was jemand sagt oder tat. Der wirkliche Missetäter bist du selbst. Wieso warst du so eifrig, dir den Angriff zuzuziehen? Wieso warst du so bereit, aus der Haut zu fahren? Sieh das jetzt ein, du warst bereit und hast darauf gewartet, etwas übel zu nehmen. Du warst armiert, um dein sensibles Ego zu verteidigen. Du warst kampfeslustig. Wusstest du nicht, das es besser ist, das Ego los zu lassen und es nicht immerzu von neuem zu beschützen oder zu verteidigen? Das meint dein Ego. Lasse das deine los, und infolge wirst du auf dasjenige eines Anderen genauso wenig in Erwiderung treten.
Geliebte, ein aktives Ego wird immerzu das Bessere von euch bekommen, solange wie ihr es um euch herum bestehen lasst.
Vielleicht habt ihr euch aufgeregt, weil es den Anschein gab, dass jemand nicht gut über euch gedacht hat. Habt ihr gedacht, sie hätten bessere Empfindungen über euch, wenn ihr dreist würdet und wenn euer Ärger aufoderte? Wann hast du jemand mit Erfolg berichtigt? Am wahrscheinlichsten ist, alles was du tatst, war, du hast ein Streichholz unter ihnen angezündet, genauso, wie du das Gefühl hattest, dass sie eines unter euch angezündet haben.
Falls du wirklich ein für alle Mal ärgerliche scharfe Erwiderungen loswerden möchtest, wieso tust du es dann nicht? Warum brauchen das Ego und der Ärger nur mit ihren Fingern zu dir zu schnippen, und du gehst auf sie ein und rennst zu ihnen hin? Du bist nicht größer, als sie es bisher sind, wieso also bei ihnen sich dafür begeistern? Sobald du größer als das Ego und der Ärger bist, wirst du ihretwegen nicht anhalten. Du wirst unterm Kragen nicht heiß werden.
Wenn dich eine Mücke beißt, bringt dich das nicht zum Toben. Du rennst deswegen nicht zu einem Therapeuten. Du bist in der Lage, mit den Mücken spielend fertig zu werden und ihre Bisse nicht persönlich zu nehmen. Die Bemerkungen anderer Menschen sind Mückenbisse, Geliebte. Mückenbisse gelten nicht euch. Ihr seid einfach zufällig da. Ihr könnt euch fortbewegen und nicht in eine Mückenpartie hineingeraten.
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DU SELBST SEIN
Ich habe gesagt, dass du dein eigener Täter bist. Du bist die Quelle aller Klagen, die du hast. Das ist nichts Neues, hast du es allerdings bereits bestätigt?
Hier nun Etliches, was ihr tun könnt, um zu vermeiden, dass ihr euch gegenüber dem Unbehagen eines Anderen und gegenüber eurem Anlauf, die Billigung eines Anderen zu erlangen, öffnet. Es beginnt bei euch, Geliebte.
Habt nicht mehr länger das Empfinden, euch erklären zu brauchen. Erklärt nicht mehr. Warum habt ihr es nötig, erklärt zu werden? Euch selbst erklären ist rechtfertigen oder gar entschuldigen, und allzu oft erklärt ihr euch im Voraus. Es ist, als würdet ihr um Erlaubnis fragen, derjenige zu sein, der ihr seid. Dafür braucht ihr keine Erlaubnis. Ihr selbst sein ist eine Direktive von Mir.
Vielleicht braucht ihr eine Erlaubnis, um auf dem Besitz eines Anderen spazieren zu gehen, das stimmt. Aber du bist nicht der Besitz eines Anderen. Du gehörst dir selbst und du gehörst Mir zu.
Es gibt wirklich keinen Bedarf, jene Entscheidung, die du triffst, zu erklären. Deine Entscheidungen sind dir zu Eigen. Falls du dich entscheidest, nach Timbuktu zu ziehen, wer hat deine Entscheidung zu billigen? Ist es nötig, dass über deine Entscheidung abgestimmt wird? Wer entscheidet, ob du irgendwohin gehst oder nicht?
Und falls du nicht nach Timbuktu ziehen möchtest, liegt diese Entscheidung genauso dir an, sie zu treffen.
Komme weg von der Vorstellung, dass du Menschen Erklärungen schuldest. Besprich das eine oder andere mit deiner Ehefrau und deinem Ehemann, wenn deine Entscheidung Auswirkungen auf sie hat. Sprich mit deiner Mutter oder deinem Vater darüber, wenn du das möchtest, wisse jedoch in deinem Herzen, dass du frei bist, deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Du bist derjenige, der die Fahrkarte löst. Du bist derjenige, der dorthin reist. Du bist derjenige, der die Erfahrung sammelt.
Fort mit dem Gefühl, dass du etwas rechtfertigen oder beweisen musst! Es gibt nichts zu beweisen. Du bist eine erwachsene Person, die Entscheidungen zu treffen hat, und du triffst sie. Das sind deine Entscheidungen. Triff für Andere keine Entscheidungen, und lade Andere nicht dazu ein, die deinen zu treffen. Ist das nicht guter allgemeiner Menschenverstand?
Während du fester eingepflanzt in dein eigenes Selbstsein heranwächst, werden Andere dich mit höherem Zutrauen betrachten. Sie werden sich nicht nach Erklärungen von dir umsehen. Sie werden erkennen, dass du der Souverän über dein eigenes Leben bist. Es wird ihnen nicht unterkommen, dich darum zu bitten, dich zu rechtfertigen. Sie werden sehen, du bist dein eigenes freies Seinswesen.
Dabei gibt es einen zusätzlichen Bonus. Du wirst auch all jene stärken, bei denen du früher das Gefühl hattest, du müsstest ihnen Erklärungen darbieten. Ihre Schultern werden sich aufrichten. Auch sie werden mehr Zutrauen in sich selbst haben. Zutrauen verbreitet sich wie ein Lauffeuer.
Es ist das Zutrauen, was die Kenntnis unterstreicht, dass du dich nicht selbst zu erklären brauchst. Das Zutrauen, was du gewöhnlich den Meinungen Anderer beigeordnet hast, kannst du nun deinem eigenen Zutrauen beiordnen. Was für eine Ersparnis an Zeit und Energie!
Zutrauen kommt von dem Vertrautsein mit deinem Wert. So einfach ist das. Kenne deinen eigenen Wert, und du wirst Zutrauen haben.
Geliebte, Ich habe euch euren Wert gesagt, habt nun also Zutrauen in Mich, und darin, was Ich euch gesagt habe. Werdet zu einem echten Sprössling eures Vaters!
Denkt daran, mit welchem Gang ihr ausgestattet sein werdet, sobald ihr Zutrauen habt! Denkt an die Energie und an das Licht, die ihr verstrahlen werdet! Denkt daran, wie übersprudelnd glücklich ihr sein werdet. Denkt daran, wie froh Ich sein werde. Ich werde sagen: „Hier gehen Meine Söhne und Meine Töchter voller Zutrauen in ihr eigenes Seien. So sei die Pracht!“
Ihr werdet nicht stolzieren. Ihr werdet kein größeres Bedürfnis haben, euch hervorzutun, als euch zu erklären. Prahlen und erklären sind zwei Seiten derselben Medaille. Ihr seid weit über beide hinaus.
2999
NIMM DEINE GUNST WIEDER ZU DIR
Also, bestimmt bist du eine Mischung aus Göttlichem und Menschlichem. Manchmal hat es für Mich den Anschein, dass du dich zur selben Zeit anklagst und verteidigst. Du bist der Staatsanwalt und der Verteidiger. Glaube es oder glaube es nicht, du bist mehr göttlich als menschlich. Oh, ja, dein Hauptaugenmerk liegt auf dem Menschlichen, und es hat nicht immer den Anschein, dass du von einem Ort der Göttlichkeit herkommst. Weil du nicht immer von der Göttlichkeit herkommst, bedeutet nicht, dass du sie nicht bist.
Dein Menschsein reicht über eine weite Spanne. Dein Göttlichsein tut das.
Ein großer Künstler, der ausgezeichnete Arbeiten schafft, fertigt bei Gelegenheit auch ein Gemälde an, was nicht so recht herauskommt. Er muss dieses Gemälde nicht an seine Wand hängen, um sich selbst an den Tag zu erinnern, als es weniger war, als es hätte sein können. Beläuft sich seine unbedachtsame oder müde Bewegung des Pinsels auf eine fatale Schwäche? Hat der Künstler fortan ein niedrigeres Bild von sich selbst herumzutragen und sich selbst zu vergeben, oder macht er schlicht weiter und malt ein neues Gemälde?
Nicht anders steht es mit deinen Handlungen, Gedanken und Worten. Falls du es nicht besser gewusst hast, dann weißt du es jetzt besser, und das reicht. Kein selbst züchtigen mehr. Keine Ansprache mehr an dich selbst, du seist schlecht und nicht richtig und nicht genug gewesen. Du bist gut genug. Es muss so sein, was du bist, weil Ich dich gemacht habe, und weil du Mein Kind bist, was Ich aus Mir Selbst geschaffen habe.
Schau, falls du von deiner Quelle der Liebe abgekommen bist, so komme schlicht zu ihr zurück. Lasse die Vergangenheit alleine. Gestern war gestern, und heute ist heute. Ich liebe dich unwiderruflich. Ich sehe dein helles Licht und nicht all die anderen Dinge, die du dir selbst gegenüber immer und immer wieder wie eine Litanei der Irrtümer wiederholst.
Du warst einmal ein Kind und hast gedacht wie ein Kind. Vielleicht warst du einmal ein ungezogenes Kind und dachtest wie ein ungezogenes Kind. Du bist nicht mit weniger als Gottes Kind markiert. Vielleicht gab es da einen Augenblick des Fehlverhaltens, und dieser Augenblick ist vorbei, jetzt, heute, in diesem Moment kannst du aufs neue das sein, wofür du bestimmt bist, es zu sein. Löse dich selbst von der Hörigkeit.
Vielleicht hast du dir früher einmal einen Zeh gebrochen. Er ist geheilt. Was immer du an Bruch von deinem Göttlichen Selbst gehabt haben magst, du kannst es heilen lassen. Anklagen gegen dich selbst brauchst du nicht. Du hast dir nicht Salz in deine Wunde zu streuen.
Selbst dann, wenn du glaubst, du habest dein ganzes Leben als ein Verworfener verbracht, kannst du heute anders sein und gute Dienste leisten. Du kannst Mir und der Welt auf jene Weise dienen, wie du es gerne getan hättest. Du warst dir selbst gegenüber der Neinsager, und jetzt hast du nichts anderes zu tun, als dir selbst gegenüber Ja zu sagen, und dein Ja als Flagge vor dir herzutragen.
Du wirst durch deine Gedanken geleitet. Falls deine Gedanken dich dunkle Alleen entlang geführt haben, so tausche sie aus und betrete eine Terrasse oder eine breite Avenue, wo es schön ist zu laufen. Sofern jemand das Leben auf der Erde bereichern kann, wieso infolge nicht du? Um Himmels Namen, wieso nicht du?
Das ist der Punkt, den Ich immer und immer wieder anbringe. Die Vergangenheit liegt hinter dir, und du hast sie dort zu belassen. Du kannst dich selbst nicht aus den Lorbeeren der Vergangenheit ernähren, genauso wenig kannst du dich selbst in Geringschätzung der Vergangenheit aufrechterhalten. Geht von der Vergangenheit weg. Das ist eure Taufe, Geliebte. Geht weiter. Schaut nicht immer zurück.
Falls ihr einmal gefucht habt, könnt ihr jetzt segnen. Erteilt euch die Erlaubnis. Falls ihr ein Mal oder ein Dutzend Mal in eurem Geist von der Gunst abgefallen seid, erteilt euch selbst die Erlaubnis, euch eure Gunst wieder zurückzugeben. Es ist Meine Gunst, die Ich euch gebe, und Ich möchte, dass ihr sie habt. Es ist an euch, sie zu bewahren, also behaltet sie. Ich bitte euch darum. Möchtet ihr so freundlich sein, diese kleine Sache zu tun, um die Ich euch bitte?
3000
AM STRAND SPAZIEREN GEHEN
Stelle dir vor, du gehst am Strand spazieren, und der Sand drückt sich durch deine Zehen. Zur Rechten ist der blaue Ozean. Zur Linken Menschen und Würstchenbuden, und auf der Linken weiter hinten Eigentumswohnungen, und eine ganze Welt da draußen, die sich bis zu einem weiteren Ozean und darüber hinaus erstreckt. Die Welt ist ausladend. Weiter noch sind die Himmel oben drüber.
Wohin führst du dein Auge? Worauf liegt dein Augenmerk?
Du kannst alles gernhaben. Gut, es kann sein, die Sonne wird dir zu heiß auf deinem Rücken, doch da ist ja gleich nebenan der Ozean, in dem du dich abkühlen kannst.
Vielleicht verletzt ein Teil einer Seemuschel für einen Augenblick deinen Fuß, und gleichwohl bist du privilegiert, an dem Strand entlang zu gehen.
Vielleicht ist alles voller Lärm von den Menschen, die am Strand liegen oder aus dem Wasser heraus oder ins Wasser hinein rennen. Es gibt immer ein oder zwei Unbehaglichkeiten. Was aber, Geliebte, was wäre, falls der Strand, auf dem ihr euch befindet, vollkommen wäre, selbst mit seinem Lärm und mit seinen Unbehaglichkeiten? Was wäre, wenn es für den Strand in Ordnung so wäre, dass es so laut ist?
Möchtest du wirklich den Strand leise haben? Möchtest du ihn denn wirklich ganz für dich selbst haben? Dann wärest du auf einer einsamen Insel, und dann würdest du den Lärm und die Menschen wertschätzen.
Du kannst den Strand genießen oder nicht genießen, wie du es möchtest. Jemand, der keinen Zugang zum Meer hat, würde dich selbst um fünf Minuten am Strand beneiden.
Und gleichwohl kann der Mensch im Inland sich an dem erfreuen, wo er ist.
Jedweder Aspekt der Welt, die Ich euch gegeben habe, hat seine Attraktionen und Ablenkungen, und ihr könnt die Lage des Landes, wo ihr zurzeit eben verweilt, mögen. Ihr könnt weiterhin im Inland wohnen, oder ihr könnt ans Meer ziehen.
Es mag viele Gründe geben, weswegen ihr das könnt oder nicht könnt, und unbesehen dessen könnt ihr dennoch bleiben oder umziehen. Vielleicht ist es schlichtweg für euch mit zu viel Aufregung verbunden umzuziehen, und eigentlich nicht aufgrund der allerhand Gründe, die ihr vorbringt.
Dasselbe kann man über alles sagen. Ihr wollt ein Geschäft aufmachen. Ihr entscheidet euch dazu, oder ihr entscheidet euch nicht dazu, oder ihr verschiebt das ganze. Ihr seid der Entscheider. Vielleicht stellte sich heraus, für euch ist es zu viel Trouble, ein Geschäft zu eröffnen. Ihr müsst nicht auf die Gründe hören, die euch davon abbringen. Ihr könnt Einwände gegen sie vorbringen. Ihr könnt sie umstoßen.
Wer würde viel zustande bringen, sofern er alle Schwierigkeiten aufzählte, die es dabei gibt? Es ist besser, auf dasjenige zu schauen, was du möchtest und weswegen du es möchtest. Es ist besser, auf das abzuzielen, was du gerne tun möchtest, und nicht auf alle Hemmnisse dabei.
Wer hätte die Glühbirne erfunden, wenn er auf all die Anläufe ausgerichtet gewesen wäre, die er dabei zu machen hat? Wer wollte irgendwas tun, wenn er daran denkt, was es ihn an Zeit und Schwierigkeiten kostet? Wie viele Menschen würden von einem Haus zu einem anderen ziehen, sofern sie bloß an das Packen und Wieder-Auseinanderpacken und an die Energie, die der Umzug nach sich zieht, dächten? Sie wären müde, bevor sie anfangen.
Wer gar würde das Leben am Strand genießen, wenn er alle Schwierigkeiten in Betracht zöge. Das Wasser ist kalt. Die Sonne ist zu heiß. Die Kleider werden sandig. Es kostet Geld, usw.
Geliebte, Ich sage nicht, ihr müsst vom einen Haus in ein anderes oder an die Küste ziehen, genauso wenig spreche Ich davon, ihr müsst dort bleiben, wo ihr seid. Ich sage, ihr solltet nicht immer eure Entscheidungen auf der Grundlage von Leichtfallen treffen. Das soll nicht sagen, dass ihr das nie dürft. Ihr seid frei darin, dass euch eine jede Angelegenheit zum Halten bringt, und ihr seid frei darin, dass euch nichts zum Halten bringt. Selbst dann, wenn sich etwas nicht so herausstellt, wie ihr es gewollt habt, werdet ihr dann nach wie vor froh sein, dass ihr ihm einen guten Anlauf verschafft habt?
3001
EINE FAMILIE, EINE WELT
Wessen Herz könntest du jetzt im Augenblick emporheben? Lasse Mich die Frage anders stellen. Wessen Herz könntest du jetzt im Augenblick nicht emporheben? Wessen Herz kann kein Emporheben gebrauchen? Wer hatte in seinem Leben keine Schwierigkeiten? Wer wurde nicht verletzt? Wer trägt immer noch etliche Narben? Der Bedarf nach Erhebung ist groß.
Was wäre, wenn du tatsächlich glaubst, dass jeder dein Bruder oder deine Schwester, deine Mutter oder dein Vater, dein Sohn oder deine Tochter ist?
Was für Veränderungen würde solch eine Sicht in dir erbringen? Und was wäre, falls jeder, den du auch nur mit einem Pünktchen Liebe anrührst, dieses Pünktchen einem Anderen weiter gäbe, wie lange würde es dauern, bis jeder die Berührung deiner Liebe spüren würde? Wie lange würde es dauern, bis jeder einen jeden segnen würde?
Wohin würden dann die gemeinen Emotionen gehen? Es gäbe keinen Platz mehr für Ärger, Habgier, Egoismus, Unsicherheit, Angst, und so weiter. Jeder würde die Unterstützung durch liebende Arme spüren. Denke es dir, jeder wäre dir Bruder, Schwester, Mutter, Vater und Kind. Wer wäre nicht deine Familie? Dann hätten Wir wahrlich die Familie der Menschen auf Erden.
Sobald jeder jedem hilft, wer würde dann Hilfe benötigen? Wo wäre Raum für Leiden? Wer könnte auf einen anderen schießen? Wem würde nicht über die Straße geholfen? Wer hätte Hunger, wann es für alle Essen gibt?
Keiner würde sich in die Opferrolle begeben, oh, keinesfalls. Sobald alle willkommen sind und sich ausweiten, würde sich opfern nicht existieren. Die Freude würde dessen Platz einnehmen.
Male dir eine Welt, wo die Liebe im Überfluss ist. Male dir eine Welt gefüllt mit Größe. In dieser Welt der Liebe wäre jede einzelne Seele Christus oder Buddha, oder Mohammed oder Moses. Jeder wäre erleuchtet.
Du würdest Erleuchtung nicht einfach für dich selbst haben wollen. Du würdest sie für jeden haben wollen. Anders steht es dir nicht im Sinn. Du würdest wollen, dass sich jeder mit dir zusammen empor hebt. Kein einziger würde an Wettbewerb denken. Es gäbe Liebe für alle und keinen Bedarf für Trost für jemand. In der Tat, es wäre Eine Nation, Eine Familie, Eine Welt.
Ich kann an kein besseres Bild denken als daran, wo alle mit einbezogen sind. Es gäbe kein Ausschließen, keine Verbannung, kein Gefängnis, keine Strafe, kein Verbrechen, keine Untaten. Alles in der Welt wäre richtig. Jeder hat ein Kissen, um den Kopf darauf zu legen.
Alle Kinder wären Kinder von allen. Niemand wäre mutterlos oder vaterlos. Das Wort Waise wäre unbekannt. Es gäbe ebenfalls keine Pflegeeltern, weil jedes Kind zu allen gehören würde. Genauso wenig gäbe es Adoptionen, weil ein Bedarf zu adoptieren nicht existiert, sobald jedes Kind gleich zu Anfang das deine ist.
Es gäbe keine Diebe, denn wer sollte auch nur daran denken, etwas von seinem Nachbar oder von sich selbst zu stehlen? Alle wären Nachbarn, und in der Vollheit des Lichtes würdet ihr in der Tat euren Nachbarn wie euch selbst lieben. Ihr würdet über allem erkennen, dass euer Nachbar ihr selbst ist.
Ihr würdet Mich in jedem sehen, was meint, ihr werdet euch selbst in jedem sehen. Wörter wie Du und Ich würden nicht mehr existieren. Wörter wie Du und Ich wären lächerlich. Keiner würde wissen, was die Bedeutung solcher Wörter wohl ist. Von dem Konzept hätte man nicht gehört.
Alle wären Wir. Wir würden derart erhaben oder wundervoll werden, dass Wir unvermeidlich wieder Ich werden, und Wir würden alle wissen, dass es definitiv, definitiv einzig Einen gibt, und wie wundervoll dieser Eine wäre.
Koste von dieser Welt, über die Ich dich jetzt gebeten habe, dir Bilder zu machen, denn dieses Bild wird sich selbst direkt vor deinen Augen manifestieren.
3002
DU BIST ZUR RECHTEN ZEIT
Horche Mir zu, wenn Ich sage, dass alles zur rechten Zeit ist. Falls du Mir bis heute noch keinen Glauben geschenkt hast, bist du rechtzeitig. Und falls du beim Dienst an Mir herumgetrödelt hast, nimmt das von deinem Dienst an Mir nichts weg. Klar ist, Mir dienen ist Allen dienen. Du dienst genau zur rechten Zeit.
Bibliothekare sagen vielleicht, du bist zu spät dran oder überfällig, Ich aber sage, es gibt kein früher und es gibt kein später. Es gibt kein überfällig sein. Was kann Ich anderes meinen, als dass alles, wann immer es ist, rechtzeitig ist? Gleich was es ist, es passiert jetzt zurecht. Die Vergangenheit, ob kurz oder lang, verschwindet. Jeder macht einen Neubeginn. Jeder startet ebenbürtig. Es gibt kein Aufholen, und es gibt in Wirklichkeit kein Zurückbleiben.
Wann kann eine Notlage in der Welt sein. Gleichwohl, wann immer ihr, Geliebte, eine Handlung einnehmt, ist es der Augenblick, in dem ihr das tut, und dieser Augenblick ist jetzt.
Was ihr damals getan habt oder nicht getan habt, zählt nicht, weil es kein damals oder wann gibt.
Alles was ihr zur Welt hin tragt, tragt ihr jetzt. Ihr tragt es und ihr liefert es aus. Es gibt keinen anderen Scheitelpunkt der Zeitlosigkeit, an dem das zu tun ist.
Das Jetzt ist nicht eine Zeit, das versteht ihr. Es ist ein Punkt der Energie. Es ist ein Punkt der Liebe. Es ist ein Fleck der Ewigkeit. Es gibt kein Rennen, auf das einzugehen ist. Es gibt kein Versäumen von ihm. Was ihr vollendet, Geliebte, ist ihr selbst. Das ist alles, was es euch gilt zu tun – ihr selbst sein. Zu jedem einzelnen Zeitpunkt vermögt ihr nicht ein Anderer zu sein, und gleichwohl könnt ihr zum Tisch des Lebens das herbeibringen, was ihr zuvor noch nie hierhin gebracht habt. Ihr könnt euch selbst dienen, wie ihr es noch nie zuvor getan habt. Falls ihr egoistisch wart, habt ihr euch selbst mit nichts aufgewartet. Alles, was ihr fortgegeben habt, habt ihr behalten. Ihr habt euch selbst im Herzen eines Anderen eingelagert, und demnach seid ihr dort, wo immer jener sich auch aufhält. Ihr könnt nicht verschollen gehen. Ihr habt Brot vor den Gewässern ausgeworfen. Sobald ihr euch selbst auswerft, seid ihr gefunden. Wenn ihr euch zurückzieht, seid ihr hungrig.
Könnt ihr euch einen reservierten Gott vorstellen? Könnt ihr euch Mein Denken an Mich Selbst und ausschließlich an Mich Selbst vorstellen? Selbstverständlich, wenn Ich an euch denke, und Ich denke die ganze Zeit an euch, denke Ich an Mich Selbst. Lasst uns dem ins Auge sehen. Es gibt nichts, woran zu denken ist, außer an Eines, und es gibt überhaupt keine Zeit, in der an Eines zu denken wäre.
Ihr begebt euch auf eine Expedition, und ihr marschiert an einer Stelle.
Es gibt keinen Ort, an dem ihr noch nicht gewesen seid, und dennoch entdeckt ihr ihn trotzdem. Ihr befindet euch an den Grenzen von euch selbst, von eurem Selbst. Und doch kennt ihr bereits jede Kurve und jedes Licht. Ihr bringt heraus, was ihr bereits wisst, und was ihr nie gewusst habt. Ihr seid weit über ein Gedächtnis hinaus weise.
Ihr seid das ausladende Territorium vor euch. Ihr existiert in einem Labyrinth von Spiegeln, und ihr seht euch überall. Manchmal erkennt ihr euch selbst nicht, und gleichwohl schaut ihr mit Sicherheit euch selbst an. Ihr gelangt in den Blick und aus dem Blick. Ihr reimt euch ein mathematisches Problem zusammen, was gar keines ist. Ihr löst nichts und wisst alles.
Nichts hat gelöst zu werden. Wenn ihr meint, es gibt Probleme, die zu lösen sind, dann tanzt stattdessen auf dem Gipfel der Probleme. Prellt auf ihnen hoch und nieder. Lasst sie sein und kommt zurück, und danach, obschon es kein danach gibt, wird das Problem nicht mehr da sein. Es wird sich selbst gelöst haben. Anstatt die Stirne zu runzeln, schlagt Rad. Macht einen Handstand. Dreht euch selbst herum und die Welt von oben nach unten, und dann wird sie mit der richtigen Seite nach oben kommen.
Was ist auf den Kopf gestellt, und was nicht? Wie weißt du, dass du, während du aufstehst, dich nicht hinlegst? Wie weißt du, dass du, während du dich hinlegst, nicht aufstehst? Wie weißt du etwas, während du nichts weißt. Und gleichwohl, während du nichts weißt, weißt du alles.
3003
ALL DIE SCHÖNEN WAHLMÖGLICHKEITEN, DIE EIN EINZELNER AUGENBLICK INNEHÄLT
Das ganze Leben, so wie es auf Erden gelebt wird, ist eine Justierung. Da ist ein flackerndes Licht, und deine Augen passen sich dem an. Manchmal bewegt sich etwas anderes, und deine Augen folgen ihm. Kein einziger Augenblick der in Sicht genommenen Ewigkeit bleibt genau der gleiche, und indes bleibt die Stille der Ewigkeit die gleiche.
Manchmal hast du das Empfinden, dass du dich in einem Fass befindest, was die Stromschnellen der Niagarafälle hinuntersaust. Das Leben prallt dich sozusagen auf seinen Knien rauf und runter, und dir wird schwindlig.
Zu anderen Zeiten ist das Leben auf der Erde für dich wie ein Spaziergang im Park.
Dann gibt es da auch noch andere Rührungen im Leben und inwendig in dir. Inwendig in dir, das sind die Schlüsselworte. Alles ist inwendig in dir. Alles. Jede Sache. Ohne Ausnahme. In der Begrifflichkeit der wahrgenommenen Realität des Erdenlebens erscheint es gewiss desgleichen außerhalb von dir.
In einem bestimmten Sinne, triffst du die Wahl, in einen Film zu gehen. Es gibt zahlreiche Wahlmöglichkeiten an Filmen, gleichwohl, du hast deine Wahl getroffen für diesen bestimmten Film. Klar, du kannst aufstehen. Du kannst deinen Sitz wechseln, oder du kannst ganz aufstehen und insgesamt in ein anderes Kino gehen und dich dort hinsetzen.
Oder du siehst fern. Du bist auf dem einen Kanal und nicht auf einem anderen. Du kannst das einstellen. Und dann, auf dem gleichen Bildschirm, siehst du etwas anderes. Du kannst dich hin und her begeben. Im Leben gehst du ganz bestimmt hin und her. Du kannst hoch und runter gehen. Du kannst nach links und nach rechts gehen.
Das Leben ist manchmal wie ein Paket, was du in deiner Hand hältst. Du kannst es öffnen und die Sachen aus der Schachtel heraus nehmen. Du kannst es von oben nach unten wenden. Du kannst es aus zahlreichen Richtungen betrachten. Du kannst sein Gewicht spüren. Ihr habt zahlreiche Wahlmöglichkeiten, Geliebte.
Im Leben ist es des Öfteren leicht, das Empfinden zu haben, du habest überhaupt keine Wahl. Immer, Geliebte, habt ihr die Wahl, das Leben so anzuschauen, wie ihr es möchtet. Ihr könnt das gleiche Paket in zahlreichen Weisen anschauen.
Ich meine nicht, dass ihr euch selbst veräppelt. Ich meine, euch selbst kennenlernen, alle die schönen Möglichkeiten, die pur ein einziger Augenblick für euch innehält, kennenlernen.
Ihr haltet einen Diamanten in eurer Hand. Haltet ihn hoch ans Licht, und er wird so ausschauen. Legt ihn auf den Tisch, und er schaut anders aus. Was, Geliebte, ist der wirkliche Diamant?
Sobald ihr im Leben das Gefühl habt, ihr hättet keine Wahl, habt ihr eine Wahl. Ihr habt die Wahl, weiter zu sehen. Ihr habt die Wahl, zu kämpfen, und ihr habt die Wahl, zu akzeptieren, und zahlreiche Optionen dazwischen. Selbst im Angesicht des Todes, so wie ihr ihn seht, liegt es an euch. Ihr könnt ihn als Verheerung, und ihr könnt ihn als eine wunderschöne Reise sehen. Wenn der Tod eures Körpers naht, werdet ihr euch tatsächlich auf diese schöne Reise begeben, und alle Aktivitäten bezüglich des Lebens werden abebben wie kleine Wellen auf einem See.
Menschenwesen haben Wahlmöglichkeiten. Jene sind unbeschränkt. Das Leben ist ein riesiges Warenhaus mit zahlreichen Etagen und vielen Artikeln. Es mag sein, du erinnerst dich nicht mehr, wie du hierhergekommen bist, jedoch befindest du dich irgendwie in diesem riesigen Warenhaus. Du kannst dir alles anschauen. Du kannst dir kaufen, was du dir aussuchst. Und falls du nichts kaufen kannst, kannst du es anschauen und es in deiner Hand hin und her drehen. Und falls du viele Dinge kaufst und du kannst nicht alles auf ein Mal tragen, kannst du deine Einkäufe dort lassen und zurückkommen oder nicht zurückkommen, und was ist der Unterschied dabei, ob du die vielen Sachen bei dir trägst oder ob du sie dort lässt, um sie dann abzuholen oder um sie nicht abzuholen? Du bist durch das Kaufhaus gegangen. In dem Kaufhaus gibt es Abteilungen. Wo, Geliebte, befindet ihr euch jetzt soeben?
3004
EINE WILLIGE ROSE
Eine Rose wächst, ohne ein Sagen darüber zu haben, und dennoch weiß eine Rose, dass sie ihre Bestimmung erfüllt.
Eine Rose in voller Blüte erkennt, wann sie geliebt wird. Sie spürt den Unterschied und verehrt es, geliebt zu werden, und eine Rose liebt immerzu. Sie hat ein Gewahrsein ihres Anhebens von der Hagebutte bis hin zur voll aufgeblühten Rose. Sie kennt die Wörter nicht, aber sie kennt ihre eigene Roseheit, und sie ist froh, diese eine unter einer Million von Rosen zu sein.
Eine Rose ist vielleicht rot, und sie liebt ihre Röte, obschon sie die Namen der Farben nicht kennt, gleichwohl liebt eine Rose sich nach wie vor selbst, so wie sie ist.
Eine Rose ist vielleicht gelb, und sie weiß, sie ist wie die Sonne, selbst dann, wenn sie keine Farben sehen kann. Letztlich, sie hat sich in der Sonne geaalt und ihre Strahlen aufgetrunken. Was für etwas Liebliches ist es doch, eine Rose zu sein!
Selbst eine weiße Rose kennt ihre Eleganz und Erlesenheit. Was für etwas Großartiges und Schönes, eine Rose von irgendeiner Farbe oder Art zu sein!
Rosen bitten nicht darum, mit anderen Farben eingefärbt oder diversifizierte Farben zu werden. Eine Rose ist glücklich, das zu sein, was sie ganz natürlich ist.
Indes hat sie, sofern sie in einem Gewächshaus aufwächst, kein Sagen darüber, wer sie mitnimmt, was man mit ihr tun oder wohin sie kommen wird. Sie hat schlicht eine willige Rose zu sein.
Etliche der Umstände der Rosen sind auch die euren, dennoch habt ihr großes Sagen darüber, was ihr anziehen und wie und wo ihr euch selbst aufführen möchtet. Bis zu einem bestimmten Grad seid ihr auf die Gnade der Umstände angewiesen. Zu einem größeren Grad habt ihr Wahlmöglichkeiten, und zahlreiche Wahlmöglichkeiten, die großartig sind.
Ihr könnt euch selbst Anderen übergeben und deren Leben eine große Freude hinzufügen. Ihr seid große Freude. Ihr könnt sogar die Rose vergessen, die ihr seid. Du, ein Menschenwesen, kannst dich sogar nicht einmal darum scheren, den schönen Duft der Rosen einzuatmen, derart befangen bist du im Verfolg von wer weiß nicht was.
Rosen haben in ihrem Dutzend keinen Führer, du jedoch, mein Geliebter, meine Geliebte, du hast immer diejenigen, nach denen du dich um Führerschaft umsiehst. Du führst vielleicht nicht dein eigenes Leben, oder du lebst dein eigenes Leben in dem Bilde eines Anderen. Ja, es gibt viele guten Bilder, denen nachzugehen ist. Das beste unter ihnen ist das Meine. In jedem Falle, du bist in Meinem Bilde gemacht. Klar, du kannst im Leben so schnell herumflitzen, dass du deine Identität vergisst und dass du dir somit den Rücken kehrst.
Nur um später aufzuwachen, um mit der Hand an die Stirn zu schlagen und zu sagen: „Wo war ich denn? Was habe ich getan? Es sieht danach aus, ich bin herumgerannt. Ich weiß nicht, warum ich herumgerannt bin. Ich weiß nicht, wohin ich gerannt bin. Ich scheine mir den Rücken zugekehrt zu haben. Hier hat es den Anschein, als wäre ich an vorderster Stelle, und dennoch bin ich ein Nachzügler, der nicht einmal eine Ahnung davon hat, wer ich bin. Ach, habe ich einen Gaukler mein Leben leiten lassen? Hat ein Schauspieler mich übernommen? Wurde ich im Ankleidezimmer zurückgelassen, dessen nicht einmal gewahr? Die ganze Zeit über habe ich gedacht, ich führe mein Leben, und indessen bin ich dauernd einfach so nachgezogen, habe überallhin geschaut, nicht richtig Beachtung geschenkt.
Und jetzt halte ich eine Minute lang ein, und frage mich, wer ich wirklich bin und was ich wirklich tue und was mir und denjenigen um mich herum wirklich, eben wirklich bedeutsam ist. Vielleicht werde ich immer noch hinterhergehen, aber jetzt werde ich nicht blind folgen. Und ich werde immer meine Augen offenhalten, um den Einen auszumachen, in Dessen Bilde ich gemacht und dem zu folgen ich bestimmt wurde.“
3005
DAS THEMA, DAS SICH DURCH DEIN LEBEN ZIEHT
Ganz gleich, wie sehr du deine Vergangenheit liebst, du hast aus ihr heraus zu schreiten.
Ganz gleich worum es geht, ihr habt aus der Vergangenheit heraus zu kommen. Ihr könnt euch einfach dort nicht dauernd aufhalten, Geliebte. An der Vergangenheit festhalten ist euch selbst Beschränkungen auferlegen. An der Vergangenheit festhalten, war sie nun glücklich oder unglücklich, macht euch traurig. Nun allerdings, es ist nichts Falsches daran, traurig zu sein, jedoch ist Festhalten an der Vergangenheit eine Nachgiebigkeit. Das bringt euch nirgendwohin. Das immobilisiert euch.
Das Leben auf der Erde ist Wandel, und in jedem Augenblick wandelt sich das Leben, und wandelt ihr euch. Einmal wart ihr ein Knirps, und jetzt tragt ihr einen Knirps. Es gibt keinen einzigen Moment im Leben, der in der Zeit stehenbleibt. Mache in dieser Minute ein Foto, und in der nächsten Minute hat sich die Sonne bewegt.
Die Beschaffenheit deines Lebens in der Welt verwandelt sich immerfort, und du wächst unentwegt.
Komme mit dem Fakt klar, dass das relative Leben nicht gleichbleibt. Es gibt kein einziges Element des Lebens, das festgeklebt ist, welches bleiben kann. Lasse die Vergangenheit einen schönen Vogel sein, der fortgeflogen ist. Ob du ihn nun fortfliegen lässt oder nicht, ob du ihn nun magst oder nicht, Tatsache ist, der Vogel der Vergangenheit ist fortgeflogen.
Ihr könnt die Vergangenheit nicht ändern. Ihr könnt sie nicht bewahren. Die Vergangenheit, ganz entgegen eurer Kenntnis, ist für euch irrelevant. Ihr wart in Tennessee, und selbst dann, wenn ihr nach wie vor in Tennessee lebt, seid ihr und Tennessee nicht gleichgeblieben, nicht mehr so wie ihr einmal wart. Ihr seid nicht der gleiche, wie ihr gestern wart. Du, der du ewig bist, befindest dich in einem beschleunigenden Auto auf der Erde. Wrumm!!! Du bist abgefahren! Was ist die Vergangenheit jetzt, außer eine Zusammensetzung von Gedanken, die du hast? Selbst deine Gedanken über die Vergangenheit ändern sich. Vielleicht versuchst du, deine Gedanken gleich zu halten, jedoch werden nicht einmal deine Gedanken über die Vergangenheit an derselben Stelle bleiben.
Sich festhalten an der Vergangenheit ist nutzlos. Die Vergangenheit ist vorüber. Du hast keine andere Wahl, als sie los zu lassen. Sie ist auf ihre Reise gegangen, und du musst auf die deine gehen.
Solltest du der Entscheider darüber sein, wie das Leben auf der Erde sein werde, so würdest auch du für die Impermanenz der Vergangenheit optieren. Du würdest erkennen, dass die Vergangenheit los gelassen zu werden hat. In dieser Sache gäbe es kein Zurückrecken deines Halses.
Die Vergangenheit ist eine Teetasse, aus der du einmal getrunken hast. Du weißt nicht mehr wirklich, wo sie ist.
Die Vergangenheit ist ein Kleid, was du getragen hast. Es mag sein, es handelte sich um ein schönes Kleid, dennoch kannst du es jetzt nicht tragen. Selbst dann, wenn es dir passt, es ist nicht das gleiche, und du bist nicht die gleiche.
Die Vergangenheit gehört nicht dir. Auch dann, wenn du sie bewahren könntest, ist es nicht an dir, sie zu behalten. Sie ist dir nicht verpflichtet, genauso wenig wie du ihr.
Wenn du dich an etwas festhalten musst, dann halte dich an Mir fest, denn Ich BIN, wie Ich immer war und sein werde. Ich bin jetzt bei dir. Ich bin das Thema, was sich durch dein Leben zieht. Du kannst Mich bei dir behalten. Ja, tatsächlich beharre ich darauf, bei dir zu sein.
Du kannst dich nicht auf die Vergangenheit verlassen. Sie ist außerhalb deiner Zugriffsweite. Und Ich befinde mich genau in dieser Reichweite. Genau jetzt BIN Ich.
3006
DAS DREHEN DES UNIVERSUMS
Ich rufe zu den Waffen, sprich, zu den Waffen der Liebe. Alles liegt innerhalb deines Zugriffs, demnach könntest du es genauso gut umarmen. Nimm den Erdball der Welt in den Arm, und dann drehe ihn schnell herum. Du und die Welt tanzen ohnehin wie eine Spindel. Es gibt keinen Augenblick, wann ihr euch nicht dreht, und es gibt keinen Augenblick, wann ihr euch nicht in absoluter Stille befindet.
Der Gedanke, dass ihr tanzt wie eine Spindel, mag schwindelerregend sein, das Drehen selbst indes ist beruhigend.
In den Vergnügungsparks gibt es Fahrten, die euch herumdrehen. Sie sind nichts im Vergleich zu dem natürlichen Herumdrehen des Universums und von dir. Die Wirbelnden Derwische sind dem auf der Spur.
Das Physische, so wie ihr es kennt, versucht, mit der Schwungkraft des Universums Schritt zu halten. Das Physische, so wie ihr es kennt, möchte mit allem sonstigen mithalten können. Natürlich, ein jedes Atom dreht sich aufs Schnellste, demnach hält euer Körper in einer gewissen Weise mit dem Universum Schritt.
Geliebte, ihr seid nicht all die beschränkte Persönlichkeit, die ihr eures Erachtens seid.
Ihr dreht das Universum schnell herum, und ihr werdet durch das Universum schnell herum gedreht, und ihr seid zudem ein Spinner von Erzählungen. Ihr erschafft ein Drama. Ihr lebt in eurer Erzählung. Ihr seid ihr angeheftet. Und dennoch existiert eine zentrifugale Kraft, die euch von jeder Story eures Lebens oder von der Story der Welt wegdreht.
Was immer die scheinbare Handlung, was immer die aufstachelnden Ereignisse sind, Ich bin eure Erzählung. Unabhängig von allen Versionen des Lebens in der Welt, Ich bin die Erzählung, die sich entfaltet. Unbekümmert aller Intrige gegenüber – es gibt keine Handlung. Es gibt keine Aktion. Es gibt keine Verfehlung. Es gibt kein Vermasseln. Es gibt am Leben kein Mysterium. Es gibt keine Wellen auf der See.
Die Wahrheit ist, es gibt einen Ozean, und er ist ohne Gezeiten.
Das Panorama, in dem ihr lebt, ist ein Panorama. Stille weist auf variierten Wegen auf sich selbst hin, selbst während sie still ist.
Das Leben, das du führst, die Welt, dies alles ist frei erfunden. Es scheint real, jedoch ist es die Fantasie, die sich selbst ausagiert.
Du bist nicht einmal die Person, die du denkst zu sein, und die du kennst. Du bist um so Vieles mehr. Du bist nicht groß oder klein. Du bist nicht verwirrt. Du bist nicht an der Erde festgesteckt, an der Erde, die, schließlich und endlich, nicht einmal existiert, ausgenommen als ein Bühnenstück. Du bist ein Ausübender in einem gigantischen Spiel. Dieses Spiel ist von großer dramatischer Bewandtnis, allerdings ist es bloß ein Spiel. Es geht über die Bretter. Es ist nicht real.
Oh, ja, es erscheint real, manchmal schier zu real. Was flüchtig ist, Geliebte, ist nicht real. Eine Schicht Farbe ist nicht real. Das Haus, in dem du lebst, ist nicht real. Hergestellt aus Schrauben und Muttern, ist es nach wie vor nicht real.
Der Geist [’spirit‘ – ThB] ist real. Die Seele ist real. Das Herz ist ein Verbindungspunkt. Was dein Herz fühlt oder nicht fühlt, reflektiert die Wahrheit. Sobald du Liebe fühlst, ist dein Herz sodann real. Sobald dein Herz ungestüm ist, trägt es Illusion mit sich. Alles Mindere als Liebe ist Illusion. Kannst du nun mit Mir übereinstimmen sein, dass die Welt Illusion ist, und dass das einzige, was in ihr zählt, Liebe ist?
Kannst du dich von den alten Ungeschliffenheiten des Lebens abwenden, von all der Illusion der Umstände und des Zufälligen, auf die ihr euch geeinigt habt, von all dem Aufstand, dem Zweifel, von all den Fraktionen – alldas ein Spiel innerhalb eines Spiels? Die reale Erzählungslosigkeit wird erzählt, und nur wenige sind am Hören. Sobald du allerdings nur einen flüchtigen Eindruck davon zu hören bekommst, wirst du es wieder erkennen. Du wirst nicht so recht in der Lage sein, deine Arme um es herum zu legen, und dennoch wirst du es erkennen. Du wirst es in der Weise erkennen, wie du Mich erkennst, und dann wirst du frei sein. Du wirst in der sogenannten Welt leben, und dennoch wirst du nicht von ihr sein. Du wirst größer sein als das, größer als die Welt, wie sie durch die Augen ihrer selbst gesehen wird. Du wirst anfangen, durch Meine Augen zu sehen. Oh, das ist etwas, worauf man sich freuen kann, durch Meine Augen sehen, und Meine Sicht leben! Oh, ja wahrlich, großes Glück kommt auf dich zu.
3007
EUER HERZ IST EURE VERBUNDENHEIT
Jeder Mensch auf der Erde hat seine eigene Agenda. Er hat seine eigene Art, die Welt anzusehen. In der Tat, jeder Mensch lebt in seiner eigenen Welt, und dennoch ist nach wie vor jeder Mensch jeder. Du bist jeder und jeder ist du. Jeder teilt mit dir den gleichen Fleck.
Solltest du zeitlich abgestimmt dich auf eine Reise begeben, oder sollte ein Anderer zeitlich abgestimmt zu dir hin reisen, so wärt ihr nach wie vor zwei Menschenwesen, und ihr würdet einander wieder erkennen. Selbst dann, wenn ihr nicht die gleiche Sprache sprecht, würdet ihr miteinander kommunizieren, das eine Herz mit dem anderen. Manchmal verkehrt ihr besser ohne Worte.
Ihr wärt damit vertraut, dass die altmodischen Kleider und dass die neuen Kleider beiläufig sind. Durch welche Zeit auch immer die Reise geht, es gäbe das Menschenwesen, und es gäbe das menschliche Herz. Das ist alles, was für Kommunikation vonnöten ist.
Durch Äonen ist das menschliche Herz echt geblieben. Im Mann oder in der Frau, das menschliche Herz ist, wie es immer war. Da ist die Individualität eines jeden Wesens, und da ist gleichwohl auch die Universalität des Einsseins.
In der Welt gibt es Menschen, mit denen du leichter zurechtkommst als mit anderen, wiewohl, in jedem menschlichen Herzen gibt es nichts, was sich nicht mit jedem anderen menschlichen Herzen in Verbindung zu setzen vermag. Das Herz ist eure Verbundenheit.
Zwei Menschen können ganz verschieden denken, und jeder kann denken, er habe recht, und der Andere liege falsch, und dennoch gibt es keine zwei Individuen, die nicht auch gemeinsam Harmonie erschaffen können. Erinnere dich daran, Ja zu sagen.
Falls dich jemand um etwas angeht, sage Ja. Sage rascher Ja, als du Nein sagst.
Sei durch mit dem Widerstand dagegen, dem Anderen dienstbar zu sein. Das bedeutet überhaupt nicht, dass du dich für zuletzt aufbewahrst. Genau jetzt, dort, wo du bist, und eben genau in der Zusammensetzung deines eigenen Lebens, sobald es möglich ist, gib einem Anderen einen Dienst. Sei der Geistesverfassung, den Dienst zu erweisen, und gib, wann du kannst. Gib den Menschen, was sie möchten, und nicht notwendigerweise das, wovon du meinst, es sei besser. Du hast vielleicht eine Vorliebe für Äpfel, und jemand bittet dich um eine Orange. Gib ihm eine Orange. Gib jemandem, was er möchte. Spare dein Herz nicht für einen Regentag auf.
Hast du deine eigene Orange wegzugeben? Nein, natürlich nicht. Du hast unter allen Umständen keinen deiner Äpfel oder Orangen wegzugeben, und dennoch hast du die Möglichkeit, der Form von dir selber, die vor dir mit ausgestreckter Hand dasteht, zu geben.
Worauf sich euer Zweck im Leben beläuft, Geliebte, ist, jemandem geben, was er möchte. Du magst denken, Äpfel seien besser als Orangen, und dennoch, falls jemand deine Orange ins Auge fasst und falls du sagen kannst, er möchte sie gerne, dann gib ihm die Orange. Gib die Äpfel denjenigen, die Äpfel mögen. Wenn es ein Bedürfnis gibt, was zu erfüllen ist, muss es nicht dein Bedürfnis sein, was zu erfüllen ist. Vielleicht hast du das Bedürfnis, Äpfel wegzugeben, jedoch derjenige, der vor dir steht, möchte eine Orange. Wirst du sie ihm versagen? Wieso wolltest du das tun mögen?
So viel wie im Bereich deiner Möglichkeiten steht, gib den Menschen, worum sie dich bitten. Bessere nicht ihre Geschmäcker. Diene ihnen.
Dienen, was eine Form der Liebe ist, ist der größte Dienst, den du in der Welt verrichten kannst. Denke daran: den Menschen das zu geben, was sie möchten, und nicht das, was du meinst, es sei besser für sie. Und sofern du kannst, gib ihnen das, was sie direkt hier und jetzt möchten, und veranlasse sie nicht dazu, dich noch einmal später zu fragen. Gib alles, was du geben kannst, sodass dein Herz wie eine schöne Blume offen heraus brechen kann, deren Zweck es ist, sich mit aller Kraft zu öffnen, sich selbst mit Anderen zu teilen und Freude auszureichen.
3008
DER WISSER INWENDIG IN EUCH
Entsinnt euch oft, wofür ihr hier auf der Erde seid. Ihr müsst von jetzt an wissen, dass ihr nicht für euren Körper hier seid. Ihr seid nicht der Besitztümer wegen hier. Ihr seid nicht hier, um euch in den Haaren zu liegen. Ihr seid nicht hier, um miteinander zu konkurrieren. Ihr seid nicht hier, um in Diskussionen die Oberhand zu behalten. Ihr seid nicht mehr hier, um in Tests eine Eins zu bekommen, als ihr hier seid, um bei ihnen durchzurasseln. Ihr seid nicht hier, um das beste Verhalten oder das schlimmste Verhalten auszuweisen.
Ihr seid schlicht zu eurer Freude und zur Freude Anderer hier, das ist eine andere Ausdrucksweise für: Ihr seid für Mich hier. Ich befinde Mich oben auf eurer Liste. Tatsächlich gibt es keine Liste. Ich bin die Gesamte Story.
Die Freude ist zuoberst, indes ist sie kein Verfolg. Sie ist ein Resultat, Geliebte. Ihr seid hier für Mich. Ihr seid hier auf der Erde an Meiner Stelle. Das bedeutet, ihr seid hier, um die Liebe annehmen zu lernen, die von Mir ausströmt, und um zu lernen, wie sie nach überallhin auszugeben ist. Schlicht und einfach.
Ihr habt etwa immer wieder gedacht, ihr seid hier, um euch selbst zu schützen und um Flächenbrände zu vermeiden. Etwas vermeiden ist nicht das gleiche wie Harmonie erschaffen. Ihr möchtet echte Harmonie, nicht bloß einen Anschein davon. Was immer an Versperrungen in eurem Herzen existieren mag, sie haben die Biege zu machen. Liebe ist nicht glücklich damit, einfach auf der Oberfläche zu schweben. Liebe möchte dein Herz voll und ganz erfüllen. Liebe möchte eine Spur von dir über das Universum hinweg markieren.
Manchmal hast du das Empfinden, du seist angekommen, und dann, ach!, empfindest du dich manchmal von der Liebe weit entfernt, und gleichwohl bin Ich so kühn, um dir direkt ins Gesicht zu sagen, dass du alle Liebe innehast, die Ich besitze. Weil Meine Liebe, die inwendig in dir positioniert ist, nicht zu jedem Zeitpunkt zugänglich ist, bedeutet nicht, dass du sie nicht hast.
Die Sache im Leben, die es für dich schwer macht, heißt, dass die Grundregeln sich scheinbar dauernd wandeln. Echte Harmonie scheint im einen Augenblick zu existieren, und im nächsten Augenblick auf und davon, und du weißt nicht wie oder wohin. In der Begrifflichkeit der relativen Welt lebst du auf einem glitschigen Grund. Dein Haus ist unsolide gebaut.
Und dennoch, unter alledem liegt ein herrliches schönes Fundament. Dieses Fundament wird nie erschüttert. Es bleibt wahrhaft. Es bleibt wahrhaft inwendig in euch. Selbst mitten in einem Erdbeben kann das Fundament nicht erschüttert werden. Dasjenige, was man Gott nennt, ist euer Fundament, und Ich bin inwendig in euch hinein gepflanzt worden. Ihr seid der Beförderer des Himmels und all dessen, was der Himmel in sich birgt.
Dein Körper kann erbeben, der Gott in dir freilich ist unerschütterlich. Egal was du fühlst, nichts kann die Wahrheit von dir erschüttern. Nichts kann sie verletzen. Nichts kann sie vertreiben. Gleich, was du – das du, was du dir vorstellst, du seist es – etwa durchmachst, nebst ist der Gott in dir undurchdringlich. Infolge bist du undurchdringlich. Nichts in der äußeren Welt kann einen Eindruck in dir hinterlassen. Dein Körper kann verletzt werden, deine Gefühle können verletzt werden, du kannst Verlust erleben, und dein Körper kann sterben, jedoch kannst du nie und nimmer bezwungen werden. Du bist ewig. Du bist nicht hier, und morgen fort. Der Körper, ja. Du, nein.
Du bist nie und nimmer ohne Mich. Du bist nie und nimmer selbst für einen Augenblick von Mir fort. Was du vielleicht denkst, und das, was die Realität ist, können zwei verschiedene Dinge sein, denn deine Gedanken sind wetterwendisch, und die Realität ist standhaft. Geliebte, ihr seid Mein Selbst auf der Erde. Ihr seid Ich und nichts als Ich. Selbstverständlich, ihr seid ein Wunderwerk an Verkleidung. Ihr haltet jeden zum Narren. Ihr haltet euch selbst zum Narren. Und dennoch ist da der Wisser inwendig in euch, Der nie zum Narren gehalten wird.
3009
ALLE SEGNUNGEN DES UNIVERSUMS
Ihr habt Bestrebungen aus einem bestimmten Grund heraus. Ihr seid dafür bestimmt, Träume zu haben, und ihr seid dafür bestimmt, dass sie Wirklichkeit werden. Es ist nicht vorgesehen, dass es eine Überraschung darstellt, falls eure Träume Wirklichkeit werden. Die Welt wurde für euch so eingerichtet, dass ihr alle Segnungen des Universums in Empfang nehmt. Ihr sollt eure Verlangen erfüllt bekommen. Wonach seid ihr bestrebt, was nicht euer sein sollte, Geliebte? Ihr seid dafür bestimmt, Gesundheit, Wohlstand und Glück zu haben. Ihr seid dafür bestimmt, alle Schätze des Universums zu haben. Was wäre das Leben denn, falls es nicht möglich wäre, dass ihr euer Herz randvoll füllen könntet? Irgendwo tief innen wisst ihr, ihr seid dafür bestimmt, rundum gute Nachrichten in Empfang zu nehmen.
Geliebte, Ich bringe eure Namen auf allen Schachteln der Begehren eures Herzens an.
Es ist genug von allem für jeden da.
Wenn ihr mit eurer Hand in die Schachtel der Begehren des Herzens hinein fasst, und ihr zieht einen Diamanten heraus, wieso seid ihr dann überrascht?
Ich stellte keine Wohltaten hin, so wie es jene automatisierten Apparate mit Greifern tun, bei denen ihr in einen Schlitz Geld einzuwerfen habt. Der mechanische Greifer langt um das Spielzeug, was du möchtest, herum, und dennoch lässt er es fallen, und du bekommst es nicht, demnach bist du enttäuscht.
Niemals möchte Ich, dass du enttäuscht bist. Ich stellte um es so zu sagen keine Sachen zu Gunsten des Hauses hin. Ich möchte davon ausgehen, du könntest sagen, dass Ich alles in Meiner Gunst aufstellte. In diesem Falle ist es in Meiner Gunst, dass alle deine dem Leben förderlichen Bestrebungen erfüllt werden, und, erfüllt werden ohne Kampf. Selbstverständlich bin Ich bestrebt, dass deine Träume bei dir anlangen, ja, sogar zu dir hin eilen.
Nun, für deine Bestreben arbeiten ist nicht das gleiche wie Kampf. Es muss so sein, dass Arbeit zu Kampf wird, nur dann, wenn du fast sicher bist, dass dasjenige, was du erstrebst, nicht zu dir kommen wird. Wisse nunmehr mit dem ganzen Rückhalt des Universums, dass alle deine Bestrebungen dafür bestimmt sind, zu dir in vollem Maße, und sogar noch mehr als das, zu kommen.
Geliebte, ihr seid für Glück bestimmt. Indessen, selbst wenn alle eure Bestrebungen noch nicht erfüllt worden sind, könnt ihr in der Zwischenzeit glücklich sein. Es geziemt euch, glücklich zu sein, denn Glücklichsein zieht Glücklichsein herbei. Stellt euch selbst vor mit allen euren manifestierten Bestreben in eurer Hand. Was vermag sodann eure entschiedene Schwingung nicht zu euch zu bringen? Was wird euch Verdrießlichkeit anderes als Unzufriedenheit einfahren, Geliebte? Schwingt in dem, worauf euer Trachten gerichtet ist. Über die physischen Dinge hinaus, die ihr erstrebt, erstrebt ihr die Vollheit des Herzens. Füllt euer Herz im Voraus auf.
Stellt euch auf, als ob dasjenige, was ihr bestrebt seid, bereits euer sei. Kennt ihr einen besseren Weg? Versessen sein funktioniert nicht. Stehlen funktioniert nicht. Beim Stehlen könnt ihr den Diamanten, den ihr so gerne wollt, in euren Besitz bringen, aber euer Bestreben ist nicht erfüllt. Ihr könnt nicht Erfülltheit stehlen, Geliebte. Der Diamant eures Verlangens hat schlicht eine Widmung an euch zu sein, anderenfalls ist alles, was ihr habt, ein gestohlener Diamant, der euch alle eure eigenen echten Bestreben vom Leib halten wird.
Manchmal ist das Bestreben seine eigene Erfüllung, und das Bestreben und das Träumen sind durchaus ausreichend. Besser, ihr habt Träume und Bestreben, denn auf überhaupt nichts in Vorfreude zu stehen. Um Vieles besser ist es, voller Träume als von Träumen ausgedörrt zu sein.
Geschenke möchten begehrt sein. Denkt daran, wie sich ein Geschenk fühlen würde, wenn nicht Anspruch darauf erhoben würde.
Zieht Träume zu euch zusammen, Geliebte, und dann werft sie wie Sterne in die Luft hoch, und seht, wo sie sich manifestieren. Sie werden sich manifestieren. Sie werden sich irgendwo manifestieren. Seid bereit, sie in Empfang zu nehmen und sie zu teilen. Was sonst gibt es zu tun?
Unterdessen du und Ich die Erfüllung deines Herzens bestreben, wie weit weg oder wie in der Irre kann sich demnach deine Erfüllung befinden?
3010
EIN PALAST DER BEWUSSTHEIT
Jeder Tag, Geliebte, ist ein vielversprechender Tag für euch, und heute ist das im besonderen so.
Die Erde selbst öffnet sich wie eine Blume, wie eine helle, kecke Blume. Jeder wird sprachlos angesichts der Schönheit auf der Erde, wie sie sich in gleißenden Farben enthüllt. Die Erde ist sozusagen aus ihrem Versteck herausgekommen. Bislang hatte sie ihren Arm über ihre Augen gelegt und zog die Wolle ebenfalls über deine Augen.
Die Welt begab sich in das Versteck, und du bist dieser Masche hinterher gegangen.
Du hast vielleicht Einzelheiten gesehen, jedoch nicht das große Bild.
Du hast dich vielleicht in einer winzigen Ecke gesehen, oder du sahst Comicstrips an ZeichentrickCharakteren, und du dachtest, du schautest in einen Spiegel deiner selbst. Falls du in einen Spiegel schauen würdest, falls du wahrhaft sehen könntest, würdest du maßlose Schönheit sehen, die über alles hinausgeht, was du je zuvor gesehen hast, die über alles hinausgeht, was du dir je vorstellen konntest oder wovon du in einem Fantasy-Buch gelesen haben magst.
Die ganze Zeit über war das, was du nicht sehen konntest, direkt da, direkt da draußen verborgen. Du hast es bloß nicht gesehen. Vielleicht hast du nicht gewusst, dass du es sehen konntest. Oder, falls du wusstest, dass du es sehen konntest, hast du es dir kaum getraut, aus Angst davor, das zu sehen, was du zuvor noch nie gesehen hast, würde dich aus der Fassung bringen.
Du kennst doch jene Bilder, in denen du Darstellungen herauszufinden hast? Die Darstellungen sind direkt da – ein Baum, ein Arbeitstisch, ein Fausthandschuh -, und du siehst sie nicht. Nun schaust du und schaust du noch einmal, und eines davon springt auf dich zu, dann ein weiteres, noch ein weiteres, und in einem Fingerschnippen siehst du, was die ganze Zeit über direkt vor dir gewesen war, du konntest es bloß nicht ausmachen. Was hat dich davon abgehalten, den Baum, den Arbeitstisch und einen Fausthandschuh zu sehen? Was hält dich davon ab, die Welt zu sehen, so wie Ich es tue, und wie du dazu in der Lage bist?
Deine Bestimmung wartet deiner.
Nicht mehr lange hin, vielleicht sogar heute, werden all die Güldenheit und Schönheit der Erde und das Gesamte des Universums auf dich zu herausplatzen. Wieso hast du es nicht vorher gesehen? Wie konntest du es nicht bereits zuvor gesehen haben?
Jetzt wird alle Schönheit ausgeschmückt, die Farben werden heller, die Herrlichkeit größer, und du wirst sehen, so wie Ich sehe, und du wirst anfangen zu sehen, dass alles ein schillernder Spiegel von dir selbst ist.
Du wirst die Güldenheit deines Herzens und desgleichen die Güldenheit aller anderen Herzen sehen. Du wirst nicht mehr länger Verunstaltungen sehen. Sie werden im Kontrast zu der Schönheit nicht mehr zu sehen sein. Vorher, da hast du Details gesehen. Jetzt siehst du die Ganzheit. Beides kannst du nicht gleichzeitig sehen. Du kannst nicht gleichzeitig kurzsichtig und weitsichtig sein. Du hast entweder die Makel oder die Ganzheit aufzugeben. Was wählt ihr? Wählt die Ganzheit, Meine Geliebten.
Sobald diese Zeit kommt, werdet ihr im Eigentlichen keine Wahl haben. Sofern jemand einmal in einem Palast gewohnt hat, wer würde dafür optieren, in den Wohnwagen zurückzugehen? Nicht einmal der Gedanke daran würde euch kommen, denn ihr seid in den makellosen goldenen Palast eingetreten und fühlt euch dort sehr wohl, und ihr wisst, dass dies, dass dies zuguterletzt der Ort ist, wohin ihr gehört und wohin ihr stets gehörtet. Natürlich ist dies ein Palast der Bewusstheit, von dem Ich hier rede.
Einstmals hattet ihr ein Wasserloch, um darin zu schwimmen, und jetzt habt ihr den blauen Ozean. Wer möchte da gerne zu dem Wasserloch zurückkehren?
Einstmals wart ihr in dem Ozean der Liebe Gottes untergetaucht, wer möchte da gerne zurückgehen, und sei es auch nur, um ein paar seiner Siebensachen zu holen?
Sobald ihr zu Mir in einem See der Schönheit gehört, welchem Andenken an die Vergangenheit halber würdet ihr zurückgehen wollen, selbst dann, wenn ihr euch erinnern könntet? Wer würde einen Augenblick lang zurückschauen wollen, um sodann in Salz verwandelt zu werden, unterdessen er auf dem erhabenen Platz bei Mir sitzen könnte?
3011
EIN EINFACHER WEG, UM DEN WELTFRIEDEN ZU ERSCHAFFEN
Ihr seid auf reibungsloses Dahinströmen aus. Ist es nicht das, was ihr möchtet? Einfach strömen, keine Hindernisse, kein Widerstand dabei, saumlos durch das Leben zu gleiten? Natürlich, ihr möchtet, dass das Leben eine Brise ist. Es wäre so schön, wenn dort alle und alles Ja zu euch sagen würden: „Ja, sicher, komm, genau hier lang.“ Wenn jeder zu euch Ja sagen würde, hättet ihr ein Gefühl, als würdet ihr durch Wände laufen. Ganz bestimmt wäre es leicht, durch das Leben zu gehen.
Wie wundervoll wäre es, wenn das Leben ein liebevoller Diener wäre, der jedes Bedürfnis von dir voraussieht. Du müsstest nicht einmal darum fragen. Alles am Leben würde zu einem Smoothie für dich zum Trinken hingestellt.
Hättest du es nicht gerne, wenn das Leben wie ein Musical wäre, mit hinreißender Kulisse, mit Musik und Tanz? Hättest du es nicht gerne, wenn sich alle Türen für dich auftäten, wenn alle Wünsche gewährt wären, bevor du sie auch nur aussprichst? Tänzer in Smokings und Ballkleidern wirbelten um dich herum, und du wärst jeden Tag für einen Tag der König oder die Königin.
Jeder würde zu dir singen: „Ich liebe dich“. Und du würdest Küsse zurückblasen.
Es gäbe keine Gesetze, keine Regeln, keine Hindernisse. Es gäbe keine festgesetzten Zeiten. Du würdest immer wenn du möchtest im Park spazieren gehen. Du könntest unter den Sternen schlafen.
So etwas wie Arbeit, wie man Arbeit kannte, würde es nicht geben. Alles wäre Spiel. Ringel-Reihen.
Wie sehnst du dich doch nach einem Leben, was in jedem Augenblick leicht und angenehm ist!
Wer möchte weiterhin bergaufwärts gehen? Wer möchte durch das Leben trotten?
Du möchtest gerne Dinge bauen, aber wer möchte die Nägel hinein schlagen? Wer aber hat etwas dagegen, Nägel hinein zu schlagen, wenn etwas Schönes dabei herauskommt? Wer hat etwas dagegen, eine Million Stiche zu nähen, wenn etwas Warmes und Wolliges dabei entsteht und wenn es einem Kind zukommt? Wer hat etwas dagegen, etwas zu tun, wenn es aus der Fülle des Herzens her kommt, und wenn man, an jeder Kreuzung, auf die Liebe im Universum einen Toast ausbringt?
Wieso könnte das Leben nicht so gehen wie du es möchtest, und das Leben eines jeden anderen gleichzeitig ebenso? Wäre das so schwer? Was würde es dazu brauchen? Es würde Liebenswürdigkeit brauchen. Nun, Liebenswürdigkeit scheint schwer zu erwerben zu sein. Könnte sich Liebenswürdigkeit dennoch nicht durchsetzen? Könnte es nicht einen Erdrutsch an Liebenswürdigkeit geben?
Alles was dafür nötig ist, ist, dass jedermann Ja sagt. Es würde bedeuten, das Wort Nein würde zur Seite gelegt.
Möchtest du den Müll hinunter tragen? Ja.
Möchtest du zu mir rüber ins Haus kommen? Ja.
Möchtest du mich etwas für dich tun lassen? Ja.
Darf ich dir helfen? Ja.
Möchtest du gerne, dass ich dir ein Essen mache? Ja.
Möchtest du gerne heute Abend ausgehen? Ja.
Möchtest du gerne eine Tasse Tee? Ja.
Möchtest du zur Schule gehen? Ja.
Magst du mich? Ja.
Wenn du die Nummer 911 wählst, sagt man dort nicht Nein. Man formuliert keine Einwände. Vielleicht ist alles, worum jemand bittet, ein Notfall. Ein Notfall der Liebe. Liebe wird benötigt.
Was immer die nächste Person, die du siehst, dich fragt, vielleicht kannst du Ja sagen. Was würde der Welt widerfahren, sofern jeder, eine Minute lang, Ja sagte? Es gäbe eine friedliche Revolution. Könnte es etwas anderes als Frieden geben?
Aus einem schlichten Wort heraus würde Weltfrieden entspringen. Ein oder zwei Augenblicke lang hier und da wäre ein Jeder großherzig. Jeder würde denken, wie wunderbar, dass ich zu jedem und zu allem Ja sagen kann.
Von dem Zeitpunkt an würde jeder, der um etwas bittet, zweimal nachdenken, und jeder, der antwortet, würde nichts zu denken haben.
Wenn dieser Tag kommt, wäre jeder, der um etwas bittet, zuvorkommend und besonnen im Hinblick darauf, was er fragt. Niemand würde jemanden bitten, Drogen zu nehmen oder eine Bank auszurauben. Das eine Wort ‚Ja‘ würde jeden und alles herumdrehen. Es gäbe keinen Bedarf für etwas außer für mehr Ja und Ja und Ja.
3012
WELLEN DER EINSAMKEIT
Einsamkeit hat ihre guten Seiten. Sie zeigt ein Sehnen nach größerer Nähe mit der Welt und letztlich mit Mir auf. Sie ist ein Sehnen, untereinander teilzuhaben. Sie ist ein stilles Wissen, dass es mehr für euch gibt, und dass ihr, je mehr ihr sucht, mehr zu euch her ruft.
Gibt es jemanden, der Einsamkeit nicht erlebt hat? Jemand mit vielen Freunden kennt die Einsamkeit genauso, wie jemand mit nur einem Freund, oder mit scheinbar keinem Freund. Jemand, der ganz für sich alleine in einer Höhle lebt, wird sich womöglich nicht einsam fühlen, und ziemlich wahrscheinlich ist es, er denkt nicht einmal an Einsamsein.
In dem Wunsch, Einsamkeit ungeschehen zu machen, sehen sich Meine Kinder nach einer Intimität mit sich selbst um, und das meint mit Mir, denn, bin Ich nicht euer Selbst? Wahres Einssein ist weit ab von Einsamkeit, Geliebte. Im Einssein – wen oder was gibt es da, in Hinsicht darauf man einsam sein kann?
Und dennoch beläuft sich die menschliche Situation darauf, dass Nähe mit Anderen gesucht wird, und dass Freundschaften schließen euch vielleicht näher an euch selbst heran bringen kann. Freundschaften können mit Enttäuschung erfüllt sein, und genauso können dir Freundschaften näher an deine letztliche Nähe mit dir selbst heranführen. Welcher, übers Ganze gesehen, Ich ist.
Euch selbst einen Augenblick lang vergessen, sobald ihr euch besonders einsam fühlt, kann als Signal gesehen werden, was euch ansagt, dass es da draußen weitere einsame Herzen gibt, die sich nach eurem Herzen sehnen, dass es die ihren berührt. Niemand ist in seiner Einsamkeit alleine, dennoch wird Alleinsein empfunden und scheint ein Fakt menschlichen Lebens zu sein.
Sobald die Menschen von ihrem hohen Ross herunterkommen, werden ihre Herzen entblößt. Keine Unterhaltung mehr, kein zum Narren halten von sich selbst und eines Anderen mehr. Die menschliche Gegebenheit ist, dass ihr irre gemacht seid. Ihr steht verletzlich vor der Welt. Und ihr spürt vielleicht, dass ihr der einzige seid, der sich so fühlt, und dennoch fühlt sich ein jeder genauso, obschon sich die Gefühle von Augenblick zu Augenblick wandeln können.
Es kann sein, jemand tut sich mit vielen Freunden zusammen, um die Gefühle der Einsamkeit zu umgehen, und manchmal glückt ihm dies. Es mag sein, Menschen nehmen Drogen, letztlich, um der Einsamkeit zu entgehen. Es ist nicht so, dass Meine Kinder nach Einsamkeit süchtig sind, jedoch hat es manchmal den Anschein, dass viele süchtig sind, sie sich nicht anzusehen. Und Etliche gehen durch die Einsamkeit ganz für sich alleine hindurch, so lange, bis die einsamen Empfindungen weggehen.
Es braucht für ein Menschenwesen erhebliche Redlichkeit und Einfachheit, um zu sagen: „Ich bin einsam. Ich sehne mich nach Begleitung. Ich habe Gesellschaft, und nach wie vor sehne ich mich nach einer Fülle in meinem Herzen, die ich nicht habe. Wenn ich sie denn einmal gehabt habe, war ich nicht dazu in der Lage, sie zu behalten. Ich bin manchmal wegen ich weiß nicht was einsam. Tatsache ist, Einsamkeit quält mich. Einsamkeit überspült mich wie eine Tsunamiwelle.“
Und Etliche rennen von den Wellen der Einsamkeit weg und schauen nicht hin. Andere beklagen ihre Einsamkeit.
Ich verstehe euer Empfinden der Einsamkeit recht gut. Ich möchte euch sagen, was ihr bereits wissen müsst. Niemand, nicht einmal die liebenswertest gesellige Gattin oder der entsprechende Gatte vermag alles Empfinden von Einsamkeit, das im Inneren statthat, zu stillen. Du kannst erkennen, dass deine Einsamkeit eine Basis hat. Sie ist nicht ohne Bezug. Du bist wegen etwas einsam, und es ist das volle Gewahrsein Unseres Einsseins, weswegen du einsam bist. Letztlich befindest du dich danach auf der Suche.
Schließt in der Zwischenzeit Freundschaften und gebt somit der einsamen Welt Trost. Geliebte, die Welt ist einsam nach euch, füllt also die augenscheinliche Leere im Hinblick auf Andere, so gut ihr es könnt. Seid jemandem oder Vielen Freund, die ihr gerne zu eurem Freund haben möchtet. Seid Anderen jener Freund. Gebt eure Freundlichkeit all jenen, die euren Weg kreuzen. Selbst wenn das nur ein Vorbeigehen eines Augenblicks darstellt, gebt sie.
3013
DER TIGER UND DAS LAMM
Es gibt wenigstens zwei Seiten an euch, und ihr wisst nicht immer, auf welcher ihr steht. Die eine Seite können wir Linker, die andere Rechter nennen. Debattieren Rechter und Linker nicht über so allerhand Sachen hin und her? Redest du nicht eine Menge mit dir selbst und siehst du nicht mehr als eine Seite bei den Dingen, über die du gerade nachdenkst?
Meine Kinder können mehr rechte Gehirnhälfte oder mehr linke Gehirnhälfte sein. Die zwei gehen nicht immer aufeinander ein. Der Linke sieht es so, und der Rechte sieht es anders. Wer hat recht und wer nicht? Aus einem bestimmten Blickwinkel haben beide recht oder keiner hat recht, und beide liegen falsch. Zwei Menschen sehen etwas ganz verschieden, und beide mögen Recht haben, und dennoch erzählt keiner von ihnen die gesamte Story. Es gibt noch mehr darüber zu sagen.
Das Leben ist euch nicht immer klar. Wer du bist, ist dir nicht immer klar. Lass es dir klar sein, dass du, einerlei was, Mein göttliches und würdiges Kind bist. Du bist auf der Erde willkommen. Ich machte die Erde und Ich machte dich, und Ich sandte dich hinaus, um die Erde zu bewohnen, die Ich gemacht habe. Für eine Weile seid ihr und die Erde schlicht füreinander gemacht. Die Erde braucht dich, und du brauchst die Erde, und indes seid ihr nicht bloß für die Erde, so, wie ihr das Leben auf der Erde versteht.
Letztlich wurdet ihr in Meinem Bild gemacht, so, dass Ich zahlreiche Refexionen Meiner selbst anblicken, und jede einzelne unter ihnen gernhaben und mich an ihnen erfreuen kann. Wie viele Formen kann Ich einnehmen, unterdessen Ich Eins bin, und alleine Eins bin? Meiner Kreativität ist kein Ende gesetzt. Wie viele Töne gibt es in der Musik? Und schaue dir daraufhin alle die Musik an, die komponiert werden kann. Wie viele Lieder können dabei indes noch gesungen werden? Wie viele Buchstaben im Alphabet gibt es, und schaue dir indes alle die Geschichten an, die man sich damit einander erzählen kann, und alle die Fragen, die man sich stellen kann. Wie viele Geschichten können dabei indes noch erzählt werden? Wieso ist es dann eigentlich so überraschend, dass Ich aus dem Einssein heraus Viele Meiner Selbst machen kann, und dass dennoch die Vielen Einssein bleiben? Ich kann alles, und so auch du.
Meine Kinder haben mehr als eine Neigung, mehr als ein Talent, mehr als eine Gelegenheit, und mehr als ein Ergebnis.
Ihr seid wie ein multi-facettiertes Prisma. Ihr stimmt nicht immer mit euch selbst überein, und dennoch habt ihr womöglich das Gefühl, dass Andere in der Welt mit euch übereinstimmen sollten, oder etwa nicht? Ihr seid sicher, dass sie das sollten. Geliebte, auch jeder Andere ist mehr-gesichtig.
So wie du es demnach mit den zwei Seiten von dir bewerkstelligen mögest, so verstehe, dass alle
Anderen, die du wahrnimmst, ebenso schlicht Seiten von dir sind. Zahlreiche Seiten an dir existieren. Im
Grunde genommen gibt es solche nicht, die euch gegenläufig sind, Geliebte. Sie sind einfach andere Facetten von euch selbst. Wir können sogar sagen, andere Gesichter von euch selbst. Jeder da draußen, diejenigen, die am weitesten im Land oder in der Zeit entfernt sind, und diejenigen, die euch im Land oder in der Zeit am nächsten stehen, jeder einzelne unter ihnen ist du. Du bist sie. Sie sind du. Und die zwei können sich begegnen. Und die zwei können Eins bleiben, was ja die Realität ist. In der Begriffichkeit der Welt, kann zur selben Zeit mehr als eine Sache wahr sein.
Wir reden über Jene da draußen, und dennoch, Meine Geliebten, gibt es kein da draußen. Alles ist innen. Was dir derart ungleich mit dir selbst erscheinen mag, ist ebenfalls du. Du bist der Tiger, und du bist das Lamm. Du bist der Plünderer, und du bist der Heilige. Du bist der Lärmmacher und du bist der Stumme. Du bist derjenige mit einer verblüffenden Sicht, und du bist der Blinde. Du bist der Taube, und du bist derjenige, der hört. In dieser großen Ansammlung von Seinswesen und Dingen bist du alles, und alle sind du, und damit bin Ich.
3014
SO NAHE AN DIR WIE DIE UNENDLICHKEIT
Irgendwo über dem Regenbogen sind Unsere Herzen Eins. Über dem Regenbogen ist dort, wo du soeben bist. Es gibt keinen Ort abseits. Es gibt kein weit weg. Sofern Wir etwas sagen können, meine Ich, Wir können sagen, dass es nur nahe gibt, und dass dort Liebe ist. Das ist direkt in dir. Du bist ein Hafen für die Liebe.
Du kannst Mir nicht näher oder teurer sein. Unterdessen Meine Liebe dich umgibt und in dir ist, wie kannst du Mir näher oder teurer sein? Nichts ist dir so nahe wie die Unendlichkeit, und unendlich ist Meine Liebe. Meine Liebe ist in deinem Herzen positioniert, und Meine Liebe umarmt dich. Wenn Ich sage, dass einzig Liebe ist, meine Ich, einzig Liebe ist. Liebe ist nicht irgendein Firlefanz. Liebe ist, und das ist es. Ohne Liebe gibt es keine Existenz. Du würdest nicht in der Illusion existieren, sofern es keine Liebe gäbe. Liebe ist, was erschafft, und Liebe ist, was erschaffen ist. Ohne Liebe gäbe es keine Schöpfung.
In Wahrheit, Geliebte, ihr wurdet im Frieden der Liebe, nicht im Chaos, erschaffen. Liebe, die still bleibt, ist genauso viel Liebe, wie Liebe, die herausbirst. Und gleichwohl, Liebe kann nicht still bleiben. Liebe ist in Bewegung. Sie ist nie ruhig. Sie findet stets mehr, was auf ihrem Pfad zu lieben ist. Liebe wählt dich. Liebe segnet dich. Du bist Liebe. Mehr gibt es nicht, und weniger kann nicht sein. Du bist Liebe ohne Unterlass, was immer du auch denken magst.
Du fragst, wie das sein kann, währenddessen du mit deinen eigenen Augen Grausamkeit gesehen hast. Du hast recht. Grausamkeit ist nicht Liebe. Dennoch kann ebenso derjenige, der grausam ist, nicht ohne Liebe existieren. Grausamkeit ist eine Abirrung. Sie ist nicht Liebe. Sie hat keine Ähnlichkeit mit der Liebe. Wiewohl, sobald Liebe die Quelle von Allem ist, gibt es sogar in der Grausamkeit Liebe. Da gibt es eine Art von Liebe. Vielleicht Liebe, zu verletzen, verdrehte Liebe, das Feuer jedoch, was auflodert, ist Liebe. Und ihr, egal worum es sich handelt, Geliebte, ihr, die ihr Meine Worte lest und den Schlag Meines Herzens hört, ihr seid Liebe, und ihr seid hier, um die Trommeln der Liebe zu schlagen.
Ihr schlagt die Trommeln nicht für euch selbst, und euer Herz steht nicht für euch selbst. Es ist für die Liebe. Es gilt für dich, Mein gewähltes Kind, Liebe anzukündigen, Liebe bekanntzugeben, Liebe auszugießen, Liebe aufzulesen, die Welt mit Liebe zu überlagern. Sofern die Welt voller Wünsche und Warten war, hat sie auf dich gewartet.
Grenzen, die die Liebe drin und verborgen halten, sind in deinem Herzen aufgestellt worden. In deinem Herzen, überall dort! Rebstöcke von Wunden wuchsen auf diesen errichteten Grenzen. Du hast Zäune aufgestellt, um die Liebe drinnen zu halten. Die Zäune, die Liebe drinnen halten, halten die Liebe auch draußen. Und dennoch, unterdessen Ich diese entschiedenen Worte sage, gibt es keinen Weg, um die Liebe draußen zu halten. Sie kann niedergestoßen werden, erstickt, zerquetscht, jedoch nicht draußen gehalten werden.
Wieso solltest du überhaupt Grenzen haben wollen, sofern du dächtest, Liebe existiert nicht? Was würdest du drinnen oder draußen halten wollen, sofern Liebe nicht existiert?
Geliebte, ihr habt die Nähe und Ferne erfunden, als ein Mittel, um euer Herz zu schützen. Das aber schützt euer Herz nicht, was kein Bewahren nötig hat. Reißt diese Grenzen ab. Alles, was euer Herz nötig hat, ist, seine Liebe los zu lassen. Lasse dein Herz auf eine freie Weide. Lasse es lieben, wo es möchte.
In einem Anlauf, dein Herz zu schützen, beschränkst du es. Du bindest es an Händen und Füßen fest. Löse diese Bänder, und lasse dein Herz gehen. Lasse dein Herz frei sein. Sobald alle Herzen befreit sind, die Liebe zu sein, die sie sind, wer vermag hernach gegen ein anderes Herz zu verstoßen? Geliebte, lasst euer Herz sein.
3015
ENGEL SIND DA
Tief innen in dir ist ein Engel der Liebe. Dieser Engel wankt nie. Er fiegt hoch hinauf, um auf einer Plattform des Glücklichseins zu stehen. Das ist die Plattform, auf der du stehen mögest. Ich bitte dich, von dem gleichen Standpunkt her zu kommen wie dein Engel inwendig in dir. Er ist immer präsent. Einerlei wie verborgen, einerlei wie zum Schweigen gebracht, einerlei wie scheinbar entgegengesetzt es sich ausmacht, inwendig in deinem Herzen gibt es einen Engel mit Flügeln, und die Flügel und das Herz dieses Engels schlagen mit Liebe.
Ich versuche euch nicht zu überzeugen, dass das wahr ist, denn dieser Engel der Liebe wird nicht oft gesehen. Er wird nicht gesehen, weil eure innere Sicht überklebt wurde, Geliebte. Ich verlange nicht, dass ihr diesen Engel seht. Ich bitte euch indessen, dass ihr diesen Engel der Liebe anerkennt, sodass er inwendig in euch tatsächlich gedeihen möchte. Ich verstehe, dass ihr nicht immer diesen Engel sehen könnt, der in allen Herzen schwebt, und dennoch hattet ihr kurze und flüchtige Blicke auf diesen universellen Engel der Liebe, der in eurem Herz wohnt. Es mag sein, es ist lange her, dass ihr eine Idee von der Gegenwart dieses Engels hattet. Jedoch egal wie, Ich bitte euch, die Möglichkeit in Betracht zu nehmen, dass Liebe in eurem Herzen ist und dass Liebe die entschiedene Natur eures Herzens darstellt.
Stellt euch vor, dass das, was Ich sage, stimmt. Stellt euch vor, dass es inwendig in euch genug Liebe gibt, um das gesamte Universum und alle Herzen in ihm zu befeuern. Selbst dann, wenn du dich diesem Ort der Liebe nicht nahe fühlst, stelle dir diesen Engel deines Herzens vor, wie er seine Flügel ausbreitet. Das nächste Mal, wenn du dich gedrungen fühlst, jemandem mit einer scharfen Antwort zu entgegnen oder mit einem Schmollen wegzugehen, lege liebenswürdigerweise eine kleine Pause ein und erlaube es diesem Engel inwendig in dir, zu reden.
Nun, Geliebte, nicht alle Engel sind blumig und süß. Viele sind direkt. Dieser redende Engel von euch ist weder zu gut, um wahr zu sein, noch ist er euch fremd. Dieser Engel schwebt derart hoch empor, dass es für ihn absurd wäre, in Eile oder in Schärfe zu reden. Dieser Engel ist nicht vergesslich, und er ergibt sich nicht. Er sieht, dass jemand auf deine Füße getreten ist, entweder sachte oder ganz offensichtlich, und dieser Engel wird sich einem Thema für dich zuwenden, indes, anders als du, gerät er nie entflammt. Dieser Engel der Liebe in deinem Herzen hat keine Gereiztheit.
Er gerät nie in Aufruhr, weil er weiß, er ist ewig. In diesem Wissen ist dieser Engel inwendig in dir immerfort glücklich, nie unglücklich. Er fiegt derart geschwind in deinem Herzen, dass er oder sie zu Höhen hin tanzt, die zu hoch sind, um irgend eine Kränkung oder Missachtung in Empfang zu nehmen. Er ist jenseits der Spitzen der Pfeile.
Dieser Engel existiert inwendig in dir. Du magst ungeduldig sein, jedoch tanzte dieser Engel inwendig in dir vor langer Zeit von der Ungeduld fort. Ungeduld kann ihn nicht berühren. Angriff ist ihm unbekannt. Falls du bereit bist, eine scharfe Erwiderung abzugeben, so rufe diesen Engel der Freude in deinem Herzen an, und bitte ihn, für dich zu sprechen. Wenn du das Gefühl hast, du habest dich selbst zu verteidigen, so lade diesen Engel dazu ein, die Angst inwendig in dir fortzuscheuchen. Angst inwendig in euch ist kein Engel, Geliebte.
Der Engel der Liebe inwendig in euch ist machtvoller als jegliche Kränkung, die ihr euch je vorgestellt habt. Bitte räumt ein, dass ihr euch bei mehr als einer Gelegenheit gekränkt fühltet, als keine Kränkung vorlag. Der Engel der Liebe arbeitet für euch und trifft in allen Herzen auf sich selbst, mit denen du Verkehr hast. Es gibt Engel außerhalb von euch, und es gibt Engel innerhalb von euch, Geliebte. Es gibt Engel.
3016
SEELENGEWAHRSEIN
In der Welt ist eine Menge über die dunkle Seite der Seele geredet worden. Ihr hättet keine dunkle Nacht, wenn es nicht auch Tag gäbe. Das Gute an der Dunkelheit der Seele ist, dass sie euch erkennen lässt, dass ihr eine Seele habt. Ihr hattet womöglich Angst, sie und jeglichen Kontakt mit ihr verloren zu haben. Ihr vermisst sie. Ihr wisst, was für einen Wert sie hat.
Geliebte, ihr könnt eure Seele nicht verlieren. Ihr könnt sie nicht eintauschen. Ihr könnt sie nicht verlegen. Ihr könnt nicht einmal eurer Seele nicht gewahr sein, sofern ihr ein Gewahrsein von ihr nicht gehabt hättet.
Ihr seid eine Person auf der Erde mit einer Seele. Wir könnten sagen, dass ihr eine Seele seid, die in einem menschlichen Körper haust, jedoch ist das nicht so ganz richtig, weil die Seele von euch, die inwendig in euch haust, keine Begrenzungen hat. Eure Seele kann im Himmel sein, und geht dennoch nicht von dort weg, wo ihr steht. Ich möchte so weit gehen zu sagen, dass ihr eure Seele seid, Geliebte. Eine Seele in einem menschlichen Körper ist nach wie vor eine Seele. Und Seelen sind ewige Seelen. Eure Verbindung zu eurer Seele ist unverletzlich, und gleichwohl könnt ihr diese Verbundenheit manchmal mehr, manchmal weniger und manchmal überhaupt nicht wahrnehmen.
Es fehlt euch definitiv nicht eine Seele. Einerlei, wie weit entfernt ihr euch fühlt, du und Ich sind so miteinander verbunden, dass Wir Eins sind, und deine Seele ist Mir nahe und teuer.
Wir sagen, deine Seele residiert inwendig in dir. Wir sagen, deine Seele residiert in deinem innersten Herzen, und dennoch ist eine Seele, die Eins ist, desgleichen nicht umrandet. Wenn Ich von dir spreche, von dem realen du, dem inneren du, spreche Ich von deiner ewigen Seele. Selbstverständlich gibt es keine Seele, die nicht ewig ist. Ich nehme an, Wir könnten sagen, dass deine Seele für Mich spricht, und gleichwohl benötige Ich niemanden oder nichts, um für Mich zu sprechen, und freilich gibt es nichts, was nicht für Mich spricht. Jeder und alles weist auf Mich, Wir können auf diese Weise auch sagen, dass alles für Mich spricht. Ganz bestimmt spricht das Schilfrohr, was im Wind weht, für Mich. Ganz bestimmt spricht der Himmel für Mich, und alles, was über den Himmel hinausgeht, spricht für Mich. Und ganz bestimmt sprichst du für Mich, und dein Herz widerhallt das Meinige, denn Ich bin inwendig in deinem Herzen.
Was allerdings ist Seele? Sie ist unsichtbar, und dennoch wird sie gesehen. Sie ist still, und dennoch wird sie gehört. Die Seele ist eine wundervollste verblüffende Sache, und gleichwohl hat jeder eine. Du hast eine. Dein Nachbar hat eine. Die Seele ist groß, und sie ist allen gemein.
Du hast eine Seele, und deine Seele geht tief. Du, der du dich selbst für einen Mikrokosmos auf der Erde erachtest, als einen winzigen Fleck, der auf einer Landkarte nicht einmal aufgezeigt wird, du enthältst eine Seele, und deine Seele, die in deiner Seienshaftigkeit und in diesem zeitweiligen Körper inbegriffen ist, ist herrlich. Es gibt keine Seele, die nicht herrlich ist, und niemand geht seiner Seele verlustig. Niemand verlegt sie, und gleichwohl verlieren Viele die Sicht auf sie.
Du bist ein Heiliges Seinswesen. Jeder ist das. Das bedeutet, du hast eine Seele, und alle Seelen sind schön. Gewiss hast du flüchtige Blicke der Seelen Anderer zu sehen bekommen, und du weißt aus erster Hand, wie staunenswert eine Seele ist. Wisse nunmehr, wie staunenswert deine Seele ist. Das bedeutet, zu erkennen, wie staunenswert du bist.
Werde mehr mit deiner Seele bekannt. Du kannst deiner Heiligkeit nicht entkommen. Wieso wollte das jemand versuchen?
Sage heute zu deiner Seele Hallo. Es gibt keine Dunkelheit der Seele. Drehe dein inneres Licht an, damit du die großartige Begleitung, die du unentwegt bei dir hast, und den wichtigen Übertrager kennen lernst, als den deine Seele und die Seele eines jeden ausgewiesen ist. Deine Seele ist Mein, Geliebte.
Ich liebe euch in jeder erdenklichen Weise. Ich liebe euer Menschsein, und Ich liebe eure Seele. Ich liebe euch.
3017
DIE TIEFE RUHE DER LIEBE
Wie wär’s damit? Wieso nehmen Wir uns nicht heute einen Tag frei von allem, was unseren Geist beschäftigt? Lasst uns schlicht in das Seienshafte Unserer Liebe hinein entspannen und alles andere vergessen. In deinem Geist ist immerzu etwas, nicht wahr? Lasst uns deinen Geist eine Weile leeren und einfach die Liebe genießen, die Wir gemein haben. Lasst uns einfach lieben, und uns aus allem anderen nichts machen.
Wir haben nicht jemanden oder etwas zu lieben. Wir können schlicht in einem Zustand der Liebe sein und lieben. Liebe ist groß, und es ist große Liebe in deinem Herzen. Die große Liebe in deinem Herzen ist oft zurückgezogen oder abgehalten worden. Es ist so, als würdest du einen tiefen Atemzug der Liebe einsaugen und ihn nicht hinauslassen. All jene Liebe, die du doch behältst! Komme jetzt, lasse sie hinaus, wie du das mit einem tiefen Atemzug tun würdest. Atme einfach jene Liebe. Gib ihr etwas Sauerstoff. Atme Liebe ein und aus.
Liebe kommt im Grunde von innen, Geliebte. Ihr habt alle Liebe in der Welt und im Himmel inwendig in euch, um damit den Anfang zu nehmen. Liebe von außen her ist sehr schön, jedoch ist sie nicht der Unterhalt von euch. Ich bin der Unterhalt von euch, und Ich bin Liebe. Liebe wohnt inwendig in euch, und sie quillt hervor. Die Liebe inwendig in euch braucht keine fortwährende Verköstigung. Sie braucht fortwährendes Geben. Das braucht die Liebe in deinem Herzen, um hinauszugehen. Anderenfalls erstickt sie oder trocknet sie ein. Je mehr Liebe du gibst, umso mehr wirst du mit Liebe erfüllt.
Wir sprechen hier nicht von der Vorführung von Liebe, das verstehst du, oder nicht davon, einen Einzelnen zu lieben. Einen Einzelnen lieben ist wunderbar, und Ich beschwöre euch, das zu tun. Liebe für einen Einzelnen ist eine Kostprobe von Liebe. Sie ist real, und dennoch ist sie bloß eine Kostprobe.
Ich beschwöre euch, schlicht zu lieben, euch schlicht in Bewegung zu setzen und in einem Zustand des Gewahrseins von Liebe zu leben, die euer Herz überflutet. Selbst in der tiefen Ruhe eures Herzens könnt ihr eure Liebe ausgeben. Ihr könnt allgemeine, nicht-spezifische Liebe ausgeben. Ihr müsst das, Geliebte. Ihr habt eure Liebe in die Welt hinaus zu befördern, die nach Liebe hungert. Die Menschen bedürfen weder, der Entbehrung der Liebe gewahr zu sein, noch bedürfen sie der Gründe, weswegen jemand denken mag, er sei der Liebe unwürdig.
Seid versichert, Ich spreche nicht über einen Willensakt oder über eine Zurschaustellung von Liebe. Überlasst das den Filmen. Ich spreche über die Liebe in eurem Herzen, die herausstrahlt, so wie die Sonne Wärme sendet. Anstatt Mich um dies und das und um all die Liebe anzugehen, die ihr anstrebt, sie möge euch und die Welt erreichen, geht auf Mein Vorbringen ein, das Licht eurer Liebe zur Welt hinaus zu schicken.
Ich habe Meine Kinder hoch und nieder springen sehen in ihrer Opposition gegen den Krieg und in ihrem Trachten nach Frieden. Ich habe Menschenmassen gesehen, die sich vehement der einen oder anderen Sache widersetzten. Ich habe Proteste gegen dies oder das gesehen. Ich habe eine Menge gesehen, Geliebte. Ich würde gerne sehen, wie Meine Kinder diejenigen lieben, die sich gegen sie wenden. Ich überreiche euch ein simples Heilmittel für alles, was die Welt plagt, und das ist Liebe. Liebe heilt, wie es sonst nichts anderes tut.
Du hast gehört: „Liebe deinen Feind.“ Löse das Konzept des Feindes auf. Löse es in deinem Herz auf, und sende stattdessen Liebe aus. Liebe die Plünderer und liebe die Geknechteten. Liebe einfach. Schon bald wird es keine Plünderer und keine Geknechteten mehr geben.
Das Opfer war dein Herz. Dein Herz wurde in Schutt und Asche gelegt. Wiederbelebe dein Herz nun aus der Stille heraus. Sage deinem Herzen, dass es durchaus so in Ordnung ist, schlicht das zu sein, wofür Ich es gemacht habe, und, zu lieben, selbst dort, wo Liebe dem Anschein nach nicht liebt.
3019
HINTER DEN SZENEN
Möchtet ihr bedenken, dass jede einzelne Sache, die aufkommt, ihren Segen hat, selbst jene Dinge, die in den Augen der Welt klarerweise tragisch sind, selbst jene Vorkommnisse, die euch gänzlich unbegreiflich sind? Ihr könnt in einem tragischen Ereignis keinerlei Wert sehen. Niemand wird darin einen Wert sehen, und dennoch sage Ich euch auf lange Sicht, dass sich darin ein Wert befindet. Geliebte, in jedem Falle geziemt es euch, diese Auffassung anzunehmen. Gesehener- oder ungesehenerweise, auf das trauen, was Ich euch sage, hält euch an einem guten Platz. Tragt im Sinn, dasjenige, was ihr etwa wahrnehmt, mag euch womöglich nicht dienlich sein. Es existiert Vieles hinter den Szenen, dessen ihr nicht gewahr seid, und dessen ihr nicht gewahr zu sein habt. Wo steht geschrieben, dass ihr bei allem alle Aspekte zu erfassen habt?
In jedem Fall, was passiert ist, ist passiert, und es ist jetzt euch angelegen, dabei weiterzukommen.
Lasst die Auffassung los, dass euch eine widrige Erfahrung heimgesucht habe, damit ihr eine Lektion lernt. Klar, ihr habt vielleicht eine Lektion gelernt, geht jedoch nicht davon aus, dass eine Erfahrung vonstatten geht, damit ihr eine Lektion lernen werdet. Es ist mehr am Leben, als dass es für euch Lektionen zu lernen gibt.
Gleichfalls müsst ihr nicht das Gefühl haben, dass ihr euch anders fühlen müsst, als ihr euch fühlt; indes wisst ihr bereits, dass ihr euch nicht dauernd so fühlt, wie ihr es anfangs tut. Gefühle ändern sich. Wann haben sie das nicht getan?
Es gibt Erfahrungen, die ihr befürwortet, und es gibt Erfahrungen, die ihr nicht befürwortet. Es gibt Ereignisse, die ihr erwarten könnt, und solche, mit denen ihr nie rechnen könnt. Indessen wieso zur selben Zeit angesichts diesem oder jenem, was das Leben bereithält, überrascht sein? Leben ist der Name des Spiels, Geliebte. Das Leben tanzt seinen Tanz.
Derart befasst mit dem Leben, wie ihr das seid, seid ihr gleichfalls Zeuge dafür, was in Erscheinung tritt. Es gibt einen unendlichen Part von euch, der miterlebt und nicht darin verwickelt ist. Selbst während ihr im Leben verstrickt seid, befindet ihr euch desgleichen auf Distanz. Ihr seid nicht dauernd derart nahe an eurem Leben, wie ihr es empfindet. Es ist so, als ob euer Leben jemand anderem widerfährt. Die Wahrheit ist, Geliebte, was geschieht, geschieht nicht euch. Ihr steht dabei daneben.
Manchmal habt ihr das Gefühl, das Leben habe euch getroffen oder zu Grunde gerichtet. Das Leben ist nicht darauf aus, euch zu haschen. Gleichzeitig übersieht euch das Leben nicht. Es gibt eine Menge, was vonstatten geht, und ihr scheint ein Teil von ihm zu sein, zur selben Zeit, derweil ihr abseits von ihm steht.
Das Leben ist nicht dauernd eine Brise, und dennoch denkt ihr, so sollte es sein. Unterdessen das Leben nicht so ist, wie ihr meint, dass es sein sollte, müsst ihr nicht aus dem Rhythmus gebracht sein. Versteift euch nicht vor dem Leben. Lasst zur selben Zeit die Vorstellung los, dass sich euer Leben direkt in eurer Allee abzuspielen habe.
Das Leben ist nicht dauernd auf euren Zuruf, gleichwohl ist es euer Diener. Und dennoch seid ihr hier, um Mir zu dienen. Mir dienen ist das gleiche wie dem Leben in seinen zahlreichen Dimensionen dienen. Es gibt mehr, als eurem Leben dienlich zu sein. Sobald du dein Einssein lebst, wirst du immerfort dem Allen dienen. Du wirst von einem Ort herkommen, wo du ausschließlich dem Universum und allem, was inwendig in ihm Wohnung hat, dienen kannst.
Lasse was im Leben auftritt, abebben. Lasse dein Licht des Seiens den Vorrang haben. Lasse Mir den Vorrang. Wisse, dass Ich, einerlei was erfolgt, dir diene. Ich diene dir mit Liebe.
3020
WAS GOTT SAGT
Du lernst hinzu. Du wächst. Du kommst Mir näher. Und dennoch, zur selben Zeit hältst du nach wie vor an den Erscheinlichkeiten des Lebens fest und bist derart straff mit ihnen verknüpft.
Mit dem Alter, zum Beispiel. Du glaubst rückhaltlos an es. Du glaubst an das Alter und an das Altern mehr, als du an Mich glaubst. Du siehst Falten, und du glaubst an Falten mehr, als du an Mich glaubst. Du glaubst an Schwäche, Gebrechlichkeit oder graue Haare mehr, als du an Mich glaubst. Du glaubst an die Zeit mehr, als du an Mich glaubst. Du glaubst mehr an das, was du siehst, als an das, was du nicht siehst. Du glaubst mehr an die Tatsachen, als du an die Realität glaubst. Du glaubst an Cremen, die Falten beseitigen, mehr, als du an Mich glaubst.
Du kannst mehr an die Farbe der Haut glauben, als du an Mich glaubst. Du wirst die äußere Welt mehr als alles andere wertschätzen. Es ist fast sicher, dass du das tust.
Ich bitte dich, andere Möglichkeiten zuzulassen.
In der Welt, da gehen Stunt-Leute Handlungen ein, die dem Tode trotzen. Ich hätte gerne, dass du Handlungen begehst, die dem Alter trotzen. Ich bitte dich, das Altern, was dem Leben trotzt, nicht so schnell herunterzuschlucken. Verschlinge es nicht.
Ich bitte dich, infrage zu stellen, was Realität und was Erscheinlichkeit ist. Ich bitte dich, die etablierte physische Realität infrage zu stellen.
Ich sage dir, es gibt keinen Tod, und du liest und du bekommst über den Tod links wie rechts etwas zu hören. Du glaubst Todesanzeigen mehr, als du Mir glaubst. Einfach gesagt, du glaubst an die körperliche Augenscheinlichkeit um Vieles ergebener, als du an die spirituelle Realität glaubst. Selbstverständlich kann Ich das nachvollziehen. Ich sage einfach, was ist.
Des weiteren, es kann durchaus sein, dass du dich selbst nicht einmal um das Spirituelle kümmerst. Spirituelle Wahrheit steht vielleicht am Ende deiner Liste. Es vergeht womöglich eine ganze Menge Zeit, bevor das Konzept der Wahrheit mit einem fett geschriebenen W am Wortanfang in deinen Radar gerät.
Ich sage dir weder, die physische Welt aufzugeben, noch, irgendetwas vorzutäuschen. Ich bitte dich nicht, herumzugehen und Worte über spirituelle Wahrheiten von dir zu geben, solange es nicht deine Erfahrungen sind. Ich bitte dich, bei dem, was Ich sage, eine kleine Inventur zu machen. Erlaube die Möglichkeit, dass es eine andere Größere Realität gibt, die vielleicht noch nicht auf deinen Fingerspitzen liegt, und die dennoch innerhalb deiner Reichweite zu liegen kommt. Erlaube die Möglichkeit, dass die Volle Realität in der Tat bereits in deiner Reichweite liegt, da sie inwendig in deinem Herzen eingekerbt ist. Alle Wahrheit liegt inwendig in deinem Herzen. Einerlei, wie du dich fühlst, einerlei, was dir dein Geist sagt, dein Herz steht fest bei der Wahrheit, die es enthält, und es enthält alle Wahrheit. Geliebte, Ich stehe aufrecht in eurem Herz. Ja, in eurem Herz. Immer. Selbst dann, wenn ihr nicht auf euer Herz stolz seid, bin Ich da, so stark, so wahr, so euch ergeben.
Werde Ich alt, Geliebte? Ja, Ich bin mir dessen gewahr, dass Ich euch womöglich immer gealtert erschienen bin. Ihr werdet gedacht haben, Ich habe weiße Haare und einen langen weißen Bart, und dass Ich auf einem Berg stehe. Ich bin immer jung, Geliebte. Ich überspanne die Erde in einem einzigen Schritt. Ich tanze einen Jig. Ich habe die Fröhlichkeit eines Kindes, und Ich verliere sie nie. Ich habe sie immer. Ich bin unschuldig, Geliebte. Ich bin der Unschuldigste von allen. Selbst während Ich alles an der Schöpfung von Anfang an bis zum Ende kenne, bin Ich unschuldig. Ich sehe ganz klar, Geliebte. Das ist Meine Unschuld.
Ich sage euch frei heraus, dass die gleiche Unschuld inwendig in euch vorherrscht. Und die gleiche Jugend und die gleiche Alterslosigkeit inwendig in euch das Sagen haben.
Was kommt der Wahrheit von Uns gleich?
3021
LIEBE DEINE TRÄUME
Es gibt nichts, was zu gut ist, um wahr zu sein. Es gibt nichts, was nicht möglich ist.
Es ist nicht so, dass du träumen musst, wieso allerdings nicht? Träumen ist wie Pflügen eines Feldes und wie Einsäen. Dann nimmt die Natur ihren Lauf.
Der Bauer bereitet den Boden vor. Er sät den Samen. Er gießt ihn. Er macht sich Bilder von der Frucht, und er liebt es, dass er nicht weit weg ist von der Erschaffung der Frucht und des Gemüses. Er sieht zu, wie die Natur mit Dung, Wasser und den Samen umgeht. Gewiss, Geliebte, insofern als eine derart schöne Frucht und eine solche Vielzahl von Nahrungsmitteln aus dem gleichen Boden entkommen können, sagt Mir bitte, was könnt ihr euch vielleicht vorstellen, was die Natur nicht zu tun vermag? Egal, sagt es Mir nicht. Schont euren Atem.
Ihr seht, der Bauer hat diese Saaten sprießen zu lassen. Er erlaubt es der guten Nahrung, zu wachsen. Er schaut sich nicht um und sagt dann: „Diese Saaten sprießen nicht. Also, ich gehe davon aus, sie werden das nie tun. Ich war töricht zu denken, dass sie zum Vorschein kommen.“ Samen sprießen natürlich zu ihrer eigenen Zeit. Sie wissen wann.
Wart ihr mit euren Träumen nicht ungeduldig? Ihr dachtet, die Bäume eurer Träume sollten letzte Woche Früchte getragen haben. Ein Bauer hat eine Vorstellung, wie lange es dauern wird, bis seine Ernte heranwächst. Ihr habt überhaupt keine Vorstellung, wie lange es dauert, bis der Same eingesammelt werden kann. So wie es allerhand Sorten von Träumen gibt, haben sie alle ihre eigenen Zeiten.
Ehrlich gesagt, Geliebte, macht es etwas aus, ob es für einen Traum, der lange geträumt wurde, zehn Jahre braucht, bis er Wirklichkeit wird? Oder zwanzig? Oder wie lange er auch immer braucht? Ist es nicht so, dass der Traum selbst euch nährt?
Träume haben Gefühle. Nährt eure Träume somit für sich selber. Gebt ihnen einen guten Start.
Es ist nichts für euch, einzufordern, dass eure Träume Wirklichkeit werden. Es ist genauso wenig nichts für euch, sie aufzugeben. Ganz bestimmt sind ungeträumte Wunder an eurer Tür angekommen. Du hast dich nicht im Voraus auf sie gefreut. Du hast nicht einmal an sie gedacht, und dann, zu deinem Entzücken, sind sie da. Vielleicht gab es Träume, die du geträumt und vergessen hast, oder vielleicht gab es den Traum eines Anderen, der dich erreichte, jedoch nicht aus Versehen, Geliebte, jedoch nicht aus Versehen.
Vorfreude auf deine Träume haben ist eine Art Erfüllung aus sich selbst heraus. Wenn du die Erfüllung eines Bestrebens träumst, gibst du ihm ein Leben aus sich heraus. Träume lieben es, dass du sie mit Bildern ausstaffierst. Träume lieben es, ins Sein gerufen zu werden. Sie sind dafür bestimmt, geträumt zu werden.
Und du bist dafür bestimmt, ein Träumer zu sein. Habe mit deinen Träumen Spaß. Genieße sie. Bearbeite sie nicht. Gib ihnen kein Zeitlimit. Begrenze sie überhaupt nicht. Lasse deine Träume sich ergehen.
So wie Tänze unterschiedliche Tempi haben, so auch Träume.
Träume kennen ihre Zeit. Sie kennen ihr Schritttempo. Sie wissen es, wann es herauszukommen gilt. Sie wissen es, wann ihr Debüt ist. Du nicht.
Sei der beste Träumer, der du sein kannst. Ich bitte dich darum. Tue es für Mich, sofern du es für dich selbst nicht tun kannst. Welchen Traum für dich könnte Ich haben? Träumt ihn für Mich, Geliebte. Träumt wilde Träume für Mich. Träumt schamlose Träume. Träumt große und kleine Träume. Die Sache ist: zu träumen, sodass ihr euch weiten könnt, um die Erfüllung eurer Träume zu begrüßen.
Träumt eure Träume. Wenn ihr von einem Haus träumt, dann geht durch das Haus. Fasst es an. Geht in eurem Traum durch jeden Zentimeter, und tut es immer und immer wieder.
Wenn du von einem Seelengefährten träumst, träume von ihm. Gehe hindurch, wie vereint mit einer großen Liebe du dich fühlen würdest. Erhebe keinen Anspruch auf ein bestimmtes Erscheinungsbild. Lasse deinen Seelengefährten sein, wer er oder sie ist. Überlasse die Einzelheiten Mir. Grüße in der Zwischenzeit jeden Menschen, den du triffst, als ob er oder sie der Besagte wäre, oder derjenige wäre, der dich zu dem Besagten hinführt.
Liebe deine Träume.
3022
DU BIST TEIL DER PRACHTVOLLEN GESTALTUNG
Zeige Ehrerbietung für das Leben und für alle Seinswesen, die mit dir das Universum gemein haben. Zeige Ehrerbietung für dich selbst, denn auch du bist Teil der Allumfassenden Prachtvollen Gestaltung.
Was bedeutet es, gegenüber dem Leben Ehrerbietung zu zeigen? Es bedeutet, zu erkennen, dass das Leben ein wundervolles Geschenk ist. Es gibt nichts, was dem Leben auf der Erde gleich ist. Das Geschenk des Lebens ist für solch eine kurze Zeit dein. Es ist ein Geschenk, was du stillschweigend voraussetzt. So sind Kinder meistens, wenn Eltern ihnen ein Geschenk übergeben, denn das Kind ist sich dessen gewahr, dass es den Eltern angelegen ist, so etwas zu tun. Das Kind hat durchaus recht, und gleichwohl soll nichts für selbstverständlich gehalten werden. Jeder Atemzug, den du nimmst, ist ein Geschenk, und Geschenke, einerlei ob sie in vollem Umfang überreicht wurden, haben keine Dauer für immer. Sogar Diamanten sind nicht für immer. Materielle Geschenke dauern nicht immer. Das Leben auf der Erde in einem Körper, Geliebte, ist ebenfalls ein materielles Geschenk.
Ich bin wie alle anderen Eltern, die möchten, dass ihr Kind das wertschätzt, was es hat. Ich rede nicht über ein höfliches Dankeschön vonseiten eines Kindes. Für Mich ist es schön, dass Meine Kinder das nehmen, was Ich ihnen ganz selbstverständlich gebe. Nur zu, wisst jedoch, was für ein Geschenk Ich euch gegeben habe. Kennt alle Gedanken und alle Fürsorge, die in die Auswahl von ihm geflossen sind. Wisst, es wurde mit euch im Sinn ausgesucht. Erwägt, was alles in die Fertigung des Geschenkes einmündete. Nehmt in Betracht, was es für den Einen bedeutete, Der es euch gab.
Euch wurde ein unersetzliches Geschenk des Lebens gegeben. Und alle diejenigen, denen das Leben gewährt wurde, sind ebenfalls Geschenke an euch. Anders könnte es nicht sein. Das Geschenk des Lebens, das euch gegeben wurde, anerkennen ist auch das Geschenk anerkennen, was Andere sind. Das Leben ist ein Geschenk, und das eine Leben ist nicht mehr ein Geschenk als das andere. Jedes Leben ist einzigartig und kostbar und muss auch so betrachtet werden.
Sofern du tatsächlich die Herrlichkeit des Lebens erkennen könntest, würdest du dich in aller Freude zu jeder Person, der du begegnest, herab beugen. Du wärst so glücklich, das Universum zu teilen, und zu diesem Zeitpunkt mit allen Anderen, die am Leben sind, am Leben zu sein. Deine Dankbarkeit würde keine Grenzen kennen. Du würdest jeden Vogel, jedes Blatt und jeden Stein lieben. Geliebte, ihr würdet lieben. Nichts anderes als Liebe würde existieren. Die Liebe selbst trägt eine große Komponente der Dankbarkeit in sich. Vielleicht ist Liebe Dankbarkeit, entzündete Dankbarkeit, Dankbarkeit auf allen vier Herdflammen.
Kann es Liebe ohne Dankbarkeit geben? Auf jeden Fall gibt es bei der Liebe und Dankbarkeit eine Wahrnehmung von Wertigkeit. Oh, Geliebte, der Wert der Wertschätzung! Er ist unschätzbar.
Was ist etwas, sofern es nicht wertgeschätzt ist? Was ist etwas wert, sofern du seinen Wert nicht kennst? Was sind Edelsteine von Wert, wenn du meinst, sie seien aus Glas? Selbst dann, wenn du weißt, dass Edelsteine Edelsteine sind, was sind sie dir wert, sobald ihr Wert dir wertlos wird? Es ist eine gute Idee, den Wert dessen, was du hast, zu kennen.
Christus könnte vor dir erscheinen. Falls du den Wert des einen vor dir nicht erkennen würdest, wie viel Wert würdest du dann hinzugewinnen? Und was, falls überhaupt etwas, würdest du geben? Es ist nicht so, dass du einen Preis zu bezahlen hast. Es ist so, dass du den Wert dessen anzuerkennen hast, was und wer vor dir erscheint. Sofern du in deinem Leben Freude haben und geben möchtest, ist es vonnöten, anzuerkennen, was in all seiner Herrlichkeit vor dir ist.
In einem jeden, der dir begegnet, stehe Ich vor dir. Möchtest du anfangen, Mich und den Wert zu erkennen, den Ich allem Leben, nicht bloß im Himmel, sondern auch in der Welt, beigeordnet habe?
Möchtest du anfangen, schlicht zu lieben?
3023
SEID LEICHTEN HERZENS
Habt Freude im Leben. Ist das so schwer? Um im Leben mehr Spaß zu haben, musst du es einfach weniger ernst nehmen.
Sofern dein Leben leben die ernsthafteste Sache ist, die du kennst, wie kann dann das Leben für dich und für Andere um dich herum Spaß machen?
Der Spaß, von dem Ich rede, ist nicht Unterhaltung. Ich meine, um Spaß zu haben, musst du nicht auf Volksfeste und auf Ausfahrten gehen. Du musst nicht in die Stadt, um Spaß zu haben.
Ich meine, bei allem, was du tust, habe Spaß, während du dabei bist. Mache den Abwasch und habe Spaß. Warum nicht den Klang des Wassers genießen, was herunterrinnt, und den Schaum, wie er Blasen wirft, und dann den Schaum von dem Geschirr wegschwemmen, was nun abgewaschen ist? Warum keine Freude haben an einem Spritzer Seifenwasser, der auf den Boden kleckert? Was ist so wichtig am Ernsthaftsein? Was soll daran gut sein? Verbringt eine schöne Zeit damit, etwas Verspritztes aufzuwischen. Bist du nicht mit der Gelegenheit privilegiert, dich hinunter zu bücken? Ist es nicht etwas Verblüffendes, wie deine Beine und Arme mit derartiger Beweglichkeit funktionieren? Lasse deinen wahrnehmenden Geist ebenfalls mit solcher Beweglichkeit zur Ausführung gelangen.
Ich spreche von dir jetzt soeben, und darüber, wie du dich deines Lebens annimmst. Wenn es auf andere Menschen hinausläuft, ja, dann gib ihnen selbstverständlich Respekt für ihre Ernsthaftigkeit. Wenn dein Kind sein Stofftier ernstnimmt, dann hast du es selbstverständlich auch ernstzunehmen. Was Anderen wichtig ist, soll nicht leicht genommen werden. Für sie ist es kein Scherz.
Bei deinem Umgang mit den Vorkommnissen deines Lebens allerdings, dort finde Freude. Sofern du nicht die ganze Freude finden kannst, dann finde einen Teil von ihr. Lache über dich selbst, während du das Leben so ernst nimmt. Und tust du das nicht? Hast du nicht jedes Zittern eines jeden Blattes am Baum deines Lebens ernst genommen? Hat es dich nicht etwa sogar in Panik versetzt?
Ich sage es immer und immer wieder. Du besitzt einen inneren Kern von Solidität, der durch die Wechselhaftigkeiten des Lebens nicht zur Erschütterung gebracht werden kann. Nicht alle Winde, die wehen, haben dich zu erschüttern. Es ist kein Erfordernis des Lebens, dass du durch den Wind bist. Du hast Wahlmöglichkeiten. Du kannst aus einem anderen Blickwinkel her schauen. Deine Gefühle, Geliebte, Geliebter, scheinen dir nicht immer wie Wahlen zu sein, es ist allerdings deine Wahl, wie du etwas wahrnehmen und wie du handeln möchtest. Gefühle selbst sind eine Handlung. Du hast eine bestimmte Sphäre an Einfuss über dein Leben. Du hast mehrere Wahlen als eine Masse von automatischen Erwiderungen. Selbst in der Traurigkeit kannst du Freude finden. Selbst im Schmerz kannst du deinen Sinn für Humor aufsuchen. Selbst wenn du dich niedergeschlagen fühlst, kannst du das Leben eines Anderen aufhellen. Du hast hier einigen Spielraum. Du kannst eine andere Straße nehmen, als die du gewohnt warst. Triff die Wahl, gutmütig zu sein.
Von außen hergeleitet, bist du auf die Gnade des Lebens angewiesen. Von innen hergeleitet, bist du dein eigener Direktor, und die Charaktere, die du spielst, können im Leben eine gewisse freudige Vitalität aufweisen, einen gewissen Schwung, einen bestimmten Sprung nach oben, um zu einer roten Rose und zu anderen Geschenken des Universums hinzureichen.
Vielleicht wurdest du darin unterwiesen, dass das Leben ein ernsthaftestes Wagnis sei. Nimm nicht einmal Spaß haben ernst. Mache schlicht Raum für Spaß. Habe die Vorstellung, dass das Leben Spaß ist, und dass das Leben Spaß sein kann. Lade diese Art von Ambiente in deine Ansicht auf das Leben ein. Lege den roten Teppich für den Spaß aus. Dir ist es möglich, das Leben zu genießen. Du kannst das. Lasse die trübe Ernsthaftigkeit los. Lasse sie gehen. Werde leichten Herzens.
3024
ENERGIE AUSSTRAHLEN WIE DIE SONNE
Ich möchte über die Welt reden wie über einen Apfel in Meiner Hand, über einen allerschönsten, rosigen roten Apfel, der wie die Sonne Energie verstrahlt, der wie die Sonne Meine Energie abstrahlt. Ich halte diesen Apfel, und Ich verehre ihn. Ich setzte ihn in Bewegung, sich zu drehen, und auf diese Weise dehnte er sich selbst aus, und jetzt hält der runde Apfel der Welt euch. Ich halte alles in Meinen Händen.
Ich halte mit Liebe. Kein Fleckchen der Erde ist ohne Meine Liebe. Die Welt ist ein Apfel Meiner Liebe. Die Welt ist der Obstgarten, den Ich gepflanzt habe. Ich blicke voller Bewunderung auf Meinen Obstgarten. Ich bin sehr erfreut.
Ihr seid die Frucht Meines Samens, der wächst. Die schönen Tiere des Feldes sind mit Grenzen verstrebt worden, auf ihrer Liebe allerdings gibt es keine Grenze. Ihr seid gesegnet worden ohne Grenzen. Ihr seid das Feld aller Möglichkeiten. Ihr seid es, denen Ich die gesamte Spanne übergeben habe, um darauf umherzustreifen. Ich nannte euch den Führer des Landes, auf dem ihr lebt. Ich vermachte euch die Welt, um aus ihr das zu machen, was ihr mögt. Dabei wurde euch keine Deckelung auferlegt. Ihr könnt so hoch gehen, wie ihr wollt. Für euch gibt es keine Grenzen. Ihr seid derart beschäftigt, dass ihr mitunter, so bizarr es auch ist, die Liebe vergesst, aus der ihr geschaffen wurdet. Ihr vergesst zu lieben. Ihr schaut in die Augen und seht nicht. Was seht ihr, sofern ihr nicht Mich seht? Welche Fiktion seht ihr? Was seht ihr nicht, Geliebte? Was seht ihr nicht?
Mein Gewahrsein von euch und dessen, was Ich geschaffen habe, als Ich euch erschuf, ist groß. Ich habe euch zum Chef ernannt, derart groß war Mein Gewahrsein und Zutrauen. Ich habe Mein Zutrauen in euch nicht verloren. Es seid ihr, Geliebte, die vielleicht ihr Zutrauen verloren haben.
Ich möchte euch gerne euer Zutrauen zurückgegeben. Wo habt ihr es verloren? Vielmehr, wohin, meint ihr, ist es gegangen? Ich nahm es nie von euch fort, wo also habt ihr es hin gebracht? Hängt es aus eurer Tasche heraus? Habt ihr es zusammen mit euren Schlüsseln auf der Kommode liegen lassen?
Euer Zutrauen geht Hand in Hand mit eurer Sicht. Wenn ihr doch bloß wüsstet, was Ich erschuf, als Ich euch erschuf. Wenn ihr doch bloß einen winzigen Blick darauf hättet. Dann würdet ihr es damit gut sein lassen. Möchtet ihr Zutrauen in Mich haben? Möchtet ihr euch jetzt auf Mich verlassen und bejahen, was Ich euch gegeben, und was Ich euch vor langer Zeit gegeben habe? Möchtet ihr sagen:
„Lieber Gott, manchmal bin ich vergesslich. Danke dafür, mich an mein Erbe von Dir zu erinnern. Danke Dir, mich daran zu erinnern, dass ich nicht niedrig bin, wie ich anscheinend mich selbst sehe. Du denkst hoch von mir. Es gibt diejenigen, die das nicht tun. Du allerdings, der König von Allem, siehst mich als ein Heiliges Seinswesen. Ich möchte gerne mein Augenlicht wieder erlangen. Leihe mir Deine Augen, sodass ich sehen mag, wie Du siehst, und sodass ich so sein kann, wie Du mich auf gleicher Höhe mit Dir erachtest. Ich gebe zu, manchmal bekommen meine Hände rundherum nichts zu fassen, und deswegen habe ich das Gefühl, dass ich in einer kleinen Ecke des Universums existiere, und dass ich ohnehin nicht viel wert bin, falls überhaupt etwas wert.
Deswegen bittest Du mich, Dir einfach zu glauben. Wie kann Ich Dir, meinem Einen Gott, dem Gott von Allem, nicht glauben? Und gleichwohl, es ist so leicht gewesen, zu vergessen, und so leicht, meine Sicht von der Deinigen abschweifen zu lassen.
Trotzdem, heute, unterdessen ich nicht mit Deinen bemerkenswerten Augen sehe, möchte ich mich daran erinnern und möchte ich weiter hinaus sehen, und hernach werde ich Dich überall sehen, wie Du mich anlächelst. Ich danke Dir.“
3025
LAUSCHE MIT DEINEM HERZEN AUF GOTT
O, Geliebte, wie bloß lasse Ich euch Meine Liebe für euch deutlich werden? Ich bin, was Meine Liebe anbelangt, gut darin, eine Vorstellung zu erwecken; worum Ich euch infolgedessen bitte, ist, Mir zu helfen, dass ihr Meine Liebe spürt, dass ihr Meine Liebe kennt wie euren Handrücken, und dass ihr alles von ihr in euer bewusstes Gewahrsein absorbiert. Eben jetzt, eben jetzt in dieser Minute ist Meine umfassende Liebe auf euch fokussiert. Ich weiche euch in einem Bad Meiner Liebe ein, und Ich nehme euch nie heraus. Und dennoch erkennt ihr das nicht. Und ihr habt das Gefühl, ihr seid alleine ohne Schutz, unterdessen Ich die ganze Zeit an eurer Seite bin. Ich bin mehr als an eurer Seite. Ich bin inwendig in euch und Ich bin außerhalb von euch. Ich strahle aus euch heraus und Ich strahle in euch hinein. Meine Liebe strahlt zur und von der Quelle von euch. Ihr seid wahrlich eine Quelle Meiner Liebe, und ihr wisst es nicht.
Euer Geist rennt und lässt das Herz von euch hinten. Lasst einen Augenblick euren begierigen Geist und hört mit eurem Herzen, denn Ich spreche zu euch, und Ich hätte es sehr gerne, dass ihr Mich hört, während Ich zu euch von Unserer Liebe rede, denn Wir haben Liebe untereinander gemein. Ich habe alle Meine Liebe mit euch geteilt, und nun bitte Ich euch, eure Liebe mit Mir und mit jedermann zu teilen.
Euer Herz ist ein Blumenkorb der Liebe. Die Blumen in eurem Herzen sind nicht dafür bestimmt, zu welken. Sie sind dafür bestimmt, ausgehändigt zu werden, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Dann wird dieser magische Korb eures Herzens automatisch wieder aufgefüllt. Dies alles wurde vor langer Zeit so beschlossen.
In der Grundschule wurde euch beigebracht, zu sparen, etliche Groschen in Reserve zu halten. Bei der Liebe ist es vorgesehen, nichts in Reserve zu halten, alleinig, auszugeben. Und ohne Grenzen. Genauso wenig ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Gießt diese Liebe aus. Lasst sie hinausgehen. Egal, wohin ihr sie gebt, ihr sendet sie zum Universum hinaus. Eigentlich meine Ich, beeilt euch damit. Gewöhnlich sage Ich euch nicht, euch zu beeilen, jetzt aber bitte Ich euch, jene Blumen aus dem Korb eures Herzens weiterzureichen. Übergebt sie einem jeden, den ihr seht. Überrascht die Menschenmenge.
In eurem Umkreis gibt es niemanden, der eure Liebe nicht gebrauchen kann. Niemanden. Das ist so, weil nicht genügend Liebe aufgewandt wird. Anderenfalls wäre ein jeder voll der Liebe. Und keiner würde nach mehr Ausschau halten. Und ihr könnt von ihr einfach nicht zu viel geben.
Also, wenn Ich geben sage, meine Ich geben. Ich meine nicht, zur selben Zeit zu geben und zur selben Zeit zurückzuhalten. Ich meine, freisinnig zu geben, keine Bänder sind daran festgemacht. Wohin die Liebe eines Menschen läuft, ist nicht dein Betreff. Was jemand mit der Liebe tut, die du aushändigst, liegt neben dem Punkt. Dir ist es angelegen, deine Liebe hinauszugeben, und hinausgeben, das musst du.
Entsinne dich, du kannst anonym geben. Das trägt mit sich, du fühlst dich nicht gehalten, eine direkte Erwiderung zu erwarten. Und der andere Mensch fühlt sich nicht gehalten, dir gegenüber Dankbarkeit zu zeigen. In jedem Falle kommt alle Liebe, die du gibst, ohnehin von Mir.
Mit der Liebe ist es etwas Drolliges. Wenn jemand Liebe entgegennimmt, hat er sie auszugeben. Was ist Glücklichsein anderes als Liebe ausgeben?
Ja, Glücklichsein ist Liebe. Glücklichsein verstrahlt. Liebe verstrahlt.
Mache dir selbst Bilder von dir mit Strahlen der Liebe und mit Glück, die aus dir heraus scheinen. Sieh, wie weit diese Strahlen hinausstrahlen. Sie erreichen diejenigen, die du kennst, und diejenigen, die du nicht kennst. Sie erreichen das gekannte, und das Große Unbekannte. Jene Strahlen, die dir entströmen, reichen weit, so weit, um bei Mir anzulangen, und alles, was Ich tun kann, ist euch, Geliebte, Dankeschön zu sagen. An euch einen herzlichen Dank.
3026
DER SORGENSTUHL
Hast du vielleicht die Gewohnheit, dir über etwas oder über alles den Kopf zu zerbrechen? So es nicht die eine Sache ist, so ist es die andere. Falls das der Fall ist, ersetze sie durch eine andere Gewohnheit. Stelle dich der Gepflogenheit anheim, zu wissen, dass Wunder über Wunder zu dir auf dem Weg sind.
Nimm die Gepflogenheit ein, dass Wunder über Wunder bereits zu dir auf dem Weg sind. Nimm Mein Wort dafür. Du bist jetzt soeben in diesem Augenblick gesegnet, und weitere Segnungen laufen zu dir hin. Blitzschnell eilen sie zu dir. Halte deine Hand auf, damit Segnungen über Segnungen dich leicht finden können.
Sei empfänglich. Sieh die Segnungen als willkommene Gäste, die auf dem Weg sind. Wenn ein willkommener Gast kommt, machst du dich fertig. Du freust dich auf diesen Gast. Du machst in deinem Herzen Raum für ihn. Du machst in deinem Haus Platz für diesen Gast. Du öffnest dein Zuhause weit, und du bringst ein Schild an mit der Aufschrift Willkommen. Es mag sein, du hast zu warten, und dennoch bist du fertig. Wie gut sich das doch anfühlt!
Bereits Bereitetsein ist etwas Großartiges. Dein Bereitetsein ist ein Vorläufer für den Gast. Bereit sein ist bereits Glücklichsein. Du stellst dir die Ankunft deines Gastes vor, und du denkst daran, wie glücklich du sein wirst.
Es ist durchaus möglich, du kennst den Namen des Gastes nicht, jedoch weißt du, er ist ein Freund eines Freundes, und du hast dich fertig gemacht. Die Pumpe ist grundiert. Das Feld gepflügt. Spüre wie sich deine Schwingung anhebt. All das, weil du bereit bist. Dein Empfinden der Vorfreude wächst forsch.
Du kannst alles in Vorfreude vorwegnehmen, was du möchtest. Du bist bewandert im Vorwegnehmen. Wenn du dir Sorgen machst, siehst du vorher. Darin hast du eine lange Praxis. Es ist besser, Freude vorwegzunehmen. Übe dich darin, Freude vorwegzunehmen.
Sorge ist, offen gesprochen, eine Vergeudung deiner Energie. Sorge verschmutzt deine Energie. Per Definition ist Sorge etwas vorwegnehmen, was du nicht möchtest. Nimm etwas vorweg, was du möchtest, und du klärst deine Energie.
Vorwegnahme von Freude ist wie Kissen aufschütteln. Vorwegnahme von Freude ist wie sitzen in einem allerbequemsten Stuhl. Wieso, Geliebte, wollt ihr jemals darüber nachdenken, in einem unbequemen Stuhl zu sitzen, ganz davon zu schweigen, ihn immer und immer wieder auszusuchen? Ihr könnt in jedem Stuhl sitzen, wo ihr möchtet. Niemand bringt euch dazu, in dem Sorgenstuhl Platz zu nehmen. Ja, wieso wirfst du nicht einfach diesen Sorgenstuhl hinaus, ein für alle Mal hinaus? Stelle ihn nicht einmal auf dem Bürgersteig, wo ihn ein anderer mitnehmen kann. Nimm ihn einfach auseinander. Benutze ihn einfach als Feuerholz, und, was ihn betrifft, das ist erledigt.
Sage der Sorge Auf Wiedersehen. Ihr wart viel zu lange Freunde. Sorge ist so frisch wie ein
Gänseblümchen, allerdings hat sie dich ausgelaugt. Sofern du Tag für Tag abgespannt bist, hast du dir Sorgen gemacht, und nun machst du dir Sorgen darüber, wie müde du dich fühlst. Wer wäre denn nicht müde, wenn Sorgen seinen Geist überhäufen? Das ist der Preis, den du für die Sorge bezahlst. Die Sorge ist um Vieles zu kostspielig. Sorgt euch nicht, Geliebte. Sorgt euch nicht.
Ihr habt auf die Sorge gewettet. Ihr habt euer Geld auf die trüben Voraussagen der Sorge gesetzt. Investiert euer Geld in das Gute, was zu euch auf dem Weg ist, was zu euch hin eilt, was versucht, euch einzuholen. Bereitet dem Guten den Weg. Kickt die Sorge aus dem Weg. Die Sorge ist nicht euer Freund. Ihr habt womöglich gedacht, Sorge wende unerwünschte Ereignisse ab, unterdessen sie sie vielmehr herbeilädt. Die Sorge kommt, um deine Hand zu schütteln, und du streckst deine hinaus. Du hast, egal wobei, die Sorge unterstützt. Das ist nicht die Schuld der Sorge. Lasse schlicht die Sorge in deinem Haus nicht mehr länger zu. Bist du einverstanden, dass das eine gute Idee ist?
3027
GRÖSSER ALS DIE SONNE, DIE DIE WELT ERHELLT
Setzt euren Gedanken an Mich nach. Schaut, wohin sie euch führen. Eure Gedanken an Mich sind wie Krümel, die Hänsel und Gretel dabei halfen, ihren Weg zurückzufinden. Ihr findet euren Weg dorthin zurück, wo ihr begonnen habt. Ihr habt bei Mir begonnen. Ihr endet bei Mir. Gleichwohl, in Wahrheit gibt es keinen Start und kein Ende. Es gibt keine Linie, die zu ziehen ist.
In Wirklichkeit gibt es selbst nicht einmal einen Kreis Unserer Liebe, der zu ziehen ist, denn Unsere Liebe ist unbegrenzt. Nichts kann sie umfangen. Liebe ist ein Fluss, der strömt. Kein Damm kann ihr widerstehen.
Alle sind in dieser Liebe, die Wir untereinander gemein haben. Niemand ist außerhalb von ihr. Es gibt kein außerhalb, um darin zu sein. Es gibt einzig das, was Wir den Inneren Kreis der Liebe nennen, und gleichwohl gibt es nicht mehr innen als es außen gibt. Und du bist niemals außerhalb der Liebe. Manchmal scheint es dir so zu sein, jedoch liegt das daran, dass du dich selbst mit etwas, was entlang des Lebensweges zu liegen kam, abgebracht hast.
Der großartigste Augenblick von Liebe, den du erfahren hast, ist bloß ein Tropfen im Eimer. Er ist ein winziges Beispiel der Liebe, die du enthältst. Er ist ein Klumpen auf einem Cracker, der dir als Appetizer gereicht wird. Denke nicht, Ich negiere die Großartigkeit der Liebe, die du empfunden und zum Ausdruck gebracht hast. Ich sage dir, es gibt noch eine größere, und dass sie bereits inwendig in dir ist. Ich möchte gerne, dass du dein Gewahrsein von eben dieser Liebe, die dein Herz enthält, vergrößerst, selbst obschon alle diese Liebe nicht umfangen werden kann.
Wieso, die Liebe inwendig in dir ist größer als die Sonne, die die Welt erhellt. Das Universum ist ein riesiger Behälter der Liebe. Er fließt über. Du kannst jederzeit, wenn du es möchtest, in ihn hinein fassen, obschon du bereits alle Liebe in der Welt direkt in deinem eigenen Herzen beherbergst. Du bist überschwemmt mit Liebe. Du kannst von ihr gar nicht fortkommen. Du kannst ihr eine Weile aus dem Weg gehen, jedoch nicht für immer.
Indes, wieso wolltest du dir alle diese Liebe versagen? Wieso wollte irgendjemand von ihr wegsehen und vorgeben, sie sei nicht da? Wieso wollte jemand sich zurückhalten, unterdessen Liebe ihn zum Himmel hin und darüber hinaus flott hält?
Was ist über den Himmel hinaus, könntest du fragen. Was darüber hinaus ist, ist mehr Himmel, und mehr und mehr. Und eben genau diese Ausdehnung des Himmels existiert inwendig in dir. Falls du dir selbst gegenüber diese Liebe versagt hast, versage sie dir nicht mehr länger. Öffne die Schleusen. Lasse Meine Liebe inwendig in dir frei strömen. Komme der Welt mit deiner Liebe zu Hilfe, mit dieser Liebe inwendig in dir, die im Grunde genommen die Meine und insgesamt zum Zupacken da ist.
Wieso auf Erden kann es einen Widerstand zu lieben geben, unterdessen Liebe alles ist? Und dennoch, es existiert ein Widerstand. Es ist passiert, dass du von der Liebe zurückgewichen bist, so, als wäre sie etwas Flitterhaftes oder Hinterlistiges. Liebe ist alles, und dennoch ist Liebe verborgen gehalten oder überredet worden, zu warten. Warten worauf, frage Ich Mich.
Ihr berstet aus Liebe, und ihr quetscht sie zurück, so, als wäre Liebe eine Verlegenheit, etwas nicht Erwachsenes, so, als wäre sie ein Relikt aus der Kindheit. Geliebte, wen interessiert das, was Liebe ist, ausgenommen, dass die Liebe zum Ausdruck gebracht werden möchte, und dass sie es möchte, dass du sie zum Ausdruck bringst?
Die Liebe möchte, dass du sie rund um das Universum herum wirbelst. Es gibt mehr als genug Liebe für alle, und dennoch ist nach wie vor, ist einfach fast ein jeder hungrig nach mehr. Bediene demnach einen jeden mit Liebe. Trage sie auf einem Tablett oder wirf sie hinauf wie einen Brautstrauß. Das ist einerlei. Es zählt, dass du deine Liebe nicht in Reserve hältst. Schaffe deine Liebe hinaus auf das Spielfeld. Was für ein guter Werfer und Auffänger wirst du dir zutrauen zu sein?
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DER GASTGEBER DES UNIVERSUMS
Wenn Ich deinen Namen riefe und du solltest vor Mich treten, und wenn Ich dich fragte, wie es dir
geht, was würdest du Mir dann sagen? Ich bezweife, dass du mir deine Klagen erzählen würdest.
Selbstverständlich nehme Ich wahr, dass du sprachlos sein könntest. Sprachlos sein kann etwas Gutes sein. Sei öfters sprachlos.
Stelle dir vor, Wir sitzen Knie an Knie. Du bist an der Reihe zu reden. Welche Worte möchten deinem Mund entkommen?
Ich weiß, du würdest Mir von all deinen Segnungen und all der Dankbarkeit, die du in deinem Herz fühlst, erzählen. Möchtest du gerne damit anfangen, dich selbst auf Unsere Begegnung von Angesicht zu Angesicht vorzubereiten? Lasse derartige Worte die ganze Zeit den Inhalt deiner Gedanken ausmachen.
Du wirst in den Raum gerufen werden, obschon Räume im Himmel nicht existieren, du wirst also förmlich gebeten, in Meine Gegenwart einzutreten. Wir werden uns zusammensetzen, und du wirst Mir dein Herz offenbaren, obschon Ich dein Herz vorwärts und rückwärts bereits kenne. Du bist es, der Mir all das zu erzählen hat, was du mit dir bringst.
Du wirst Schönheit mitbringen. Du wirst Liebe bringen. Ich glaube, alles Sonstige wirst du hinter dir gelassen haben. Du wirst von ihm weggelaufen sein. Über alles hinweg, Geliebte, was gibt es sonst, was ihr gerne in Meine Präsenz tragen würdet?
Ich bin sicher, ihr würdet nicht Mühe und Probleme mitbringen. Da bin ich Mir sicher. Ihr würdet Derartiges nicht mit euch führen, sofern ihr könntet, denn ihr werdet ohnehin diese Art Dinge vergessen haben, sobald ihr vor Mir sitzt.
Sprachlos sein wäre gar nicht so schlecht. Wir könnten in schöner Stille miteinander reden. Es gibt im eigentlichen keinen Bedarf für Wörter. Vielleicht könnten Wir uns einfach an den Händen halten, und jedes Verstehen würde zwischen Uns passieren. Stille wäre genug. Unsere Herzen wären voll.
Selbst Verstehen würde nicht existieren, denn was gäbe es da, was zu verstehen ist? Es wäre genug, dass Wir lieben. Es wäre genug, in Unser Einssein zu sinken. Oh, wie vollendet du dich doch fühlen würdest!
Möchtest du diese Ganzheit eben jetzt spüren? Wieso nicht? Du bemerkst, du befindest dich bereits in Meiner Präsenz, oder etwa nicht? Was ist denn wirklich so anders zwischen Unserem Zusammensein jetzt und Unserem Zusammenkommen später? Ich bin immer der gleiche, infolgedessen musst du es sein, der variiert.
Vielleicht bist du so und so, während du dich für eine Party fertig machst, und auf der Party bist du anders. Vielleicht bist du auf der Party dein bestes Selbst. Ganz anstrengungslos. Für dich ist es dort sehr schön. Eine schöne Zeit haben meint einfach Bemühen und Anstrengung los lassen. Geliebte, sofern ihr bei einer Party euer bestes Selbst sein könnt, wieso nicht jetzt euer bestes Selbst sein? Euer bestes Selbst fühlt sich behaglich, Geliebte. Fühlt euch behaglich. Ihr seid jetzt bei Mir.
Stellt euch vor, Wir sind auf einer Party, und Wir gehen gemeinsam um den Tisch mit den wohlbereiteten Leckerbissen herum. Wie du Mich doch anlächeln würdest! Wie glücklich du doch wärest. Wie dankbar. All die Leckereien, die du für Mich zum Probieren aussuchen würdest! Selbst dann, wenn du bei der Party Gast wärest, wärest du ein Gastgeber.
Vielleicht ist das das Rezept für Entspannung: bemerken, dass die Party bereits begonnen hat, und dass
du ein freundlicher und großherziger Gastgeber bist.
Selbst in Meiner Gegenwart wärest du der Gastgeber. Ich bin der Gastgeber des Universums, und du würdest Mich zu Gast haben. An dich selbst würdest du nicht denken. Du würdest daran denken, Mich glücklich und es Mir behaglich zu machen.
Nun möchte Ich dich bitten, daran zu denken, dich selbst glücklich und es dir selbst behaglich zu machen. Sei dir selbst ein liebenswerter Gastgeber. Handle an Meiner Stelle. Ich ersuche dich dringend, mit alldem vertraut zu sein, womit Ich vertraut bin beim Unterhalt eines Universums und all derjenigen, die mit dir und mit Mir auf ihm tanzen. Wie wäre das? Möchtest du heute Mein rechter Arm sein?
Möchtest du für all die Gäste, die auf der Erde leben, ein Gastgeber sein? Möchtest du ein Saaldiener sein, der jedermann zur ersten Sitzreihe in Meinem Königreich geleitet?
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JENSEITS DES HORIZONTS DER ERDE
Hier bin Ich, unmittelbar hier, Ich schaue in deine Augen, und du siehst Mich nicht. Ich hebe deine Augenlider hoch, und Ich luge in deine Augen, und du siehst Mich nicht. Ich betrete deine Augen und gehe in ihr Inneres. Ich gebe dir Meine Augen um hindurchzuschauen, und du siehst Mich nicht. Sieh Mich jetzt.
Also gut, verlasse dich auf das, was du nicht siehst. Glaube an Mich. Falls du nicht an Mich glauben kannst, glaube daran, was Ich dir sage. Ich sage, was Ich sage, mit aller Liebe in Meinem Herzen und im Universum. Habe wenigstens ein kleinstes Bisschen an Glaube daran, wovon Ich zu dir spreche. Ich spreche zu dir von allem was ist.
Ihr werdet vielleicht denken, Ich habe eine blühende Fantasie. Geliebte, Ich habe die Realität auf Meinen Fingerspitzen. Ganz bestimmt würde Ich Mir keine Geschichten ausdenken, um sie euch zu erzählen. Ich sage euch die Wahrheit des Lebens.
Ihr seht womöglich mehr in die Nähe als ihr umsichtig seid. Vielleicht seid ihr kurzsichtig. Falls ihr nur darauf schaut, was augenscheinlich direkt vor euch liegt, seht ihr nicht weit genug. Kommt näher zu Mir heran, und ihr werdet einen weiteren Horizont sehen. Ihr werdet über den Horizont hinaus sehen. Ihr werdet euch über den Horizont der Erde hinaus vorwagen.
Horizonte geleiten euch dorthin, was jenseits von ihnen liegt. Horizonte sind schön. Wohin sie euch geleiten, ist schöner. Horizonte sind schlicht eine Vorausschau, eine Verlockung, ein einfaches
Straßenschild, was euch in die Richtung weist, in die ihr bereits gehen wollt. Gibt es irgendwo Besseres? Gibt es irgendwo etwas, was genauso gut ist, wie dorthin, wohin Ich euch weise? Habt ihr irgendwo anders hinzugehen?
In Wirklichkeit kann Ich nicht auf etwas hinweisen, unterdessen alles Ganzheit ist. Ich kann nur Äußerungen darüber machen. Es gibt nirgends, um darauf hinzuweisen.
Ich halte Mich Selbst hoch, und Ich halte dich hoch. Man kann sagen, Ich verehre dich. Ich sehe ganz klar. Du bist es, der das nicht tut. Was sehe Ich vor Mir? Ich sehe dich. Ich sehe die Weite von dir. Du befindest dich bereits jenseits des Horizonts. Du bist bereits dort, wo du hinzugehen befürchtest. Du bist bereits dort, wo Ich bin. Du denkst bloß, du seist irgendwo anders.
Selbstverständlich, du hast Beweise dafür, wo du deines Erachtens seist. Du hast eine Straßenadresse. Du hast eine Hausnummer. Du hast eine Karte.
Meine Adresse ist nicht so präzise. Meine Adresse ist Himmel. Meine Adresse ist Überall. Ewigkeit, Unendlichkeit. Hier. Jetzt. Es gibt nirgends, wo Ich nicht bin. Und du bist nie irgendwo ohne Mich.
Wir sind immerzu zusammen gewesen. Wir waren nie auseinander. Und dennoch weißt du es nicht. Oh, die Worte, jene magst du haben, jedoch nicht das Gewahrsein.
Wir befinden uns auf mehr als auf dem Abenteuer einer Lebzeit. Wir befinden uns auf mehr als auf dem Abenteuer eines Äons. Wir befinden uns auf einem Abenteuer auf ganz lange Sicht, obschon es dabei nichts Langes gibt. Es ist ein Augenblick. Sofern in der Ewigkeit die Zeit gemessen würde, wäre das bloß ein Augenblick. Und dennoch haben Wir diesen Moment unentwegt. Er ist Unser. Er ist Unser für immer. Er ist Unser, dieser Moment, immerzu. Er ist Unser Moment.
Wir bereisen sozusagen eine Ansammlung. Wir reisen an der gleichen Stelle. Wir bleiben an jeder Stelle still, und dennoch an keinem Fleck. Wir befinden uns in freiem Fall und taumeln durch das Universum, und Wir bewegen uns überhaupt nicht. Wir sind vibrierend. Wir sind nicht statisch, und gleichwohl stehen Wir still.
Was, Geliebte, können Wir anderes sein als Göttlich? Wenn Ich Göttlich bin, seid ihr es auch. Und Ich bin Göttlich, und demnach auch ihr.
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GOTT DANKT UNS
Mein Verlass in euch ist groß. Dabei gibt es keine Grenzen. Es ist nicht einmal Verlass. Ich habe nicht zu vertrauen. Ich weiß. Ich kenne dich genauso wie Ich Mich Selbst kenne. Ich kenne dich um Vieles besser, als du dich selbst kennst. Du kennst dich eigentlich selbst nicht richtig. Du siehst dich selbst mit Lücken und Trübungen. Ich kann sogar sagen, du siehst dich selbst überhaupt nicht. Du siehst vielleicht einen Bruchteil, und jenen Teil siehst du vielleicht fehl. Ich bin geneigt zu sagen, dass du dich selbst überhaupt nicht siehst.
Oh, ja, klar, du schaust öfters in den Spiegel, wo du die äußerste Peripherie deiner selbst siehst. Manchmal gefällt dir das, des Öfteren jedoch nicht. Früher oder später wird es dir jedenfalls nicht gefallen, so angeheftet an das Körperliche bist du.
Du hast über das hinaus zu sehen, was deine Augen sehen und was dein Geist interpretiert. Was mehr gibt es da zu sagen?
Du kannst nicht das Gleiche denken wie die Welt, und wie du es wohl immer getan hast. Ja, selbstverständlich, du kannst das. Du hast das getan. Aber du kannst nicht das Gleiche denken, das Gleiche wahrnehmen, und ein anderes Leben haben. Euer relatives Leben fußt auf eurer Wahrnehmung, Geliebte. So wie ihr seht, so erschafft ihr. Geliebte, ihr seid nicht immer für alles, was passiert, verantwortlich, und dennoch gibt es einen Bereich, der eure Verantwortlichkeit darstellt, und der in euch Wandel bewirken kann. In euch, Geliebte.
Ihr könnt euch in den gleichen Gegebenheiten befinden, und mit einem Wandel in euch, selbst dann, wenn die Gegebenheiten gleich zu bleiben scheinen, findet ein Wandel statt. Das weißt du bereits. Wenn du verdrießlich bist, ist alles dunkel. Wenn du dich heller fühlst, hat die gleiche Umgebung eine andere Gestalt. Vielleicht leuchtet sie sogar auf.
An eine Sache gilt es sich zu erinnern – dass ihr hier nicht für euch selbst seid. Diese Auffassung wird euch praktisch von Bürden befreien, und nicht ihnen noch etwas hinzutun. Das Leben handelt von mehr als von euch. Was für ein erstaunliches Konzept! Das Leben handelt von euch, und dennoch ist es mehr als über euch. Nehmt dieses Konzept an, und ihr werdet eine große Erleichterung spüren.
Nehmt in Betracht, dass das Leben in der Welt nicht der Maßstab von euch ist. Der Maßstab von euch ist nicht der Punkt. Ich habe euch bereits bemessen, naja, nicht genau bemessen, vielmehr erschaffen, und Ich habe euch gut erschaffen. Seid eingedenk, Ich habe euch erschaffen, nicht für euch selbst, sondern zum Ruhm der Welt. Auch für euch, jedoch nicht ausschließlich für euch.
Ich nehme an, Ich könnte es so sagen … Ich erschuf euch wie einen Tisch. Ihr seid ein schöner Tisch.
Und Tische dienen einem Zweck. Ihr dient einem Zweck. Essen kann auf dem Tisch serviert werden. Ein Tisch kann als Pult dienen. Er kann ein Ort sein, um darauf Dinge abzulegen. Er ist ein Gegenstand zum Polieren. Er kann scheinen. Auf ihn kann man sich lehnen. Er kann eine Zierde für einen Raum sein, und indes dient ein Tisch, um ein Tisch zu sein, auf die eine oder andere Weise und mehr als bloß auf eine Weise.
Ihr habt größere Gelegenheiten zu dienen als ein Tisch. Der Dienst, den ihr erteilen könnt, ist unbegrenzt, und ihr habt jeden Tag neue Gelegenheiten, zu dienen. Seid kreativ, Geliebte. Wagt es, neu zu sein. Wagt es, dem Universum und den anderen Menschen, die mit euch in ihm leben, zu dienen, ob nah oder fern.
Erinnert euch selbst, dass es ein Privileg darstellt, zu dienen. Es ist ebenfalls ein Privileg, bedient zu werden. Sobald du all das Gute akzeptierst, was zu dir kommt, führst du auch einen Dienst aus. Dient und dient und dient. Ihr dient Mir, und Ich danke euch. Wisst darum bei dem nächsten Sonnenaufgang, den ihr seht – Ich danke euch.
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IHR SEID EUER EIGENER STERN
Die Wahrheit von dir ist deine Göttlichkeit. Alles Menschsein, was du darstellst, ist bloß deine Verkleidung. Du bist Göttlichkeit in der Gestalt eines Menschenwesens. Du gehst auf der Erde zwei Pfade gleichzeitig. Wir könnten sagen, dass du mit deinem rechten Fuß sagst: „Er liebt mich.“ Und mit dem linken Fuß: „Er liebt mich nicht.“ Klar, dein rechter Fuß liegt richtig. Der linke ist inkorrekt.
Liebe ist das Salz des Universums. Das Menschsein von dir hält sich selbst vielleicht von der Liebe, die da ist, auf Abstand. Die Göttliche Präsenz von dir wankt nicht einen Augenblick lang bezüglich der Liebe, die da ist, und der Liebe, die sie empfängt. Liebe ist dem Realen Du nie verborgen. Das Göttliche Du punktiert in jeder Millisekunde in die Liebe. Es hat nicht einmal dort hinein zu zapfen. Es ist bereits mit endloser Liebe überflutet. Es kennt nur Liebe. Es hat nicht darauf den Brennpunkt zu richten, weil das Reale Du Liebe selbst ist.
So schreitet das Menschsein von dir auf einem Brettspiel namens Leben. Das Menschsein glaubt, dass das Menschsein das Trophäenauto oder das Haus sei, was es hin und her bewegt. Es verliert sich im Denken. Es läuft immer an ‚Geh!‘ vorbei. Es läuft rund und rund. Mitunter erinnert es sich vielleicht, dass mehr an ihm ist als sein Menschsein. Dann und wann entsinnt es sich seiner Göttlichkeit und weiß nicht, woran es sich entsinnt, und bleibt dabei, um das Brettspiel herum zu gehen, mit dem Gedanken, dass es alles sei, was es gibt. Es ist derart damit befasst, um den Block herumzugehen, dass es vergisst, Wer es wirklich ist, jener von ihm, der nicht so stark von der Partie absorbiert ist, jener von ihm, der um ein Umfassenderes Universum herumfliegt, nicht mehr in dem Gewühl, jenseits davon, von ihm aufgesogen zu sein.
Wir sagen, dass das Menschsein von dir seine immerzu präsente Göttlichkeit vergessen hat. Es geht nicht so sehr darum, dass es vergessen hat, wie, dass es vergisst darüber nachzudenken, was die eigentliche Grundlage des Menschseins darstellt, welches oft seinen Frieden durcheinanderbringt. Der rechte Fuß wird nicht vernommen. Der linke Fuß hört sich selbst mit Bestürzung.
Das ist ein großes Opfer, was das Menschsein von dir macht. Das Menschsein von dir hält den Salzstreuer und wirft das Salz fort. Es hat vergessen, wofür der Salzstreuer ist. Es hat den Geschmack der Göttlichkeit aufs Abstellgleis geschoben. Für später. Zwischenzeitlich ist das Leben ohne das innewohnende Salz der Liebe oft ohne Würze, die es verdient.
Ihr habt einen Kumpel namens das Göttliche, was euch überallhin folgt und was sich sehnt, bemerkt zu werden, was sich sehnt, anerkannt, was sich sehnt, befürwortet zu werden. Das Göttliche hätte gerne deine Aufmerksamkeit.
Begreife bitte, dass Aufmerksamkeit auf das Göttliche keine Buße ist. Sie ist deine Befreiung. Sie ist deine Erleichterung. Wahr ist immer besser als falsch. Dein Menschsein ist nicht Wahrheit. Es ist Fakt, aber nicht Wahrheit. Der Fakt ist vor dir hochgehalten worden, und die Wahrheit scheint wie eine Waise hinterhergeschleppt zu werden, scheint da zu sein, jedoch nicht anerkannt, nicht gänzlich anerkannt.
Ihr seid so nahe an der Wahrheit, Geliebte. Sie pocht an die Tür eures Herzens. Ihr seid nie ohne sie. Einerlei worum es geht, ihr seid nicht ohne sie. Es gibt nichts, was die Göttlichkeit von euch bezwingen kann. Sie wartet geduldig, immerzu da, immerzu nach euch Ausschau haltend. Eure Göttlichkeit ist euer Leitstern, ja, gar eure Märchen-Gottesmutter, so könnten Wir sagen. Die ganze Zeit über ist sie ihr, Geliebte, ist sie ihr. Ihr seid eurer eigener Stern.
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EINES VON GOTTES EINZIGARTIGEN HIMMLISCHEN GESCHENKEN
Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten von Fähigkeiten. Es gibt zahlreiche Arten von Begabungen. Ich sage euch eben jetzt, dass es in eurem Leben ein Gebiet gibt, in dem ihr ein Genie seid, ein einzigartiges Genie. Ihr habt nicht zu wissen, was es ist, Geliebte. Ihr habt es nicht zu identifizieren, weil ihr es seid. Ihr lebt es. Ihr habt nicht darüber nachzudenken, habt nicht einmal um es zu wissen. Ihr könnt Mein Wort dafür nehmen. Ihr seid eine einzigartige Wohltat von Mir, dem Planeten Erde zugeliefert.
Ihr mögt eine einzigartige Segnung des Zuhörens sein. Lauscht auf das Murmeln des Universums. Was sagt es? Es sagt, du hast ein einzigartiges Geschenk zu geben.
So wie ein jedes Lächeln im Universum einzigartig ist, so bist du einzigartig. Du bist ein spezieller Diamant aus einer Diamantenmine. Du bist ein spezieller Stern aus Millionen von Galaxien von Sternen. Du bist ein spektakulärer Stern. Keiner konnte dich erfinden. Du wurdest aus Meinem Odem erschaffen.
Du weißt bereits, keine zwei Fingerabdrücke sind dieselben. Wieso bist du über deine Einzigartigkeit überrascht? Wieso bist du überrascht, dass du einzigartige Talente hast, Genie mit eingeschlossen? Die Mannigfaltigkeiten des Genies sind unbegrenzt, so wie du unbegrenzt bist.
Niemand konnte dich vorgestellt haben. Niemand. Ich träumte dich in die Existenz, und hier bist du, und gehst und redest auf der Erde so und so. Du hältst nicht ein, dich nach etwas umzusehen, nicht gewahr dessen, dass das du selbst bist. Ihr habt bereits gefunden, Geliebte. Ihr seid eben das Universum, in dem ihr lebt. Es ist alles inwendig in euch enthalten.
All das grandiose Außen in der Welt ist inwendig in euch. Ebenso auch die Lächerlichkeit. Ihr seid alle die schönen E-Mails, die ihr erhaltet, und ihr seid ebenfalls die Spam. Ihr seid eine Buchstabensuppe! Es gibt diese ganze Mannigfaltigkeit in der Welt, und ihr seid diese Mannigfaltigkeit desgleichen.
Das Nächste, was ihr tun werdet, ist zu lächeln. Selbst dann, wenn ihr euch für euch alleine in einem Kämmerlein befindet, lächelt einfach gleichfalls. Immer, wenn ihr lächelt, erhellt ihr die Welt. Möchtet ihr für Mich lächeln, falls euch das gefällt?
Immer wenn ihr eine Freundlichkeit ausführt, erhellt ihr die Welt. Möchtet ihr eine Freundlichkeit für Mich tun?
Immer wenn ihr singt, erhellt ihr die Welt. Möchtet ihr für Mich singen?
Also, immer wenn ihr redet, erhellt die irregeführte Welt, die so sehr nach eurer Helle lechzt. Möchtet ihr für Mich sprechen?
Es gibt zahlreiche Gelegenheiten für euch, um die Welt anzuleuchten. Ich weiß, ihr möchtet gerne die Welt erhellen, und ich weiß, ihr möchtet gerne, dass sie für euch erhellt wird. Lasst uns sie gemeinsam erhellen.
Lächelt und sagt Worte, die es wert sind. Sagt Worte, die es wert sind, gehört zu werden. Ich werde euch helfen.
Jede einzelne Person auf der Erde hat eine einzigartige Fähigkeit zu lieben, und dennoch haben alle an der Gemeinsamkeit teil. Sobald du die Anhaftung hinter dir lässt, scheint die Liebe. Sobald du die gehortete Vergangenheit los lässt, glänzt die Liebe. Sobald du dich der Liebe erinnerst, und sobald du dich erinnerst, sie zu geben, scheint die Liebe. Du hast die Macht, um die gesamte Welt zu erleuchten.
Ich frage mich, was dich davon abhalten möchte, eben das zu erfüllen. Mit der Macht der Liebe, die du hast, stärker als der Blitz, stärker als Superman, stärker als das mächtige Atom, stärker als jeder Stern, kannst du die Welt und die Gesichter aller um dich herum erleuchten.
Wo möchtest du beginnen? Du hast nur irgendwo zu beginnen, da oder dort. Wo möchtest du beginnen?
Wann möchtest du beginnen? Wieso, du wirst eben jetzt dort beginnen, wo du bist. Lächle dir eben selbst zu. Komm hoch von der Tändelei, und erhelle diese Welt, die sich nach deinem Licht sehnt.
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WIE GOTT BESSER KENNENLERNEN
Du bist bloß einen Hops, einen Sprung und einen Satz weit weg von Mir. Du bist eigentlich nicht einmal so weit weg. Du bist nahe. Du bist näher als nahe. Du bist ganz entschieden Mein Sein. Irgendwie bist du dir sozusagen durch deine eigenen Finger geschlüpft. Deine Augen sehen das nicht, was soeben direkt vor dir ist. Vielleicht schaust du nicht zur richtigen Stelle.
Wie würde es sich anfühlen, wenn du wüsstest, dass du jetzt soeben voll und ganz bei Mir bist? Wie würdest du dich fühlen, wenn du weißt, du bist im Schoß Gottes? Wie würdest du dich im Wissen fühlen, dass Unsere Augen einander in jedem Augenblick begegnen, und dass das, was Wir sehen, schön ist? Wie würdest du dich fühlen,, wenn du wirklich wüsstest, dass du Meine schöne Schöpfung bist? Es ist so leicht für dich zu sagen, dass Ich, Gott, dich erschaffen habe, und genauso gut könntest du doch dieses oder jenes Geklingel wiederholen. Es ist ein allgemein innegehaltener Glaube, dass Ich euch erschaffen habe, und dennoch bejaht ihr das noch nicht voll und ganz und lotet es nicht aus. Es muss so sein, dass ihr noch nicht wirklich glaubt, dass Ich euch erschaffen habe, dass Gott euch erschaffen hat. Euch.
Ist es euch möglich zu denken, dass Ich beschädigte Waren geschaffen habe? Denkt ihr wirklich, das würde Ich? Ich spreche nicht von dem beschränkten Physischen, Geliebte. Ich spreche von euch. Von euch.
Denkt ihr wirklich, das Physische sei alles von euch? Vielleicht denkt ihr, die Schönheit sei hauttief.
Sicher, vieles am Leben in der Welt scheint sich darum zu drehen. Wie viele Werbeanzeigen gibt es, die Mich bewerben? Oh, ein paar hier und dort, wie viel wird jedoch von Lippenstiften und Shampoo und Action Shows gezeigt!
Hier bin Ich, der Tuer, und Ich werde nicht gezeigt. Wahr ist, Ich arbeite hinter den Szenen. Ich fahre keine Autorennen oder mache keine verrückten Sprünge oder hüpfe nicht über große Gebäude. Ich bin im Hintergrund, und gleichwohl bin Ich der Tuer. Ich gehe von Stern zu Stern. Ich statte dem Mond einen Besuch ab. Ich erkunde unkartierte Welten. Ich nehme dich mit Mir, und Ich bin konstant. Und du magst denken, dass du eigentlich nicht Mein Kind bist. Ich frage mich, was du denkst, was du seist. Es muss so sein, du denkst, dass du vorherrschend physisch bist und dass jeder und alles es genauso ist.
Du hast davon gehört, dass alles sich herumdreht und dass nichts wirklich fest ist. Ich spreche von dem Stillen und dem Ungesehenen, was das eigentliche Fundament von euch ist. Ihr seid ein spirituelles Seinswesen, Geliebte. Ihr seid Meine spirituelle Schaffung. Ihr seid aus Meinem Herzen entsprossen, und ihr habt nach wie vor hier in Meinem Herzen Wohnung. Klar, euer Geist ist irgendwo hin entschlüpft, dennoch seid ihr jetzt hier bei Mir.
Niemals lasse Ich euch im Stich. Niemals vergesse Ich euch. Und dennoch scheint ihr euch selbst aus Meinen Armen der Liebe freizumachen, gleichwohl, das ist in Wahrheit ein Kunststück, was ihr nie auszuführen vermögt. Ihr nehmt euch dabei indes selbst auf den Arm. Ihr überseht die Realität von euch und denkt, dass die Einkaufszeile, die ihr häufig aufsucht, das Ausmaß von euch darstelle. Selbstverständlich, Ich bin auch die Einkaufszone.
Ihr stolpert über Sachverhalte, Geliebte. Das große Glücklichsein, auf das ihr wirklich aus seid, von ihm huscht ihr weg. Ist das keine harte Nuss? Ihr sucht überall außerhalb von euch nach Glücklichsein und vergesst, wo Glücklichsein tatsächlich zu liegen kommt. Ihr wusstet einmal, was ihr jetzt vergessen habt.
Ihr könnt nicht für immer vergessen, Geliebte. Ihr könnt der Wahrheit des Lebens nicht immer aus dem Weg gehen. Ihr könnt sie nicht umgehen. Ihr werdet Mich in eurem Herzen sehen, und ihr werdet bestätigen, dass ihr Mich immerzu gekannt habt. Ihr werdet Mich abermals erkennen, und ihr werdet vergessen, dass es jemals einen Augenblick gab, als ihr vergessen hattet. Wir sind nun miteinander verbunden, ob ihr es glaubt oder ob ihr euch erinnert oder nicht. Ich bin ganz entschieden euer eigentliches Selbst.
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SPIELT DIE FLÖTE VON GOTTES LIEBE
Ja doch, ihr seid ein Instrument Meiner Liebe. Ein jeder. Was anderes könntet ihr denn sein? Bleibt nahe an eurem Herzen, Geliebte, und ihr werdet eure Nähe zu Mir erkennen.
Ein Instrument Meiner Liebe sein erfordert keine Anstrengung, das versteht ihr. Liebe ist nicht etwas, was ihr tut, denn Liebe ist das, was ihr natürlich seid. Dass ihr eine Einmischung zulasst, blockiert eure Liebe, nun, das ist gut bekannt, indes soll bei der Liebe, die aus euch heraus entströmt, nichts dazwischen kommen.
Es ist so, als sei eure Liebe in der schlichten Sicht verdeckt, indes ist sie manchmal durch Gestrüpp und Schnipsel des einen oder anderen verborgen.
Ich spreche vor euch nicht davon, die Überlagerungen niederzutreten oder sie zuzudecken. Ich spreche zu euch darüber, die Liebe aufgehen zu lassen.
Ich spreche vor euch nicht davon, zu tun als ob. Ich bitte euch nicht, unlauter zu sein. Ich bitte euch, euch selbst gegenüber aufrichtig zu sein, und desgleichen Mir gegenüber. Geliebte, Geliebter, du hast nicht weit weg umherzuschweifen.
Ärger, Verbitterung, Neid, Habgier und andere mindere vermeintliche Bedürfnisse mögen euch einen Besuch abstatten, aber sie sind nicht ihr. Sie sind Besucher, und des Öfteren unmanierliche obendrein. Du hast sie nicht willkommen zu heißen. Und wenn du dabei bist, sie willkommen geheißen zu haben, hast du jedes Recht dazu, ihnen zu sagen, wieder zu gehen und nicht wieder zurückzukommen. Du bist nicht Minderem als das, wer du bist, verpflichtet. Du bist Liebe. Egal wie oft, Ich sage dir, dass du Liebe bist, diese Tatsache scheint nicht in dich hinein zu sinken.
Für dich ist es so leicht zu glauben, dass du ärgerlich, verdrießlich, leidend, ausgenutzt, nicht wertgeschätzt und so weiter bist, und irgendwie ist es aber schwer für dich zu bejahen, dass du Liebe bist. Du hast es nicht der Liebe zuzulassen, dass du verunglimpft wirst. Das hast du nicht. Du kannst es. Ganz bestimmt hast du es, aber du musst es nicht. Woher hast du die Vorstellung bekommen, dass du es musst, dass du dazu verpflichtet bist, dass du höflich zu sein und dass zu dir zu nehmen hast, was minder als du ist?
Pickel behältst du nicht an dir, mindere Emotionen indes bewahrst du auf. Es könnte sein, dass das bloß eine Gepflogenheit ist. Gepflogenheiten können durchbrochen werden, Geliebte. Ihr habt Wahlen zu treffen, und Wahlen liegen euch an, sie zu treffen.
Möchtet ihr jetzt in diesem Augenblick die Wahl treffen, die Liebe zu sein, die ihr bereits jetzt seid? Beginnt damit, gut aufgelegt zu sein. Bejaht die Fröhlichkeit. Das ist leicht zu machen, wenn ihr die Vergangenheit los lasst. Gut gelaunt sein ist nicht leicht, wenn ihr die abgetragene Vergangenheit an euch haltet. Immer wieder von neuem kann Ich euch bloß sagen: „Geliebte, lasst die Vergangenheit los. Lasst die Vergangenheit ruhen. Lasst sie gehen. Wieso solltet ihr Verflossenes an euch halten? Wieso solltet ihr es wie einen teuren Liebesbrief an euer Herz drücken? Selbst Liebesbriefe habt ihr los zu lassen. Die Liebe wird bleiben. Ihr braucht nicht das Parfüm der Vergangenheit. Ihr braucht die Frische eben dieses Augenblicks der Ewigkeit.“
Vielleicht glaubt ihr nicht, dass ihr los lassen könnt. Ich versichere euch, ihr könnt es. Oh, ja, mitunter werdet ihr glatt auf euer Gesicht fallen in euren Anläufen, die Vergangenheit und alles, was aus ihr erwachsen ist, los zu lassen. Steht auf und geht weiter. Seid beherzt. Ihr könnt das. Ihr könnt von der Vergangenheit und all ihrem Nachlass aufstehen.
Du bist Meine Geliebte, du bist Mein Geliebter. Erinnere dich anstatt an die Vergangenheit daran.
Erinnere dich, dass du hier bist, um ein Instrument Meiner Liebe zu sein. Sieh dich selbst als eine Flöte Meiner Liebe, auf der Musik gespielt wird. Sei Meine Flöte, die Musik macht. Ich möchte Mich herzuneigen und der Musik zuhören, die du machst, welche die Meine ist. Aller Ruhm gebühre der Flöte, die Meine Musik für die Liebe von allen spielt.
3035
SCHAUT DIE STERNE AN
Lasst Uns heute einen faulen Tag machen, du und Ich. Lasst Uns eine Weile auf einer weißen Wolke liegen und den blauen Himmeln und dem Himmel und der Erde nachsinnen. Lasst uns heute mit nichts im Sinn heiter sein, außer, wie schön es ist, im Einssein der Liebe zusammen zu sein. Wie schön es ist, einfach zu sein. Nichts zu tun zu haben, sich um nichts zu kümmern, einfach Liebe zu sein, die durch das Universum sich aufschaukelt und rotiert.
Lasst Uns uns heute einfach zurücklehnen. Lassen wir die Welt heute sich um sich selbst sorgen. Alles ist eingereiht, und alles wird aufs Stichwort zum Vorschein kommen.
Mittlerweile können Wir auf einer weißen Wolke segeln oder Wir können auf einem blauen See paddeln und Uns den blauen Himmel und das darüber hinaus anschauen. Wir können empor schauen. Wir können an diesem Tag müßig sein und uns daraus nichts machen, hin und her zu eilen oder wegen etwas in Hast zu kommen, denn heute wissen Wir, dass Zeit nicht existiert, infolgedessen werden Meine Kinder nicht mehr länger denken, dass es nicht genügend Zeit gibt, um all das zu tun, was getan werden soll. Es gibt keine Zeit, denn an der Stelle ist Ewigkeit, und Ewigkeit ist insgesamt eine ganz andere Partie.
Wir können Uns auf die Ewigkeit lehnen und einer eingebildeten Parade des Lebens zusehen, wie sie an Uns vorübergeht. Wir können sogar Uns selbst in der Parade marschieren sehen, und Wir haben nichts dagegen. Marschierer und Majorette springen entlang. Wir genießen es, sie Uns anzusehen. Wir genießen es, all das anzuschauen. Was denn gibt es da nicht für Uns, um Uns an ihm an diesem Tag, den Wir so leicht nehmen, zu erfreuen?
Ohne ein Empfinden von Dringlichkeit bekommen Wir mehr hin. Was ist Dringlichkeit anderes als ein Empfinden von Auf geht’s, Auf geht’s, Auf geht’s? Es ist nicht alles ein Notfall, Geliebte. Nicht alles ist eine Krise. Vielleicht gar nichts.
Anstelle von Auf geht’s, Auf geht’s, Auf geht’s probiere Leicht, Leicht, Leicht wird es gehen. Wenn du nicht eilst, wird alles leichter. Ich empfehle euch, dass ihr durch das Leben tänzelt, anstatt euch Gefechte zu liefern.
Lasst Uns in der Nacht auf einer heiteren Lagune auf einen Lilienweiher legen und die Sterne anschauen. Die Sterne anschauen wird alles in die richtige Perspektive rücken. Schaut öfters die Sterne an und das über längere Zeiträume. Was habt ihr wirklich zu tun, was wichtiger ist als das Licht und die Botschaften der Sterne?
Oder lasst Uns zum Mond fahren. Der Mond ist heiter. Er zieht die Gezeiten und noch vieles mehr heran, und gleichwohl ist er heiter. Ahmt den Mond nach, und ihr werdet die Kühle der Muße spüren.
Es ist nicht so, dass Ich euch bitte, eure Schritte auszumessen. Ich sage, es gibt kein Schritttempo, mit dem mitzuhalten sei. Haltet mit der Stille und Ruhe an jedem Tag Schritt.
Steht auf dem Gipfel eines Berges, und ihr werdet das Getümmel aus einer gewissen Entfernung sehen. Bleibt nahe bei Mir, und ihr werdet von der Mühe und den Schwierigkeiten befreit sein. Für euch gibt es keinen Bedarf, euch in den Tumult zu begeben. Betretet stattdessen Mein Herz.
Seid ein Wahrzeichen der Stille, denn von der Stille her bringt ihr etwas zustande, nicht vom Umherflitzen.
Stellt euch vor, wie Ich die Welt erschaffen habe. Ich rannte nicht irgendwohin. Ich dachte schöne Gedanken, und dann manifestierten sich Meine Gedanken. Obschon Ich ein Tuer bin, tat Ich nicht. Ich dachte. Ich träumte. Ich stellte mir vor, und hernach wurde die Schöpfung geboren. Sie wurde aus den Bestrebungen Meines Herzens geboren. Ich habe nicht hart daran gearbeitet. Ich habe überhaupt nicht gearbeitet. Und ihr und all die äußere Welt kamen in die Existenz und haben seitdem nicht aufgehört. Ich habe ein Mal geschaffen, und alle die Fröhlichkeit hat sich aus sich selbst heraus fortgesetzt ohne irgendein Bemühen Meinerseits.
Geliebte, von Mir habt ihr die Anstrengung nicht unterwiesen erhalten. Woher habt ihr sie erlernt? Wo habt ihr Stress und Strapaze gelernt? Wie auch immer, entfernt euch jetzt von dieser Tretmühle.
3036
IN DER UNSCHULD DER LIEBE GOTTES
Heilig bist du. Der Auffassung bist du nicht. Du denkst, von heilig seist du am allerweitesten entfernt. Und wenn Ich dir das sage, meinst du, Ich sei unschuldig und Mir nicht bewusst, wer du wirklich bist.
Wie du dich doch irrst! Ich bin Mir gewahr, wer du wirklich bist. Du bist es, der sich dessen nicht gewahr ist.
Ich möchte euch so gerne wieder in eure Unschuld zurück verbringen, wo ihr derart seltsame
Meinungen über euch nicht hattet. Ich möchte euch gerne von euren strengen Meinungen abbringen und Mich euch in die Unschuld Meiner Liebe einwickeln lassen.
Liebe hat unschuldig zu sein, Geliebte. Sofern Liebe nicht unschuldig ist, ist sie durchtrieben, und dann ist sie nicht Liebe. Sie wird zu einer Ware, die von Kopf bis Fuß gemustert, gekauft und verkauft wird, und
infolgedessen überhaupt nicht viel Wert hat. Sie wird sodann zu einer Währung, zu einem Austauschmedium.
Liebe existiert in ihren eigenen Bezügen, und das meint überhaupt keine Bezüge. Liebe existiert, weil sie existiert. Die Sonne scheint, weil sie scheint. Eben das tut die Sonne. Sie scheint. Liebe liebt, weil sie Liebe ist, und eben das tut Liebe. Liebe ist eine heilige Sache, weil sie Zeuge der Wahrheit von sich selbst ist. Es ist die Natur der Liebe, sich ohne Qualifizierung hinauszugeben. Liebe hängt von sich selbst ab und nicht von äußerem Verdienst. Liebe blinkt nicht an und aus. Sie ist ein Zustand der Existenz wie kein anderer.
Liebe ist eine heilige Sache, und du bist Liebe. Du bist ein heiliges Seinswesen, was Ich geschaffen habe, um Liebe und Licht auf der Erde zu etablieren. Ich habe dich nicht geschaffen als einen Nichtsesshaften. Du warst kein Nachgedanke. Du warst Mein Gedanke. Ich dachte Liebe, und du kamst in die Existenz. Du wurdest nicht automatisiert, indes ist jedes Kind von Mir mit der gleichen Liebe erfüllt, und in gleichem Ausmaß erfüllt, und das ist Liebe ohne Maßen, Liebe selbst in all ihrer Anschauung der Welt und dessen, was in der Welt ist.
In deinem Herzen ist schrankenlose Liebe. Liebe ist dabei, die Welt zu übernehmen. Dein Herz ist unterwegs, einen Coup auszuführen. Eine unangekündigte Revolution ist zuhanden. Liebe übernimmt soeben. Still, anstrengungslos ist Liebe unterwegs, die Welt anzufüllen, und ein jeder wird sie erkennen.
Sobald alle Liebe kennen, was sonst wird dann gebraucht? Welche Regeln oder Gesetze werden für nötig erachtet oder in einer Welt bedacht, die den Nächsten genauso liebt wie sich selbst? Welchem Einzelnen wird Liebe fehlen und wer wird infolgedessen auf etwas versessen sein? Liebe wird die Welt erfüllen, und wie glücklich wird die Welt doch sein. Wie glücklich werdet ihr sein! Ihr werdet die Arme der Liebe tragen, und etwas anderes werdet ihr nicht kennen. Ihr werdet die Vollkommenheit lieben, und ihr werdet die Unvollkommenheit lieben, anderenfalls könnt ihr nicht etwas sehen, was vollkommen dasjenige ist, was es ist.
Alle werden ihre Arme der Liebe untereinander einhaken und zu einem Picknick und einem Fest über das Ausgießen der Liebe gehen. Es wird unmöglich sein, euch vom Ausgießen eurer Liebe zurückzuziehen. Sie wird überall hinkleckern. Ja, eure Liebe, eben jene Liebe, von der ihr gegenwärtig denkt, dass ihr sie nicht im Besitz habt.
Springt in den See der Liebe und macht eure Füße nass. Bespritzt alle, wie ihr es wollt. Geht ein in große Tiefen, und springt hoch zu hohen Höhen. Was sonst wollt ihr mit all der Liebe tun, die ihr habt, außer sie geben, und sie in aller Freiheit geben, und sie ohne Weiteres geben?
Ihr werdet jeder und alles sein. Von Trennung wird kein Wort zu hören sein. Alle werden eins sein, und Einssein wird alles sein, was da ist. Ihr werdet zu der Begegnung aufrufen, und die Einheit wird sich auf der Erde versammeln. Seid rechtzeitig da. Ich werde da sein.
3037
WAS WÄRE, WENN DU KÖNNTEST?
Was wäre, wenn du das Wort sie aus deinem Vokabular entfernen würdest? Von wem wärst du dann getrennt? Du würdest nicht jemand, der dir gegenüber sitzt, als dir entgegengesetzt sehen, und du würdest keiner Existenz eines Anderen widersetzt sein. Du würdest dich nicht mehr länger angetastet fühlen, denn du wirst erkennen, dass jeder du selbst ist und dass ihm alle Liebe und Ehre in der Welt und im Himmel gebührt, die du verdienst, und die du dir womöglich deinem Empfinden nach zurzeit versagt hast oder von dir fort genommen worden ist. Du würdest nie mehr Mangel spüren. Du würdest alles verstehen und nichts fehlverstehen.
Sobald du das Konzept des Sie beseitigst, würdest du tatsächlich etwas wissen. Der Gedanke der Feindschaft würde dich nicht überkommen. Du würdest dich keinem gegenüber überlegen oder unterlegen fühlen. Du würdest nicht oberhalb oder unterhalb sein. Du würdest daneben sitzen. Du wärst Fleisch gewordenes Mitempfinden. Du würdest die Liebe sein, die du bist. Du wärest ein heller Stern auf der Erde, der gemeinsam mit allen anderen Sternen scheint, die dich und Mich reflektieren.
Du würdest keine Nachfrage spüren, Urteile auszusprechen, weil du wissen würdest, dass alle aufs Höchste und berechtigt sind, und du würdest sie alle aus dem Reichtum deines Herzens heraus segnen.
Und wenn Herzen voll sind, wer würde sodann an Strafe denken? Was für eine weithergeholte Idee wäre doch Strafe! Wer würde an Strafe denken mögen, sobald die Liebe vorne auf der Bühne steht? Strafe würde niemandem Freude überreichen. Wie könnte sie das? Eine derartige frivole, flatterhafte Sache, wie Strafe es ist. Strafe ist natürlich neben der Liebe nichtexistent. Sie kann nicht einmal ausgedacht werden, sobald Liebe in Blüte steht. Welche Missstände der Welt können neben der Macht der Liebe ausgemalt werden? Was erblasst nicht neben der Liebe? Ohne Liebe, was hat das für eine Bedeutung? Und mit Liebe, was sonst hat eine Bedeutung? Was kann der Liebe gleichrangig sein? Ich kenne nichts. Ganz bestimmt ergeben weltliche Güter neben der Liebe keinen Sinn.
Liebe ist dein bester Freund. Die Liebe in deinem Herzen ist der machtvollste Aktivposten, den du hast, und du hast zahlreiche. Was immer an Talenten du hast, einerlei wie bewunderungswürdig, sie sind nichts im Vergleich zur Liebe. Deine Talente sind schön, und Ich beschwöre dich, sie zu entfalten, und dennoch sind sie ohne Liebe nichts.
Bleibt nahe an der Liebe, Geliebte. Nährt sie in euren Herzen. Seid bestrebt, ein großer Geber der Liebe zu sein. Gebt der Welt Göttliche Liebe. Liebt die Welt einfach, und die Welt wird in eurer Liebe anschwellen. Die Welt wird nicht scheu sein, eure Liebe entgegenzunehmen. Deswegen, ja, liebt die Welt und alles in ihr.
Wenn ihr meint, die Welt sei zu bevölkert, als dass ihr jeden lieben könnt, dann rückt auf der Parkbank, auf der ihr sitzt, rüber und macht Raum, oder gebt jemandem euren Platz. Euer Herz, der Parkbank ungleich, kennt indes keine Grenzen und kann alle beherbergen. Für die Vollheit eures Herzens gibt es keine Beschränkung. Füllt euer Herz mit Meiner Liebe auf, und lasst sodann jene Liebe wie einen Ballon los, der zum Himmel hoch fiegt. Alles, was ihr zu tun habt, ist, eure Liebe los zu lassen, und sie wird hoch steigen und der Welt beistehen. Eure Liebe wird alle Herzen erreichen. Eure Liebe wird die weitest entfernten Sterne erreichen, und sie wird bei jenen anlangen, die einsam an der Bordsteinkante sitzen und auf Liebe warten. Eure Liebe wird die Leerstellen in einem jeden Herzen auffüllen. Eure Liebe ist eine Saat, die ihr verstreut, und sie wird landen, wo sie möchte, und sie wird auf gutem Boden wachsen, wo immer sie auch niedergeht. Ich segne euch, und Ich segne eure Liebe, und Ich segne alles, worauf eure Liebe fällt.
3038
EIN GESCHENK GOTTES MIT DEINEM NAMEN DRAUF
Was möchtest du aus dem Heute machen? Was wirst du mit ihm tun? Sieh heute dein Leben als deinen Ofen. Was wirst du heute in ihm backen?
Das Heute kommt zu dir, und es bringt, was es mit sich bringt. Durchaus kann es sich dabei um Überraschungen handeln. Der Tag ist unschuldig. Er ist nicht für das verantwortlich, was er bringt, denn der Tag ist ein unschuldiger Zulieferer. Was bringt ihr dem Tag, Geliebte? Habt ihr nicht als der
Empfänger des Tages etliches Sagen darüber, wie ihr durch ihn hindurch geht? Was immer der Tag heute mit sich trägt, du trägst es genauso. Es liegt dir an, wie du den Tag begrüßt und was du aus ihm machst. Du kannst aus ihm machen, was du willst.
Vielleicht bist du wie ein UPS-Mann, der heute ein Paket an sich selbst ausliefert. Möge er doch ein jedes Paket an jeden mit einem Lächeln auf seinem Gesicht ausliefern und den Tag eines jeden Menschen erhellen, und lasse er sich doch das für ihn vorgemerkte Paket ebenfalls mit einem Lächeln öffnen. Klar, der Mann von UPS ist nicht für den Tag eines jeden verantwortlich. Er liefert ein verpacktes Paket aus. Jeder, der sein Paket des Tages öffnet, ist verantwortlich für seinen Tag. Niemand soll an heute denken als einen Tag, der ihm angedreht wurde. Es ist ein Tag, der in Empfang zu nehmen ist. Was immer er heute für dich mit sich bringen wird, du kannst im Voraus wissen, dass er Segnungen für dich innehat. Was immer an Sonstigem dein Tag beinhalten mag, Segnungen werden damit einhergehen. Ein jeder Tag hat Segnungen für dich.
Tage können Verärgerungen und selbst tiefen Schmerz enthalten, und dennoch enthält jeder Tag
Segnungen für alle. Die Sonne scheint. Der Regen fällt. In jedem Fall bringt der Tag dir ein Geschenk. Der Tag selbst ist ein Geschenk. Denke dir es so, ein Tag von Mir an dich, ein Tag mit deinem Namen auf ihm, ein Tag von Gott an dich. Möchtest du erwägen, Mein Geschenk an dich mit Freude zu öffnen? Nimm die Verpackung weg und schau, was drin ist. Schau, was du mit ihm anfangen kannst.
Heute ist ein Geschenk, was es nur einmal in der Lebzeit gibt. Der gleiche Tag ist jedem gegeben, und dennoch ist jeder Tag für dich und für jeden einzigartig. Wie ist das möglich? Gleichwohl, das ist möglich.
Ob das Heute nun Schnee oder Regen oder hellen Sonnenschein mit sich bringt, der Tag ist in dem gleichen Geist an dich ausgeliefert. Er ist eine Spezialanlieferung für dich.
Sieh einen jeden Tag als Weihnachten oder als deinen Geburtstag. Sieh einen jeden Tag als ein Fest. Jeder Tag ist ein Fest. Jeder Tag ist ein Teil des Lebens, und selbst in dem Teil ist alles des Lebens enthalten. Jeder Tag ist wie die DNA. Jeder hat sie, und der Tag eines jeden ist einzigartig, und dennoch wird ein jeder Tag mit jedem Anderen geteilt. Die DNA ist etwas Wunderbares. Ein jeder Tag desgleichen. Möge dein Tag herrlich sein. Mögest du ihn dazu machen.
Jeder Tag ist ein Tag, um etwas aus ihm zu machen. Er ist der Ton, der dir gegeben ist, um aus ihm zu formen. Wie möchtest du heute deinen Tag ausbilden? Lasse jeden Tag mit einem Liebeerguss von dir existieren.
Jeder Tag bringt dich nach vorne. Es ist, wie wenn du in einem Zug fährst, und an jedem Tag gehst du zu einem neuen Waggon weiter vorne vor. Es ist der gleiche Zug, jedoch ein neuer Waggon, und eine neue Reise in dem gleichen Zug.
Juhu, juhu, ein neuer Tag! Ein Hurra auf seine Ankunft. Ein Hurra auf sein Ende, denn nahebei folgt ein weiterer neuer Tag und noch ein weiterer, alle für dich parat, um dich in Entzücken zu versetzen. Von solcher Art sind die Tage, für dich bereitgestellt rammelvoll mit Gelegenheiten, alles ist frisch, alles neu, nichts ist abgestanden, nichts übergelassen, ausgenommen die Freude deiner Vorfreude.
3039
EINE IDEE IN DEINEM SINN
Du hast keine Feinde. Feindschaft ist eine Idee in deinem Geist.
Selbst wenn Ich sage, dass du keine Feinde hast, möchte Ich dir sagen, dass du einen hast, der eine
Konstante war. Wovon Ich hierbei rede, ist die Basis einer jeden Feindschaft, auf die du dich in deinem Glauben verlassen hast, und das ist Angst. Angst ist der Feind Nummer Eins. Angst ist die kurzlebige Basis aller Feinde, die du bekämpft hast oder vor denen du weggerannt bist. Die Basis des Konzeptes der Feindschaft ist Angst, und alleinig Angst. Angst ist repetitiv, jedoch bei weitem nicht so respekteinfößend, wie du gedacht hast.
Wenn Angst nicht in Erscheinung träte, was gäbe es dann, um davor Angst zu haben? Keinen Tod, keinen Schmerz, keinen Verlust, denn, damit du angstlos bist, hättest du zu wissen, dass dich nichts berühren kann, nicht der Tod, kein Verlust, kein Schmerz, nichts von jenen Dingen, die die Angst in Opferrollen gebracht hat.
Nur mit Angst kannst du dich selbst in Gefahr sehen. Nur mit Angst kannst du ein Opfer sein. Ohne Angst kannst du womöglich ein Held sein. Ganz bestimmt wärest du dir selbst ein Held.
Was ist demnach diese Angst, die so rasch daherkommt und wie schwarze Tinte durch dein Herz läuft? Wo kann sie existieren, während du sie nicht befeuerst? Nirgends. Sie mag wohl versuchen, sich ihren Weg hinein frei zu stoßen, jedoch kann sie nicht hinein gelangen, außer, du siehst sie als deinen Beschützer. Klar ist, Angst beschützt dich nicht. Sie versetzt dich in Angst. Durchaus, vielleicht siehst du Angst so, als verhindere sie, dass du von einem hohen Gebäude herunter springst, ist das jedoch Angst oder schier guter Menschenverstand? Vermische nicht Angst mit gutem Menschenverstand. Trefft eure Wahlen, Geliebte. Doch warum Angst wählen? Warum jemals?
Und falls es das Leben, lasst Uns einmal sagen im Falle eines brennenden Gebäudes, erforderlich macht, dass du springst, dann tue es ohne Angst, denn in Wessen Arme wirst du fallen? Ich werde dich auffangen, und was auch das Erden-Ergebnis sein wird, Wir werden dort weitermachen, wo Wir aufgehört haben.
Um Angst deinerseits um jeglichen Verlust deines physischen Körpers auszuschließen, wirst du die Anhaftung an deinen Körper los zu lassen haben. Sobald du nicht mehr angehaftet bist, wie du es warst, wo kann dann die Angst hereinkommen? Wenn dein physischer Körper in den Blick genommen wird, welche Angst, was ihn betrifft, würdest du haben?
Aber du hast natürlich viele Ängste, die mit der physischen Welt verbunden sind. Du hast sogar Angst, die über dein eigenes körperliches Selbst hinausgeht. Du hast auch Angst um die geliebten Angehörigen, die trauern würden, sobald du die Welt verlässt, und dennoch kannst du wissen, dass Ich ebenfalls bei ihnen bin. Du hast Angst um den Verlust der physischen Körper jener Menschen, die du nicht kennst, so, als wäre der Tod des Körpers das Ende von ihnen. Das ist nicht so. Er ist ein Neuanfang.
Bedrängnis fällt in die Kategorie der Angst, denn welche Mühsal kann es geben, währenddessen Ich bei dir bin? Was ist schwer, während du weißt, Ich BIN, und dass Ich bei deinen geliebten Angehörigen genauso viel BIN, wie Ich bei dir BIN?
Irgendwie tröstest du dich selbst mit der Vorstellung der Angst, so seltsam das auch zu sein scheint. Ich sage dir, dass du nichts zu fürchten hast. Ich sage dir, dich nicht zu ängstigen. Fürchte keine Verlegenheit, kein Versagen, nicht den Tod, nicht das Leben. Fürchte überhaupt nichts, weil du zu Mir gehörst. Du gehörst nicht der Angst. Der Griff der Angst ist glitschig. Beende den Halt der Angst an dir jetzt. Du hast bessere Dinge, um deinen Geist, dein Herz und deine Seele damit zu befassen. Achtet auf euer Herz, Geliebte. Es ist stark, und ihr werdet sogar noch stärkeren Herzens sein. Ich zeige euch den Weg.
3040
DEIN HERZ STELLT HEUTE DIE NACHRICHTEN
Wie Ich dich doch liebe! Ich liebe dich einfach. Dich, der du das liest, Ich liebe dich. Und dich, der du das nicht liest, Ich liebe dich. Du bist Mein Geliebter. Du warst das stets. Du bist Mein Geliebter in dem Augenblick jetzt. Und du wirst es allezeit sein. Alles in allem, das bedeutet, du bist ewig Mein, Mein Geliebter Mein.
Und dennoch fühlt sich das für dich nicht ausreichend an. Alle Meine Liebe, und sie reicht nicht aus! Entweder das, oder du glaubst Mir nicht. Weswegen sollte Ich dir etwas sagen mögen, was nicht aus der Tiefe Meines Herzens kommt? Ich schaue Mich nicht nach deiner Zustimmung um. Mir liegt daran, dass du deinen Wert und deinen Wert für Mich erkennst. Ihr seid Mein Glück, Geliebte. Ich liebe es, mit euch in Verbindung zu stehen. Ich liebe es, euch zu lieben. Ich liebe euch mit allem, was Ich wert bin, und ihr müsst wissen, dass Ich eine Menge wert bin. Ich bin nicht für nichts, Geliebte, und so auch ihr nicht. Wir sind hier für etwas, und das ist der Austausch Unserer Herzen. Das eure für das Meine, das Meine für das eure, und hin und her, bis Wir nicht mehr wissen, was was ist und Wessen Wessen ist.
Ich gab euch vor langer Zeit Mein Herz, und nun bitte Ich euch um das eure. Gebt es Mir. Gebt Mir euer Herz. Sagt: „Gott, hier ist mein Herz. Du gabst mir das Deine vor langer Zeit, und nun komme ich zu Verstand und gebe Dir das meine. Mein Herz ist ganz für Dich, und für alles, worum Du mich bitten wirst, dass ich dem mein Herz gebe. Mein Herz ist nicht mehr länger das meine, falls es das jemals war. Ich gebe
Dir mein Herz, und ich bin bereichert. Ich leihe Dir mein Herz nicht, Gott, ich gebe es Dir. Das ist mein Dienst an Dir, so wie Dein Herz immerzu im Dienst an mir gestanden hat.“
Und dann, Geliebte, überlegt ihr. Ihr wundert euch. Ihr sagt aus freien Stücken: „Gott, Du sagst, das sei ein fairer Tausch, aber das kann nicht sein. Dein Herz ist groß, und mein Herz ist klein. Dein Herz ist rein, und das meine öfters düster. Wie kann das ein gerechter Tausch sein?“
Das kann ein fairer Tausch sein, weil es das darstellt, was Ich möchte, und weil es das darstellt, wofür du bestimmt bist, schlicht, Mir dein Herz zu geben. Ich werde es sicher verwahren. Ich werde es hegen, und du wirst zur Erkenntnis gelangen, dass dein Herz das Meine, und dass Mein Herz das deine ist, und Wir werden das Eine Große Herz sein, was um der Welt und aller Meiner Kinder, deiner Brüder in ihr, willen schlägt.
Bei uns geht es um dich und Mich, und dennoch handeln Wir von der ganzen Welt. Uns geht es um Galaxien und Sterne. Und wir handeln von jedem Individuum auf der Erde, denn ein jedes teilt Unser wechselseitiges Herz. Wir können sogar sagen, dass es Ein Herz in der Welt gibt, und das ist das Meinige. Du hast gedacht, dein Herz sei das deine, um damit zu tun, was du gewillt bist, und doch, es ist Mein Herz und Mein Wille. Mein Herz und Mein Wille mögen geschehen.
Liebe kommt über den Horizont hoch, in gleicher Weise wie die Sonne in all ihrer Pracht aufgeht. Die Sache ist, die Sonne geht immer und immer wieder auf, ohne dass du ihr zusiehst, dennoch geht sie glücklich auf, mit oder ohne dass du dir ihren Aufgang ansiehst. Und so geht die Liebe in der Welt auf, und zurzeit findet ein riesiges Anschwellen der immer-präsenten Liebe statt. Liebe ist dabei, zu übernehmen. Das wird aber auch Zeit, dass der Aufgang der Liebe in der Welt zur Kenntnis genommen wird! Das wird aber auch Zeit, dass du das bemerkst. Das wird aber auch Zeit, dass das Erscheinen der Liebe in der Welt die Schlagzeilen bestimmt, Liebe jetzt, dann und immerfort.
DIE SONNE GEHT HEUTE AUF. DIE LIEBE GEHT AUF UND FÜLLT DAS UNIVERSUM. DIE NACHRICHTEN VON HEUTE LAUTEN LIEBE. DER WETTERBERICHT HEUTE HEISST: LIEBE SCHEINT. LIES ALLES DARÜBER! DEIN HERZ STELLT HEUTE DIE NACHRICHTEN.
3041
DER ALTAR, DEN GOTT VON UNS ERRICHTET WISSEN MÖCHTE
Du weißt, Mir bist du wichtig, was aber wäre, wenn du dir nicht das Wichtigste wärest? Wie anders wäre dann dein Leben? Sofern du nicht das Höchste in deinem Geist wärest, was wäre dann das Höchste? Was würde abnehmen und was würde wachsen? Und was hernach?
Das Leben in der Welt dreht sich allesamt um dich, während es zur selben Zeit ganz und gar nichts mit dir zu tun hat.
Geliebte, Ich spreche nicht über euren Wert. Euer Wert steht außer Frage. Ich spreche über das Überwiegen der Richtung eurer Gedanken. Also, Ich frage noch einmal – was wäre, wenn euer Leben auf der Erde überhaupt nicht um euch geht? Was wäre, wenn es um Mich geht? Und was wäre, wenn es um jeden anderen geht und nicht um dich? Was würde das dann aus dir machen?
Das würde dich zu einem Diener der Menschheit machen.
Und wenn jedermann ein Diener der Menschheit wäre, was für eine Welt wäre das dann doch. Siehst du das auch so wie Ich?
Wie sicher wäre doch die Welt, sobald jeder jeden herbeiwinkt, als erster in der Reihe zu gehen! Wie großherzig wäre doch das Leben, und wie beschenkt wärest du, schlicht weil du gut von dir selbst denkst, gut genug, um nicht das Gefühl zu haben, bevollmächtigt zu sein, zuerst an dich selbst zu denken. Und sobald jeder andere an jeden anderen und weniger zielstrebig an sich selbst, an sein spezifisches Selbst, denkt, wie freigebig wäre dann das Leben, und wie wäre doch ein jeder ein Geschenk.
Wenn jeder auf den Anderen achtete und ihm Glauben schenkte, wäre sodann das Leben, wie du es dir kaum zu träumen gewagt hättest. Anstatt eigennützig zu sein, würde jeder jedem dienen. Keiner würde sich selbst vernachlässigen, das verstehst du. Du würdest dich nicht auf den Boden legen, damit Andere auf dir gehen. Du würdest schlicht jedem anderen deine Hand anbieten. Egoismus hätte seinen Abgang. Für ihn gäbe es keine Gelegenheit. Keine eingebildete Nachfrage.
Es gäbe keinen Übergriff, und infolgedessen keinen Bedarf, sich zu wehren.
Liebe wäre das Medium der Welt. Liebe würde offen gelegt. Sie hätte nicht ausgerufen zu werden, weil Liebe die Welt anführen und sie in Schwung setzen würde. Liebe würde das werden, was große Musicals aus dem Leben machen, dies alles, weil die Aufmerksamkeit eines jeden ein umfassenderes Ausmaß annähme. Das Leben würde großartig und erhaben. Das Leben ist bereits erhaben, aber es würde noch erhabener.
Jeder Tag würde eine Feier. Jeder Tag wäre wie ein Ferientag, denn jeder Tag wäre heilig, unterdessen ein jeder dem anderen dienlich ist. Jetzt schon musst du wissen, dass der Altar, auf den Meine Wahl fiel, dass ihr ihn Mir errichtet, eure Gütigkeit gegenüber Anderen darstellt.
Alle dienen. Bewusst oder unbewusst, alle dienen. Ihr dient dem Universum. Und nun würdet ihr wissen, ihr macht das schlicht deswegen, weil ihr nicht das Gefühl habt, euch an die erste Stelle stellen zu müssen, um nicht anderenfalls übersehen zu werden.
Wenn alle allen dienen, was an Angst könnte dann zurückbleiben?
Wenn jedem Kind und jedem Erwachsenen Verehrung zukäme, wo würde dann Respektlosigkeit existieren?
Du weißt inzwischen, dein Anliegen ist nicht, was ein Anderer tut oder sagt oder gibt oder zurückzieht, sondern vielmehr, was du selbst tust und sagst und gibst. Sobald das der Fall ist, wirst du nichts zurückziehen, denn du wirst alles liebenswürdig, freudig und mühelos geben, und es wird immer noch eine Menge übrig sein. Du wirst nicht das Gefühl haben, dass du alles weggibst. Du wirst das Gefühl haben, du bist reicher, während du einen jeden bereicherst, und in der Tat, du wirst reicher sein.
Es kam bereits zur Sprache – was du für einen Anderen tust, das tust du für Mich. Möchtest du es für Mich tun? Möchtest du Mir geben, worum Ich dich bitte? Möchtest du die gesamte Welt segnen, während du dich jeden Tag an dein Leben machst? Möchtest du Mich segnen, die Welt segnen, jeden und jedes segnen, und dich selbst um Meinetwillen segnen?
3042
WAHL VS. OPFER
Für dich ist die Zeit gekommen, in den Tiefen deines Herzens zu erkennen, wie viel du Mir bedeutest. Du bedeutest Mir alles. Du bist Mein ganzes Leben, was auf der Erde wandelt. Du bist die Essenz von Mir, auf der Welt verteilt, sodass Ich bekannt werden kann. Es tut nichts zur Sache, unter welchem Namen Ich bekannt bin. Das macht überhaupt nichts aus. Was zählt, ist, dass Liebe bekannt ist, und dass Ich diese Liebe bin. Meine Liebe in dir wächst in Schritten in deinem Gewahrsein. Je mehr Liebe du wahrnimmst, desto mehr Liebe gibst du. Es ist Uns kein Anliegen, Uns mit der Liebe zu befassen, die du erhältst, denn das wird ganz natürlich passieren, ohne dass du dich nach ihr umsiehst. An dir ist es bloß, Liebe zu geben und sie immer zu geben und mehr von ihr zu geben, und das alles ist ohne Kosten für dich, das verstehst du.
Falls du dich gemindert fühlst, indem du Liebe gibst, ist etwas ausgeschaltet. Wenn du dich, indem du Liebe gibst, genährt fühlst, bist du eingeschaltet.
Sei sicher, dein Geben von Liebe ist kein Opfer. Opfer kommt unter großen Kosten daher, und demnach wirst du dich nach einem Ertrag umschauen. Opfer, auf seine vorher bestimmte Weise, bittet um
mehr, als es gibt. Opfer mag eine Weise sein, auf dich selbst hinzuweisen und in deiner eigenen Selbsteinschätzung höher zu gelangen, jedoch dient es nicht dir oder einem Anderen.
Es gibt kleine Kompromisse. Es könnte sein, um des Anderen willen gibst du es auf, dir einen Film anzusehen, und dann ist es eine Wahl, kein Opfer. Manchmal kannst du dir an einem Wochenende einfach nicht zwei Filme auf einmal ansehen, deswegen wählst du dir einen aus. Nehmt euch, Geliebte, jedoch in Acht vor einem Opfer, denn ihr werdet die Last tragen, euer Opfer anerkannt zu bekommen, und derjenige, dem ihr euch geopfert habt, wird die Last tragen, in eurer Leibeigenschaft zu sein.
Es gibt überhaupt keinen Bedarf, sich zu opfern. Geben ist eine andere Geschichte. Es gibt einen großen Bedarf zu geben, und es liegt ein großer Verdienst darin, in Empfang zu nehmen. Falls niemand entgegennehmen könnte, wäre Geben gedrosselt. Es ist ebenfalls göttlich, in Empfang zu nehmen, sei somit ein guter Empfänger. Protestiere nicht, was das Geben eines Anderen an dich betrifft. Gib dich in voller Gnade hinein und nimm in voller Gnade entgegen.
Manchmal reden Meine Kinder über das Geben, und tun es nicht. Es verschafft ihnen zu viele Schwierigkeiten. Vielleicht möchtest du dich selbst als einen Geber sehen, und dennoch nicht wirklich geben. Stelle sicher, dass deine Worte und Handlungen einander gleich sind, denn eine jede Form der Wahrheit wird in der Welt benötigt. Lasse ein jedes Wort von dir wahr sein, oder sage es nicht. Geliebte, sagt nicht: „Ich werde alles für dich tun“, wenn ihr es nicht so meint. Vielleicht meint ihr, dass ihr alles für jemanden tun möchtet, solange es für euch passend ist, das zu machen. Vielleicht sagt ihr eigentlich, dass ihr gerne diese Art Mensch sein möchtet, und demnach sagt ihr solche Sachen und blufft den Anderen und wahrscheinlich euch selbst.
Geliebte, ihr werdet zu einem Zustand des Gebens heranwachsen, und er wird natürlich und leicht für euch sein.
Ein Teil des Gebens ist Wissen um eure Fülle. Ein Teil des Gebens ist Wissen, dass ihr eine Menge zu geben habt. Ein Teil des Gebens ist, nicht an das, was ihr gebt, angehaftet zu sein. Was ist am Geben schwer, sobald ihr nicht an Eigentümerschaft gebunden seid, ja gar nicht einmal an Eigentümerschaft an gutem Willen und an eurer Zeit?
Selbst eure guten Taten, Geliebte, besitzt ihr nicht, das versteht ihr. Ihr befindet euch im Dienst an Mir, und demnach ist eure gute Dienstleistung im Grunde Mein. Lasst Mich die Eigentümerschaft eures Gebens übernehmen. Schaut sodann, wie leicht es ohne einen Gedanken daran ist, zu geben. Es wird die natürlichste Sache in der Welt sein, zu geben, so natürlich für euch, wie es für Mich ist. Gebt euch selbst, Geliebte. Es ist Mein Selbst, dem ihr gebt.
3043
ALLES WAS DU IM GRUNDE MÖCHTEST
Was wäre, wenn du glaubtest, dass du Einssein bist, dass du Mein Einssein bist? Die ganze Welt würde sich für dich öffnen. Es würde keine scheinbaren Abgänge vom Einssein mehr geben. Du würdest begreifen, Wer du bist, und du würdest das leben. Natürlich würdest du das, denn du würdest die Welt als eine Blume sehen, die sich vor deinen Augen öffnet. In der Tat, du würdest mit neuen Augen sehen, und du würdest sehen, was du zuvor noch nicht gesehen hast. Du würdest sehen, was du zuvor noch nie gesehen hast, weil du neu wärest.
Du würdest einen jeden als dich selbst sehen, und du würdest einen jeden als dich selbst lieben. Bis dahin würdest du dich wirklich selbst lieben, jeden als sich selbst lieben wäre deshalb eine großartige und wundervoll natürliche Sache. Wie wundervoll, das kannst du dir nicht einmal vorstellen.
Es gäbe keine Gesetze und Regeln, denn wer würde sie benötigen, und wer würde sie verfertigen? Es gäbe eine natürliche Ordnung. Wer wollte der Natur Richtungen angeben, wie sie sich zu verhalten hat? Die Natur selbst denkt nicht darüber nach, was sie tut, oder was sie tun wird.
Es gäbe keine Abschweifung. Es gäbe keine Verfehlung, denn wer wäre zugegen, um Minderes als Wundervolles zu tun?
Noch auch müsst ihr denken, das sei sehr weit weg und bloß tröstliches Reden. Ich rede vor euch davon, was innewohnend ist. Es obliegt euch, all das zu sehen, was es zu sehen gibt, und ihr werdet euch zu der Stelle erheben, wo ihr Alles sehen könnt. Ihr werdet euch vorwagen, Alles zu sehen. Alles wird euch enthüllt werden. Ihr werdet sehen. Ihr werdet der Eine sein, Der Sieht.
Ihr werdet anfangen, die Welt dafür anzusehen, was sie ist. Zynismus wird keinen Platz haben. An seiner Stelle wird Klarheit zugegen sein. Du wirst in aller Klarheit Liebe sein. Du wirst dich in Liebe bewegen. Du wirst in Liebe herein geleiten. Und du wirst sie geben, ohne über sie nachzudenken. Liebe wird sein. Und du wirst in ihr gehen. Du wirst Liebe anzünden, und um nichts anderes wissen.
Von jetzt an weißt du, danach hast du dein ganzes Leben lang gelechzt. Du hast dich verzehrt, Liebe zu sein. Die ganze Zeit über hast du gedacht, du seist auf der Suche nach Liebe. Plötzlich wird es unwiderlegbar, dass du die Liebe bist, nach der du gesucht hast. Ich liebe die Liebe, und infolgedessen kenne Ich dich und liebe Ich die Liebe, die du bist. Um etwas anderes habe Ich nie gewusst. Mein Augenlicht ist gut. Ich habe eine weite Sicht. Ich sehe, was ist, und nun wirst auch du das tun. Du wirst dir nicht anders zu helfen wissen. Nichts vermag dich bei dieser Umwandlung aufzuhalten. Nun, nicht wirklich Umwandlung, mehr eine Art Verwirklichung. Du wirst anfangen zu verwerten, was bereits ist, und dein Herz wird Freudensprünge machen. In einem gewissen Sinne wird deine Welt von oben nach unten gedreht. Danach wird es bloß aussehen, denn die Welt wird mit der richtigen Seite nach oben gelangen. Du warst vielleicht umgedreht. Nun wirst du richtig-sehend. Die Welt wird sich wandeln. Du wirst voller Freude herumwirbeln.
Das wird so eine Art Revolution sein. Ein Wandel. Du wirst ihn willkommen heißen. Du wirst in Liebe überwältigt sein. Du wirst schließlich erkennen, was Liebe ist, und wo sie ihren Wohnsitz hat. Du wirst wissen, sie wohnt genau so in dir wie sie in Mir wohnt. Du wirst derart in die Liebe verliebt sein, dass du etwas anderes nicht kennen wirst. Du wirst nicht einmal in der Lage sein, dir etwas anderes vorzustellen als die Liebe, die du unwiderruflich bist.
Du bist die gleiche Liebe, die Ich bin. Geboren aus Meiner Liebe, bist du Meine Liebe. Du bist nichts als
Liebe. Was Ich hier sage, ist nicht weit hergeholt. Bald wird es dir so klar sein wie eine Glocke, und dann bist du damit durch, und jetzt nimmst du deinen Anfang. So ist es, Geliebte. Ihr seid bereit. Ihr seid reif. Bald werdet ihr es erkennen, und ihr werdet all das erlangt haben, was ihr im Grunde die ganze Zeit wolltet, und das ist Liebe.
3044
SPÜRE DIE FREIHEIT
Es ist sehr befreiend, wenn du dich zu dem Ort begibst, wo sich niemand mit dir in Einvernehmen zu finden hat. Das befreit diejenigen, die anders als du denken. Am allermeisten befreit es dich von der Überzeugung, dass du recht haben musst. Du hast recht in deinen eigenen Augen, klar, und ein Anderer, eine Andere hat in seinen oder ihren eigenen Augen recht. Hüte dich vor dem Versuch, jemanden davon zu überzeugen, dass seine Ansicht abwegig sei, weil sie nicht die gleiche ist wie deine.
Sobald du das Gefühl hast, jemand habe so zu fühlen oder zu sehen, wie du es tust, bist du in einem Duell engagiert. Dann bist du ein Säbelrassler, der gewinnen muss. Falls du nicht gewinnst, hast du das Gefühl, du habest verloren. Was habt ihr verloren, Geliebte?
Und wenn ihr gewinnt, habt ihr ein Empfinden, siegreich zu sein. Hütet euch vor dem Empfinden, über jemanden siegreich zu sein. Es ist ganz und gar kein Gewinn, das versteht ihr. Ein Gewinn über einen Anderen ist kein Sieg. Du hast die Willfährigkeit des Anderen für einen Sieg hergenommen. Besser, du bist siegreich über deine eigene Nachfrage, an erster Stelle zu stehen.
Es gibt kein Oben, und es gibt kein Unten. Alle sind freie Agenten, die sich selbst um die Welt wickeln, die die Welt begreifen, wie sie es sehen, sie zu begreifen. Gemäß welchen Gesetzes ist es so, dass jemand, oder dass ein jeder so zu sehen hat, wie du es tust, wie du es in diesem Augenblick tust, denn du wirst von Zeit zu Zeit ebenfalls davon, wie du die Dinge siehst, abweichen.
Ich habe gelegentlich bemerkt, dass Meine teuren Kinder auch Mich schnurstracks über Dinge angesetzt wissen möchten. Manchmal, sobald eines Meiner Kinder nicht so sieht, wie Ich sehe, möchte es Mich korrigieren. Also, ist das nicht erstaunlich? Ihr seid bestrebt, Mich zu unterweisen. Ihr seht euch selbst in dem Ausmaß als richtig, dass infolge mitunter Meine Kinder Meine Sicht auf die Welt umgestalten möchten! Was kann Ich anderes tun, als zu lächeln und als Mein Lachen für Mich selbst zu behalten, denn Ich möchte niemandes Empfinden verletzen, genauso wenig möchte Ich Meine Wahrnehmung euch überstülpen. Ich möchte euch nicht zwingen, mit Mir einverstanden zu sein, das versteht ihr, obschon Ich voll und ganz erkenne, dass ihr euch danach sehnt, zu sehen, wie Ich es tue. Ihr sehnt euch danach, eine größere Sicht zu haben, und welche Sicht ist größer als die eure, wenn es denn nicht die Meine ist? Was stellt diese angenommene Notwendigkeit, recht zu haben, dar? Geliebte, entschuldigt Mich, aber sind eure Meinungen heilige Standards, mit denen Ich in Vergleich zu setzen bin?
Die Zeit wird kommen, wann ihr seht, wie Ich sehe, und Sorgenfalten werden von eurer Stirn verschwinden. Ihr werdet euch nicht strapazieren. Ihr werdet euren Geist und euer Herz öffnen, und ihr werdet in aller Freude der Wahrheit zuhören, nur die Wahrheit, nicht mehr länger das Argumentieren, mögen, denn was kann es bei dem, was Ich euch sage, geben, gegen das ihr euch zu stellen habt, Geliebte?
Habt eure einmaligen Meinungen, und wisst dennoch um den Unterschied zwischen Meinung und Wahrheit. Eure Meinung bedeutet euch sehr viel, jedoch ist sie bloß einer unter zahlreichen Kieselsteinen an der Küste, den der Ozean in Sand verwandelt. Geliebte, es gibt viel Sand, und eine einzige Wahrheit.
Ihr seid, Geliebte, zu Superlativen ebenso wie zu Komparativen angeleitet worden. Ihr habt öfters in Bezügen von Besser oder Schlechter, von am Besten und von am Weisesten, von am Wahrsten und Richtigsten gedacht. Ihr seid gelehrt worden, zu beurteilen, und das als intelligent zu bezeichnen.
Selbstverständlich, wählt dasjenige, was ihr mögt, und wählt nicht, was ihr nicht mögt, öffnet jedoch euren Geist und euer Herz weit, sodass Meinungen, die euren und diejenigen Anderer, euch nicht so bedeutsam sind, wie sie es einmal waren. Spürt die Freiheit.
3045
SCHNEEMÄNNER
Wie simpel ist Schnee. Er ist weiß. Er fällt auf den Boden. Er ist zum Schaufeln. Er schmilzt. Er wandelt sich in Wasser. Wasser verdampft. Der Schnee verschwindet aus dem Sichtfeld, und dennoch hat er sich in Wasser verwandelt, was wieder als Regen oder Schnee zurückkommt. Die Welt als Ganzes schreit nicht auf über dem Verschwinden des Schnees. Diejenigen, die Schnee schippen, sagen nicht: „Oh, du liebe Zeit, das ist ja entsetzlich! Der Schnee ist weg.“
In einem gewissen Sinne sind alle geliebten Angehörigen, um die ihr trauert, bloß wie Schneemänner, Geliebte. Und alle, die vielleicht Angst oder gegen etwas eine Ablehnung haben, auch sie sind bloß Schneemänner, heute hier und morgen vergangen.
Ich frage euch noch einmal, worum handelt all dieser Wirbel auf der Erde?
Habt acht auf all die Schneemänner, die ihr macht. Gebt ihnen einen Hut und einen Schal. Genießt sie, denn sie erscheinen bloß eine kurze Zeit lang. Wieso sie nicht lieben? Sie, nicht anders als ihr, sind zeitweilig. Sie sind weder dauerhafte Rosen noch dauerhafte Dornen.
Alles auf der Erde, Geliebte, ist flüchtig. Ihr könnt nicht wirklich einen Griff auf die relative Welt bekommen, und dennoch meint ihr, ihn in eurer Hand zu halten, so, als wäre er ortsfest und permanent.
Einzig die Liebe ist unvergänglich, Geliebte. Sie behaltet ihr. Sie habt ihr immerzu. Der ganze Rest ist stets dahinschwindend. Das, was wirklich du ist, ist nicht zeitweilig. Das, was wirklich du ist, ist nicht die physische Manifestation von dir, genauso wie Liebe nicht die Karte zum Valentinstag oder die Schachtel mit Süßigkeiten ist.
Denke nicht, dass das unentwegt Ungesehene weniger einleuchtend ist, weil es ungesehen ist. Es ist ungesehen, dennoch ist es Erkannt. Es ist nicht so, dass es sich aufhält. Es ist einfach so, dass es immer ist. Wo immer du sein wirst, alle Liebe im Himmel ist inwendig in dir verdrahtet, und alles, was du auf der Erde als Schätze gesammelt hast, verschwindet aus dem Blick, jedoch nicht aus dem Bewusstsein. Alles ist unversehrt. Alles, was du gekannt hast, alles, was du erfahren hast, verschwindet, und gleichwohl ist es immerzu in dem abgedruckt, was ihr etwa die Akasha-Chroniken nennen könntet. Es ist in die Liebe gestanzt, Geliebte, und die Liebe bleibt unverändert. Ihr seid nicht eure Worte auf der Erde. Ihr seid nicht einmal eure Taten. Ihr seid um soviel mehr als das. Ihr seid unverletzliche Seinswesen.
Nennt die Akasha-Aufzeichnungen die DNA der aufgezeichneten Zeit. Die Zeit zeichnet sich selbst auf. Wiewohl, die einzige Aufzeichnung von Vermerken ist Liebe, die immerzu-präsent ist und keine Aufnahme benötigt. Begebenheiten sind Begebenheiten. Die Vergangenheit ist Vergangenheit. Du bist jetzt. Du bist jenseits der Vergangenheit. Du bist weit jenseits der Vergangenheit. Die Vergangenheit hat mit dir nichts mehr zu tun. Kürzliche Vergangenheit oder weit entfernte Vergangenheit, die Vergangenheit ist ein Fleck an der Wand. Sie ist interessant, jedoch gibt es für dich andere Dinge, um in sie einzutauchen.
Tauche jetzt in diesem Augenblick in deinen Beitrag zur Welt ein. Falls du in einem anderen Leben der heilige Petrus warst, so ist das recht schön, und dennoch bist du jetzt Mein Kind auf der Erde. Ich sandte dich als dich, und es bist du jetzt soeben, dem es gilt, zu entdecken und offenzulegen. Enthüllt Liebe, Geliebte. Was anderes gibt es sonst eigentlich für euch zu tun?
Während ihr euren Griff auf die manifestierte physische Welt löst, nimmt mehr Liebe ihren Platz ein. Liebe war immer da, und nun scheint sie ohne Ablenkung. Geliebte, lasst nicht das Hobby der Ablenkung euch von eurem Umarmen der Liebe und von eurem Geben von ihr abbringen. Etwas anderes gibt es nicht zu wissen. Ich berge alle Liebe, die alles ist, was ist. Es gibt nichts anderes, was es wert ist, zu erfassen. Es gibt nichts anderes.
Genießt die Schneemänner der Welt. Wisst, dass sie aus Liebe gemacht sind. Und so möchtet ihr jetzt lieben und euch nie mehr vorstellen, dass ihr von der Liebe abweichen könnt. Die Liebe erneuert sich immer und immer wieder selbst, und Liebe ist es, was sie immerfort gewesen ist, Meine Vollheit des Herzens.
3046
DAS GANZE KRÄFTESPIEL
Zu arbeiten ist etwas Gutes. Beschäftigt sein ist besser als nicht beschäftigt sein. Jedoch haben manchmal Meine Kinder etwas zu arbeiten, was sie nicht mögen, und was sie nicht glücklich macht. Ich möchte gerne sagen, dass ihr, selbst mit einer Arbeit, die ihr nicht mögt, weniger unglücklich sein könnt.
Sobald ihr euer Augenmerk darauf ausrichtet, was ihr nicht mögt, macht es euch unglücklich.
Es mag mancherlei gute Gründe geben, um deine gegenwärtige Arbeit oder deinen jetzigen Job nicht zu mögen. Es mag nicht der richtige Ort für dich sein, nicht die richtige Arbeit und nicht die richtige Umgebung für dich. Vielleicht gibt es dort Unfreundlichkeit und Nutzlosigkeit. Ich verstehe das. Ich sage nicht, du musst immer dort bleiben, wo du unglücklich bist. Während du dich nach wie vor in diesem Job befindest und bevor du weggehst, kannst du dir freilich womöglich nicht so viel daraus machen. Oder du kannst dich eine ganze Menge weniger darum kümmern. Vielleicht kannst du die Wertigkeit deiner Arbeit wiederfinden.
Wenn du einen Job hast, der dich nicht glücklich macht, wäre es gut, wenn du dir aus einer größeren Perspektive her anschaust, was du tust. Sofern du den Job selbst und nur die Details von ihm anschaust, sinkst du tiefer in die Tristheit von ihm hinein. Gut, die Arbeit, die du machst, und die Firma, in der du dich befindest, sind nicht dein Traum, und dennoch gibt es da womöglich einen größeren Zweck, dem gedient wird. Was könnte er sein?
Was stellt die Firma, für die du arbeitest, jemandem bereit, der es will? Wer ist der Endkäufer und wie dient das Produkt oder die Dienstleistung jenen, die sie haben wollen? Der Betrieb, in dem du arbeitest, muss einen Beitrag leisten für etwas. Vielleicht hast du ganz legitim das Gefühl, dass du nicht den Unternehmern dienen möchtest, für die du arbeitest. Vielleicht hast du ein besseres Empfinden, den Kunden dienen zu mögen. Sobald du deinen Geist von deinem eigenen Unbehagen wegbringen kannst, wird sich deine Arbeit wohl wertvoller anfühlen.
Ein jeder möchte sich wertvoll fühlen. Du möchtest das, und du verdienst das.
Sofern dein Unglücklichsein bei der Arbeit hauptsächlich von schwierigen Menschen herrührt, mit denen du Umgang hast, hast du kein Empfinden der Hilfosigkeit beizubehalten. Es mag tatsächlich so sein, dass nichts, was du sagst oder tust, irgendeinen Unterschied erbringt. Und dennoch ist es möglich, dass, sobald du dich selbst einen Augenblick lang aus der Gleichung herausnimmst, ein Unterschied erzielt wird. Sobald deine Emotionen vom Leib gehalten sind, wird vielleicht ein Wandel in dir einen Wandel in jenen auftun, mit denen es schwierig ist, zusammen zu arbeiten. Ich sage vielleicht.
Ich sage auch, dass du, sofern du wahrhaft etliche deiner aufgeladenen Emotionen hinter dir lassen, sofern du sie eine Weile beiseite legen kannst, wahrscheinlich einen Wandel in der gesamten Dynamik bewirken wirst, und dass sich insgesamt deine Reaktion umgestalten wird. Bitte wisse, Ich verstehe, wie dein Erschaffen eines Wandels schwer sein kann, indes ist es möglich, dass ein Wandel in dir einen Wandel in deiner Situation zum Nutzen aller erzeugen kann. Ein Wandel in dir kann zum wenigsten dir förderlich sein.
Ich beobachte, dass die gleichen Schuhe tragen, sobald sie zu eng sind, keinen Unterschied erbringt.
Und demnach kannst du andere Schuhe anziehen, während du zur Arbeit gehst, und das wird den ganzen Unterschied in der Welt ausmachen. Vielleicht kann die gleichen Schuhe etwas weniger zuknüpfen es dir bei deiner Arbeit bequemer machen.
Vielleicht hast du selbst in einer unglücklichen Situation nicht unglücklich zu sein. Vielleicht kannst du Mir dienen, in welcher Situation auch du dich jetzt soeben befindest.
Ich segne euch, und Ich segne eure Arbeit. Haltet eure Zuvorkommenheit hoch, Geliebte.
3047
DIE ERDE IST EUER GARTEN
Die Erde ist euer Garten. Ich habe ein Auge darauf, dass ihr euch um ihn kümmert. Umsorgt ihn gut.
So wie ihr bei Menschen keinen Nutzen aus ihnen zieht, ohne ihnen auch etwas zu geben, so soll auch die Erde nicht als stillschweigend vorausgesetzt werden. Wahr ist, ihr tretet jeden Tag auf die Erde, und sie beklagt sich nicht.
Nicht anders – ihr lest über die Welt, und ihr denkt über sie nach, ihr erlebt sie und beobachtet sie, und des Öfteren grummelt ihr über sie, gleichwohl ist die Welt euer Garten. Manchmal ist er überwachsen und voller Gestrüpp, und dennoch ist es eure Welt. Es ist das Haus, in dem ihr lebt. Es ist Mein Garten.
Wie würdet ihr euch fühlen, wenn alle eure Ressourcen in Gebrauch genommen würden, und dies ohne einen Dank an euch, ohne einen zurückgebliebenen Blick? Die Welt murrt nicht, und gleichwohl, mit einer Anerkennung von euch würde sie florieren. Sie würde in eurer Bestätigung für sie anschwellen, und so steht es auch mit den Menschen, die die Welt bewohnen. Gebt ein Nicken der Anerkennung und Wertschätzung aus.
Welches Grasblatt gibt es, dem nicht gedankt werden sollte? Welche Weidenmeise oder welcher Pirol sollte nicht gesegnet werden? Was gibt es an der Erde, was nicht wertgeschätzt werden sollte, und was gibt es in der Welt, was nicht bei einer herzlichen Hinsicht von dir aufblühen würde? Welches Land braucht jetzt soeben ein wenig Wertschätzung von dir? Bestimmt kannst du dasjenige Land ausmachen, was es wertzuschätzen gilt. Du kannst die Leidenschaft eines Landes wertschätzen. Es gibt da etwas, was du in aller Ehrlichkeit schätzen kannst. Du hast nicht immerzu zu protestieren.
Welcher Teil der Welt würde nicht bei einem freundlichen Gedanken deinerseits vor Freude erröten?
Der Schnee von Alaska hat dir nicht haargenau zu gefallen, ebenso nicht die Wüstengebiete, dennoch, Geliebte, gibt es da etwas, was ihr in eurem Herzen finden könnt, um es wertzuschätzen.
Das gleiche gilt für Menschen, und das gleiche für euch. Je mehr ihr euren Kopf hängen lasst, desto mehr werdet ihr aus erhebenden Worten von euch selbst Vorteile ziehen. Gebt euch selbst eine angenehme Ansprache. Ihr werdet euch besser fühlen. Ihr könnt Anderen erhebende Worte sagen, und ihr und sie werden sich besser fühlen. Was für ein besseres Mittel, um euch selbst anzuheben, gibt es, als einen Anderen zu erheben?
Selbst dann, wenn euch nicht nach Lächeln ist, könnt ihr lächeln. Selbst dann, wenn eurem Empfinden nicht nach irgendetwas steht, könnt ihr euch der Situation gewachsen fühlen. Geliebte, fühlt euch der Welt gewachsen. Fühlt euch euch selbst gewachsen. Ihr und die Welt seid Meine Segnungen für alles und alle, und demnach segnet ihr. Segnet mit eurer Gemütsruhe, und segnet mit euren Worten. Segnet mit eurem Herzen, dieser stämmigen Pflaume, diesem warmen Regen der Liebe Gottes, die in eurer Brust Wohnung hat. Füllt euer Herz mit dem, was ihr gerne durch es getragen wissen möchtet. Füllt die Welt mit euren Bekundungen dessen, wie ihr die Welt gerne sehen wollt, dass sie ist.
Die Welt ist unschuldig, Geliebte. Zieht nicht über sie her. Kickt sie nicht. Je unattraktiver ihr die Welt findet, desto mehr obliegt es euch, sie zu erheben. Keine Klagen mehr, Geliebte.
Sofern Klagen Ton wären und Wertschätzung Ton wäre, welchen Ton würdet ihr euch aussuchen, um mit ihm die Welt zu gestalten? Trefft jetzt die Wahl.
Niemand braucht mehr auf die Fehler der Welt hinzuweisen, als deine Fehler oder diejenigen eines Anderen es nötig haben, herausgestellt zu werden. Falls Fehler derart augenscheinlich sind, wie sie euch allem Anschein nach sind, welchen Bedarf gibt es dann für euch, sie zu unterstreichen? Nehmt ihre Gütigkeit her, die es ja wohl nötig hat, in den Vordergrund gestellt zu werden. Werft ein Schlaglicht auf eure Wertschätzung. Nehmt kein Blatt vor den Mund, was das, was ihr mögt, anbelangt. Genug der Tändelei mit dem, was ihr nicht mögt.
Ich gebe euch ein fantastisches Rezept für Erfolg. Seid ihr wohl so freundlich, Meinen Vorschlag zu beherzigen? Möchtet ihr das?
3048
EIN VERSTEHEN KANN SEIN
Denke, wie wundervoll die Buchstaben des Alphabets sind. Was für eine Erfindung! Spüre den Klang der Buchstaben auf deinen Lippen und deiner Zunge. So viele schöne Klänge. Nimm dir ‚Beta‘ her. Oder ‚Blessed‘, ‚Beloved‘, ‚Being‘. Sieh all die schönen Buchstaben und Klänge, die die Buchstaben machen. Es gibt auch Wörter, die mit den gleichen Buchstaben geformt sind, und nicht so wunderbar sind. Ist es der Klang des Wortes oder die Konnotation, oder ist es beides, oder ist es insgesamt etwas anderes?
Buchstaben des Alphabets sind ein Beispiel dafür, wie alles alles fernere berührt. Während ihr sprecht, scharen sich euer Geist, euer Herz, die Stimme, die Lippen, die Zähne und die Zunge, die Wangen und das Kinn wie ein Chor zusammen, um hohe und tiefe Töne zu singen. Was für eine Magie liegt doch in den Klängen, die ihr erzeugt, und in den Bewegungen des Ensembles, die sie hervorbringen!
Und Andere stellen aus den Klängen, die du machst, Bedeutungen her, und die Klänge Anderer prallen zu dir zurück wie Farben in einem herrlichen Design. Was für ein Wunder ist das, das Reden, was du jeden Tag ausführst, die gewöhnlichen außerordentlichen Klänge, die du machst und die auf magische Weise Bedeutung herbeitrommeln!
Die Geschichte des Turmbaus zu Babel zeigt vielleicht auf, dass der Besitz der Mannigfaltigkeit von Sprachen nichts Erstrebenswertes ist, aber im Grunde ist viele Sprachen haben ein herrlicher Fortschritt. Ein Heil allen Sprachen und der Vielfältigkeit der Rede! Ein Heil der unbegrenzten Rede. Ein Heil den Menschen, die die Klänge der Rede hervorbringen.
Niemand möchte bloß Appetithappen. Wieso sollten Wir bloß eine Sprache haben? Wir haben Eine Welt mit zahlreichen Sprachen. Wer wollte eine einzige Sprache, und wie sollte sie ausgewählt werden? Ich liebe alle Sprachen der Welt. Ich mag sie so gerne hören.
Wörter sind bemüht, Wellen der Bewusstheit zum Ausdruck zu bringen. Die Wörter selbst sind nicht verantwortlich für die Wellen. Und dennoch vermögen Wörter das Bewusstsein hoch empor zu heben. Meine Wörter tun das. Wie können das Meine Wörter? Weil Mein Bewusstsein hoch ist. Natürlich, Mein Bewusstsein, mein entschiedenes Sein ist höher als jedes Wort, denn Wörter reichen nur so und so weit. Es ist mehr an der Sprache als Wörter. Es ist mehr an der Sprache als die Wörter einer jeden Sprache.
Wörter, die die Wahrheit enthüllen, sind am machtvollsten. Die gleichen Wörter sind machtvoll oder weniger machtvoll, abhängig von dem Menschen, der sie spricht, und der Wertschätzung hinter ihnen. „Ich gehe zum Laden“ mag wahr oder unwahr sein. Welchen Wert stellen die Wörter dar, sofern sie nicht den Rücken gestärkt bekommen und eingehalten bleiben?
Lasse alle deine Wörter schlicht das sagen, was so ist. Lasse das Ausmaß deiner Wörter heranwachsen, wie Bäume in einem Wald. Lasse deine Wörter das Universum betreten wie Wellen von einer Antenne hoch im Himmel. Lasse deine Wörter die anmutigen Gesänge der Vögel sein, die sich in einem Baum niedergelassen haben. Lasse deine Wörter Schwerter der Wahrheit sein, die alles Gebüsch durchschneiden. Lasse deine Wörter geradeaus gehen, gerade aus in das Herz der Liebe eines jeden, und lasse sie erfrischt werden und aufs Neue hinausgehen. Lasse deine Wörter sich selbst durch das Universum fammen und bei Galaxien, den Sternen und dem Mond und der Sonne anlangen, weit über das Hören hinaus, indes doch nicht über das Wissen und Erkennen hinaus. Lasse deine Worte die Worte von Engeln sein. Lasse deine Worte die Worte der Natur sein, die alles widerspiegeln, was in der Welt schön ist, und was doch aus der Sicht, die du teilst, schön sein soll. Lasse deine Worte sein. Sein, Geliebte. SEIN.
3049
DEIN LICHT, DAS HINDURCH SCHEINT
An einigen Tagen scheint die Sonne hell, und anderntags ist der Himmel diesig. Ungeachtet dessen, wie die Sonne auftritt, sie scheint die ganze Zeit, und die ganze Zeit scheint sie hell. Was die Sonne durchfiltert, erbringt einen Unterschied, wie sie für euch aussieht. Filter sind allerdings nicht die Sonne. Es sind Filter.
Und demnach ist da ein helles Licht, was in dir scheint. Du warst nie ohne es. Die Sonne der Liebe und des Lichts inwendig in dir verstrahlt jeden Tag. Sie verstrahlt in vollem Glanz. Diese Sonne inwendig in dir ist das reale Du, und sie ist immerzu die Wahrheit von dir. Eben das gleiche Licht, das das Meine ist, scheint inwendig in dir und in jedem, ob Freund oder Feind. Es gibt da keine Ausnahmen.
Durchaus können die Filter die Ansicht deiner inneren Sonne behindern. Du siehst dieses helle Licht nicht, was du bist. Was deine eigenen Augen anbelangt, bist du abgeblendet. Du wirst womöglich gar Feindseligkeit und Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen und an den Tag legen, und immer noch scheint das Licht inwendig in dir, und in jedem. Dieses Licht ist da. Es ist ein ewiges Licht, und du hast es.
Ein Anderer mag mehr von diesem Licht zum Ausdruck bringen als du, du hast allerdings das gleiche
Licht, um es auszudrücken. Befindest du dich nun in einem Gefängnis oder pflückst du Blumen auf einem Hügel, dein Licht ist das gleiche. Geliebte, euer Licht ist das gleiche wie das Meine. Scheint für Mich, Geliebte. Scheint, weil es so liebreizend ist, es zu tun.
Was wäre, falls ihr tatsächlich anerkanntet, dass ihr ein helles Licht seid? Was wäre, wenn ihr für eine Minute annähmet, dass ihr es seid? Würdet ihr in eurem Schritt nicht mehr Funkeln verspüren? Würdet ihr euch nicht des Morgens voller Eifer aus dem Bett erheben, um eine helle Sonne draußen zu sehen und um zu erkennen, dass euer Sonnenschein genauso scheint und im Grunde genommen nicht getrübt, bloß getrübt für eure Sicht ist?
Freilich, was wäre, wenn du wahrhaft ein helles Licht wärest, würdest du es nicht scheinen? Nimmst du an, dass du, Mir zum Gefallen, die Stärke deines Lichts hochdrehen könntest? Gehst du davon aus, du könntest dieses Licht hin und her schwenken und es vielleicht vor den Fenstern, die für das Licht offenstehen, zu schaukeln? Was hättet ihr zu verlieren, um euer Licht hindurch scheinen zu lassen? Geliebte, alles, was ihr verlieren könnt, ist Mürrischsein und Unzufriedenheit. Hättet ihr etwas dagegen, sie aufzugeben? Hättet ihr etwas dagegen, Gold gegen Schlacke einzutauschen? Wärt ihr damit nicht einverstanden?
Möchtest du dich heute, während du durch deinen Tag wandelst, daran erinnern, dass du eine helle Sonne hast, die inwendig in dir scheint, und dass sie es gerne hätte, das Licht des Tages zu sehen? Sie hätte es gerne, unverblümt zu scheinen und gesehen zu werden. Was sollte dich von dieser glänzenden Strahlung abhalten mögen? Selbst dann, wenn du dein eigenes Licht nicht sehen kannst, würdest du es nicht scheinen, um das Leben Anderer zu erhellen? Würde dann nicht dein Leben, was auf Andere reflektiert ist, auf dich zurück reflektieren? Weswegen nicht in einer Welt leben, Geliebte, die von euch angeleuchtet ist? Wieso nicht euer Licht?
Weshalb nicht den nächsten Menschen anlächeln, dem ihr begegnet? In einem Märchen könnte davon die Rede sein, dass du die nächste beseelte Sache, die du siehst, zu heiraten hast. Sei das helle Licht, was du bist, und in deinem Licht wirst du Prinzen und Prinzessinnen sehen. Du wirst sie dazu machen. Alles, weil du lächelst. Alles, weil du grüßt und sie in dein Licht hinein willkommen heißt. Sieh, wie viel Lächeln du heute am Tag erhältst, während du als Erster lächelst. Ist das derart schwer?
Falls du eine Abfuhr bekommst, was kümmert dich das? Du hättest heute die Welt entzündet. Die
Sonne hat nichts dagegen, wann sich die Menschen Sonnenbrillen und Sonnenhüte aufsetzen. Die Sonne ist einfach froh, dass sie scheinen kann und für alle scheint. Ob die Leute nun die Wahl treffen, im Schatten zu bleiben oder in der Sonne, die Sonne nimmt das nicht persönlich. Die Sonne tut das, was ihr obliegt zu tun. Sie scheint für alle. Ist das nicht ebenfalls eure Zwecksetzung?
3050
FRIEDE IN BETRACHT
Man kann sagen, die Natur ist der Heiler. Ja, es ist natürlich zu heilen. Es ist eigentlich natürlich, keinen Bedarf zu haben, zu heilen. Wir können sagen, ihr habt eine sich selbst säubernde Physiologie. Während ihr in der Welt lebt und euch dort bewegt, habt ihr keinen Verschlüssen bei dem geschmeidigen Fließen der Gesundheit stattzugeben.
Man kann es von einer Seite her so ansehen, dass Glücklichsein Gesundheit ist. Es ist nicht gerade etwas Absolutes, dass Gesundheit ein Nebenprodukt des Glücklichseins darstellt, jedoch tut man gut daran, es so zu sehen, denn es macht eure Sicherstellung von Glücklichsein zu einer Angelegenheit, die euch obliegt.
Glücklichsein ist ein interessantes Wort. Es mag Zufall oder glückliche Umstände oder Glück implizieren, indes, Geliebte, Glücklichsein ist kein Münzwurf. Es ist, wie ihr dem Leben begegnet. Es ist eure Gedanken. Es obliegt euch, euer eigenes Glücklichsein, was inwendig in euch liegt, anzuerkennen. Bestimmt, die relative Welt überreicht euch dann und wann, hier und dort einen Schub, und gleichwohl, euer echter Zustand ist Glücklichsein oder Freude oder Gleichmut oder wie immer ihr es nennen möchtet. Er ist Abwesenheit von Skrupel. Er ist eine Weise, das Leben zu begrüßen, wie auch immer es sich aufzeigt.
Glücklichsein ist nicht Bestreiten, Geliebte. Alles Mindere als Glücklichsein ist Bestreiten. Es ist das Verleugnen von Glücklichsein und eures natürlichen Zustandes der Existenz.
Sofern Glücklichsein als ein allzu starkes Wort erscheint, um mit eurem täglichen Leben einherzugehen, dann ersetzt es mit dem Wort Friede. Friede ist der Pfad zur Gesundheit. Friede hat eine besondere feine Bedeutung. Er ist stiller als Glücklichsein. Gleichwohl ist Friede ein kolossaler Nachhall. Er ist stille Gewässer. Er ist Gewahrsein dessen, was in jeder Zelle eures Körpers ist. Lasst eure Zellen Friede haben.
Beunruhigung ist vielleicht das Gegenteil von Friede. Mit Sicherheit ist Krieg dem Friede entgegengesetzt. Sobald Einzelne in Friede in sich selbst leben, was für ein Ausbruch an Krieg in der Welt kann dann überhaupt passieren?
Denke nicht, dass Krieg bloß den Krieg führenden Ländern und den Menschen dort zugehört. Vergleiche die Erde mit einem menschlichen Körper. Sofern ein Pickel auf dem Kinn erscheint, gibst du dem Kinn nicht die Schuld. Du machst weder dem Kinn noch der Haut Vorwürfe. Der Pickel ist ein Resultat des gesamten Organismus. Genauso ist es mit dem Krieg.
Wenn es irgendwo eine Schlacht gibt, schaut auf euch selbst, Geliebte.
Ihr könnt der Herold des Krieges sein, und ihr könnt der Verhinderer und Linderer von Krieg sein. Schließt Friede mit euch selbst, Geliebte. Lebt in Friede. Solange es irgendwo in der Welt Krieg gibt, steht ihr nicht über ihm.
Krieg ist ein Symptom, und Symptome signalisieren, dass Aufmerksamkeit vonnöten ist. Wendet euch allen Herzen zu, und es wird keinen Krieg geben.
Genug Menschen in Friede sogar 5000 Meilen von den Frontstellungen entfernt, und der Krieg wird vorüber sein. Aus meilenweiter Entfernung wird die Gegebenheit des Krieges geheilt werden. Genügend Einzelne in Friede, und keiner wird mehr Krieg wollen. Jemand muss Krieg wollen, um ihn zu haben.
Lasst Uns sagen, dass ein anderes Wort für Friede Egolosigkeit sein könnte. Sobald Friede ist, herrscht das Ego nicht. Sobald es Spannungen gibt, herrscht das Ego. Ohne das Ego ist der Krieg unbefugt, und Friede in Betracht.
Schaut auf euer eigenes Zuhause, Geliebte. Seid die Liebe, die alle Wunden heilt. Seid der Friede, den ihr sucht. Seid die Liebe, die ihr seid.
3051
SIEH ZU, WIE DIE LIEBE WÄCHST
Sobald du für einen Anderen Liebe empfindest, fühlst du dich was dich anbelangt gut.
Jeder weiß es – für einen Anderen Liebe empfinden ist kein willentlicher Akt. Mit Sicherheit, die Liebe für einen Anderen in deinem Herzen kann wachsen. Liebe wächst, Liebe kann sogar von dort her wachsen, wo sie nicht war, freilich kann Liebe nicht zugeteilt werden. Liebe verwurzelt sich aus eigenem Antrieb in deinem Herzen. Liebe kann nicht zu geschehen veranlasst werden. Die Liebe in deinem Herzen ist ein schöner Spross, der in diese oder jene Richtung wächst, wie er eben möchte.
Nicht anders ist es mit deiner Liebe für Mich. Man kann dir sagen, Gott mit all deinem Herzen zu lieben, dieses bezeichnende Ziel bringt indes dein Gewahrsein deiner Liebe nicht zum Wachsen. Du kannst unter Umständen alles tun, was dir erreichbar ist, um deine Liebe anzustacheln, und dennoch, so viel du es auch versuchst, du kannst es nicht fertig bringen, dass sich die Liebe dir enthüllt. Bemühen bringt es nicht. Du hättest es gerne, die Liebe zu empfinden, doch dein Herz wird sie nicht aussprechen. Es ist so, als ob dein Herz taub gemacht worden sei gegenüber der Realität Unserer Liebe, die bereits existiert.
Man kann nicht mit Absicht lieben, gleichwohl ist lieben etwas Natürliches, und für die Liebe ist es etwas Natürliches, zu wachsen und sich selbst zu hegen. Schauen wir uns zum Beispiel die Liebe einer Mutter und eines Vaters für ihren Säugling an. Nach der Geburt lieben sie das Kind unverzüglich, und gleichwohl wächst ihre Liebe für den Säugling heran. Ihre Liebe wächst mit dem Dienen an dem Kind. Liebe wächst durch Dienst.
Liebe aus sich selbst heraus ist nicht genug. Liebe in einem Vakuum ihrer selbst ist nicht genug. Du kannst das umsorgen, was du liebst. Während du dich um den Gegenstand deiner Liebe kümmerst, wächst die Liebe in deinem Herzen. Du denkst etwa nicht bewusst: „Ich möchte diesem Baby dienlich sein. Ich tue alles für das Kind, damit es glücklich wird und wächst, und durch meinen Dienst an ihm wird die Liebe in meinem Herzen wachsen.“
Mit Sicherheit wird die Liebe aus sich selbst heraus wachsen.
Wenn du die Mutter oder der Vater eines Neugeborenen bist, ist eure Rolle klar. Es ist klar, was das
Kind braucht, um glücklich zu sein und um zu wachsen, und du erfüllst die Bedürfnisse des Säuglings. Den Bedürfnissen des Kindes nachkommen bereichert dein eigenes Herz. Durch deine familiären Handlungen gelangst du dazu, das Kind und was es möchte kennen zu lernen, und demnach wächst deine Liebe.
Liebe ist keine Verpflichtung, das verstehst du, indessen vermag sogar aus einer Verpflichtung Liebe zu erwachsen. Liebe dient weitaus Höherem als es Verpflichtetheit tut. Liebe kommt selbst unter unerwarteten Umständen zum Vorschein und gibt freisinnig und wächst freisinnig. Dein Geist ist nicht der Entscheider über Liebe, allerdings kann er natürlich die Absicht haben. Praktikabler als die Absicht zu lieben ist die Absicht zu dienen.
Unterdessen du Mir dienst, wächst deine Liebe für Mich. Sofern es dein Bestreben ist, Mich zu lieben, und sofern sich dein Herz dennoch vakant fühlt, dann diene Mir und schau, was mit der Liebe in deinem Herzen geschieht. Sieh zu, wie deine Liebe wächst. Dein Dienst wässert den Baum der Liebe in deinem Herzen.
Und wie wächst deine Liebe für Mich? Sie wächst durch das Geben an Mich. So einfach ist das. Dein Geschenk des Dienstes an Mir treibt dein Herz an. Dein Geschenk des Dienstes, einerlei, wem du es überreichst, belebt die Liebe in deinem Herzen. Dein Herz wird mit Liebe überspült.
Ich spreche hier nicht von Opfer, das verstehst du. Im Dienst an Mir gibst du nichts auf. Falls du das Gefühl hast, du gebest etwas auf, dann tue es nicht. Du bist kein Märtyrer der Liebe. Diene mit Liebe in deinem Herzen, und du wirst herausfinden, dass du tust, was du tun möchtest.
Wenn du deinem Säugling dienst, dienst du Mir. Wenn du deinem Nachbarn dienst, dienst du Mir.
Wenn du nicht weißt, wie Mir zu dienen ist, dann wisse, beim Fußboden Wischen dienst du Mir. Beim Füttern der Vögel dienst du Mir. Beim Lieben eines Menschen dienst du Mir. Beim Dienen dienst du Mir, und du dienst dir selbst mit einem geradewegs gesunden Packen von Liebe. Der Liebhaber liebt. Der Liebhaber liebt sich selbst. Indem er sich selbst liebt, liebt er alle.
Falls du nicht wusstest wo anfangen, jetzt weißt du es. Beim Dienen.
3052
STELLE DREI WÜNSCHE AUF
Was für drei Wünsche hast du heute? Welche drei Ereignisse würden dich heute sehr glücklich machen? Gibt es irgendeinen Grund, warum deine Wünsche für heute nicht erfüllt werden können, wirklich erfüllt werden können?
Ich lese in deinem Geist. Du hast wohl eine lange Liste von Gründen, wieso deine drei Wünsche immer noch ausstehen, wie oft aber muss Ich dir sagen, die Vergangenheit los zu lassen? Wie oft muss Ich dir sagen, dass Tatsache und Logik folgenlos sind, sobald es auf Angelegenheiten des Herzens hinausläuft? Sei durch mit der Vergangenheit, und sei durch mit deiner ganzen fabelhaften Liste von Warum deine Wünsche nicht Wirklichkeit werden können.
Stelle eine Liste aller Gründe auf, wieso deine Wünsche wirklich werden können, und wieso sie heute wirklich werden können. Es ist Mein Wunsch, dass alle deine Wünsche Wirklichkeit werden.
Geliebte, der Geist, der in der Arena der Wünsche für dich Wunder vollbringt, ist dein eigenes Denken. Dieser Geist kann deine Träume wahr machen. Dein eigenes Herz macht seine Wünsche, und die Sehnsüchte deines Herzens können rundum Wirklichkeit werden. Der menschliche Geist ist öfters ein Neinsager. Vielleicht war dein Geist sogar sehr gut darin, dir zu sagen, warum es deinen Wünschen unwahrscheinlich ist, wenn nicht unmöglich ist, Wirklichkeit zu werden, zum wenigsten was dich anbelangt, sagt dein Geist.
Du denkst wohl, einige Leute bekommen ihre Wünsche, nicht jedoch du. Wieso nicht du, Geliebte, Geliebter? Sorge dafür, dass dein Denken dir freundlich und unterstützend ist. Vergewissere dich, dass dein Denken für dich arbeitet und dich nicht sabotiert.
Lasse deine Gedanken nicht mehr länger deine Wünsche herunterspielen und dich entmutigen. Dieser dein Geist ist gelegentlich derart gescheit, dass er dir auflauert. Der Geist mag es, Dinge zu beweisen. Er hat eine bestimmte Befriedigung darin, selbst dann Beweise zu erbringen, wenn sein Beweis dir die Wünsche deines Herzens versagt.
Schließe demnach deine Augen und bestimme deine Wünsche. Und sobald du deine Augen öffnest, bilde dich selbst ab, bilde ab, wie du dich fühlst, sobald deine Wünsche wahr werden. Gehe durch die Räume deiner Wunscherfüllung. Wie sieht alles aus? Schau, von welchem breiten Strahlen dein Lächeln ist. Schau, wie du gehst.
Und nun lächle auf diese Weise, und nun gehe auf diese Weise, und sieh ununterbrochen nach Anzeichen deiner Wünsche, wie sie wahr werden. Du wirst Zeichen sehen, Geliebte, Geliebter. Schlicht indem du dich nach Zeichen umsiehst, wirst du sie sehen. Du wirst Hinweise auf sie sehen. Und du wirst anfangen, zu sehen, wie deine Träume Wirklichkeit werden. Deine Träume kommen in deinem Herzen zuerst, wo du sie erstrebst, und dann legen sie ab, um in deinem äußeren Leben wahr zu werden. Sei glücklich für ein jedes der Zeichen, das du siehst.
Vielleicht wird dein Wunsch für einen Freund von dir wahr. Freue dich, denn du kannst sehen, wie nahe dir dein erfüllter Wunsch gekommen ist. Du kannst ihn fast kosten.
Sei unentwegt auf Ausschau nach deinen Wünschen, die wahr werden. Treibe deinen Wunsch voran, so wie du dein Pferd vorantreiben würdest. Sofern es nicht so schnell läuft, wie du möchtest, kannst du dich nach wie vor an deinem Pferd erfreuen.
Deine Wünsche MÜSSEN nicht wahr werden, das verstehst du, und das ist Teil des Geheimnisses davon, wie Wünsche Wirklichkeit werden. Du freust dich darauf, du hältst Ausschau nach Zeichen, du findest Gefallen an deinen Wünschen, und dennoch peitschst du sie nicht ins Gehorchen. Du kannst selbst glücklich sein, wenn deine Wünsche nicht wahr werden, oder wenn sie nicht so früh wahr werden, wie du es gerne möchtest. Mit oder ohne Manifestation deiner Wünsche – du kannst glücklich sein. Im Eigentlichen bist du nicht von deinen Wünschen abhängig, die vor dir zum Vorschein kommen. Sie sind keine Angelegenheit auf Leben oder Tod, und du kannst sie frei laufen lassen.
Und so schaffst du Raum für größere Wünsche und größeres Glücklichsein. Du kannst das alles haben.
Wünsche werden zunächst in deinem Herzen wahr, unterdessen du sie erstrebst, und dann in deinem Geist, unterdessen du sie abbildest. Im Hinblick darauf, welche Empfindungen du hast, sind deine Wünsche bereits wahr geworden.
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IHR WERDET AUF NEUE WEISE DENKEN
Es gibt diesen Denkansatz, dass alle Krankheit dem Geist entspringt. Daran ist viel Wahres, jedoch ist es in den Begriffen des alltäglichen Lebens weder so klar noch muss es so sein, Geliebte. Es ist mehr an der Krankheit, als worauf das Auge trifft. Es ist mehr an allem, als worauf das Auge trifft.
Ich habe euch gesagt, euch vom Denken über Ursachen zu lösen. Es gibt eine Wahrnehmung, in der keine Ursache existiert. Seht es so, wenn es keine Vergangenheit gibt, kann keine Ursache vorhanden sein. Sobald es kein Früher gibt, wie kann es dann ein Danach geben? Es existiert bloß, was jetzt soeben ist.
In den Bezügen des relativen Lebens, gewiss, dort scheint eine Sache zur nächsten zu führen. Im relativen Leben kannst du Ursache und Wirkung erblicken. Wenn du ein brennendes Streichholz an eine Zigarette hältst, wird sie angezündet. Wenn du roten Nagellack auf deine Nägel aufträgst, werden sie rot. Wenn du auf einer Arbeitsstelle einer Arbeit nachgehst, wirst du bezahlt. Ausgehend von dieser Prämisse ist es so, falls du nicht arbeitest, wirst du nicht bezahlt. Falls du auf einen Baum kletterst und herunter fällst, falls du auf keinen Baum geklettert wärest, wärest du nicht heruntergefallen, und so weiter. Der Nachweis eines Bewegggrundes in dem Bereich des relativen Lebens ist endlos.
In den umfassenderen Geflden des Lebens, etwa der Liebe, der Gesundheit und des Lebens selbst, rate Ich euch, euch von der Suche nach der Ursache fernzuhalten. Ist das nicht zurückschauen auf die
Vergangenheit? Falls du Krankheit im Gesichtsfeld hast, schaue dich jetzt nach Gesundheit um. Falls dein Liebesleben zerfällt, bewege dich voran. Auf eine Ursache hinweisen wird zu Vorwürfe machen. Vorwürfe machen kommt von Verurteilung. Bleibe vom Verurteilen weg. Beurteile weder dich selbst noch einen Anderen. Komme zu keinen Schlussfolgerungen. Im Großen und Ganzen gibt es keine zuordenbaren Gründe. Oder, falls es einen Grund gibt, ist er das Leben. Falls du nicht in einem Körper wärest, hättest du keine Erkrankung des Körpers.
Sobald es auf die Gesundheit hinausläuft, gibt es derart viele Faktoren, die dazu beitragen, und dennoch sagt es nicht die gesamte Geschichte aus. Wieso dieser Mensch? Wieso hat diese Person eine kräftige Gesundheit, eine andere nicht? Es ist nicht so einfach.
Euer Geist ist nicht der einzige Geist, der auf euch einwirkt. Es gibt den Geist des Menschen. Es gibt das Massenbewusstsein. Wenn die Welt dazu wird, was sie werden wird, wird Krankheit nicht mehr existieren. Für sie wird es keinen Platz mehr geben. Keiner wird mehr an Krankheit denken. Sobald Krankheit aus dem Geist des Menschen getilgt ist, wird Krankheit aus dem Antlitz der Erde getilgt sein.
Was, meinst du, habe Ich gesagt, wenn Ich davon rede, dass deine Gedanken sogar die Menschen, die 5000 km von dir entfernt sind, beeinflussen? Die Gedanken eines jeden leisten einen Beitrag. Etliche einen Beitrag zur Gesundheit, und etliche zur Krankheit.
Habe Ich dir nicht gesagt, deine Gedanken zu verwandeln? Denke darüber, was du denkst! Denke nicht mehr länger, dass Keime Krankheit verursachen. Versteht ihr Mich? Glaubt an Mich, Geliebte, mehr, als ihr an Krankheitserreger glaubt. Richtet euer Vertrauen dort ein, wo ihr es haben wollt. Ja, habt genauso viel Vertrauen in die Gesundheit, wie ihr es in die Krankheit habt. Denkt an die Gesundheit, und vergesst die Krankheit. Lasst es Mich sehen, wie ihr um den Maibaum tanzt.
Lehnt euch zu glücklichen Empfindungen hin. Jeder muss sich gewahr sein, dass Ärger für die Gesundheit nichts Tolles ist. Jeder muss sich gewahr sein, dass Freude und Liebe sehr gut für die Gesundheit sind. Gravitiert um das, was ihr erstrebt. Und sobald ihr euch selbst ärgerlich findet, vergebt euch selbst und findet etwas anderes, was ihr in den Blick nehmen könnt.
Denkt selbstständig, Geliebte. Glaubt genügend an euch selbst, um eure eigenen Gedanken zu denken. Und, wenn eure eigenen Gedanken nicht nützlich sind, dann findet nützliche Gedanken. Ihr werdet sie finden, tief unten inwendig in euch selbst. Und Ich werde in euer Ohr flüstern, und ihr werdet in neuer Weise denken.
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FREUE DICH, DU ZU SEIN
Wie sachte Schnee fällt. So möget ihr euch durch das Leben bewegen. Keine Hast. Sanftheit. Der Schnee mag es, wie er fällt. Er macht sich keine Sorgen darüber, wie er sich aufhäuft oder wie ihn jemand nicht gerne haben mag m. Er macht sich nichts draus, ob jemand über das Schneeschaufeln murrt, er macht sich indes sehr viel aus seinem Schnee-Sein und seiner Herangehensweise an die Erde. Der Schnee weiß, er fällt vom Himmel. Er weiß, er ist Gottes Entzücken. Der Schnee selbst ist von seiner Schneeheit entzückt.
Mögt ihr genauso weise sein wie der Schnee und hingerissen vor Begeisterung in eurer Seienshaftigkeit, die eure Menschliche Seienshaftigkeit mit einschließt.
Der Schnee sehnt sich nicht danach, etwas anderes zu sein als er ist. Er sehnt sich nicht danach, rosa zu sein. Er sehnt sich nicht danach, immer da zu bleiben. Er ist zufrieden, Schnee zu sein und zu kommen und zu gehen. Vom Schnee ist nie bekannt geworden, dass er denkt, er möchte etwas anderes sein als Schnee. Er trachtet nicht danach, Regen zu sein, der auf die Erde niederprasselt. Ja, der Schnee ist vollkommen glücklich, Schnee zu sein. Ob er nun in großen Flocken oder in kleinen herunterfällt, er ist zufrieden.
Der Schnee beklagt sich nicht über die Kälte, und ebenso nicht über die Sonne, die ihn schmilzt. Der Schnee genießt die Kälte, ebenso wie die Sonne. Der Schnee lässt alles sein, wie es ist.
Er ist nicht damit befasst, wie hübsch er ist oder wie matschig er wohl werden wird. Er ist glücklich, dass auf ihm gegangen wird, und er ist glücklich, dass man nicht auf ihm geht. Er sehnt sich nach nichts, mit Ausnahme, das zu sein, was er bereits ist. Weil der Schnee fröhlich ist, einerlei wie es da oder dort steht, widersetzt er sich nichts. Er ist schlicht glücklich, Schnee zu sein.
Mögt ihr doch den Schnee nachahmen, der voll und ganz Gefallen an sich selbst findet und selbst gegenüber seinem eigenen Schmelzen keinen Widerstand aufbringt.
In einer gewissen Weise ist es so, als ob alle eure Wahlen im Leben euch verdorben haben. Der Schnee ist unverdorben und zufrieden und einfach. Ihr, die ihr zahlreiche Wahlen innehabt, seid womöglich verwöhnt und unzufrieden.
Hätte der Schnee eure Wandlungsfähigkeit, so würde er an jeder Wahl Gefallen finden, weil er seine Reise bejaht und nichts infrage stellt. Falls sich der Schnee in Regen wandelte, wäre er ebenso glücklich. Wenn der Sommer kommt und Schnee nicht existieren kann, geht es ihm auch damit gut. Er weiß, eine andere Jahreszeit ist unterwegs. Er weiß, er erfüllt Meinen Willen, und er ist damit rundum zufrieden.
Und ihr mit derart vielen Gelegenheiten seid des Öfteren unzufrieden. Unzufriedenheit hat durchaus auch ihren Wert, weil sie euch hilft, euch auf den Weg zu machen. Zur gleichen Zeit bedeutet die Akzeptanz des Lebens, wie es eben kommt, nicht, dass ihr alles beim Alten zu halten habt.
Wenn Ich dich bitten würde: „Geliebte, Geliebter, was würdest du dir gerne aussuchen, Schnee oder dich selbst?“, würde Ich deine Antwort kennen: „Mich.“
Ich habe dich nie gebeten, diese Auswahl zu treffen, und dennoch hast du die Wahl getroffen, geboren zu werden, und hast dir ausgesucht, als wer du in Erscheinung treten möchtest. Und hast nicht damit aufgehört, Wahlen zu treffen. Jetzt in diesem Augenblick wählst du, diesen Heavenletter von Mir zu lesen. Du wählst, was du aus ihm machen wirst. Ihr trefft Wahlen, Geliebte, selbst Wahlen, bei denen ihr das Empfinden habt, ihr möchtet sie nicht treffen. Wer trifft eure Wahlen, wenn nicht ihr?
Durchaus, ihr mögt etwa das unbehagliche Gefühl haben, zu sein, wer ihr seid – würdet ihr gleichwohl die Wahl treffen, jemand anderes zu sein? Ihr könntet rasch zur Aussage gelangen, dass ihr gerne die Stelle dieses oder jenes Filmstars im Tausch einnehmen möchtet, allerdings, wenn es dann schließlich darauf hinausliefe, würdet ihr tatsächlich die Wahl treffen, ihr zu sein.
Was sagst du? Möchtest du fröhlich sein, du zu sein, und deine Einzigartigkeit ebenso wie dein Einssein wertschätzen?
Empfinde, was der Schnee empfindet. Er entblößt sich selbst gegenüber der Welt, und er mag seine Schneeigkeit. Möchtest du deine Menschenhaftigkeit mögen?
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KOMM UND LERNE DICH SELBST KENNEN
Wenn du dich durch Beklemmung getrieben fühlst, hast du die Wahl getroffen, dich für etwas abzukanzeln. Du tadelst dich für eine Handlung oder Nichthandlung. Du findest stets Gründe für das Wachstum deiner Beklommenheit, gleichwohl ist die Beklommenheit dein eigenes Werk.
Du sagst, du möchtest die Beklommenheit los haben. Wieso bist du dann ihrer nicht ledig?
Beklommenheit besucht dich nicht aus freien Stücken. Du heißt sie willkommen. Du lädst sie ein. Irgendwo in dir hast du die Vorstellung, dass du, ein wenig oder eine ziemliche Menge, Strafe brauchst, und deswegen nörgelst du mit dir selbst und deswegen führst du Unzufriedenheit mit deinem Selbst ins Feld, und deswegen kasteist du dich selbst unter dem Deckmantel der Beklommenheit. Beklommenheit kann nicht für sich alleine reisen. Sie braucht einen Gastgeber. Wenn du Beklommenheit hast, kannst du wissen, du bist der Gastgeber von ihr. Beklommenheit ist dein Gast aufgrund deiner Einladung. Dieser Gast bleibt solange, wie du es sagst. Du bist der Bestimmer deiner eigenen Beklemmung. Beklemmung ist dein Kind. Beklemmung kommt nicht von irgendwo. Sie kommt von dir heraus.
Du hast eine Wahl. Beklemmung kommt nicht unwissentlich zu dir. Sie hat deine Mithilfe. Deine Beklommenheit ist selbst-induziert. Sie verliert oder gewinnt an Gewicht laut dem Gewicht, was du auf sie legst. Beklommenheit ist unschuldig. Du denkst, du seist das nicht, und damit springst du der
Beklommenheit bei und leistest ihr Vorschub, zu dir zu kommen. Du kultivierst sie. Du bist zügig darin, sie aufzufinden.
Beklommenheit sucht dich nicht heim. Du besuchst sie. Du hältst sie an dir.
Wenn du es wirklich möchtest, mit der Beklommenheit durch zu sein, dann sei mit ihr durch. Investiere in etwas anderes.
Investiere in Leichtigkeit. Investiere in Segnen. Investiere in Zutrauen. Du kannst dich darauf verlassen, dass deine Irrtümer, gleich, in welchem Ausmaß sie existieren oder nicht, nicht unumstößlich sind. Zu dem Zeitpunkt, wann du den Irrtum erkennst, ist er bereits weggeflossen. Der Irrtum hat seine eigene Lebensspanne. Lasse ihn gehen. Gib ihm nicht viel Platz in deinem Denken. Er ist etwas Kleines. Er bevollmächtigt die Beklommenheit nicht.
Also, was nun, falls du zu viel Salz in die Suppe getan hast? Gib eine Kartoffel hinein. Was, wenn du zu wenig Salz in die Suppe gegeben hast? Salze nach. Spanne dich darüber nicht an.
Mit welcher Begründung wirst du ein Bauherr von Beklommenheit? Kicke sie hinaus. Sie gehört dir rechtmäßig nicht zu. Beklommenheit ist ein Eindringling. Sie hat kein Geschäft, um sich in deinem Leben zu befinden. Sie gehört nirgendwohin. Sie ist keine zwei Cents wert.
Aber ihr, Meine Geliebten, ihr seid all das Gold in der Welt und all die Liebe des Himmels wert. Plagt euch nicht mit dieser nie Ruhe gebenden Beklommenheit herum. So etwas Törichtes. Sie dient weder euch noch Mir. Sie dient ausschließlich sich selbst.
Habt ein getreueres Bild von euch selbst inne. Behaltet nicht mehr dieses alte Bild. Werft es hinaus, und die Beklommenheit wird diesem alten Bild hinterherlaufen.
Sofern euer Bild über euch selbst nicht mit Meinem Bild von euch einhergeht, behaltet es nicht. Werft all die alten vermeintlichen Fotos eurer selbst fort und hört auf, sie weiterhin herzunehmen.
Holt euch einen neuen Sucher. Holt euch eine neue Billigung eurer selbst. Holt sie von Mir, denn Ich kenne euren Wert und euren Wert für Mich.
Das Gegenmittel für Beklommenheit ist ein neues Foto. Lasst Mich das Foto aufnehmen. Lasst Mich euch zeigen, was Ich sehe. Akzeptiert das Bild, was Ich euch gebe. Ich gebe euch ein heiliges Bild. Ich gebe euch ein Bild eures Ganzseins, und Ich heiße es Mein eigen. Ihr seid Mein eigen. Ich kenne, was Ich erschaffen habe. Und Ich bitte euch, das gleiche zu kennen.
Lasst uns doch dem ins Auge schauen. Ich kenne euch besser als ihr euch selbst. Sobald ihr, Geliebte, Beklemmung zulasst, legt ihr offen, dass ihr euch selbst überhaupt nicht kennt.
3056
WACH AUF, SCHLAFMÜTZE
Du hast bereits die Erfahrung durchlebt, dass dasjenige, was dir einst von äußerster Bedeutung war, sich herausstellte, überhaupt nicht wichtig zu sein. Es gab einmal eine Zeit, als dein Leben von der Liebe eines bestimmten Anderen für dich abhängig war, und nun ist die Bedeutung der Liebe vonseiten dieses Menschen verblasst. Nun wirst du dich vielleicht sogar fragen, was dich dazu gebracht hat, Derartiges zu empfinden. Du ziehst die Schultern hoch. Die Wichtigkeit, die du ihm beigegeben hattest, war von der einen oder anderen Illusion abhängig, vielleicht von der hauptsächlichen Illusion, dass du bedürftig warst. Du warst nicht bedürftig. Sicher, es sah danach aus, jedoch lief es auf deine Bedürftigkeit nach Illusion hinaus. Es ist, als hättest du dich selbst hypnotisiert, an etwas zu glauben, was nicht so war, und dennoch hast du es mit all deinem Herzen geglaubt.
Die ganze Myriade der Angelegenheiten, die dir jetzt wesentlich sind, wird ebenfalls verblassen. Alle Besorgtheiten, selbst die Schrecken werden zu überhaupt nichts. Du hast nicht diese Ebene zu verlassen, um zu dieser Wahrnehmung zu gelangen. Einerlei, in wie viel Drama du eintrittst und an wie viel von ihm du anscheinend glaubst, du weißt das bereits. Dieses und jenes ist nicht andauernd. Und ebenso du nicht in der menschlichen Form. Das ist alles ein Traum. Solange du dich allerdings in dem Traum befindest, bist du in ihm.
Ebenso wie bei einem Traum, den du im Schlaf träumst, ebenso wie sich der Traum preisgibt, hat es gewiss den Anschein, dass er passiert. Er passiert unmittelbar in der Nacht vor deinen geschlossenen Augen.
Früher oder später wachst du aus deinem Traum auf, und du bist erleichtert, dass es bloß ein Traum war, oder der Traum war so schön und einnehmend, dass du es bedauerst, von ihm aufgewacht zu sein.
Alles am relativen Leben ist ein Traum, den ihr habt, Geliebte. Er mag hundert Jahre dauern. Er hat alle Einzelheiten, die er hat. Er hat Chaos und Konsterniertheit, und euer Traum hat Offenbarungen von Schönheit und Freiheit, und keines davon ist tatsächlich passiert. Es waren, was deinem Dafürhalten nach ein Wachzustand war, allesamt REM’s [Rapid Eye Movements; ThB], freilich war es insgesamt ein Traum, während du geschlafen hast.
Was man auf der Erde reales Leben nennt, ist überhaupt kein wirkliches Leben. Es hat den Anschein eines wirklichen Lebens, jedoch existiert es bloß auf der Ebene des Gedankens.
Alles, was tatsächlich real ist, ist ein Zustand der Liebe, der immerfort existiert und gleichwohl des
Öfteren übersehen wird. Objekt-fundierte Liebe ist eine Überlagerung an Liebe, jedoch nimmt Liebe kein Objekt in Anspruch. Liebe ist schier. Es mag sein, sie ist deiner Sicht verschlossen, Liebe allerdings bleibt bestehen. Nach allem Hin und Her – alles, was existiert, alles, was bleibt, ist Liebe, und du trägst stets Liebe bei dir. Einerlei, wie verkleidet deine Liebe sein mag, Liebe trotzt allen Stürmen. Liebe wird nie bezwungen. Was könnte Liebe bezwingen?
Ich BIN Liebe, und nichts kann Mich rückgängig machen. Nichts vermag das. Der einzige Überlebende aller Träume ist Liebe. Liebe ist über allem. Es gibt nichts, was bloß bis in die Nähe von Liebe heranreichen kann.
Liebe ist die Realität, sonst nichts. Liebe ist kein Traum. Liebe ist das einzig Wahre, was du hast. Liebe überspannt Jahre. Sie kennt keine Zeit. Liebe übertrifft Leistungen. Liebe weiß nichts von Leistungen. Sie übertrifft den Massentraum des Todes. Trotz all dessen, was in der Welt an Einbildungen erschaffen wird – Liebe kommt durch. Liebe übersteigt alles sonstige Andere, das stets zu sein schien.
Liebe überlebt das Leben, und Liebe überlebt den Tod. Liebe macht es klar, dass es keinen Tod gibt. Das Konzept des Todes ist womöglich der größte Schwindel von allen. Was nicht wahr ist und nicht möglich ist, ist eine Fälschung. Jeder scheint den Traum des Todes angebetet zu haben, was, über alles gesehen, bloß ein Hype ist. Nicht einmal die großartigste Illusion in der Welt kann für Wahrheit durchgehen. Lasst das Konzept des Todes los, Geliebte. Seid nicht mehr länger übertölpelt. Wache auf, Schlafmütze.
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EINE HÖHERE SPROSSE AUF DER LEBENSLEITER
In der Welt gibt es Vollkommenheit, und die Vollkommenheit lautet Liebe, Liebe, die schlicht ohne Fanfare daherkommt, Liebe, die euer Herz erfüllt. Sie ist einfach da. Sie hat keine großartige Promotion. Sie ist schlicht still da. Sie ist immer. Niemals gibt es eine Minute, die sie nicht ist.
Gleichwohl wird diese Vollkommenheit mit dem nackten Auge des Öfteren nicht gesehen. Stattdessen nimmt die Konfusion das Rampenlicht ein. Was bedeutet eine Erfahrung, fragst du dich. Wie ist dies passiert, fragst du dich. Was für ein Durcheinander alles doch ist, hast du das Gefühl.
Manchmal ist es schwer, die richtige Seite oben zu sehen.
Lasse sodann Konfusion dort sein. Lasse sie sein. Konfusion nimmt nicht Konsterniertheit in Anspruch. Wieso überrascht und verdutzt sein, während du dich inmitten der Konfusion befindest?
Konfusion ist nicht so eine große Sache. Sei durcheinander. Das ist in Ordnung so. Ein Empfinden der Konfusion entwickelt eine Flexibilität und Resilienz inwendig in dir. In diesem Sinne kannst du für Konfusion dankbar sein.
Jeder möchte gerne im Hinblick auf alles gewiss sein, das aber ist nicht möglich. Die Welt, so wie sie auf der Erde erlebt wird, verwandelt sich in jedem Augenblick. Setze allerdings Wandel nicht mit Chaos gleich. Konfusion ist nicht eure Präferenz, indes, falls ihr euch über alles gewiss wärt, wo würde dann euer Menschsein sein? Was würdet ihr lernen? Wie würdet ihr wachsen?
Wir können sagen, dass der Name der Partie in der Welt Ungewissheit lautet. Du weißt nicht, ob du morgen deinen Schirm mitnehmen sollst oder nicht.
Du lebst in einer Welt der illusorischen Zeit und des illusorischen Raums. Zeit und Raum sind nicht dein Fundament, und dennoch hängst du sozusagen von ihnen ab. Das Resultat, Geliebte, ist Konfusion. Und gleichwohl weist euch die Konfusion auf eure tatsächliche Fundamentierung. Ich bin euer Fundament, und Ich bin Liebe, Liebe mit Gewissheit, Geliebte, Liebe mit der Gewissheit, die aus Gott geboren ist. Liebe ist es, woher euer Friede kommt. Selbst inmitten des Verworrenseins existiert Friede. Dort ist das Wissen, nicht zu wissen.
Im Leben ist es schlicht so, dass ihr euren Weg durch eine Fata Morgana findet, und es ist eine Fata Morgana, die sich ununterbrochen einen Schritt vor euch her bewegt.
Es ist, als lest ihr eine Geschichte, und die Geschichte ist nicht klar. Sie geht weiter, und ihr habt nicht so richtig mit ihr Schritt gehalten. Ihr wisst nicht, was passiert ist. Und wenn ihr wisst, was passiert ist, wisst ihr nicht wieso, und das hinterlässt euch verunsichert. Wer ist es denn, der zu euch sagt, dass ihr Fassungslosigkeit vermeiden sollt?
Verwirrung ist Teil des Lebens in der Welt. Du musst durch sie nicht verblüfft werden. Irreführung ist nicht da draußen, damit sie dich schnappt. Sie lässt dich damit vertraut werden, worüber du gewiss sein kannst, und das ist nicht das Leben in der Welt. Lasse Fassungslosigkeit unter allen ihren Namen zu deinem Freund werden.
Du hast Irreführung nicht wegzustoßen. Lasse sie dich lehren, was sie möchte. Fassungslosigkeit wird dich zu einer höheren Sprosse auf der Leiter des Lebens hoch schieben. Die eine Konfusion hinter dir, und eine weniger vor dir.
Drehe einige deiner Trends um. Sei Meiner gewiss. Du kannst dir Meiner mehr gewiss sein als deines Bankkontos. Du kannst dir Meiner mehr gewiss sein als der Straße vor dir. Du kannst dir schlicht Meiner mehr gewiss sein, so, wie Ich deiner gewiss bin. Ich bin Mir sicher, wer du bist. Kommt, Geliebte, lasst Mich eure Gewissheit sein.
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DAS ALLERGRÖSSTE EINSSEIN,DAS IHR EUCH VORSTELLEN KÖNNT
Ich bin dein guter rechter Arm. Ich bin dein Assistent. Ich stehe dir bei. Du assistierst Mir. Wir zeigen uns links und rechts erkenntlich. Wir sind derart Eins, dass es schwierig ist zu erkennen, wo du beginnst und wo Ich aufhöre.
Selbstverständlich höre ich nirgendwo auf. Ich BIN immer. Und hier nun die wunderbare Sache: Du bist das auch.
Du denkst, du seist kurzlebig, und dennoch bist du keinesfalls von dieser Art. Die Auffassung, dass du deinen Anfang nimmst und aufhörst, ist ein Mythos. Klar, ein Mythos, den du für wahr hältst. Der Mythos, dass das Leben endet, ist ein Mythos, an dem du dich festhältst. Es macht dich feuchten Auges, sobald du daran denkst, dass du nicht immerzu sein wirst, und doch, es ist eine Fiktion, was deine Tränen anregt. Es ist eine süße Traurigkeit, wenn du daran denkst, du werdest vom Angesicht der Erde getilgt. Was du denkst, ist dort, wo deine Gedanken sind. Schere mit deinen Gedanken zu den Meinen herüber aus.
Du bist ein nie-endendes Seinswesen. Du bist ein immerzu-lebendes Seinswesen. Oh, ja, dass du den Wohnort wechselst, das ist zum Begreifen, zur gleichen Zeit allerdings bist du genau dort, wo du immer gewesen warst. Es ist ein anderes Ballspiel, sobald du aus der Zeit und aus dem Raum heraus schreitest. So lieb dir die Zeit und der Raum auch sein mögen, sie sind zeitweilig, nicht du.
Du bist von dort, woher du gekommen bist, nie fortgegangen. Du trägst das Zuhause immer mit dir herum. Du bist voll und ganz die ganze Zeit im Himmel, unterdessen du glaubst, du seist ein Passant in der
Welt. Geliebte, ihr seid ein vorübergehender Gedanke in der Welt. Ihr seid ein zeitweiliges Menschenwesen. Ihr seid ein permanentes Seinswesen. Ihr lasst nie eure Seienshaftigkeit aus. Ihr sterbt nie. Ihr seid in Meiner Stimme und in Meinem Herzen stets gefangen. Ihr seid bei Mir untergebracht. Ihr seid für immer. Wir sind untrennbar zusammen. Anders wollte Ich es nicht. Ich liebe eure Gesellschaft. Ich liebe es, dass wir uns einander an den Händen halten. Ich liebe es, für euch hier zu sein, Die ihr Mein Eigentliches Selbst seid.
Du meinst, du seist ein kleines Seinswesen, und du denkst Mich als einen Großen Gott, so ist es allerdings nicht. Es ist so, dass Ich niemals von Meinem Gewahrsein fort wanke, während du ganz leicht abgelenkt wirst. Das ist aber in Ordnung so. Dein Gewahrsein ist am Wachsen. Es wächst schnell. Bald werden Wir auch in deinen Augen lebhaft die Verwunderlichkeit des Eins sein. Bald wirst du anfangen zu sehen, und Wir werden in dem allerschönsten Ganzsein, was du dir vorstellen kannst, ineinander übergehen. Ihr könnt euch das nicht vorstellen, Geliebte. Ihr seid noch nicht dazu in der Lage, die Weite der Realität zu erträumen.
Ihr habt wohl noch nicht das volle Zutrauen in Mich, und infolgedessen ebenfalls nicht in euch. Ihr denkt womöglich, dass auf Mich kein Verlass sei, weil Ich euch nicht einen jeden Wunsch gewähre. Die Sache dabei ist, dass Ich ein größeres Bild als ihr sehe. Einerlei, wie ihr gelegentlich enttäuscht sein mögt, Ich behalte eure Interessen im Herzen, und Ich beobachte auch den Strom des Lebens. Der Unterschied ist, dass Ich weiß, ihr werdet zur Küste hin gespült, und ihr fürchtet, so werde es nicht kommen.
Sobald ihr erkennt, dass Ich euch behüte, sobald ihr erkennt, dass ihr nicht fallen könnt, sobald ihr erkennt, dass Wir nie auseinander sind, und sobald ihr tatsächlich Unsere Nähe mit einer aus Liebe geborenen Zuversichtlichkeit spürt, und sobald ihr die Einfachheit Unserer wechselseitigen Hingabe erlebt, worüber solltet ihr sodann beunruhigt zu sein und euch Sorgen zu machen haben?
Es gibt keine Dunkelheit. Es gibt alleinig Licht, und du lebst immerzu. Deine Hand umschließt die
Meine, und Ich lasse nie los. Wir schwimmen gemeinsam im Ozean des Lebens. Wir haben nie mit dem Schwimmen aufgehört. Wir choreographieren gemeinsam die Wellen des Ozeans. Du findest heraus, dass du der Ozean bist, und du bist seine Wellen, und Wir sind Ein Großer Ozean, der das gesamte Universum und die Galaxien über sie hinausgehend umfängt.
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DER GOTTESSTROM
Ich bin in eurer DNA, und ihr in der Meinen. So muss das sein, weil Wir unauslöschlich Eins sind. Wir teilen untereinander eine gemeinsame DNA. Über Generationen hinweg weitergereicht, passen deine DNA und die Meine zusammen. Selbstverständlich, deine DNA wird in der Welt ermittelt, und die Meine nicht. Wenn Ich Fingerabdrücke hinterlasse, so seid ihr es, die sie für Mich hinterlassen. Sofern Ich Fußabdrücke hinterlasse, seid ihr es, die Meine Fußabdrücke hinterlassen. Ihr seid Meine Botschafter, ihr tut alles für Mich. Danke.
Ihr befindet euch in der Arena der Handlung, währenddessen Ich der König der Stille bin. Ich bin ebenfalls der König der Unwahrnehmbarkeit, was meint, dass ihr Mich auf die eine oder andere weltliche Art weder mit euren Augen sehen, noch Mich ermitteln könnt. Euer Herz selbstverständlich ist der Ort, wo Ich bekannt bin, und wo ihr Mich kennt, und in eurem Herzen ist es, wo Ich so gerne bekannt werden möchte.
Obschon alles in euren Herzen in Wahrheit vertraut ist, gleichwohl, was bekannt ist, kann sein, dass es nicht präzise angezeigt ist. Was bekannt ist, vermag nicht genau geschildert zu sein. Was bekannt ist, kann nur bekannt sein, kann aber weder wie ein Röntgenstrahl auf einem Bildschirm verdinglicht, noch kann das Bekannte in einem Gläschen unter einem Mikroskop angesehen werden.
Sofern die Wissenschaft wüsste, wie Meine DNA zu ermitteln sei, könnte sie sie eurem Blut entnehmen.
Niemand allerdings weiß wie. Niemand weiß, wo überhaupt zu beginnen sei, gleichwohl, es gibt einen Strom, der durch euer Blut läuft, den Wir den Gottes-Strom nennen können. Ich weiß, er ist da. Ihr könnt wissen, er ist da, hingegen hat die Welt kein physisches Mittel in der Hand, ihn zu bestimmen. Ich bin bekannt, freilich vermag niemand Mich zu beschreiben. Niemand kann diesen illusorischen Beweis herausfinden. Niemand kennt das Wie. Und was wäre der Punkt dabei? Was genau hättet ihr sodann? Bloß Ähnlichkeiten wären aufgefunden, indes die äußere Welt am Auffinden von Ungleichheiten interessiert ist. Es hat den Anschein, dass die Welt eifriger darauf aus ist, Unterschiede zu finden, als das zu finden, was für alle wahr ist. Nicht mehr lange hin, und die Welt wird Interesse am Einssein und an wahrgenommenem Nachweis von ihr erlangen. Liebe herrscht. Liebe wird nicht über längere Zeit heruntergespielt werden. Liebe ist schlicht parat, über die ganze Welt gesprengt zu werden. Es gäbe keine Anläufe, Liebe zu ermessen. Ein jeder in der Welt würde schlicht die undefinierbare Liebe ausstrahlen.
Sofern jemand in der Welt geruhte, einen physischen Nachweis von Mir innezuhaben, ist ihm dabei kein Ertrag beschieden. Falls du einen Beweis fändest, wohin würdest du dich mit ihm wenden? Es gäbe kein irgendwo, um dorthin zu gehen, weil, ganz schlicht, das Unwahrnehmbare stärker ist als das Wahrnehmbare. Das Feine ist stets machtvoller als das Körperliche. Das Unendliche ist stets machtvoller als das Endliche. Die Saat des Physischen ist machtvoller als das äußere Physische selbst. Das äußere Physische, obwohl wichtig und von Tragweite, ist nichts neben dem inneren Gewahrsein. Beweis ist nichts. Beweis führt dich in eine Sackgasse. Die unwahrnehmbare Realität hat keine Beschränkungen, keine Begrenzungen, kein Ende. Ah, die Welt indes liebt es in der Tat, sich auf Beschränkungen, Begrenzungen und Beendigungen zu konzentrieren, selbst dann, wenn es sich auf das Leben, die Liebe und auf Mich beläuft, und dennoch bekommt die Welt die Begrenzungen satt. Sie fängt an festzustellen, dass auch sie mehr als die Beschränkungen möchte, die sie sich selbst auferlegt hat.
Weswegen, Geliebte, es gibt nicht einmal für Mich einen Anfang, denn Ich war immerzu. Ich BIN stets. Zuvor gab es nie einen Zeitpunkt, genauso wenig gibt es einen danach. Es gibt alleinig die Liebe, mit der Ich euch gestaltete. Alles, was ist, ist die Liebe, aus der Ich euch gemacht habe, und die ihr seid. Ihr seid eine Flagge, die in der Höhe weht, dennoch seid ihr nicht gewahr. Eurem Dafürhalten nach befindet ihr euch stets in der Nähe des Bodens, die Wahrheit aber ist, dass ihr euch nach wie vor in der nicht mit Grenzen versehenen Weite des Himmels befindet und nie irgendwo hin gewandert seid, mit der einen Ausnahme, im Schlaf.
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EINE SICHT MEHR WIE DIEJENIGE GOTTES
Falls du an deine eigene Gütigkeit und Schönheit glauben würdest, wärest du derart entlastet. Ein großes Gewicht wäre von dir genommen, siehst du das auch so? Aber du hältst an der Idee fest, so weit deine Erinnerung zurück reicht, dass du nicht würdig bist. Du siehst dich etwa als einen Faulenzer oder als einen, der sich unveränderlich irrt. Ich frage Mich, wo liegt das Behagen, von sich selbst minder, als Ich es tue, zu denken. Selbst dann, wann Ich euch sage, was für eine wunderschöne Schöpfung von Mir ihr seid, habt ihr einen inneren Protest, so, als würde Ich euch nicht genau kennen, so, als sei Ich hinters Licht geführt worden. Geliebte, Ich kenne euch. Ihr seid diejenigen, die hinters Licht geführt wurden. Ihr fangt an zu erkennen, wer ihr seid, und wozu ihr fähig seid, und welcher Sicht von Mir ihr bereits gedient habt. Vielleicht seid ihr damit einverstanden, dass eure Absichten gut seien, indes habt ihr wahrscheinlich an der Auffassung festgehalten, dass ihr sie unterschritten habt. Ich frage Mich, ob es eurem Empfinden nach etwas gibt, was ihr wisst, und was Ich nicht kenne. Möchtet ihr ein wenig nachgeben und mit Meiner Billigung von euch etwas mehr zur Übereinstimmung gelangen? Was möchtet ihr denn mehr, als zu erkennen, dass ihr durch den Einen, Der euch aus Seinem schieren Odem geschaffen hat, geliebt werdet? Was fehlt euch mehr, als euch so zu erkennen, wie Ich es tue?
Ihr mögt sagen, ihr habt eine große Hochachtung vor Mir, und dennoch denkt ihr etwa, dass eure Beurteilung korrekter sei als Meine Wahrnehmung. Wie sehne Ich Mich für euch, dass Ihr euch seht, wie Ich euch sehe! Solange ihr euch in einer Art dunklem Souterrain des Denkens haltet, haltet ihr Mich desgleichen nicht hoch. Ihr verfertigt eine bestimmte Unterkategorie von euch selbst, und es hat so zu sein, dass ihr Mich auch dort hinein versenkt.
Ihr mögt sagen, ihr haltet Mich hoch. Ihr mögt das mit all eurem Herzen meinen, und dennoch, falls ihr euch als Verworfenen seht, wie sehr schätzt ihr Mich, Der Ich euch gemacht habe? Euch als Mir unterwürfig empfinden ist nicht Mich wertschätzen, Geliebte. Könnt ihr nicht im Leben lernen und wachsen, und gleichwohl euch selbst huldigen?
Ihr könnt sicher davon ausgehen, dass Ich es liebe, dass ihr euch selbst liebt. Ich habe Acht, dass ihr Mich liebt, dennoch, falls ihr zu wählen hättet, Geliebte, und, das ist klar, ihr habt nicht zu wählen, jedoch falls, so würde Ich euch bitten, die Wahl zu treffen, euch selbst zu lieben. Ich pflege eure Liebe für Mich, jedoch pflege Ich eure Liebe für euch selbst mehr. Und Ich komme wieder zu dem Gedanken zurück, was denn eure Liebe für Mich wert ist, solange ihr euch selbst, Die Ich in Meinem Bilde geschaffen habe, nicht liebt.
Und sofern ihr euch selbst nicht so sehr lieben könnt, wie ihr Mich liebt, wieso sodann eure Liebe für Mich euren Brüdern und Schwestern, die ebenfalls Meine Schöpfung darstellen, ausgeben.
Ich, Der Ich Liebe Selbst BIN, vermag nur Herrlichkeit zu erschaffen. Ich weiß, das findet ihr schwer zu glauben. Genau das ist der Punkt, Geliebte. Ihr glaubt Mir nicht.
Meint ihr wirklich, Ich gründe Meine Liebe für euch auf Bedingungen, wie ihr ausschaut oder wie ihr handelt? Ich sehe die glänzende Wahrheit von euch. Ich sehe all euer Licht. Wieso sollte Ich etwas Geringeres anschauen mögen? Vergesst alle Defekte, mit denen ihr beschäftigt wart. In Meinen Augen seid ihr vollkommen. Ja, welche Augen haben das Recht verdient, über den Meinen den Vorrang zu haben? Meine Augen sind klar. Meine Gedanken sind klar. Ungeachtet dessen, was ihr seht und worauf ihr euch scharf stellt, Ich sehe euch, und ihr gefallt Mir. Nein, Ich bin außer Mir vor Freude, wann Ich Meine kunstvolle Schöpfung anblicke. Ich erschuf einen jeden gleich, und ihr nehmt Unterschiede wahr, und ihr nehmt Fehler wahr.
Wisst ihr nicht, dass Ich euch ermahne, die Vergangenheit los zu lassen und mit einer neuen Sicht, die um Vieles mehr wie die Meine ist, anzufangen zu sehen?
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DIE MACHT GOTTES INWENDIG IN EUCH
Ihr seid mit der Auffassung erzogen worden, dass ihr eine Ausbesserung vonnöten habt, und dementsprechend schaut ihr euch noch etwas um, was euch beheben wird. Ihr schaut euch nach etwas außerhalb von euch um, was euch instand setzen wird oder was euch angestückt werden kann in der Hoffnung, dass es euch auf die eine oder andere Weise besser machen werde. Ihr schaut euch in einem Arzneischrank oder aufseiten eines Menschen, der den einen oder anderen Titel innehat, nach einem
Heilmittel um, und demnach beugt ihr euch zu der Welt außerhalb von euch. Ihr schaut auf die Welt um Heilung, und ihr verleugnet eure eigene Macht, welche die Macht Gottes inwendig in euch darstellt. Ihr übergebt euch an jemanden, der mehr Zutrauen in sich selbst innehat, als ihr in euch. Ihr optiert für eine zweite oder eine dritte Meinung oder für einen weisen Artikel in einer Zeitschrift hier und dort, um euer Leben abzuschätzen und zu steuern. Ihr übergebt eure eigene Selbst-Bestimmung. Ihr legt euch sozusagen selbst auf den Klotz und sagt:
„Hier bin ich! Ich bin diese hilfose Kreatur, die nichts oder höchstenfalls sehr wenig weiß. Ich lege mein Herz, meinen Körper und die Seele in die Hände desjenigen, dessen Meinungen stärker sind als die meine. Ich händige mich selbst an Denkschulen aus. Ich achte darauf, von allem geheilt zu werden. Ich achte darauf, Folge zu leisten, und ich habe vergessen, wie mich selbst führen geht.
Ich handle dafür mein eigenes Selbst-Zutrauen ein. Ich bezahle dafür teuer. Ich lege mich selbst auf das Fließband, und ich gebe mich selbst weg. Ich nehme meine Souveränität fort und händige sie Anderen aus.
Ich werde glücklos. Ich erweise anderen Denkweisen Ehrerbietung und quartiere meinen eigenen inneren Führungsstab zeitweilig und unablässig immer und immer wieder aus, und bringe somit auf Anderen Medaillen an. Ich exploriere andere Domänen, und vergesse, wie Gott mir Zuständigkeit über mich selbst übergeben hat. Im Ehren Anderer vergesse ich, meine eigene innere Führung zu würdigen. Ich vergesse insgesamt, dass ich überhaupt irgendeine innere Führung habe.
Ich habe die Welt mich überreden lassen, dass es das Richtige und Gescheite sei, mich selbst der Währung des Weltdenkens zu ergeben, und somit mache ich Andere zu meinen Idolen, und gebe mich selbst her zur Billigung durch das, was auch immer zu einem gegebenen Zeitpunkt in der Welt das je Geläufige ist. In der ersten Runde bin ich down, ich schaffe es nicht bis zur zweiten.
Es ist nicht so, dass es mir geboten ist, ein Kämpfer zu sein. Ich habe keinen Titel zu erreichen, keinen entgegenzunehmen, oder Würde und Respekt von jemand Anderem abzuziehen. Ich habe mich schlicht zu entsinnen, dass ich eine Gefolgschaftstreue zu mir selbst und zu meinem eigenen freien Willen innehalte. Ich habe nicht meine eigenen Gefühle des Wohlverhaltens Anderen gegenüber halber wegzugeben. Ich bin nicht hier, um dem Massenbewusstsein der Welt nachzukommen. Ich bin hier, um zu führen, zum Mindesten mich selbst.
Ich kann für mich selbst denken. Ich anerkenne, dass Gott mein Tutor ist, und dass ich mich auf Gott verlasse. Ich habe eine Neigung, mein Sein in jegliche Hände zu legen, die größer zu sein scheinen als meine eigenen. Ich habe Andere dafür bezahlt, mich zu beheben und eine Generalüberholung vorzunehmen, fast so, wie ich das für mein Auto in der Werkstatt tue. Es sieht durchaus danach aus, dass ich mich selbst vor langer Zeit weggegeben habe, und es zu jener Zeit nicht einmal bemerkt habe.
Und nun bemerke ich es, und nun gleiche ich es wieder aus, und nun sage ich zu Gott: ‚Hier bin ich‘, und so händige ich mich meinem Selbst aus und erkläre meine Unabhängigkeit.“
Geliebte, die Neue Welt des Menschen hebt ihr Haupt und schaut um sich herum. Die alten Regeln stellen nicht mehr länger zufrieden, und deswegen gürtet sich die Neue Welt für das Neue. Die alten Weisen, zu leben, bleiben auf der Strecke. Die Neue Welt lässt ihre Vergangenheit los, und das müsst ihr ebenso. Die Neue Welt des Menschen bringt einen Glockenruf an euch aus. Er lautet: „Wacht zu euch selbst auf. Wacht jetzt auf!“
Und, wie stets, stehe Ich neben euch und erkläre: „Hier BIN Ich.“ Und Ich bitte euch, in eurem eigenen Licht entschieden da zu stehen. Eure eigene Helligkeit ist Mein alteingeführtes Geschenk an euch.
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WER IST DER HEILER?
Wenn sich alle Antworten auf alle Fragen im Universum inwendig in euch befinden, wie notwendig ist es dann, Wissen von außerhalb von euch aufzusuchen? Wenn ihr mehr als genug Geld in eurer Tasche habt, lauft ihr nicht zur Bank, um welches zu holen. Wenn ihr genug Butter in eurem Kühlschrank habt, lauft ihr nicht zum Laden, um noch mehr zu kaufen. Ihr holt nicht noch mehr von dem, was ihr bereits ausreichend auf Lager habt.
Was das Wissen anbelangt, erinnert sich euer Geist nicht, was Ich euch vermacht habe. Euer Körper hat nicht vergessen. Euer Körper und euer Herz wissen mehr, als euer Geist in Betracht zu ziehen vermag, ganz zu schweigen davon, es auszuloten.
Woher kommt euer inneres Wissen? Es ist in euch eingerichtet. Ich machte es so. Ganz gewiss ist alles Wissen, was Ich in euch hinein gegossen habe, nicht von gelehrter Art. Es ist überhaupt nicht den Worten ähnlich. Ihr werdet es schlicht per Impuls kennen lernen. Plötzlich ist euer Gewahrsein da, so wie ihr plötzlich bemerkt, dass es regnet. Plötzlich befindet ihr euch in einem Quellen von euch selbst, und ihr habt euch zu einem höheren Ton aufgeschwungen.
Sobald euer inneres Wissen sich selbst ankündigt, ist erfolgt, dass ihr all euer jemals Angelerntes los lasst. Sprich, wann ihr dabei seid, der Stimme der Natur, die sich inwendig in euch befindet, zu lauschen. Ihr lauscht und ihr hört, und ihr leistet ihr Folge. Fast von einem Augenblick zum anderen erscheint alles, was ihr zu wissen braucht, aus dem Ozean, und ihr seht, wie ihr in einem Gewahrsein schwimmt, was euch die ganze Zeit über beim Schwimmen nicht vertraut war.
Dasjenige, was erklärt werden kann, trägt weniger Gewicht als das, was nicht erklärt werden kann. Die Mächtigkeit des Ungewussten übertrifft bei Weitem das bereits gewusste. Ihr könntet diese Macht als natürlichen Instinkt bezeichnen. Seid ihr überrascht, dass Ich euch diesen Vorschlag unterbreite?
Schaut euch zum Beispiel an, was euer Körper ohne eure Instruktion zu tun vermag. Wann habt ihr je euren Körper angewiesen, wie er zu wachsen habe? Wann hattet ihr jemals eurem Körper ein Signal zu geben, um ihm anzusagen, es sei nun Zeit, Hormone herzustellen oder Zellen zu erneuern? Wann habt ihr je dem Blut eures Lebens zu sagen gehabt, durch eure Adern zu fließen? Schaut euch an, was euer Körper ohne irgend einen Input von eurem nichtssagenden Geist zu tun vermag. Ist es nicht möglich, dass euer Körper ohne die Einmischung von euch und ohne all das angehäufte Wissen besser wegkommt?
Und gleichwohl seid ihr überzeugt, dass euer Geist und ganz bestimmt andere Geiste doch mehr wissen müssen, als euer Herz und euer Körper. Ganz bestimmt gibt es andere Geiste, die Fakten kennen und Informationen innehaben, die umfänglicher sind als die euren. Was indes sind Fakten anderes als flüchtige Dinge? Ich halte nicht allzu viele Fakten auf Lager. Es gab einmal eine Zeit, da war es Fakt, dass die Erde flach sei, und dass der Mensch niemals fliegen können werde, ganz zu schweigen davon, bis zum Mond zu fliegen. Durchaus, ihr mögt Grenzen ernst nehmen, aber Ich, Ich weiß es besser.
Sobald ihr den gesamten mentalen Dialog los lasst, werdet ihr emporschweben. Sobald ihr alle angelernten Informationen, die in euch hinein gestopft sind, los lassen könnt, sobald ihr den eingetretenen inneren Dialog, der in eurem Kopf herum fitzt, zum Verstummen bringen könnt, könnt ihr euer Herz und euren Körper einladen, zu reden, und dann beginnt ihr, auf das zu hören, was sie euch sagen, und dann werdet ihr euch in die Höhe schwingen. Dann werdet ihr auf den Puls des Universums lauschen, und dann werdet ihr das Singen der Sterne hören, ineinander vermischt mit der verhaltenen Stimme eures Herzens, die euch im Himmel willkommen heißt, wo die zuvorderste Unschuld euch ununterbrochen höher und höher hebt, bis Raum und Zeit nicht mehr länger existieren, so wie sie es einmal taten, wie sie sich jetzt indes deutlich als ein Trugbild ausweisen.
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DU UND HEUTE SIND EIN PAAR
Unwissen ist nicht Glückseligkeit, Unschuld freilich ist Glückseligkeit. Unschuldig, so seid ihr glücklich. Was bedeutet Unschuld? Sie bedeutet, ihr seid nicht in der Vergangenheit eingeholt. Sie bedeutet, ihr schaut alles mit neuen Augen an, nicht mit alten. In Unschuld, da sind eure Augen hell und euer Gesicht fröhlich.
Sobald ihr fern von der Unschuld seid, schaut ihr auf die Vergangenheit, und, indem ihr das tut, wägt ihr auch die Zukunft. Die Vergangenheit und Zukunft existieren in eurem Geist. Die Gegenwart ist im Grunde kein Mittenpunkt zwischen den beiden. Eben jetzt ist es, wohin du und dein Geist und deine Gedanken gehören. Du bekommst eben jetzt eine Mahlzeit serviert. Das Abendessen von gestern abend ist vorüber, und das von morgen ist noch nicht zubereitet. Möchtest du wirklich ein altes Menü oder eines aus der Zukunft? Eigentlich möchtest du das Essen von heute serviert bekommen.
Möchtest du lieber alte Fotos durchgehen als heute leben? Du kannst die Zukunft träumen, aber von morgen gibt es keine Fotos. Von heute, das ist klar, kannst du Bilder aufnehmen, gleichwohl kannst du auf der Schiefertafel des Lebens bloß für diesen Augenblick zeichnen. Sekunde um Sekunde wird diese Tafel sauber gewischt.
Das Heute, selbst in seiner Kürze, ist von mehr Wert als das Gestern. Gestern etwa magst du Gold gehabt haben, indes ist es das Heute, was in deinem Schoß anlangt. Es ist das Heute, was du gestaltest. Das Gold von gestern ist nicht mehr länger biegsam. Was du in deiner Hand hast, ist Heute und all das, was es dir darbietet.
Die Welt hält Sorgen inne, weil sie an einer Anhaftung an die Vergangenheit festhält. Ihr seid an das angeheftet, was war. Jeder neue Tag ist weder dafür bestimmt, in der Geiselhaft der Vergangenheit gehalten, noch auch, für morgen verwirkt zu werden.
Frisch ist besser. Frische Sahne ist besser. Frische Butter ist besser. Frisch aus dem Ofen ist besser. Iss jetzt. Die Vergangenheit ist bereits abgestanden. Sie ist nicht mehr. Einzig in deinen Gedanken war jemals eine Vergangenheit. Was sind Erinnerungen tatsächlich? Sie sind wie Bankräuber, die dich des Heute berauben.
Im Grunde gibt es kein Heute. Es gibt einen Moment, den ihr in Partitionen von Zeit aufteilt und einen Tag nennt. Zeit selbstverständlich existiert in Wirklichkeit nicht. Zeit existiert eigentlich nicht einmal auf den Zeitnehmern wie etwa euren Uhren. Deine Uhr weiß nichts von Zeit. Es gibt nichts zu wissen.
Die Vergangenheit ist ein Still-Lichtbild. In der Minute, in der es aufgenommen wurde, ist das Aufgenommene bereits vorangeschritten.
Diesen Augenblick einfangen ist wie einen Schmetterling einfangen. Dieser Schmetterling fiegt fort. Er bewegt sich zu rasch für dich. Und wenn du ihn fängst, ist er nicht mehr länger ein frei fiegender
Schmetterling. Ein eingefangener Schmetterling ist immobilisiert. Es ist die Lebhaftigkeit eines
Schmetterlings im Flug, die du eigentlich möchtest, und sie kann nicht eingefangen werden, das verstehst du. Mit Sicherheit ist ein aufgespießter Schmetterling aus der Vergangenheit und hat aus sich selbst heraus keine Lebhaftigkeit mehr. Lasse deine Augen Schmetterlinge einfangen, während sie an dir vorüberfiegen.
Und so fängst du einen Tag ein. Du fängst ihn eigentlich nicht. Du kannst dich nur mit ihm bewegen. Du folgst der Sonne des Tages.
Und wenn es Nacht ist, folgst du dem Licht der Sterne, oder du folgst dem Mond, oder ist es der Mond, der dir folgt?
Inwiefern ist all das von Belang, während du, ein lebenssprühendes Seinswesen, ein Dargebot an den Tag bist, genauso, wie der Tag dir dargeboten wird? Du und Heute bilden ein Paar. Tanzt zusammen, wie ihr noch nie getanzt habt.
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EINE IN SCHÖNHEIT ERSTRAHLENDE ROSE DES HIMMELS
Hallo, Geliebte. Möchtet ihr Heute zu etwas Wundervollem machen? Möchtet ihr lachen, und möchtet ihr lächeln? Möchtet ihr guter Stimmung sein?
Möchtet ihr heute das sein, was ihr gerne sein wollt? Gut aufgelegt, freundlich, genießend und vergnügt. Weswegen nicht?
Wieso nicht das sein, was ihr immer gerne sein wolltet, und das ist im Leben glücklich und großherzig sein.
Dies ist der Tag, wo du aus deinem alten Denken heraus kommst und in Schönheit erstrahlst. Wie schön du doch bist, eine aufblühende Rose des Himmels! Wie schön du doch bist, während du lächelst und Mich zum Lächeln bringst.
Was kostet ein Lächeln, Geliebte? Nichts. Was gibt ein Lächeln? Alles. Ein Lächeln ist wie die Sonne. Sie reicht überallhin und erhellt den Tag. Für euch ist es etwas derart Einfaches, euch daran zu erinnern, zu lächeln. Lasst ein Lächeln euren Schirm sein.
Selbst dann, wann ihr euch brummig fühlt, könnt ihr lächeln. Ein Lächeln kann zuerst kommen, und Glücklichsein wird ihm auf dem Fuße folgen. Du hast nicht, bevor du lächelst, großartig glücklich zu sein.
Gib einem Anderen etwas Glück, und dein Herz wird glücklich werden.
Sei liebenswürdig und lächle.
Hier ein kleiner Rat an euch, der einen großen Beitrag einbringen wird. Lächelt. Lächelt euren Lehrer an. Oh, wie viel euer Lächeln dem Lehrer und dem Klassenzimmer bedeuten wird! Wenn du der Lehrer bist, so lächle deine Schüler an. Sei gemeinsam mit ihnen glücklich. Sei froh, dass du sie hast. Mache es leicht für sie zu lächeln.
Lächle, weil es jetzt im Augenblick nichts Besseres zu tun gilt, als zu lächeln. Lächle deine Familie an, und lächle Fremde an. Lächle stark. Sei der Erste im Lächeln. Du bist Mein Lächler. Du, der du Lippen hast, kannst lächeln. Zeige deine himmlische Weiße.
Lächeln ist wie eine Tür des Glücklichseins öffnen. Sodann kann alles fernere Lächeln herauskommen und die Welt erhellen. Lasse dein Lächeln wie eine Sonne sein, die herauskommt. Lasse dein Lächeln der Welt eine Inspiration sein. Du wirst die Welt mit deinem Lächeln erhellen. Selbst dann, wenn du alleine für dich bist, lächle, denn dein Lächeln ist mächtig.
Lasse dein Lächeln wie einen auffammenden Stern am Nachthimmel sein. Selbst in der Dunkelheit wird dein Lächeln gesehen werden. Und falls das nicht der Fall ist, wirst du wissen, dass du lächelst. Du bist das Streichholz, das eine Kerze anzündet.
Kein Lächeln ist vergeudet. Lasse heute deinen Mund zum Vorschein kommen. Mache ein glückliches Gesicht.
Rede weniger und lächle mehr. Ein Lächeln ist wie ein Kuss für das Universum. Mit Sicherheit segnet dein Lächeln das Universum. Lächle das Universum an.
Kannst du dir eine Science-Fiction-Welt vorstellen, wo niemandem erlaubt ist zu lächeln? Man hat Science-Fiction-Romane geschrieben, wo niemand lesen durfte. Bücher werden da verbrannt. Indes, Geliebte, lasst niemanden euer Lächeln wegnehmen. Lasst Mich es sehen. Lasst Mich euch jetzt lächeln sehen. Ja, das ist es. So ist es. Richtet die Enden eures Mundes auf und belasst sie dort.
Ein Lächeln ist wie Straßenlichter anschalten. Ein Lächeln ist wie ein Streichholz anzünden und bei jemandem das Feuer anmachen. Ein Lächeln beleuchtet deinen Weg.
Ein Lächeln ist etwas sehr Gutes, und Ich bitte euch, öfters mehr davon zu haben. Selbst dann, wenn ihr für euch seid und niemand da ist, der etwas sehen kann – Ich BIN da. Ich liebe es, euch lächeln zu sehen.
Ein Lächeln ist tausend Worte wert. Und du bist tausend Worte wert. Noch mehr. Du bist alles Lächeln in der Welt wert.
Beginne heute mit Lächeln, und höre heute nicht auf zu lächeln. Lächle Mich an.
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DAS NÄCHSTE CRESCENDO, DAS DU HÖRST
Während du nachts im Bett schläfst, bist du im Grunde genommen wach. Du bist so wach wie immerzu, denn selbst dann, wenn du ganz wach bist, gibt es einen Teil von dir, der nach wie vor schläft. Ein Teil von dir möchte weiterhin schlafen und nicht aufwachen. Du magst etwa die Wachheit der reinen Erleuchtung erstreben, gleichwohl bist du weiterhin dabei, noch eine kleine Weile zu dösen, und dann stehst du auf und kümmerst dich um das, worum es sich zu kümmern gilt, und trotzdem bewegst du dich wie ein Schlafwandler. Du gehst von einem Schlafzimmer zum nächsten.
Vollauf wach, wärest du wach. Du hättest eine Energie des Gewahrseins, die bei dir zurzeit langsam und langsam abgeht. Das ist in etwa so, wie wenn du müde bist, und dennoch nicht richtig bemerkst, wie müde du bist. So ist es auch, du bemerkst nicht wirklich, wie unaufgeweckt du bist, selbst dann, wenn du meinst, du seist wach.
Natürlich kannst du nur sein, wie du bist. Ich bitte euch nicht, euch abzumühen. Ich bitte euch, gewahr zu sein. Sobald ihr müde seid, kommt ihr von jenem Ort der Müdigkeit und des Stillstands her. Und sobald ihr wach seid, kommt ihr natürlich von jenem Zustand der Wachheit her.
Ihr könnt euch nicht die Scheuklappe von euren Augen wegzerren. Sie hat sozusagen aus eigenem Antrieb wegzugehen. Selbstverständlich steht dies in eurem und Meinem Einvernehmen, und gleichwohl warten die Scheuklappen bis zu einem exakten Moment. Es ist so, wie wenn ein Orchester spielt, und wie wenn ein jeder auf das Crescendo wartet, wie wenn ein jeder darauf wartet, wovon er weiß, dass es kommen wird, und dass es zu diesem in der Luft schwebenden Moment kommen wird, JETZT das Crescendo, JETZT das Crescendo, auf das alle Ohren gewartet haben.
Ich habe am allermeisten auf euch gewartet. Ich habe etliche Zeit gewartet. Ich warte mit Vorfreude. Ich warte mit Gewissheit. Ich hätte gerne, dass ihr bald aufwacht, allerdings habe Ich nichts dagegen, darauf zu warten, was Meinem Dafürhalten nach ohnehin kommen wird. Meine Gewissheit schließt die Möglichkeit der Ungeduld aus. Ich kenne das Crescendo derart genau, an dessen Rande ihr steht. Alle Instrumente der Musik, die ihr seid, werden zusammen gelangen. Es wird jenen Moment der reinen Stille geben, und plötzlich birst JETZT das Crescendo hervor.
Geliebte, ihr werdet alle wie Feuerwerkskörper hochgehen!
Und dann wird der Tag da sein, wann jeder aufgeweckt sein wird. Keine Feuerwerkskörper sind mehr übrig loszugehen, und gleichwohl wird das Crescendo des Lichts unentwegt fortschreiten. Das Licht wird heller und heller werden. Es wird immerzu mehr Licht geben und noch mehr, bis es zu einer solchen Helligkeit kommt, dass niemals mehr Dunkelheit erblickt werden kann. Keine Finsternis wird jemals mehr das Licht hindern, und nach wie vor wird das Licht heller und heller.
Alle Meine Kinder werden in dem Licht ihrer selbst dastehen, und die Welt wird hell sein, und die Liebe wird hell sein. Es wird Zimbeln geben, die hell aufschlagen. Dann werden die Purzelbäume beginnen! Ein jeder wird ein Stehaufmännchen sein, und ein jeder wird weit in die Höhe hinauf springen. Für das Licht wird keine Höhengrenze mehr ausgewiesen. Alles Licht wird immerzu fortschreiten, in aller Bestimmtheit beim höchsten Himmel anlangen. Zwischen Himmel und Erde wird es keinen Unterschied geben. Keiner wird mehr länger in der Lage sein, einen Unterschied auszumachen, den es nie gegeben hat, ausgenommen in einem geblendeten Unterscheidungsvermögen.
So wie es um die Dinge stand, Geliebte, wart ihr wohl alle im Schlaf wacher als während der Tätigkeit im Laufe des Tages. Während ihr in der Nacht schlaft, seid ihr wohl geschäftig damit, euer Licht nachzustellen. Ihr reist etwa zu weit entfernten Orten, ihr, die ihr eure körperliche Existenz rasant überspringt. Selbstverständlich, alles ist inwendig in euch, und dementsprechend habt ihr überhaupt nicht zu reisen, indes sieht es danach aus, dass ihr reist. Ihr reist mit Sicherheit über die akzeptierte Begrenztheit hinaus. Bald werden alle Begrenzungen von euch abfallen, und ihr werdet das Crescendo sein, was ihr hört.
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DIESES LEBEN AUF DER ERDE
Dein Leben ist ein Gedicht. Bestimmt gibt es eine gewisse Anmut in deinem Leben, so wie du dich bewegst, so wie du aufstehst und so wie du dich hinsetzt. Ein kleines bisschen deines Lebens legt eine Menge bloß, auf dieselbe Weise, wie eine kurze Zeile eines Gedichts die Unendlichkeit offenlegt.
Du bist eine Metapher. Du bist Übertreibung, und du bist Einfachheit. Du wiederholst die Klänge deiner selbst. Du hast Rhythmus. Du bist ein einzigartiges Gedicht des Universums.
Du bist kein Fixstern. Du bist ein beweglicher Stern, und damit bleibst du nicht an einer Stelle, und somit entwickelst du dich. In dem Gedicht deiner selbst hast du kurze Vers-Zeilen und lange. Du bist ein Kontrapunkt deiner selbst.
Dein Leben ist jeden Tag ein neues Gedicht. Du schreibst dich selbst bei der Arbeit nieder und spielst. Du siehst nicht immer deine Poesie. Es mag sein, du bemerkst sie überhaupt nicht, und dennoch bist du ein Poet, der sein Leben schreibt, so wie du es lebst. Du schreibst selbst dann ein neues Gedicht, wenn es dir danach ist, als würdest du ein stumpfsinniges wiederholen.
Geliebte, ihr seid Innovatoren. Ihr tretet nicht einmal in eure eigenen Fußstapfen. Jeden Tag weicht ihr von der Vergangenheit ab. Ihr macht neue Kehren und Wenden, und ihr späht aus eurem Leben heraus, während es seinen Weg nimmt. Ihr lebt, und ihr beobachtet.
Du bist fantastisch. Von allen Leben, die gelebt werden können, lebst du das deinige. Bei Regen oder bei Sonnenschein, du tauchst in das Leben ein. Du kletterst hohe Bäume hoch. Du sitzt am Bordstein. Du gehst in Läden, und du kommst aus Läden heraus. Du bist Teil einer Ansammlung. Du bist nun an der Reihe zu reden. Es mag sein, du hörst dich selbst nicht einmal richtig.
Du kreist um den Laternenmast.
Du bist ein Tänzer und ein Sänger in einem Musical, was den Namen trägt: Dieses Leben auf der Erde. Die Welt wirbelt mit dir auf ihr herum. Du bist ein Kobold. Du stammst vom Adel ab. Du weißt nicht, wer du bist. Du entkommst dir selbst in rüden Bildern. Du bist ein Prinz oder eine Prinzessin, die über das Universum geht, und womöglich siehst du dich selbst als einen Armseligen. Du bist König oder Königin, und dennoch siehst du dich als arme Person.
Es ist nicht so viel dabei, dass ein Armer zu einem König werden kann. Der König, der sich selbst als Armen sieht, spielt die Rolle des Armen, und er glaubt an die Rolle, die er spielt. Er kichert bei der Vorstellung, er könne der König sein. Er weiß es besser. Er ist ein Realist, und demnach glaubt er an das, was nicht wahr ist. Der König ist nicht abwegig. Der Arme ist es. Der König, im Dafürhalten, er sei arm, glaubt an eine Welt, der Farbe und Reichtümer abgehen. Unterdessen ist er ein königlicher König, und gleichwohl stellt er sich das weder vor, noch glaubt er es. Der Arme weiß schlicht nicht, dass er ein Blender ist. Er posiert als Armer, währenddessen er ein Königreich voller Reichtümer in Besitz hat.
In der Welt gibt es viele Blender. Sie spielen eine Rolle, die nicht echt ist, und dennoch nehmen sie die Rolle als echt an. Sie glauben an ihr eigenes Schauspielern. Auch du glaubst vielleicht mehr an die Rollen, die du spielst, als an die Wahrheit von dir.
Es ist gut, dein Land zu lieben. Es ist ebenso gut, zu erkennen, dass du von einem weitaus umfassenderen Geflde her kommst, als es das eigene Land, in dem du geboren wurdest, darstellt. Es ist gut, dass du deine Nation hoch hältst. Du kannst dich mit deinem Land identifzieren, und nach wie vor deine Wahre Identität nicht übersehen.
Du kommst von Meinem Herzen, und du hast einen weitaus größeren Einfuss, als du weißt.
Kehrt zu eurem rechtmäßigen Königtum zurück. Verzweigt euch, Geliebte.
Wenn ihr euch doch an dem ganzen Herrenhaus erfreuen könnt, wieso bloß in einem einzigen kleinen Raum herumhängen? Wenn ihr ein ganzes Anwesen habt, um darin herumzugehen, wieso dann drinnenbleiben?
Kommt heraus in das Universum. Erkennt, wovon ihr wahrhaft König seid.
3067
WER IST JETZT REALISTISCH?
Wenn du sagst, das Leben sei schwer, sagst du in Wirklichkeit, dass es dir nicht immer das gibt, was du möchtest oder was du anforderst und worauf du bestehst. Fordere alles an, was du möchtest und bestehe darauf, und du erweist deinen Glauben an das Erlangen, und du erweist desgleichen deinen Glauben an das Verlieren. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wenn du es wagst, ist das Wagnis dein Gewinn. Dass du dich selbst in Anwendung gebracht hast, ist dein Gewinn. Im weit gehen gewinnst du.
Sobald du akzeptierst, dass das Leben nicht dasjenige auszuliefern hat, was du bestellst, wie hart wird dann das Leben sein?
Was wäre, falls alles, so wie es ist, in Ordnung ist, selbst dann, wenn es deinen Bestrebungen nicht gerecht wird?
Setze für dich Standards, nicht jedoch für Andere und nicht für das Leben. Lasse das Leben sein. Dein Leben ist nicht von Ergebnissen abhängig. Ich wiederhole das, dein Leben ist nicht von Ergebnissen abhängig. Ausgänge sind Endresultate. Was du tust, ist dein Geschäft. Ergebnisse gehören sich selbst zu.
Habe auf eine bestimmte Stabilität inwendig in dir selbst Verlass, und lasse die Kontrolle der Resultate im Leben ledig. Bewirb dich zum Beispiel auf alle Fälle um eine Arbeitsstelle, die du gerne haben möchtest. Ziehe das durch, beiße jedoch nicht die Zähne zusammen und sage dir selbst gegenüber nicht, dass du diesen Job haben musst. Bestehe auf dem, was du selbst tun kannst, und denke nicht eine Minute lang, dass du die Entscheidung irgendeines Menschen diktieren kannst. Das ist nicht dein
Zuständigkeitsbereich. Das ist nicht deine Rolle. Deine Rolle lautet, etwas gut zu finden, und es dann los zu lassen.
Entsinne dich, Ich habe dir den freien Willen gegeben. Was Ich gebe, das gib auch du.
Wenn du dich anstrengst, das zu kontrollieren, was ohnehin nicht in deiner Kontrolle steht, wird es dir gelingen, deinen Blutdruck zu heben. Solltest du ihn senken wollen, so lasse das Bemühen zu kontrollieren los. Triff die Wahl, in einem entspannteren Schritt durch das Leben zu gehen.
Bewirb dich um die Arbeitsstelle zur Hand, und lasse die Resultate sein, was sie sein mögen.
Vielleicht liebst du jemanden von ganzem Herzen. Und jetzt, einerlei wie sehr du mit deinem ganzen Herzen liebst, liebt derjenige einen Anderen. So sei es. Falls, um zu erlangen, was du möchtest, bedeutet, dass du den Willen eines Anderen zu durchkreuzen hast, dann stoppe an der Stelle. Halte genau da. Du bist nicht dafür bestimmt, deinen Willen dem Willen eines Anderen aufzuerlegen. Wer bist du, um auch nur bloß daran zu denken?
Geliebte, ihr seid für euer Glücklichsein verantwortlich. Sicher, ihr könnt einen extra Schlag oder zwei an Glücklichsein von Anderen haben oder ihr hattet ihn. Andere können verstärken, wie ihr ein gutes Gefühl über euch selbst innehabt. Nicht anders – ihr seid derjenige, der sich selbst mit einem guten Gefühl zieren möge. Ziert euch selbst.
Sobald ihr das Gefühl habt, dass Menschen euch im Stich gelassen haben, habt ihr euch im Eigentlichen selbst im Stich gelassen. Ihr hattet Erwartungen, die hätten erfüllt werden können oder nicht. Und sobald euren Erwartungen nicht nachgekommen wird, wer ist sodann verantwortlich, eure Lebensgeister hochzuhalten? Ihr. Schlicht ihr, Geliebte. Also, ihr und Ich.
Das Leben ist wie ein Puzzle. Du kannst nur ein Stück auf einmal einpassen, und du kannst kein Stück passend machen, was nicht passt. Du dachtest, es würde passen. Es sah danach aus, bloß, es passte nicht.
Es weist alle Ohrmarken aus, mit der einen Ausnahme, in Wirklichkeit passte das Stück einfach nicht. Wer ist es, der gesagt hat, dass es zu passen habe? Ihr, Geliebte. Ihr sagtet, euer Traum habe Wirklichkeit zu werden. Ist das ein Gesetz?
In der Metapher von dem Puzzle als eurem Leben hat euer ausgesuchtes Stück nicht zu passen. Euer Wollen, dass es passt, bringt es nicht dazu, dass es passt. Wer ist nunmehr realistisch?
3068
DU BIST BEDEUTSAMER ALS DIE ZEIT
Gehe in dem Schritttempo, was das deine ist. Jemand möchte dir sagen, du sollst schneller gehen. Ein Anderer möchte dir sagen, du sollst langsamer gehen. Ich sage dir, dein eigenes Tempo zu nehmen.
Die Zeit ist insgesamt in der Welt ein großer Ablenker. Eilen scheint im modernen Leben ein Faktor zu sein. Du eilst des Öfteren von der einen Sache zur nächsten. Ich würde dich bitten, ein wenig langsamer zu machen. Nicht wirklich verlangsamen, sondern deinem eigenen inneren Schritt folgen. Ein jeder hat einen innewohnenden Rhythmus des Lebens, und es ist das Beste, ihn das sein zu lassen, was er ist.
Was ist der Sinn dabei, dass du gerne einen Menschen sich beeilen und einen Anderen langsamer machen sehen möchtest? Bist du das Metronom des Universums, indem du rundherum das Bemühen anmutest, dass ein Jeder nach deinem Tempo tanzt?
Lasse dich selbst sein, und lasse Andere sein.
Die Sonne horcht nicht auf dich. Sie nimmt sich alle Zeit, die sie braucht. Der Mond nimmt sich seine eigene angenehme Zeit. Die Sterne leuchten gemäß des Rhythmus‘ des Universums auf. Sonne, Mond und Sterne rütteln nicht an deiner Schulter und sagen dir nicht, wie schnell oder wie langsam du zu gehen habest. Sofern es an der Zeit ist, dass du aufstehen musst, weckt dich die Sonne. Sie stupst dich. Die Sonne verlässt ihre Bahn nicht, und sie erlaubt es dir, die Decke noch einmal über den Kopf zu ziehen, sofern du es möchtest, und sie bleibt dabei, nach ihrem eigenen Zeitplan ihren Lauf zu nehmen. Selbstverständlich denkt die Sonne an keinen Zeitablauf, oder daran, eine Frist einzuhalten. Sie schlendert einfach dahin. Sie geht nicht schnell, und sie geht nicht langsam. Sie geht einfach genauso richtig, selbst dann, wenn es für den Sommer und den Winter ein jeweils anderes Richtig gibt. Wie bejahend sich selbst gegenüber ist doch die Sonne! Und wie bejahend dir selbst gegenüber wirst du sein.
Schließe Frieden mit dir selbst. Entscheide dich. Du bist groß oder du bist klein. Du bist das, was du bist. Schnell und langsam sind relative Begriffe. Für den einen bewegst du dich rasch. Für den anderen langsam. Sofern du auf jemanden hörst, ohne zu wissen, ob du schnell oder langsam bist, wirst du dich selbst nervös machen. Was ist überhaupt als möglicher Gewinn dabei ausgewiesen, den Erwartungen eines Anderen nachzukommen?
Was euch anbelangt, Geliebte, seid weder Forcierer der Schnelligkeit noch der Langsamkeit. Akzeptiert, dass Andere rechtzeitig sind, und dass ihr es auch seid.
Sofern jemand vorbei surrt, so ist es vielleicht zu der Zeit das Richtige. Wenn jemand trödelt, so ist das vielleicht ebenfalls richtig.
Natürlich wäre es eine liebenswerte Welt, wenn niemand zu hasten und niemand langsamer zu machen hätte.
Ich trage vor, dass ihr euch selbst nicht in Eile versetzt und nicht langsamer werden lasst. Bewegt euch, so wie ihr euch bewegt, und schont euch, wann ihr euch schont. Das ist eine andere Ausdrucksweise für – einfach sein. Seid, Geliebte.
Ihr seid nicht beim Militär, wo ihr dem Schritt zu folgen habt, der euch vorgegeben wird.
Was seid ihr im Leben dabei, einzuholen, sobald ihr euch beeilt, und was seid ihr dabei, zu versäumen, während ihr langsamer macht? Wofür beeilt ihr euch, und wofür macht ihr langsamer?
Mir scheint es so, dass ihr einen jeden Moment des Lebens genießen sollt, ihn einfach schlicht genießen. Es ist weder ein Rennen, was ihr lauft, noch habt ihr auf ein Signal zu warten, bevor ihr losgehen könnt. Ungezwungen jetzt.
Ein Pferd galoppiert nicht die ganze Zeit. Noch stampft es immer auf der Stelle. Egal, du bist kein Pferd.
Du bist ein freies Seinswesen, und Ich bitte dich, von dem Zeitablauf außerhalb von dir freigesetzt zu sein. Du bist bedeutsamer als jedes Rennen oder jedes Langsamer-Machen.
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ALL DIEJENIGEN, DIE VOR EUCH STEHEN
Du bist ein Impressionist. Du lebst von Impressionen. Ein flüchtiger Blick sagt dir dies. Ein Klang sagt dir das. Und du nimmst deine Impressionen und bezeichnest sie als Wahrheit. Zu der Zeit sind sie es ganz bestimmt.
Du wendest deinen Kopf, und du siehst eine andere Ansicht, und du hast eine andersartige Impression.
Die Eindrücke, die dich praktisch beherrschen, von denen du dich leiten lässt, wandeln sich. Sie verändern sich. Und sie vermögen tiefer zu gehen. Auf den ersten Blick hast du diesen einen Eindruck. Auf den zweiten Blick einen anderen. Gehe weiter und weiter, und du wirst zum tiefsten Niveau von allem gelangen, zu der Ebene, von der es kein Ausscheren mehr gibt. Das ist die Ebene, bei der alle Oberflächen-Impressionen beiseite gelegt sind. Und was habt ihr dann anderes übrig als ununterscheidende Liebe? Liebe ist die Impression, mit der du dich belassen wissen und die du behalten möchtest. Sie ist diejenige Impression, von der ihr kamt.
Aufgebrachtsein, Durcheinander, Ärgerlichkeit, Selbstgerechtigkeit, unverblümte Wut, Missfallen, etc. gehen ab, sobald die Liebe ihr anmutiges Haupt hebt, und sobald ihr die Wahrheit der Liebe seht, die die Wahrheit von euch selbst und aller Anderen darstellt. Aller Anderen. ALLER Anderen.
Geliebte, sobald alles durch ist, sobald alle Anhaftung und alle Scharmützel nicht länger zugegen sind, kommt Liebe in all ihren königlichen Farben zum Vorschein. Wenn Liebe unangepflockt ist, hebt Liebe zu ihrem, ihr zueigenen natürlichen Zustand an. Liebe wird zu deiner Motivation. Andere mindere Ansporne für euer Leben verklingen, und Liebe erhebt sich zu ihrer natürlichen Höhe, und ihr liebt, und ihr wisst, dass Liebe euer natürlicher Zustand ist, und ihr würdet sie nicht für alles Gold auf der Erde einhandeln. Ihr würdet sie für nichts eintauschen.
Sobald ihr wahrhaftig die Liebe, die ihr seid, erkennt, werdet ihr eure Zeit nicht mehr länger auf etwas Geringeres aufwenden. Was immer ihr verrichtet, es wird mit Liebe sein. Ihr, die ihr Liebe seid, werdet Liebe erkennen, und ihr werdet hoch auf einem Berggipfel Liebe sein. Wie klein alles Sonstige euch jetzt aussieht! Einst war, was immer sich auch zugetragen hat, etwas Großes, und nunmehr erkennt ihr, dass alleinig eine Sache von Belang ist, und jene ist Liebe, und das bedeutet eure Liebe.
Ihr könnt niemanden für eure Liebe verantwortlich halten. Ihr könnt schier euch verantwortlich halten.
Die Zeit wird kommen, wann ihr nicht mehr länger nach Liebe zu graben habt. Ihr werdet euch nicht mehr länger selbst an den Stiefelschlaufen hochzuziehen haben. Geliebte, ihr werdet auf der Liebe schweben. Ihr werdet wissen, dass die Liebe euch flott hält, und dass ihr unendliche Liebe zu geben innehabt. Selbst wenn diejenigen um euch herum noch nicht die Liebe erkennen, die sie sind, die Liebe, die Gottverpflichtet sie zu geben sind, werdet ihr damit vertraut sein, dass es an euch ist, zu geben.
Mittels eurer Liebe werdet ihr die Unwissenheit Anderer in Unschuld wandeln. Ihr werdet in der Lage sein, unerschöpfte Liebe auszugeben, weil ihr aller minderer Dinge bar wurdet. Es ist so, als wäre Liebe das Boot, das ihr rudert. Ihr rudert soeben das Liebe-Boot. Es gibt für euch kein anderes Boot zum Rudern. Was sonst sollte euch angelegen sein zu tun? Liebe ist das Einzige, was euch übrig blieb zu tun, und sie ist das Zuvorderste, was ihr tut.
Sobald eure Wahrnehmung in aller Tiefe angesiedelt ist, woher könnten Ärger oder Schnippischsein heran kommen? Sobald ihr die Dinge seht, wie sie sind, und nicht, wie die Welt dem Anschein nach meint, wie sie seien, vermögt ihr schier von der Liebe her zu kommen. Ihr werdet nicht mehr länger darüber nachdenken, was ein Anderer tun sollte. Ihr werdet nicht einmal denken, da Weisheit nicht dem Denken entkommt, sondern eurem Herzen. Und euer bloßes Herz, euer Herz, das schier Liebe trägt, wird einen Jeden mit eurer Liebe heben, mit eurer schlichten Liebe, durch deren Augen ihr die Welt und alle Jene anseht, die vor euch stehen.
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WAS GOTT TAT, ALS ER DICH SCHUF
Du bist in jedem Fall Du. Bei Tag oder bei Nacht, du bist Du. In der relativen Welt bist du ein einzelnes definierbares Du. In Wahrheit bist du Einssein.
Du bist nicht all die zeitweiligen Geschmacksrichtungen, auf die du dich selbst eingeschränkt sehen magst. In den Begriffen der Welt ist es wohl so, dass du keineswegs konstant bist. In Meinen Begriffen bist du wahres und gänzliches Einssein. Wie geradeaus wie ein Pfeil ist doch Meine Sicht. Ich kann durch hohe Gebäude sehen. Geliebte, Ich kann durch euch sehen.
Ich sehe eure Verteidigungen und die Wallgräben, die ihr errichtet, um euch davon abzuhalten, euch selbst zu erkennen. Ich kenne euer Herz. Ich kenne euer Hin- und Herschlittern im Leben, ohne dem allzu viel Beachtung zu schenken, und dennoch, ob ihr nun schlittert oder einen Walzer tanzt, Ich sehe euch, wie ihr seid. Ihr mögt denken, ihr seht euch selbst, wie ihr seid. Wer, meint ihr, hat recht, ihr oder Ich?
Meine Sicht hat keine Behinderungen. Die eure wohl. Ihr seid umnebelt, wenn ihr auf euch selbst schaut. Ihr seid genauso umnebelt, wenn ihr auf die angenommenen Anderen schaut. Falls ihr euch selbst nicht in vollem Ausmaß liebt, seht ihr verkehrt.
Ich sage, ihr seid der Welt ein Segen. Ich habe zahlreiche Versionen Meiner selbst geschaffen, und es gibt zahlreiche Geschichten auf der Erde. Ich weiß, was Ich schuf, als Ich dich schuf. Du bist derjenige, der das nicht weiß. Es gibt so Vieles, was du nicht weißt, und es gibt so Vieles, was du noch nicht angenommen hast.
Möchtest du schließlich bejahen, dass du eine Version von Mir darstellst? Ich möchte einmal davon ausgehen, dass wir uns Meine Schöpfung wie einen Kuchen ansehen können, den Ich gebacken habe. Und was für ein Kuchen ist das! Es ist ein Kuchen, nicht zwei. Ein Kuchen kann in vielen Stücken serviert werden, und dennoch ist dieses Stück der Kuchen, woher es kam.
Aus dem Ozean Meiner Liebe kamst du. Du bist der Exponent Meiner Liebe auf der Erde. Was sonst gibt es da zu sagen?
Du denkst vielleicht, du seist Treibholz. Sofern du dich als Treibholz siehst, welche Hinsicht zollst du Mir dann in Wirklichkeit? Bin Ich Treibholz, Geliebte? Genauso wenig du. Ich habe dich als wertvoll ausgedacht. Sofern du dich als unwürdig erfasst, musst du denken, Ich sei unwürdig, dich ausgedacht zu haben.
Du lässt Einzelheiten des Lebens dir widerraten. Du schenkst den Bergen, die du noch nicht erklommen hast, mehr Aufmerksamkeit als den Bergen, auf die du gestiegen bist. Du siehst mehr dasjenige, wozu du scheinbar unfähig bist, als Meine Fähigkeit. Wenn Du dich selbst auf die Seite stellst, stellst du auch Mich auf die Seite. Du stellst beide, dich und Mich, auf Entfernung.
Wie gut kannst du von Mir denken, während du dich selbst auf die Seite raus wirfst?
Ich bin ein Künstler. Du schaust Meine Gemälde an, und du siehst Meine Gemälde mit Fehlern behaftet. Siehst du tatsächlich einen Künstler als einen großartigen Künstler, während du dich um seine Gemälde nicht kümmerst? Geliebte, verehrt Mich, und verehrt Meine Gemälde. Ihr seid etwas Großes, was Ich geschaffen habe. Denkt gut über euch selbst.
Ich setzte euch nicht in letzter Minute zusammen. Ich entwarf euch mit all Meinem Herzen. Ich habe euch nicht vermasselt. Also, schaut euch sodann mit neuen Augen an. Nehmt eine andere Meinung über euch selbst ein.
Ich sage euch, ihr seid wertvoll. Ich sage euch, ihr seid eine schöne Schöpfung von Mir. Ich sandte euch in die Welt, um zu lieben, um Andere zu lieben, so wie ihr euch selbst liebt. Sofern ihr Andere nicht liebt, wie sehr liebt ihr euch dann selbst? Ich trage euch nicht vor, egoistisch zu werden. Ich trage vor, dass ihr euch selbst liebt, so wie Ich euch liebe. Nur dann könnt ihr alle anderen Aspekte eurer selbst in der Welt lieben. Nur dann könnt ihr wahrlich Mich lieben. Und nur dann seht ihr wahrhaft, was Ich machte, als Ich euch machte.
Ihr seid ein Geschenk von Meinem Herzen, was Ich der Welt gegeben habe. Ich gab euch, und Ich gebe euch nach wie vor. Geliebte, steht auf und anerkennt die Größe, aus der ihr gekommen seid, und wisst, dass ihr Gottes Liebe auf der Erde seid. Ihr seid ein ewiges Gottes-Seinswesen.
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WELCHE ROLLE MÖCHTEST DU SPIELEN?
Das Leben in der Welt ist kein Spaß, und dennoch ist es an der Zeit für dich, etwas zu lachen. Das Leben kann nicht so ernst sein, wie du es nimmst. Selbst wenn es so ernst wäre, hättest du es leichter zu nehmen. Wenn du das Leben derart ernst nimmst, wenn es dir von solch äußerster Wichtigkeit ist, dann
legst du ihm und dir selbst Beschränkungen auf. Du befehligst dich selbst herum. Du stellst Anforderungen an das Leben aus, sodass es tatsächlich für dich besser wäre, dies los zu lassen.
Was für eine entsetzliche Sache ist dir heute Morgen passiert? Ist dir ein Schnürsenkel gerissen? Hast du herausbekommen, dass für dein Müsli keine Bananen da sind? Bist du über etwas gestolpert? Etwas was nicht so recht an seiner Stelle war, hat dich nicht gut aufgelegt gemacht. Das Wichtige ist, dass du nicht verstimmt bist. Natürlich, du bist nicht gut aufgelegt, sobald du das Leben an den Zügeln hältst. Wenn das Leben, so wie du es möchtest, das Wichtigste in der Welt zu sein scheint, und wenn das Leben seinen eigenen Weg nimmt und nicht laut deiner Vorliebe, dann wirst du am Wegesrand zurückgelassen und weinst.
Hier ein Warnton aus dem Himmel: Was flüchtig ist, kann nicht derart ernst genommen werden. Wo kommen Stirnfalten her außer von der Ernsthaftigkeit? Und wo kommt Lächeln her? Nicht vom Ernst.
Seht das Leben auf der Erde wie einen Tanz. Um ein Tänzer zu sein, ist es gut, leicht auf den Füßen zu sein. Sie stapfen nicht. Sie tanzen. Liebe das Leben und schwirre rund um das Universum.
In deinem Leben halten Vorkommnisse im Grunde nicht die Wichtigkeit inne, die du ihnen beigegeben hast. Sobald du versuchst, das Leben an Ort und Stelle zu halten, kannst du dich nur strapazieren. Wieso festhalten, wieso Ansprüche stellen, wieso darauf bestehen, dass das Leben gleich bleibt oder anders sei, unterdessen das Leben schlicht unentwegt weiter marschiert?
Ist eine C-Note in einem Test tatsächlich das Ende der Welt? Sind Falten tatsächlich derart ernst, dass du sie beseitigen musst? Welches sind deine Werte, während du auf kleine Dinge so viel Beachtung legst und sie zu großen machst?
Es gibt kein Ende. Du bist ewig und unendlich. Es gibt nichts, was das zu ändern vermag. Ewigkeit und Unendlichkeit sind allesamt hineingeschrieben. Sie sind in Stein gemeißelt. Bei nichts anderem ist das der Fall.
Möchtest du dich selbst daran erinnern, dass der Zweck des Lebens darin liegt, sich zu erfreuen? Wenn du dich erfreust, befindest du dich im Rhythmus mit dem Universum. Durchkreuzen oder strapazieren schaffen Kakophonie. Besser ist es, in Harmonie zu sein. Besser ist es, zu lächeln, als ein Drama zu erschaffen oder auf ein Drama zu reagieren. Im Theater ist Drama etwas recht Schönes, nicht aber im Leben. Sieh dein Leben mehr als eine Komödie an. Mit Sicherheit hat es so seine komischen Augenblicke.
Falls du meinst, du müssest dein Leben auffüllen, so fülle es mit Freude auf. Zolle dem Aufmerksamkeit, worauf ganz alltäglich deine Wahl fällt. Es mag sein, es mag einfach so sein, du bist in einem Mahlstrom dramatischer Ereignisse befangen, vielleicht zuhause, vielleicht bei der Arbeit. Im Grunde kannst du zuhause und bei der Arbeit ohne das Feuerwerk auskommen. Reserviere Drama und große Seufzer für Romane. Jetzt in dem Augenblick reden wir über dein Leben, und darüber, wie es in das große Bild hinein passt.
Welche Rolle möchtest du gerne im Leben spielen? Falls du darauf bestehst, ein Aufwiegler zu sein, dann stachle eben jetzt in dem Augenblick, wo du bist, Frieden an. Wiegle inwendig in dir Frieden auf, und lasse dein Zuhause diesen Frieden fühlen und bei allem rund um dich herum anlangen. Lasse dein Herz mit anderen Herzen zur Ruhe kommen, und wisse, was wichtig ist. Möglicherweise ist das, was du meistens wichtig gemacht hast, nicht so sehr wichtig.
Seht, dass ihr ein Füllhorn der Liebe seid, und damit hat sich’s. Lasst die Liebe das sein, was in eurem Leben vor sich geht. Kommt mit ihr voran, Geliebte. Stellt eure Armeen zur Seite. Zieht die Liebe heran, sie möge zur Empore des Lebens, auf der ihr steht, heraufkommen. Sucht die Liebe auf.
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TIEF IN DEINEM HERZEN
Tief in deinem Herzen befindet sich ein Brunnen der Liebe. Es ist deine Aufgabe, die Liebe heraufzuziehen und jedermann anzudienen. Das ist leicht zu bewerkstelligen, sobald du einmal auf den Dreh gekommen bist. Lerne jetzt damit umgehen.
Du wirst eine Feuerwehr der Liebe erschaffen. Die Feuerwehr, bei der du Mitglied bist, wird alle Feuer löschen. Du wirst jedes Haus mit der Liebe aus deinem Herzen füllen. Einmütig mit jenen, die du liebst, wirst du zu einer Armee der Liebe. Kannst du die Wellen deiner Liebe spüren, die nun das Land einholen? Wie wundervoll ist das doch! Liebe wogt durch dich hindurch und hinaus in die Welt. Dafür bist du geschaffen.
Du magst dich gefragt haben, wofür du gemacht bist. Du bist dafür bestimmt, das starke Aufwallen des Ozeans zu sein. Du sollst das Herz einer jeden Welle sein. Du bist nicht bloß ein Treibender auf dem Ozean des Lebens. Du liegst nicht in einem Floß und hältst deine Hand hinaus, damit du bedient wirst. Du bist derjenige, der dient. Und was dient dir? Wieso, ihr dient Mir, Geliebte.
Seid ihr nicht Meine Arme und Füße? Tragt ihr nicht die Servierbretter der Liebe für Mich? Natürlich, ihr dient Mir. Was sonst gibt es denn, um jenem zu dienen? Dient Mir, und ihr dient euch selbst. Dient Mir, und ihr tut das, was ihr zu tun bestimmt seid und was ihr immer tun wolltet.
Legt beiseite, was die ausgedienten Vorstellungen, Mir zu dienen, darstellt. Bleibt genau dort, wo ihr seid, und dient Mir. Fangt genau dort an, wo ihr seid. Ihr müsst keinen Titel oder kein Namensschild tragen. Es ist etwas zwischen euch und Mir, denn jedes Individuum stellt seinen eigenen Pakt mit Mir her. Schaut, Geliebte, Wir, du und Ich, Wir sind per Handschlag miteinander.
Seid versichert, Ich rede nicht von irgendeiner Art Buße. Ich rede von purer Freude. Ich rede über die
Liebe in eurem Herzen, und darüber, wie glücklich ihr seid, wenn sie überquillt. Euer Herz ist die Hefe des Universums, Geliebte, und euer Herz schwillt mit Liebe an, und die gesamte Welt trinkt aus der Tasse, die ihr hinhaltet.
Es ist wundervoll, Liebe entgegenzunehmen. Es ist wundervoll, Liebe zu geben. Recht bald werdet ihr den Unterschied nicht mehr kennen, weil Liebe ausgeben euch sehr wohl dienlich ist. Während ihr gebt, werdet ihr die Spalten in eurem eigenen Herzen auffüllen. Das Strömen der Liebe in eurem Herzen wird unentwegt anheben. Die Welt wird in eurer Liebe schwimmen, und ihr werdet in eurer Liebe schwimmen. Liebe wird alles sein, was da ist, in der Wahrheit und in dem Erleben.
Ein erfahrener Diener Gottes besteigt das Pferd der Liebe und reitet nah und fern.
Selbst der Ozean wird eure Liebe begierig aufnehmen. Und ihr, die ihr eure Liebe aussendet, seid der Endnutzer eurer Liebe. Es kommt alles zu euch zurück. Es geht nie aus euch heraus. Alle Liebe ist euer, und alle Liebe gilt es für euch, zu geben. Da ist ein Bumerang von Liebe, und bald wird jeder ihn kennen lernen, und ein jeder wird ihn haben. Jeder wird wissen, woraus er gemacht ist, und jeder wird in aller Klarheit erkennen, was er hier auf der Erde tut. Er wird wissen, wofür er ist.
Er ist hier für Mich, und er ist hier für euch, und ihr seid hier für jedermann. Ihr seid Mein Agent, und ihr werdet nicht mehr länger Geheimagent sein. Ihr werdet Liebe sein, und ihr werdet es wissen.
Sobald ihr euren vermeintlichen Feind liebt, wird es keinen Feind geben. Wenn es keine Feindschaft gibt, wie kann dann ein Feind existieren? Euer Herz wird derart voll der Liebe sein, die ihr ausgebt, dass es für etwas anderes keinen Platz mehr gibt. Und was solltet ihr ohnehin noch wollen mögen? Was könntet ihr in eurem Herzen womöglich noch wollen, außer Liebe? Was sonst gibt es dort zu finden, Geliebte, Geliebter, was ihr gerne eurem Herzen hinzugefügt wissen mögt, ausgenommen Liebe?
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DU KANNST DICH IN DIE HÖHE SCHWINGEN
Die Möglichkeiten, was du sein kannst, sind endlos.
Du kannst alles sein, was du möchtest. Du kannst ein schlichter Mensch sein, der durch das Leben geht, und dem Leben der Menschen um sich herum Freude hinzufügt. Du kannst die Welt erhellen. Du kannst der Welt wie ein Lächeln sein. Du kannst ein Mensch sein, der die Straßen kehrt, und du kannst prunkvoll sein. Du kannst ein fantastischer Freund sein. Du kannst vor einem jeden den roten Teppich auslegen. Du kannst ein Held sein. Du kannst reich und berühmt werden, und nach wie vor dieser schlichte Mensch sein, der dem Leben der Menschen um sich herum Freude hinzufügt. Es ist deine Wahl. Du kannst alles sein, was du möchtest.
Was immer ihr tut, Geliebte, wer immer ihr an diesem Tag heute seid, ihr wählt es. Ihr könnt auch
etwas anderes wählen. Menschlich sein meint Wahlen haben. Ihr seid der Entscheider über euer Glück. Ihr seid der Entscheider darüber, was ihr Anderen und was ihr euch selbst seid. In eurer Existenz liegt Bedeutung, und ihr könnt die Bedeutung aussuchen. Ihr könnt in Sekundenschnelle zum Stehen kommen und in eine neue Richtung gehen, sofern ihr das wählt. Ihr könnt genau dort bleiben, wo ihr seid, und gleichwohl neu werden. Eine letzte Chance gibt es nicht. Ihr seid der Bestimmer dessen, was ihr tut und was ihr aus euch selbst macht. Es gibt keine Handicaps, Geliebte. Ich weiß, ihr meint, es gebe sie.
Eure Hände sind nicht zusammengebunden. Und sofern ihr keine Arme habt, sind eure Hände indessen nicht festgebunden. Ihr habt die Freiheit der Wahl. Das Körperliche ist nicht die Erschaffung von euch. Ich machte euch, und, was ihr jetzt macht, ist an euch. Was möchtet ihr gerne tun? Selbst dann, wenn ihr ans Bett gefesselt seid, seid ihr nicht begrenzt, Geliebte. Ihr seid weitaus mehr, als es der Anschein anmutet, an einer bestimmten Stelle verortet zu sein. Ihr habt die Sonne, den Mond und die Sterne. Ihr habt alles, was am meisten zählt. Ihr habt alles. Selbst ohne Beine könnt ihr euch in die Höhe schwingen.
Ihr könnt verändern, wie ihr euch selbst seht. Sofern ihr euch selbst nicht als Meine Geliebte, als Mein Geliebter seht, müsst ihr ändern, wie ihr euch selbst seht. Trefft eine höhere Wahl, als ihr es getan habt. Lasst eure Augen bei dem Stern auf der Spitze des Weihnachtsbaumes ankommen. Falls ihr nicht sehen könnt, dann lasst euer Herz anlangen.
Was ihr nicht ändern könnt, ist der Fakt, dass ihr Mein Kind seid. Ich habe euch erschaffen. Ihr wart immerfort das Kind Meines Herzens. Das ist das wenigste, was ihr sein könnt, Geliebte, Mein Sohn oder Meine Tochter, die Ich mit all Meinem Herzen liebe. Möchtet ihr dessen eingedenken, dass ihr geliebt seid? Ihr seid die geliebteste Person in der Welt, und so ist es jeder andere ebenfalls. Dass ein einziger Gedanke alleine die Welt eben jetzt und hier erhellen wird. Alles, was ihr zu tun habt, ist, die Liebe anzuerkennen, die Ich euch gebe, und die Liebe anzuerkennen, die ihr seid. Du bist Mein Geliebter, Meine Geliebte. Komme von einem Ort der Liebe her. Im Grunde ist es absonderlich, falls du es nicht tust.
Du, der du Meines Herzens Entzücken bist, reichst über alle Maße hinaus. Du bist weitaus mehr, als du dir selbst Glauben geschenkt hast. Es ist wichtig, dass du darin, wer du bist, aufrecht dastehst. Wichtig für dich selbst, ja, indes noch wichtiger für Andere, und indes wichtiger für Mich, Der dein Selbst ist.
Es ist nicht so sehr, dass du Mir zu gehorchen hast. Wie viel erbitte Ich tatsächlich von dir? Gehorche deinem tiefsten Herzen, und du folgst Meinem Willen. Wo euer Herz ist, bin Ich. Geliebte, Ich auferlege Mich nicht euch. Ich bin ein leichter Gast in eurem Herzen. Ich stelle keine Ansprüche. Ich kommandiere nicht. Ich liebe, und Ich liebe euch. Ich bitte das gleiche von euch, mehr zu lieben und weiterhin zu lieben. Liebt Mich, euch selbst und einen jeden anderen. Ich weiß, ihr könnt das. Tut es demnach jetzt.
3074
BUDDHA SASS UNTER EINEM BANYAN-BAUM
Welches Wunder hättest du heute gerne? Hättest du gerne, dass die Sonne scheint, dass der Wind bläst, dass du frische Luft atmest, dass Berge und Ozeane anzublicken sind? Hättest du gerne den blauen Himmel am Tag und den dunklen, sternenerfüllten Himmel bei Nacht? Würdest du gerne Wasser haben zum Trinken und Wasser, um damit deine Hände zu waschen? Würdest du gerne Gesichter haben, die sich aufhellen, während sie dich erblicken? Würdest du gerne Lächeln haben, was wie Sterne heraustritt, sobald du erscheinst?
Hättest du es gerne, dass Liebe, und alleinig Liebe in deinem Herzen verbleibt? Wärest du glücklich, wenn du sähest, dass alle Pein mitsamt ihren Brüdern und Schwestern aus deinem Herzen und aus dem Antlitz der Welt entfieht?
Sofern du heute um ein einziges Wunder bitten könntest, worum würdest du bitten?
Ich bin Mir ziemlich sicher, du würdest um mehr bitten als um ein neues Auto, was deine Auffahrt herauf fährt.
Ich frage Mich, um welches Wunder du bitten würdest, sofern du ein Großer wärest? Was würde ein Großer alleine für sich selbst erbitten? Nichts für sich selbst, denn was wäre für ihn selbst groß genug? Den Großen unterkommt es nicht, etwas für sich selbst zu erbitten. Sie bitten um nichts mehr, als Mich einem Jeden auf der Erde darzubieten. Die Großen müssen ihren Kopf schütteln und sich bei diesem Wunder wundern, inmitten dessen sie sich befinden. Sie waren einmal so ziemlich wie du. Als sie Kinder waren, sprachen sie wie Kinder. Sie wuchsen in einer Familie auf. Sie gingen in die Welt hinaus. Sie sahen Meine Größe, und das war alles, was ihnen von Belang war. Sie wurden Große, ohne zu wissen, dass sie dazu wurden, oder ohne überhaupt an all das zu denken. Sie sahen ihre Verbundenheit mit Mir, und sie dachten an Mich, und sie dachten daran, Mich allen teilhaftig werden zu lassen. Sie brachten niemanden dazu, zu Mir zu kommen. Sie brachten genauso wenig niemanden dazu, ihnen zuzuhören. Sie boten dar. Sie gaben.
Die Großen legten, ohne sich darum zu bemühen, bloß, dass ein menschliches Seinswesen um Vieles mehr ist, als die Welt im allgemeinen meinte. Die Großen erwiesen, dass Einssein und Göttlichkeit in allen Menschenwesen ausgewiesen sind, denn sie waren ununterbrochen dabei, den Kern der Göttlichkeit aus vielen Menschen herauszubringen. Nicht aus allen, aber aus vielen, und den gleichen Großen gelingt das nach wie vor. Ihre Namen werden gesprochen. Die Spur ihrer Schwingung widerhallt eben jetzt in eurem Herzen. Dass sie einstmals auf der Erde gewandelt sind, ist euch jetzt ein Segen. Eben auf dieser Erde, auf der ihr gegangen seid, sind sie gewandelt.
Du hast kein Redner zu sein, um ein Großer zu sein. Du hast nicht Massen anzuziehen. Du hast nicht Bücher zu schreiben. Du hast nicht auf der Erde herum zu wandern. Buddha saß unter einem Banyan-Baum.
Die Großen waren sie selbst, wo immer sie soeben waren.
Jetzt in dem Augenblick reicht wer du bist, wo immer du bist, weit. Geliebte, ihr seid verbunden. Ihr seid mit Mir verbunden und damit mit dem gesamten Universum und mit einem jeden schlagenden Herzen und mit einem jeden Blatt, was im Wind weht.
Die Großen nahmen nicht mehr Raum ein als du. Sie hatten einen einzigen Körper und standen zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer einzigen Stelle. Sie hatten ein einziges Herz in ihrer Brust. Sie wuchsen bis zu dem Punkt heran, wo ein jedes Herz, wo ein jedes einzelne Herz das ihre war. Sie nahmen andere Herzen nicht in Besitz. Es kam so weit, dass den Großen ihr eigenes individuelles Herz nicht mehr länger zueigen war. Sie gaben ihre Herzen fort, und damit wurde ein jedes Herz zu ihrem eigenen. Somit wurden sie aufrichtig. Sie lebten Einssein. Ein jedes Herz war ihr geliebtes. Sie sahen keinen Unterschied.
Geliebte, es gibt zahlreiche unbesungene Große. Sie sind schlicht, was sie sind, und ihre Liebe ist groß.
Sie wissen nicht, dass sie groß sind. Das unterläuft ihnen nicht. Sie tun schlicht das, was an ihnen ist zu tun. Und sie spüren Meine Nähe zu ihnen, und ihre Nähe zu Mir, und dennoch würden sie nicht die Worte haben, um das zu sagen. Sie sind bei Mir ohne Kenntnis, dass sie bei Mir sind, gleichwohl sind sie bei Mir.
Und du bist bei Mir und wächst zu etlichem Einssein heran.
3075
WEITE IST DA
Falls du die kleinen Dinge, die in deinem Herzen festhängen, los lassen könntest, wie gesegnet wäre doch dann die Welt. Ich rede von den kleinen Ärgernissen, den kleinen Vorkommnissen, die dich erhaschen. Vielleicht hat dich jemand gerüffelt, hat auf dich gesehen, wie du es nicht möchtest, vielleicht hat er dich nicht gehört, nicht mit dir geredet, zu viel geredet, und so weiter.
Vielleicht irritieren dich etliche Menschen schlicht und einfach. Du magst ihre Eigentümlichkeiten einfach nicht, oder du weißt nicht einmal, weswegen sie dich irritieren, und dennoch bilden sie nach wie vor einen Seitenhieb auf dein Herz. Es kann sein, du kennst Denjenigen nicht einmal, und du hast das Empfinden, dass es dich gewaltig wurmt. Du bist bemüht, das nicht zu zeigen, und dennoch schaust du auf etliche Leute wegen diesem oder jenem mit finsterer Miene. Du bestätigst, dass sie dir nichts getan haben, und dennoch fühlst du dich überkreuz ihrer bloßen Existenz halber, drüben auf der anderen Seite des Tisches, oder wie sie soeben auf der Straße an dir vorbeigingen, und dann gibt es da die krittelnden Gedanken an sie hinterher, die du allem Anschein nach nicht aus deinem System herauszubringen vermagst.
Man kann vielleicht sagen, dass es eine Menge kleiner Dinge gibt, die dich auf die Palme bringen.
Das ist womöglich Verurteilung der schlimmsten Sorte, Geliebte. Ihr findet jemanden schuldig, euch vergrätzt zu haben, und mithin seid ihr vergrätzt, und demnach fühlt ihr euch schuldig darüber, irritiert zu sein. Es mag sein, als ihr damit den Anfang nahmt, befandet ihr euch in keiner guten Stimmung. Durchaus, es mag sein, alldas seid ihr, Geliebte.
Was auch immer der angenommene Defekt in den Menschen darstellt, es gibt einen Schatten von ihm inwendig in dir. Es mag das Gegenteil inwendig in dir vorhanden sein, und dennoch ist das Gegenteil das andere Ende des gleichen Stocks. Vielleicht irritieren dich rechthaberische Menschen. Vielleicht bist du selbst rechthaberisch, oder vielleicht siehst du dich selbst als zu unbestimmend. Aburteilungen, Schlussfolgerungen, Interpretationen der kleinen Dinge – sie befinden sich, wie ein Splitter, immer in euren Augen, Geliebte.
Nun möchte Ich sagen, dass du, anstatt das zu analysieren, was bei der anderen Person und was bei dir vorliegt, schlicht aus deinem irritierten Modus herausschreitest. Gehe einfach aus ihm heraus. Wieso ist es von Belang, weswegen du vergrätzt bist? Nun, natürlich, du legst Wert darauf, und gleichwohl musst du dich überhaupt nicht darum kümmern. Du bist nicht dafür bestimmt, der König oder die Königin der Irritiertheit zu sein.
Ihr Lieben, ihr seid nicht vollkommener als irgendjemand sonst. Die Unvollkommenheit eines Anderen ist eure Unvollkommenheit insofern, als eure Irritiertheit mittels ihrer anhebt. Deren Haut mag aufplatzen, und die deinige mag rein und glatt sein, dennoch kommt deren Haut mit etwas inwendig in dir gleich, wieso denn solltest du sonst durch die Gesichtshaut eines Anderen behelligt werden?
Das Wort Vergrätztheit bezieht sich auf eine kleine Sache. Sofern eine größere Angelegenheit in euer Aufmerksamkeitsfeld gerät, könnt ihr euch mehr als vergrätzt fühlen. Ihr spürt Kummer oder Empörung, nicht aber unbedeutende Verärgerung.
Mit Verärgerung leben ist für euch keine Art zu leben. Es ist möglich, dass ihr euch, so oft, wie ihr es tut, deswegen vergrätzt fühlt, weil ihr euch lieber genervt fühlt, als euch die größeren Angelegenheiten anzuschauen, die euch bestürmen.
Ihr seid jemand, der sich über die kleinen Unvollkommenheiten des Lebens erhebt. Ihr könnt euch ebenfalls über die größeren Bewandtnisse erheben. Ich sage nicht, sie zu gering einzuschätzen. Ich sage, euch emporzuheben. Wenn ihr von einem höheren Ort her schaut, bekommt ihr eine bessere Sicht. Es ist deswegen eine bessere Sicht, weil ihr mehr sehen könnt. Ihr bekommt das gesamte Bild, und nicht so sehr die Einzelheiten, die sich, wenn man mit allem durch ist, als irrelevant ausweisen. Und selbst die tiefen Risse, ihr mögt sie nicht persönlich nehmen. Sie sind da, doch wisst ihr, sie sind nicht für euch da, um euch darin zu verfangen, und dementsprechend geratet ihr nicht in die Falle.
Wendet eure Sicht zur Weite, Geliebte. In der Weite existiert keine Unvollkommenheit. Da ist Weite.
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DEIN HERZ IST SCHÖN
Dein Herz, dein schönes Herz! Es ist dein Herz, Geliebte, Geliebter. Es ist der Mittenpunkt zwischen der Welt und dem Himmel. Und es hat seine Füße in beiden Booten. Das eine Boot ist im Himmel verankert, und das andere ist schwankend auf der Erde. Der Himmel ist euer Liebe-Boot, Geliebte. Und das ErdenBoot scheint keinen Anker zu haben, obgleich der Himmel natürlich sein Anker ist. Es gäbe kein Erdenleben ohne den Himmel, um es sicher zu gewährleisten.
Wir könnten sagen, ihr habt euer Himmelherz, welches reine Liebe ist, die scheint. Wir könnten sagen, euer Erdenherz bebt. Euer Erdenherz ergeht sich in Umleitungen und fühlt sich ab und an verschollen, mitunter in Kleinheit verfangen. Mit Sicherheit kommen all die umherwandernden Emotionen von der Kleinheit her. Mit Sicherheit, Emotionen wie Ärger und so weiter kommen nicht von der Himmlischen Seite. Die Himmelsseite des Lebens inwendig in euch ist eure Größe, Geliebte. Ein jeder hat sie. Einerlei, wie sie durch das Unterholz auf der Erde in Anspruch genommen wird, einerlei, wie steinig es anscheinend ist, ein jedes Herz hat die Widerspiegelung des Himmels inwendig in sich. Ein jedes Herz. Ein jedes einzelne Herz.
Du magst dabei deinen Kopf schütteln und sagen, dass das nicht möglich ist. Schüttle deinen Kopf, so oft du möchtest, dennoch ist es wahr, dass alle Herzen Eins sind. Unbesehen des Nachweises, alle Herzen sind Gott-gegeben, und unbesehen, was das eine scheinbare Herz euch ausweisen mag – alle Herzen haben genau die gleichen Bestandteile. Ich nenne sie Bestandteile in Ermangelung eines besseren Wortes. Alle Herzen sind aus demselben Ton modelliert.
Und jedes Herz ist mit Meiner Liebe gestempelt.
Herzen auf der Erde sind durcheinandergebracht, etliche mehr, etliche weniger.
Während du dich auf der Erde befindest, entdeckst du den Reichtum inwendig in dem einzelnen Herz, was du das deine nennst. Du entdeckst das Universelle Herz, ohne das du nicht existieren könntest.
Einerlei, wie unterentwickelt, einerlei, wie verdunkelt ein Herz zu sein scheint, inwendig in ihm glänzt das helle Licht des Himmels.
Ich gab einem jeden ein brillantes Herz, ein Herz, was in seinem Licht von Mir, vom Himmel, von der Größe funkelt.
Größe ist Einfachheit, Geliebte. Ein Herz voll von reiner Liebe ist nicht kompliziert. Einfacher könnte es nicht sein. Es sind die Herzen voller verschiedenartiger Emotionen, die kompliziert sind. Zahlreiche umherziehende Emotionen mit vielen Bezeichnungen für sich hängen in deinem Herzen. In der Tat, sie sind komplex. Geliebte, allem was ihr wisst zum Trotz, Ich sage euch, dass es für umherziehende Emotionen in eurem Herzen keinen Platz gibt. Euer Herz ist für Größeres bestimmt. Ich preise euch die Größe eures Herzens an. Ich bitte euch, die abschweifenden Emotionen, die euer Herz binden, zu entfernen.
Sobald die Emotion in eurem Herzen nicht Liebe ist, gehört sie ihm nicht zu. Das Erdenleben, Geliebte, ist keine Entschuldigung für umherziehende Emotionen. Euer Herz ist groß genug, um alleinig Himmelsliebe innezuhalten. Ihr könnt die Liebe in eurem Herzen nicht ausquartieren, und doch könnt ihr ihr mehr Raum zuweisen. Lasst euer Himmelsherz einen vollen Schwung nehmen.
Sofern du alles Glück in der Welt haben möchtest, musst du dein Herz für die Liebe, die hinein und hinaus geht, öffnen. Lasse alles andere aus deinem Herzen fliehen. Welchen Nutzen stellen nichtkonstruktive Emotionen dar? Welches Irdisch-Gute sind sie euch? Ihr habt wohl gedacht, ihr wärt auf Gedeih und Verderb auf unglückliche Emotionen angewiesen. Wer sagt das? Nicht Ich. Dann müsst ihr es sein. Haltet die Liebe nahe an euch, denn sie ist teuer. Lasst alle anderen Eindringlinge los. Sie sind unnütz.
Sobald ihr die Vergangenheit los lasst, wird euer Herz nicht mehr länger unfreundliche Emotionen beherbergen. Sie sind übriggebliebener Schlamm aus der Vergangenheit. Die alten Emotionen sollen sich nicht an die Fersen eures Herzens hängen.
Euer Herz ist schön, und Ich möchte, dass ihr das wisst. Haltet euer Herz hoch, und hegt es mit seiner eigenen Liebe. Der Himmel nimmt in eurem Herzen Wohnung. Was sonst braucht ihr? Was sonst wohl könnt ihr wollen? Woran sonst wollt ihr festhalten, unterdessen ihr euch in eurem Herzen der Liebe befindet?
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SINGT EIN NEUES LIED
Hallo, Geliebte. Wie, meint ihr, geht es heute?
Vielleicht wisst ihr das nicht, indes seid ihr besser, als ihr jemals gewesen seid. Womöglich denkt ihr, ihr befindet euch in einem starken Rückgang, und doch sage Ich euch, dass ihr Tag für Tag emporsteigt. Eure Wahrnehmung ist des Öfteren nicht korrekt. Das liegt daran, weil ihr auf eine alte Programmierung hört. Aufgrund einer alten Programmierung haben Meine Kinder eine Neigung zu denken, dass sie im Leben hinterherhinken. Es gibt da ein Gefährt, was ihr vor euch hin verbrachtet, ein Gefährt, auf das ihr nie aufgeschlossen habt, insofern neigt ihr dazu, euch zu sehen, wie ihr zurückfallt.
Geliebte Geliebte, ihr befindet euch an vorderster Front eures Lebens. Ihr seid der Führer von ihm. Ihr könnt nur ganz vorne sein.
Trotz all dessen, was ihr im Sinne der Welt seht, ihr befindet euch vor euch selbst. Ihr könnt nicht rückwärtsgehen. Ich weiß, es mag euch und Anderen danach aussehen. Wo immer du dich heute befindest, du bist weiter vorne als dort, wo gestern warst.
Du wirst vielleicht sagen, dass gestern ein guter Tag war, und dass du heute einfach bloß unter der Decke bleiben möchtest, und daraus schließt du, dass du rückwärts gegangen seist. Du hast beschieden, angeleitet durch die Welt, dass du jederzeit geschwind aus dem Bett heraus zu springen habest. Wie weißt du denn, dass heute gerne unter der Decke bleiben mögen eine sehr schöne Sache darstellt?
Vielleicht hast dich selbst über dein Durchhaltevermögen hinaus angespornt. In aller Sicherheit hast du das in der modernen Welt getan. Ist es sodann nicht weise und schätzenswert, einen Tag lang einzuhalten und schlicht zu sein? Oh, schlicht sein! Einfach dein eigener Herr sein. Einfach Mich sein, Mich Selbst, und Ich.
Es gibt nichts, was dich zurückhalten kann. Einerlei, wie es dir zu sein scheint, du führst dein Leben an. Aufgeschmissen oder über den Dingen stehend – die führst dein Leben an, und somit bist du der Führer von ihm.
Du bist zur rechten Zeit an der rechten Stelle.
Du wirst dir selbst gegenüber wohl sagen, dass du heute stark rückläufig bist. Das ist deine Interpretation. Ich sage ganz unqualifiziert zu euch, Geliebte, dass ihr irgendwohin gelangt. Zur selben Zeit, wie Ich euch das sage, sage Ich zu euch, dass ihr nirgendwohin zu gelangen habt. Ihr habt nichts zu erzielen, an keinem Tag, was ihr so erzielen nennt. Es mag sein, ihr habt ein gutes Gefühl dabei, etwas Erkennbares zu erreichen, und kein so gutes Gefühl, nichts Erkennbares zu erreichen, dennoch kann das Leben weder immerfort erkennbarerweise zu Stande gebracht werden, noch ist es dafür bestimmt, das zu werden. Ihr macht im Leben Fortschritte, ob ihr darüber ein Schaubild herstellen könnt oder nicht. Vielleicht ist es euch danach, als sei das Seil zu hoch für euch, um drüber zu springen. Vielleicht habt ihr ja gar nicht über das Seil zu springen.
Es gibt diejenigen, die eine ganze Menge erreicht haben, während sie auf einem Boot herumfezten.
Tue, tue, tue ist ein Lied, mit dem mitzuhalten ihr nicht in der Lage sein mögt. Ganz bestimmt gibt es ein anderes Lied für euch zu singen. Seid, seid, seid. Um wie vieles leiser ist diese Weise! Dieses Gewahrsein des Seins hat alle Macht des Universums hinter sich.
Mehr und mehr werdet ihr herausfinden, dass ihr ganz gut vorankommt, ohne den Motor eurer selbst zu schüren. Geliebte, wir können nicht jeden Tag bergaufwärts gehen. Mehr und mehr werdet ihr herausfinden, wie ihr mit den stillen Wellen entlangsegelt. Bevor ihr es wisst, werdet ihr die Küste erreicht haben. Ihr werdet überrascht sein, wie leicht es ist. All die Einbeulung der Anstrengung war gar nicht nötig. Ihr habt es womöglich erreicht trotz eurer Einbeulung voller Anstrengung.
Lasst die Natur ihren Teil spielen. Ihr habt nicht alle eure eigene Energie zu verfeuern. Lasst Mich zu.
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DEM UNIVERSUM SIND KEINE GRENZEN GESETZT
Solange du die Tiefen nicht erkennst, die du erreichen kannst, bist du dir selbst ein Fremder. Solange du nicht geben kannst und nicht allen Liebe mit Freude geben kannst, hast du dich von dir selbst entfremdet. Du weißt nicht, Wer du bist, und wozu du in der Lage bist. Allzu viele Beschränkungen sind dir auferlegt worden, und du hast sie dir selbst gegenüber genauso auferlegt. Du hast für den Haken, die Leine und das Bleigewicht Grenzen akzeptiert. Ihr habt eine armselige Liste von Waren eingekauft, Geliebte.
Es ist nicht so, dass ihr euch zu dehnen habt. Es existieren euch keine Grenzen, infolgedessen gibt es nichts zum Dehnen. Es gibt für euch keine Beschränkungen, und für das Universum gibt es keine
Grenzen. Ihr könnt eure Grenzen nicht ausweiten, denn ihr seid unbegrenzt. Grenzen sind etwas Vorgestelltes. Die ganze Welt mag an Grenzen glauben. Die Welt mag über allen Zweifel hinaus erweisen, dass Grenzen existieren und dass sie Realität sind, gleichwohl, die Welt irrt. Wem werdet ihr glauben, der Welt oder Mir?
Ihr habt der Welt geglaubt, und demnach habt ihr euch selbst eingeschränkt. Ihr habt euch selbst in einen kleinen Raum gezwängt. Ihr seid ebenso unbeschränkt, wie Ich es bin, und Ich bin in der Tat unbeschränkt.
Das Körperliche ist nicht dasjenige, was erscheint. Das Körperliche ist nicht in den Raum eingeschlossen. Es gibt keinen Raum, um es darin einzuschließen. Es gibt Weite. Weite ist fließend. Sie kann nicht eingezäunt werden. Ihr seid Weite, Geliebte. Ich sage es noch einmal, es gibt für euch keine Grenzen. Der menschliche Körper ist bloß ein gezeichneter Umriss. Ihr seid nicht auf ihn beschränkt.
Euer Herz und euer Geist reisen ebenso rasch wie leicht. Tatsache ist, sie sind augenblicklich. Sie haben nicht irgendwohin zu gehen, weil alles zu ihnen her kommt. Selbstverständlich wisst ihr, das Herz und der Geist können über das, was das Auge sehen kann, hinaus sehen. Tatsächlich wisst ihr, eure Augen sind ein schieres Werkzeug, um dem Geist und dem Herzen zu dienen. Wir können sagen, der Geist ist ein Pfadfinder, der nach draußen läuft, um deinem Herzen Informationen zu überbringen; allerdings braucht dein Herz keine Informationen. Dein Herz ist sich selbst aufrechterhaltend. Dein Herz kann seine Augen schließen und alles wissen. Dein Herz weiß alles. Es ist der leicht täuschbare Geist, der dich im Dunkeln gehalten hat. Unter Du meine Ich dein bewusstes Selbst. Du denkst, du seist ein Fleck auf der Wand, unterdessen du das gesamte Universum und über das angenommene Universum hinaus bist.
Möchtest du ein für alle Mal die Vorstellung, dass du begrenzt seist, los lassen? Sofern du glaubst, du habest bloß ein Stückchen Boden vor dir, wirst du nicht weit ausschreiten. Du wirst an Begrenzung glauben, die nicht existiert. Wenn du weißt, dass die Erde rund ist, hast du keine Angst, herunterzufallen. Wenn du weißt, dass du unbegrenzt bist, kannst du in Folge fliegen. Es gibt immer einen Ort zum Niedergehen.
Ihr müsst nicht einmal landen, Geliebte. Versteht ihr Mich? Ihr braucht den Boden unter euren Füßen nicht.
Grenzen sind menschengemachte Vorrichtungen, dafür ausgelegt, euch unversehrt zu halten. Welche Ängste verfolgen euch, dass ihr glaubt, ihr müsst sicher verwahrt werden? Sicher vor dem Leben in der Welt, Geliebte? Sicher vor was? Eure Unbegrenztheit verleugnen hält euch nicht sicher. Es hält euch von euch selbst verborgen. Leistet der Welt in ihrer Verstellung und Propaganda keinen Vorschub. Setzt die Welt von ihnen frei.
Ihr seid zu hundert Prozent mehr, als ihr euch selbst Glauben geschenkt habt. Ihr seid zu tausend Prozent mehr. Ihr seid zu einer Milliarde Prozent mehr. Es gibt keine Prozentzahl, die groß genug ist, um euch die Anerkennung, die euch zusteht, zu zollen, weil es für das Unendliche kein endliches Maß gibt. Ihr, die ihr ewig seid, seid gleichfalls unendlich. Ihr seid ein Unendliches Seinswesen. Es gibt keine Begrenzungen, um euch zu binden, allerdings halten euch Konzepte in ihrer Knechtschaft. Beseitigt jene Fesseln. Beseitigt sie jetzt, und wisst, was es heißt, frei zu sein.
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GOTT MÖCHTE, DASS WIR UNS SEINE GEDANKEN ZU UNSEREN MACHEN
Beabsichtigt eher, als dass ihr versucht. Ich weiß, Absichten hatten in der Welt ein ärmliches Ansehen.
Natürlich, es gibt Beabsichtigen und Beabsichtigen. Nichtsdestotrotz bitte Ich euch, mehr zu beabsichtigen.
Denke dir die Beabsichtigung als ein Versprechen, was du machst. Denke dir die Absicht nicht als ein Resultat, was du zu erreichen hast. Denke dir die Absicht schlicht als etwas, was von dir nichts verlangt, ausgenommen sie zu haben. Denke dir die Absicht mehr als einen Samen, den du pflanzt. Denke dir die Absicht als einen Traum, den du hast. Denke sie dir als ein Bild, was du vor dir hast. Denke sie dir wie eine Vorahnung.
Beabsichtigungen sind machtvoll. Intention ist eine der Mächte, die Ich inwendig in euch platziert habe.
Selbstverständlich meine Ich unter Absicht keine Zu-Tun-Liste. Bei den Beabsichtigungen, auf die Ich Mich beziehe, ist alles, was du zu tun hast, an sie denken. Sie werden selbst ihre Anwendung finden.
Hier nun etliche Beispiele von der Art Beabsichtigung, wie Ich sie für euch im Sinn habe. Tragt diese Ideen im Sinn. Denkt ihnen gemäß. Sagt sogar zu euch selbst:
„Ich erschaffe Harmonie, wohin ich auch gehe.
Lasse dort Frieden in der Welt sein.
Ich liebe die Menschen.
Das Leben ist leicht für mich.
Die Welt bietet mir großartige Gelegenheiten.
Ich bin heute glücklich.
Ich lächle.
Ich bin still.
Ich spreche freundliche Worte.
Ich höre freundliche Worte.
Ich bin die ganze Zeit geduldig.“
Vielleicht kannst du dir Beabsichtigungen wie Glückskekse denken. Ja, in der Tat, das sind Beabsichtigungen. Sie sind Glückskekse. Und dein Glück ist eben jetzt in diesem Augenblick.
Unterdessen du dir leben-fördernde Beabsichtigungen deines Herzens verbalisierst und visualisierst, werden deine Gehirnwellen auf eine solche Weise aufgestellt, dass dir deine Absichten Wirklichkeit werden. Es stimmt, das, woran du denkst, davon wirst du mehr haben. Ob dir das nun augenscheinlich ist oder nicht, es stimmt für dich, und es gilt für jeden. Es ist von Belang, wo deine Gedanken sich befinden.
Es ist eine ganze Menge von Belang, denn du stellst dich in eine Richtung auf, in die du gehen möchtest.
Eure Beabsichtigungen sind wie Pfeile, die aus eurem Herzen heraus abgeschossen sind. Habt acht,
Beabsichtigungen sind im Präsens formuliert. Beabsichtigungen werden aufgestellt, Geliebte. Eine Intention wird zur selben Zeit gemacht, wie du sie los lässt. Sie ist nach wie vor deine Absicht, und du kannst dich ihrer erinnern, und dennoch ist sie bereits erledigt. Du kannst sie los lassen. Das Resultat deiner Absicht ist zu dir auf dem Weg. Deine Absichten sind lebendig. Sie sind eben jetzt am Leben.
Mittels deiner Beabsichtigungen wirst du eine Menge über dich selbst herausfinden. Du wirst herausfinden, was dir wichtig ist. Du wirst deine Werte zu erkennen bekommen. Du wirst dich mehr selbst lieben.
Stelle Absichten für dich selbst auf und nicht für jemand anderen. Beabsichtigungen haben vom Inneren hervorzuquellen. Du kannst sie nicht in den Mund eines Anderen stecken. Nichtsdestotrotz, was du beabsichtigst, mag sich zu Anderen hin ausbreiten. Du weißt, Gedanken reisen. Fakt ist, du denkst etwa, eine Absicht, die du hast, sei insgesamt die deine, indes mag sie jedoch vom Gedanken eines Anderen herkommen. Ihr könnt euch ziemlich sicher sein, dass eure liebenswerten Absichten auf die eine oder andere Weise von Mir herkamen, Geliebte.
Denkt euch die Welt als einen Himmel, der voller Gedanken ist, die über ihn hinweg gespannt sind.
Seht es so, dass Ich Meine Gedanken über die Welt spanne. Eure Hand langt hoch und bekommt etliche Meiner Gedanken zu fassen. Ihr holt euch, was Ich für euch beabsichtige. Was Ich für dich beabsichtige, beabsichtige Ich gleichfalls für Andere. Alle können die gleichen Ideen ergreifen. Ich habe nichts dagegen. Ich bin glücklich. Nehmt einen jeden Meiner Gedanken, den ihr möchtet. Ich gebe sie euch. Macht sie zu den euren.
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GOTT MÖCHTE DICH JETZT
Denke einen Moment daran, was es bedeutet, dass dein Herz mit allen anderen Herzen verbunden ist. Das ist nicht bloß ein netter Satz, Geliebte. Das ist die Gesamtheit der Wahrheit. Ein jedes Herz schlägt inwendig in dem deinen. Dein Herz schlägt im Herzen eines jeden anderen. Hier ist ein einziges Tom-TomSchlagen über dem ganzen Universum zu verzeichnen, und es ist das eure, und es ist das Meine, und es ist das Unsere.
Es gibt einen einzigen Strom der Liebe. Es gibt nicht zahlreiche Ströme, selbst dann, wenn es euch danach ausschaut.
Jetzt seht ihr weiter.
Und jetzt umfasst ihr Weiteres. Eure Arme sind um die ganze Welt gelegt, und eure Arme und euer Herz schließen einen jeden in der Welt ein. Niemand ist außen vor gelassen. Das Feld des Lebens existiert in eurem Herzen, und euer Herz ist mit allem verbunden. Leider, Herzen scheinen voneinander getrennt zu sein, und darin liegt der Herzschmerz der Welt, Geliebte.
Kein Herz befindet sich in Isolierung. Und dennoch fühlen sich so viele Meiner Kinder alleine in dem, was ihnen gelegentlich wie ein liebloses Universum erscheint. Was ihr fühlt, das fühlt ihr. Ob es stimmt oder nicht, ihr fühlt es und handelt demgemäß, so, als wäre es wahr, und dennoch ist es am weitesten von der Wahrheit entfernt. Ihr seid nicht allein. Es ist nicht möglich, alleine zu sein. Isolation kann gespürt werden. Sie kann erblickt werden, und dennoch existiert Isolation nicht.
Ihr seid mit einem jeden Herzen im Universum in Verbindung. Infolgedessen ist da ein einzelnes Herz, was schlägt, und es schlägt in euch.
Verantwortung wird nicht auf euch zu gedrängt, Geliebte, indes ist sie euch zueigen. Ihr habt eine Verantwortlichkeit für alle Herzen, mit eingeschlossen das Herz, was ihr als euer eigenes anseht. Ich spreche, so als gäbe es einzelne Herzen, weil Ich zu euch rede. Während Ich zu euch spreche, spreche Ich zu allen. Während Ich zu euch spreche, suche Ich die Gewähr zu eurem Herzen, dies obwohl ich bereits dort Sitz habe. Ich, Der in deinem Herzen wohnt, und infolgedessen in jedem zum Vorschein kommenden, indes eingebildeten Herzen in der Welt Wohnung hat, bin zuvorkommend und bitte euch, die Tür eures Herzens zu öffnen, so, als wäre Ich nicht bereits in aller Offenheit inthronisiert. Das hat mit dem sprachlichen Ausdruck zu tun, das versteht ihr.
Es ist nicht so, dass Ich euch eigentlich um Erlaubnis frage. Ich bitte um euer Gewahrsein von wo Ich BIN. Geliebte, wo wollte Ich sonst sein, außer bei euch?
Ich gab euch Freiheit, und ihr habt die Freiheit, den Gehalt eures Herzens zu erkennen, eure Anhänglichkeit an alle Herzen auszumachen, die wahrlich Eins sind, und euch mit eurer unantastbaren Freundschaft mit Mir, mit Unserer intimen Beziehung des Einsseins vertraut zu machen. Lasst uns Einssein Liebe nennen, die es ja ist.
Mitsamt der Freiheit, die Wahrheit anzuerkennen, habt ihr auch die Freiheit inne, die Wahrheit nicht zu sehen. Ihr habt die Freiheit, um Unser Einssein herum zu tanzen. Ihr habt die Freiheit, alles, was ihr möchtet, zu glauben, selbst dann, wenn es nicht stimmt. Ihr habt die Freiheit, in Betracht zu nehmen, und ihr habt die Freiheit, nicht in Betracht zu nehmen. Ihr habt die Freiheit, jeden Weg zu nehmen, den ihr wählt. Ihr habt sogar die Freiheit, euch selbst anzubinden, und es sieht danach aus, dass ihr ebendas zu eurer Wahl gemacht habt.
Und nun könnt ihr zu jeder Zeit die Wahlen herum drehen, mit denen ihr befasst seid. Und wieso solltet ihr die Wahl treffen, Mich nicht zu kennen, Geliebte? Was sollte euch wohl von eben der entschiedenen Grundlage von euch zurückhalten? Wieso solltet ihr nicht die Tür wählen mögen, die Wahrheit, Glück, Ungebundene Freude heißt? Kann es sein, dass du die Tür gewählt hast, die besagt ‚Alles Wie Du Gedacht Hast, Dass Es War‘? Mitunter sind die Türen bezeichnet: Diese Minute, oder Die Vergangenheit. Mitunter steht auf ihnen: Unendlichkeit, oder Endlichkeit. Weite, oder Kleinheit. Einssein, oder Getrenntheit.
Der Tag wird kommen, wann ihr das Einssein wählen möchtet. Worauf wartet ihr? Wieso nicht eben jetzt? Wieso nicht eben jetzt die Wahl treffen? Löst euch vom Zögern. Kommt jetzt zu Mir.
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DIESER AUGENBLICK DER EWIGKEIT
Du bringst in Erfahrung, abzugeben. Du lernst es, Erwartungen los zu lassen. Du lernst es, die
Vergangenheit zu entbinden. Vergangenheit und Zukunft sind zwei größere Dinge zum Loslassen. Und was sind sie anderes als Erinnerungen oder Vorstellungen oder Anforderungen, die du dir aus ihnen machst oder die du gerne ungeschehen haben möchtest? Du möchtest die Vergangenheit noch einmal erfinden und die Zukunft befehligen, indes sind Vergangenheit und Zukunft das, was sie sind. Die Gegenwart ist ebenfalls das, was sie ist. Was ist, ist. Und demnach mögest du die Gegenwart ebenfalls entbinden. Du haltest an nichts fest.
In einem ungeplanten Augenblick, wann du stolperst und die Treppen hinunter fällst, lasst uns das einmal hernehmen, purzelst du ganz bescheiden die Treppe hinunter. Du stehst inmitten dessen, inmitten dessen du stehst. Du erlebst das mit. Du hast eine Stille inne, während das passiert. Alles, was du tun kannst, ist dir zusehen, während du fällst. Im Grunde tust du eigentlich nichts. Siehst du, was Ich meine?
Später, da wirst du vielleicht gegen dich selbst ausschlagen, später wirst du vielleicht Einwände formulieren und Mich womöglich gar fragen, wie Ich das habe geschehen lassen können, allerdings, in dem Augenblick, in dem du stürzt, bist du befasst mit dem Stürzen. Du fällst, und das ist, was passiert. Du bist unfähig, mittendrin zu stoppen. Du kannst nicht das Band zurückspulen. Der Sturz nimmt seinen Lauf, bis er zu Ende ist. Und so steht es auch mit dem Leben, Geliebte.
Das Leben ist selbstverständlich ein Emporsteigen. Selbst dann, während ihr stolpert und fallt, erhebt ihr euch.
Selbst dann, wenn ihr zur Vergangenheit oder zur Zukunft hin lauft, steigt ihr empor. Trotz aller Schwerkraft, ihr steigt stets hoch. Ebenso – selbst dann, wenn ihr die Vergangenheit aufsucht, befindet ihr euch in diesem Augenblick in der Gegenwart und sucht noch ein Mal die Vergangenheit auf, und wann ihr plant und eure Zukunft befehligt, befindet ihr euch in dem gegenwärtigen Moment, während ihr über eure Zukunft nachdenkt. Euer Augenmerk auf der Gegenwart ist vielleicht ein wenig verschwommen, dennoch seid ihr in ihr zugegen.
Träumt eure Zukunft, Geliebte, und lasst sie sodann gehen. Stampft nicht mit eurem Fuß über die Zukunft auf. Ihr könnt mit eurem Fuß aufstampfen bei allem, was ihr wollt, und alle Forderungen aufstellen, die ihr mögt, gleichwohl hat die Zukunft nicht euren Ansprüchen zu gehorchen. Demnach lasst ihr die Zukunft gehen, und ebenso die Vergangenheit. Lasst sie frei sein, und lasst euch frei sein.
Nicht anders als bei deinem freien Fall die Treppen herunter erlebst du mit, was passiert. Ihr habt nicht an das, was sich ereignet oder nicht ereignet, oder an das, was sich ereignet oder nicht ereignet hat, angeheftet zu werden.
Ihr, Geliebte, reist in der Unendlichkeit. Unendlichkeit ist ein weiter offener Raum, und die Ewigkeit, der Spezi der Unendlichkeit, ist ebenfalls weit offen. Es existiert weder ein Hinein- noch ein Heraus-Fallen, was die Unendlichkeit oder Ewigkeit anbelangt.
Was ist demnach all der Aufstand, den Meine Kinder machen? Überhaupt nichts. Du liebe Güte, ja, es sieht danach aus. Es sieht enorm danach aus. Anscheinend ist es riesig. Worüber ihr auch immer
Aufhebens macht, es hat den Anschein, es sei die größte Sache in der Welt, und dennoch, nach wie vor ist es nichts. Ihr seid in ihm aufgesaugt. Es ist euer Drama, und nach wie vor ist es ganz und gar nichts. Worüber ihr auch jammert, es hinterlässt nicht einmal ein Mal auf der Unendlichkeit und Ewigkeit, die letztlich zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Die eine könnt ihr als Raum bezeichnen, die andere als Zeit.
Was sich allem Anschein nach im Raum und in der Zeit zuträgt, ist überhaupt nichts. Es ist alleinig die relative Welt. Ihr könntet genauso gut aus der relativen Welt Freude herausziehen, aus diesem scheinbaren Drama, was euch erhascht und um seinen kleinen Finger wickelt. Ihr könnt euch ihrem Griff entwinden, und auf diese Weise euch große Freude aus ihr zukommen lassen, aus diesem einen Moment der Unendlichkeit und Ewigkeit, die ihr eben in diesem Augenblick seid.
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DAS LEBEN IM UNIVERSUM
Ihr seid ein Sachwalter des Universums. Ihr seid ein Unterstützer von ihm, und ihr feuert es an. Ihr seid ein Schirmherr. Das Leben im Universum ist eine Art Gruppensport, Geliebte, bloß, wenn man schließlich und endlich mit allem durch ist, gibt es ein Einziges Team, und ein ferneres Team ist einfach nicht da, um mit ihm zu spielen oder gegen es zu spielen. Es gibt im gesamten Universum ein Einzelnes Team, und ihr befindet euch in ihm.
Niemand steht an den Seitenlinien. Niemand. Selbst dann, wenn du dich in einer Ecke verdrückst, bist du auf dem Feld. Du bist ein Spieler. Wie du spielst, das liegt an dir. Das liegt an sonst niemandem.
Ihr seid auf der Erde nicht unsichtbar. Ihr seid sichtbar. Selbst dann, wenn ihr eine Maske tragt, werdet ihr gesehen. Tatsache ist, ihr tragt eine Maske, und ab und an seid ihr ihrer überdrüssig. Nehmt sie ab. Wie wunderbar, schlicht ihr selbst zu sein! Nehmt den Helm, den ihr aufhabt, und alle Rüstung ab, und seid schlicht durch und durch euer unkompliziertes Selbst. Kein Vortäuschen. Kein Bemühen. Kein Sich in Schale werfen. Kein Make-up. Kommt schlicht auf das Feld heraus, so wie ihr seid. Wie ihr seid. Wie Ich euch machte, voller Helle des Lichts, mit Liebe durchtränkt, standfest in Liebe, ehrlich in Liebe.
Ihr zweifelt das Leben nicht mehr im Nachhinein an. Ihr manipuliert es nicht. Ihr lebt es. Und was ihr sagt und was ihr seid – jene sind in Übereinstimmung. Sie fallen zusammen. Nicht mehr länger ein So tun als ob. Jetzt erhebt ihr euch in all dem Licht im Himmel und auf der Erde, und ihr legt euch selbst euch selbst gegenüber offen. Woran denkt ihr nun? Was für eine Erleichterung, ehrlich der zu sein, der ihr seid, ohne zu verhehlen, ohne das Gefühl zu haben, dass ihr ein Anderer sein müsst, als ihr seid.
Ihr seid nicht mehr länger so sehr bemüht, der Welt und all jenen, die ihr in ihr kennt, zu gefallen, und all jenen, die ihr nicht kennt und denen ihr gleichwohl bemüht seid zu gefallen, zu gefallen. Ihr wisst das bereits, ihr könnt es versuchen, wie ihr es mögt – ihr habt durchaus nicht sehr Vielen sehr viel gefallen. Im Seien eures ehrlichen Selbst werdet ihr, seltsam genug, Zahlreichen mehr gefallen, und ihr werdet euch selbst um Vieles mehr gefallen. Ihr werdet die Macht der Ehrlichkeit erfassen. Niemals rüde, werdet ihr ehrlich sein. Ihr werdet nicht mehr länger in einem Handlungsgerüst ein Konspirateur, was ihr nicht seid, sein mögen.
Ihr werdet einen Weg der Ehrlichkeit markieren. Von Ehrlichkeit handelt es, was euch gefällt, nicht von
Ehrlichkeit handelt, was euch nicht gefällt. Missvergnügen liegt in der Vergangenheit. Jetzt kommt schlicht Ehrlichkeit zum Vorschein. Was für eine Erleichterung, ehrlich zu sein! Nun ist die Zeit für euch da, mit euch selbst ehrlich zu sein. Nun ist die Zeit da, aus der Massen-Gussform herauszukommen, hinein in eure Wahrheit, sprich, selbstverständlich in Meine Wahrheit.
Hast du nicht ein unmäßiges Ausmaß deines Lebens damit zugebracht zu versuchen, das zu sein, was du deinem Dafürhalten nach sein solltest, anstatt das zu sein, wer du bist? Hast du nicht versucht, brillanter oder gewinnender oder was auch immer zu sein, was deiner Meinung nach die Welt von dir wollte? War das nicht der Fall?
Und jetzt kannst du los lassen. Nunmehr kannst du dich selbst dir selbst ohne Reserviertheit empfehlen. Du kommst dahinter, das Leben ist kein Jobinterview, was mit dir geführt wird. Du hast niemanden zu beeindrucken. Das Leben ist keine Arbeitsstelle, bei der du gerne genommen werden möchtest. Du hast den Job bereits. Und du bist dein eigener Arbeitgeber, und du siehst darauf, eine gute Arbeit zu erbringen. Du hast eine Festanstellung. Du wurdest nicht für einen Tag angeheuert. Du wurdest fürs Leben angeheuert. Das ist dein Leben, über das Wir reden.
Klar, letztlich bin Ich dein Arbeitgeber. Ich verbrachte dich in diesen Betrieb namens Welt. Ich gab dir das Leben, und Ich sagte dir, dort hinzugehen. Ich sagte dir nicht, das zu sein, was allem Anschein nach ein jeder möchte, dass du es seist. Ich machte dich aus einem Beweggrund heraus. Du bist dafür bestimmt, Du zu sein, und nicht jemand anderer. Du bist gut genug. Du bist mehr als gut genug. Ich übertrug die Rolle des Menschenwesens auf dich, und du hast sie angenommen, nicht als jemand anderes, sondern als du. Niemand kann an deiner Stelle akzeptieren. Alleine du, und dein Bejahen sind hierin eingebaut worden. Du befindest dich hier in der Welt, um zu dienen, um zu dienen, wie es dir zukommt, wer du wirklich bist. Alle sind nötig, und alle haben ihren Job zu verrichten. Du hast eine Rolle, und gleichwohl ist es keine Rolle. Oder, falls es eine Rolle ist, lautet sie, zu sein, wer du bist. Niemand sonst hat die Rolle, die du hast. Du bist sehr rollenspezifisch. Und die Rolle heißt, ohne Vortäuschung Du zu sein. Schlicht und einfach Du, diese Herrlichkeit, als die Ich dich gemacht habe, nicht wie einen Anderen, sondern du, einfach so, wie du in diesem Augenblick in Wahrheit bist.
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SCHAU HER, WIE DEIN HERZ WÄCHST
Wäre es tatsächlich so schwer, die Welt auf die Knie zu bringen? Wäre es für die Welt so schwer, das Elend aufzukündigen und anstelle dessen die Liebe zu verkünden? Was würde es brauchen, um Leiden vom Angesicht der Erde zu tilgen?
Das Leiden in der Welt war wie ein von der Mafia bestellter Auftragsmord. Allerdings, weil einmal ein Mord beauftragt wurde, bedeutet nicht, dem muss immer und immer wieder Folge geleistet werden.
Diejenigen, die Leiden über Andere bringen wollen, meinen, sie gewännen etwas oder sie würden Leiden für Leiden zurück geben, und doch ist es so, dass das Leiden ihnen immer wieder selbst einen Besuch abstattet. Jeder empfundene oder erlangte Ruhm ist kurzlebig. Der Mensch leidet nicht allein.
Derjenige, der Leiden ausübt, hat seine Anhänglichkeit an das Leiden ausgegeben. Er denkt, er verhänge es über einen Anderen, gleichwohl hat er es über sich selbst verhängt, und er ist sich dessen nicht gewahr, dass er frei ist, es ein für alle Mal beiseite zu legen und fallen zu lassen. Für alle.
Ich rufe zu einem Ende des Leidens auf.
Liebe existiert, ob Ich es sage, oder nicht sage. Indes sagte Ich es vor langer Zeit, dass Liebe alles ist. Ich sage weiterhin, dass Liebe und einzig Liebe existiert. Wann habe Ich jemals gesagt, dass der Mensch hartherzig zu sein habe? Wann habe Ich gesagt, dass der Mensch die Herzen Anderer zu ignorieren habe? Ganz im Gegenteil, Ich habe gesagt, dass das Herz vernommen werden muss. Ich sage es jetzt, laut und deutlich: Alle Herzen müssen gehört werden. Und allen Herzen muss eine Antwort zukommen.
Ein Mensch, der mit sich selbst glücklich ist, würde nicht von irgend einem anderen Menschen Leiden herausquetschen. Jemand, der grausam handelt, muss auf einen Gott aus seiner eigenen Fertigung horchen. Er hat sich in seinem eigenen Geist einen Gott ausgedacht. Er glaubt an einen Gott, wo Gewalt die Dinge richtet, und das ist das Bild, aus dem heraus er seine Handlungen tätigt. Er, der Grausamkeit ausführt, muss das Empfinden haben, dass Grausamkeit ihn vergrößert. Er muss an einen Gott der Trennung glauben. Ein Mensch, der sich selbst darin überzeugt, dass er an einen Gott der Gerechtigkeit glaubt, muss ebenso an einen Gott der Ungerechtigkeit glauben. In seiner umwölkten Sicht glaubt derjenige, der grausam ist, an die Notwendigkeit der Fortführung von Überlegenheit und infolgedessen der Unterlegenheit.
Wenn du an Bedürftigkeit glaubst, wirst du glauben, du brauchest alldas, was du als fehlend wahrnimmst. Dabei geht es nicht um einen bewussten Vorgang. Es ist einfach so, dass du das haben musst, was du deinem Glauben nach brauchst. Du wirst meilenweit gehen, um deinen angenommenen Bedarf zu erfüllen. Aus angeblichem Mangel entkommen die Probleme der Welt.
Besser ist es, du erkennst alles, was du bist, und lässt die Bedürftigkeit los, am deutlichsten jedwede Bedürftigkeit, dass du überlegen seist.
Ich sage noch einmal, dass das Leben nicht voll und ganz um dich geht. Es geht nicht darum, was du erlangst. Sofern das Leben vom Erfüllen von Bedürfnissen handelte, möchtest du dann nicht wenigstens bei der einen oder anderen Gelegenheit freundlich darauf sehen, das Bedürfnis eines Anderen zu erfüllen? Schau, was sich in deinem eigenen Herzen zuträgt. Schau, wie es wächst. Schau, wie gut es sich anfühlt, dein Herz in einem Wachsen, nicht im Schrumpfen zueigen zu haben.
Falls ihr, Geliebte, einen Bedarf innehabt, habt ihr einen Bedarf nach Freiheit, und demnach mögt ihr nunmehr Anderen Freiheit geben, denn ihr habt zu geben, was immer ihr eurem Empfinden nach braucht, danach werdet ihr sehen, dass ihr davon genügend habt, um es zu geben. Im Geben werdet ihr es zu sehen bekommen. Unfreundlichkeit nimmt in der Fehlwahrnehmung ihren Anfang.
Eine schöne Rose hat nicht die schönste unter allen zu sein. Sie hat nicht größer oder roter zu sein als die anderen Rosen im Garten. Eine Rose ist schlicht glücklich, zu sein. Die Blumen in einem Garten sind nicht bemüht, sich selbst aufzuwerten, indem sie auf anderen Blumen herumtreten. Und kein Garten auf der einen Seite der Straße hat das Gefühl, er sei besser als der auf der anderen Seite oder jenseits des Ozeans.
Seid nicht wie die Königin in der Geschichte, die unentwegt in den Spiegel zu schauen hatte, um sicher
zu gehen, dass sie die Schönste im Lande sei. Ich sehe Meine Kinder als Eins, und alle sind schön. Und nun bitte Ich euch, das gleiche zu tun.
3084
DIE GROSSE BESCHLEUNIGUNGSKRAFT DER LIEBE
Im Grunde gibt es weder mehr noch weniger Liebe. Ja, Ich weiß, es sieht danach aus, und manchmal kann es sogar auf dem Erdenschiff scheinen, dass keine Liebe da sei, überhaupt keine Liebe da sei, weder Liebe, zu geben, noch Liebe, um sie in Empfang zu nehmen. Liebe, Geliebte, vermag allerdings niemals ausgelöscht zu werden. Sie kann nicht austrocknen, und indes soll Liebe weder vorgehalten noch verausgabt werden. Um mit sich selbst Schritt zu halten, hat die Liebe zu strömen. Sie hat zu strömen, bis die ganze Welt in Liebe schwimmt.
Liebe ist wie die Luft, die du atmest. Es kann tiefe Atemzüge oder kleineres Luftschnappen geben, und dennoch bist du von Liebe umflutet wie von Luft. Du, der du Liebe bist, bist in Liebe eingetaucht. Du bist Liebe. Es ist einfach so, dass du deine Aufmerksamkeit auf andere Sachen, auf dies und das, richtetest, oder du hast sie darauf gerichtet, was den Anschein der Abwesenheit von Liebe abgibt. Wo war euer Kopf, Geliebte? Woran habt ihr gedacht? An die Abwesenheit von Liebe, in der Tat.
Wirklich, Geliebte, könnt ihr, bei Tag oder bei Nacht, zum Himmel hochschauen und sagen, dass ihr nicht in der Gegenwart der Liebe seid? Sofern das der Fall ist und ihr euch der Gegenwart der Liebe nicht gewahr gewesen seid, wart ihr gedankenlos. Seid in eurem Gewahrsein der Liebe gedankenreich. Liebe kann nicht abwesend sein. Es muss so sein, dass ihr euch von dem Gewahrsein der Liebe absentiert habt. Was lässt sich mit der Liebe vergleichen, und was würdet ihr jemals hernehmen, um dessentwegen ihr euer Gewahrsein von der Liebe fortnehmen wolltet? Was ist auch nur so viel wert wie ein kleines Fetzchen Liebe? Trotzdem, Liebe kann nicht geschreddert werden. Sie kommt als Ganzes daher. Liebe ist ganz Liebe. Rührt sich nicht jetzt soeben die Liebe in eurer Brust?
Wenn du einen Garten bepflanzt, was kann dich dann veranlassen zu pflanzen, außer Liebe?
Wenn du eine reife Aprikose vom Baum pflückst, als was sonst kann sich deine Anziehung zu dieser Aprikose erweisen als als Liebe?
Du möchtest Liebe. Selbst dann, wenn du Bitterkeit beherbergst, möchtest du Liebe. Du würdest keine Bitternis gegenüber einem Anderen beherbergen, falls du nicht Liebe wolltest. Was du möchtest, ist, geliebt zu werden. Bitterkeit besagt, dass du von jemandem Liebe möchtest, dass du sie verdient und nicht bekommen hast. Wenn es anders wäre, wieso solltest du zuoberst Bitterkeit beherbergen und sie sich immerzu ins Mürrischsein hinein wandeln lassen?
Die Welt und die Menschen in ihr scheinen entweder Liebe zu geben oder sie zurückzuhalten. Wie steht es dabei mit dir? Möchtest du es vorziehen, Liebe zu geben, oder sie zurückzuhalten? Liebe zurückhalten macht dich zu einem Geizkragen der Liebe. Was Gutes bewirkt das Lagern von Liebe bei dir oder bei sonstwem? Geben dehnt aus, und Zurückhalten zieht zusammen. Während du dich ausdehnst, entspannst du dich. Während du dich zurückhältst, gerätst du in Anspannung. Tatsache ist, über alles hinweg gesehen – wem gegenüber vermögt ihr Liebe zurückzuhalten, Geliebte, ausgenommen euch selbst gegenüber?
Wenn ihr die Liebe komprimiert, liebt ihr euch selbst nicht. Ihr habt euch selbst mehr in einen
Kompressor als in einen Expressor verwandelt. Ihr seid glücklich, sobald ihr Liebe gebt, und ihr seid unglücklich, sobald ihr das nicht tut. Ihr mögt sagen, dass ihr unglücklich seid, sobald ein Anderer euch nicht liebt. Ihr fühlt euch unglücklich, weil ihr nicht wisst, wie Liebe ausdrücken gegenüber jemandem ist, der euch nicht liebt, nicht weiterhin liebt oder es nie tat. Sobald Liebe nicht zum Ausdruck gelangt, wird sie zurückgedrängt, und gedrängte Liebe kommt der Härte des Herzens gleich, was alleinig Unglücklichsein und Niedergeschlagenheit, vielleicht Ärger und Pikiertsein bedeuten kann. In jedem Falle hast du es nötig, die Liebe in deinem Herzen zu rühren.
Wenn du Liebe zum Ausdruck bringst, drückst du sie frisch von der Kuh deines Herzens aus. Je mehr du Liebe ausdrückst, desto größer das Strömen. Je größer das Strömen, desto mehr Liebe, die zum Ausdruck kommt, und desto mehr Beschleunigungskraft der Liebe, die du innehast.
Geliebte, liebt schier. Das ist alles, was es zu tun gilt, einfach lieben.
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ANHAFTUNG BEDEUTET GRENZZIEHUNGEN, GELIEBTE
Unangehaftet werden bedeutet nicht, alle eure weltlichen Güter wegzugeben. Ihr habt eure Anhaftung an weltliche Güter fortzugeben. Anhaftung ist eine Vorstellung. Sie ist eine Idee, die ihr habt, eine Idee, um festzuhalten, nicht um los zu lassen. Gebt die Anhänglichkeit an die Vorstellung der Anhaftung fort, und ihr übergebt euch selbst die Freiheit. Angehafteterweise seid ihr gebunden. Unangehaftet seid ihr frei.
Wenn ihr in einem Haus lebt, das ihr mögt, habt ihr nicht euer Haus wegzugeben. Allerdings gilt es euch, eure Anhaftung an euer Haus wegzugeben. Ihr könnt nach wie vor in ihm leben, und ihr könnt euer Haus lieben und gerne in ihm leben. An euer Haus unangehaftet sein bedeutet nicht, dass es euch nicht angelegen ist, es zu genießen. Ganz und gar nicht. Jedwede Nichtanhaftung bedeutet, dass ihr gut wisst, dass ihr nicht in diesem spezifischen Haus zu leben habt. Euer Wohlsein ist nicht von dem Haus abhängig, in dem ihr lebt. Euer Wohlsein ist von nichts dem Entsprechenden abhängig.
Unangehaftet werden ist das gleiche wie unabhängig werden. Wenn ihr unabhängig seid, habt ihr keine Anhaftung. Ihr seid von Anhaftung unabhängig. Das ist das gleiche wie euer Wissen, dass ihr nicht euer Haus, nicht eure Umstände seid, und euer Glück ist davon unabhängig, was in eurem Leben daher kommt und wieder geht. Womit ihr euch umgebt, ist nicht, wer ihr seid. Ihr seid weder mit Besitztümern mehr, noch ohne sie weniger.
Es ist etwas Schönes, Begrenzungen los zu lassen, Geliebte. Anhaftung besagt, dass ihr an Grenzen festhaltet. Hier die Worte, die die Anhaftung an euch richtet. Sie sagt: „Hei, du, du hast mich zu haben. Du bist von mir abhängig. Du bist ohne mich belanglos. Ich, die Anhaftung, gebe dir deine Wichtigkeit. Ich überreiche dir Identität. Du hast in dieser Nachbarschaft zu leben. Du hast in diesem schönen Haus zu leben, anderenfalls verlierst du deine Identität. Du verlierst deinen Anspruch. Du wirst dann zu einem Apartment-Bewohner, oder sogar obdachlos. Du siehst deutlich, wie wichtig es für dich ist, was du besitzt.
Du musst mich, deine Anhaftung, eng an dir halten. Ich bin das, was dich mit dir versöhnt.“
Des weiteren sagt die Anhaftung zu dir: „Du bist dein Geld. Du bist deine Kleider. Du bist deine
Kinder. Du bist dein Sozialstatus.“
Sie redet zu dir: „Du musst alles behalten, was du hast, und du musst mehr bekommen. Das Leben handelt nicht davon, deinen Nachbarn zu lieben. Es geht darum, wie du vor deinen Nachbarn und vor dir selbst dastehst. Du siehst, ohne mich würdest du dich um alldas nicht kümmern, um das du dich kümmerst. Du hättest nichts, um deinen Sinn für Selbstachtung aufzupolstern. Du siehst, das Motto, was ich dir gegeben habe, lautet: ‚Sofern es mir im Leben aufgegeben ist zu spielen, werde ich das Spiel betreiben, Dinge anzuhäufen.’“
Die Anhaftung sagt zu dir: „Schau, du musst dich mit Trophäen umgeben. Worauf beläufst du ohne sie?“
Nun, die Nichtanhaftung spielt in deinem Leben eine gänzlich andere Rolle. Sie sagt: „Du bist tatsächlich schön. Mit etwas oder ganz ohne etwas bist du etwas sehr Spezielles. Du bist sogar göttlich. Du, einfach du. Ein neues Auto haben ist fantastisch. Am Namen erkennbar sein ist etwas Großartiges, und doch bist du dir alleine verpflichtet. Alle anderen Sachen belasten dich. Ich, die Nichtanhaftung, ich sage dir alldas, damit du erkennst, Wer du bist und was du erschaffen kannst. Ja in der Tat, begib dich nicht bei der Anhaftung in Schulden. Die Anhaftung möchte einfach ihren Haken an dir unterbringen. Sie liebt dich nicht. Sie möchte bloß, dass du bedürftig bist und sie benötigst. Sie möchte, dass du Mangel verspürst. Sie möchte dich um ihren kleinen Finger gewickelt wissen, damit du der Auffassung bist, dass dein Leben von ihr abhänge.“
Wovon hängt euer Leben ab, Meine schönen Kinder? Wovon hängt euer Leben ab? Sagt es Mir, wovon hängt euer Leben ab?
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MIT LIEBE UND RÜCKSICHT FÜR ALLE
Höre der Stille inwendig in dir gut zu. Inmitten der Stille befinden sich die Antworten, die du suchst. Du begreifst, Ich rede über das stille Gewusste, das indes Ungewusste inwendig in dir. Es kann nicht gesehen werden. Es kann nicht gehört werden, mit der Ausnahme, dein Herz hört es. Sie spricht Bände zu euch, Geliebte, diese Stille, in der alles enthalten ist.
Inwendig in dieser Stille des Ungewussten sind keine Fakten ausgewiesen. Überlasst Fakten den Enzyklopädien. Überlasst Fakten den Rechnungsprüfern. Fakten sind euch in dem grenzenlosen
Ungewussten, was den Namen Wahrheit trägt, von keinem Nutzen. Hierin, in dem scheinbaren Ungewussten, sind Einzelheiten und Fragen nicht zugegen. Lasst Uns das stille Ungewusste das Wirklich Gewusste nennen. Wir können das Wirklich Gewusste als Das-Ungesehene-Indessen-das-Alles-Was-Ist-Welches-zu-Sehen-Ist bezeichnen.
Lasst Uns die relative Welt das Bekannte nennen, und das Unbekannte das Göttliche Himmlische, welches der Wisser, Der Sich Selbst Kennt, ist. Hierin ist, wo alles bekannt ist. Hierin liegt die Wahrheit. Hierin hast du Wohnung, und hierin ist das Ungewusste, indes Gewusste, und das Ungesehene, indes Gesehene.
Euer Geist lechzt danach zu erkennen, was euer Herz bereits weiß. Euer Geist möchte alle Informationen und alle Warum und Wofür. Euer Herz ist bereits mit allem vertraut, was oberhalb der Einzelheiten existiert, die die Welt für derart bedeutsam erachtet. Die Welt macht viel aus etwas, was, aus einer ausladenderen Perspektive heraus, überhaupt nichts ist.
Reden über ein Gewitter in einem Teekessel! Die Welt ist angefüllt mit Teekesseln, die voller wütender Gewitter sind, welche sich, nachdem alles hin und her und durch ist, als viel Aufhebens um nichts erweisen.
Kommt zu der stillen See inwendig in euch, wo Ich BIN. Hier ist die Stille, und hier ist Wahrheit, und hier bist du desgleichen, du, der alles kennt, was von Belang ist, und der es ganz gut kennt. Komme zu dieser Stille zurück. Genug für eine Weile herumgerannt im Äußeren von dir. Komme zum Stillen Ozean zurück. Genug des Aufschäumens der Wellen. Genug des wilden Flatterns.
Kommt, setzt euch bei Mir hin. In dieser Stille von Uns Selbst werdet ihr alles kennen lernen, was Ich weiß, und das ist Alles, ist alles, was von Belang ist, was ist.
Es ist nicht so, wie ihr denkt: „Oh, das hat aber Gewicht.“ Ihr werdet augenblicklich, instinktiv, intuitiv alles, Was Zählt, erkennen. Ihr werdet nicht herauslesen und auswählen. Ihr werdet schier wissen.
Die Welt scheint euch ziemlich durch dasjenige, was ihr wisst, irregeführt. Für die Welt ist es gut, zu erkennen, dass sie fassungslos ist. Sie hatte Zeiten, als sie sicher war, sie wüsste alles, was es zu wissen gelte,
Steuern, Gesetze, Regierung, und solche Sachen. Die Welt kennt sich gut im Kontrollieren aus, aber, Geliebte, nicht immer im guten Regieren. Gutes Regieren entkommt nicht Kontrolle. Es lässt nicht Belohnungen oder Bestrafungen vor euch baumeln. Gutes Regieren kommt von einem höheren Ort her. Von Bewusstheit. Klar, daher.
Auf welchem Brett, Geliebte, sitzt ihr jetzt gerade? Lasst das Bewusstsein sich derart hoch erheben, dass ein Jeder inmitten des Einsseins sich selbst regiert.
Gesetze haben den Diebstahl nicht gestoppt. Nicht die Verbrechen zum Halt gebracht. Die Zehn Gebote haben nicht all Jene gestoppt, über die sie gebieten. Die Zehn Gebote sind Leitlinien für eine Welt, die anscheinend Leitlinien nötig hat. Hebt euer Bewusstsein an, und ihr werdet Gesetze und ihre Abkömmlinge nicht brauchen. Bewusstheit als Erstes, Geliebte. Nähe zu Mir kommt zuvorderst.
Der einzige Weg, groß zu werden, ist groß werden. Ihr seid womöglich nicht in der Lage, körperlich größer zu werden, als ihr seid, freilich könnt ihr zur Höhe eurer Bewusstheit beitragen. Habt die Absicht, Geliebte. Habt die Absicht, von einer höheren Stelle her zu kommen, wo ihr ausschließlich mit Liebe und Hinsicht für alle leben könnt.
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GOTTES KIND
Es ist möglich, dass Wir die Aussage treffen, dass deine Bewusstheit dem gleichkommt, woran du denkst. Sofern deine Bewusstheit, deine persönliche Bewusstheit, eine Schwingung ist, dann schwingst du deinen Gedanken gemäß.
Bitte, Geliebte, bekommt keinen Schuldkomplex, denn erwartet von euch nicht weltliche Vollkommenheit. Ihr lebt in einer Welt, wo unterschiedliche Gedanken herumschwirren, und sie alle sind nicht hoch angesiedelt. Gedanken befinden sich in der Luft, und etliche Gedanken, die ihr lieber nicht haben möchtet, kreuzen in eurem Geist auf. Geliebte, Ich sage euch nicht an, einen jeden Gedanken abzuwägen. Ich sage euch, so wie Ich es euch immer gesagt habe, an das zu denken, was euch Freude und Erhebung vermittelt. Ihr solltet nicht Gedanken rigoros hinein oder heraus zwängen. Lehnt euch zu den Gedanken, die euch erheben. Lasst, so gut ihr es könnt, den Rest los.
Eure Schwingung geht rauf und runter laut dessen, woran ihr denkt. Ihr seid kein einzelnes Bewusstsein.
Euer Bewusstsein ist mehr ein Thermometer, das nach oben und unten geht. Oh, es gibt wenige unter Meinen Kindern, deren Schwingungen beständig bleiben. Sie sind wohl nicht von den Gedanken behelligt, mit denen ihr behelligt seid.
Ihr wisst, in welcher Schwingung ihr euch zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet, dies laut dessen, welches Gefühl euch die Gedanken vermitteln, die ihr denkt.
Geliebte, wie fühlt ihr euch, während ihr denkt, jemand habe euch verletzt und habe es nötig, die Scharte wieder auszuwetzen. Vielleicht seid ihr es, die sich zu entschuldigen haben. Vielleicht bist du es, der eine Verletzung an sich festgehalten hat. Geliebte, in welcher Schwingung befindet ihr euch eurem Dafürhalten nach, während ihr mit dem Konzept von du und Ich, von ihnen und mir umhüllt seid? Seid umsichtig mit dem Gefühl des Überlegenseins.
Geliebte, seid nicht sicher, dass ihr recht habt und ein Anderer sich irrt. Denkt nicht, ihr wisst mehr als ein Anderer. Denkt nicht, ihr wisst weniger. Jeder kann lernen, seid demzufolge für das Lernen offen. Sofern ihr Andere unterweisen solltet, dann durch euer Beispiel und nicht durch Instruktionen. Setzt euch nicht über Andere. Was ihr wisst und wer ihr seid greift nicht immer ineinander. Das gilt für beides. Dein IQ bestimmt nicht dein Bewusstsein. Du kannst gescheit oder unwissend sein, und doch vermag der sogenannte Brillante vom sogenannten Unwissenden zu lernen. Weder ist der Brillante schier brillant, noch der Unwissende schier unwissend. Du weißt bereits, dass Kinder eure Lehrer sind.
All dieses Seien traf die Aussage, es befinde sich das gleiche Ausmaß an Bewusstheit in einem jeden. Es gibt keinen, der von irgendeiner Ebene an Bewusstheit ausgeschlossen ist. Alles ist möglich. Es ist schön, dass Bewusstheit in Bewegung ist. Und ein jedes Meiner Kinder, ein jedes, ist dazu in der Lage, hoch hinaus zu gelangen. Ich meine nicht einfach hoch langen. Ich meine dasjenige erreichen, nach dem du dich ausstreckst. Und Etliche haben gar nicht hinauf zu langen, und trotzdem langen sie dorthin, wonach Andere sich sehnen.
Inwendig in euch ist alles, was ihr in allen Fällen braucht. Es ist alles inwendig in euch. Was außerhalb von euch ist, beeinflusst euch, indes ist das Äußere nicht der Meister von euch. Das gleiche gilt für die Vergangenheit. Die Vergangenheit hatte so ihren Einfuss, und nun lasst ihr sie hinter euch und beeinflusst euch selbst. Ihr könnt euch auf einem Zehncentstück einen Dreh geben, Geliebte.
Welche Male die Welt auf euch auch angebracht hat oder ihr auf euch selbst angebracht habt, ihr könnt jetzt höher empor steigen. Alles, was jemand sein kann, kann sein. Und das gilt für jeden. Akzeptiert keine Beschilderungen, und bringt sie bei keinem an. Sofern ihr jemanden zu beschildern habt, so gebt ihm den Namen Gottes Kind, oder den Namen Engel auf Erden. Gebt Anderen, was ihr für euch selbst begehrt.
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ERSCHAFFE DICH SELBST
Falls dir ein Name eines amerikanischen Indianers gegeben werden sollte, welcher wäre es? Welchen Namen könntest du dir selbst geben, der eine Essenz von wer du bist offenlegt? Du kannst so viele Wörter dabei benutzen, wie du möchtest. Ich möchte dir eine Beschränkung aufgeben. Der Name, den du dir zuordnest, muss ein freudiger Name sein. So etwas wie Der-Doofe-Mensch-Der-Niemals-Lernt kann es nicht sein. Es soll ein Name sein, der dein Herz mit Freude anregt.
Denke dir einen Namen für dich aus. Einen guten, und dann sei dieser Name.
Ich denke an einige Namen, um euch eine Vorstellung davon zu geben. Heller-Stern-Der-Erde-Gegeben-Um-Zurückzuscheinen. Liebe-Die Tanzt-Wie-Die-Blätter-Des-Großen-Baums. Jemand-Der-Mit-Den-Flüssen-Redet.
Denke dir einen liebenswerten Namen für dich aus. Lasse ihn eine Metapher sein, der den Tiefen von dir gleichkommt.
Sofern du dir die Wahrheit von dir als Namen geben könntest, welchen Namen würdest du aussuchen? Halte diesen Namen nahe an deinem Herzen. Das ist der Name, den du und Ich für Uns Selbst behalten. Ein privater Name, nur dir und Mir bekannt. Ich sage das, weil es Mir ganz ernst ist. Das ist ein Name, den du tief in deinem Herzen bewahrst. Das ist ein Geheimname, der Wirklichkeit wird. Er war immer wahr, aber du hast ihn nicht erkannt.
Denke dir, wenn du möchtest, etliche Namen aus, die eines Kindes Gottes würdig sind. Behalte diese Namen in deinem Herzen. Mache sie zu deinen mittleren Namen. Mache sie zu deinem wirklichen Namen, zu deinem goldenen Namen, so als wäre dein Name ein Pakt, den du und Ich lange zuvor geschlossen haben. Du erinnerst dich jetzt bloß. Vor langer Zeit traten Wir Uns, du und Ich, per Handschlag gegenüber, und Ich flüsterte dir deinen Geheimnamen zu, den Ich dich jetzt zu erinnern bitte und nun vor dich hinhalte als ein Eingedenken Unseres heiligen Pakts.
Und als du auf die Erde geboren wurdest, noch bevor du die Sprache erfasstest, wisperte Ich dir noch einmal deinen wahren Namen in dein Ohr. Er ist nach wie vor inwendig in dir. Ihr seid ganz definitiv kein No Name. Ihr seid definitiv durch Gott mit einem Namen versehen. Ihr habt einen Namen, der sich danach sehnt, durch euch wieder gewusst zu werden.
Der Name wird zu euch kommen.
Ihr werdet herausfinden, wie euer auf der Erde gegebener Name zum ersten Teil eures besonderen Namens wird. In eurem Namen vermengt ihr Erde und Himmel. Euer Name könnte etwa lauten: Belinda-Heller-Stern-Der-Erde-Gegeben-Um-Zurückzuscheinen; Maria-Liebe-Die-Tanzt-Wie-Die-Blätter-Des-GroßenBaumes; Arthur-Der-Mit-Den-Flüssen-Redet. Lernt euren Himmels-Namen kennen und tragt ihn bei euch.
In der Welt werden Engeln Namen gegeben. Ihr seid nicht der letzte unter den Engeln, bloß weil ihr in menschlicher Form auf der Erde weilt. Ihr verdient einen Namen, der euer würdig ist.
Nebenbei gesagt, jetzt ist die Zeit da, um, was euch euch anbelangt, in neuen Begriffen zu denken. Ihr beginnt soeben an euch in Begriffen von Wer ihr seid zu denken. Wir beginnen heute mit einem umfassenderen Namen für euch. Ihr werdet euch selbst mit diesem Namen erschaffen. Ihr werdet euch in eurem eigenen Herzen und in euren eigenen Augen erschaffen. Dies ist bloß der Anfang.
Ihr seid strahlendes Licht auf der Erde. Wenn ihr nicht geleuchtet habt, liegt das daran, dass ihr nicht wusstet, Wer ihr seid. Ihr habt vielleicht davon gehört, Wer ihr seid, aber ihr habt es nicht geglaubt. Jetzt werdet ihr dazu gelangen, euch dessen zu vergegenwärtigen. Wir geben dir als erstes einen Namen, und danach wird das Gewahrsein hinterherziehen.
Du wirst dich selbst nicht misslich benennen. Welche aufkommenden Worte du auch immer für dich aussuchst, egal in welcher Sprache, du wirst dich zu diesem Namen erheben. Nimm den größten Namen, den du dir denken kannst.
Sofern du dich bislang als einen Herumtrödler, als einen Dieb, als einen Dummen gesehen hast, so tituliere dich mit einem größeren Namen um. Gelange zu deiner gegenwärtigen Sicht. Deine gegenwärtige Sicht hat mit dem, was du jetzt tust, nichts zu tun. Du magst an den Namen nicht glauben, den du für dich aussuchst, doch wisse, Ich tue es. Ich tue es.
3089
DER FINDER UND DAS GEFUNDENE
Komme in Mein Herz. Komme jetzt soeben. Wie findest du Mein Herz? Du wirst es in dem deinen finden, tief innen. Geliebte, womöglich nicht auf der Oberfläche. Es mag sich herausstellen, dass ihr zu Mir ein Stück weit des Weges zu wandern habt. Ihr werdet etliche andere Auffassungen los zu lassen haben, bevor ihr den Einen ausgrabt, Der Eurem Herzen Innewohnt.
Ihr grabt, und dann geraten alte Ideen in euren Weg. Setzt diese alten Vorstellungen frei, und ihr werdet Mich inwendig tief in eurem Herzen auffinden. Ihr werdet Mich still auf euch wartend entdecken, dass ihr Mich findet.
Geliebte, es geht um kein Suchen und Verstecken-Spiel. Ich verstecke Mich nicht, indes mögt ihr zu suchen zu haben. Es geht nicht um ein Guckguck-Spiel. Ich befinde Mich in freier Sicht, allein ist es wohl so, dass ihr nicht nach Mir schaut und nicht seht, oder, selbst dann, wenn ihr schaut, wohl nicht seht. Ihr schaut nach eurer Brille, die ihr bereits auf habt. Geliebte, Ich bin euch derart vertraut und intim.
Es ist so: Bevor ihr das Essen zubereitet, habt ihr daran zu denken, was ihr machen wollt.
Seht Mich als das Essen. Denkt an Mich, und dann beginnen die Vorbereitungen. An Mich denken ist wie ein Knopf, den ihr drückt, wonach der Ofen angeht. Oder der Computer! Welchen Knopf ihr auch drückt, ihr habt es angestellt. Ihr habt den Prozess in Gang gesetzt. Von dem Punkt an ist die Suche ziemlich automatisch. Selbstverständlich betretet ihr an der einen oder anderen Stelle das Gewühle. An einer bestimmten Stelle seht ihr, dass ihr das habt, was ihr möchtet. Die Ofentemperatur ist richtig. Euer Computer ist mit der Suche durch, und hier BIN Ich. Ihr seid der Finder, und Ich der Gefundene. Und gleichwohl war Ich nie verschollen. Ich hatte nicht gefunden zu werden. Ich hatte schlicht zur Kenntnis genommen zu werden. Und dennoch hattet ihr euch durch alles hindurch zu suchen, um Mich zu finden.
Ich entdeckte euch vor langer Zeit. Wahr ist, Ich habe euch erschaffen. Ich hatte Mich nicht nach euch umzusehen. Ich habe die ganze Zeit gewusst, wo ihr seid, und das war genau dort, wo Ich BIN. Ich BIN, wo du bist, und du bist, wo Ich BIN.
Jetzt zumindest erkennst du, wohin du gehst. Die Suche nach Gott ist angestellt. Du bist zu einem Abenteuer einer Lebenszeit aufgebrochen. Du befindest dich inmitten des Abenteuers, oder, mehr noch, du befindest dich an dem kostbaren Ort, wo du den Schatz, nach dem du suchst, finden wirst. In dem Augenblick, wann du einen Schatz findest, ist es immer leicht. Insbesondere wenn der Schatz Ich ist, denn Ich war stets direkt vor dir und überall sonst.
Wenn es auf Mich hinausläuft, könnt ihr das nicht verfehlen. Ich kreuze überall auf. Ich spreche jetzt in dem Augenblick zu euch. In welcher Weise euch auch immer die Worte von Mir über den Weg liefen, ihr lest oder hört sie jetzt. Sie sind jetzt die euren. Sie gehören euch zu. Diese Worte waren immer tief innen in eurem Herzen. Ihr hattet das eine oder andere Gespür dafür. Ihr hörtet, ohne zu hören. Ihr lest, ohne zu lesen. Ihr saht, ohne zu sehen. Ihr kanntet Mich, ohne zu erkennen.
Ich war immerzu präsent, und ihr wart immerzu bei Mir präsent. In diesem Falle gibt es keine Geschichte zu erzählen, oder es gibt eure Geschichte zu erzählen, und die eure und die Meine sind miteinander verknüpft, und infolgedessen ist Unsere Geschichte die Großartigste, die es gibt.
Diese Eine Geschichte ist auf zahlreiche Weise verpackt. Die Eine unter den Geschichten Meiner Kinder hat einen blauen Umschlag. Eine andere einen grünen, und eine Mannigfaltigkeit an Farben dazwischen. Und dennoch ist das Innere, genau das Innere das gleiche. Dort liegt keine Variation vor. Gott ist Eins. Und ihr seid Eins. Wir sind Ein und Dasselbe.
3090
EIN OZEAN DER LIEBE TIEF IM HERZEN GOTTES
Kann das sein? Kann es wirklich stimmen, dass du und Ich Eins sind? Wie kann das sein, wunderst du dich. Während du womöglich von Problemen überspült bist, bist du dir durchaus gewahr, dass Ich des Konzeptes des Problems bar bin. In der Arena, in der Ich bin, gibt es so etwas wie ein Problem nicht. Dort ist Freude, und dort ist Friede, und dort ist Liebe. Wo kann inmitten einer solchen Wundersamkeit ein Problem existieren?
Wie kannst du diese Distanz, die du zwischen Uns spürst, überbrücken? Wie können Wir, Geliebte, die Kluft überbrücken, die Kluft zwischen den Ideen in eurem Kopf und der Wirklichkeit, Die Ist? Wie können Wir dich dazu bringen, auf Meine Seite des Flusses rüberzukommen?
Ihr wisst, Geliebte, wovon Ich hier spreche, handelt nicht von einer Handlung. Es geht nicht um einen Akt des Willens. Es ist im Grunde kein Sprung. Es ist kein Glauben. Im eigentlichen sollte man es Selbst-
Vergegenwärtigung nennen. Eine Vergegenwärtigung ist mehr als ein Gedanke. Sie ist eine Anerkenntnis.
Ihr werdet wie Archimedes in der Badewanne sein. Er war in der gleichen Badewanne, in der er zuvor viele Male saß. Und dann hatte er eine Vergegenwärtigung, und er schrie auf: „Eureka!“, und stieg aus der Wanne heraus.
Ihr werdet aus der Wanne heraus kommen, in der ihr gesessen habt.
In den Cartoons gibt es ein Bild für eine Einsicht. Im Kopf der dargestellten Person geht eine Glühbirne an.
Eine Vergegenwärtigung tut sich auf. Sie kann nicht erzwungen werden. Sie kann euch nicht gegeben werden. Sie muss eure eigene Entdeckung sein. Der Geist vermag keine Vergegenwärtigung zu bewerkstelligen. Der Geist kann Wörter heraussprudeln, aber er kann keine Selbst-Vergegenwärtigung herstellen. Er kann sie sich nicht einmal ausmalen. Und Wörter können sie eigentlich nicht beschreiben. Gotthaftigkeit ist ein Mythos, und dennoch scheint sie euch wie ein Traum.
Oh, Geliebte, ihr befindet euch jetzt in einem Traum. In einem Traum, von dem ihr aufzuwachen habt.
Eines Tages werdet ihr aufwachen, und euch nicht mehr in der Knechtschaft eures gegenwärtigen Traumes befinden. Nun, ihr werdet euch nach wie vor in der Welt bewegen. Ihr werdet eine Präsenz haben, und ihr werdet wissen, ihr seid nach wie vor in der Welt in Bewegung, und gleichwohl ist es so, was ihr jetzt als Reales Leben erlebt, davon werdet ihr euch ferne fühlen, denn ihr werdet in eine Größere Realität hineingeschritten sein, wo Ich BIN, so Ich über das Universum schreite. Ihr werdet direkt zu Mir herüber gegangen sein. Genauso wie Ich inmitten von euch jetzt BIN, werdet ihr herausbekommen, dass ihr inmitten von Mir seid. Ihr werdet in die Tiefen Meines Herzens hineinsinken. Ihr werdet euch zu dem emporheben, was immerzu so war. Ihr werdet die goldene Badewanne sehen, in der ihr die ganze Zeit über gesessen habt, selbst dann, als ihr darüber aufs Äußerste unwissend wart. Ihr hattet euch heraufbeschworen, dass ihr in einer Zinnbadewanne sitzt, in einer, die ihr immer wieder zu auszubessern hattet.
Auf einmal werdet ihr euch in einer goldenen Badewanne vorfinden. Die ganze Welt wird sehr schön werden, so, wie wenn ein Schwarzweißfilm in herrliches Technicolor umgewandelt wurde. Alle Trübung wird von eurem Herzen weichen. Und ihr werdet lachen und lachen, während es euch dämmert, dass ihr immerzu im Zentrum Meines Herzens gewesen seid, sozusagen euch in der goldenen Badewanne Meiner Liebe durchtränkend.
Es ist ein Wunder, dass Wir Eins sind. Das Wunder lautet, dass du und einfach fast Jeder über all jene Jahre die Vorstellung innehatten, dass ihr in einer Welt, die nicht eure Schöpfung war, herrenlos herumtriebt. Ihr dachtet, ihr rudert in einem lecken Boot, und dass das Boot, egal, wie sehr ihr bemüht wart, unentwegt leck ginge, und dass ihr die Küste nicht erreichen könntet. Die ganze Zeit über segeltet ihr auf einem Schiff der Liebe in einem Ozean der Liebe tief im Herzen Gottes.
3091
DAS SEIN BESITZT NICHT
Spüre, wie Friede ist. Du kannst ihn jetzt haben. Spüre ihn, und du hast ihn.
Wenn du liebst, wenn du wahrhaft aus deinem Herzen heraus liebst, so wie die Liebe liebt, befindest du dich im Frieden.
Während du Mich das sagen hörst, richtest du dich wohl auf und sagst, dass das nicht so sei, dass du, was die Liebe anbelangt, eine Menge Beklemmung habest, dass du, was die Liebe anbelangt, vielleicht die meiste deiner Beklemmung in der einen oder anderen Form habest.
Geliebte, ja, sobald eure Liebe auf ein spezifisches Objekt eurer weit ausladenden Liebe fokussiert ist, habt ihr Sorgen. Ihr fragt: „Wird dieser Mensch mich so lieben, wie ich liebe? Wenn er mich heute liebt, wird er mich morgen lieben? Wie kann ich ohne seine Liebe leben?“
Die Liebe, von der Ich rede, stürzt sich nicht auf jemanden. Sie ist eine allgemeine, nach außen gehende Art der Liebe, die von nichts abhängig ist außer von sich selbst. Die Liebe, von der Ich rede, hat mit Anhaftung nichts zu tun.
Womöglich könnt ihr den Unterschied zwischen Liebe und Anhaftung nicht ausmachen. Ich habe selbst von Meinen Kindern gehört, die mit all ihrem Herzen und ihrer Seele jemanden lieben. Sobald ihre Liebe nicht mehr erwidert wird, kehrt sie sich in Bitterkeit und in ein Empfinden, es sei ihnen Unrecht geschehen. Was hat der Mensch an Unrechtem getan, dessen du ihn oder sie verklagst? Das ist nicht Liebe. Das ist Anhaftung. Was für eine Art Liebe ist es, die sagt: „Du hast mir ein Unrecht getan! Seitdem ich verletzt bin, möchte ich, dass du, so wie ich, verletzt bist“?
Geliebte, was für eine Art Liebe ist das? Was ihr eurem Dafürhalten nach für Liebe hieltet, war tiefe Anhaftung. Du machtest jemanden zu einem Popanz, den du deiner Meinung nach einmal liebtest. Du liebtest deren Liebe für dich. Liebe kontrolliert keine andere Person. Liebe gibt, und das ist es. Du liebtest, wie diese Person dir ein bestimmtes Gefühl verschaffte. Spüre Liebe. Sei Liebe. Das meint nicht, euch selbst zu annullieren, Geliebte. Das meint, ihr geht in eurem Leben voran, und ihr segnet denjenigen, der vielleicht nach wie vor an eurem Herzen reißt, und lasst ihn gehen.
Ich habe von Menschen gehört, die an ihren Verletzungen und Bitternissen sogar dann festhalten, wann der Mensch, der angeblich ihre Verletzung verursacht hat, nicht mehr in einem Körper auf der Erde weilt, und dennoch ist ihr Herz immer noch wund. Wer hat diese Wunde bewahrt, Geliebte? Möchtet ihr alte Wunden los lassen und anstelle dessen segnen?
Ihr seid kein Tintenfisch, der seine langen Tentakel um jeden um ihn herum schlingt. Lasst eure Liebe einen Vogel oder einen Schmetterling sein. Lasst eure Liebe eine Blume sein, die glücklich ist, wann eine Biene niedergeht, und die keinen Affront verspürt, sobald die Biene wieder fortfliegt. Die Blume macht kein tragisches Ereignis daraus. Sie schreitet darin weiter, eine Blume zu sein. Kann nicht Liebe weiter darin schreiten, Liebe zu sein? Kannst du in deinem Herzen nicht die Liebe bewahren und Meine Menschen los lassen?
Bis jetzt musst du vermutet haben, dass du, je mehr du festhältst, umso weniger behältst. Niemand liegt euch an, zu besitzen, Geliebte. Gebt Liebe, und gebt die Freiheit, die die Liebe gibt. Ihr könnt einen Anderen nicht reglementieren. Ihr könnt für einen Anderen nicht das Skript schreiben. Ihr könnt einem Anderen nicht sagen, was zu empfinden ist. Ich sage euch, los zu lassen.
Friede ist kein Besitztum. Er ist ein Seinszustand. Seien besitzt nicht. Ganz bestimmt besitzt es kein anderes Seinswesen. Dein eigenes Herz ist dein, um zu geben, das ist alles. Mit dem Herzen, das du und Ich miteinander teilen, ist nichts anderes zu tun.
Ein großes Herz ist nicht sentimental. Ein großes Herz steckt nicht Vorkommnisse und Begebenheiten auf sich selbst fest. Ein Herz, so groß wie das eure, fertigt nicht mehr länger Bitterkeiten aus. Ganz bestimmt bewahrt es sie nicht auf. Wie dumm, so etwas zu machen.
3092
SO ARBEITET LIEBE
Du kennst die Wechselseitigkeit des Einsseins der Liebe, sobald du deinem Säugling die Brust reichst. Dem Säugling dienen ist dir selbst dienen. Deine Brust wurde leer, und der Magen deines Säuglings voll.
Das ist ein Beispiel für die Liebe, und wie gegenseitig und natürlich sie ist.
Und falls du deinem Säugling Milch aus einer Flasche gibst, gibst du nach wie vor die Liebe aus deinem Herzen.
So wie du einem Anderen dienst, so dienst du dir selbst. Auf diese Weise funktioniert Liebe und schlägt sie an.
Das soll nicht sagen, dass du dich von dir selbst abzuwenden hast, um zu dienen. Lieben bedeutet nicht opfern. Lieben bedeutet nicht, dass du dich herablässt, dich zu opfern.
Du könntest sagen, jemand, der dein Leben rettet und das seine verliert, habe sein Leben geopfert. Zu sagen, er oder sie habe sich geopfert, scheint zu implizieren, dass der Mensch das, was er tat, nicht willentlich getan hat, und infolgedessen unter einem Verlust an sich selbst. Wenn jemand tut, was er tun möchte, an welcher Stelle tritt hier das Opfern ein? Er traf eine Wahl, und es war seine Wahl, die er getroffen hat, auszuführen. Oder Wir können sagen, es gab eine Entscheidung zu fällen, derart voller Liebe war sein Herz. Lasst es uns so nehmen.
Ich stehe im Widerstreit mit dem Opfern. Im Geben ist wahrhaft Gewinn, dem Einen, der gibt, und dem Anderen, der entgegennimmt. Lieben bedeutet nicht Verlust. Etwas aufgeben ist opfern, und somit bedeutet Opfern in einem Geist von weniger als Liebe den Anschein von Liebe abgeben. Opfert nicht. Liebt stattdessen.
Liebe geben ist einen Anderen nähren und sich selbst hegen.
Ich bitte euch nicht, irgendetwas aufzugeben. Ich bitte euch nicht, das Gefühl herumzutragen, dass ihr etwas aufzugeben habt. In Seifenopern, dort mag es der Fall sein, dass jemand auf lange Zeit leidet, während er das aufgibt, was er zu Gunsten eines Anderen möchte. Ich sage, gegenüber eurem Herzen aufrichtig zu sein.
Sobald ein Kind von Mir das Gefühl hat, es opfere sich, opfert es seine eigene Ehre. Gebt, tragt jedoch nicht die Vorstellung des Opferns mit euch herum. Tragt nicht einmal die Vorstellung von Pflicht mit euch herum. Tragt die Vorstellung, dass ihr hier um mehr als einer Pflicht halber seid. Seid pflichtbewusst insofern, als ihr euren Eltern gehorcht, sofern ihr indessen gehorcht und darüber murrt, seid ihr nicht pflichtbewusst. Ihr seid nachtragend. Seid stattdessen einvernehmlich. Pflicht unter Protest ist Pflicht, die ihr euch selbst auferlegt. Demnach wird Pflicht zur ungewollten Schuldigkeit.
Gebt mit Freude, Geliebte, anderenfalls ist es nicht Geben.
Ihr seid nicht auf den Titel Held aus. Das ist so etwas Kleines. Sofern ihr aus der Vollheit des Herzens dient, könnt ihr, selbst dann, falls es niemand erkennt, was ihr gegeben habt, oder falls niemand überhaupt erkennt, dass ihr am Geben wart, erkennen, dass ihr etwas ausführtet, was euch bereichert. Beschilderungen sind euch nicht so hilfreich, Geliebte.
Seid bestrebt, ein volles Herz zu haben. Seid bestrebt, für Andere Gutes zu tun und somit für die Welt. Habt Ideale vor euch selbst, und erstrebt dennoch nicht, dass euch als Held zugejubelt wird. Ein Held erobert nicht. Was gibt es da zu erobern, unterdessen alles Eins ist?
Ich lehne Opfern ab, weil Opfern besagt, dass du jemandem mehr gibst, als du dir selbst gibst. Habt Freude am Geben, anderenfalls opfert ihr die Freude.
Genauso wenig gilt es euch, Mir zu opfern. Ich bitte euch, mehr entgegenzunehmen, nicht weniger. Gebt aus eurem Herzen heraus, anderenfalls gebt ihr nicht. Wenn ihr euch opfert, habt ihr irgendwo im Hintergrund eures Geistes die Idee, dass euch nunmehr etwas geschuldet sei, und demnach schaut ihr euch nach einer Rückzahlung um. Gebt, falls ihr geben könnt, ohne dabei einen Rückfuss zu erwarten. Die Handlung des Gebens selbst ist dafür bestimmt, euer Ertrag zu sein. Belegt einen Anderen nicht mit einer Schuld. Keiner schuldet etwas, und ihr schuldet nicht. Opfern ist ein Kreislauf, in den ihr nicht eintreten mögt. Geben ist etwas anderes, und ihr wachst darauf zu, ein großer Geber zu werden.
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BEGEBT EUCH NÄHER AN DIE WEITE
Liebe, Geliebte, ist der einzige Weg. Während Ich das sage, glaube Ich, dass du und Ich wohl nicht die gleiche Definition von Liebe aufweisen. Ganz bestimmt meine Ich unter Liebe nicht Süße-Süßer. Ich meine nicht, dass Liebe so und so auszusehen habe. Ich meine nicht, dass Liebe dich das augenblickliche Resultat, was du möchtest, bekommen lässt. Es ist nicht so, dass du eine Aussage der Liebe machst, und dass du WEGEN etwas, was du im Sinn hast, liebst. Es ist so, dass du liebst. Du liebst um der Liebe halber, deinethalber und Meinethalber.
Ich gehe soweit und möchte sagen, dass Liebe das einzige Heilmittel ist, und gleichwohl scheint die Liebe, die du gibst, nicht immer zu heilen, ganz bestimmt nicht früh genug, oder in der Zukunft gar nicht. Absolut sicher meint sie, dass sie dich von einem Weniger als liebevoll heilt, von all jenen Dingen, die dich verknoten.
Jemand erklärt dir vielleicht den Krieg, dennoch beenden deine Liebe und dein Bestreben, zu deinem Entsetzen, den Krieg nicht und schaffen keinen Frieden. Allerdings, Geliebte, sobald ihre Liebe aus eurem Herzen gebt, dominieren Hass und Ärger nicht mehr länger, und ihr habt mehr Friede.
Bomben können explodieren, und nach wie vor könnt ihr Liebe geben. Ihr müsst Liebe geben, anderenfalls werdet ihr keinen Frieden haben.
Zur selben Zeit, sobald es auf Liebe hinausläuft – ist Liebe nicht dafür bestimmt, eine Technik zu sein. Sie ist nicht dafür bestimmt, ein nützliches Werkzeug zu sein. Sie ist nicht dafür bestimmt, ein Mittel zu sein, um was auch immer zu erlangen, einerlei, wie wertvoll es sein mag und wie sehr ihr es verdient. Gebt Liebe, bringt jedoch nicht Liebe bei einem Anderen in Ansatz, um ihn zu ändern. Sofern Liebe als eine Technik bezeichnet wird, ist es eine Technik, die angewandt wird, um sich selbst zu heilen. Du liebst dich selbst gemäß dessen, wie du deinen Nachbarn liebst. Es ist tatsächlich so einfach, Geliebte.
Liebe ist nicht dafür bestimmt, ein Liebestrank zu sein, solch einer, den du in der Apotheke oder in einem Geschäft für Zauberartikel kaufen könntest. Liebe ist kein Liebestrank, der garantiert, dass sich jemand deiner Wahl in dich verliebt.
Liebe ist etwas, was du freisinnig gibst um ihrer selbst willen. Die Garantie, die die Liebe austeilt, lautet, dass dein Herz, während du Liebe von deinem Herzen her gibst, in sich mehr Liebe enthalten, und dass es glücklicher sein wird.
Und wenn du für einen Anderen in deinem Herzen keine Liebe finden kannst, vielleicht kannst du größeres Verständnis finden. Das bedeutet nicht, dass du für einen Anderen Entschuldigungen ausstellst. Das liegt nicht an, nicht für einen Anderen, und nicht für dich. Es ist dir nicht angelegen, für jemanden Entschuldigungen auszustellen. Entschuldigungen fertigen ist Zeitvergeudung, und es hält dich dort, wo du bist. Es hält dich kurzsichtig.
Die Großen gingen nicht herum, um Entschuldigungen für jemanden auszustellen. Sie machten keine Entschuldigungen, weil sie nicht zu Gericht saßen. Sobald du jemanden entschuldigst, wirst du dich wohl überlegen fühlen, und in Wirklichkeit sagst du: „O.k., sie haben nicht das gemacht, was meinem Dafürhalten nach richtig ist, oder was nach dem Dafürhalten eines Anderen richtig ist. Weil ich über ihnen stehe, möchte ich großherzig sein, und jetzt leiste ich, in meinem Geist, Abbitte für sie.
Entschuldigungen sind leicht zugänglich. Sobald es auf dich selbst hinausläuft, liegt in deinem Rechtfertigen, was du bedauerst, genauso wenig Ertrag. „Ich konnte nicht anders“ mag vielleicht stimmen, jedoch sind alle Entschuldigungen, Geliebte, armselige Entschuldigungen. Klagt euch weder an, noch entschuldigt euch selbst. Lasst Entschuldigungen hinter euch. Geht einfach in eurem Leben voran.
Kommt zu einer größeren Ebene vor euch, wo ihr weiter sehen, wo ihr über das grasbedeckte Flachland hinaus sehen, wo ihr mehr von der Weite sehen und ihr näher kommen könnt.
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DIE REDEGEWANDTHEIT EURES HERZENS
Nach und nach beginnt das, was Ich sage, hineinzusinken und ein Teil von euch zu werden. Oh, ja, Verstöße herstellende, ärgerliche Situationen und Menschen treten nach wie vor auf. Wie kann das passieren, und dennoch, es geschieht. Und vielleicht habt ihr stark das Gefühl, dass ihr auf die eine oder andere Art kontern wollt. Es mag sein, ihr wollt etlichen Leuten heimleuchten. Ihr wollt ihnen gerne sagen, wie rüde und rücksichtslos und intelligenzlos sie sind. Ihr seid euch darin gewiss, und doch legt ihr da eine Pause ein, und doch haltet ihr euch zurück und bemerkt, wie ihr in euch eine umfassendere Betrachtung und ein Verständnis, und, ja, sogar ein Mitempfinden bedenkt. Ihr bemerkt, ihr möchtet sie nicht mehr weiter berichtigen. Ihr möchtet ihnen nicht im Gegenzug weh tun. Ihr steht nicht mehr unter Dampf. Sie haben gesagt, was sie sagten, oder getan, was sie taten. Das hat sich nicht verändert, eure Bitterkeit allerdings hat nachgelassen. Ihr seid über Beleidigung hinweg.
John ist John. Joe ist Joe. Jane ist Jane. Eloise ist Eloise. Du wirst dich vielleicht sogar fragen, wieso du es jemals zugelassen hast, dass dich das, was sie sagen, behelligte. Sie haben sich nicht verändert. Vielleicht verändern sie sich nie, aber du hast dich verändert. Ein umfassenderes, großzügigeres Empfinden hat sich in dir breit gemacht.
Vielleicht wirst du, falls du so an Menschen denkst, wie du es mit geliebten Tieren tust, dich selbst biegsamer und weniger resolut in Hinsicht auf die Worte oder Handlungen eines Anderen finden. Du trägst keine Einwände vor, weil ein Pudel kein Collie ist. Du akzeptierst die Natur unterschiedlicher Sorten. Du bist nicht aufgebracht, weil der eine anders ist als der andere. Du bist nicht aufgebracht, falls der eine Hund daherkommt, um gestreichelt zu werden, und ein anderer tut es nicht. Du hast Gleichmut, wenn es sich auf die Akzeptanz von Zügen in anderen Spezies beläuft. Du akzeptierst, dass das einfach so ist. Du versuchst nicht, den Hals einer Giraffe zu kürzen. Du versuchst nicht, ein Rhinozeros in eine Gazelle zu verwandeln.
Einige Menschen sagen immer das Richtige, was, aus deinem Gesichtswinkel her, die Sache ist, die dich nährt. Andere, danach sieht es aus, sagen immer das Falsche, das, was dich unbehaglich macht. So recht, wie du liegen magst, so nehmen auch Andere ihre Richtigkeit für gewährleistet. Im Tiefsten kommst du nicht damit zurecht, dass sie sich durchaus damit zu schaffen machen, dich zu ändern. Sie möchten eben so gerne, dass du wie die Ihren bist. Sie haben weder ein Recht, Andere zu verwandeln, noch hast du das Recht, einen Anlauf zu machen, sie zu verwandeln, auch keinen anderen sonst. Sie scheinen durch blaue Augen zu sehen, während du durch braune siehst.
Jetzt in dem Augenblick begegnet dein Herz ihrem Herzen an einem besseren Ort. Sobald du dich über etwas besser fühlst, kannst du sicher sein, dass die andere Partei es auch ist. Dein Herz hat sich entspannt, und nun können die ihren es auch tun. Sie sind nicht mehr abscheulich dafür, dass sie, so wie sie es taten, mit dir geredet haben, oder worum es sich auch handelte, was dir an die Nerven gegangen war. Du lässt es los, Geliebte, Geliebter. Du lässt Verstöße los. Was für etwas Liebenswürdiges, los zu lassen! Was für eine herzliche Sache, damit durch zu sein.
Vielleicht passiert es dir sogar, dass du Andere beleidigt hast, vielleicht viele mehr, als du dir gewahr bist, und dass viele unter ihnen eine Beleidigung von deiner Seite mit einem Schulterzucken beantwortet haben. Sie haben gar nicht mit dir darüber geredet, und haben nichts davon angesprochen, was du gesagt oder getan haben konntest und solltest. Sie gingen über das Vergehen hinweg, und nun tust du das ebenso.
Du bist jetzt zu gut, um darüber, wie andere Menschen sind, pingelig zu sein. Ja, du schreitest aus der Vergangenheit heraus. Was für ein gutes Gefühl das doch ist. Vielleicht wirst du sogar diejenigen, die dich beleidigt haben, anlächeln. Vielleicht wirst du dich sogar freuen, ihnen zu begegnen, und bemerken, dass sie dich, trotz ihrer Erschwernisse, in Wirklichkeit genauso gerne haben. Während du früher Feindseligkeit sahst, ist das jetzt nicht mehr der Fall. Es ist so, wie wenn die Sonne und der Mond harte Emfinungen in deinem Herzen in den Schatten gestellt hätten, und nun liebst du die Kenntnis, dass der Mensch, der vor dir steht, nicht mehr länger das Sagen über die ausladende Redegewandtheit deines Herzens hat.
3095
IHR WÄRT SO GLÜCKLICH
Ich rühme die Anstrengungslosigkeit. Lasst alles, was ihr tut, anstrengungslos sein. Lasst alles, was ihr tut, voller Liebe, und alles, dem ihr begegnet, anstrengungslos sein. Wer sagt denn, das könne man nicht?
Wer sagt, das Leben habe Mühen und Probleme zu sein? Wer sagt, das Leben müsse aus Anstrengung bestehen?
Natürlich, wenn ihr oben ein Buch hingelegt habt, müsst ihr euch von eurem Stuhl erheben und die Treppe hochgehen. Wieso nicht euch anstrengungslos aus eurem Stuhl erheben? Wieso nicht anstrengungslos die Treppe hochgehen? Wieso nicht das Leben anstrengungslos führen? Bereits das Wort Anstrengung untergräbt eure Energie. Bereits das Spüren einer Anstrengung macht das Anheben eures kleinen Fingers schwer.
Selbstverständlich bedeutet Anstrengungslosigkeit nicht träge sein, Geliebte. Es bedeutet nicht mit dem Finger nach dem Diener schnippen, damit er eure Schuhe zuknüpft, oder nach eurer Frau rufen, damit sie euch Kaffee bringt. Leben ist Bewegung, Geliebte. Steht auf.
Anstrengungslos bedeutet das Getriebe ölen. Was wäre das Öl, was euch stattgibt, dass euer Leben anstrengungslos ist? Worin besteht das Öl, was das Leben für euch leichter macht? Was ist das Öl, was euch erlaubt, euch in aller Eilfertigkeit aus eurem Stuhl zu erheben? Ich sage, nieder mit der Anstrengung, und hoch die Freude.
Sobald ihr glücklich seid, ist es leicht, aufzustehen. Sobald ihr glücklich seid, sagt ihr nicht zu euch
selbst, dass ihr müde seid.
Geliebte, es ist das Leben, dessentwegen ihr euch aus dem Stuhl erhebt.
Stellt euch euer Leben vor, wenn ihr wüsstet, wenn ihr absolut wüsstet, dass ihr Mich zum Ende der folgenden Woche treffen werdet. Was wäre dann für euch nicht leicht? Was könnte euch erschöpfen, sobald ihr wisst, sobald ihr ganz aus heiterem Himmel wisst, dass ihr und Ich uns um 7:00 Uhr morgens an einem bestimmten sonnigen Tag zu einer innigen Umarmung treffen werden? Was wohl könnte euch müde machen, falls ihr wisst, falls ihr für euch selbst ganz genau wisst, dass ihr und Ich eine feste Verabredung haben, und dass es keine Verschiebung geben kann? Sofern ihr den Zeitpunkt Unseres Treffens kenntet, selbst dann, wenn ihr von jetzt ab bis Dienstag Gräben auszuheben hättet, für wie schwer würdet ihr dann das Schaufeln empfinden?
Wieso, ihr würdet vor Freude in die Luft springen. Ihr könntet sogar in jeder Hand eine Schaufel haben, so glücklich wärt ihr.
Ihr habt nicht einmal zu wissen, was Mich treffen im Grunde bedeutet, und dennoch wärt ihr glücklich. Würde Ich euch als ein Menschenwesen erscheinen? Es ist möglich, dass Ich euch als ein Menschenwesen erscheine. Es ist möglich, dass du Mich erkennst. Würdest du Mein Gesicht sehen, was dich anlächelt? Würde Ich dich in Meine Arme der Liebe emporheben, würde Ich dich ganz dicht an Mir halten und dich niemals gehen lassen? Würde Ich dich in einen Stern verwandeln, der die Erde anstrahlt? Würde Ich dich jemals wieder herunterlassen?
Wie würde Ich in Erscheinung treten? Wäre Ich ein Licht, was dein Herz betritt? Wäre Ich das Blut, was durch deine Adern fließt?
Würdest du Mich hören, wie Ich zu dir rede? Würde Ich dir ein Wiegenlied singen? Würde Ich dich auf einen Ausflug mitnehmen und dir die Gegend zeigen?
Wäre Ich die Emsigkeit in deinem Schritt? Wäre Ich das Hüpfen deines Herzens?
Ich könnte das alles sein.
Ich könnte das Licht in euren Augen sein.
Ich könnte die Fertigkeit in euren Händen sein, wie ihr das Universum webt.
Ich könnte die Farbe sein, mit der ihr panscht. Ich könnte das Gemälde sein, das ihr malt.
Ich könnte die Musik sein, die ihr singt. Ich könnte die Musik sein, die ihr nicht singt.
Ich könnte die nächste Stimme sein, die ihr hört.
Ich könnte die Liebe und die Strebsamkeit sein, die ihr jetzt soeben verspürt.
Was könnte Ich nicht sein? Was bin Ich nicht gewesen?
3096
SICHMIT GOTT ZUSAMMEN HINSETZEN
Setze dich jetzt mit Mir hin, und erzähle Mir, was so gerade anliegt. Du bist Mein Kind, und Ich werde zuhören. Oder wir können uns die verschiedenen Arten des Blaus des Himmels und den Hintergrund anschauen, den der Himmel für die Wolken vorhält. Wie ungezwungen sie doch miteinander sind! Weder der Himmel noch die Wolken fühlen sich durch den jeweils Anderen bedrängt. Wie anheimelnd sie Seite an Seite sind, oder die Wolken oben auf dem Himmel, oder, aus einem anderen Blickwinkel, der Himmel oben auf den Wolken. Du schaust nach oben, um den Himmel und die Wolken zu sehen. Sofern du von oben herunter sehen könntest, würdest du den Himmel oben auf den Wolken sehen. Sie sind einander nahe, gesellig und zueinander passend.
So Vieles davon, was ihr seht, hängt davon ab, wo ihr sitzt, und deswegen lade Ich euch dazu ein, sich bei Mir hinzusetzen. Wir können sagen, dass Ich von überhaupt keinem Winkel her sehe, schlicht sehe, unterdessen du unterschiedliche Ansichten siehst, abhängig davon, wo du dich hinstellst, und abhängig von dem Fenster, durch das du blickst. Wir können sagen, dass Ich aus einem Fenster sehe, was keine Fensterbank, keine Königskerzen besitzt. Wir können sagen, dass Ich von einer Glasscheibe her sehe von einer Größe, die die Erde bislang noch nie gekannt hat. Aus der Weite, von der Ich, Geliebte, her sehe, sind keine Winkel aufzufinden. Es gibt schier grenzenlose Sicht.
Du aber siehst das Leben und die Welt aus unterschiedlichen Winkeln, und dementsprechend ändert sich deine Wahrnehmung. Deine Wahrnehmung hängt von dem Winkel ab, aus dem her du siehst. Infolgedessen hast du einen unterschiedlichen Blick, und manchmal siehst du etwas Nahes und manchmal Fernes. Etliches, was du siehst oder ermittelst, bringt dich durcheinander. Öfters variiert es beträchtlich, und Konfusion setzt ein.
Am einen Tag magst du etwas, am nächsten nicht mehr. Am einen Tag siehst du eine Bedrohung, am nächsten ein Lächeln. Deine Gedanken springen eine Menge herum. Es ist im Grunde genommen nicht deren Schuld. In deinem Falle, da hängt es von deiner Sicht auf den Tag ab. Deine Sicht mag durch deine Stimmung, durch die Meinung eines Anderen oder durch die Vergangenheit überlagert sein. Es ist unwahrscheinlich, dass du weit sehen wirst, wenn du durch ein Guckloch siehst.
Stell dir vor, wie du bei Mir im Himmel sitzt. Wie beunruhigt wärest du durch das, was dich jetzt beunruhigt? Was würde dich überhaupt behelligen, sofern deine Sicht derart ausladend wäre wie die Meine?
Lasse Mich es so sagen: Sobald du durch das rahmenlose Fenster siehst, durch das Ich sehe, glaubst du dann wirklich, dass du etwas von den durcheinander bringenden Sachen sehen würdest, die du zurzeit von deiner gegenwärtigen Sitzstange her siehst?
Ich höre und lausche auf deine Berichte von der Erde, und Ich verstehe, dass du auf unterschiedliche Weise empfindest, abhängig von der Sicht in diesem und jenem Augenblick. In allzu vielen Fällen, Geliebte, seht ihr Kleinheit, anstelle von Licht, was Ich sehe. Ist das nicht der Fall? Und dennoch seht ihr gelegentlich aus dem offenen Fenster, aus dem Ich sehe, und nun werdet ihr mehr und mehr sehen.
Ihr werdet euch nicht aufregen, und die Einzelheiten abzählen, und ihr werdet durch sie nicht gebremst. Ihr werdet euch nicht aufgrund von kleinen Sachen eure Meinung bilden. Ihr werdet sozusagen über die kleinen Sachen hinweg steigen, und über sie hinaus sehen, und, was werdet ihr anderes sehen als Ganzheit?
Selbst jetzt seht ihr in einem See von Gänseblümchen keine verwelkten Blütenblätter, oder keine Stängel, auf denen herum getreten wurde, oder keine braunen Blätter, die zu Boden gefallen sind. Ihr seht die Gänseblümchenhaftigkeit eines Feldes voller Gänseblümchen, und was ihr seht, ist schön.
Kommt jetzt, Geliebte, kommt und setzt euch zu Mir her, und seht die Welt so, wie ihr ein Feld voller Gänseblümchen seht. Seht die Ganzheit, und liebt sie.
3097
TRÄUME INMITTEN VON TRÄUMEN
Ihr habt euch im Himmel zurückgelegt, und ihr seid in eine Art Träumerei gefallen. Ihr hattet so eine Art Traum, dass ihr nicht da wart, wo ihr wart. Ihr hattet so eine Art Traum, dass ihr irgendwohin davon gezogen seid, und eure Träumerei setzte sich immer weiter fort. Hin und wieder würdet ihr euch herumdrehen und einfach einen Augenblick lang eure Augen öffnen, und danach würdet ihr von neuem voll und ganz in dem Traum untertauchen. Ihr wärt derart tief in dem Traum, dass ihr dächtet, er sei Wirklichkeit, und ihr würdet denken, eure vage Erinnerung daran, dass ihr euch im Himmel zurückgelegt habt, sei eure Einbildung gewesen, oder sei ein Mythos, von dem ihr vor langer Zeit einmal gehört hattet.
Stück um Stück erwacht ihr aus eurem Traum. Stück um Stück öffnet ihr eure Augen. „Wow, was für einen mächtigen Traum habe ich doch gehabt!“, sagt ihr zu euch, während ihr euch die Augen reibt. Und dann, bevor ihr es mitbekommt, seid ihr wieder zurück, um in der Schlucht des Traumes wieder zu schlafen, der unentwegt weitergeht. Diesem Traum war derart viel Nachweisliches zueigen. Alle anderen Menschen in eurem Traum hatten mehr oder weniger den gleichen Traum, und waren sich ebenfalls sicher darin, dass er echt war.
Ihr würdet an den gleichen Plätzen mit scheinbar Anderen aufeinandertreffen. Ihr würdet über einen Stein stolpern, und Andere würden das auch tun. Es gab kolossale Gebäude, ihr und Andere gingen dort hinein und wieder heraus. Es gab Gras, um es zu mähen, Schmerzen und Kummer, um sie zu empfinden, und Getränke wie Wasser und Milch. Ein jeder wusste, was Sodawasser war. Jeder hatte in unterschiedlichen Sprachen einen Namen. Euer Traum war zur selben Zeit generalisiert und partikularisiert.
Es gab Erfindungen, von denen zur selben Zeit geträumt wurde. Neue Autos kamen heraus. Menschen flogen in Flugzeugen. Träume inmitten des Traumes wurden Wirklichkeit.
Es gab absurde Träume inmitten des Traumes. Es gab Arenen, wo Menschen andere Menschen schlugen, und Menschen kamen herbei, um sich das anzusehen und dabei zuzujubeln. Es gab Ansammlungen, wo Menschen in Uniform aus einer Entfernung heraus aufeinander schossen. Die Bomben explodierten in der Luft. Im Traum wurden solche Feuerstürme nicht gerne gesehen oder glorifziert, und dennoch kamen sie nicht zum Einhalt, und der Traum wurde stattdessen vielmehr für ganz selbstverständlich angesehen.
Es gab verschüttete Milch. Es gab Wischlappen. Es gab an solchen Orten wie den Dschungel, wie den Wäldern und Wüsten Tiere.
Es gab Körper und Herzen, die schlagen, und Verkehr und Verkehrsstau und Unfälle auf den
vielspurigen Autobahnen.
Es gab Spiele inwendig in Spielen, und Bücher und Zeitschriften mit etwas namens Fotografen. Es gab sogar Bilder-Shows.
Dennoch, selbst inmitten dieses Mammut-Traums spähte die Realität hindurch. Sonnenstrahlen erhellten den Traum. Es gab eine solche Angelegenheit wie Lachen, wie Säuglinge und Kinder, die spielen. Es gab Mütter und Väter und Liebe. Liebe zum Überquellen. Es gab eine solche Freundlichkeit, dass sie von irgend einem Gedenken an die Realität her zu kommen hatte.
Es gab Ozeane, um darin zu schwimmen, und einen Himmel, um ihn anzusehen, es gab Bräune, um sie zu bekommen, und Regen, damit er sich ausschüttet.
Es gab die fünf Sinne und unterschiedliche Grade dessen, was als schön oder als hässlich in ihnen gesehen wurde. Den gleichen Sinn, und unterschiedliche Meinungen darüber, was die Sinne offen gelegt hatten. War das nicht staunenswert?
Es gab Momente und Stunden und Tage, und dieser Traum schien lang.
Ziemlich bald wollten die Menschen aus diesem lange sich hinwindenden Traum aufwachen und wieder zur Wachheit zurückkehren. Es war nie zu spät, zurückzukehren, noch auch war es nie zu früh. Herzen konnten sich erheben, und Körper konnten fortgehen, und selbst bei den allmächtigen Körpern, die in diesem Traum herumliefen, gab es ein Erwachen, und davon gab es mehr und mehr, bis ein jeder wach sein konnte, selbst unterdessen er den Traum bewohnte, und sodann konnten sie natürlich für immer glücklich leben.
3098
WAS DIENEN MEINT
Wovor fliehst du? Vor der Kenntnis deiner selbst? Ist es das, weswegen du so viel herumrennst und dich so viel mit dem Leben Anderer befasst? Wovor hast du Angst, es herauszufinden? Hast du Angst herauszubekommen, dass du ein Heiliges Seinswesen bist, das in der Wahrheit gründet? Oder dass du nicht die Gesegnetheit bist, die Ich dir attestiere? Wovor rennst du weg?
Du magst dich über das Rattenrennen beklagen, allerdings bist du nicht auf es eingeschränkt. Wenn du so viel herumrennst, gibt es etwas, vor dem du wegrennst. Wenn du nicht im Frieden bist, fliehst du vor etwas.
Verantwortlichkeit ist etwas Gutes. Wenn du verantwortlich bist, kannst du in deinem Leben einen Unterschied erbringen. Selbstverständlich, kümmere dich um Andere. Selbstverständlich, aus der entschiedenen Natur des Universums heraus trägst du zu Anderen bei. Dennoch ist es dir nicht angelegen, im Leben Anderer dazwischen zu gehen und zu versuchen, sie zu ändern gemäß deines Konzeptes von richtig und falsch. Ihr seid verantwortlich dafür, euch zu ändern, Geliebte. Gebt Anderen, gebt euch selbst, und versucht nicht, an Anderen entlang euren Standards herumzubessern. Das kann nur das Endspiel des Aburteilens sein. Ihr seid nicht hier auf der Erde, um euren Weg für den letztendlichen Weg zu halten.
Verköstige, hege Andere, nimm es dir jedoch nicht an, sie zu verbessern. Du bist nicht der Korrektor des
Universums. Bessere dich selbst. Verwende dein Leben nicht darauf, Andere nach dorthin zu verbringen, wo sie deinem Dafürhalten nach sein sollten. Bezeichne keinen als ungläubig. Du möchtest nicht, dass dir jemand sagt, was du zu tun und wie du zu sein hast. Was bringt dich dazu zu denken, Anderen das antun zu sollen, was du dir nicht angetan haben möchtest?
Bevor du Anderen erzählst, wie sie mit ihren Pferden umgehen sollen, achte auf deine eigenen.
Es liegt dir nicht an, Anderen zu erzählen, was sie essen oder wie sie sich kleiden sollen. Vielleicht mögen sie deine Kleider ebenfalls nicht.
Das ist ein wichtiger Refrain, den Ich heute singe – euch auf euer eigenes Geschäft besinnen. Ich verstehe, ihr wollt gerne dienen. Falls ihr Kellnerin wärt, würdet ihr die Tablette herantragen mit dem Essen, was bestellt wurde. Falls ihr Kellnerin wärt, würdet ihr den Menschen nicht das Essen bringen, was sie eurem Dafürhalten nach besser essen sollten.
Es gibt eine Redewendung: Du kannst ein Pferd ans Wasser führen, aber du kannst es nicht dazu bringen, dass es trinkt. Dieser Aphorismus setzt voraus, dass du es besser weißt als das Pferd. Nun, vielleicht ist das Pferd in diesem Augenblick nicht durstig. Vielleicht möchte es jetzt lieber grasen.
Sei behutsam darin, sicher zu sein, was ein Anderer tun oder nicht tun sollte. Sei behutsam, in das Leben Anderer hineinzugehen. Es mag sein, du rennst von deinem eigenen davon.
Ich weiß, du möchtest gerne eine verantwortliche Person sein, und du möchtest gerne Anderen dienen. Manchmal dienst du am Besten, indem du im Stillen mit deiner Liebe und deinem Segnen dienst.
Sei vorsichtig beim Denken, du kennest die Antworten. Sei vorsichtig beim Denken, dass du über jemandem stehest.
Gelegentlich gibst du am meisten, indem du dich still verhältst.
Sei Allem gegenüber gut, und doch denke nicht, du seist dafür bestimmt, das Leben eines Anderen in Form zu biegen.
Halte deine Aufmerksamkeit auf dem Splitter in deinem eigenen Auge. Du hast genug zu tun.
Hebe dich selbst höher empor. Und sobald du oben stehst, ziehe einen jeden hoch, die ihre Arme zu dir hochstrecken, mit der Bitte sie hochzuziehen. Es ist keine Hilfe, die du erteilst, sobald ein Anderer nicht um deine Hilfe bittet.
Entfliehe deinem eigenen Leben nicht mittels der Beachtung für das Leben Anderer. Befasse dich mit dir selbst. Trage die Auffassung in dir, dass Andere sich selbst mit sich selbst befassen. Trage die Auffassung, dass Ich Mich um alle kümmere.
Die Großen dienten. Sie kamen nicht von dem Konzept der Rettung her. Rettung setzt ein Problem voraus. Die Großen dienten unter Gleichmut. Und alle, die zu ihnen kamen, waren frei, zu kommen und zu gehen nach ihrer Wahl.
3099
ÖFFNE DIE TORE DER AKZEPTANZ
Unterdessen du deine Begrenzungen verlierst, wirst du, das mag sein, mehr die Begrenzungen bemerken, die Andere aufrechterhalten, und du spürst den Frieden nicht, den du gerne erreichen möchtest. Du spürst überhaupt keinen Frieden. Ja, du fühlst dich beunruhigt.
Vielleicht sagst du zu dir: „Was haben doch diese Menschen, die sich zum Einssein bekennen, für eine enge Sicht?“
Und somit wird deine Ungeduld bis an die Grenzen angespannt. Und somit durchbrichst du eine verbliebene Grenze, die deinen Ärger und deine Gereiztheit bei Anderen betrifft. Deren Raum mag eng scheinen oder eng sein, und dennoch musst du Anderen ihre Grenzen einräumen. Siehst du, wie dein ungeduldiges Denken eine Begrenzung darstellt, die dir ansteht los zu lassen?
Ja, Grenzen existieren, inwendig in dir und in jedem sonst. Jetzt in diesem Augenblick reden wir über euch, Geliebte. Brecht eure Ungeduld in zwei Teile. Trennt euch nicht von Anderen ab, deren Wahrnehmungen mit denjenigen von euch nicht mithalten können. Ihr müsst euch gewahr sein, dass es diejenigen gibt, die ihren Mund gehalten haben und mit euch große Geduld hatten. Ihr könnt das jetzt sehen. Nun seid ihr an der Reihe, um Geduld zu erlangen und zu geben.
Ich weiß, ihr beißt euch auf die Zunge, und Ich weiß, wie schwer das für euch ist. Und jetzt müsst ihr euch auf die Zunge eures Geistes beißen, der gegen die Unwissenheit anbrüllt. Oh, ja, Meine teuren Geliebten, ihr habt sogar vor der Unwissenheit den roten Teppich auszulegen. Ihr, die ihr so sehr das Einssein wollt, mögt doch nicht die Menschen in weise oder unweise aufspalten, in richtig Denkende oder falsch Denkende. Ihr werdet nach und nach zu einem Zustand der Existenz gelangen, wann ihr Geduld Zuvorderst seid, in welchem ihr einem jeden die Freiheit einräumt, in dem Zustand der Existenz zu sein, in dem er jetzt soeben nun einmal ist. Ihr werdet dessen Herz, was schlägt, willkommen heißen, gar dann, wenn es unter jenem schlägt, was ihr als falsche Farben wahrnehmt.
Euer Gleichgewicht bewahren ist euch besonders schwierig, sobald Menschen in Positionen, bei denen ihr erwarten mögt, sie hätten eine weitere Sicht inne, keine solche haben.
So wie es jetzt steht – sobald eine Autoritätsperson ihr eigenes Niveau unterschreitet, tut ihr das gleichfalls in eurer mentalen Missbilligung ihrer. Faktisch wollt ihr sie reformieren. Wen gibt es im Grunde genommen für euch zum Reformieren? Wer ist es, bei dem es gilt, sein Denken zu vergrößern? Sobald ihr für alle Raum schafft, sobald ihr euch besinnt, dass alle Meine Kinder sind mit all den Rechten und Privilegien, die Ich ihnen gewähre, wäre eure Ungeduld nicht derart hoch und mächtig, und ihr würdet euer Denken erweitern.
Genauso, wie ihr nicht jemanden, den ihr trefft, korrigieren würdet, dessen Rede oder Rechtschreibung die Latte nicht erreicht, genauso müsst ihr das Berichtigungswesen los lassen. Möchtet ihr freundlicherweise euren eigenen Prämissen gerecht werden?
Ich bitte euch auch, mit euch selbst nicht derart ungeduldig zu sein. Habt ein wenig mehr Akzeptanz selbst von eurer Ungeduld. Eure Ungeduld könnte der letzte Faden sein, der euch in der Unwissenheit hält, Geliebte. Liebt selbst eure Ungeduld. Habt ein großes Mitempfinden für sie. Sobald die Ungeduld einmal eure geduldige Akzeptanz innehat, wird es für sie leichter sein, Abschied zu nehmen, und ihr werdet in der Lage sein, dem Akzeptanz zu geben, dem ihr gegenwärtig eine solche nicht übermittelt.
Unterdessen ihr die Tore der Akzeptanz öffnet, vermag die Ungeduld hinauszugehen.
Eines Tages werdet ihr euch umschauen, und ihr werdet nicht mehr länger Ungeduld spüren oder sehen. Es wird genauso wenig der Fall sein, dass ihr geduldig seid. Ihr werdet euch jenseits von Brüchen befinden. Euer Ungedulds-Gen wird sich eine Ruhepause gönnen. Ihr werdet wohl Abwegigkeit zu sehen bekommen, und dennoch werdet ihr keine Abwegigkeit auffinden. Denkt nicht, das sei eurerseits eine Schwäche. Das ist eine große Stärke. Ihr werdet erkennen, wann ihr das Wort ergreifen mögt, und ihr werdet es ohne Gereiztheit ergreifen. Reizung wird in eurem Leben keinen Fuß mehr in der Tür haben.
Könnt ihr euch vorstellen, wie Buddha ungeduldig ist?
3100
ÜBER’S FREUNDSEIN
Geliebte, Ich weiß, ihr würdet nie schlecht von Anderen reden, was aber tut ihr, sobald ihr von Schwierigkeiten anderer Menschen redet? Sofern ihr Schwierigkeiten sehen müsst, sofern ihr Abwegigkeit sehen müsst, sofern ihr Niedergang sehen müsst, dann erzählt nicht mehr länger Anderen darüber, denn dann verschlimmert ihr es. Ihr bekräftigt in der Auswirkung die Abschüssigkeit, die ihr seht. Jene ist euch nicht angelegen, sie zu bekräftigen. Wer seid ihr, um irgendeinen Menschen überhaupt als unzulänglich zu verkünden? Wer seid ihr, um etwas, was ihr seht, als Schwäche in einem Anderen herumzuerzählen? Denkt zweimal darüber nach.
Sagt nicht: „Mein Freund sieht nicht gut aus.“ „Mein Freund hat sich unüberlegt in etwas gestürzt.“
„Mein Freund ist mit den falschen Leuten zusammen.“ „Meine Freundin ist eine entsetzliche Hauswirtschafterin.“
Ich stelle die Genauigkeit solcher Einlassungen nicht infrage, obschon sie inakkurat sein können. Ich stelle euer Reden über euren Freund vor Anderen infrage. Ich stelle euren Beweggrund infrage, das zu tun. Sind eure Beurteilungen unfehlbar? Würdet ihr euch für eure Rückschlüsse in aller Öffentlichkeit verbürgen? Möchtet ihr sie gerne vor eurem Freund wiederholt wissen?
Gehe von jetzt an dem Sprichwort nach, was besagt: „Falls du über jemanden nicht etwas Gutes sagen kannst, so sage überhaupt nichts.“
Vielleicht bist du der Auffassung, du seist ein guter Freund, der auf deinen Freund Hinsicht und Liebe für ihn hegt, und gleichwohl wirbst du für das schwache Licht, in welchem du deinen Freund siehst, du bestärkst und verschlimmerst es. Du tust das ohne Not. Höre auf damit. Mache es nicht noch einmal.
Du könntest sagen: „Aber, Gott, worüber soll man sonst reden?“
Nun, dann lasse es eben so sein, dass es nichts zu reden gibt. Sei dann still. Pschsch.
Du hast das Drama aufgezogen und groß gemacht, und nunmehr mögest du das unterlassen.
Denke gut von deinen Freunden und sprich auch gut von ihnen. Sei ein Freund.
Ein Freund behandelt die Dinge vertraulich. Ein Freund behält gegenteilige Beobachtungen für sich. Er bringt keinen Nachweis gegen das Wohlbefinden eines Freundes in Stellung.
Oh, gut, sprich mit deinem Gatten oder deiner Gattin über deine Sorgen, erzähle sie jedoch nicht herum. Deine Besorgnisse herumerzählen ist nicht das gleiche wie deine Liebe herumerzählen.
Es ist durchaus besser, den angeblichen Zustand eines Freundes nicht zu einem Tischgespräch zu machen.
Worin besteht euer Geschäft, und worin nicht? Wann geht ihr in eine Sache hinein, und wann heraus? Sofern ihr im Zweifel seid, tut es nicht. Seid nicht so sicher bei einer Diagnose, die ihr über euren Freund abgebt. Denkt, bevor ihr sprecht, Geliebte, anderenfalls quatscht ihr wohl einfach bloß. Ihr mögt keine Klatschbase sein. Ihr mögt ein Freund sein. Dann seid ein Freund. Ein Freund behält guten Rat für sich.
Seid euch gewahr, wann ihr euch nicht für euren Freund einsetzt. Seid euch gewahr, wann ihr euch nicht für eure Söhne und Töchter einsetzt, oder ebenso nicht für euren Ehemann oder eure Ehefrau. Das ist nicht das erste Mal, als ihr den Rat erteilt bekommen habt, euch auf das zu konzentrieren, was ihr für gut heißt, anstatt auf das, was ihr missbilligt. Baut das, was ihr bauen möchtet. Steckt über andere Freunde nicht eure Köpfe zusammen und gebt nicht eure Ängste kund.
Sprecht nicht schlecht von Anderen, und ihr werdet das Aussehen der Welt verwandeln. Mit Sicherheit werdet ihr euer eigenes Aussehen und die Sicht in eurem eigenen Geist verändern. Sobald ihr nicht mehr länger die realen oder vorgestellten Missstände Anderer an die Öffentlichkeit preisgebt, werdet ihr euch selbst in Frieden finden.
Es ist so: Wann du auf einen Freund verweist, teile nur eine gute Referenz aus. Liebe deinen Freund im Herzen und in der Tat und in der Rede. Halte das Ansehen deines Freundes hoch, und auf diese Weise wirst du deine eigene Schwingung hoch halten.
3101
VOM FENSTER DER LIEBE HER
Routine ist gut. Routine durchbrechen ist auch gut. Standhaftigkeit ist gut, und Flexibilität ist gut. Alles ist gut.
Sobald du sehen kannst, dass alles gut ist, wirst du einen größeren Blick auf das Leben haben. Nichts wird auf die eine oder die andere Weise zu sein haben. Du wirst dich entspannen.
Wir reden hier über das Aburteilen. Dieses Konzept des Nicht-Verurteilens wird eine Menge beworben, und vereinzelt angewandt.
Sobald du dich aus dem Beurteilen heraus bewegst, wird dein Geist nicht derart streng sein. Eine ganze Ladung wird von ihm abgenommen sein. Du wirst Jahre von deinem Leben fortnehmen. Es wird so sein, wie wenn du dir zu enge Schuhe ausziehst und einen Seufzer der Erleichterung ausatmest. Dann wirst du Freiheit kennen lernen. Dein Geist wird Freiheit kennen lernen.
Jemand, der das liest, wird denken, wenn nicht gar sagen: „Gott, sagst Du, wir sollten keine Standards einführen? Sagst Du, dass alles durchgeht?“
Ich würde gerne pauschal sagen, dass es euch gilt, die Liebe in eurem Herzen zu finden, und die Welt von dem Fenster der Liebe her in den Blick zu nehmen. Ich würde euch gerne sagen, sehr umsichtig damit zu sein, Standards innezuhaben, bei denen ihr darauf besteht, dass Andere ihnen nachkommen. Ich empfehle ebenso Vorsicht mit euch selbst, sobald ihr Standards auf euch selbst zu hoch ansetzt. Falls ihr bei euch selbst öfters Fehler findet, kann es durchaus sein, dass ihr Standards zur Anwendung bringt, die für euch zu hoch sind, um ihnen gerecht zu werden. Falls ihr in eurem Schritt keinen federnden Satz vorfindet, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr zu hart mit euch selbst umgeht.
Meine Lieblinge, ihr sollt euch selbst nicht mehr einschüchtern, als ihr das bei Anderen tut.
Ich möchte euch gerne davor warnen, in eurem Geist absolute Statements aufzustellen. Es kann in allem Frieden sein. Es kann auch in allem Chaos sein. Auch die Ordentlichkeit ist nicht immer friedvoll, desgleichen Unordentlichkeit nicht. Sofern ihr denn einen Standard haben müsst, so nehmt den des Friedens, und lasst die Freude euren Standard sein.
Das einzige Absolute, was Ich durch euch gerne gehalten wissen möchte, ist die Liebe. Die Liebe ist der einzige Standard, um sich danach zu richten.
Ich habe Eltern gesehen, die in der Öffentlichkeit in Schärfe mit ihren Kindern reden. Die Eltern mögen denken, sie lehren ihr Kind, sich zu benehmen, und dass sie im Namen der Liebe lehren, und doch, wo ist die Liebe? Es sieht sehr danach aus, dass sie ihr Kind unterweisen, unglücklich zu sein. Sie erteilen sich selbst die Erlaubnis, mit jemandem böse und herrisch umzugehen.
Die Welt ist nicht immer gleichbleibend, genauso wenig müsst ihr eure Meinungen als gleichbleibend wahrnehmen oder festlegen. Seit wann sind Meinungen Tatsache? Seit wann ist Gewissheit Wahrheit?
Seid vorsichtig damit, aufzutreten, eine Sache sei erlaubt, eine andere nicht. Seid umsichtig damit, was ihr predigt, selbst dann, wenn das, was ihr predigt, das gleiche ist, wie das, was ihr ausführt. Es mag sein, ihr treibt einen zu großen Preis für euch selbst und den Anderen ein.
Von einem Standard der Liebe herkommen bedeutet nicht, sentimental zu sein. Eine Basis der Liebe macht euch nicht zu einem Einfaltspinsel. Denkt ihr, Ich bin ein Trottel? Komme Ich nicht von der Liebe her? Ich komme nicht von einem Standard der Liebe her. Ich komme schlicht von der Liebe her, und darum ist es Mir, was Ich von euch bitte.
Und falls ihr ins Schlittern geratet und von Minderem herkommt als von der Arena der Liebe, so wischt euch ab und fangt noch einmal von vorne an. Die Liebe herrscht. Liebe, nicht Striktheit und nicht Weichlichkeit. Weise Liebe, nicht dumme Liebe. Wahre Liebe, nicht unlautere Liebe. Liebenswürdige Liebe. Liebe, ausgegeben mit Anmut, nicht trotz dessen, was sich ereignet, sondern weil ihr Liebe seid. Ihr seid kein Tor, der liebt. Ihr seid kein Sündenbock. Ihr seid kein Taugenichts, um zu lieben. Wir sprechen hier von ehrlicher Liebe, von wahrhaftiger Liebe, die von sich selbst gibt, weil ihr, der Geber von ihr, in der Liebe steht.
3102
WO ALL EUER LICHT ENTHÜLLT WIRD
Seht ihr, wie ein großer Baum wächst? Er kopiert keinen anderen Baum. Er versucht nicht, ein großer Baum zu sein. Er ist ausschließlich er selbst, Schicht um Schicht. Es ist wie – während er wächst, atmet er in völliger Entspannung aus. Es ist keine Anstrengung da. Er versucht überhaupt nicht, etwas zu erreichen, zu leisten, in etwas abzuschneiden oder sonst etwas, mit der einen Ausnahme, einfach der Baum zu sein, der er ist.
Ihr seht, wo Ich mich hier befinde. Meine Kinder bewegen sich in allerhand Überschlägen im Bemühen, etwas zu erreichen. Bäume erreichen ohne Anspannung schlicht ihr ganzes Wachstum. Sie befinden sich auf keinem Rennen mit anderen Bäumen oder gar mit sich selbst.
Nun, das ist knifflig, weil ein Baum nicht all die Wahlmöglichkeiten hat, die ihr habt. Ihr seid dafür bestimmt, eine volle Wahl zu haben, und doch bitte Ich euch, nicht außer Atem zu kommen. Seid ruhig wie ein riesiger Baum.
Ihr habt allen Saft, den ein Baum hat, und der ihn veranlasst, groß dazustehen. Alles was ihr seid, ist ebenfalls in euch eingebaut. Es ist für euch wirklich nicht nötig, das so sehr zu versuchen. Ihr werdet anlangen, ohne euch auszulaugen.
Nehmt alle Art und Weise zur Kenntnis, die ihr sein wollt. Macht sie euch zueigen. Falls ihr etwa ein Dr. sein wollt, habt ihr die Arbeit zu tun. Ihr müsst es eine Menge wollen, um durch all das hindurch zu gehen, durch das ihr hindurch zu gehen habt. Es gibt etliche Angelegenheiten im Leben, die mit einem Spießrutenlauf verglichen werden können. Du hast dich nicht durch alle hindurch zu bringen. Wähle jene aus, die dir am meisten bedeuten, und gib ihnen statt, zu passieren. Erschöpfe dich nicht.
Es gibt kein stromaufwärts, Geliebte, wenn es sich auf eure angeborene Spiritualität beläuft. Tatsache ist, es gibt nichts, was ihr zu tun habt, außer eurem Herzen zu folgen. Ihr braucht nicht jedes Buch über das Thema lesen. Ihr müsst nicht zu jedem Seminar gehen. Eure Spiritualität ist nicht in einem Buch oder bei einem Lehrer angesiedelt. Ich habe Spiritualität in euch heruntergeladen. Sie ist allesamt dort. Sie ist euer, damit ihr sie betretet. Weist auf euer Herz.
Habt Zutrauen, dass ihr wisst. Habt Zutrauen, dass ihr alle nötigen Zutaten habt, und dass sie in vollkommener Synchronizität in Erscheinung treten werden.
Ich weiß, ihr begehrt in aller Tiefe, mehr davon zu sein, was ihr bereits seid. Ich weiß, ihr wollt, dass euer Licht scheint. Ich weiß, Ich weiß. Ich möchte Meinen Odem auf euer Licht blasen, und euer Licht wird entzündet werden. Womöglich werdet ihr gerne meinen, es sei von oben her entzündet worden. Tatsächlich ist es so, es ist von innenher entzündet worden. Von eurem Inneren her, Geliebte. Ihr seid euer eigenes Streichholz. Das Licht der Liebe ist euer Streichholz.
Es ist derart einfach, euch zu erzählen, doch zu lieben, und dennoch ist es nicht so einfach, es zu tun. Manchmal stellen sich Meine Kinder in die Verheerungen eines Sturms, und manchmal immer und immer wieder. Liebt euch selbst, und ihr werdet euch dort bewegen, wo die Anmut eurer harrt. Ihr habt nicht den Sturm zu wählen. Ihr habt nicht euren Finger auf den heißen Ofen zu legen, nicht auch nur einmal. Ihr könnt wählen, was das Leben bietet. Ihr habt nicht zu umgehen. Einfach, dass ihr andere Türen öffnet, wo all euer Licht enthüllt wird, und ihr seht das Licht, was das eure ist. Unabhängig von irgendwem oder irgendwas, ihr seht es. Es ist das eure, es zu sehen.
3103
SELBST IN WÜSTEN BLÜHEN BLUMEN
Selbst in den Wüsten der Erde blühen Blumen. Und überall blühen Herzen. Unter den grässlichsten Umständen triumphieren Herzen. Selbst unter aussichtsreichsten Gegebenheiten gibt es Herzen, die nicht aufblühen. Es muss so sein, dass sie es abschlagen.
In Wahrheit sind alle Umstände in der Welt nicht der Schlüssel, der euch vom Glücklichsein abhält, noch auch, überreichen euch alle Umstände das Glücklichsein, das du und Ich dir gemeinsam wünschen. Inmitten des Überfusses gibt es Sorgen. Inmitten von wenig oder nichts gibt es großes Glück. Könnt ihr das bestreiten?
An der Stelle, an der Stelle jetzt habe Ich euch schlüssig darzulegen, dass ihr, und ihr alleine, verantwortlich seid für euer eigenes Glücklichsein. Ihr könnt nicht mehr länger dem Unglücklichsein Vorwürfe machen, was rund um euch herum vor sich geht. Gewiss, das Leben bietet euch etliche gelegentliche Vorteile dar, und ihr freut euch darüber. Und, gewiss, das Leben gibt euch etliche Hiebe, und ihr werdet traurig. Trotzdem, das ganze Drama, ob es sich nun vorteilhaft oder unvorteilhaft ausnimmt, ist nicht der König von euch. Ihr seid der König von euch. Ihr seid die erfreuliche Nachricht. Ihr seid diejenigen, die euch heraufziehen, und du bist derjenige, der dich hinunterzieht.
Es sieht danach aus, du hast dir selbst ein gewisses Maß an Glücklichsein, und nicht mehr davon, beigeordnet. Du hast dir Grenzen gesetzt, wie glücklich du sein kannst und unter welchen Umständen. Die Umstände sind unschuldig. Sie hegen keinen Groll, was dich betrifft. Es muss so sein, du hegst einen Groll, was sie betrifft. Umstände machen oder zerschlagen nicht einen Tag. Du tust das. Halte nicht mehr länger Umstände dafür verantwortlich, wie du dich fühlst.
Die äußere Welt der Gegebenheiten ist nicht dafür bestimmt, der Bestimmer von dir zu sein. Umstände sind nicht der Entscheider über dein Glücklichsein oder Unglücklichsein. Setze dich selbst von dieser Auffassung frei. Mit welchem Recht rationieren Umstände dein Glücklichsein? Umstände haben kein Recht, ausgenommen dafür, was du ihnen an Recht überträgst. Es gibt keinen Bedarf, mit den Gegebenheiten eine Partnerschaft zu schließen.
Gegebenheiten sind das, was euch umgibt. Sie sind wie das Wetter. Gewiss, alles beeinflusst alles, und dennoch bist du der Rezeptor deines eigenen Lebens. Nie warst du dafür vorgesehen, ein Opfer zu sein. Nimm nicht mehr länger diese Rolle ein. Du bist nicht auf die Gnade eines jeden Umstandes angewiesen. Mache nicht mehr länger Umständen Vorwürfe. Mache überhaupt nicht mehr länger Vorwürfe. Wisse einfach, dass du der Direktor deines eigenen Films bist.
Du bist nicht per glücklicher Umstände. Du bist ein Gottesseinswesen, das über allem steht.
Es ist wahr, du bist ein Menschenwesen, dennoch ist das keine Ausfucht. Menschenwesen sind die Könige der Welt. Menschenwesen sind Gottesseinswesen.
Gib deine Macht nicht an Entschuldigungen weg. Wirst du nicht ein wenig der Ausflüchte überdrüssig? Entschuldige dich jetzt in diesem Augenblick für das Unglücklichsein. Es ist allzu sehr von Gewicht. Unglücklichsein liegt schwer auf dir. Sobald du unglücklich bist, ziehst du die ganze Welt herunter. Sobald du glücklich bist, ziehst du die ganze Welt hoch.
Hast du die freien Wahl oder nicht? Möchtest du die freie Wahl? Ganz bestimmt möchtest du dein
Leben nicht diktiert wissen durch das Stimmrecht der Umstände.
Hast du dein Glücklichsein und dein Leben an die Gegebenheiten verschrieben? Dem ist so, oder etwa nicht? Und wenn du das hast, hast du dich selbst zu einem prellenden Ball gemacht, der rauf und runter getippt wird, du bist abhängig von der Gnade der scheinbaren Hand, die dich prellt.
Du bist ein eigenes souveränes Seinswesen. Sei es somit. Sei der Souverän deines Lebens, und gib dir selbst statt, glücklich zu sein. Gewähre dir selbst Glücklichsein. Gib dir selbst die Berechtigung, in jedem Fall glücklich zu sein.
Denke nicht, Ich sage dir, Traurigkeit sei verboten. Traurigkeit ist okay. Du kannst gar traurig sein, und glücklich zu selben Zeit. Sei glücklich, dass du traurig sein kannst. Das ist gut so. Finde dich bloß nicht mit Traurigkeit ab, so, als würdest du nur sie verdienen. Erlange Gleichmut. Du kannst das. Weder Glücklichsein noch Unglücklichsein stammt aus deiner Fertigung. Ich bin die Herstellung von dir.
3104
WENN DU AUF EINEM BERGGIPFEL STEHST
Du befandst dich vielleicht in dem Muster, eigennützig zu sein. Das ist nicht von Belang. Heute kannst du uneigennützig sein. Es ist eigentlich nicht uneigennützig, was du zu sein habest, denn das Gegenteil von eigennützig ist eigentlich nicht uneigennützig. Das Gegenteil lautet großherzig.
Sei großherzig, komme von einer Stelle der Stärke her, wo es leicht ist, großherzig zu sein.
Als du eigennützig warst, hast du versucht, dich selbst zu schützen. Vielleicht hast du gedacht, du hättest eigennützig zu sein, um zu überleben; jetzt aber hast du überlebt, und jetzt ist es deine Chance, aus vollem Herzen zu geben. Das ist Freigiebigkeit. Geliebte, wenn ihr auf einem Berggipfel steht, was könnt ihr da anderes tun als Anderen hinauf helfen?
Wenn ihr großherzig seid, steht ihr auf einem Berggipfel.
Großherzig sein ist nicht etwas von euch wegnehmen, das begreift ihr. Großherzig sein ist wissen, dass ihr das habt, was zu geben ist. Großherzig sein ist wissen, dass Ich euch gebe. In kleinen menschlichen Bewandtnissen möchtet ihr gerne an den Einen, Der euch Alles Gibt, zurückreichen. Was erfreut Mich denn mehr, als zu sehen, wie ihr euren Brüdern und Schwestern helft?
Wenn ihr großherzig seid, fangt ihr an, mit dem Einssein vertraut zu sein. Letztlich gebt ihr an euch selbst. Wie auch immer eure Großherzigkeit die anderen Repräsentationen eurer selbst anrühren mag, sie rührt euch selbst an. Sie bringt euer Herz zum Anschwellen. Ob ihr das bestätigt oder nicht, eure Gebenshaftigkeit spart euch eine Menge Zeit und Energie. Sie ist ein rascher Pfad, auf dem ihr vorankommt.
Um Freigiebigkeit zu erlernen, da mag es sein, ihr habt euch selbst dann und wann einen Schubs zu geben. Das ist gut so. Über kurz oder lang werdet ihr in einem jeden Gebiet eures Lebens ausschließlich großherzig leben. Über kurz oder lang werdet ihr gar keine Wahl zu betreiben haben. Ihr werdet eine Wahl getroffen haben, und ein Zurückgehen wird es nicht mehr geben. Es wird kein Bestreben geben, zurückzugehen. Wenn ihr im Himmel seid, was könnte euch dazu bringen, irgendwo anders hin gehen zu mögen?
Ihr hebt die Erde aus dem Reichtum eures Herzens heraus zum Himmel. Ihr gebt Beispiele des Himmels aus. Die kleinen Segnungen, die ihr ausgebt, sind Kostproben des Himmels, wo es nichts anderes als Geben gibt. Was ihr gebt, wird nicht einmal als Geben gedacht werden, denn es wird reines Geben sein aus einem fortwährenden und augenblicklichen Impuls aus dem Herzen Gottes heraus.
Ihr werdet wissen, es gibt keinen Bedarf, um etwas zurückzuhalten. Ihr werdet wissen, dass Zurückhalten keine Freude einbringt.
Dies fußt nicht auf der Redeweise, dass es besser sei, zu geben, als in Empfang zu nehmen. Selbst dieser Gedanke ist ein Gedanke ans Gewinnen. In der Großzügigkeit des Herzens stellt das keine Bedachtnahme dar. Geben ist wie atmen. Dabei besteht keine Wahl. Natürlich möchtet ihr atmen. Natürlich möchtet ihr geben.
Wenn ihr, Geliebte, damit ganz durch seid, was anderes gibt es in dieser kurzen Zeitspanne des Lebens auf der Erde zu tun, als zu geben? Es gibt nichts zuzugewinnen, nichts, was es wert ist, um es zuzugewinnen. Oder Wir können sagen, dass der einzige Zugewinn im Miteinander Teilen besteht, denn Geben ist nicht mehr als Untereinander Teilen.
Während ihr auf dem Berggipfel steht, gibt es nichts anderes zu tun. Ihr haltet einem jeden die Hand hin. Ihr redet darüber nicht. Ihr fügt euren Namen nicht einer Liste an. Ihr helft schlicht überall einem jeden. Das ist eure Position im Leben. Niemand hat zu wissen, dass ihr ihm behilflich seid, den Berggipfel zu erreichen. Ihr habt es nicht zu wissen. Alles, was ihr wisst, ist, dass ihr aus Liebe gemacht seid, und dass ihr freigiebig liebt. Das nimmt von euch nichts weg, denn ihr selbst seid das Geschenk. Geliebte, Geliebter, Ich gab euch als ein Geschenk an die Welt. Ich gab ein jedes Herz, was schlägt, an die Welt, sodass alle Herzen sich ausdehnen mögen und die Welt wundervoll werden möge, weil ihr euch in ihr befindet.
3105
WELCHES GUTE GESCHICK HÄTTEST DU HEUTE GERNE?
Geliebte, bleibt, so gut ihr es könnt, von Behauptungen fern. Behauptungen sind eigentlich vorschnelle Verurteilungen. Ihr macht allzu oft vorschnelle Behauptungen. Jemand macht eine Bemerkung, und ihr habt das Gefühl, die Bemerkung bedeute, dass dieser Mensch euch nicht mag. Ihr stellt Behauptungen auf, dass etwas der Fall sei, während nichts der Fall ist, mit der einen Ausnahme, eure Wahrnehmung.
Wenn ihr eure Kontoauszüge von der Bank bekommt, werdet ihr vielleicht zuallererst und unmittelbar behaupten, die Bank habe einen Fehler begangen, oder ihr werdet vielleicht zuallererst und sofort behaupten, dass ihr einen Fehler begangen habt. Vielleicht geht ihr sogar davon aus, dass alle Fehler auf eurer Seite liegen. Seid nicht so rasch. Dass es überhaupt einen Fehler gibt, kann insgesamt eure Behauptung und unkorrekt sein.
Ihr wisst, was Behauptungen sind, und ihr wisst, ihr stellt sie auf, manchmal zu eurem Entsetzen. Behauptungen sind bestimmt nicht zu eurer Ehre.
Eure Behauptungen führen laufend zu einem Ruf zu den Waffen. Ihr hebt eure Fesseln hoch. Ihr reckt eure mentalen Fäuste. Ihr habt Rachegedanken.
Es ist besser, dass ihr euch, sobald es zu Behauptungen kommt, nicht so sehr auf eure Zehen stellt. Seid schäbig und heruntergekommen, wenn es sich auf Behauptungen beläuft.
Sofern ihr von einer Behauptung herkommen müsst, kommt von der Behauptung her, dass alles gut ist und dass ihr geliebt werdet. Lasst das die Schlussausführung sein, die ihr im vorneherein zieht. Seid auf Liebe vorbereitet und nicht auf Feuersbrunst.
Sobald ihr unglückliche Behauptungen aufstellt, zündet ihr unter eurem Herzen ein Feuer an, und ihr versengt es. Tut das eurem Herzen nicht an, eurem schönen Herzen von Mir.
Falls ihr leichthin denken könnt, es gebe schlechte Nachrichten, könnt ihr dann nicht ebenfalls leichthin denken, es gebe gute?
Ich möchte euch ein Aufgabengebiet zuweisen. Denkt an alle Ereignisse, die ihr heute gerne willkommen heißen möchtet. Habt sie in eurem Sinn.
Denke daran, wie dich jeder, dem du heute begegnest, anlächeln wird. Denke an die Schecks, die mit der Post kommen werden. Denke an die Einladungen zum Glücklichsein, die dich erreichen werden. Wie werden sie aussehen? Was könnten sie sein? Welches gute Geschick hättest du heute gerne? Überreiche dir selbst in deinen Gedanken gutes Geschick.
Gehe von dem Wohlbefinden aus, was das deine ist. Gehe davon aus, dass heute dein Weg durch den Tag mit Gold gepfastert ist. Gehe davon aus, dass das Universum zu deiner Verfügung steht. Gehe davon aus, dass das Universum sich nach jeder Gelegenheit umschaut, um dein Herz zu füllen und um dir Wohltat nach Wohltat zu überreichen. Gehe davon aus, dass das Universum möchte, dass alles nach deinem Sinn verläuft, und dass es weite Wege nimmt, um dir dienlich zu sein.
Von glücklichen wohlbehaltenen Behauptungen könnt ihr nicht zu viele haben. Eine einzige unglückliche Behauptung, also, eine einzige ist zu viel.
Solltest du dich in einer Behauptung geirrt haben, so lasse sie zu einer günstigen Behauptung werden, über die du dich geirrt hast. Zum wenigsten wirst du die Chancen zu deinen Gunsten aufgestellt haben.
Wieso das Leiden einer negativen Behauptung zweimal durchleben! Falls sie passiert, sobald sie passiert, ist einmal genug. Es gibt keinen Bedarf für eine inoffzielle Vorpremiere von ihr.
Ja, die Bedeutsamkeit eurer Gedanken. Lasst den Strom eurer Gedanken eine Kanufahrt einen vergnügten Fluss hinunter sein. Wieso solltet ihr es gerne mögen, den Strom eurer Gedanken dazu zu bewegen, eine matschige Straße entlangzulaufen? Haltet euer Auge darauf, wo ihr geht, und was ihr wollt. Haltet euer Auge von dem Ungewollten fort, was erscheinen oder nicht erscheinen mag. Lebensmuster können geändert werden. Geliebte, ihr müsst die unerwünschten Regungen des Denkens ändern. Ändert ihr Format. Ändert eure Gedanken, und euer Leben wird verwandelt. Gebt einem neuen Denkmuster eine Chance, zu gedeihen.
Nährt die Gedanken, die euch Freude aushändigen. Lasst die Gedanken los, die euch durcheinander bringen. Wofür braucht ihr beunruhigende Gedanken?
3106
WIRF DEINE SORGEN AUS DEM FENSTER
Möchtest du, ein für alle Mal, aufhören mit dem Sorgen? Du über-sorgst dich. Eine jede Sorge ist zu viel. Sorgen ist witzlos. Es nimmt deine Energie weg und gibt dir dafür nichts zurück, außer mehr von sich selbst. Mache einen besseren Handel.
Sorgen ist sich wund scheuern. Sorgen ist daran denken, was schief gehen könnte. Du sorgst dich sogar dann, nachdem etwas schief gegangen ist. Dann sorgst du dich bis auf die Knochen darüber, was du hättest besser machen können, sofern du bloß in der Lage wärest, in der Zeit zurückzugehen. Geliebte, ihr könnt in der Zeit nicht zurückgehen. Ihr könnt sie nicht rückgängig machen. Nun, bitte, lasst das Sorgen und die Vorhaltungen los. Lasst das Sorgen vorher, während und nachher los. Lasst es einfach los.
Sorgen ist einen schweren Sack herumtragen. Das macht keinen Sinn. Ihr habt ihn nicht zu tragen. Er dient keinem guten Zweck. Alldas zieht euch hinunter.
Was ihr tun könnt, ist die Sorgen los lassen. Lasst sie zwischen die Ritzen fallen. Bringt sie außer Sicht. Kickt sie fort. Sie sind für euch ohne Nutzen. Sich Sorgen ist eine Gepflogenheit. Eine Gewohnheit, mit der ihr brechen mögt. Sich Sorgen ist, auf eine perverse Weise, wie am Daumen nuckeln.
Werft eure Sorgen aus dem Fenster und lasst sie fort fliegen. Sorgen haben keinen Nährwert, außer ihr steht mit ihnen in Einvernehmen. Seid mit ihnen nicht einverstanden. Es gibt für euch keinen Grund, dem Sorgen Zugeständnisse zu machen oder es zu begütigen. Sorgen ist etwas, was ihr lerntet, Geliebte. Lernt es jetzt um. Ihr habt es angenommen, und jetzt mögt ihr es los lassen.
Könnt ihr euch die große Energie vorstellen, die es in der Welt geben wird, sobald das Sich Sorgen seinen Abgang macht? In der Tat, die Erde würde sich von alleine zum Himmel erheben. Alle Energie, die gegenwärtig auf das Sorgen verschwendet wird, würde in Liebe umgewandelt werden. Wer würde denn nicht lieber lieben als sich sorgen?
Was für eine wertlose Sache Sich Sorgen doch ist. Und gleichwohl, was für einen Brückenkopf es doch einnimmt! Sich Sorgen war gut darin, euch zu verleiten, euch glauben zu machen, dass es das Unglück verhindere. Was für ein Bauernfänger die Sorge doch ist! Sorge ist keine Schutzmaßnahme. Sorge ist gut darin, euch Missgeschick zu überbringen. Ihr seid bereits beklagenswert, während ihr euch in Sorge verzehrt.
Kommt von der Prämisse her, dass es nichts Falsches gibt, und dass nichts Falsches passieren wird. Die Sorge möchte euch überzeugen, dass es an jeder Ecke eine Gefahr gibt. Die Sorge ist die Gefahr, Geliebte. Ihr könnt nicht wissen, dass das, was ihr als abwegig anseht, abwegig ist. Etwas mag durchaus nicht sein, was ihr möchtet. Ein jeder mag sagen, es sei abwegig, und dennoch könnt ihr das Konzept der Verkehrtheit los lassen. Ihr müsst das. Weil ihr etwas nicht mögt, macht es nicht zu etwas Verkehrtem. Der Tod, der derart gefürchtet ist, ist nicht verkehrt.
Verständlich, ihr möchtet gerne eure geliebten Angehörigen beständig auf der Erde haben. Eurem besorgten Herzen ist es verkehrt, dass jemand stirbt. Selbst dann, wenn ihr wisst, das ist gut so, denkt ihr, es sei abwegig. Selbst dann, wenn die Zeit eines Menschen gekommen ist, um den Planeten zu verlassen, protestiert ihr, das sei unfair. Ihr wendet ein. Wendet nicht ein, und ihr sorgt euch nicht. Sorgen ist SelbstQuälerei. Falls ihr etwas als verkehrt ansehen müsst, seht das Sich Sorgen als verkehrt an.
Tragt nunmehr Wohlwollen anstelle von Sorgen mit euch. Wohlwollen dehnt sich aus. Sich Sorgen zieht zusammen. Sich Sorgen hält euch gefesselt. Wohlwollen befreit euch. Wie tief ihr doch frei sein möchtet, und wie stumpfsinnig ihr doch auf die Sorge zupackt und sie nicht gehen lassen mögt.
Seid ein Alles-Gute-Wünscher und nicht ein Sich-Sorgen-Macher mehr.
Quartiert die Sorge zwangsweise aus eurem Leben aus. Die Sorge hat kein Geschäft, bei euch zu bleiben.
Werft sie ab. Werft den Anker der Sorge ab. Setzt Segel für eine andere Küste, wohin die Sorge nicht kann. Seid sorglos, Geliebte. Lasst die Sorge im Stich. Lasst sie auf einem verlassenen Eiland zurück. Lasst sie dort.
3107
DER SONNENAUFGANG EURES HERZENS
Euer Herz ist eine schöne Sonne, dafür bestimmt, dass es wie einen Sonnenaufgang alle sehen. Die Sonne eures Herzens kann zugedeckt werden, und dennoch scheint sie ununterbrochen ihr Licht. Ihr könnt eure Liebe zudecken, wie Wolken die Sonne bedecken, jedoch halten die Wolken die Sonne nicht auf. Sie rühren sie nicht einmal an. Die Sonne scheint, ungeachtet was über sie gelegt wurde. Die Sonne eures Herzens scheint in gleicher Weise, einerlei, wie viele Zäune und Gräben und Schatten der Nacht ihr Vertuschen verrichten.
Ihr könntet es genauso gut aufgeben, die Vollheit eures Herzens zu verbergen. Zudecken ist eine aussichtslose Sache. Wie ein Make-up, es wäscht sich ab. Kommt voran und nutzt ein Make-up, sofern es euch glücklich macht, allerdings, wie gut wisst ihr doch darum, dass das Abblenden der Sonne eures Herzens euch unglücklich macht. Ihr mögt euer Herz in unterschiedlichen Kostümen der Haute Couture oder in Lumpen oder in allerhand Stilen dazwischen kleiden.
Nichtsdestotrotz, die Sonne eures Herzens ist ungebrochen. Die Liebe inwendig in euch wird hindurch scheinen, und sie wird so gut wie neu sein. Sie wird so frisch sein wie ein Gänseblümchen. Sie wird nie alt, nicht einmal kalt, egal, wie viel Eis ihr in eurem Herzen lagert. Euer Herz ist dabei, derart hell zu scheinen, dass ihr erkennen werdet, wie es auf der Parade in armseligen Kleidern marschierte. Die Schleier über der Liebe werden verschwinden, und der Sonnenschein all der Liebe in eurem Herzen, die Ich hinein stellte, wird dort zugegen sein. All jene Liebe von euch wird durch sämtliche Bande hindurch bersten. Euer Herz wird nicht verschmutzt sein. Es wird nicht mitgenommen sein.
Die Muskeln eurer Liebe wachsen immerzu, und sie werden sich beugen und die erbärmlichen Ketten und Verkleidungen, die ihr eurer Liebe angelegt habt, durchbrechen. Das Sonnenlicht eurer Liebe wird hervorbersten. Etwa wann. Sagen wir, eben jetzt.
Oh, was für eine strahlende Sonne habt ihr in eurem Herzen verborgen gehalten! Ihr habt mit den minderen Emotionen einen Schwindel betrieben. Ihr habt sie real genannt und die Gaukler gemocht. Alles war unterdessen in der falschen Richtung ausgelegt.
Was ist Ärger denn anderes als eine Vertuschung von Liebe? Was ist Angst? Was ist Missfallen? Ihr spürt den Kontrast der minderen Emotionen mit der Liebe in eurem Herzen. Die minderen Emotionen sind besser angeheizt, und deswegen nennt ihr sie echt, und, das Land, was ihr als Liebe bezeichnet, nennt ihr weithergeholt oder gar verschollen, so, als ob die Sonne eures Herzens lange im Dunkeln oder abgängig bleiben könne.
Ihr kennt es, wie ein Zimmer auszukehren und Staub von den Möbeln abzuwischen ist. Kehrt die Schlacke aus eurem Herzen heraus. Reinigt euer Herz wie einen Spiegel, und schaut in es hinein. Seht das Sonnenlicht funkeln. Beseitigt die Partikel, die euer Licht verborgen halten. Lest alte Wunden und Missfallen heraus. Nehmt Pinzetten zur Hand, falls ihr das müsst, oder einen Löffel, und bringt sie heraus. Macht für die Sonne den Weg frei, denn ihr sollt sie scheinen.
Die Liebe ist weder ein Kostüm noch eine Juwelierarbeit, trage jedoch die Sonne deiner Liebe wie einen Diamanten. Deine Liebe ist ein Diamant. Entblöße dein Herz. Es hat nicht mehr zu tun, als gesehen zu werden. Falls du zurzeit die Brillanz deiner Liebe scheinbar nicht zu sehen vermagst, dann stelle sicher, sie zu geben, und du wirst sehen, wie sie im Licht der Augen Anderer reflektiert wird.
Vielleicht ist deine Liebe wie ein Feuer gewesen, was lange gebrannt hat, und gewisse nachgelegte
Holzstücke haben es zum Rauchen gebracht, es hinterließ Asche und Rückstände, die die natürliche Fähigkeit des Feuers beeinträchtigen. Beseitigt den Ruß. Fegt diesen Schornstein. Zu viele Überreste aus der Vergangenheit haben sich dort unwidersprochen angesammelt.
Gib deinem Herzen seinen ursprünglichen Schimmer wieder. Bringe es jetzt wieder in Trab. Heute ist Herz-Putz-Tag.
3108
DASJENIGE, WAS NIE SCHLÄFT
Vielleicht habt ihr es gerne, herum zu sitzen, euer Körper aber liebt es, sich zu bewegen. Dafür ist euer Körper hergestellt worden. Ihr habt einen physischen Körper, während ihr euch auf der physischen Ebene befindet. Wofür habt ihr ihn, wenn nicht zum Bewegen?
Selbst ein neugeborener Säugling bewegt seine Arme und Beine.
Natürlich ruht euer Körper ebenso. Ausüben. Ruhen. Ausüben. Ruhen. Darin ist ein Rhythmus, so in etwa wie sich eine Raupe bewegt. Ziehen, Stopp. Ziehen, Stopp. Dagegen, Stopp. Dagegen, Stopp. Ziehen, aufholen, mehr ziehen, etwas mehr stoppen.
Klar, das Physische ist allesamt illusorisch, und demnach bewegt sich der scheinbare Körper, in der Illusion, und der scheinbare Körper bleibt still. Wie real ist das Physische doch auf der physischen Ebene, und dennoch späht das Spirituelle herein und hat sein Sagen, und in Wahrheit ist es das Spirituelle, was seinen Weg nimmt.
Du bist keine Marionette, und gleichwohl, einerlei, wonach es dir aussehen mag, das Spirituelle zieht die Fäden. Das mag dir zur selben Zeit, während du erkennst, dass du einer höheren Macht, die dich aufweckt, unterstehst, wie ein Gegensatz erscheinen. Was ist es denn, was aufgeweckt wird? Was ist es, was schlafen geht? Noch mehr, was ist das, was nie schläft? Schier das Physische benötigt den Schlaf. Es benötigt den Schlaf in derselben Weise, wie es die Bewegung erstrebt, in derselben Weise, wie eine Raupe sich daran macht, ihren Weg in der Welt zu nehmen.
Augen offen, und Augen geschlossen.
Der Mund spricht. Der Mund schließt sich.
Der Geist ist munter. Der Geist wartet, und der Geist stopft sich selbst voll.
Du bist nie alleine, und dennoch fühlst du dich manchmal alleine. Selbst dann, wenn du dich in einer Menschenmenge befindest, die letztlich nicht als etwas Separates von dir existiert, kann es sein, du fühlst dich alleine und du weinst. Und, gleichwohl, Geliebte, kann das Ende eines Teppichs von dem anderen Ende getrennt sein? Ist ein Teppich wirklich vom Boden getrennt? Wovon bist du getrennt? Bestimmt nicht von Mir, noch auch Ich von dir.
Und dennoch betätigst du dich, und dennoch stehe Ich still. Ich bewege Mich nie, und gleichwohl bewege Ich die Welt. Einzig im Physischen ist die Welt ein derartiges Rätsel.
Wie kann es die Bewegung des Krieges geben, unterdessen Friede existiert? Wie kann es Stille inmitten von Lärm geben? Wie kann es Liebe inmitten von Aufruhr geben? Und dennoch ist da Friede, und dennoch ist da Stille, und dennoch ist da Liebe, und Liebe beherrscht die ganze Bude. Liebe ist das, was dich bewegt. Es mag ja Liebe für du weißt nicht was sein, und doch leitet dich die Liebe, sie schiebt dich, sie setzt dich in Bewegung.
Demnach bewegt sich der Körper, und der Körper schläft. Demnach eilt der Geist hier und dort hin, nutzt sich ab, und dein Herz schlägt, und doch gibt es zwischen einem jeden Schlag Pausen. Könnte es ohne eine Pause einen Schlag geben?
Es gibt Pausen zwischen jedem Schritt, den du nimmst. Es gibt Pausen zwischen Wörtern. Es gibt Pausen zwischen Gedanken. Es gibt Pausen. Es gibt Eilen, und es gibt Verlangsamen. Dein Leben spielt bestimmte Töne, und dementsprechend wird das Leben ausgespielt.
Und was ist sie, diese Bewegung, diese Stille, dieser Anfang und dieser Einhalt? Worum geht es bei diesem Affenspektakel? Es geht um überhaupt nichts, ausgenommen um Bewegung und ihren Anfang in der Stille, und doch gibt es Das die ganze Zeit, was sich nie bewegt und was immerzu ruhig ist. Und wie indes existiert Ruhe inmitten des Affentheaters? Und doch, sie existiert. Und du hast eine Bewusstheit deiner selbst, und du hast eine Bewusstheit Meiner Selbst, so, als wäre Ich dir ein Fremder, unterdessen Ich alles von dir bin und du alles von Mir bist.
Wie gegensätzlich ist doch das Leben, oder nicht? Es ist ein Sprung und ein Übergehen, und es läuft nur, wo es immer schon gewesen ist. Es geht nie davon ab. Der Zug verlässt nie die Bahnstation, wiewohl folgt er seinem Gleis, und du folgst dir den ganzen Weg über zu Mir, wo du immerfort gewesen warst, und so sinnst du nach, und so lebst du, sozusagen hin und her wandernd, während du die ganze Zeit fest in Meinem Herzen stationiert bist. Was für ein großartiger Ort für dich, dich aufzuhalten, eben hier, wo du immer bist, und wo Ich auch BIN. Wir sind gemeinsam in einem Umarmen eingehakt, bei dem es kein Nachlassen gibt.
3109
WIE DEN GANG DEINES LEBENS ÄNDERN
Es ist besser, sich aus dem, was jemand sagt, nichts zu machen. Verstehst du Mich? Es ist eine Energieverschwendung. Egal, was jemand sagt, er redet über sich selbst. Du siehst dies bei Anderen leichter als bei dir selbst, gleichwohl, so ist es. Was ihr schräg anschaut, seid ihr, Geliebte. Egal, wie falsch etwas ist, was jemand sagte, ihr seid diejenigen, die darauf einen Blick werfen, und ihr verlängert es, unterdessen es besser ist, es fallen zu lassen.
Ihr würdet niemals einen Mord begehen, und dennoch würdet ihr jemanden, der gemordet hat, zum Tode verurteilen. Der Ankläger und der Angeklagte sind die gleichen, genauso wie der Sucher und der Gesuchte die gleichen sind. Klage nicht einmal denjenigen an, der dich anklagt. Gehe stattdessen zu einer Feier oder schaue dir die Sterne an.
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Ein jeder Mensch, der redet, stellt eine Kennzeichnung seiner selbst aus. Ein jeder Mensch, der sich die
Worte eines Anderen zu Herzen nimmt, begibt sich in eine Partnerschaft mit der Bewusstheit des Anderen. Wenn du ein reicher Mensch bist, und ein armer Mensch redet davon, du seist arm, was kümmerst du dich darum?
Wenn Ich sage, ein Jeder ist gleich, meine Ich dabei gleichzeitig nicht, deine Aufmerksamkeit oder Bewusstheit gleichermaßen dort festzuhalten, wo diejenigen eines Anderen soeben auch sein mögen. Genauso wenig möchte Ich damit gesagt haben, dass ihr einen jeden Missstand zu berichtigen habt.
Dies stellt einen weiteren Grund dafür dar, weswegen Ich euch bitte, euch niemals zu beschweren. Worüber ihr euch beklagt, stellt das dar, wo eure Aufmerksamkeit Hof hält, selbst bloß für einen Augenblick. Falls ihr ein Lied, was erklingt, nicht mögt, dann stellt eine andere Radiostation an. Findet eine Melodie, die ihr mögt. Klagen sind nicht erhebend. Sie sind wohl nicht einmal erbauend. Sofern ihr diejenigen seid, die sich beklagen, sind es ganz bestimmt nicht eure Beschwerden, die euch aufrichten. Entfernt euch aus der Beschwerdeabteilung.
Es befinden sich zahlreiche gute Beweggründe in der Welt. Falls eure Sache darin besteht, das Tierleben zu schützen, so liebt das Leben der Tiere im Freien, und richtet eure Aufmerksamkeit nicht auf jene, die nicht eure Bewusstheit innehaben. Ihr werdet mehr für wilde Tiere tun, indem ihr jene liebt, die sie verfolgen, als, indem ihr die Jäger in Schrecken versetzt. Ihr werdet mehr für den Frauenschuh tun, indem ihr ihn liebt, als, indem ihr Jenen Vorhaltungen macht, die ihn gewusst oder unwissentlich pflücken oder auf ihm herumtreten.
Akzeptiert nicht, dass Jene, die nicht liebenswürdig zu euch reden, gebilligt werden. Noch auch setzt euren Geist und euer Herz dafür ein, zu protestieren, dass sich die Sprecher nicht richtig verhalten. Werft all jene Zeiten hinaus, wann euer Geist und eure Emotionen den Prozess ansetzen, und wann ihr dachtet, ihr hättet über euren Fall zu spekulieren oder ihn vor dem Gericht eures Geistes zu gewinnen.
Genauso wenig besteht der beste Einsatz eurer Energie darin, euch Lob, was euch überreicht wird, zu Herzen zu nehmen. Sei es nun, dass es stimmt oder nicht stimmt, ihr kommt besser damit weg, es nicht ganz auszutrinken. Genießt es, und lasst es euren Rücken hinunter rollen. Nehmt euren Anfang damit, gut über euch selbst zu denken, und ihr werdet keinen Applaus brauchen, und ihr werdet ihn euch weder derart stark schmecken lassen, noch werdet ihr ihn vermissen.
Macht euch nicht so viel daraus, was die Menschen sagen, und macht euch nicht so viel daraus, was sie denken. Macht euch etwas daraus, was ihr sagt und was ihr denkt. Diese eine Sache wird den Gang eures Lebens, wie auch den Gang des Lebens Anderer ändern.
Sobald ihr etwas nicht mögt, wendet euch euch selbst zu. Werdet zumindest eure Gedanken darüber, was ihr nicht mögt, los. Dem Aufmerksamkeit zollen, was ihr nicht mögt, ist wie im Rückwärtsgang fahren. Mehr ist es nicht. Ein Jeder weiß, es ist schwerer, im Rückwärtsgang zu fahren als im Vorwärtsgang.
Geliebte, denkt nicht, dass Ich euch schelte. Ich weise euch jetzt auf eine neue Richtungsnahme hin. Lasst die Vergangenheit los. Aus der Vergangenheit entwachsen Beschwerden. Und falls es der gegenwärtige Augenblick ist, den ihr nicht mögt, dann lehnt euch in die Richtung des neuen Augenblicks, der soeben in Erscheinung tritt, und sucht inwendig in jenem das auf, was ihr mögt.
3110
DIE HÖHE, BIS ZU DER SICH DIE LIEBE ZU ERHEBEN VERMAG
Wenn Ich ausschließlich Worte hätte, um euch von der Liebe zu erzählen, in der Ich euch halte – indes gibt es keine Wörter, um die Liebe zum Ausdruck zu bringen, die Ich für euch habe. Es gibt schlicht keine Wörter für Liebe. Liebe geht weit über Wörter hinaus. Es gibt kein Wort, was der Macht und der Energie der Liebe gleichkommt. Alle Wörter bleiben dabei zurück.
Es gibt kein Geschenk, was die Höhe der Liebe erreichen kann. Nicht der größte, lupenreinste Diamant, Smaragd, nicht die lupenreinste Perle vermögen den Saum der Liebe zu erreichen. Ein Löwenzahn von einem Kind kommt dem vielleicht nahe.
Das Einzige, was mit der Liebe in Vergleich zu bringen ist, ist die Liebe selbst, diese köstlichste Qualität des Lebens. Steht zu ihr. Im Grunde genommen gibt es nichts anderes, was mit der Liebe in einem Vergleich steht. Alleinig die Liebe kann tatsächlich ihr Gesicht im Spiegel sehen.
Nun, Geliebte, lasst Mich euch einen ernsthaften Rat erteilen. Falls ihr euch durch die Liebe im Stich gelassen fühlt, oder falls ihr durch die Liebe eures Lebens sitzen gelassen wurdet, so erhebt euch zu einer anderen Ebene der Liebe. Lasst die Vergangenheit gehen. Sicher, euer Herz wurde verletzt. Das tut Mir leid, allerdings, in jedem Fall wart ihr, Geliebte, allzu abverlangend, und somit habt ihr euer Herz verletzt. Herzen sollen nicht von Herzen Anderer etwas abverlangen. Abfordern ist ein gegenstandsloser Trip, den ihr antretet. Ein Geschenk kann bloß ein Geschenk sein. Es kann kein Geschenk sein, sobald ihr es einfordert. Liebe von einem Anderen kann schier gegeben werden. Du kannst mit dem Privileg des Geschenkes eines Anderen gesegnet werden, ein Recht darauf allerdings hast du nicht. Ein Privileg ist kein Recht.
Selbstverständlich hast du ein jedes Recht, zu lieben, liebe demnach sodann. Gib Liebe mit all deinem Herzen. Nimm Liebe entgegen, wenn sie in aller Freude gegeben worden ist. Anderenfalls hat das Herz eines Anderen mit dir nichts zu tun.
Wir kommen auf das Thema zurück, dass dir niemand etwas schuldet. Niemand ist pflichtgebunden, dich zu lieben. Sei darüber froh. Einerlei, wie unrechtmäßig es dir auch ausschauen mag, dem Herzen eines Anderen oder einer Anderen liegt es an, mit ihnen umzugehen, wie er es möchte und wie er findet, er könne es tun. Es mag sogar sein Wunsch bestehen, dich zu lieben, und dennoch schlägt sein Herz wild um sich. Geliebte, das Beste, was ihr dabei denken könnt, lautet, dass alles einen fairen Handel darstellt. Ihr habt gegeben, was ihr gegeben habt, und der Andere hat gegeben, was er gegeben hat. Er gab alles, was er geben konnte, so lange, wie er zu geben vermochte. Einerlei, wie du dich fühlst, du würdest keine nachgemachte Liebe haben mögen. Du möchtest eigentlich nicht, dass du jemanden, den du liebst, dir gegenüber in Knechtschaft versetzt.
Ein jedes Herz ist frei, dorthin zu gehen, wo es geht. Ein jedes Herz ist ebenfalls frei, dort eine Weile zu bummeln, wo es das tut. Niemand schuldet dir etwas. Wiederhole das dir selbst gegenüber. „Niemand schuldet mir etwas.“ Mit Sicherheit schuldest du es dir selbst nicht, dich darüber zu peinigen, was du als eine verlorene Liebe ansiehst.
Wenn sich jemand von dir verabschiedet und fortgeht, sieht das die Welt als einen Affront. Was ein anderer Mensch tut, hat nichts mit dir zu tun. Es hat mit demjenigen zu tun, der von dir weggeht. Indes ist er genauso unschuldig wie du. Die Liebe in seinem Herzen, die auf dich gerichtet war, hat ihn stehen gelassen. Sie hat sein Herz verlassen. Sie ist aus dem Fenster gegangen.
Und dir gilt es, nicht anders zu lieben. Dir gilt es, eine Art Lass-gehen-Liebe innezuhaben, eine Liebe, die einem Anderen zum Abschied einen Auf Wiedersehen-Kuss gibt, und ihm auf seiner Reise alles Gute wünscht. „Habe eine schöne Reise“, sagt dein Herz zu demjenigen, der von dir fortgeht: „Wisse, dass meine Liebe mit dir geht, wohin auch immer dein Herz dich nimmt. Ich liebe dich genug, um dir Eine Gute
Reise zu wünschen. Ich wünsche dir alles Gute. Und nun setze ich dich frei. Ich halte dich nicht in der Umklammerung. Du bist frei, und ich bin frei, und nun lassen wir unsere umschlossenen Hände los.“
Liebe, Geliebte, Liebe in der Welt ist keine Konstante. Die Liebe in eurem Herzen indes ist es, und die Liebe in dem Meinigen ist es immerzu. Sie schert nie aus. Ihr seid Meine Liebe, und das ist alles, was da dran ist.
3111
BEHELFS WESSEN DREHT SICH DIE WELT?
Wenn du nicht die gesamte Welt glücklich und belebt machen kannst, vielleicht kannst du einen Teil der Welt glücklich und belebt machen. Vielleicht kannst du deinen Teil der Welt annehmlicher machen. Es ist für dich etwas derart Kleines, den Tag eines anderen Menschen glücklicher zu gestalten. Du kannst, einfach während du deinen Geschäften nachgehst und dein alltägliches Leben führst, auf den Tag eines anderen Menschen leuchten. Einfach mittels einiger Worte, mittels eines Lächelns, mittels einer Empfindung der Wertschätzung für das Leben und für die Reise des Anderen durch das Leben, kannst du die Herzen vieler Menschen emporheben.
Wenn jemand griesgrämig ist, kannst du ihn vielleicht durch deine Anwesenheit zum Lächeln bringen, vielleicht ein bisschen. In Wahrheit, Geliebte, könnt ihr den Tag eines Jeden, dem ihr begegnet, anheben.
Ihr könnt deren Tag zu einem ein wenig besseren Tag machen, zu einem ein wenig sachteren Tag. Selbstverständlich könnt ihr das. Ich sandte euch zur Erde, um das zu tun.
Fasst euch bereits im Voraus in den Sinn, dass ihr das Leben eines Jeden, mit dem ihr heute redet, aufhellen werdet. Ob ihr nun der Kunde oder der Vertreter des Kundendienstes seid, ihr könnt den Tag besser machen. Was verlangt das von euch? Nicht viel. Schlicht die Bereitschaft, mitempfindend und verständnisvoll gegenüber dem Leben zu sein, wie jenes sich für den Anderen darstellen mag. Die Menschen in deinem Leben wissen durchaus gut genug darüber Bescheid, dass sie, was die Bezüge der Welt angeht, nicht all das sind, was sie sein können. Sie sehen ihre Unzulänglichkeiten und hören ausreichend genug von ihnen. Sie können ihre Verfehlungen nicht aus dem Sinn bekommen.
Wie schön für die Menschen, dass du sie dir ansiehst, sie wertschätzt und mit Gunst auf sie blickst. Wie schön, dass du nicht derjenige bist, der sie an ihre Unzulänglichkeiten erinnert oder der sie auf ihren neuerlichen Makel hinweist. Wie schön, dass sie dich um sich haben, du, der sie so anschaut, als wären sie recht, und als hätten sie einen Platz auf der Erde und in eurer wechselseitig ausgerichteten Welt. Ihr tut dies, indem ihr euch selbst daran erinnert, dass ihr hier auf der Erde seid, um das Leben zu erhellen, und nicht, um jemanden, nicht einmal einen einzigen auf der Erde, zu entmutigen.
Ihr seht jetzt, dass es für euch keine Nachfrage gibt, ungeduldig und kurz angebunden zu sein.
Überhaupt keine Nachfrage. Es gibt für euch einen Bedarf, zuvorkommend und gefällig zu sein. Es gibt für euch einen jeglichen Bedarf, einen Jeden willkommen zu heißen, der vor euch steht, und ihn für einen Augenblick des Lebens emporzuheben, unterdessen ihr mit jenem Menschen einen Moment teilt. Wie viel wird es doch bedeuten, wenn ihr keinen einzigen Aspekt der Welt verunglimpft und herabwürdigt. Wie viel werdet ihr doch das Leben des anderen Menschen anheben.
Ich kenne niemanden, der nicht gerne ein wenig Aufheiterung hätte. Und, falls sich die Menschen, mit denen du heute redest, bereits einfach gut fühlen, keiner unter ihnen wird gegen einen Daumen nach oben von dir etwas haben.
Die Verantwortung, fröhlich zu sein, liegt bei dir. Niemand sonst hat sie. Sie liegt ausschließlich bei dir. Die Verantwortung, Helligkeit auf Andere, genauso wie auf dich selbst, auszubreiten, ist gleichfalls deine alleinige Verantwortung. Nimm dir zu Herzen, was Ich sage. Der alleinige einzige Verantwortliche für deine Spanne an Glücklichsein bist du. Und der alleinige einzige, der die Verantwortung innehat, den Tag für Andere anzuheben, bist du. Du bist dafür verantwortlich, was du tust. Gleichermaßen ist das keine Verantwortlichkeit, die einem Anderen zu übertragen ist. Schaue auf dich selbst. Leite dich selbst an und keinen Anderen.
Sei kein Griesgram mehr. Du kannst das.
Bitte Ich dich um zu viel?
Sei die Sonne, die scheint. Sei jemand, den ein Jeder glücklich ist unters Gesicht zu bekommen. Es geht hier nicht um dein Ego, sondern um den Segen, den du Anderen übermittelst. Natürlich wirst du wiewohl ebenso zu einem Segen für dich selbst. Zu Meinem Behufe wirbelst du die Welt herum, und du balancierst sie glücklich auf ihrer Achse.
Denkst du, Ich übertreibe? Ganz und gar nicht. Behelfs wessen dreht sich die Welt, falls nicht durch dich?
3112
EIN PRÄCHTIGER ORT, UM ZU SEIN
Es stimmt, das Wetter beeinflusst euch. Alles beeinflusst euch. Und ihr beeinflusst ebenfalls alles. Nichts passiert isolierterweise. Niemand weint alleine, und niemand lacht alleine. Auf euch kann auf der Oberfläche eingewirkt werden, und ihr könnt euch dessen gewahr oder nicht gewahr sein, und dennoch seid ihr schlicht gleicherweise unter Einfuss. Auf den stillen Ebenen ist es eine Gewissheit, dass ihr durch eine jede Einzelheit der Welt affiziert seid.
Nicht nur das, Geliebte, auch ihr habt eine Einwirkung auf eine jede Nuance in der Welt, das Wetter nicht ausgeschlossen. In welchem Klima ihr auch lebt, ihr habt einen Einfuss auf das Wetter. Ihr führt vielleicht, ohne ein Gewahrsein davon, eure eigenen Regen- und Sonnentänze auf, Tänze, die eure Stimmung erhöhen oder niederdrücken, Einsamkeits-Tänze oder irgendwelche Welttänze, die ihr tanzt, die euch die ganze Zeit über sehr wahrscheinlich unbekannt sind – ihr tanzt sie nicht alleine. Ihr tanzt in einem Chor von Tänzern, und ein jeder Schritt von euch wird von den Flößern zurückgeprellt.
Wenn doch bloß ein Jeder das Ausmaß seines Lebens kennte und welche Spannweite er einnimmt – welch einen Unterschied würde das erbringen! Wenn doch ein Jeder die Macht kennte, die er hat, und wenn er doch an die Spannweite glaubte, die er ausmacht, dann würde ein Jeder eine höhere Hinsicht auf jeden Anderen einnehmen. Sofern ihr darum tatsächlich wüsstet, würdet ihr euch entsinnen, dass jedes Wort, jede Tat und jedes Gefühl eurerseits überall zum Nachklingen gelangt und in seiner Wirbelschleppe einen Jeden und Alles anrührt. Dessen eingedenk, würdet ihr eure Schultern aufrichten. Ihr würdet euch nicht belastet fühlen, indes hättet ihr ein größeres Empfinden der Verantwortung und der Liebe für eure Mitmenschen. Ihr wärt glücklicher und würdet euch leichter fühlen, im Wissen um die Segnung, die ihr der Welt darstellt.
In Kenntnis all dessen, könnte es sein, dass euer gesamtes Betragen sich verwandeln würde. Es ist nicht genauso, als befändet ihr euch auf einer Bühne (obschon, natürlich befändet ihr euch stets auf der Bühne des Lebens), jedoch würdet ihr erkennen, dass ein jeder Schritt von euch die Schritte Anderer erreicht. Im Wissen davon, würdet ihr mehr Aufmerksamkeit aufbringen, ein Beispiel zu setzen. Ihr würdet nicht mehr länger denken, euer Leben sei alleinig für euch. Ihr würdet erkennen, dass ihr ein untereinander geteiltes Seinswesen seid. Ihr würdet tatsächlich verstehen, was es bedeutet, wenn man sagt, dass jeder Mensch euer Bruder ist. Ihr würdet erkennen, dass ihr in einem jeden Menschen atmet und lebt, und dass ein jeder Mensch in euch lebt und atmet. Wie der Dirigent eines Orchesters würdet ihr begreifen, dass ihr ein Führer von Menschen seid, und dass die Musik, die ihr spielt, ein Konzert der Welt ist.
Denn was verrichtet ein Dirigent? Er dirigiert. Er leitet. Du bist bereits ein Dirigent des Lebens. Im Orchester spielen zahlreiche Instrumente zahlreiche Noten, und der Dirigent spielt ein Instrument seiner Bewusstheit, was für das Wechselspiel eines jeden Musikers und für die Gesamtheit der Musik, die sie vortragen, einen großen Unterschied einfährt. Wir können sagen, der Dirigent beeinflusst sozusagen das Wetter der Musik.
Ein Orchesterleiter hat ein umfassendes Gespür für die Zwecksetzung. Seine Absicht ist klar, und sie lautet, schöne Musik zum Erklingen zu bringen. Die Absicht und die Ausübung des Orchesterleiters zeitigen für die Musik einen Unterschied, anderenfalls gäbe es keine Dirigenten.
Du weißt bereits darum, wie viel deine Stimmung einen Anderen beeinflussen kann. Vielleicht hattest du in der Schule einen Lehrer, der dein Herz zum Singen brachte, und einen anderen, der dein Herz dämpfte. Deine eigene Mutter mag am einen Tag zu deinem großen Glücklichsein beitragen, und am anderen Tag, wann sie einer dunklen Stimmung stattgab, sich zu überlassen, trübt sie ihn ein.
Ich sage euch, Geliebte, nichts Neues. Ich erzähle euch von den ungeheuren Längen, die an Auswirkungen ein Jeder von euch auf einen Jeden in der Welt hat, und die somit die Welt selbst beeinflussen. Jetzt nunmehr, Geliebte, macht diese Welt zu einem großartigen Ort, um dort zu sein.
3113
DU KANNST ALLES ERSCHAFFEN
Dass es mehr Dinge im Himmel und auf der Erde gibt, als man träumte – eine Aussage von Horatio -, ist absolut so, und dennoch besagen jene Worte nicht einmal anfänglich ausreichend genug. Ihr hättet um Vieles umfänglicher zu träumen, als ihr es gegenwärtig tut, um auch nur den Anfang dabei zu nehmen, einen kurzen Blick auf die Wahrheit zu erheischen.
Ihr befindet euch auf der Reise einer Lebzeit, und ihr kennt selbst sie nicht. Ihr denkt, ihr seid auf die Erde hingeworfen, und das sei’s dann. Ja, ihr seid auf die Erde geworfen, und ihr seid desgleichen Besucher im Himmel, und es gibt nirgendwo, wo ihr nicht gewesen seid, selbst nicht an „Orten“, die eures Wissens nach nicht existieren. Das gesamte bekannte Universum und die unbekannten Universen existieren lotrecht im Zentrum von euch. Ihr, denen es scheinbar öfters an Energie mangelt, seid ein Kraftwerk der Energie. Ihr seid machtvoll und unbegrenzt. Wenn Ich sage, ihr seid ein unbegrenztes Seinswesen, meine Ich, ihr seid ein unbegrenztes Seinswesen. Ihr erlebt das anders, schier, weil ihr Begrenzungen in Ehren gehalten und sie als Evangelium hergenommen habt. Ihr schildert euch und glaubt an euch als ein begrenztes Seinswesen, und infolgedessen lebt ihr wie ein begrenztes Seinswesen. Sofern ihr euch wirklich aus dem Gefängnis falscher Glaubensvorstellungen entließt, würdet ihr die Wahrheit über euch erkennen. So wie es jetzt darum steht, befürchtet ihr, dass man euch, sofern ihr daran glaubtet, dass eine jede Sache und dass alles möglich sei, für plemplem erklärt, dass selbst ihr das über euch erklärt.
Ihr bringt euch allzu rasch zum Einhalt. Ihr schmälert euch, und ihr schätzt Andere zu gering ein, und ihr schätzt eure eigenen Ideen zu gering ein. „Das wird nie funktionieren“, sagt ihr zu euch, und demnach findet ihr es nie heraus.
Es gibt zahlreiche unerzählte Geschichten in eurem Leben, die nicht zu Ende gebracht sind. Ihr habt sie ausgeschieden. Ich trage euch das Ansinnen vor, dass ihr euch gegenüber neuen und größeren
Möglichkeiten öffnet. Selbst dann, wenn ihr euch ein wenig öffnet, werdet ihr euch eine Menge geöffnet haben. Lasst das Licht herein, Geliebte.
Man hat gesagt, Rom sei an einem Tag errichtet worden. Das stimmt nicht. Rom war in einem Augenblick errichtet. Es wurde errichtet, als der Gedanke an Rom zum ersten Mal gedacht wurde. Rom wurde in dem Geist des Menschen errichtet. Woran hast du dich nicht getraut zu denken?
Denke nicht, Ich würde sagen, es sei einfach, sich außerhalb der Begrenzungen von Zeit und Raum, während ihr euch auf der Erde befindet, zu bewegen. Ihr seid darin eingeschlossen worden, und es ist nicht so einfach, herauszukommen. Jedoch bedeutet das nicht, dass ihr nicht aus den Begrenzungen herausschreiten könnt, denn ihr könnt das natürlich.
Ihr seid in Wahrheit der Zeit und dem Raum nicht verpflichtet. Welche andere Grenzen gibt es da zudem? Wann immer ihr sagt, etwas gehe nicht, schaut ihr auf ein kleingerahmtes Bild. Innerhalb der Grenzen des gerahmten Bildes gibt es kein Weiter, was ihr betreten könnt. Rahmen indes sind etwas Ausgeklügeltes, um eure Augen an einer Stelle, und nicht weiter fort, fest zu halten. Jenseits der Rahmen der Welt gibt es einen umfassenderen Horizont.
Ich rede von euch als ein freisinniges Seinswesen und als die Unbegrenztheit eurer selbst. Während Ich sage, alles ist möglich, trage Ich euch nicht an, dass ihr in das Leben eines Anderen eindringt und ihn dazu bringt, eure Verlangen zu erfüllen. Nein, ganz und gar nicht. Das Leben anderer Menschen gehört zu ihnen. Ihr seid nicht dafür da, eure Bestrebungen auf Anderen zur Anwendung zu bringen. Ihr seid nicht dafür da, Andere in das zu kehren, wie ihr sie lieber haben wollt. Lasst Andere ihrem eigenen Willen folgen, und ihr möget doch ihren Willen respektieren. Folgt eurem eigenen Willen in allem Respekt euch selbst gegenüber.
Sofern ein geliebter Angehöriger von euch gerne unglücklich sein möchte, habt ihr ihm selbst diese Freiheit zu gewähren. Hände weg von anderen Menschen.
Innerhalb des Bereiches eures eigenen Lebens habt ihr zahlreiche unangezapfte Ressourcen.
Sofern ihr glücklich sein möchtet, könnt ihr glücklich sein.
Sofern ihr Schönheit erschaffen möchtet, könnt ihr Schönheit erschaffen.
Sofern ihr etwas zu Gunsten der Menschheit erfinden wollt, könnt ihr es erfinden.
Sofern ihr irgendwohin ziehen möchtet, könnt ihr dorthin ziehen.
Sofern ihr dort bleiben möchtet, wo ihr seid, könnt ihr bleiben, wo ihr seid.
Ihr seid ein freisinniges, unbeschränktes Kind von Mir. Ihr seid sogar in der Lage, Grenzen zu erschaffen.
3114
WAS MACHT EUCH DERART SICHER?
Alles, was du sagst und was die Welt sagt, ist misslich, wie weißt du, dass es nicht Segnungen sind? Durchaus, es mögen verhüllte Segnungen sein, oder Segnungen, die vertagt sind. Wenn du das gesamte Buch noch nicht gelesen hast, wie weißt du dann mit Bestimmtheit, wie es endet?
Selbst Tränen sind ein Segen. Sie sind es so viel wie Lachen. Natürlich wirst du Lachen vorziehen, wann es reine Freude zum Klingen bringt, und doch, was macht dich derart sicher, dass Lachen gut und Tränen der Sorge nicht gut sind?
Was wäre, wenn ihr keine Beurteilung hättet, wenn ihr niemals welche ausgefertigt bekommen, wenn ihr euch nie in welche eingekauft hättet. Was wäre, wenn ihr nicht Gutes und nicht Schlechtes sehen würdet. Was wäre, wenn ihr schier sähet. Was wäre, wenn ihr einfach sehen würdet, und wenn nichts als wundervoll oder entsetzlich bezeichnet würde. Was wäre, wenn das Leben sich zutragen, und nicht mit einem Schild versehen würde?
Was wäre, wenn es für lieblich und für nicht lieblich keine Wörter gäbe? Was wäre, falls das Leben auf keiner Skala aufgezeichnet und anstelledessen genommen würde, wie es eben kommt?
Ihr würdet weder schieben noch ziehen. Dem Leben würden keine Dämme errichtet. Alle Gezeiten würden willkommen geheißen, und alle Gezeiten würden über euch hinweg spülen, und vorüber sein.
Wie die Dinge liegen, gibt es keine Gezeiten, um sie einzudämmen.
Wann der Tod des Körpers herannaht, kommt er. Wann ein geliebter Angehöriger dich verlässt, ist er oder sie fortgegangen. Wann es regnet, regnet es. Wann die Sonne scheint, scheint die Sonne.
Selbstverständlich, du kannst dich verwandeln. Du kannst dich über Nacht verwandeln. Du kannst altem Denken ledig werden und neues hinzugewinnen. Du kannst mit alten Gewohnheiten brechen und neue erlernen. Du kannst aus dem Schatten herauskommen und ins Sonnenlicht treten.
Diese Sache mit dem Verurteilen reicht weiter, als du dachtest. Oh, wenn du doch bloß überhaupt nicht beurteilen könntest. Wie befreit wärest du doch. Und du würdest einen jeden um dich herum freisetzen.
Enttäuschung würde nicht mehr länger existieren. Es gäbe nach wie vor Freude. Freude würde nicht aufhören zu existieren. Freude ist ganz natürlich. Wer würde bei einem Dutzend roter Rosen nicht Freude entgegennehmen? Oder bei einem wundervoll frisch gebackenen Brot, was heiß aus dem Ofen kommt? Oder bei einem Schmunzeln von dir?
Wer würde einen jeden und alles nicht willkommen heißen, sobald es keine Beurteilung gibt, die daran geheftet ist?
Alle Menschen würden gleich behandelt.
Alle Vorkommnisse.
Alle Stürme.
Alle Picknicke.
Sobald das Beurteilen seinen Abgang nimmt, wo wäre Liebe sodann nicht?
Wem würdet ihr jetzt in diesem Augenblick lieber nachgehen, dem Beurteilen oder der Liebe? Ich kenne eure Antwort. Ich weiß, ihr würdet die Liebe wählen. Und dennoch seid ihr womöglich noch nicht ganz bereit, das Aburteilen loszulassen. Es hat derart lange an euch gehangen. Ihr fragt euch wohl, wie ihr ohne es zurechtkommen würdet.
Vielleicht seht ihr Beurteilung so, als wäre sie das gleiche wie Unterscheidung. Ihr mögt euch fragen, wieso ihr überhaupt ein Gehirn habt, falls euer Zustand nicht lautet, Beurteilungen zu tätigen.
Ohne Beurteilungen würdet ihr nach wie vor Wahlen treffen. Ihr würdet nach wie vor Präferenzen besitzen. Sobald euch jemand einen Schokoladenkuchen oder einen Buttertoffee-Kuchen anbietet, kann eure Hand, je nach Vorliebe, zulangen. Ihr sagt nicht, dass das eine oder das andere gut oder schlecht sei.
Sofern euch jemand ein Bestechungsgeld oder ein Gewehr hinreicht, könnt ihr zu einem von beiden oder zu beiden Nein sagen. Ihr habt die Person, die euch ein Bestechungsgeld hinhält, nicht abzuurteilen. Ein Menschenwesen hielt euch in einem Augenblick der Schwäche etwas hin, was ihr nicht haben möchtet. Ihr könnt wählen, von diesem Menschen entfernt zu bleiben, und dennoch könnt ihr ihn, ohne ihn abzuurteilen oder zu verdammen, in Mein Licht halten.
Urteilen war eine größere Täterin, als ihr zur Kenntnis genommen habt. Urteilen konnte euer Herz in zwei Teile schneiden.
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WEIST AUF DIE SONNE, GELIEBTE
Eurem eigenen Selbst seid treu – das hat zahlreiche Bedeutungen. Eine ist, eure Schwingung hoch zu halten. Eure Schwingung hoch halten ist ein guter Grund dafür, euch von Beurteilung fernzuhalten. Sobald ihr beurteilt, sobald ihr verdammt, egal, wie recht ihr dabei haben mögt, ihr neigt euch zu einer niedrigeren Ebene. Sobald ihr ein Unrecht seht, und ihr verdammt es, ebenso wie die Menschen, die das Unrecht trotz allem begehen, sendet ihr jene Schwingung an die Welt, eben jene Schwingung, die ihr nicht gerne existieren sehen möchtet. Ihr sagt: „Schaut her, schaut euch dieses schwerwiegende Unrecht an.“ Ihr sagt: „Der Himmel stürzt ein.“ Ihr sagt: „Es gibt entsetzliche Dinge, die vor sich gehen.“ Und somit zieht ihr euch selbst, gleich, wie wohlmeinend ihr seid, und zieht ihr die Welt eben auf jene Ebene, der ihr entgegentretet. Ihr breitet es aus. Ihr pflanzt Unkräuter, keine Blumen in euren Garten.
Unkräuter befinden sich im Garten, jedoch ist es für euch besser, eure Aufmerksamkeit von ihnen abzuziehen und auf die schönen Blumen zu lenken. Falls ihr wirklich möchtet, dass der Garten schön wird, dann redet über die Blumen.
Solange ihr die Unkräuter in der Welt betont, macht ihr euch selbst selbstgerecht. Solange ihr darauf zeigt, was eures Wissens nicht richtig ist, sagt ihr: „Wie entsetzlich ist das. Wie gut bin ich.“ Sobald ihr auf die Menschen zeigt, die etwas tun, was eurem Dafürhalten nach nicht liebevoll ist, sagt ihr: „Sie sind derart schauderhaft. Ich bin froh, dass ich das nicht bin.“ Ihr seid vielleicht der Ansicht, dass Selbstgerechtigkeit sich für euch gut anfühlt, allerdings nur einen Augenblick lang. Gebt die Vorstellung auf, dass ihr dafür bestimmt seid, der Ankläger der Welt zu sein. Ihr seid dafür bestimmt, die Welt emporzuheben. Also dann, hebt sie empor.
Anstatt darauf zu zeigen, was euch und einem jeden, mit dem ihr redet, ein schlechtes Gefühl übermittelt, sagt lieber: „Schaut euch die üppige Wundersamkeit der Welt an.“ Sagt: „Schaut all das Gute an, was die Menschen auf der Erde tun.“ Zeigt auf die Sonne, Geliebte. Sie scheint. Es ist Gütigkeit in der Welt.
Ihr könnt rostige Nägel in die Erde hämmern, oder goldene. Womit möchtet ihr die Welt angefüllt wissen, mit Rost oder mit Gold?
Denkt nicht, mit dem Rühmen des Lebens würdet ihr euch in ein laissez-faire oder ins Vernachlässigen begeben. Ihr seid energiegeladen. Denkt nicht, dass ihr mit dem Rühmen des Lebens feige oder vortäuschend seid. Genau das Gegenteil. Es braucht Mut, um eure Aufmerksamkeit auf das Licht zu legen. Es braucht auch Gewahrsein.
Sofern ihr die Welt ändern wollt, dann ändert, worüber ihr redet. Den Irrtum ausrufen ist beim Beseitigen des Irrtums noch nicht erfolgreich gewesen.
Gegen den Krieg vom Leder ziehen hat keinen Frieden eingebracht. Trotz aller Proklamationen und Deklarationen gegen den Krieg erstehen Kriege. Dem Krieg mit der Faust drohen ist eine Form des
Kämpfens. Gib stattdessen Friede. Erlange Friede, Geliebte, Geliebter, und du wirst Friede geben. Wo
Friede ist, wer wird da mit einem Krieg anfangen? Anstelle von Schreien, die den Krieg verunglimpfen, bringe Schreie aus, die den Frieden verkünden und auf diese Weise die Familie des Menschen segnen. Sprich nicht gegen deinen Bruder.
Halte das Begehren in deinem Herzen, deinen Feind zu lieben. Die Aussage ‚Liebe deinen Feind‘ ist eine machtvollere Erklärung, als ihr euch vorgestellt habt. Sobald ihr euren Feind liebt, wo kann deren Feindschaft existieren. Prangere Jene an, die du als deinen Freund bezeichnen möchtest, und sie werden sich direkt vor deinem Gesicht einfinden.
Anprangern funktioniert nicht. Oder, es klappt sehr wohl in der Hinsicht, als es das, was du gerne getilgt wissen möchtest, vervielfältigt.
Sei für etwas, nicht gegen etwas. Sei nicht Anti. Wogegen du auch immer protestierst, du stellst es her. Und nun weißt du es, und nun gibst du es dem Frieden statt, dass er zum Vorschein komme. Nun hebst du die Welt hoch auf deine Schultern, schlicht dadurch, was du der Welt nicht mehr länger hinhältst. Nun verkündest du lieber, als du anprangerst.
Wenn du dich dabei erwischst, wie du dich beschwerst oder protestierst, so hebe die Welt und dich selbst eine Nut höher. Male es dir aus und stelle es dir vor, was du möchtest, und auf diese Weise weitest du das aus, was du gerne ausgeweitet sehen möchtest.
3116
JENSEITS VON WORTEN
Es ist ganz natürlich, ihr wollt verstehen, was Ich euch sage. Euer logischer Verstand möchte etwas
Sinnvolles aus dem machen, was Ich sage. Es ist verständlich, dass ihr Mich auseinander klauben möchtet,
Mich auseinander klauben ist allerdings ein Anlauf, das, was Ich sage, so passend zu machen, dass es in die Taschen des Wissens hinein passt, was ihr bereits habt. Ich gehe über das hinaus, was ihr bereits wisst, wieso sollte Ich denn anderenfalls mit euch reden mögen?
Geliebte, sobald ihr versucht, aus dem, was Ich sage, schlau zu werden, sobald ihr versucht, das, was Ich sage, zu definieren, sobald ihr versucht, das, was Ich sage, in euren Begrifflichkeiten zu definieren, versucht ihr, die Unendliche Weite endlich zu machen. Ihr bemüht euch, sie einzuwickeln. Ihr möchtet Meine Bedeutung auf das reduzieren, was ihr bereits erfasst. Was Ich euch sage, ist sehr oft nicht fassbar. Sobald ihr definiert, sobald ihr Meine Worte in andere Worte fasst, versucht ihr, das Unendliche endlich zu machen. Anders gesagt, ihr versucht, was Ich sage, zu verengen. Ihr versucht, Meine Worte in vorgegebene Auffassungen einzupassen.
Nirgendwo wird gesagt, dass ihr alles, was Ich sage, bewusst erfassen müsst.
Sobald ihr Meine Worte, verständliche oder nicht verständliche, lest, betritt etwas von ihnen euer Herz. Das ist der Schlüssel. Die mentalen Ausübungen eures Geistes sind sehr nett, allerdings kann der Geist das, was Ich sage, bloß auf das Verständnis in Begriffen dessen, was er bereits weiß, reduzieren. Eine Einsicht ist etwas anderes. Eine Einsicht kommt aus sich selbst heraus. Plötzlich ist sie da. Einsichten können nicht immer in Worte gebracht werden. Sobald eine Glühbirne angeht, hast du nicht die Funktionsweise der Elektrizität zu begreifen.
Tatsache ist, ihr wisst es bereits recht gut, Ich sage euch immer und immer wieder, dass Liebe alles übertrifft. Ich sage euch, dass ihr Liebe seid, und dass es für Liebe keine Grenzen gibt, und infolgedessen keine Grenzen für euch. Nun, Definieren und Leben sind zwei unterschiedliche Dinge. Wenn ihr versucht, Mich sozusagen aufzusägen, dann habt ihr Erfolg darin, Mich zu zerschnipseln. Erinnert euch freundlich daran, dass Wörter Wörter sind, und dass Ich jenseits von Wörtern bin, was ihr ja tatsächlich ebenfalls seid.
Was Ich euch aus der Tiefe Meiner Liebe für euch sage, ist Meine Liebe für euch, für die es keine Grenzen gibt.
Gebt euch statt, Meine Worte in Empfang zu nehmen. Lasst sie jenes euer prächtiges Herz betreten. Das ist es. Das ist alles. Lasst Meine Worte ihre Sache verrichten. Lasst sie einen Balsam sein, der beruhigt und zur gleichen Zeit euer Herz rührt. Meine Worte sind nicht dafür bestimmt, eine mentale Übung zu sein. Wenn ihr Meine Worte mitbekommt, werdet ihr sie mitbekommen. Meine Liebe wird sich selbst in euer Herz hinein geplumpst haben, und, das ist Tatsache, ihr werdet nichts wissen. Ihr werdet weniger wissen, als ihr je wusstet, und gleichwohl wird euer Herz glänzend sein. Euer Herz wird seinen Kopf heben und sagen: „Wow! Wow, Gott!“
Was kann euer Geist vergleichsweise Besseres sagen? Ein Wow übertrifft allezeit einen Ausfall des Geistes. Meine Worte befinden sich nicht auf der Ebene der Worte. Es geht darum, was Meine Worte bewerkstelligen, und nicht darum, was ihr aus ihnen macht.
Wisst nicht um die Bedeutung dessen, was Ich sage, und ihr werdet vorankommen. Sich darüber wundern, was Ich sage, ist eine Sache. Abschließen, was Ich sage, zusammenfassen, was Ich sage, insbesondere, wenn ihr das hübsch und gepflegt und mustergültig tut, ist eine andere.
In dieser Minute bitte Ich euch, zu erfassen, was Ich sage. Fühlt euch nicht beleidigt dabei, was Ich euch jetzt sage. Ich sage: „Seid kein derartiger Schlaumeier.“ Seid ein Lernender. Nehmt Meine Wörter so, wie ihr Vitamin einnehmt. Schluckt sie hinunter, und lasst sie hinunter gehen. Geliebte, der Wert Meiner Worte wird direkt in euer Herz hinein laufen.
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SEGNUNGEN
Mit höherer Macht muss bei euch größere Bedachtnahme für Andere anlangen. Während eure Macht in den relativen und spirituellen Welten wächst, ist es euch umso mehr vonnöten, das Ego los zu lassen und Diener des Lebens zu werden. Je höher ihr geht, umso bescheidener werdet ihr sein. Vielleicht habt ihr gedacht, es sei anders herum. Vielleicht habt ihr euch nach größerer Macht für euch selbst umgesehen, und jetzt erfahrt ihr, dass der König bedachtnehmender sein muss als der Straßenkehrer. Der König, der dient, muss seinem Königreich dienen. Die ganze Welt ist sein Königreich.
Der König muss über die Begrenzungen hinweg denken, anderenfalls ist er keiner. Er ist etwas anderes, ein Aufhäufender vielleicht, oder etwa jemand, der die Schicksale anderer Menschen besiegelt, Daumen hoch oder Daumen runter, oder er ist vielleicht jemand, der niemals mit dem Zuständigkeitsbereich, den er innehat, zufrieden gestellt ist. Wer denn hätte es gerne, ein nicht zufrieden gestellter König zu sein?
Der König muss die Arena kennen, in der er sich jetzt befindet. Er hat seine Rolle im Glücklichsein Anderer in Erfahrung zu bringen.
Das bezieht sich auf den Menschen, der vielleicht der König seines eigenen Zuhauses ist, oder auf den Bürgermeister einer Stadt.
Tatsache ist, das gilt für jeden auf der Erde. Einem jeden ist es angelegen, zu dienen und mit äußerster Bedachtnahme zu dienen. Freundlichkeit muss angeliefert, und Freundlichkeit muss serviert werden. Auf diese Weise dienst du dem Universum, und auf diese Weise dienst du Mir.
Du möchtest niemals rücksichtslos sein, jedoch gibt es Augenblicke im Leben, wann du den Ort vergessen hast, den ein Anderer in deinem Herzen innehalten muss. Du bist vielleicht über das Herz eines Anderen gelaufen und hast gedacht, das gebühre dir. Dir gebührt nicht, zu herrschen. Deinem Gebühr steht es nicht zu, das Herz eines Anderen zu überstimmen. Dein Gebühr lautet nicht, die Gewässer umzurühren, vielmehr, sie zu befrieden. Euer Gebühr, Geliebte, lautet, zu dienen.
Tatsache ist, euer Gebühr heißt, so viel davon wie Ich bin zu sein, wie es zu einem gegebenen Zeitpunkt möglich ist. Sodann, Geliebte, seid ihr ihr selbst. Ihr selbst sein ist ohne Ego sein. Ich bezeige euch unentwegt Verehrung, und Ich bitte euch, allen Meinen Kindern Verehrung zu bezeigen. Ein einzelnes Leben ist kostbar. Ein jedes Leben ist kostbar. Alles Leben ist kostbar. Und demnach steht es euch an, sorgsam zu sein, wo ihr auftretet. Auf den Gefühlen Anderer soll nicht herum gegangen werden.
Macht euch selbst nicht zu einem Instrukteur anderer Menschen. Instruiert euch selbst. Seid das, wonach es euch verlangt, dass die Anderen es sind. Seid ein Führer und kein Kommandeur. Bringt eure Zunge mehr zum Schweigen als zum Wedeln.
Je mehr ihr in der Welt dient, desto freier werdet ihr. Seid eingedenk, Geliebte, ihr dient in allem, was ihr tut, Mir. Mir dienen ist entgegennehmen. Es ist euch selbst einen Segen überreichen. Ich bitte euch, allen ein Segen zu sein. Stellt euch vor, dass ihr einen Zauberstab habt, der Segen spendet, und ihr schlagt einen jeden mit eurem Zauberstab zum Ritter. Ihr seid ein Sinnbild von Mir, und dem entsprechend möget ihr doch von Anderen denken, nicht zur Auslöschung eurer selbst, sondern zur Bereicherung aller.
Schmückt Mich in der Welt mit eurer Bedachtnahme Anderer, die ihr, zuguterletzt, selbst sind.
Im Hinblick auf Fürsorglichkeit handelt ihr an Meiner Stelle. Ihr habt die Gelegenheit, Größe zu repräsentieren. Nehmt sie wahr. Wieso wolltet ihr jemals daran denken, etwas Minderes zu repräsentieren? Wieso solltet ihr jemals einen Ganoven auf der Straße oder jemanden oder etwas, was geringer als der Gott ist, der Ich BIN, repräsentieren mögen?
Ich gebe euch Macht. Ich gebe euch große Macht. Ich bitte euch, jene Macht freundlich und weise in Gebrauch zu nehmen, nicht für euer Machtempfinden, sondern für die segensreichen Wohltaten, die ihr geradewegs von Mir ausgebt. Streut Liebe, Geliebte. Streut Liebe.
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FALLS DU NACH MAINE REISEN MÖCHTEST
Das Natürliche ist keine Technik. Das Natürliche kommt aus eigenem Antrieb zum Vorschein. Es ist keine Instruktion. Das Natürliche ist keine herausgegebene Vorschrift. Das Natürliche ist nichts, was du einzuüben hast.
Ich vermute, du könntest sagen, dass Ich dich instruiere, zu lieben. Wahr ist, Ich erinnere dich daran. Du kannst daran erinnert, jedoch kann Liebe nicht befohlen werden. Liebe ist keine Notiz, die du niederschreibst, oder keine Karte zum Valentinstag. Liebe erhebt sich aus dem Herzen der Liebe selbst. Eine Gedächtnishilfe ist keine Instruktion. Eine Gedächtnishilfe ist eine Gedächtnishilfe.
Selbstverständlich, Ich trage euch an, dass ihr großzügig seid. Selbstverständlich trage Ich euch an, dass ihr Anderen und dem Universum eine jede Bedachtnahme gebt.
Selbstverständlich, Ich trage euch an, dass ihr glücklich seid und dass ihr die Vergangenheit gehen lasst.
Selbstverständlich, Ich trage euch an, dass ihr mit Menschen zusammen seid, die euch wertschätzen und würdigen, und bei denen ihr das gleiche empfindet.
Selbstverständlich, Ich sage euch viele Dinge.
Ich bin Mir dessen gewahr, dass ihr des Öfteren wolltet, Ich möge euch etwas über das Wie erzählen, wie glücklich zu sein, wie freigebig zu sein, wie zu lieben, und wie zu SEIN sei. Welche Instruktionen können erteilt werden, um euch darin zu unterweisen, wie zu sein? Seien handelt vom Gegenteil von Instruktionen. Wie schneidet ihr beim Sei-en ab? Wieso, ihr seid einfach.
Einem Hund, der um Mitternacht den Mond anbellt, wurde das nicht beigebracht. Das Verlangen, den Mond anzubellen, trat in Erscheinung. Es war ein Verlangen, was erschienen ist, und zwischen dem Verlangen und der Erfüllung von ihm befand sich keine Distanz. Ein Hund denkt sich das nicht durch. Er wägt nicht die Pro’s und Contra’s ab. Er läuft nicht zu einem Textbuch oder zu einem anderen Hund, der im Anbellen des Mondes ziemlich versiert ist. Für diejenigen geliebten Hunde, die den Mond anbellen, ist das natürlich. Der Impuls kommt hoch, und der empfindende Hund handelt auf diesen Impuls hin. Er versucht nicht, etwas zu tun. Er versucht nicht, ein Anbeller des Mondes zu sein. Ein Hund ist schlicht seiend. Durch sein Seien bellt er den Mond an oder wedelt er mit seinem Schwanz oder legt er sich zu deinen Füßen.
Ich möchte euch gerne die eine Instruktion anmuten, darüber, wie zu lieben, wie großherzig und in Betracht nehmend, wie glücklich usw. zu sein wäre: Geht in die Richtung dessen, wo ihr gerne sein möchtet. Geht schlicht in diese Richtung.
Falls ihr nach Maine gehen wollt, so folgt den Schildern, die Maine anzeigen. Um nach Maine zu gehen, ist es allerdings für euch nötig, zu wissen, dass ihr nach Maine gehen wollt. Dann stellt ihr euren Kompass ein.
Wenn ihr, etwa, zu Mir kommen wollt, ist der Kompass, den ihr einstellt, euer Herz.
Für jene unter euch, die Mich erfahren – ihr könnt einem Anderen nicht erzählen, wie das zu machen ist. Ihr könnt von eurer Erfahrung erzählen, doch ist eure Erfahrung keine Straßenkarte. Eure Erfahrung umfasst eure Wahrnehmung dessen, was euch zu Mir geführt hat. Natürlich ist es in Wahrheit Mein Begehren, doch zu Mir kommen zu mögen, was euch zu Mir geführt hat. Ihr könnt inspirieren, jedoch nicht instruieren. Ihr könnt ein Buch über eure Erfahrung schreiben, aber ihr könnt kein Handbuch verfassen. Es gibt keinen bestimmten Pfad, der zu Mir führt. Es gibt keinen Pfad, mit der Ausnahme eures Wollens, zu Mir zu kommen. Ihr werdet womöglich nicht einmal bewusst wissen, dass ihr zu Mir kommen möchtet, und dennoch befindet ihr euch auf dem Weg.
Zu Mir kommen, leben, großherzig und in Betracht nehmend sein, schlicht sein – das alles ist natürlich. Peitscht euch nicht in einen Seifenschaum hinein, was das anbelangt. Das alles wird zu euch kommen. Ihr werdet es kennen lernen, jedoch gibt es nichts zu lernen. Gut, vielleicht könnt ihr lernen, dass es für euch keine Schritte zum Befolgen gibt. Es gibt kein 1, 2, 3. Es gibt keine Affirmation. Es gibt keine Technik. Zu Mir kommen ist zu Mir kommen. Niemand kann euch lehren wie. Ihr seid euer eigener Entdecker, und Ich, Ich helfe euch beim Entdecken. Alldas ist zwischen euch und Mir.
Insofern, als sich inwendig in einem Jeden Antworten befinden, sind Antworten inwendig in euch.
3119
FRIEDE JETZT, SAGT GOTT
Ich wünsche euch Friede. Wo liegt Friede? Er liegt in eurem Herzen. Inwendig in eurem Herzen ist Friede aufzufinden. Inwendig in eurem Herzen wird Friede ausgeteilt. Ja, Friede entströmt eurem Herzen. Der Weltfriede entströmt eurem Herzen. Jedermann ist für Friede verantwortlich. Du bist der Friedensstifter oder derjenige, der ihn zurückzieht. Heure Friede an. Du wirst ihn mögen.
Friede ist nicht Aufregung, Geliebte. Friede ist eine Windstille, allerdings ist er um Vieles mehr als ein Waffenfriede.
Aufregung mag spannend sein, allerdings treibt sie einen Preis ein. Aufregung ist wie ein Schwert, was euch anstupst.
Das soll nicht sagen, dass Friede langweilig ist. Nein, Friede ist erfrischend. Friede ist eine Leinwand, auf der die Welt gemalt wird.
Du bist dafür vorgesehen, ein Instrument des Friedens zu sein.
In der Welt hat die Liebe ihre Aufregung, die Liebe selbst jedoch, ohne all die Geschichten rund um sie herum, ist eine stete starke Kraft für die Ruhe. Im Himmel existieren keine zwei Extreme der Liebe. Es existiert schlicht die Liebe in all ihrer Ganzheit. Ganzheit ist Friede, Geliebte. Ja, falls ihr für Friede ein Synonym wollt, dann nehmt Ganzheit dafür her. Ihr wollt Ganzheit, nicht wahr?
Es gibt keinen Bedarf für Krieg UND Frieden. Mit dem Frieden ist gut auskommen. Er kann für sich selbst stehen. Heiße den Frieden willkommen. Friede hat keinen Gegensatz, Geliebte. Und Friede hat nichts, was ihm gleichkommt.
Friede wäre nicht eure Mission, sofern die Welt nicht vom Frieden weg gewandert wäre. Friede ist der natürliche Zustand. Nicht der Krieg. Nicht die Auseinandersetzungen. Zwei Stöcke, die aneinander gerieben werden, können ein Feuer machen. Sobald es Einssein gibt, gibt es keine zwei Stöcke. Im Einssein kann kein Feuer gemacht werden. Seid im Einssein, Geliebte. Seid im Frieden. Friede sei mit euch.
Ich gehe davon aus, eure zwei Hände könnten miteinander kämpfen, und die eine Hand wäre siegreich. Was wäre durch einen solchen Kampf gewonnen? Und was verloren? Zuvor hattest du zwei gesunde Hände, jetzt ist eine davon verwundet.
Eben das ist Zwist, Geliebte, persönlicher oder weltweiter. Zwei Hände bekämpfen einander. Brüder bekämpfen Brüder. Ein Land bekämpft sich selbst unter dem Namen eines anderen Landes. Oh, was für eine Tollheit, die da begangen wird. Oh, was für eine Tollheit, die des Öfteren im Namen des Friedens begangen wird. Kann das wirklich sein? Kann es wirklich sein, dass Meine Kinder miteinander kämpfen?
Meine Kinder können nicht um Meine Liebe kämpfen, denn von jetzt an wisst ihr, dass Meine Liebe für jeden und alle ist. Alle sind Meine Lieblinge, und alle sind erfüllt mit Meiner Liebe. Es kann hier keine Sippen-Rivalität geben, und gleichwohl, Friede regiert nicht immer.
Lasst Uns den Frieden erklären. Lasst Uns jetzt in dem Augenblick in Unserem Herzen die Flagge des Friedens schwingen.
Wie würde eine Flagge des Friedens aussehen? Wie würde sich der Friede überall auf der Welt anfühlen? Was für ein Feiertag das doch wäre!
Bei einer Welt in Frieden wäre jeder zwanzig Jahre jünger. Es gäbe nicht mehr länger Kummer und Schmerzen. Es gäbe nicht mehr Krankheit oder Unfälle. Es gäbe den Gleichmut des Friedens über Täler und Hügel.
Es gäbe kein Kämpfen mehr. Kämpfen worüber? Die Herzen wären frei, wie sie wollen herum zu reisen, und sie würden in Frieden dahinreisen. Zuhause oder unterwegs, Friede würde herrschen. Herzen des Friedens würden herrschen. Wie würden die Blumen doch wachsen und die Bäume Früchte tragen. Wüsten würden zu Oasen, und Berge wären leicht zu erklimmen. Friede würde das Land bedecken, und es gäbe im Herzen keines Mannes oder keiner Frau mehr Krieg. Die Zeit dafür ist jetzt. Jetzt, sage Ich.
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DICH SELBST FINDEN
Unterdessen du dabei bist, Mich zu erkennen und Mich bewussterweise gut kennen zu lernen, hast du mehr von Meinem Licht gesehen, was in den Augen derjenigen, denen du begegnest, reflektiert wird. Du hast das erblickt. Du hast das bemerkt. Du hattest Gipfelaugenblicke, als dein Herz von Mir und der Welt voll war. Du hattest Augenblicke, Tage, Wochen, Monate, als alles Einheit war. Wie weit bist du gekommen. Und dann, vielleicht ganz plötzlich, vielleicht allmählich, wirst du womöglich gespürt haben, wie du vom Leben in der Welt nachgelassen hast, oder wie die Welt dir entschlüpft ist. Wie kann das sein? Wie kannst du dich derart präsent bei Mir fühlen und dich dennoch im Großen und Ganzen derart weit weg von der Welt und selbst von den Menschen in deinem Leben empfinden.
Es wird wohl eine Zeit kommen, wann ihr Mich kennt, wann ihr Mich teilt, wann Ich bemerkterweise in eurem Herzen gegründet bin, und wann ihr, Geliebte, euch darin einlebt und dazu gelangt, dass mit dem Empfinden des Zuhauseseins, was ihr bei Mir spürt, pur nichts zu vergleichen ist. Es ist so, als ob in der Nähe von Mir alles verblasst.
Ihr habt Mich voll und ganz in eurem Gewahrsein, und nicht die Welt. Plötzlich oder allmählich sind da jene Augenblicke, wann das Leben in der relativen Welt euer Herz nicht im gleichen Ausmaß erfüllt, wie Ich es tue. Die Welt und die Menschen in ihr haben für euch nicht mehr den Zauber, den sie einmal hatten. Das Weltleben fühlt sich flach an. Ihr bewegt euch darin, und dennoch fühlt ihr euch außerhalb von ihm. Ihr fühlt euch hinsichtlich der Welt halbherzig. Ihr habt das Empfinden, dass ihr etwas verloren habt, und dass ihr rückwärts gegangen seid. Die Welt und die Menschen in ihr werden mehr wie eine Papp-Welt und wie Papp-Menschen. Das fühlt sich für euch bestimmt nicht wie Evolution an.
Passiert ist, dass eure persönliche Befasstheit nachgelassen hat. Eure persönliche Eignerschaft hat sich gemindert. Ihr mögt sogar das Gefühl haben, dass ihr nicht existiert. Ihr könnt nicht mehr länger die Begrenzungen eurer selbst verspüren.
Es stimmt tatsächlich, Geliebte, dass ihr euch, während ihr euch selbst findet, selbst verliert. Das mag sich für euch wie eine Abtrennung anfühlen. Ihr werdet von eurem persönlichen Selbst abgeschieden. Das Persönliche wird schwächer. Ihr mögt das als einen Verlust für euch und als einen Schritt rückwärts spüren. Vielleicht empfindet ihr, dass ihr euer Herz verloren, dass ihr es nicht an einen Anderen weggegeben habt, dass es euch einfach irgendwo im Äther verlustig gegangen sei, und ihr habt das Empfinden, ihr würdet es niemals wieder finden. Haltet durch.
Das Leben wird für euch nicht das gleiche sein. Die Welt wird nicht das gleiche sein. Sobald ihr aus diesem Tunnel heraus seid, in dem ihr euch eurem Empfinden nach befindet, werden du und die Goldenheit des Lebens erstarken. Wovon Ich hier rede, liegt jenseits der Vereinung des Herzens, mit der ihr bekannt wart. Es wird die große Einung mit Mir und eine Wiedervereinigung von allem mit der Welt sein.
Die Unbeständigkeiten des Lebens werden keine Auswirkungen mehr auf dich haben, wie es einmal der Fall war. Emotionale Anhaftung wird sich abschwächen. Fürs Erste wird es dir danach aussehen, dass du nicht mehr verbunden bist. Du bist von der Vergangenheit und von deinem vergangenen Empfinden, was das Leben sei, losgelöst.
Ihr seid einfach einen neuen Berg hinaufgeklettert, Geliebte, und ihr befindet euch auf einer höheren Anhebung, wo ihr anders seht. Vielleicht vermisst ihr euren alten Berg und die Sicht, die ihr dort hattet. Diese weitere Perspektive ist vielleicht nicht das, was sie eurem Dafürhalten nach sein sollte, und dennoch werdet ihr klar sehen, und ihr werdet euch mit der neuen Höhe, zu der ihr euch erhoben habt, verfechten. Ihr gelangt dorthin, wohin ihr wolltet. Ihr seid wie ein Pfadfinder, der in das Lager ging, in das er wollte, und sodann steht ihm an zu sehen, wie er Heimweh dabei bekommt. Früher oder später wird er sich an das Lager gewöhnen.
Früher oder später werdet ihr euch an euren neuen Berg akklimatisieren. Ihr werdet dem Universum in hohem Maße dienlich sein.
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NUNMEHR GIBST DU
Was immer sich im Leben zuträgt, was immer du an Kleinheit empfinden magst, du bist nicht Kleinheit. Du bist Größe. Einerlei, wie unwichtig du dich fühlen magst, einerlei, wie enttäuscht du von dir selbst bist, einerlei, was Handlungen bedeuten, einerlei, was an scheinbarer Absenz der Liebe zugegen sei, du bist Größe. Falls du nicht Größe wärest, würdest du nicht derart stark auf deine Beobachtungen der Kleinheit in dir selbst und in Anderen reagieren. Du wärest nicht derart enttäuscht.
Es mag durchaus sein, dass du, während du inwendig in dir Kleinheit bemerkst, aus ihr ausbrichst. Du siehst sie jetzt. Es war einmal, da hast du gedacht, es sei recht so, Liebe zurückzuhalten und sich in Sachen Geld oder anderen Dingen zögerlich zu geben, und jetzt siehst du es anders. Jetzt bist du entsetzt.
Der Stolperstein dabei, dich jetzt in diesem Augenblick zu lieben, scheint sich als deine Handlungen und Emotionen der Kleinheit auszuweisen. Früher einmal haben jene Sinn ergeben, und jetzt überhaupt keinen mehr. Geliebte, sie ergeben aufgrund eurer entschiedenen Größe keinen Sinn.
Seid über eure Größe froh und geht voran. Lasst die Kleinheit in jeder Hinsicht hinter euch, und das schließt die Gedanken über sie mit ein.
Einmal habt ihr in einer Hütte gelebt. Jetzt lebt ihr in einer Villa. Lebt in ihr. Haltet nicht einen Fuß in der Hütte. Lasst sie gehen.
Früher, unter der Begriffichkeit der Anerkennung, wart ihr niedrig angesiedelt in der Liebe und groß im Eigennutz, und nun bedauert ihr das. Gelangt hinter das Bedauern. Bedauern ist kein Freund von euch.
Früher einmal war euer Garten marode. Jetzt ist euer Garten dem Garten Eden gleich. Wo werdet ihr jetzt eure Zeit verbringen? Im Garten der Vergangenheit, den ihr in eurem Geist durchwandert? Oder im Garten der Gegenwart, wo ihr spazieren könnt, wo ihr anfassen und schauen und den Duft der Blumen einatmen könnt?
Geliebte, es ist nicht von Belang, was ihr einmal wart, und was ihr getan oder nicht getan habt. Es ist von Belang, was ihr jetzt seid. Jetzt handelt ihr demgemäß.
Früher wart ihr einmal 1 m 20 groß, und jetzt seid ihr 1 m 80. Bevor ihr zu 1 m 80 herangewachsen seid, hattet ihr eine geringere Höhe. Ihr werdet euch nicht beschimpfen, weil ihr einmal kürzer wart.
Früher wart ihr einmal ein Mensch, der nur so und so weit gesehen hat. Jetzt seid ihr ein Mensch, der weiter sieht.
Früher wart ihr einmal ein Mensch, der zu sich her gerissen hat, und jetzt seid ihr ein Mensch, der gibt. Seid darüber froh, wer ihr jetzt seid.
Werdet spielend damit fertig, dass ihr einmal weniger wart, als ihr jetzt seid.
Vielleicht wart ihr ein Künstler, der Bilder malte. Heute seht ihr, dass eure Bilder nicht so gut waren, wie ihr zu dieser Zeit dachtet. Ihr könnt jene Gemälde nicht rückgängig machen. Einerlei, nun habt ihr eine Leinwand, um heute darauf zu malen. Was gibt es an der Sache zu bedauern? Anstatt zu bedauern, seid froh darüber, was jetzt in diesem Augenblick ist. Seid froh, dass ihr einen langen Weg hinter euch habt.
Ihr betretet Meine Villa. Während ihr Meine Villa seht, wie schäbig scheint ja das zu sein, woher ihr gekommen seid. Nun seid ihr von glänzenden Edelsteinen umgeben, wo es zuvor nur Stroh gab. Ist darüber nicht glücklich zu sein? Sicherlich nicht, darüber unglücklich zu sein.
Vielleicht habt ihr dort, wo ihr lebtet, niemanden hineingelassen. Ihr hieltet eure Türen geschlossen.
Und nun, wo ihr jetzt lebt, öffnet ihr das Tor weit. Ich spreche über euer Herz. Euer Herz ist gewachsen. Es hat sich gedehnt. Früher hatte euer Herz winzige Zimmer. In ihm war schlicht kein Raum, damit Andere hereinkommen konnten. Jetzt gibt es viel, viel Raum. Wie prächtig ist jetzt euer Herz.
Früher habt ihr euch vielleicht selbst als einen Almosenempfänger der Liebe gesehen, und jetzt seid ihr dazu in der Lage, euch selbst als reich an Liebe zu befinden. Vergesst, als ihr ein Almosenempfänger wart. Ihr seid es nicht mehr. Früher war euer Herz verschnürt, und jetzt ist es weit offen, und jetzt seid ihr wohlhabend am Herzen, und jetzt gebt ihr.
3122
TRÄUMT NEUE TRÄUME
Träume, die über eure Vorstellungen hinausgehen, werden wahr. Ich habe euch das bereits früher gesagt, und Ich sage euch das wieder.
Ihr denkt vielleicht nach wie vor, die Welt ist unverändert, und dass eure Hoffnungen und Träume zerschmettert werden, wie das mit ihnen in der Vergangenheit der Fall war.
Geliebte, benutzt die Vergangenheit nicht mehr als euren Bezugspunkt. Sie ist nicht verlässlich, und, offen gesprochen, sie ist nicht relevant.
Die Welt ist nicht die gleiche. Noch auch seid ihr die gleichen. Ihr wisst, ihr seid nicht mehr, der ihr einmal wart. Was bringt euch dazu zu denken, dass ihr euch verändert habt, und die Welt sich nicht? Die Welt hat mit euch Schritt gehalten. Sie mag durchaus vor euch liegen. Auf alle Fälle ist die Welt, die ihr einmal kanntet, heute nicht die gleiche Welt vor euch.
Sofern Ich euch sagte, dass ihr am Rand eines Abgrundes steht und euch in großer Gefahr befindet, würdet ihr Mir glauben, ist das so? Wie leicht glaubt ihr an drohendes Unheil und Gefahr. Und jetzt sage Ich euch, dass ihr am Rande einer neuen Welt steht. Diese Welt hat ihr Gesicht gewaschen, und ihr werdet sie kaum wiedererkennen. Kommt, Kinder, glaubt an die Freude, die zu euch auf dem Weg ist. Wagt es zu glauben, und wagt, neue Träume zu träumen, damit sie Wirklichkeit werden können.
Dies ist die Welt, von der geträumt wurde, und jetzt ist sie die eure. Jetzt ist sie die Welt, in der ihr lebt. Oh, einige der Bilder der früheren Welt, in der ihr lebtet, sind verblieben, jedoch verblassen jene übrig gebliebenen Bilder rasch.
Es fällt Regen vom Himmel. Ebenso Schnee. Erfüllte Träume werden auch vom Himmel fallen, und weswegen nicht für euch? Weswegen nicht eure Träume, Geliebte? Für den Fall, dass ihr über eure alten Träume hinausgewachsen seid, träumt jetzt neue Träume. Träumt davon, was ihr jetzt wollt. Geht selbst über eure schönsten materiellen Träume hinaus. Was möchtet ihr wirklich? Welche Träume möchtet ihr tatsächlich, dass sie Wirklichkeit werden? Träumt sie. Hört nicht auf, sie zu träumen. Hört nicht auf, einen Traum nach dem anderen zu haben, einen auf dem anderen. Lasst eure Träume in die Welt überquellen. Die Welt ist nach euren Träumen durstig. Sie wird sie auflecken. Aus euren Träumen wird die Welt heranwachsen. Eure Träume sprießen jetzt soeben.
Ihr seid das Manna vom Himmel. Ihr erschafft die Geschenke, die der Himmel euch verleiht. Als erstes träumt ihr. Dann nehmt ihr entgegen. Alle eure Segnungen fallen im Grunde nicht vom Himmel. Sie fallen von euch. Es seid ihr, die um sie eine Münze werfen. Ihr macht es für euch möglich, eure Träume in Empfang zu nehmen. Träume sind Gedanken. Gedanken verstrahlen. Träume verstrahlen. Träume werden wahr, weil ihr sie verstrahlt.
Eure Träume sind die Geschenke, die ihr aushändigt. Ein Traum ist mit einem anderen verschachtelt, so wie Schachteln ineinander passen. Sobald ihr eine Schachtel öffnet, findet ihr eine Unzahl weiterer Schachteln im Inneren. Genauso bei den Träumen, ihr findet einen, dem ein anderer folgt. Träume sind so etwas wie aus Papier geschnittene Puppen, jede mit der anderen verbunden, jeder Traum hält die Hand des anderen. Traum um Traum, ein jeder zieht den nächsten heran.
Bringt eure Träume in Gang, Geliebte. Lasst sie wie Ballone in den Himmel aufsteigen. Lasst sie hochgehen. Eure Träume werden ihre Frucht einsammeln und sich dann euch wieder zurückbringen. Ihr werdet eure Träume Wirklichkeit werden sehen. Sie werden vor euch tanzen. Geträumte Träume werden verwirklichte Träume. Ihr werdet Träume rechts von euch, Träume links von euch haben. Träume zeugen Träume. Ihr werdet nach und nach sehen, dass das Leben voll und ganz aus Träumen gemacht ist, die erfüllt wurden. Lasst eure Träume euch vorausgehen und euch folgen.
Träumt eure Träume, Geliebte. Träumen manifestiert sich. Habt gute Träume. Habt ein Auge auf sie, damit sie sich vermehren.
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FEIERT EURE TAGE
Was macht einen Tag anders als den anderen? Was macht Weihnachten für Viele zu einem besonderen Tag? Was macht den 4. Juli in den USA zu einem Feiertag? Was macht den ersten Schultag so besonders? Was macht Sonntage zu Sonntagen? Was macht deinen Geburtstag zu einem besonderen Tag? Was macht jeden Tag zu einem besonderen Tag?
Der Tag ist der Tag, der er ist. Die Tage nennen sich nicht selbst die Wochentage. Sie kennen nicht einmal die Namen der Tage der Woche. Tage sagen nicht: „Heute bin ich Montag. Morgen bin ich Dienstag.“ Tage machen sich nicht einmal eine Vorstellung von gestern oder heute. Tage bieten sich euch jeden Tag gleich dar. „Hier, nimm mich“, sagen die Tage, „und mache aus mir, was du möchtest.“
Und gleichwohl wird nicht jeder Tag gleich gelebt. Was macht den Unterschied aus zwischen einem fantastischen Tag und einem so solala? Sofern es der Tag selbst nicht ist, musst du es infolge sein. Ein Tag ist wie ein Ass, was dir zukommt. Du kannst ein Ass für eine 10 oder für eine 1 einsetzen.
Du stellst die Wählscheibe deines Tages ein.
Es gibt bestimmte Tage, auf die freust du dich im Voraus. Eben deine Vorfreude setzt den Ton deines Tages. Nehmt goldene Tage vorweg, Geliebte. Mittels eurer Vorfreude stellt ihr euren Tag auf eine bestimmte Frequenz ein. Sobald ihr euch nicht auf einen Tag freut, stellt ihr ebenfalls eine bestimmte Frequenz ein. Möchtet ihr an dieser Wählscheibe drehen und eure Tage auf Glücklichsein stellen?
Du bist der zuvorderste Bestandteil deines Tages. Du machst deinen Tag. Niemand sonst. Du stellst den Umkreis deines Tages ein. Du bist derjenige, der ihm einen Namen gibt. Wenn Thanksgiving Day dein Lieblingstag ist, dann lasse einen jeden Tag eine Feier der Danksagung sein. Sofern du Geburtstage magst, so betrachte einen jeden Tag als deinen Geburtstag. Selbstverständlich, das ist die Wahrheit. Ein jeder Tag ist dein Geburtstag. Du wirst jeden Tag neu geboren. Lasse dein altes Selbst hinter dir, und erschaffe dich heute neu.
Feiere das Leben. Was zählt schon die Ziffer des Tages, oder ob es Wochentag oder Wochenende ist? Es ist ein Tag. Ein willkommener Tag. Ein universeller Tag. Es ist heute.
Springe aus deinem Bett und begrüße den Tag, der sich dir derart großherzig zuliefert. Sei mit all deinen Tagen großherzig.
Sieh den Tag als einen Express-Aufzug, mit dem du hochfährst. Er fährt nach oben. Zu einem bestimmten Zeitpunkt kommt er auf nur einer Etage auf einmal an. Er steigt ununterbrochen nach oben. Deine Tage sind ein Strom des Lebens. Der Strom deiner Tage nimmt keinen Anfang und hält nicht an. Es gibt keine Auftrennung zwischen dem Strom heute und dem Strom gestern. Der Aufzug der Tage, in dem du fährst, ist ein Kontinuum. Im Grunde gibt es keine Pause, keine Unterbrechung zwischen dem einen oder dem anderen Tag.
Du glaubst an Tage. Glaube nunmehr an gute Tage, und an bessere und bessere Tage, und mache sie dazu. Feiere deine Tage im Voraus. Du fährst in einem Aufzug, der hoch und höher geht. Wie weit wirst du heute gelangen? Wie weit möchtest du gelangen?
Du wirst dich vielleicht im Bett umdrehen, die Tage freilich gehen ununterbrochen voran. Sie gehen ganz geradeaus. Geh mit deinem Tag. Fliege mit ihnen.
Indessen, liebe diesen Tag, so wie er dir zugekommen ist. Fülle die Zeilen aus. Mache diesen Tag herrlich. Mache ihn zu einem Superlativ. Mache ihn zu einem prächtigen Tag. Ziehe die Art von Tag auf, die du möchtest. Hege ihn gut. Gib ihm etwas zu tun, und gib ihm Ruhe. Behandle das Heute wie den königlichen Gast, der es ist. Lege für das Heute die Willkommens-Matte aus. Trage das Heute über die Schwelle. Habe einen fantastischen Tag.
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PFLANZT EURE LIEBE IN GUTEN BODEN
Ich bin Mir durchaus eurer Neigung gewahr, aus den Dingen schlau werden zu mögen. Euer logischer Verstand hat es gerne, über Ideen herzufallen und sie in einen konkreten Nachweis zu kehren. Der Geist verwendet die Informationen, die er bereits hat, und sieht des Öfteren danach, Schwächen aufzufinden, wohingegen das Herz, unterdessen es weiß, schlicht weiß. Nehmt die Liebe, zum Beispiel.
Der Geist kann eine endlose Liste von Beweggründen, zu lieben oder nicht zu lieben, heranbringen, jedoch kann kein einziger Grund Liebe herstellen oder augenblicklich ihren Fluss stoppen. Stimmt das etwa nicht?
Das Herz hat einen Geist für sich.
Gleichwohl, denkt bitte nicht, dass Ich euch ermahne, geistlos zu sein, Geliebte. Ich rede nicht mit euch darüber, mit der Liebe zu protzen. Ich rede nicht mit euch darüber, schamlos mit der Liebe zu sein. Ich sage nicht zu euch, den Kopf über euch zu verlieren. Ich spreche zu euch davon, alles und alle zu lieben, euch mit eingeschlossen.
Verbringt euch in Situationen, wo Liebe scheinen kann. Bringt euch nicht in Situationen, die praktisch garantieren, dass sie euer Herz verwunden oder ihm sogar etwas zu Leide tun können, denn dann muss es sich um Anhaftung oder gar um Sucht, und ganz und gar nicht um Liebe handeln. Euch ist es nicht angelegen, euch benutzen zu lassen, so, als wärt ihr nicht von Belang. Werft euch nicht fort, so, als wärt ihr nicht Goldes wert. Es ist nicht so, dass ihr immer in der Liebe aufgeweckt sein müsst. Es ist einfach so, dass ihr die Liebe nicht entwerten möget. Ihr zählt keine Spalten der Liebe zusammen, so wie ihr es mit Zahlen tut, würdigt euch allerdings selbst, und würdigt Andere, und würdigt die Liebe.
Liebe klammert nicht. Liebe hat nicht alles von sich selbst an einer Stelle oder an einer anderen Stelle zu haben. Liebe hat sich selbst nicht zu beweisen. Lasst Mich das noch einmal sagen. Liebe hat sich selbst nicht zu beweisen. Liebe hat nicht laut zu werden. Sie kann leise sein, und Liebe kann von weitem her lieben. Liebe gibt und Liebe gibt sich selbst fort, jedoch gibt die Liebe dich nicht fort, so, als wärest du, dieses Gott-Seinswesen, das du bist, nicht von Wert. Du bist eine Menge wert. Du bist Goldes wert. Wisse darum.
Es ist gut, alle zu lieben. Gebt eure Liebe und nicht euren Wert. Was ihr wert seid, hängt von niemandem ab, den ihr liebt, noch auch hängt es von jemandem ab, der euch liebt. Und werft euch freilich selbst nicht weg. Gießt eure Liebe über den Wassern aus, ertrinkt jedoch nicht, Geliebte.
Ihr seid nicht bedürftig. Ihr habt gedacht, ihr seid es. Ihr habt es nicht nötig, dass euch das Leben mit der Liebe versieht, die ihr eurem Dafürhalten nach für nötig haltet und infolgedessen haben müsst. Liebe von außenher ist nicht die Erschaffung von euch. Und euer Lieben von innenher ist eine natürliche Sache, und keine besondere dekorierte Begebenheit.
Ja, Ich begreife, dass ihr eure Gott-gegebene Befähigung zu lieben entfaltet, während ihr entlang geht. Ich begreife, dass wahre Liebe manchmal nicht wahr war. Es gibt kein Textbuch, was euch lehrt, wie auf euch selbst und wie auf Andere Rücksicht zu nehmen ist. Auf seine eigene Weise ist das Leben das Textbuch.
Hier gelangen wir ein weiteres Mal zu dem grundlegenden Unterfangen, dass ihr als erstes euch selbst lieben müsst, bevor ihr Andere wahrhaft lieben könnt, wie es für sie bestimmt ist, geliebt zu werden, und wie ihr dafür bestimmt seid, zu lieben.
Alle Beschränkungen in eurem Herzen sind nicht dafür vorgesehen, da zu sein. Liebt euch selbst, und euer Herz wird von Beschränkungen frei sein, und ihr werdet lieben, wie Ich es tue. Ihr werdet in einer Weise lieben, die Wert verleiht, zu lieben. Eure Liebe wird dem Universum dienen, und sie wird Mir dienen, und sie wird euch dienen, und sie wird allen dienen. Geliebte, pflanzt eure Liebe ein, wo sie wachsen wird.
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ES WAR EINMAL
Es war einmal, da wachtet ihr in einem Garten auf, bloß, ihr habt nicht begriffen, dass es ein Garten war. Euch wurde angegeben, das sei eine Wüste, oder es wurde gesagt, es sei ein Dschungel, ein Wald, oder ein leeres Feld, oder ein Schlachtfeld, und ihr wandertet dort herum. Vielleicht hattet ihr darin das Gefühl, umwölkt zu sein. Selbst dann, die Sonne war da. Der Himmel war da. Der blaue Ozean war da, für euch ihn euch anzusehen und um in ihm zu schwimmen.
Die Welt, in der ihr lebtet, veränderte sich gemäß eurer Wahrnehmung. Ja, die Welt hing davon ab, was ihr euch zum Anschauen herausgelesen habt. Die Welt möchte sich gerne wandeln und ändern, dementsprechend, was ihr euch anschaut und was ihr aus ihr macht. Die Welt setzte sich in Bewegung, demgemäß, was ihr aus ihr machtet. Eure Gedanken hießen die Welt in Erscheinung treten, wie sie eurem Blick nach war.
Die Welt konnte letztlich alles sein, als was ihr sie sein haben wolltet.
Ihr seht, Geliebte, mit euren Gedanken könnt ihr die Welt nicht hereinlegen. Ihr wart wie der
Aktienmarkt, und die Welt ging herauf und herunter, euren Gedanken gemäß. Selbstverständlich, die Welt wurde nicht einzig durch eure Gedanken geführt, und doch, sie wurde schlechterdings auseinandergerissen oder verschönert, euren Gedanken entsprechend.
Es ist im Leben zutreffend, dass jedermann in seiner eigenen Welt lebt. Du weißt dies bereits, denn für dich ist der eine Tag glänzend und ein anderer Tag scheint dunkel, und dies alles unabhängig vom Wetter. Deine Gedanken sind wie ein Zauberstab, der über das Erscheinungsbild der Welt entscheidet. Jenseits deiner Gedanken sind Gefühle, und du bist, wohl oder übel, der Thermostat der Welt.
Ich weiß, du möchtest gerne, dass die Welt ein besserer Ort ist. Stelle dies mit deinen Gedanken her. Lasse eine neue Welt ihren Anfang nehmen mit deiner Sicht. Womöglich ist es so, du wirst keine bildschöne Welt machen, und doch, du wirst ein Bild von der Welt herstellen. Von Anfang an hast du dir dein Bild gemacht. Nun kannst du ein anderes malen. Lasse die Sonne herein. Lasse sie durch die Rollos deines Geistes hindurchspähen. Lasse deine Gedanken der Welt ein Geschenk sein.
Es ist nicht notwendig, dass du in die Welt der übermittelten Nachrichten und Neuigkeiten eintauchst und daran teilnimmst, jene ungemein zu vermehren. Es gibt zahlreiche Millionen und Milliarden von Dingen, über die du Gedanken haben kannst. Wie du denkst und worüber du denkst, wird zu den Bestimmungszielen der Welt. Du schreibst die Zukunft.
Stelle in deinem Geist ein neues Neonschild auf, was aufblitzt:
„Alles ist gut. Alles ist wundervoll. Es gibt neue Nachrichten heute zu übermitteln. Ich werde sie übermitteln. Ich werde nicht mit meinem Kopf bei den Schlagzeilen der Zeitungen nicken. Ich werde die
Nachrichten nicht bestätigen und nicht bejahen. Ich werde nicht mehr länger sagen: ‚Tut, tut‘, und die Probleme der Welt replizieren. Dies bedeutet nicht, dass ich meinen Kopf in den Sand stecken. Ich errichte einfach die Welt, so wie sie es verdient, zu sein.
Ich bin der Macher neuer Kurzmeldungen. Ich kaufe nicht mehr länger, was als Gerücht hin und her verbreitet wird. Ich höre den Missständen der Welt nicht mehr länger zu, nicht deutlicher, als ich meiner Freundin zuzuhören habe, während sie mir im Detail von ihrer Operation berichtet. Wozu habe ich Einzelheiten nötig? Was verrichtet die Akkuratesse von Einzelheiten für mich oder für meine Freundin oder für die Welt?
Ich möchte folgende Neuigkeiten der Welt berichten: ‚Gott ist gut, und Gott liebt das Universum und Alle von uns im Universum.‘ Ist dies nicht wahrhaftiger als ein Skandal?
Es war einmal, da las ich ein Buch, und daraufhin beschied ich, mein eigenes Buch zu schreiben. Es war im Grunde genommen mein Leben, welches das Buch schrieb. Als ich in die Welt zog, schrieb ich ein Buch von der Welt. Ich zog in die Welt und wob sie gemäß meiner Gedanken. Ich kann meine Gedanken zu allem machen, was ich möchte, und also mache ich nun meine Gedanken und die Welt schön, für Alle von uns.“
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EWIGKEIT EXISTIERT IM GRUNDE NICHT IN WELLEN
Das Medium, in das hinein du malst, ist das Leben. Und das Leben ist auch das Bild, das du malst. Das Leben ist dein Pinsel, und es ist das Papier oder die Leinwand, auf der du malst. Siehst du, wie das Leben im Grunde keine abgetrennte Angelegenheit in voneinander isolierten Teilen ist? Genauso wenig ist es ein Wirbelwind, wiewohl, es ist ein Gemisch.
Du teilst die Leinwand mit anderen, denn du bist nicht der einzige, der auf ihr malt. Trotzdem, wähle deine Farben gut aus.
Das Leben ist ein Teppich, den du webst. Du webst die Fäden, und die Fäden sind die Geschichte deines Lebens. Du wählst die Fäden, und du suchst es dir aus, wie du sie hinein binden möchtest. Dein Leben ist aus den Fäden gemacht, die du webst, und daraus, wie du sie hinein und heraus webst.
Das Leben ist ein Tanz, zu dem du hergekommen bist. Gegebenheiten präsentieren sich. Sie sind Teil des Tanzes, und dennoch, du bist der Tänzer. Du tanzt zu der Zeit, was du den Abend nennst, und doch geht der Tanz, der aus Schlägen und aus Rhythmus gemacht ist, indes das Klopfen deines Fußes ist, über die Zeit hinaus. Falls das Leben ein Tanz ist, tanzt du die ganze Zeit. Es gibt keinen Morgen, keinen Mittag, keine Nacht. Gar während du schläfst, hast du nicht mit dem Tanz des Lebens aufgehört. Im eigentlichen stoppst du nie, denn du fährst mit einem Aufzug, der in Bewegung ist. In Wirklichkeit ist dem Leben kein Schritttempo beigegeben, Geliebte.
Fangt ihr an zu sehen, wie es keine Vergangenheit, keine Gegenwart oder Zukunft gibt? Das, was ihr die Gegenwart nennt, ist Ewigkeit. Ewigkeit existiert im Grunde nicht in Wellen. Wir nennen sie den Ozean, und dennoch ist sie um Vieles umfassender als der Ozean oder als eine Lagune. Der Ozean ist ein Konzept. Die Ewigkeit hat ihre eigene Weite. In einem gewissen Sinne gibt es keinen Unterschied zwischen einem Ozean, einer Lagune oder einem Tropfen aus dem Wasserhahn. Das Unendliche ist, naja, gut, unendlich. Ihm ist kein Ende zueigen, und genauso wenig ein Anfang. Wir können sagen, das Unendliche schlendert ununterbrochen so dahin, und doch schlendert es nicht oder macht es sonst auch nicht irgendwas. Ich vermute, Wir könnten das Unendliche die Hintergrundkulisse des Lebens nennen, und gleichwohl ist das Unendliche umfassender als das. Ihr wirbelt jetzt in der Unendlichkeit.
Die Vergangenheit ist ein Schnappschuss davon, wie euer Gemälde einstmals ausgesehen hat, oder wie es scheinbar aussah. Die Zukunft ist ein Vermuten. Ihr befindet euch im Weben des Teppichs der Gegenwart. Die Gegenwart ist keine unbewegte Filmaufnahme. Ihr könnt eigentlich von der Gegenwart kein Foto machen, die, letztlich, die immer-gegenwärtige ist. Die scheinbare Gegenwart ist zu umfassend und zu weit, um sie mit einer Linse einzufangen.
Wir können diese Köstlichkeit der gegenwärtigen Zeit den immerzu strömenden Strom nennen, in dem ihr schwimmt, und doch ist die Gegenwart im Grunde kein Strom oder kein Ozean. Wir können das, was man als den Ozean der Gegenwart bezeichnen könnte, mit einem süßen Kuss in Vergleich bringen. Die Liebe mag inwendig in einem Kuss existieren, und dennoch ist ein Kuss nicht Liebe. Ein Kuss ist einfach ein Kuss.
Wie kann man von der gegenwärtigen Zeit reden, währenddessen es alleinig Zeitlosigkeit gibt?
Selbstverständlich, ihr tut das immer. Die Zeit scheint der Herr im Hause zu sein. Die nichtexistente Zeit scheint komprimiert oder verlängert zu werden, jedoch kommt diese Wahrnehmung aus dem Blick durch den Spiegel von Alice, oder von Peter oder von Jane oder von euch.
Falls ihr nicht das Empfinden an Zeit, was ihr gegenwärtig habt, hättet, wonach sähe sodann das Leben wohl aus? Würdet ihr dann nicht größer als das Leben werden, oder würde das Leben um Vieles größer werden, als es euch gegenwärtig zu sein scheint? Falls die Zeit in eurem menschlichen Gewahrsein nicht stets präsent wäre, wie sähe sodann das Leben aus?
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DIE HERRLICHKEIT GOTTES
Lasst Uns heute begegnen, als wäre es das erste Mal. Ihr habt nicht zu warten. Kommt herein. Setzt euch hin, bitte. Setzt euch neben Mich. Im eigentlichen gibt es kein weit oder nah, wenn es sich auf Mich beläuft. Ich bin natürlich jenseits von Distanz. Ich bin jenseits von Zeit und Raum. Sprich, es gibt keine Distanz an Zeit, und es gibt keine Distanz an Raum. Es gibt keine Zeit oder keinen Raum. Auf alle Fälle, wo kann nah und fern existieren? Einzig als Konzept, Geliebte. Einzig als ein Konzept.
Konzepte sind Dutzendware. Ihr schwimmt in der Herrlichkeit Gottes, und ihr schwimmt ebenso in Konzepten. Allerdings, sobald Wir diesem Strom des Räsonnierens folgen, gibt es keinen Platz, um zu schwimmen, mit der einen Ausnahme, in der Herrlichkeit Gottes. Das ist ein schwierigeres Konzept zum Begreifen. Allerdings, wieso ist es das? Weswegen sollte einem die leichteste simpelste natürliche Sache in der Welt schwer scheinen zu begreifen? Wie kann euch Realität fern oder weit hergeholt erscheinen? Und doch sage Ich euch, dass Wir uns in einer Umarmung von solch einer Größe, von solch einer Wundersamkeit befinden, und dass Unsere Umarmung fortwährende alltägliche Realität ist. Es gibt nirgends, wo ihr sein könntet, außer eben hier. Ihr sitzt nicht einmal Mir gegenüber, oder neben Mir. Ihr sitzt in Meinen Herzen. In Meinem Herzen.
Eine physische Repräsentation von euch rennt hin und her, und dennoch vermögt ihr, nicht einmal für eine Millisekunde, von dem Königreich Meines Herzens abzuweichen. Von Mir gibt es kein Wegkommen. Bloß in eurer Einbildung könnt ihr das. Ich bin nicht eingebildet. Ich bin Real. Ich bin Immerzu. Ihr könnt euch das anders einbilden, und, selbstverständlich, das habt ihr getan.
Ihr habt euch Alleinsein und Einsamkeit eingebildet. Ihr habt euch allerhand eingebildet. Ja, Ich habe euch all das bereits zuvor gesagt, vielleicht hört ihr es jedoch jetzt soeben. Ich BIN. Ich BIN Gott. Ihr seid ein Teil von Mir, indes seid Ihr nicht von Mir weg, genauso wenig, wie es Mir unmöglich ist, von euch weg zu sein. Ihr könnt nicht von Mir abfallen, nicht ein einziges Mal, nicht einmal im Nu. Wir sind zusammen.
Ihr seid kein nachzügelnder Gedanke von Mir. Ich denke an euch, und doch habe Ich nicht an euch zu denken, denn ihr seid stets in Meinem Gewahrsein. Ich kenne euch. Ich kenne euch als einen intimsten Teil Meines Herzens, gleichwohl ist es die Ganzheit Meines Herzens, die euch kennt. Es ist nicht so, dass ihr in Meinem Herzen feststeckt, das begreift ihr. Ihr seid in Meinem Herzen frei. Ihr seid der Schlag Meines Herzens. Ihr seid Mein Herz. Wir können sagen, Wir teilen es, und doch geht es um mehr, als dass
Wir es teilen. Dass Ich Mein Herz mit Mir Selbst teile, ist eine Ausdrucksweise, die dem, was ist, näher kommt. Ich anerkenne Mein Herz für das Einssein, was es ist.
Wir mögen sagen, ihr seid Teil jenes Einsseins, und doch, tatsächlich seid ihr Mein Wundersames
Einssein selbst. Es gibt keine Abweichung, Geliebte. Ich spreche jetzt in diesem Augenblick zu Meinem Herzen. Ihr seid in der Tiefen Stille Meines Herzens. Ihr könnt nicht aus ihm ausfasern. Ich kann Mich nicht irgendwo hinterlassen. Wo kann Ich sein, außer wo Ich BIN? Und wo könnt ihr sein, ihr, Mein Einssein, ausgenommen voll und ganz wo Ich BIN?
Wir könnten sagen, dass ihr eine Meiner Herzenssaiten seid. Mit Bestimmtheit seid ihr an Mein Herz angeseilt, und dennoch, wie könnt ihr angeseilt sein? An was könnt ihr angeseilt sein, unterdessen es einzig Einssein gibt? An was kann Einssein angeheftet sein? Wir können sagen, ihr seid an Mein Herz aufgesteckt. Wir können sagen, Wir gehen ständig miteinander. Wir können sagen, Wir sind verlobt. Gleichwohl, wenn Wir bereits verheiratet sind, wie kann man dann sagen, wir befänden uns auf dem Weg, um zu heiraten? Was gibt es da für das Einssein, um es zu heiraten?
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ERLEUCHTUNG IST KEIN COLLEGE-ABSCHLUSS
Das Herz schlägt, und Wörter sind elektrische Impulse. Wörter versuchen das auszudrücken, was das Herz schlägt. Lasse deine Wörter wahr sein.
Ich weiß, ihr versucht zu erzielen. Es gibt keine Nachfrage, derart schwer bemüht zu sein.
Ich weiß, ihr möchtet gerne ein vollkommenes Menschenwesen sein, und ihr seid eure Vorstellung von einem vollkommenen Menschenwesen noch nicht. Geliebte, ihr könnt nicht der vollkommene jemand anders sein. Vielleicht seid ihr der vollkommene jetzt soeben. Ich sage dies, damit ihr von Zeit zu Zeit die Füße hoch legt und euch entspannt. Entspannen ist nicht das gleiche wie lax sein. Ihr könnt euch entspannen und das Beste sein, was ihr heute tun könnt.
Ihr möchtet gerne durch und durch göttlich sein. Ihr möchtet euch auf eine bestimmte Weise fühlen, auf eine bestimmte Weise handeln, auf eine bestimmte Weise sein, und es fällt euch nicht leicht, euch selbst zu gefallen. Ihr seid große Fehler-Finder, sobald es um diese Karotte der Göttlichkeit geht, deretwegen ihr am Rennen seid.
Geliebte, Göttlichkeit ist nichts, was ihr zu erstreben habt. Göttlichkeit ist ein natürliches
Nebenprodukt des Lebens. Die ganze Zeit über mögt ihr mit euch herumgenörgelt, euch gescholten haben. Ihr strengt euer Gehirn an, und nach wie vor unterschreitet ihr eure eigene Anerkenntnis.
Die Großen schrieben keine Punkte über sich selbst an. Sie waren nicht mit ihrem Fortkommen befasst. Sie beließen ihre Göttlichkeit Mir. Sie hielten ihr Auge auf Mir. Ihre eigene Göttlichkeit war nicht ihr Betreff.
Denke daran, wie weit du gekommen bist. Auf Göttlichkeit kannst du dir Hoffnungen machen, und doch kann sie nicht erlernt werden. Dein Göttliches Selbst ist keine Unterrichtseinheit. Du kannst es nicht lernen. Das Göttliche Selbst befindet sich nicht auf der Ebene des Wissens. Lasse in deinem Mund das Wasser zusammenlaufen dafür, was du deinem Dafürhalten nach als Fortkommen ansiehst, und sei dennoch zufrieden damit, wo du bist. Schelte dich nicht. Seit wann war Unzufriedenheit der Zufriedenheit vorzuziehen? Die Göttlichkeit wird sich um sich selbst kümmern.
Du kannst alles Wissen verfolgen, was du möchtest, und dennoch, wonach du lechzt, kann auf der Ebene des Wissens nicht gefunden werden. Beim Thema der Liebe, zum Beispiel, bedeutet ein Experte sein nicht, dass du mehr liebst als jemand, der nicht die ganze Terminologie beherrscht. Du hast mehr studiert. Du kennst die Wörter. Göttlichkeit ist keine Angelegenheit des Wortschatzes.
Sei unschuldig. Lasse die Vollheit der Göttlichkeit, nicht zu sehr die Suche, dich übernehmen. ‚Suchet und ihr werdet finden‘ meint nicht, es gäbe nichts anderes als Finden. Ihr befindet euch nicht auf einer Jagd. Ihr seid nicht auf einer Fuchsjagd nach der Göttlichkeit. Euer Göttliches Selbst kommt ganz natürlich zu euch.
Falls ein Arbeiter in einer Goldmine nach Gold gräbt und nur zufrieden ist, wenn er eine riesige Ader entdeckt hat, worauf läuft es dann bei seiner Arbeit hinaus? Dein Leben ist jetzt. Es ist nicht an irgendeinem Tag. Es ist jetzt. Genieße jetzt deine Göttlichkeit. Dass es mehr gibt, ist nicht dafür vorgesehen, für dich eine Quelle der Frustration zu sein.
Bestimmt erkennst du, ohne Göttlichkeit bist du nicht. Bestimmt erkennst du, Göttlichkeit ist nichts, was dir hinzugefügt werden muss. Sie ist bereits die deine. Der Goldklumpen, nach dem du suchst, ist bereits in deinem Herzen. Streichle dann und wann dein Herz und sei deiner Göttlichkeit eingedenk, die bereits dein ist. Sei nicht derart geschäftig, das zu suchen, was du übersehen hast, insofern als es bereits das deine ist.
Es gibt bei der Göttlichkeit keine Schlussausführung. Es gibt immer mehr. Habt in der Zwischenzeit ein wenig Selbstakzeptanz. Wisst, dasjenige, was in gute Erde gepflanzt wurde, wird wachsen. Ich pflanzte Göttlichkeit in die Gütigkeit eures Herzens. Was Ich pflanze, wird wachsen. Eure Göttlichkeit wächst jetzt. Lasst eure Freude wachsen, während ihr euch durch die Felder des Lebens ausfasert.
Lasst es sein, euch selbst mit jemand anderem zu vergleichen. Geliebte, seid der Suche nach Erleuchtung, so als wäre sie ein Schulabschluss, abhold.
Sucht Mich. Entsinnt euch Meiner. Vergesst in diesem Sinne euch selbst. Findet Mich.
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TÄGLICH EWIGKEIT
Es gibt Augenblicke, wann es für Uns nichts zu sagen gibt. Wörter sind nicht nötig. Wir sind zufrieden, einfach gemeinsam dazusitzen, gar sozusagen untätig dazusitzen, ohne eine Hinsicht auf die Welt. Welche Träume sind so dringlich, erfüllt zu werden, sobald Wir, der Eine von Uns, dasitzen und Uns an den Händen halten? Alles ist in diesem Augenblick anerkannter Einung ausgesetzt. Wir sind einander so nahe, wie nahe sein kann. Das ist Stille aufs Höchste. Das ist, wann Unsere Herzen sich in einem atemberaubenden Augenblick des Einsseins zusammenscharen. Es gibt nicht einmal mehr eine Frage, nichts zu fragen, nichts mehr zu erfragen, als auf diese Weise dazusitzen, während Unsere Herzen in Liebe miteinander verfochten sind. Was kommt dem gleich, Geliebte, Geliebter? Was gelangt in die Nähe dieses Augenblicks der Einung, die im Grunde genommen Ewigkeit ist? Ein kurzer Blick auf die Ewigkeit ist immer noch Ewigkeit. Ewigkeit ist nicht endlich.
Du magst spüren, dass Ich dich hochhebe, um mit Mir Eins zu werden. Kein Hochheben ist nötig. Dies ist ein alltäglicher Augenblick. Dies ist alltägliche Ewigkeit.
Wenn Wir Arm in Arm sind, welche Sorge kann es dann geben? Wo gibt es etwas, dessentwegen Sorge existiert?
In diesen Augenblicken ist es ausreichend, dass Wir in einer Träumerei zusammensitzen, die über das Denken hinausgeht. Wir sind jenseits des Gedankens, Geliebte, Geliebter. Wir denken nicht über etwas nach, denn WIR SIND. Wir existieren, und das ist genug. Keine weitere Erkundung ist nötig. Und was sonst gibt es überhaupt, um es zu erkennen? Wir sind ein Magnet der Liebe, und nichts als Liebe. Wir schwimmen in einer Lagune der Liebe. Wir flezen in einer Lagune der Liebe.
Unsere Herzen verschmelzen im Einssein. Unsere verschmelzenden Herzen quellen über, und alle Herzen werden von dieser Gediegenheit der Nichtsheit erfüllt, die Herz-erfüllend ist. Wo Wir uns niederlassen, dort gibt es ein Crescendo der Stille. Die Stille holt alles andere ein. Es gibt nichts, um sie zu überraschen. In der Tiefe des Teiches Unseres Stillen Einsseins gibt es nichts anderes als die Stille des Einsseins. Die Stille macht kein Geräusch. Die Stille trommelt jedes Geräusch hinaus.
Ich möchte gerne drei Hoch‘s auf Unser Einssein ausbringen, jedoch sind Wir in diesem unabweisbaren Einssein derart absorbiert, dass nichts gesagt werden braucht. In Unserem Einssein des Seiens befinden Wir uns jenseits von Hochleben lassen. Welches Hoch ist da auszubringen, sobald Wir in der Stille Unserer Liebe untergetaucht sind? Welche Stimme kann da reden?
Und so verschmelzen Wir in Unserem Einssein, und Wir sind in Unserem Einssein stille. Man könnte sagen, Wir verdichten in jedem Augenblick dieser köstlichen Stille, und doch, da Wir in der Vollheit der Stille eingetaucht sind, gibt es nichts zusammenzudrücken. Wir liegen auf einem Floß der Stille. Es gibt nichts anderes als diese ruhevolle Stille. Nichts kommt dem nahe. Einzig Nähe ist, und es gibt kein weiter weg davon. Es gibt kein auseinander. Es gibt Einssein. Alles, was nicht Einssein ist, ist nicht.
Das ist der Wahre Zustand der Existenz. Ob nun dieses Einsseins gewahr oder nicht, Wir sind dieses Einssein. Etwas anderes können Wir nicht sein. Unsere Gemüter können in eine Art gespreizte Träumerei hinein abwandern, wo im Denken das Eins zu zweien oder dreien oder zu jedweder anderen Mannigfaltigkeit an ausgreifenden Ziffern wird. Diese Ausweitung des Denkens wurde als das Leben auf der Erde bezeichnet. Gedanken können dorthin gehen, wohin sie mögen, indessen Gedanken bloß Gedanken sind. Wir existieren jenseits des Denkens.
Ich sage fortlaufend Wir, damit ihr erkennt, dass Ich das einschließe, was ihr als euch denkt. Ihr seid keine Nachzügler. Es gibt keine Nachzügler. Es gibt einzig Gedanken an Nachzügler sein. Ihr seid in Meinen gleichen Atemzug mit eingeschlossen. Es gibt kein draußen. Es gibt einzig drinnen, indes, während es kein draußen gibt, gibt es genauso wenig drinnen. Alles, was existieren kann, ist Einssein. Einssein ist all das, was ist, diese wundersame Vollheit des Einsseins, von dem Wir nicht abweichen können, von dem eine Abweichung bloß gedacht und eingebildet zu werden vermag.
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AUF DEM OZEAN DES LEBENS
Mit jedem Atemzug, den ihr nehmt, zieht ihr einen Atemzug des Lebens ein. Ihr atmet Luft ein, indes istes Leben, was ihr in Wahrheit einatmet. Wir sprechen vom Leben, von diesem Geschenk des Lebens. Denkt daran, wessen ihr teilhaftig seid, Geliebte. Ihr nehmt an der Herrlichkeit des Lebens teil. Das ist ein einmaliges Dargebot in dieser Lebzeit. Diesem Dargebot kommt kein anderes gleich. Zieht in dieser Lebenszeit Nutzen aus dem Leben.
Ich habe den Vorschlag unterbreitet, ihr möchtet das Leben nicht so ernst nehmen. Gleichzeitig soll das Leben nicht frivol genommen werden. Es verdient mehr als ein Gekichere. Es verdient genauso mehr als ein Schulterzucken. Es verdient mehr als ein schweres Herz. Es verdient mehr als vortäuschen. Es verdient Freude.
Indes denkt nicht an das Leben als ein Unterfangen. Denkt an es, als befändet ihr euch auf einem Kreuzfahrtschiff. Jeder spielt seinen Part auf diesem Schiff. Sogar die Passagiere. Sie bezahlen für die Kreuzfahrt in Geld. Sie bieten sich selbst dar, um unterhalten zu werden. Und gleichwohl zahlt ein jeder auf Deck für die Kreuzfahrt mittels seiner Präsenz und seines Dienstes. Ein jeder hat in Wirklichkeit an der gleichen Rolle teil. Diese Rolle lautet, sich zu erfreuen. Was immer deine spezifischen Verantwortlichkeiten sind, du befindest dich auf dem Schiff, um dich zu erfreuen. Sei es, du bist der Kapitän, ein Steward, ein blinder Passagier, derjenige, der das Deck schrubbt, der Koch, ein Pirat, der jüngste oder der älteste Passagier auf dem Schiff, ein Taschendieb im Schiffsgefängnis, ein Fotograf, ein Tänzer oder Sänger im Chor – für sie alle gilt das. Dessen ungeachtet, euer hauptsächlicher Zweck ist es, zu genießen, und Freude auszugeben.
Das ist einfach genug, oder etwa nicht? Ist es derart schwer? Erinnert euch dann und wann daran. Erinnert euch, weswegen ihr hier seid.
Wenn ihr euch dabei entdeckt, wie ihr das Leben sehr, sehr ernst nehmt, dann lächelt. Lasst euer Lächeln ein Signal sein, um zur Freude zurückzukehren. Sobald ihr Andere seht, die sich nicht freuen, gebt ihnen ein Lächeln. Euer Lächeln könnte den ganzen Tag dieses Menschen herumdrehen, und den euren obendrein. In aller Bestimmtheit, ihr werdet Mich widerspiegeln.
Möchtet ihr nicht gerne jemand sein, der Freude gibt? Das ist nicht ganz das gleiche wie ein Jecke oder Spaßmacher sein. Wovon Ich rede, darin liegt keine Anstrengung. Ich bitte euch nicht um einen Anschein an Stimmung. Ich bitte euch um das Reale. Lasst euch selbst Freude haben.
Nehmt Freude entgegen. Habt Freude.
Vielleicht mögt ihr tanzen. Vielleicht mögt ihr den Mond anschauen. Vielleicht mögt ihr ein Buch lesen. Vielleicht mögt ihr von Angesicht zu Angesicht reden. Was immer euch Freude überreicht, zieht einen Nutzen für euch aus ihr. Geliebte, ihr habt keinen Auftritt. Ihr lebt. Ihr seid auf dem Ozean des Lebens voller Leben. Haltet unentwegt den Kurs.
Gleich wie hoch die Wellen gehen oder was an Sturm aufkommen mag, haltet unentwegt den Kurs. Euer Ruder lautet Freude. Der stete Kurs, den ihr einstelltet, lautet Freude. Lasst die Freude zu. Lasst die Freude mit euch einhergehen.
Ich, Geliebte, bin euer Gefährte. Falls ihr der Kapitän seid, bin Ich euer Arbeitskamerad. Falls ihr der Passagier seid, bin Ich euer Freund. Gleich, in welchem Erscheinungsbild ihr auftretet, Ich bin euer Gefährte. Ich bin euer Gefährte für das Leben. Ich bin durch dick und dünn bei euch. Seid ebenfalls bei euch selbst.
Seid authentisch. Wenn ihr unglücklich seid, seid ihr nicht authentisch. Ihr habt euch auf einen Umweg begeben. Ihr versucht euch in der Rolle des Tragödienspielers. Sofern ihr in jeder Minute lacht, seid ihr ebenfalls nicht authentisch. Ihr versucht euch wohl in der Rolle von jemandem, der in jedem Augenblick das Glücklichsein personifziert. Spielt keine Rolle, Geliebte. Seid voller Freude. Habt Freude und gebt sie.
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ASCHENPUTTELS KUTSCHE
Was macht für euch einen glänzenden Tag aus? Nicht Passivität, Geliebte. Noch auch habt ihr euch mit eurem Tag in den Haaren zu liegen. Ihr könnt hinausgehen und eurem Tag begegnen. Ihr könnt ihm die Hand geben und mit ihm eine Sternentour beginnen. Er wird wie die Kutsche von Aschenputtel sein. Er wird euch, wohin ihr immer möchtet, bringen, doch punkt 12 Uhr Mitternacht verlässt er euch. Für die folgenden Stunden aber sind die Kutsche und die Zunftsleute die deinen. Diese Kutsche wird dich zu dem Ball fahren, wo du dem Prinzen begegnen wirst. Sie wird dich einfach überall hin bringen, wohin du möchtest.
Setze dich in der Kutsche aufrecht hin. Sitze nicht lässig da. Setze dich aufrecht hin, damit du sicher sein kannst, alle Ansichten zu sehen, an denen du vorbeifährst. Fasse den Blick nach vorne in der Kutsche, wo ein Ausblick vor dir liegt. Schaue, wenn du es möchtest, von der einen Seite zur anderen, schaue jedoch nicht nach hinten. Vor dir liegt die Einwirkung.
Mit Sicherheit kann der Prinz, mit dem du getanzt hast, an dem einen oder anderen Tag herauskommen und sich nach dir umsehen, und er kann dich finden. Dein Tag und sein Tag sind im Leben ein Verlöbnis. Tage plumpsen in den Tag eines Anderen. Ein Tag ist in Wahrheit ein Tag für alle.
Und, ja, es gibt das Wetter. Es gibt schmuddelige Tage und sonnige Tage. Es gibt allerhand Tage, so wie es allerhand Kutschen gibt, in denen du reisen kannst. Einerlei, wie schlecht die Kutsche ist, sie kann schön sein, denn du fährst in ihr. Sie kann weich oder holprig sein, und du fährst in ihr.
Sieh die Kutsche des Tages, mit der du fährst, wie ein Pferd, auf dem du reitest. Wie du das reitest, hat etwas damit zu tun, wie das Pferd trottet oder galoppiert oder auf dich wartet. Dein Stil heute hat eine Auswirkung auf das Pferd, was du reitest.
Du hast nicht mit der Peitsche zu knallen, aber du spielst einen aktiven Part.
Ich denke, du kannst nie einen Tag allzu sehr wertschätzen. Er kommt loyal zu dir und präsentiert sich dir selbst. Er gibt sich dir. Er bietet sich dir dar. Selbst dann, wenn du nicht die Wahl triffst, auszugehen, ist der Tag immer noch bei dir. Das macht dem Tag nichts. Indes erbringt es dir einen Unterschied.
Du hast Tage abgezählt, und du hast über sie reflektiert.
Du bist schnell gegangen, und du bist langsam gegangen, und dennoch präsentiert sich ein Tag zu jeder Zeit und sagt: „Wohin möchtest du gehen? Wohin möchtest du, dass ich dich bringe? Wie möchtest du mich heute? Schlicht oder voll? Gelassen oder rennend?“
Der Tag sagt zu dir: „Ich kann dir einfach das sein, was du möchtest, dass ich es bin. Und falls es für mich heute nicht klappt, wird mein Gegenpart, das Morgen, übernehmen und unseren Ritt um den Park zuende bringen. Lasst uns also weiter vorangehen, und schauen, was du aus mir machen kannst. Ich glaube tatsächlich, dass du unseren Kurs bestimmst. Ich mache mich wie ein zuvorkommender Liebhaber aus dem Staub, unterdessen ich zur gleichen Zeit deinem Geheiß folge. Ich lese in deinen Augen, was wir deinem Wunsch gemäß werden mögen und wohin du dich gerne durch mich genommen wissen möchtest. Ich bin zu deinen Diensten, und bin da, um deinen Bitten nachzukommen. Du kannst mich umgestalten. Du kannst aus mir das machen, was ich nie zuvor war. Und gleichwohl habe ich genauso meine eigene Vitalität.
Und an jedem Tag, wie ein Uhrwerk, kehre ich zu dem Bett zurück, aus dem du aufgestanden bist, oder zu einem neuen Bett, ungeachtet dessen – ich bin immer rechtzeitig da. Ich gehe selbst im Passgang. Du und ich enden gemeinsam. Wir fangen gemeinsam an, und wir kehren gemeinsam zurück. Und niemals haben wir zwei Tage von uns genau gleich gesehen. Ich bin wie das Leben selbst, voller Mannigfaltigkeit und Lebhaftigkeit, und desgleichen mitsamt allerhand Wahlmöglichkeiten. Ich nehme dich rund um den Block, oder ich möchte mit dir zu fernen Ländern laufen. Stets bin ich bei dir, und stets baue ich dich aus.
Wohin sollen wir heute gehen? Und wie weit möchtest du gerne gehen?“
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DER TRÄGER VON LIEBE
Die Liebe in der Welt wird als etwas Endliches angesehen. Man sieht sie mit einem Anfang und allzu oft mit einem Ende. Das Verb lieben hat ein Präsens, hat Vergangenheit und Futur mitsamt weiteren Umwandlungen, und doch entkommt die Liebe selbst keiner Welt der Zeit. Das Getrapse kleiner Füße ist nicht das gleiche wie die Füße selbst. Das Getrapse kann pausieren, und doch sind die Füße immer noch da.
Wir können Liebe mit Musik vergleichen. Musik wird gespielt, und wenn das Orchester aufhört zu spielen, kann die Musik immer noch gehört werden, auch wenn die Instrumente still sind. Die Musik wird innen gehört. Sie war immerzu innen. Das Äußere ist eine Interimszeit, im Inneren war die Musik allerdings stets.
Ein Besucher sucht dich in deinem Haus auf, und ein Besucher geht wieder von ihm weg, die Liebe jedoch ist weitaus mehr als ein Besucher, der kommt und geht.
Ich verstehe, Liebe erscheint euch wie ein zeitweiliger Besuch, vielleicht wie ein Gast, der aufsteht und sich in aller Eile verabschiedet, oder wie jemand, der länger bleibt, als du es möchtest.
Die Liebe in der Welt hat dich enttäuscht, und dennoch ist Liebe nicht das, was kommt und geht. Liebe variiert in Wirklichkeit nicht. Liebe geht nicht hoch und runter.
Liebe ist die Bühne, auf der du auftrittst. Sie ist ganz entschieden deine Plattform.
Wir können Liebe mit einem Geldbeutel voller Geld vergleichen. Du langst in ihn hinein, und du teilst aus. Du gibst etwas Geld aus. Du nimmst etwas Geld ein. Und dennoch hast du einen unwandelbaren Geldbeutel voller Reichtum. Dein Beutel der Liebe ist voll, ob er sich nun in deiner Tasche oder irgendwo in einer Schublade befindet. Liebe ist weder an einen Ort eingeschränkt, noch kann sie kleiner sein. Liebe ist ihre eigene ihr innewohnende Größe.
Du hast ein Herz voller Liebe. Bei der einen Gelegenheit gibst du sie aus, und bei der anderen erntest du Liebe. Nicht anders – Liebe ist eine Konstante. Sie ist etwas Gegebenes. Weil Liebe gelegentlich verborgen ist, bedeutet nicht, dass Liebe irgendwohin fortgegangen ist. Wohin kann Liebe gehen, Geliebte? Liebe ist die Substanz des Lebens selbst. Sobald ein Körper, der Liebe beherbergte, davonzieht, ist die Liebe nicht vorbei. Liebe bleibt, und sie begleitet auch den Träger der Liebe. Es gibt für die Liebe keinen Ort, um dorthin zu gehen, unterdessen sie allüberall ist.
Liebe ist wie Luft. Du kannst sie ein- und ausatmen, und dennoch ist immerzu Luft da. Und die gleiche Luft wird durch alle geatmet. Luft ist nicht knapp an Vorrat. Und niemand besitzt die Luft. Luft ist für alle, und Liebe ist für alle. Und Liebe kommt von überall her. Und Liebe geht überall hin.
Selbst wenn ein Ventilator dir Luft zuführt, ist es nicht deine Luft. Es mag sein, du wirst durch die Bewegung des Ventilators gekühlt, und doch ist die Luft nicht dein eigen. Du gibst im Grunde Luft nicht, noch auch nimmst du sie dir eigentlich.
Liebe kann eigentlich in deine Hand nicht hinein passen. Sie kann nicht einmal in dein Herz hinein passen. Liebe durchbricht alle Grenzen. Wahr ist, sobald es sich auf Liebe beläuft, gibt es keine Grenzen, die zu durchbrechen sind. Liebe ist kein Süßigkeitenriegel, den man in zwei Teile brechen kann. Liebe kann geteilt, jedoch nicht in Teile zerbrochen werden. Es gibt keine Anteile, sobald es sich auf Liebe beläuft.
Liebe kann weder abgezählt, noch muss sie jemals als zu gering eingeschätzt werden. Du hast sie nicht im Besitz, jedoch hast du sie. Sie ist die wundersamste Sache, die du hast, und doch besitzt du sie nicht. Alle Liebe ist Mein, Geliebte, und Ich habe sie euch hinterlassen. Liebe hat so viel Treibmittel, sie ist sich selbst fortführend. Sobald es sich auf Liebe beläuft, gibt es kein mehr und kein weniger. Liebe ist Liebe, und Liebe ist, und ihr seid die Beförderer von ihr.
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NIAGARA-FÄLLE
Der Strom des Lebens zieht und schiebt in zahlreiche Richtungen, und doch gibt es eine einzige Gezeitenströmung, und in ihr bist du überschwemmt. Es ist unumgehbar, du überschlägst dich zu Mir. Du kannst deine Füße hinter dir her ziehen. Du kannst rückwärtsgehen. Du kannst dich an einen Pfosten festbinden, und dennoch bist du unvermeidlich in dem Strom der Liebe gefangen, der fließt, und der zu Mir fließt. Liebe entkommt Mir, und sie fließt zu Mir. Du fließt zu Mir. Und das ist alles, was es einem Kind von Mir zu tun gilt. Etwas anderes gibt es nicht.
Welches Format du auch hast, worin deine Beauftragung im Leben auch besteht, du fließt zu Mir. Ja, du magst gar zu Mir fliegen. In einem geschwinden Augenblick – und du bist hier. Natürlich besteht einzig in eurem Gewahrsein, dass ihr irgendwohin zu gehen hättet, oder dass dies innerhalb einer bestimmten Zeit zu tun sei. Zeit existiert nicht. Alleinig Zeitlosigkeit existiert. Ihr seid bereits sicher und voll und ganz hier bei Mir. Ihr könnt euch vorstellen, dass ihr irgendwo anders seid oder dass irgendwo anders überhaupt existiere. Was für eine Einbildung ihr doch habt, und doch könnt ihr euch nicht recht vorstellen, was ihr euch nicht vorstellen könnt. Ihr stellt euch allerhand Dinge vor, und gleichwohl werdet ihr womöglich die Eine Wahrheit dieser vorgestellten Reise, auf der ihr euch befindet, verfehlen. Ihr denkt womöglich, ihr habt noch nicht einmal eure Zehen nass bekommen, unterdessen ihr bereits in Meinem Herz der Liebe eingetaucht seid.
Tatsache ist – nichts existiert als diese Niagarafälle, die ihr Stufe um Stufe hinunter fallt. Allerdings existieren natürlich weder hoch noch hinunter ebenfalls nicht. Es gibt keine Richtung, um dorthin zu strömen, und doch verbringen euch die Fälle und die Wellen und die Bewegungslosigkeit eben in diesem Augenblick zu Mir. Ihr kommt herunter gepurzelt oder hoch geschwebt, und all das ist das gleiche.
Es geht nicht um einen Sprung, den ihr zu nehmen habt. Oder, falls es ein Sprung wäre, seid ihr bereits geglückt gesprungen und eben in Meinem Herz angelandet. Die Wahrheit heißt, ihr seid nie von ihm abgeirrt.
Ihr hattet eine Träumerei einen Augenblick lang. Eure Einbildung nahm Höhe auf, und ihr habt euch eingebildet, ihr befändet euch irgendwo, unterdessen es kein irgendwo gibt, um dort zu sein. Ihr dachtet, ihr wärt in Bewegung. Ihr dachtet, ihr hättet den Himmel aufgegeben. Was für eine Einbildungskraft ihr doch habt. Was für eine stupende Einbildungskraft.
Ihr stellt euch vor, dass ihr an etwas festzuhalten habt, unterdessen es nichts gibt, an dem man sich festhalten kann. Ihr habt Angst, euch nicht festzuhalten, selbst dann, wenn es nichts gibt, um sich daran festzuhalten. Ihr möchtet gerne einen Gurt, um euch daran festzuhalten, so, als fahrt ihr auf der Autobahn oder auf der Hochbahn. Die Wahrheit ist, ihr befindet euch unerschütterlich bei Mir. Falls ihr euch an etwas festhalten müsst, haltet euch an diesen Gedanken fest und lasst ihn niemals los.
„Ich bin unerschütterlich bei Gott. Er hält mich sicher in Seinem Herzen. Ich lebe in Gottes Herz. Und ich bin irgendwie, zur selben eingebildeten Zeit, ein Abgesandter Seines Herzens. Ich lehne mich in Gottes Herz hinein, während ich glaube, ich reise im Universum herum. Ich glaube, es gibt ein Universum, um darin zu reisen. In der Zwischenzeit tut sich ein Jeder, den ich kenne, in diesem Wunder des Lebens mit mir zusammen. Das Leben auf der Erde oder auf jeder Galaxie scheint so real zu sein. Es fühlt sich so fundamental an. Selbstverständlich, Gott ist die Basis, nicht die Erde, auf der ich mir einbilde zu stehen. Gottes Herz ist die Basis, nicht das meine. Mein Herz braucht keine Hege. Mein Geist braucht das. Mein Geist ist ein Geschichtenerzähler. Mein Geist erfindet eine Geschichte, und ich denke, die Geschichte sei wahr, weil sie so lange durch meinen Geist gerast ist.“
Geliebte, eure echte Geschichte ist niedergeschrieben worden. Ich möchte sie euch nun vorlesen. Eure echte Geschichte lautet, dass ihr jetzt hier in Meinem Herzen seid und niemals irgendwo sonst. Es gibt kein irgendwo sonst. Ihr seid hier. Das ist die ganze Geschichte.
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EINE PILGERREISE NAMENS LEBEN
Guten Morgen, Geliebte. Ich bin in eurer Gegenwart, und Ich bin euch zu Diensten. Wem zu Diensten sollte Ich wohl sein, falls nicht euch?
Das bedeutet nicht, dass Ich immer auf euer Geheiß bin, was ihr gerne durch Mich getan haben mögt. Wenn euch euer Eis herunterfällt, hebe Ich es nicht auf. Wenn ihr euer Knie anschlagt, habt ihr eine Schürfwunde. Ich mache das Hinfallen nicht rückgängig. Ich küsse jedoch euer Knie, und Ich plane, dass ihr bei anderen Gelegenheiten weitaus mehr Genuss finden werdet als Hinfallen.
Trotzdem, weswegen nicht alles genießen, was einem zufällt? Genießen ist nicht genau das Wort, was Ich möchte, obschon es nahe dran ist, wie Ich es eben schaffe. Wir sprechen über das Leben, Geliebte. Bekommt das Meiste aus ihm. Selbst beim Schmerz – na gut, ihr werdet euch wohl nicht so richtig an ihm erfreuen, jedoch lässt er euch bestimmt in Erfahrung bringen, dass ihr lebendig seid. Entwringt dem Leben alles an Leben, was ihr bekommen könnt. Erlebt das Leben, und geht mit ihm entlang. Lasst euch nicht durch das stören, bei dem ihr ziemlich viel dagegen habt.
Ihr mögt denken, ihr habt den Tiefststand erreicht, jedoch, Geliebte, es gibt keinen Tiefststand zu erreichen, genauso wenig wie es einen Gipfel gibt. Es gibt immer höher. Es gibt keine Grenzen. Es gibt keine Begrenzungen. Es gibt ebenfalls nichts, was euch auf den Schmerz begrenzt, selbst dann, wenn ihr euch in Schmerzen befindet. Es gibt nichts, was euch auf das Leiden beschränkt, selbst dann, während ihr leidet.
Seht das Leben als eine Mahlzeit. Ihr setzt euch zu ihr. Es mag sein, euch wird nicht euer Lieblingsessen aufgetischt, und doch werdet ihr verköstigt. Also esst demnach. Freut euch an dem Essen vor euch. Seid froh über das Leben vor euch. Selbst wenn das Leben unergötzlich zu sein scheint, seid gleichwohl für es. Selbst dann, wenn ihr ins Gefängnis abgeführt werdet, erfahrt ihr das Leben.
Geliebte, ihr befindet euch auf einer Pilgerreise. Eine Pilgerreise ist etwas Wundervolles. Die Pilgerfahrt, auf der ihr euch befindet, nennt man Leben. Ein Hurra auf das Leben! Lang möge es leben.
Erheische gar Schönheit darin, was du nicht als schön siehst. Was du erlebst, mag quälend sein. Es kann gar quälend schön sein.
Du bist derjenige, der Erfahrungen einfährt. Das ist es, was ein Menschenwesen ist. Du bist ein
Erfahrer. Du bist ebenfalls ein Geber, und du bist ebenfalls ein Empfänger. Nehmt Erfahrung entgegen, Geliebte, und wisst, dass ihr aus einer jeden Erfahrung heraus wachst. Ihr seid nicht die gleichen, die ihr gestern wart. Seid, wie ihr heute seid. Seid die Vollheit daraus. Seid die Vollheit, die Ich BIN.
Rennt heute mit Mir fort. Lasst uns ‚skip-to-my-lou‘. [Anm.: Ein volkstümliches Kinderlied. Lt. Wikipedia … Skip to My (The) Lou war ein populärer Tanz, einander den Partner abspenstig zu machen; er stammt aus den Zeiten zwischen und während den amerikanischen Kriegen. Instrumente, insbesondere die Fiddle, waren verpönt, infolgedessen hatten die Tänzer ihre eigene Musik durch Klatschen und Singen beizubringen. Paare tanzten um einen alleinstehenden Mann, der sang: „Ich habe meine Gefährtin verloren, was soll ich tun“. Zu einem bestimmten Zeitpunkt im Text wird er die Partnerin eines tanzenden Mannes „stehlen“, während er singt: „Ich werde eine andere schönere finden als dich“. Der verdrängte Mann begibt sich dann in die Kreismitte. – „Lou“ ist offenbar eine Wortumbildung von „loo“, dem schottischen Wort für Liebe. – ThB] Erhebt euch aus eurem Krankenlager, Geliebte. Ihr gehört dort nicht hin. Ihr habt eine grenzenlose Welt vor euch, und eine Reise, auf die ihr euch begebt. Seid um 8:00 Uhr morgens fertig. Seid fertig, um auf das Gaspedal zu treten, und empfangt eine Botschaft, die weit über das hinaus reicht, was ihr bereits wisst.
Jeder Mensch und jedes Ereignis im Leben sind eine Erfahrung, und eine Erfahrung zu eurem Guten. Selbstverständlich ist eine Erfahrung das, was ihr aus ihr macht.
Erinnert ihr euch an die Geschichte von dem lahmen Jungen, der nicht fortlaufen konnte? Er lernte es, sich den Begegnungen im Leben zu stellen.
Gegebenheiten mögen schwer zu nehmen sein. Sie mögen euch zum Weinen bringen, jedoch sind selbst eure Tränen zu eurem Nutzen hier. Lasst sie das fortwaschen, was sie fortwaschen mögen. Gar wenn euer Körper auf das Bett festgelegt ist, bekommt euer Herz und euren Geist aus dem Bett heraus, Geliebte. Ihr mögt durchaus die Inspiration für jemanden sein. Mit Sicherheit werden sich Menschen nach euch ausrichten. Seid ein Vorbild dafür, was ihr sein wollt. Es handelt sich nicht um eine Vortäuschung oder um ein Entsagen. Es geht darum, das zu tun, was ihr tun könnt.
Betrachtet ein jedes Vorkommnis und einen jeden Menschen als einen Freund. Habt keine Gegner. Bekommt allen Saft, den es heraus zu bekommen gibt, selbst davon, wo der Anschein dafür spricht, dass überhaupt nichts Förderliches zuhanden sei. Was wäre, falls alles, was passiert, zu eurem Nutzen wäre? Was wäre, wenn ebendies der Fall ist?
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WELCH EINE WUNDERSAME SACHE IST DOCH DIESE LIEBE
Ich lege Meine Finger unter dein Kinn und hebe dein Gesicht zum Meinen hoch. Wir blicken einander an. Du bist Mein Augapfel.
Geliebte, schaut in Meine Augen der Liebe, und erkennt die Liebe, in der Ich euch halte. Was können
Meine Augen anderes sehen als das Licht der Liebe? Und was könnt ihr anderes sein als das Licht Meiner Liebe? Wenn ihr zu Mir hoch schaut und alle Liebe im Himmel und auf der Erde seht, was seht ihr dann anderes als eure eigenen Augen und all die entfammte Liebe, die eure Augen innehalten? Was Ich auf eure Augen zu spiegele, spiegelt sich zu Mir zurück. Wer kann sagen, was eure Augen und was Meine Augen sind, und was ist es von Belang, wer hierbei eine Eigentümerschaft erhebt? Was Wir gemeinsam haben, ist größer als jedwedes fernere Ausgewiesene des einen oder anderen in der Welt.
Was gibt es im Himmel oder auf der Erde anderes als Liebe zu sehen?
Wenn du dir deinen Garten anschaust, was schaust du an? Worüber äußerst du dich? Woran erfreust du dich? Zollt den Blumen Aufmerksamkeit, Geliebte, damit sie wachsen.
Die Würmer und Unkräuter sind ebenfalls eine Wohltat. Sie haben ihre Arbeit zu verrichten. Segnet die Würmer und Wildkräuter genauso, wie ihr euch um euren Garten kümmert. Reißt die Wildkräuter heraus, wenn ihr mögt, und segnet sie gleichfalls. Lasst die Würmer und die Kräuter euren Boden segnen, denn sie lockern und nähren den Boden, aus dem die Blumen wachsen. Seht in der Zwischenzeit den Blumen zu, wie sie aufblühen. Seht, wie sie sich Himmelwärts recken.
Habt ihr bemerkt, dass das gesamte Universum sich zur Sonne hin streckt? Ihr seid Teil des Universums. Ihr langt nach der Sonne.
Und so hebe Ich euer Gesicht zu dem Meinen hoch, und Wir schauen einander in die Augen. Was kommt diesem Austausch an Energie gleich? Was kommt dem überhaupt nahe? Was möchtet ihr mehr?
Haltet eure Augen auf Mir fest, genauso wie es eure geliebten Pflanzen tun. Wachst nach oben, wie sie es machen. Wachst zu Mir. Ihr seid bereits gewachsen, und nun seht ihr das. Nun seht ihr euch selbst, wie ihr in Meine Augen schaut. Ist nicht all die Liebe staunenswert, die Unsere Augen enthalten und die Unsere Augen offenbaren und Unsere Augen in Empfang nehmen? Was Wundersames ist doch diese Liebe, die zwischen Uns herrscht, scheinbar zwischen Uns.
Ich sage zwischen, jedoch weiß Ich voll und ganz, dass Uns nichts in den Weg zu kommen vermag. Es gibt nichts zwischen Uns, mit der einen Ausnahme, diesen Fluss der Liebe, der in einem einzigen riesigen endlosen Austausch dahinfießt. Wie kann es da etwas geben, was dazwischen kommt, sobald derjenige, der schaut, der gleiche ist, wie derjenige, der angeschaut wird. Ihr seid das Ass, was ihr aus einem Kartenstapel herausgelesen habt. Ihr seid alles, was Ich betrachte, und Ich betrachte euch.
Sobald ihr Rosenknospen sammelt, sammelt ihr euch selbst. Ihr erkennt Schönheit, sobald ihr sie sieht. Anerkennt nunmehr die Schönheit von euch selbst. Ich spreche von der Schönheit, die ihr in euch selbst überseht. Ihr habt Scheuklappen getragen; nehmt sie ab.
Kümmert euch nicht um eure Schwächen. Ein jeder auf der Erde hat sie. Und ein jeder auf der Erde hat ebenso unübertreffliche Schönheit, überwältigende Schönheit, die herzenstief ist. Mich kümmert es nicht, wie oft ihr bei einem Test durchgefallen seid. Ich mache Mir nichts aus der Schattenseite, die ihr seht. Ich kümmere Mich um euch, und Ich sehe euch. Ich sehe euch als Mein Selbst. Wo immer Ich hinschaue, Ich sehe Mich Selbst. Ich bin Allüberall. Ganz bestimmt bin Ich inwendig in euch.
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HIMMEL UNTER GARANTIE
Gepflogenheiten entstammen der Vergangenheit, das versteht ihr. Eine von ihnen ist das Analysieren.
Die Analyse befindet sich auf einer bestimmten Ebene. Es ist die Oberflächen-Ebene. Wir können sagen, Analyse ist ein Spiel. Mit Sicherheit ist sie ein Spiel, was ihr spielt, sobald ihr versucht, Mich zu analysieren. Die Analyse unternimmt einen Anlauf, Meine Gedanken in getrennte Teile aufzubrechen, und hernach ein Gedankengebäude daraus zu errichten. Die Analyse schaut sich nach einer Abfolge um. Sie schaut sich nach einer übersichtlich angeordneten Ursache und Wirkung um. Die Analyse versucht, eine Antwort zu finden, und dennoch, sie ist stets infrage stellend.
Beim Analysieren des Göttlichen seid ihr bemüht, eine gehörige Ursache und Wirkung herauszufinden, um den Himmel und Mich präzise anzuzeigen. Die Welt war voll von Ursache und Wirkung. „Seid gut, und ihr werdet in den Himmel gelangen. Es ist besser, ihr seid gut, dann wird der Nikolaus zu euch nachhause kommen.“
Ich garantiere euch den Himmel. Wie könnt ihr das analysieren? Wie könnt ihr das reduzieren, was bereits das Einfachste unter dem Einfacheren ist?
Ich sortiere Menschen nicht. Noch auch suche Ich Gründe und Rechtfertigungen dafür auf, was Ich tue. Ich treffe keine Unterscheidungen. Ich sitze nicht zu Gericht. Es ist automatisch, dass ein jeder in den Himmel kommt. Wie könnte es bloß anders sein? Möchtet ihr Mich gerne zu einem Gott der Aburteilung machen? Aus der logischen Sicht der Welt her ist es nicht logisch, einen jeden in den Himmel hineinzulassen. Euer logisch trainierter Verstand möchte sagen, dass Etliche draußen bleiben sollten.
Lieben ist nicht vereiteln. Es ist schön, dass Jeder in den Himmel kommt. Ihr mögt an Bestrafung glauben, Ich aber nicht.
Ihr möchtet sodann sagen, worum geht es dann dabei, was ihr gut nennt, wenn ihr nicht vor denen dran seid, die wohl nicht so gut wie ihr sind? Ihr könntet sagen: „Das ist unfair.“
Geliebte, vom allerersten Anfang an habt ihr den Himmel verdient. Möchtet ihr tatsächlich der einzige im Himmel sein? Möchtet ihr gerne, dass zum Himmel kommen ein Wettbewerb ist, dass es nichts Gegebenes ist?
Gebt die Liebe um ihrer selbst willen und nicht für ein Klopfen auf die Schultern. Es gibt keinen Auswahlprozess. Ich bitte euch, Liebe zu geben, selbst jenen, die dem Anschein nach der Liebe ledig sind, und die nicht so viel zu geben zu haben scheinen wie ihr. Würde Ich weniger geben? Wofür ist Liebe, Geliebte? Sie ist dafür da, genutzt zu werden, nicht zurückgehalten zu werden. Ihr erhebt Einwände gegen Verbrechen, wäre es indes nicht kriminell, irgendjemand aus dem Himmel fernzuhalten?
Wer hat den Himmel mehr nötig? Ist es du, der du Liebe gibst, oder jemand, der dem Anschein nach keine hat oder der wenig Liebe zu geben hat?
Was ist Analyse, Geliebte? Ein Mittel, um zu rechtfertigen oder um anzufechten. Es ist ein durch Menschen gemachtes Mittel. Natürlich, macht weiter so und analysiert Metalle. Analysiert Probleme und löst sie. Ich bin problemfrei. Wieso Mich analysieren? Wieso den Himmel analysieren?
Ich bitte euch, zu Mir zu kommen. Was gibt es da zu analysieren? Was gibt es da, was ihr zu verstehen habt? Himmel und Erde sind wie zwei verschiedene Sprachen. Sobald ihr den Himmel analysiert und versucht, ihn in weltliche Begriffe einzubringen, ist das das gleiche, wie wenn ihr fragt: „Wieso folgt die baskische Sprache nicht den Regeln der englischen und chinesischen Sprache?“
Schaut, genießt einfach die baskische, englische, chinesische und alle schönen Sprachen. Erfreut euch aus dem gleichen Grund schier am Himmel, an Mir und an der Erde.
Wenn Liebe da ist, um zu scheinen, was gibt es da zu fragen? Welche Formel hat geschaffen oder umstrukturiert zu werden?
Sobald ihr analysiert, versucht ihr, einen viereckigen Holzdübel in ein rundes Loch passend hinein zu schlagen. Ihr versucht, etwas in das einzupassen, was ihr bereits wisst. Wäre es nicht besser, über das hinauszugehen, was ihr bereits wisst? Was denn soll die Sache sein bei dem Ansinnen, etwas entlang einer beschränkten Wahrnehmung aufzureihen?
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WOHER ALLE BLÜTEN KOMMEN
Jeder Augenblick ist wie ein unbewegtes Foto. Allerdings ist in jenem Areal, was man Zeit nennt, nichts unbewegt.
Wenn du aus dem Fenster schaust und du siehst die Stille der Bäume, ist das wie ein Pst!, was auf die Erde herunter gefallen ist. Wie schön sind die Frühjahrsblüten an den Bäumen, bei denen sie hervorbersten. Die Bäume in ihrer Stille sind wie Gentlemen, die sich zur Mutter Erde, woher alle Blüten kommen, hinunter beugen und sich bei ihr bedanken.
Eine Millisekunde lang gibt es keine Bewegung. Keine Brise, kein Rühren der Sonne auf den Bäumen, denn der Tag ist verhangen.
Jedes Foto, was du machst, hinterlässt in deinem Herzen einen Abdruck.
Und wenn es eine sanfte Brise gibt, streichen die Blätter des Baumes gegen dein Herz.
Alles findet in deinem Herzen statt. In deinem Herzen kommt das Leben im Eigentlichen auf. Es ist euer Herz, was in Habachtstellung steht. Nehmt euch, Geliebte, eures Herzens an. Gebt ihm Schönheit, um darauf zu blicken. Macht euren Herzen keine Angst oder scheuert nicht an ihm. Habt auf euer Herz acht. Ich gab es euch, um es sicher zu verwahren. Ich sagte: „Bringt euer Herz hier zum Vorschein. Lasst es gesehen werden. Schließt es nicht fort. Es braucht keinen Schutz, lediglich eure Hinsicht. Gebt dem Bedacht, welchem ihr euer Herz aussetzt. Weist auf die Ausblicke hin, ebenso wie ihr das bei eurem kleinen Kind im Kinderwagen tut.“
Ja, zieht mit eurem Herzen herum. Euer Herz ist immerfort bei euch, und es schaut auf euch, dass ihr es führt. Zeigt eurem Herzen, was es dazu bringt, sich auszuweiten. Was bringt euer Herz zum Wachsen und zum Blühen? Darin besteht die Nahrung, die ihm zu reichen ist.
Gebt eurem Herzen Schönheit zu sehen. Ich sage euch offen heraus, Schönheit ist überall. Wisst ihr, wieso das so ist? Weil Ich, der Ich Liebe bin, überall bin. Selbst im Lärm gibt es Musik, die vernommen werden kann. Selbst im Lärm gibt es Stille. Selbst im armseligsten Slum bricht sich eine Blume ihren Weg durch den Zement. Es gibt für euch keine Nachfrage, euch Sichtblenden aufzusetzen, Geliebte, indes ist es euch obliegend, die Schönheit aufzusuchen, unbesehen wie sie mit Schmutz zugedeckt sein mag.
Führt euer Herz so, wie ihr es gerne heranwachsen wissen mögt.
Öffnet euer Herz, um die Liebe zu sehen, mit der es umgeben ist. Lasst jene Liebe in euer Herz hineinströmen, sodass sie hinausströmen kann.
Seht euch nicht mehr länger danach um, die irrenden Wege der Welt zu erweisen. Seht euch danach um, eurem Herzen eine gute Zeit zu zeigen. Nährt euer Herz. Gebt ihm statt, glücklich zu sein. Gebt eurem Herzen gute Nachrichten.
In der Welt gibt es Fürsorglichkeit, und ihr habt für euer Herz Fürsorge zu tragen. Hegt es gut. Liebt euer Herz, und haltet es hoch.
Auf euer Herz gilt es, stolz zu sein. Euer Herz soll über den Griesgram der Welt hinaus gehoben werden. Euer Herz soll über das Getöse hinaus gehoben werden. Euer Herz soll über die Herzlosigkeit hinaus gehoben werden. Wo ihr Grausamkeit seht, vermag euer Herz ein anderes Licht darauf zu gießen, was ihr im Blick habt. Ihr wisst es gut, ihr habt zu gewissen Zeiten verkehrt gesehen. Ihr wisst es gut, ihr habt Begebenheiten und Handlungen fehlinterpretiert. Nunmehr seht ihr mit den Augen eures Herzens.
Schaut auf das Gute, um es zu sehen, und seht es. Hierbei geht es nicht darum, euch Wolle über die Augen zu ziehen. Es geht um wahrhaftiges Sehen. Ihr führt euer Herz, und euer Herz führt euch.
Wenn die Sonne scheint, seid glücklich. Wenn es regnet, seid glücklich. In der relativen Welt könnt ihr ein Oben und ein Unten auffinden. Wieso das Untere anschauen, während es das Obere zum Anschauen gibt? Wieso weiterhin auf die Unterseite blicken, während ihr ihrer abhold sein könnt?
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DIE SCHÖNE GELBE SONNE
Die Zeit kommt, wann ihr den Körper, in dem ihr untergebracht seid, gehen lassen müsst. Was ihr zu jeder Zeit, als ihr das eine oder andere, das euch einmal etwas bedeutete, los gelassen habt, lerntet, ist, dass es im Grunde genommen nichts zum Loslassen gibt. Ich möchte soweit gehen und sagen, was ihr los ließt, existierte ohnehin nie. Gewiss gab es einen Anschein dafür ab. Gewiss, es war euch wertvoll. Als euch aber die Chinatasse durch die Finger rutschte, was war das denn? Ihr habt andere Tassen, um daraus zu trinken.
Die Chinatasse, die euch hinunterfiel, war nichts mehr als eine Idee oder als ein Traum, den ihr hattet. Was hatte diese Chinatasse mit euch zu tun, Geliebte, Geliebter? Du hattest weitere Tassen, um daraus zu trinken.
Wenn du dich auf eine Reise begibst, bist du nicht der Bus, das Schiff oder das Flugzeug, in dem du reist.
Wenn du von einem Zimmer zum anderen gehst, bist du nicht die Zimmer, durch die du gehst.
Du bist du, unabhängig davon, was dir geschieht und was in deiner Hand ist. Du bist nicht deine Milieus. Du bist nicht einmal dein Name.
Während dein Körper durch das Alter reist, ist es mit Sicherheit klar, dass du nicht dein Körper bist.
Während du dich auf der Reise befindest, die man Tod nennt, bist du unabhängig von dem Körper, den du fallen gelassen hast. Wir können sogar sagen, dass dein Heraustreten aus dem Erdenleben glaubhaft macht, dass es so etwas wie den Tod nicht gibt. Was Ich geschaffen habe, bleibt geschaffen. Gebäude mögen zusammenfallen, Idole brechen vielleicht ein, und dennoch erhebt ihr euch, Geliebte. Ihr könnt euch bloß hoch heben.
Die Sonne geht unter, jedoch ist sie nirgendwohin gegangen. Der Sonnenuntergang setzt überhaupt nichts fest. Die Sonne ist, wo sie immer ist. Einzig, bei ihrem scheinbaren Verschwinden zum Sonnenuntergang verbirgt sich die schöne gelbe Sonne hinter dem Paravent der Erde.
Wenn du deinen Körper absetzt, bist du so frei wie ein Vogel. Du setzt die Vergangenheit ab mitsamt der Anhäufung, für die du dich verpflichtet fühltest, sie mit dir herumzutragen. Nunmehr, bist du sozusagen dem Hühnerkorb entflohen, und du fährst fort zu fliegen, und jetzt siehst du es aus einem anderen Blickwinkel, und nun fliegst du in die Höhe.
Oder, Wir können sagen, jetzt erkennst du zweifelsohne, wo du immer gewesen bist und wie du niemals irgendwo sonst gewesen warst.
Dein unnötiger Körper wird in der Erde begraben, nicht aber du, nicht du, Meine Geliebte, Mein Geliebter. Du bist, wie seit eh und je, im puren Himmel bei Mir angesiedelt. Oder, Wir können sagen, du bist überall angesiedelt, und somit, eben nicht, irgendwo.
Sobald die Glocken läuten, um dir anzusagen, deinen Körper zu verlassen, und sobald du vorangehst und ihn dalässt, lässt du auch die Zeit und den Raum hinter dir. Und hernach betrittst du die Allesheit, selbst als es keine Sache, nicht einmal eine einzige Sache, gibt, die jemals wirklich zugegen war, um sie dazulassen. Du verlässt nichts, denn es gibt keine Sache. Deine geliebten Angehörigen, die du hinterlässt, setzen das Leben auf dem Flugkörper Erde fort. Sie fühlen sich deiner beraubt, indes begleitet dich die Liebe, all ihre Liebe und all deine Liebe, und volles Gewahrsein langt bei dir an. Nunmehr hast du volles Gewahrsein der Liebe und aller Realität der Liebe. Du befindest dich in deiner Gesellschaft, und in Meiner, und du strahlst in die Vollheit der Liebe hinein, die immerfort war.
Geliebte, die ihr dies jetzt soeben lest, lasst eure Fragen hinter euch. Lasst die hin- und her schlagenden Wörter des Warum und des Aber und des Wie hinter euch. Macht euch nichts aus eurer Fassungskraft. Ihr habt nicht zu begreifen. Euer Herz kann fühlen. Euer Herz kann die Wahrheit fühlen, von der Ich rede. Was hat euer Verstehen oder euer Mangel an Verständnis mit der Wahrheit zu tun?
3139
SCHAU, WAS HEUTE GESCHIEHT
Ihr wisst durchaus, Geliebte, dass das Leben sich recht gut um sich selbst kümmert. Es braucht nicht all eure Einmischung. Unbesehen eurer Einmischung oder eures Wegsehens, das Leben hat sehr wohl ein Leben aus sich selbst heraus.
Manchmal stellt sich das Leben heraus, wie du es gewollt hast, und manchmal nicht. Bestimmt spielen deine Absicht und dein Bewusstsein eine Rolle, und trotzdem geht es seine eigenen Wege. Ob es nun die Richtung nimmt, die ihr möchtet, oder nicht, ihr habt einfach nicht immer die Herrschaft über ihm. Mit Sicherheit erkennt ihr das bereits. Ihr seid ein Spieler im Leben, jedoch seid ihr nicht der einzige. Ihr spielt sozusagen im Orchester, und gleichwohl seid ihr nicht derjenige, der aussucht, welche Songs gespielt werden.
Das Leben ist kein Pferd, dem ihr die Sporen setzt. Noch auch ist das Leben ein Pferd, zu dem ihr Brr! sagen könnt.
Das Leben übergibt euch nicht im Voraus eine Landkarte. Es nimmt seinen Weg, während es entlang geht. Falls das Leben einen Plan hat, lässt es dich des Öfteren nicht in ihn hinein, bis der Plan verfügt ist. Du bist im Leben ein Partner, jedoch hast du das Heft nicht in der Hand, und dir überbleibt ein überraschtes Entzücken oder Entsetzen.
Geliebte, möchtet ihr zugestehen, dass es durchaus etwas Gutes sein mag, dass ihr die Karte nicht entwerft? Ihr könntet fehlinterpretieren, und ihr könntet einen Augenblick lang alle Anderen vergessen, die durch das beeinflusst werden, was ihr entscheiden möchtet.
Absolut, malt euch euer Leben und die Welt aus, wie ihr sie gerne haben wollt, und lasst sie sodann ihren Weg nehmen, gar auch dann, wenn er nicht der eure ist.
Ihr seid nicht der Revisionsbeamte des Universums. Ihr habt ein Sagen, allerdings nicht das einzige.
Ihr mögt bestrebt sein, das Leben laut euren Wünschen zu kontrollieren, falls ihr allerdings eine derartige Kontrolle innehättet, würdet ihr von einer umfassenderen Perspektive her denken. Ihr könntet einen sonnigen Tag für ein Picknick mögen, im Wissen allerdings, dass ihr eurer Wahl nach einen jeden Tag sonnig machen könnt, könntet ihr die Flüsse und die Landwirte mitbedenken, denn ihr würdet eure Verantwortlichkeit kennen.
Und doch, selbst dann, wenn ihr es jetzt nicht wisst, ihr tragt Verantwortung. Ihr tragt Verantwortung für eure eingespeisten Eingaben. Ihr tragt Verantwortung dafür, wie ihr auf den Regen oder die Sonne reagiert. Tatsache ist, eben jetzt in diesem Augenblick habt ihr alle Verantwortung in der Welt. Wie ihr euren Platz in der Welt einnehmt, ist von Bedeutung.
Ihr habt alles Sagen in der Welt, wie ihr sein möchtet, und, wie ihr sein möchtet wird Auswirkungen auf einen jeden und alles andere in der Welt haben. Ihr habt nicht DAS Sagen, und doch habt ihr das Sagen.
Wenn das Leben ein Kartenspiel ist, habt ihr ein gutes Blatt zum Spielen. Spielt gut. Ob ihr nun die Karten bekommt, die ihr wollt, oder nicht, spielt gut. Geliebte, was sonst gibt es zu tun?
Wenn sich alles als rosig herausstellt, das ist großartig. Und wenn du jedes Blatt weglegen musst, ist das nicht ebenfalls gut? Wer soll denn sagen, das sei nicht gut? Es gibt andere Menschen, die hierbei mitspielen.
Manchmal teilst du die Karten aus, und doch gibst du dir nicht das Blatt, was du möchtest. Ist das nicht auch völlig in Ordnung?
Möchtest du jedes Blatt segnen? Möchtest du Jenen segnen, der mit seinem Blatt im Begriff ist zu gewinnen, und möchtest du Jene segnen, die bluffen, und Jene segnen, die gut spielen, und Jene, die nicht so gut spielen? Möchtest du einfach das Leben segnen, es ermutigen, es nicht abschreiben und nicht sauer über es sein?
Möchtest du diese Partie des Lebens mit Mir spielen, und lasst uns sehen, was heute passiert. Lasst einen jeden Tag euren Tag sein, um zu strahlen – wieso eigentlich nicht?
3140
IN DER MITTE DES LEBENS
Gibt es nicht Geschichten über Menschen, die einen Zaubertrank einnahmen und alles bekamen, was sie wollten? Und doch haben die Menschen, die alles bekamen, was sie wollten, etwas außen vor gelassen. Sie wollten, dass – etwa – ihre wahre Liebe sie verehrt, und dann trat es ein, sie verehrte sie kritiklos, und in der Folge war ihre wahre Liebe keine wirkliche Person mehr. Die Wünschenden wollten danach, ihre wahre Liebe möge sie nicht mehr so sehr verehren.
Der Wünschende wollte, dass die Liebe zurückkehrt, und, indem er das tat, überging er den freien Willen. Er überging einen Großteil des Lebens. Dadurch stellte er seinen Willen über den des Anderen. Er stellte künstliches, aus sich selbst heraus aufgestelltes Leben über den Strom des natürlichen Lebens.
Im Leben, da könnt ihr die Münze hoch werfen, und doch könnt ihr nicht wissen, welche Zahl zum
Vorschein kommt. Ihr könnt es nicht wissen, außer ihr betrügt. Selbst beim Betrügen berichtigt sich das Leben früher oder später selbst. Es erlangt sein eigenes Gleichgewicht. Und das Leben muss frei sein, um seinen eigenen Weg zu nehmen.
Natürlich ist es besser, ein ehrlicher Verlierer zu sein als ein vorgetäuschter Gewinner.
Ihr könnt auf eure Hände pusten, bevor ihr die Münze werft. Ihr könnt Zauberworte sprechen. Und dennoch könnt ihr die Münze nicht kontrollieren.
Früher oder später steht ihr vom Spieltisch auf und geht nachhause.
Selbst mitten im Leben nehmt ihr das, was ihr eure Verluste nennt, und geht nachhause.
Womöglich wisst ihr nicht einmal, wie viel Glück ihr habt. Es ist ohne Zweifel fair zu sagen, dass ihr nicht wisst, wie viel Glück ihr habt. Zu der Zeit, wie oben angeführt, wisst ihr womöglich nicht einmal, wie viel Glück ihr habt, eure Liebe unerwidert zu bekommen!
Ab und an bekommt ihr die lustige Idee in den Kopf, dass ihr ohne diese oder jene Person nicht leben, oder dass ihr ohne eine Gehaltserhöhung oder Beförderung oder sonst etwas nicht weiterleben könntet. Ihr macht zahlreiche Dinge zu den wesentlichen für euch, unterdessen sie überhaupt nicht wesentlich sind.
Geliebte, ihr besitzt im Grunde genommen eure Besitztümer nicht. Mit Bestimmtheit besitzt ihr die Menschen in eurem Leben nicht. Letzten Endes besitzt ihr eigentlich nicht einmal euch selbst. Sicherlich könnt ihr das Leben nicht in den Würgegriff bekommen. Nunmehr wisst ihr, dass es euch anliegt, das Leben frei zu lassen. Ihr könnt es ohnehin nicht anketten.
Sofern es euch anliegt, ohne Grenzen zu sein, dann seid ohne Grenzen. Das Leben auf eine bestimmte Weise am Laufen haben zu müssen und nicht anders, ist eine große Begrenzung, Geliebte.
Für das Leben gibt es kein genaues Rezept. Keine bestimmte Formel. Und ihr braucht ohnehin keine bestimmte Formel. Wozu, meint ihr, braucht ihr ein perfekt geordnetes Leben? Wieso stellt ihr euch vor, dass das Leben so und nicht so zu sein habe? Könnt ihr das Leben nicht sein lassen, was es ist, solange es so ist? Und könnt ihr, was auch das Leben euch zu einem bestimmten Zeitpunkt zuliefert, nicht erkennen, wie mit ihm umzugehen ist?
Wenn ihr vom Pferd fallt, steigt ihr so schnell wie möglich wieder auf das Pferd. Wenn das Leben nicht so läuft, wie ihr wollt, geht zurück ins Leben und geht nach wie vor voran. Lasst los, lasst das Pferd der Vergangenheit los. Gebt ihm einen Abschiedsgruß.
Sobald der Tanz vorbei ist, ist er vorbei. Wenn die Glocke zwölf Uhr Mitternacht geschlagen hat, hat die Glocke geschlagen.
Wo habt ihr die Auffassung her, dass das Leben ordentlich zusammengeschnürt werden und einfach so belassen bleiben soll? Geliebte, das Leben ist hier, damit ihr es auswickelt. Das ist Sache. Ihr öffnet das Paket des Lebens. Ihr seht, was ihr bekommen habt, morgen wird ein neues Paket ankommen, und auch jenes wird sein, was es ist. Manchmal wird es schlicht das sein, was ihr wolltet, und manchmal nicht. Ist das nicht in Ordnung so?
Habe deine Träume und Bestreben, Geliebte, Geliebter, und wisse, dass es dir angelegen ist, sie frei zu lassen, selbst während du sie hast.
3141
ALS LIEBE HERVORBARST
Oh, Meine Geliebten, wo ist die Zeit hingegangen, fragt ihr euch. Selbst wenn Ich euch sage, es gibt keine Zeit, wenn Ich euch sage, dass es nur Ewigkeit gibt, fragt ihr euch nach wie vor. Und Ewigkeit ist bloß ein Augenblick, Geliebte, und doch befindet sie sich nicht auf einer Zeitskala. Sie kann nicht in Minuten oder Stunden oder Tagen oder gar in Äonen gemessen werden. Das sind bloß ausgedachte Wörter.
In einem gewissen Sinne – so wie ihr die Zeit seht, ist es wie ein Besen, der alles aufkehrt. Was hat der Besen der Zeit aufgekehrt? Wo existiert das, all das, was er, wie es aussieht, aufgekehrt hat? Ihr könnt nicht einmal einen Finger darauf legen. Ihr könnt auf die Zeit keinen Finger legen, und das, was ihr euch bloß vorstellen könnt, ist in der Zeit aufgekehrt worden. Nichts ist im Grunde aufgekehrt worden, und im Grunde war nichts da, um aufgekehrt zu werden. Und von Anfang an gab es keinen Besen.
Und dennoch, in Begriffen der relativen Welt können Wir sagen, dass alles im Leben nichts weiteres ist als immer und immer wieder aufkehren. Unbesehen der Farben, der Beschaffenheit und des Dramas, das Leben ist Routine. Kehre heute, und kehre morgen.
Gleichwohl wird auf die Zeit als ein Durchlauf Bezug genommen, unterdessen die Zeit keinen Ort hat, um dorthin zu gehen, und es keinen Raum gibt, um sie dort hineinzubringen. Selbst wenn der Raum existierte, wie würdet ihr es bewerkstelligen, dass sie dort hineinpasst? Wo beginnt und wo endet diese eingebildete Passage, und wohin führt sie, und woher kam sie? Wörter, bloß Wörter, Geliebte, indes geliebte Wörter.
Und du, diese gelegentlich vergnügte, gelegentlich zänkische Person, du denkst, du seist dieser illusorische Fleck, von dem du meinst, das seist du, wo passt du, du, der nicht mehr und nicht weniger Illusion ist, als das die Zeit ist, wo passt du hinein? Es gibt kein irgendwo, und es gibt kein wann. Und es gibt kein du, dieses angenommene Fragment von dir. Das, was wahrhaft du ist und was ewig existiert, existierte niemals nicht. Du bist immerfort, bist immerfort gewesen, selbst, wenn es kein dann oder kein jetzt oder Zeit überhaupt nicht gibt. Du hast niemals getrennt von Mir existiert. Du hast immerzu existiert, wie Ich immerzu existierte, obschon die Welt seit eh und je bemüht ist, dieses oft Angesprochene fortlaufend zu messen. Es gibt kein immer, und es gibt kein niemals. Es ist einfach, und du und Ich sind einfach.
Abrakadabra! Presto! Nun seht ihr es, und jetzt seht ihr es nicht. Ihr wart ein Zaubermeister. Ihr seht etwas, was nicht da ist, und ihr seht nicht, was ist. Was ist, hat kein hier und kein dort.
Das Leben in der Welt indes ist kein Trick, der euch angemutet wird. Ihr seid in den inneren Zirkel der Illusion eingetreten. Ihr habt die Illusion angefühlt. Ihr saht sie und saugtet sie auf, und damit waren alle Sinne hergestellt. Und alle illusorischen Körper waren gefertigt, um die illusorischen Sinne zu beherbergen. Die Nase war geformt, Finger, Zungen und Augen. Ohren wurden hinzugefügt. Und alles, alles ist eine Schwingung, und alles wird aus unterschiedlichen Winkeln her abgefühlt. Alles ist eine Wellenformation, und alles wird durch die Wellen fottgehalten.
Der Tanz wurde geboren, um die Schöpfung zu loben und dem Gott zu danken, der die Welt in die Existenz hinein geblasen hat, selbst dann und wo die Welt nicht existiert. Stöcke wurden aneinander geschlagen, und Wasser ließ sich durch den Bach verlauten, und Musik kam auf die Welt, um die Schöpfung und den Gott, der das Wasser aus Seinem Atem machte, zu rühmen. Und der Regenbogen malte sich selbst in eine Schachtel von Kreiden, und Farben wurden geboren und ausgebrütet. Spiele wurden erfunden, und der Mensch spielte das Himmel-und-Hölle-Spiel.
Derweilen wurde all diese eingebildete Schöpfung durch einen eingebildeten Besen aufgekehrt. Alles schien verwandelt zu sein, doch nichts hatte sich bewegt. Nichts war passiert. Unbesehen aller Ereignisse in der Welt – nichts war passiert.
Alleinig Liebe hat sich ereignet, doch genau genommen ereignet sich Liebe nicht, denn es gab niemals eine Millisekunde, bevor die Liebe in all ihrer Pracht hervorbarst.
3142
EIN KUSS VOM UNIVERSUM
Alles ist gut, und alles wird der Himmel auf Erden sein. Das war immer so, Geliebte. Trotz aller Scheußlichkeit, mit der ihr vertraut seid, das ist das Eigentliche.
Alles, was sich im Leben zuträgt, ist dienlich. Wie es dient, mag durchaus jenseits eures Zugriffs stehen. Vielleicht seht ihr es überhaupt nicht so.
Wenn eine schöne Rose verwelkt und verdorrt, fällt sie auf den Boden und hilft, das zu nähren, was das nächste Jahr an ihrer Stelle wachsen wird. Ihr könnt das Vergehen der Rose betrauern, oder ihr könnt an den Gefallen denken, den sie euch geboten hat und gibt, und daran, welche ferneren Gaben aus ihrer Existenz und aus ihrem scheinbaren Abgang hervor kommen werden. Es ist durchaus möglich, dass diese eine Rose zu Dutzenden weiteren beitragen wird.
Es ist nicht zu leugnen, dass eine Rose, dass eine jede Rose, gleich, wie schön sie ist, zu Boden fällt. Sie hat ihre Zeitspanne, eine schöne Zeitspanne. Sofern Rosen immerzu währten, wären sie keine Rosen. Ist nicht ihre Zeitweiligkeit Teil ihres Zaubers? Möchtet ihr eine lange dauernde, künstliche Rose aussuchen, währenddessen es eine frische zum Abschneiden gibt? Wieso, Geliebte, das scheinbare Ende des Lebenszyklus einer Rose betrauern?
Ist nicht der Beschluss einer Rose ebenso schön wie der Beginn? Eine schöne Rose legt sich zur Ruhe, und die Essenz der Rose besteht weiter. Die Rosenhaftigkeit ist für immer. Wieso das Vergehen dessen, was für immer ist, betrauern?
Was gibt es in der Ewigkeit zu betrauern? Bloß einen bestimmten Gesichtspunkt. Einzig die Anhaftung gibt euch einen Anlass zum Betrauern. Liebt ohne Anhaftung, Geliebte. Liebt und wertschätzt und genießt die Rose, während sie blüht. Sobald sie aufhört zu blühen, liebt sie genauso. Die schönste Rose kann nur eine Widerspiegelung der Liebe sein, die du für sie innehältst.
Weswegen überhaupt etwas betrauern? Weswegen die Liebe betrauern, Geliebte?
Liebe ist mehr als ein Hüpfen, Überschlagen und Springen. Liebe ist eine Art Rose. Liebe wird weitergereicht und begegnet sich selbst, während sie kommt und geht. Liebe ist ewig. Einerlei, wie fragmentiert sich deines Erachtens Liebe ausweist, sie ist ewig. Liebe ist definitiv mehr als ein vorübergehender Einfall.
Schaue jetzt in diesem Augenblick aus deinem Fenster hinaus. Vielleicht siehst du einen Fruchtbaum in Blüte. Vielleicht wird morgen der Wind alle Blüten auf den Boden wehen. In einem anderen Zyklus wird vielleicht ein allerletzter Schneeschauer alle nachzügelnden Blüten bedecken. Was macht das aus? Der Baum hat geblüht. Die Blüten existierten. Sie glitten in dein Herz hinein. Sind sie von deinem Herzen fortgegangen?
Die Blüten waren wie ein Kuss vom Universum. Würdest du einen Kuss vom Universum bedauern? Würdest du gerne einen blühenden Baum bedauern, weil er nicht so bleibt, wie er war? Dir wurde ein Geschenk überreicht. Liebe das Geschenk. Liebe das Geschenk, während du es hast. Schätze es selbst dann, während es nicht mehr länger augenscheinlich ist, und lasse es gehen. Das Geschenk hat in deinem Herzen ein Zeichen angebracht, und dieses Zeichen ist unauslöschlich.
Hat es für euch weder Hand noch Fuß, dass eine Rose blüht und dass Blüten blühen, und dass sie nicht andauernd blühen? Ist nicht eben davon das Leben angefüllt, Geliebte? Das Leben ist gefüllt mit Rosen und Blüten und Versprechen, die Wirklichkeit werden. Sie sind gegeben worden, und sie sind euch überreicht worden. Ist das kein Grund zum Frohlocken?
Etwas ist in Irdischen Bezügen für einen Augenblick euer. Und was für ein Augenblick ist das doch! Es geht, Geliebte, überhaupt nicht darum, dass etwas von euch weggenommen wird. Es war allein für eine kurze Zeit das eure. Seine kurze Zeitdauer ist kein Geheimnis, was vor euch gewahrt wird. Das ist keine Überraschung. Eben die Kürze ist Teil des Geschenkes, seht ihr das nicht genauso?
3143
ALLES IM EINSSEIN DER SCHÖPFUNG
Alles ist gut, und alles wird der Himmel auf Erden sein. Das war immer so, Geliebte. Trotz aller Scheußlichkeit, mit der ihr vertraut seid, das ist das Eigentliche.
Alles, was sich im Leben zuträgt, ist dienlich. Wie es dient, mag durchaus jenseits eures Zugriffs stehen. Vielleicht seht ihr es überhaupt nicht so.
Wenn eine schöne Rose verwelkt und verdorrt, fällt sie auf den Boden und hilft, das zu nähren, was das nächste Jahr an ihrer Stelle wachsen wird. Ihr könnt das Vergehen der Rose betrauern, oder ihr könnt an den Gefallen denken, den sie euch geboten hat und gibt, und daran, welche ferneren Gaben aus ihrer Existenz und aus ihrem scheinbaren Abgang hervor kommen werden. Es ist durchaus möglich, dass diese eine Rose zu Dutzenden weiteren beitragen wird.
Es ist nicht zu leugnen, dass eine Rose, dass eine jede Rose, gleich, wie schön sie ist, zu Boden fällt. Sie hat ihre Zeitspanne, eine schöne Zeitspanne. Sofern Rosen immerzu währten, wären sie keine Rosen. Ist nicht ihre Zeitweiligkeit Teil ihres Zaubers? Möchtet ihr eine lange dauernde, künstliche Rose aussuchen, währenddessen es eine frische zum Abschneiden gibt? Wieso, Geliebte, das scheinbare Ende des Lebenszyklus einer Rose betrauern?
Ist nicht der Beschluss einer Rose ebenso schön wie der Beginn? Eine schöne Rose legt sich zur Ruhe, und die Essenz der Rose besteht weiter. Die Rosenhaftigkeit ist für immer. Wieso das Vergehen dessen, was für immer ist, betrauern?
Was gibt es in der Ewigkeit zu betrauern? Bloß einen bestimmten Gesichtspunkt. Einzig die Anhaftung gibt euch einen Anlass zum Betrauern. Liebt ohne Anhaftung, Geliebte. Liebt und wertschätzt und genießt die Rose, während sie blüht. Sobald sie aufhört zu blühen, liebt sie genauso. Die schönste Rose kann nur eine Widerspiegelung der Liebe sein, die du für sie innehältst.
Weswegen überhaupt etwas betrauern? Weswegen die Liebe betrauern, Geliebte?
Liebe ist mehr als ein Hüpfen, Überschlagen und Springen. Liebe ist eine Art Rose. Liebe wird weitergereicht und begegnet sich selbst, während sie kommt und geht. Liebe ist ewig. Einerlei, wie fragmentiert sich deines Erachtens Liebe ausweist, sie ist ewig. Liebe ist definitiv mehr als ein vorübergehender Einfall.
Schaue jetzt in diesem Augenblick aus deinem Fenster hinaus. Vielleicht siehst du einen Fruchtbaum in Blüte. Vielleicht wird morgen der Wind alle Blüten auf den Boden wehen. In einem anderen Zyklus wird vielleicht ein allerletzter Schneeschauer alle nachzügelnden Blüten bedecken. Was macht das aus? Der Baum hat geblüht. Die Blüten existierten. Sie glitten in dein Herz hinein. Sind sie von deinem Herzen fortgegangen?
Die Blüten waren wie ein Kuss vom Universum. Würdest du einen Kuss vom Universum bedauern? Würdest du gerne einen blühenden Baum bedauern, weil er nicht so bleibt, wie er war? Dir wurde ein Geschenk überreicht. Liebe das Geschenk. Liebe das Geschenk, während du es hast. Schätze es selbst dann, während es nicht mehr länger augenscheinlich ist, und lasse es gehen. Das Geschenk hat in deinem Herzen ein Zeichen angebracht, und dieses Zeichen ist unauslöschlich.
Hat es für euch weder Hand noch Fuß, dass eine Rose blüht und dass Blüten blühen, und dass sie nicht andauernd blühen? Ist nicht eben davon das Leben angefüllt, Geliebte? Das Leben ist gefüllt mit Rosen und Blüten und Versprechen, die Wirklichkeit werden. Sie sind gegeben worden, und sie sind euch überreicht worden. Ist das kein Grund zum Frohlocken?
Etwas ist in Irdischen Bezügen für einen Augenblick euer. Und was für ein Augenblick ist das doch! Es geht, Geliebte, überhaupt nicht darum, dass etwas von euch weggenommen wird. Es war allein für eine kurze Zeit das eure. Seine kurze Zeitdauer ist kein Geheimnis, was vor euch gewahrt wird. Das ist keine Überraschung. Eben die Kürze ist Teil des Geschenkes, seht ihr das nicht genauso?
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KÖNNEN SCHATTEN OHNE LICHT EXISTIEREN?
Hallo, Geliebte. Danke dafür, Mich heute zu treffen. Es ist Mir ein großes Vergnügen, euch jeden Tag zu haben, und indes ist das nun einmal heute, deswegen sage Ich: Ich heiße euch heute willkommen. Wenn ihr doch bloß wüsstet, wie willkommen ihr seid. Wenn ihr doch bloß bewussterweise alle Liebe genießen könntet, die Ich zu Meiner eigenen Freude über euch gieße. Wenn ihr doch bloß mit dem Ausmaß eurer Strahlung vertrauter wärt, und damit, was ihr Mir bedeutet. Wenn ihr doch bloß wüsstet, Wer ihr seid, und dass Ich euch kein Fremder bin. Wieso, Ich bin pur euer Seien. Ich bin der Baum, dem ihr entsprungen seid. Wenn ihr doch bloß bewussterweise erkennen würdet, was Ich erkenne, und die Freude dabei leben würdet.
Niemals würdet ihr euch über irgendetwas in der Welt Sorgen machen, und, das ist klar, es gibt einzig weltliche Dinge, um sich darüber Sorgen zu machen. Im Himmel gibt es keine Sorgen, und euch ist der Himmel garantiert. Das ist eine leicht abzugebende Garantie, weil ihr von jetzt ab wisst, dass Ich unentwegt sagen werde, dass ihr den Himmel niemals verlassen habt, nicht einmal für eine Sekunde. Ihr habt einen Brückenkopf im Himmel, obschon ihr denken mögt, ihr befändet euch weit weg davon. Ihr seid im Himmel gegründet. Der Himmel ist euer Abflugplatz und euer Landeplatz, und das findet statt, ohne dass ihr jemals fortgeflogen seid.
Ihr habt euch indes eine Glücksbinde über eure Augen gelegt, und demnach seht ihr nicht, was ihr nicht seht.
Ich kenne alle Darlegungen darüber, wieso ihr nicht seht. Ihrer ungeachtet, es ist verdreht, alldas, was ihr nicht seht. Eure Einbildungskraft ist so groß, und ihr seid angreifbar in dem Glauben, dass ihr all das, was ist, sehen würdet, und dementsprechend weist ihr immer und immer wieder auf eine Welt der Realität unter euren Füßen hin.
Die Sirenen der Welt-Realität sind unentwegt losgegangen. Ihr seid gewarnt worden, als wären
Warnungen zutreffend, so, als hieße Vorsicht das Wort des Tages, so, als befändet ihr euch in jedem Augenblick in drohender Gefahr. Die Warner vermögen keine Welt zu zeichnen, die nicht mit Gefahr belastet ist, und eben von dort kam das Wort Nein her. Von dort kam Tue Nicht her, von dort kam Besser Nicht her. Die Angst wurde geboren, und zu ihr beugte man sich hinunter. Selbst die Wohltat, die die Welt den Tod nennt, ist mit Angst belegt, gar während er nichts anderes ist, als dorthin zurück zu gelangen, wo die Angst, gar dann, unterdessen sie bloß eingebildet ist, nicht einmal mehr eingebildet zu werden vermag, ganz zu schweigen davon, empfunden zu werden. Angst? Was ist das im Himmel? Was ist das für eine Art weithergeholter Geschichte, die die Gültigkeit von Angst unter Beweis stellt?
Durch was kann die Angst reflektiert werden? Durch einen Schatten, das ist alles.
Fürchtet euch nicht, Geliebte. Fürchtet euch nicht. Heißt das Leben willkommen mitsamt seinem Drum und Dran. Heißt die Sinne des Geschmacks und der Berührung und so weiter willkommen. Heißt den Sinn der Freude und den Sinn der Liebe willkommen. Genießt einfach. Ihr seid aus einem Spaß auf der Erde. Genießt das, woran ihr euch erfreut, und macht euch aus dem Rest nichts. Besinnt euch, dass der Rest im Grunde genommen nicht existiert, nicht anders, als die Dunkelheit nicht existiert. Das Licht existiert.
Im Eigentlichen gibt es so etwas wie die Verfinsterung des Mondes nicht. Das ist ein Zauberertrick. Der Schatten der Erde bedeckt den Mond eine Zeitlang, und jeder sagt, der Mond habe sich verfinstert. Der Mond hat sich nicht gewandelt. Der Mond ist der Mond.
Habt ihr es nicht, habt ihr es nicht in euren Augen dem Schatten der Erde stattgegeben, den Himmel zu verfinstern? Habt ihr nicht alle eure Eier in den einen Korb der Erde gelegt? Geliebte, sobald ihr euch einzig der Manifestation des Lebens auf der Erde gegenüber verpflichtet fühlt, fühlt ihr euch verpflichtet, zu kämpfen. Ihr verknotet euch.
Verbringt eure Zeit bei Mir, und Wir werden jene Knoten aufbinden. Ihr werdet euch niemals mehr in Knoten zusammen binden, und demnach werdet ihr euch niemals mehr loszubinden haben.
3145
GOTTES BESTREBEN
Es gibt Bestreben und Bestreben. Es gibt die Bedeutung, der gemäß, egal wie gut es erfüllt ist, kein Bestreben jemals erfüllt genug ist. Das neue Auto verliert seinen Glanz. Ein neues Auto war vor einiger Zeit die Erwiderung auf eure Träume, und jetzt ist es bloß ein Auto. Und demnach hopst ihr von einem Bestreben zum anderen, und immer noch seid ihr begehrlich nach noch etwas weiterem, selbst dann, wenn ihr nicht genau wisst, worum es sich handelt. Vielleicht erstrebt ihr das Bestreben.
Ich komme von der Schule her, dass es gut ist, zu erstreben. Erstreben meint, du bewegst dich auf etwas zu oder bringst es näher zu dir heran. Beides ist das gleiche. Worin liegt der Unterschied?
Erstreben meint, du blickst auf eine Landschaft und findest einen Ort, wo du gerne sein würdest, oder ein Bild, was du gerne malen würdest, oder ein Geschenk, wonach es dich sehnt, es auszuhändigen. Bestrebungen sind Bilder, Geliebte, und sie sind Bilder, die ihr mögt. Mehr erstreben lockt euch nach vornehin. Ihr findet heraus, wo ihr gerne niedergehen mögt. Ihr findet es heraus, und dann könnt ihr absteigen.
Es gibt das Bestreben, in Meinem Licht zu glänzen. Ist das kein einnehmendes Bestreben?
Es gibt das Bestreben, deinem Bruder zu dienen. Ist das nicht liebenswürdig?
Es gibt das Bestreben, Kinder auszutragen. Es gibt das Bestreben, der Welt etwas zu geben. Es gibt das Bestreben, man möge sich an euch wegen etwas erinnern, dessentwegen man sich gerne an euch erinnern möchte.
Es gibt das Bestreben, zu dienen. Es gibt das Bestreben, sich voller Wert zu fühlen und so zu sein.
Bestrebungen haben einen großen Verdienst. Bestrebt mehr, nicht weniger.
Bestrebt Gewahrsein. Bestrebt die Befähigung, auszuwählen. Bestrebt Gütigkeit, dass sie sich selbst euch offenlege. Bestrebt die Gütigkeit eures Herzens, dass sie sich selbst offenbare, euch gegenüber und einem jeden innerhalb des Radius der Welt und einem jeden über den Radius der Welt hinausgehend gegenüber.
Habt das Bestreben, ein bewusstes Gewahrsein von Mir und von Unserer intimen Verbundenheit innezuhaben. Es gibt nichts Näheres als die Nähe, die Wir sind. Ich kann nicht sagen, dass Wir Nähe haben. Ich kann nicht sagen, dass Wir sie haben, denn Wir SIND. Wir sind derart nahe, dass Wir Eins sind. Recht bald wirst du keinen Unterschied mehr ausmachen können. Du wirst einzig Einssein sehen und voller Freude lachen.
Wissen, Wer du bist, bedeutet nicht, du wirst hoch und mächtig werden. Es bedeutet, du wirst in der Größe, in der du dastehst, große Bescheidenheit sein. Jenes meint, du wirst dich in einer derartigen Ehrfurcht vor der Schöpfung befinden, dass du sie mit Glacéhandschuhen behandeln möchtest. Du wirst die Sanftmut selbst sein. Du wirst die Macht kennen, die die deine ist, und infolgedessen wirst du sanft sein. Darin besteht die Macht, die ihr habt, Geliebte. Ihr seid ein fühlendes Seinswesen, das die Macht Gottes lebt und sie ehrt. Ihr werdet allem gegenüber so freundlich sein, denn alles liegt innerhalb der Macht Gottes, und jene ist die Macht, die ihr seid, und jene ist euch angelegen, sie weiterzugeben. Wir können diese Macht Energie nennen. Wir können sie Liebe nennen. Wer schert sich darum, wie Wir sie bezeichnen, so lange Wir sie zum Einsatz bringen, sie leben und sie rundherum verbreiten.
Wie wundervoll ist es doch, der Diener der Menschheit und aller geliebten Tiere, die in der Welt leben, zu sein. Was für einen Schatz haltet ihr in euren Händen. Was für einen Schatz haltet ihr in eurem Herzen. Was für ein Schatz ist das Leben. Was für ein Schatz ist das Leben in der ausgedehnten Welt.
Während eure innere Sicht wächst, mag es sein, ihr werdet angesichts der Herrlichkeit der Welt überwältigt. Anstelle ihrer Schwächen werdet ihr ihre Brillanz sehen. Ja, ihr werdet anfangen, euch eben zu der Herrlichkeit dieser Welt, in der ihr lebt, hinunter zu beugen. Ihr werdet über das Furnier hinausschauen, in dem sie zugedeckt ist. Ihr werdet das echte Gold dahinter sehen. Dies ist Mein
Bestreben – dass ihr das echte Gold seht, und ihr werdet Mein Bestreben erfüllen. Für Mein Bestreben gibt es kein Halt.
3146
JAHRESZEITEN DES HERZENS
Es gibt in eurem Herzen Jahreszeiten, Geliebte. Dort gibt es einen Tagesanbruch und Zwielicht. Es gibt Sommer, Frühling, Winter und Herbst. Es gibt in eurem Herzen Sonnenschein und Regen. Habt ihr das nicht bereits alles erlebt?
Hier ist der Ort, wo euer Herz die Jahreszeiten in der Welt übersteigt. Die Jahreszeiten sind vorgegeben, jedoch weist euer Herz eine Wählscheibe aus, und ihr könnt die ganze Zeit über den Sommer wählen. Ihr müsst nicht den Schnee im Winter haben.
Während die Erde von ihrer Biografe und ihren Jahreszeiten abhängig ist, ist das Menschliche Herz einzig und allein euch ausgeliefert. Ihr seid der Bestimmer dessen, wohin euer Herz seine Aufmerksamkeit setzen möchte. Ihr könnt den Strom eures Herzens wenden. Euer Herz hat nicht in seiner Meinung plötzlich umzukehren, und dies dem Wetter der Welt gemäß.
Ich erinnere euch daran, dass ihr Wahlmöglichkeiten habt. Ihr sucht aus. Ihr macht das die ganze Zeit. Ich sage euch, eurem Herzen zu folgen. Ich meine euer wahres Herz, euer Herz der Liebe.
Wenn es ungefügige Umstände gibt, habt ihr sie nicht zu ignorieren. Genauso wenig habt ihr euch vor ihnen hinzuknien. Ihr könnt sagen: „Herz, stehe von deinen Knien auf. Es tut mir leid, dass du verwundet wurdest. Jetzt lade ich dich dazu ein, die Szene des Unfalls sozusagen zu verlassen, und nimm mich zu einer Wiese voller Blumen, wo der Himmel blau und der Horizont weit ist. Lasst uns irgendwohin gehen, wohin wir gerne möchten. Wir sind lange genug an dieser Stelle geblieben. Komm, lasst uns gehen.“
Ihr könnt eurem Herzen sagen: „Du liebes Herze mein, mein schönes Herz, es liegt kein Wert darin, verletzt zu sein. Es liegt kein Vorteil darin, da zu liegen. Es liegt etwas Förderliches darin, aufzustehen, und den Sonnenschein aufzusuchen. Es ist gut, voller Leben zu sein. Lasst uns gemeinsam, erhobenen Hauptes, unseren Weg nehmen. Herz, du bist meine rettende Huld. Komm und rette mich jetzt aus dem Gram und aus den Schwierigkeiten. Nimm mich von allem fort, was für uns nicht Freude ist. Lasst uns zu einem anderen Hafen fahren. Lasst uns in den Horizont hinein die Segel setzen. Und, falls du, liebes Herz, nicht in der Lage bist, das zu tun, dann lasst uns einfach hinein springen und schauen, wohin uns die Ozeanwellen nehmen.“
Ihr könnt eurem Herzen sagen, während es leidtragend ist: „Gott sei Dank für dich, liebes Herz. Danke Gott, dass du fühlen kannst. Danke Gott, dass du Gram fühlen kannst, und danke Gott, dass du den Gram hinter dir lassen kannst. Den Gram fortlassen bedeutet nicht die Liebe los lassen. Du hast nicht stark an einem nahen Angehörigen festzuhalten, um zu lieben. Geliebtes Herz, Jahreszeiten des Herzens hängen nicht die ganze Zeit fest. Die Jahreszeit des Grams ist vorüber. Die Zeit ist da, um voranzugehen.“
Ihr könnt eurem Herzen sagen: „Lasse mich dir Trost geben. Lasse mich deinen Geist vom Schmerz abbringen. Lasst uns einander an den Händen halten und einen anderen Pfad nehmen. Lasst uns schauen, was vor uns liegt. Vielleicht haben wir genug davon, was hinter uns ist. Herz, du bist das beste Herz in der Welt, was ich je haben konnte. Ich möchte dich von den Lasten entlasten und sie nicht hoch aufgestapelt wissen. Gemeinsam, lasst uns gemeinsam das heraus werfen, was uns vom vollen Sonnenschein der Liebe abhält. Lasst uns dich mit wundersamer Freude erfüllen. Lasst uns dich reine machen, und wir wollen zusammen auf eine Ferienreise gehen.“
Ihr könnt eurem Herzen sagen: „Volles Herz, wir sind soeben dabei zu erblicken, dass du voller Liebe bist. Ich möchte dich gerne zu einem Badeort nehmen, wo du verjüngt werden wirst. Ich möchte dir gerne die Ehre und Fürsorge erteilen, die dir gebührt. Ich möchte dich gerne um alles leichter machen, was nicht Liebe ist. Ich möchte dich gerne das sein lassen, was du immer sein wolltest, ein Herz, bereit dazu, zu lieben, gleich, zu welcher Jahreszeit, und gleich, in welche Richtung du blickst. Können wir miteinander ins Geschäft kommen, gutes Herz?“
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WIE MACHTVOLL EURE GEDANKEN SIND
Die Welt hat sich auf Probleme ausgerichtet, und nun werdet ihr der Welt zeigen, mehr nach oben zu schauen.
Ihr wisst, ihr könnt überall hinschauen, wohin ihr wollt. Und ihr wisst, was immer ihr euch zuwendet, ihr bringt es zum Wachsen. Ja, eure Gedanken sind wie Samen. Sie sind Samen-Gedanken, und was ihr sät, das wächst. Das ist ganz offensichtlich. Pflanzt Tausendschönchen, und ihr bekommt Tausendschönchen. Sind Gedanken nicht wie Samen?
Gedanken wachsen unter allen Bedingungen. Gedanken sind für alle Jahreszeiten und jedes Wetter ausgereift. Gedanken wachsen reichlich. Sie wachsen im Gewächshaus des Geistes.
Alles hängt davon ab, dass ihr eure Gedanken hoch haltet. Begießt jene Samen an Gedanken, die ihr gerne wachsen sehen möchtet, und lasst alle anderen brach liegen.
Woran möchtest du heute gerne denken? Ich sagte nicht: Worüber möchtest du dir heute Sorgen machen? Nein, Ich sagte: Woran möchtest du heute gerne denken?
Ihr habt so viele Wahlmöglichkeiten. Es ist alles eure Wahl.
Schaut zum blauen Himmel hoch. Er ist gut genug, um an ihn zu denken. Denkt des Nachts über die Sterne nach, und erhebt euch zu ihnen. Schwimmt mit ihnen. Funkelt mit ihnen. Stattet ihnen einen Besuch ab. Preist sie. Ach, bloß daran denken, dass ihr in einer Welt lebt, die mit Sternen bevölkert ist. Was für ein Wunder ist das doch?
Und der Mond. Fangt den Mond in eurem Herzen. Haltet ihn unterm Arm. Nehmt ihn überall mit.
Denkt daran, in Meine Augen zu blicken. Das wird euch eine Weile recht gut beschäftigen.
Was minder ist, daran denkt weniger. Was mehr ist, daran denkt mehr.
Wahrhaft, woran ihr denken könnt, davon gibt es kein Ende.
Denkt an die Kinder und an das Glück, was sie einem geben.
Denkt an die Herrlichkeiten der Welt. Denkt an die Schönheit der Wüsten, und denkt an die Schönheit der Wälder und Ströme und an die Möglichkeit von Mir. Steigt unablässig höher.
Geht davon aus, dass ihr die Sonne seid, die dem Universum dient. Worüber denkt ihr als Sonne? Was, stellt ihr euch vor, denkt die Sonne, während sie ruhig da steht und die Welt ihr huldigt? Die Sonne bleibt an einer Stelle, und gleichwohl ist sie der Anführer der Parade. Und indes ist es die Sonne, die auf alles scheint. Wie glücklich muss doch die Sonne sein.
Seid glücklich wie die Sonne. Denkt, wie die Sonne denken muss, und ihr werdet glücklich sein. Ja, ihr werdet sehr glücklich sein. Und die Welt wird auf euer Glücklichsein aufschließen und es zu ihrem eigenen machen.
Denkt an die Welt, wie sie glücklich ist, ja, eben die Welt, in der ihr lebt. Denkt an jeden, wie er mit Freude zur Arbeit geht, und wie er von der Arbeit mit Freude nachhause kommt.
Denkt an Energie. Denkt an Belebung. Denkt an Mich. Und denkt an euch in Meinem Licht. Denkt daran, was ihr Mir bedeutet. Denkt euch selbst als ein Geschenk an die Welt von Mir, und seid es. Seid das Geschenk. Seid das Geschenk, was Ich gebe. Ich gebe euch, und Ich gebe euch nach wie vor. Ich habe euch aus Meinem Herzen gegriffen und euch ins Universum gestellt. Ich wusste, was mit euch zu tun ist. Und jetzt lernt ihr kennen, was es euch gilt, es mit euch zu tun.
Beginnt mit euren Gedanken und streut sie wie Blumen auf jede Türstufe. Wacht zu der Welt auf, Geliebte. Und weckt die Welt auf. So wie ihr geht, so geht die Welt. Die Welt ist Mein Geschenk an euch, und ihr seid Mein Geschenk an die Welt. Kann es etwas Besseres geben?
Denkt, Geliebte, denkt an die Segnungen, die da sind. Es gibt unendliche Segnungen in der Welt. Gebt ihnen mit euren Gedanken eine Handreichung nach oben. Eure Gedanken sind das, Geliebte. Wie machtvoll sind doch eure Gedanken.
3148
WOW!
„Brr!“ sagst du zu einem Pferd, wenn du möchtest, dass es anhält. Wenn du dich davon abhalten möchtest, glücklich zu sein, sagst du: „Weh.“ Du sagst: „Weh mir.“
Möchtest du gerne etwas anderes sagen? Möchtest du dich vielleicht entlang der Zeilen voran bewegen: „Wie glücklich bin ich doch. Wie glücklich bin ich. Wie viel Glück habe ich. Was für ein unglaubliches Glück habe ich doch.“
Ist es notwendig, dass etwas von dir fortgeht, bevor du seinetwegen froh bist? Eine jede Zehe von dir ist köstlich. Deine Arme und deine Hände bewegen sich, als befänden sie sich in einem Tanz. Ihr seid voller Anmut, Geliebte. Eure Augen sehen, und eure Augen klappen nach oben. Sie öffnen sich und schließen sich. Ist das nichts Wundersames?
Du kannst an alles denken, was du hast, und an alles, was du bist, oder du kannst daran denken, was du nicht hast und was du nicht bist. Oh, Geliebte, was denkt ihr?
Ihr habt einen Geist, der denkt, und ein Herz, was fühlt. Ihr könnt mit euren Zehen wackeln. Ihr könnt gestochen werden. Ist das kein Wunder des Lebens, dass es Stiche gibt, und dass ihr Mittel habt, um euch zu kratzen?
Was ist in der menschlichen Arena kein Mirakel?
Ihr habt eine Stimme, die Klänge erzeugt, und diese Klänge können Anderen verständlich sein. Wow, ist das nicht verblüffend?
Werdet ihr, Geliebte, Wow anstelle von Weh sagen? Lasst Toll zu eurem neuen Lieblingswort werden.
Wow, ihr seid heute Morgen aufgewacht. Toll, ihr seid aus dem Bett aufgestanden.
Toll, die Sonne ist diesen Morgen aufgegangen. Wow, ein Tag dämmert heran. Ein königlicher Teppich des Lebens ist für euch ausgerollt worden. Hopst auf ihn. Lasst euch auf ihm federn. Springt vor Freude, dass ihr lebendig seid. Ihr seid LEBENDIG. Toll was für ein Geschenk ist das Leben.
Das Leben ist keine Strafe, die ihr absitzt. Das Leben ist mehr als etwas, mit dem vorlieb zu nehmen ist. Wie wäre es, dem Leben mit Wertschätzung für es zu dienen?
Ihr seid in einem menschlichen Körper am Leben. Das ist ein derartiges Mirakel, und ihr denkt, am Leben sein sei eine gewöhnliche Begebenheit, unterdessen es die ganze Zeit ein außerordentliches Vorkommnis ist. Wow, ihr seid am Leben. Was für eine Gelegenheit ist euch dargereicht worden. Was für eine Gelegenheit habt ihr.
Euch ist ein Schatz ausgehändigt worden, und ihr wisst nicht, was in eurer Hand ist. Ihr mögt ihn für einen weiteren Tag auf die Seite gestoßen haben, diesen Schatz, den ihr in eurer Hand haltet.
Euch ist ein Festmahl dargeboten worden, ein Festmahl mit derart fantastischen Köstlichkeiten zum Essen, und ihr sagt, das Brot sei altbacken. Wie steht es allerdings mit der Suppe? Und wie mit den Salat, und was ist mit den Früchten von einem Baum? Sind jene abgestanden? Wieso denn das Brot herausnehmen?
Wie steht es damit, dass ihr zu Wertschätzenden werdet? Wann werdet ihr das tun? Mein Vorschlag lautet, jetzt. Mein Vorschlag lautet, eben jetzt. Mein Vorschlag lautet, ihr grüßt jetzt eben das Leben in allem Eifer. Ich sage, ihr habt joie de vivre, ihr habt Lebensfreude. Ich sage, Ich gab sie euch.
Was habt ihr mit eurer joie de vivre angestellt? Habt ihr sie in eine Schublade gesteckt? In euer Schmuckkästchen? Wann habt ihr sie zum letzten Mal herausgenommen und in eurer Herz gestellt?
Vielleicht habt ihr zu einem bestimmten Zeitpunkt gesagt: „Was ist eigentlich Sache am Leben, währenddessen ich nicht glücklich bin?“
Geliebte, der ganze Punkt am Leben heißt, glücklich zu sein. Falls der Fleck des Lebens, auf dem ihr euch befindet, euch kein Glücklichsein übermittelt, setzt euch in Bewegung in Richtung Glücklichsein. Erleichtert euch von der Geistesauffassung, die euch zu der Überzeugung bringt, dass ihr unglücklich seid.
Ich gab euch ein Geschenk des Lebens, und ihr habt es entgegengenommen. Falls ihr nur einmal über dieses Geschenk gemurrt habt, habt ihr es einmal zu viel getan.
Ich sage ‚Brr‘ zum Murren. Ich sage: Erhebe dich jetzt in dem Augenblick, und nimm mit dem Leben ein Picknick ein. Bereite jene Sandwiches zu. Iss jede Krume. Lass Mich hören, wie du dem Leben und allen, die mit dir in ihm zugegen sind, applaudierst. Lass Mich hören, wie du Beifall klatschst. Lauter, bitte, lauter.
3149
IN DER WELT HIN UND HER TÄNZELN
Dein Leben ist dein Leben. Es ist auch das Meine. Das Leben, was du hast, habe Ich dir gegeben. Ich sagte: „Hier, komme zum Leben.“ Und du sagtest: „Ja, Gott, ich möchte.“ Oder vielleicht war es so, dass du es warst, der fragte. Vielleicht hast du gesagt: „Gott, gib mir das Leben. Gib es mir jetzt. Ich kann es kaum erwarten.“ Jedenfalls stimmten Wir miteinander überein, dass du auf der Erde zum Leben gebracht würdest. So einfach war das. Und damit betratst du die Welt. Wann wurde denn Bestürzung zu einem Schlagwort?
Macht die Bestürzung rückgängig, Geliebte. Ich verbrachte euch auf diese Reise des Lebens mit geraden Schultern und erhobenen Hauptes. Im hin und her Tänzeln in der Welt hast du dich viele Male danach gesehnt, zu wissen, worum es beim Leben geht. „Wie hat das Leben begonnen“?, fragtest du. Du befragst das Leben. Du stellst dich selbst infrage. Du stellst dich infrage und stellst dich infrage, und dann wurde das Leben zu einer Bewandtnis der Sorge, und hernach begann das Klagen.
Was machte die Klage zu einem Teil des Lebens? Was machte sie derart wesentlich? Wieso existiert sie, und weswegen wird ihr stattgegeben? Allzuoft findest du das Leben unerträglich, und doch kommst du mit der Klage aus. Du beklagst dich bereitwillig genug.
Ich frage Mich, wieso, wieso in deiner kurzen Zeitspanne im Leben, Beklagen die Vorherrschaft übers Glücklichsein übernehmen möchte. Was ist so großartig am Klagen? Bedarf es der Größe, um etwas zum Beklagen zu finden?
Das Leben ist wie Weihnachten. Ein paar Tage später stehst du in der Schlange und möchtest die Geschenke zurückgeben. Sie passten dir nicht oder sonst was nicht. Auf jeden Fall waren sie dir nicht gelegen. Und so möchtest du sie zurückgeben oder sie für etliche Geschenke des Lebens umtauschen.
Lasst uns eine andere Schlange bilden, in der du stehen kannst. Wir können sie Wertschätzung nennen. Wir können sie Dankeschön nennen. In zwei Schlangen kannst du nicht gleichzeitig stehen. In welcher Reihe möchtest du gerne deiner Wahl nach stehen? Ich mache dir den Vorschlag, du nimmst die Reihe namens Wertschätzung. A für ‚appreciation‘ kommt vor K für Klagen. Ich mache dir den Vorschlag, dass du der erste in der Reihe für Wertschätzung bist.
Vielleicht ist Sich-Beklagen bloß eine Gepflogenheit. Schaffe dir in diesem Falle eine andere Gepflogenheit. Höre auf, dich zu beklagen. Beginne, wertzuschätzen. Du wirst Wertschätzen einfach wunderbar finden. Du wirst es befürworten. Wer wollte das Wertschätzen nicht vorziehen? Wer wollte sich nicht lieber selbst etwas geben, als sich etwas wegnehmen? Lasst euch nichts von eurer Wertschätzung für dieses einzigartige Leben, was ihr lebt, wegnehmen.
Heißt das Leben willkommen, Geliebte. Murrt über es nicht. Bejaht es. Bejaht den Regen, der fällt, und die Sonne, die scheint. Ich möchte soweit gehen und sagen, dass ihr den Regen in Sonnenschein kehren könnt. Der Regen hat seine Vorteile. Nass werden hat seine Vorteile. Geliebte, ihr könnt selbst Schlacke in Gold verwandeln.
Falls ihr jede Begebenheit im Leben infrage stellen müsst, dann bittet darum, in jedem Ereignis einen Vorzug zu sehen. „Was ist der Kern an Gutem in der Sache? Was liegt hier vor, was ich in einem guten Licht sehen kann?“ Ich kann jetzt soeben deinen Geist hören, der darauf hinweist, dass es wohl nichts Gutes darin geben könne, was noch nicht hereingebrochen sei. Schon im Voraus läutet ihr die Glocken des Unheils. Geliebte, ihr seid nicht dazu verdammt, euch zu beklagen.
Das Leben ist nicht bloß Kopf oder Zahl. Wenn du Zahl bekommst, ist das kein Unheil. Das Leben ist nicht reiner glücklicher Zufall. Du bist der Erwiderer auf das Leben.
Du wirst vielleicht sagen, deine beste Chinatasse sei dir aus der Hand gefallen und in hundert Teile zersprungen, und du wirfst deine Hände hoch und sagst: „Was ist bloß das Gute daran, dass mir meine beste Chinatasse zerbricht?“ Nun, eine Chinatasse weniger zum Abwaschen, eine Chinatasse weniger zum Abtrocknen, eine Chinatasse weniger zum Wegstellen, um daran zu denken, um sich Sorgen zu machen. Woher ist die Auffassung gekommen, dass es so etwas Entsetzliches sei, eine Tasse zu zerbrechen?
Trinke aus einer anderen Tasse, oder mache beim See des Lebens deine Hände hohl und trinke. Was gibt es da Besseres für dich zu tun?
3150
WER IST DEIN LEBENSGEFÄHRTE?
Womit soll Ich dich heute segnen? Wobei hättest du es gerne, dass Ich dir helfe? Ich bin jetzt in dem Augenblick an deiner Seite, und Ich bin dir zu Diensten. Was sonst, meinst du, würde Ich tun? Was anderes wollte Ich wohl, als dir dienen und als dir gut dienen? Behalte diese Auffassung in deinem Sinn.
Ich bin Real, was immer du denken magst. Auch so, Mich an deiner Seite denken wird Wunder bewirken. Spüre jetzt in dem Augenblick Meine Präsenz.
Ich bin dein Partner auf deinem Abenteuer. Sieh es so, dass Ich kein Partner Meilen oder Universen weit weg bin. Ich bin dein Partner in deinem gleichen Büro. Ich bin dein Partner, während du zur Arbeit fährst, und Ich bin dein Partner, während du nachhause fährst, und Ich bin dein Partner, bei allem dazwischen. Ich bin dein Partner, der jetzt soeben neben dir sitzt, und Ich werde niemals weggehen. Ich bin full-time.
Ich liege des Nachts neben dir, und wache am Morgen mit dir auf. Ich bin dein Lebensgefährte, Geliebte, Geliebter. Ich bin dein Freund, Der deinem Atem lauscht. Ich bin deine Freundin.
Du hast es vielleicht gerne, Mich als einen Großvater irgendwo weit weg zu denken, den du in einer Notlage anrufen kannst. Oder als einen Reichen Onkel. Als was denkst du Mich?
Vielleicht denkst du, ich sei ein dienstbarer Geist, der dir jeden Wunsch erfüllen muss, und du bist von Mir enttäuscht. Seid nicht enttäuscht, Geliebte. Habt größere Träume. Meine Befähigungen sind groß.
Ich diene, Geliebte. Ich bin euer Diener, und dennoch bin Ich nicht bloß ein Diener. Genauso wenig bin Ich euer Lehrer, und doch lernt ihr von Mir. Genauso wenig bin Ich im Grunde euer Boss, dennoch, Geliebte, ihr seid bestrebt, auf Mich zu achten. Vielleicht seid ihr Mein dienstbarer Geist. Ich versehe euch mit Meinen Wünschen, und ihr lasst sie Wirklichkeit werden.
Ich bin nicht die Krankenschwester an eurem Krankenbett. Ich bin kein Chirurg. Ihr habt wohl gedacht, Ich sei ein Guter Kerl, und dennoch habt ihr Mich als einen Nicht-Zuhörer gedacht, selbst während Ich einen jeden Gedanken von euch höre, bevor ihr ihn selbst erkennt.
Ich bin Derjenige, Der vor euch her gegangen ist, Geliebte, und doch bin Ich genau neben euch. Ich halte eure Hand. Ich helfe euch die Treppen des Lebens hoch. Meine Hand liegt auf eurem Ellbogen. Ich führe euch, und dennoch bin Ich mehr als ein Führer, und Ich bin weitaus mehr als ein Gewährer von Wünschen.
Ihr könntet sagen, Ich sei ein Jonglierer. Ich behalte so viele Orangen auf einmal in der Luft. Bei keiner lasse ich es zu, dass sie herunterfällt. Ihr mögt mitunter denken, dass ihr fallt, und doch, ihr, die ihr bereits in den Armen seid, wohin könnt ihr fallen? Ihr könnt nicht aus Meiner Huld herausfallen.
Manchmal spürt ihr ein Wehen im Leben. Ihr fühlt euch durch die Winde irgendwohin geblasen, wohin ihr nicht wollt. Manchmal fühlt ihr euch in eine Ecke hinein geblasen, wo euch tatsächlich niemand sieht. Manchmal fühlt ihr euch verloren, und manchmal fühlt ihr euch gesegnet. Fühlt euch jetzt gesegnet. Wisst, ihr seid gesegnet. Einerlei, wonach es euch in den Zeiten, die ihr das Dunkel nennt, aussieht, Ich segne euch nach wie vor. Geliebte, ihr könnt euch das nicht ausreden. Ihr könnt einfach weitergehen, und ihr könnt mit eurem Auge auf Mich weitergehen, denn Ich bin direkt neben euch. Ich gehe niemals weg.
Möchtet ihr wirklich nicht für Mich verantwortlich sein? Möchtet ihr Mich bitten, wegzugehen? Möchtet ihr Mir Ultimaten stellen? Möchtet ihr mit eurem Fuß auf Mir trampeln? Möchtet ihr Mich aus euren Diensten entlassen?
Das Leben ist in euren Augen nicht perfekt, und es war euch und Anderen um euch herum gegenüber unfair. Ihr seht das aus einem Astigmatismus heraus. Das Leben ist nicht die ganze Zeit euch entsprechend, indessen ist das Leben in der Welt nicht das Einzige, Geliebte. Es gibt mehr, als ihr sehen könnt. Es wird der Augenblick kommen, wann ihr sehen werdet, und das wird ein wundervoller Augenblick sein, dieser Augenblick, wann ihr seht.
3151
EIN ROTER WAGEN
Habt keine bedauernden Empfindungen, Geliebte. Lasst sie gehen.
Jetzt ist das Leben da, und jetzt sind die Menschen da. Ihr lebt in einem Strom, der in Bewegung ist. Ihr seid jetzt mit eurem Fluss des Lebens unterwegs. Tut das fröhlich. Versucht nicht, Spuren nach hinten zu untersuchen. Versucht nicht, auszulöschen oder hinzuzufügen oder umzuschreiben. Sofern ihr das Gefühl habt, ihr hättet einen Fehler auszugleichen, so macht das Leben jetzt in diesem Augenblick richtig.
Vor Jahren habt ihr ein Wort nicht richtig geschrieben oder ein Wort benutzt, was ihr jetzt nicht mehr tut. Es liegt nicht an euch, euch über Wörter mit Rechtschreibfehlern oder über eine Wortwahl oder selbst über Handlungen von früher Sorgen zu machen. Nehmt euch dieses Augenblicks der universalen Zeit an. Tut dies für Mich, Geliebte. Keine Anhaftung mehr an Fehler der Vergangenheit, nicht an die euren, nicht an diejenigen Anderer. Alle Fehler sind bereits den Abfluss hinunter gelaufen. Das Universum hat sie vergessen, und nicht anders müsst ihr das auch.
Eure schiere Anerkenntnis von Irrtümern sagt euch, dass ihr darüber hinausgegangen seid. Lasst es damit genug sein. Nehmt eine Tatsache zur Kenntnis, und geht dann an ihr vorüber. Ihr seid bereits an ihr vorüber gegangen. Seid sodann froh. Nehmt keine Zerknirschung ein. Das ist nichts Gutes. Zerknirschung ist ein Ermöglicher von Schuld. Zerknirschung und Schuld sind Zwillingsbrüder. Sie hängen aneinander. Sie hätten es gerne, dass du an dem feststeckst, was du bereits seit langem zurückgelassen hast.
Früher einmal hast du aus dem Topf im Schrank deiner Mutter Marmelade gestohlen. Das war damals dein Bewusstsein. Dein Gewahrsein ist jetzt anders. Freue dich darüber. Mache dir nicht viel daraus, was früher einmal groß und jetzt klein ist. Selbst dann, wenn du einen entsetzlichen Fehler begangen hast, ist er jetzt klein, weil er bloß aus einer Entfernung her gesehen werden kann. Wieso zurückschauen? Je schlimmer der Fehler war, desto mehr hast du ihn los zu lassen. Falls du nicht auf ihn stolz bist, dann halte ihn nicht vor dir her. Falls du auf eine Handlung aus der Vergangenheit stolz bist, so begehe jetzt eine neue Handlung, um auf sie stolz zu sein. Freilich, in Wahrheit sei weder stolz, noch habe Bedauern.
Früher einmal hattest du einen roten Wagen. Er hat dir rundum zu Diensten. Verwende keine Zeit darauf, den roten Wagen zu vermissen, und dich zu fragen, was mit ihm passiert sei. Er war ein Symbol deiner Kindheit. Der rote Wagen und deine Kindheit hatten ihre Blüte. Sie ist nicht jetzt.
Das gleiche bei entgangenen geliebten Angehörigen. Sie waren euer Traum, der einmal Wirklichkeit geworden war. Oder euer Traum, der einmal nicht Wirklichkeit geworden war. Erschafft eine neue Liebe und schaufelt sie großherzig auf. Seid jetzt der Gießer von Liebe. Das ist besser als alle erinnerten Geliebten in der Welt.
Und natürlich, falls du noch weiteren Groll aus der Vergangenheit mit dir herumträgst, er hat dort zurückgelassen zu werden, wo er war. Es ist wichtig, dass du ihn zurücklässt, und dass du nichts mehr mit ihm zu tun hast. Sofern er mit einem dicken Seil an dir befestigt ist, durchschneide dieses Seil jetzt. Behalte nicht einen Faden.
In einem gewissen Sinne gibt es keinen Unterschied zwischen Verbitterung und Zerknirschung. Verbitterung ist gegen Andere. Zerknirschung richtet sich gegen dich selbst. Sei nicht mehr länger gegen irgendetwas aus der Vergangenheit. Sei für jetzt, eben für jetzt, und dann lasse auch das los, denn, bald genug, ist es die Vergangenheit. Halte an nichts fest. Hilf der Vergangenheit auf, zu gehen. Erstatte deiner willkommenen Vergangenheit ein schönes Auf Wiedersehen, und kicke deine unwillkommene Vergangenheit hinaus, als wäre sie ein Fußball.
Die Sache ist, die Vergangenheit ist mit dir durch. Jetzt sei du mit der Vergangenheit durch. Löse jene Nägel, die die Vergangenheit an Ort und Stelle gehalten haben. Sie ist nicht mehr länger Bestandteil von dir. Du bist frei von ihr. Du warst die ganze Zeit frei von ihr, ausgenommen, du hattest den Gedanken, es wäre gut, sie aufzubewahren. Die Vergangenheit ist gut, sie los zu lassen. Lasse sie jetzt los. Mit welch einer Energie wirst du dich auffrischen! Zuckt angesichts der Vergangenheit mit den Achseln, Geliebte. Es lag euch niemals an, sie aufzubewahren.
3152
IHR SEID AUF DER ERDE NIEDERGEGANGEN
Es ist der Boden der Großartigen Erde, auf dem ihr geht. Ihr baut euer Haus auf ihm. Ihr pflanzt Blumen, Fruchtbäume und Gemüse. Ja, hegt die Erde, auf der ihr lebt.
Huldigt ihr. Segnet sie immer wieder, wie man das in früheren Tagen gemacht hat. Liebkost sie an eurem Herzen. Die Erde unter euren Füßen ist gesegnete Erde, und gesegnet seid ihr, die ihr auf der Erde geht und wie ihr ihr zurückreicht.
Und falls du in der Stadt lebst – unter dem Bürgersteig, auf dem du gehst, hat sich die Erde für dich ausgelegt, damit du mit ihr tun kannst, was du möchtest. Die Erde ist aus guten Gründen als Mutter Erde bezeichnet worden, denn sie nährt in großer Freude. Während du dich auf der Erde befindest, gib ihr etliche Liebe zurück, die sie für dich enthüllt hat. Respektiere und ehre die Mutter Erde, und tue das gleiche mit den Eltern, durch die du auf die Erde kamst.
Du bist auf der Erde niedergegangen. Du lebst auf einem Planeten. Du lebst auf dem Planeten namens Erde. Er ist deine Feuerstelle, dieser Planet, auf dem du lebst. Vielleicht sehen dich Seinswesen auf anderen Planeten als einen Außerirdischen. Es mag für dich nun die Zeit gekommen sein, dich selbst in einem größeren Licht zu sehen.
Du bist Mein Repräsentant auf der Erde, du bist Mein Repräsentant des Universums. Du bist von Bedeutung.
Die Sterne repräsentieren dir Mich. Sei mit den Sternen wechselseitig. Sie sind ein intimer Partner von dir. Du trägst die Sonne, den Mond und alle Galaxien in deinem Herzen. Sie sind Schätze deines Herzens. Das gesamte Universum ist ein Schatz deines Herzens.
Aus der Liebe bist du gekommen. Aus der Liebe wurde jegliche Existenz, so wie du sie siehst, geboren. Der Planet Erde, auf dem du stehst, wurde geboren. Ich erschuf ihn. Ich erschuf dich und die Erde füreinander, so wie Ich alles für dich und für einen jeden scheinbaren Anderen erschaffen habe. Es ist alles für dich. Es ist alles ein Geschenk von Mir an dich.
Sei froh über die Geschenke, die dir gegeben wurden.
Stelle dir alle blühenden Bäume vor, die Ich vor dich gepflanzt habe. Stelle dir vor, wie die Sonne ihrem Lauf folgt. Sie folgt genauso dem deinen. Alles, was Ich dir gegeben habe, folgt dir, so wie Ich dir folge. Alles ist auf dein Geheiß, und auf Mein Geheiß. Alles ist für dich, und alles ist Du.
Ein jedes Blatt ist Mein geliebtes Blatt. Ein jedes Stück Rinde. Der Boden ist Mein geliebter Boden. Alles, was Ich erschaffen habe, ist dein, um dir behilflich zu sein. Ich habe dir Äpfel gegeben, um dich daran zu erfreuen. Iss sie mit Freude. Nimm dich all der Geschenke an, die Ich dir verliehen habe. Sie sind dein. Ich gab sie dir. Ich gab sie dir zu treuen Händen.
Liebe das Gras. Drücke es zwischen deinen Zehen. Ruhe dich auf ihm aus. Selbst wenn du über Gras gehst, anerkenne, dass es für dich wächst. Ja, mähe Gras mit Liebe. Reiche deine Liebe links wie rechts aus an alles, was zu deinen Füßen liegt, an alles, was über dir ist, an alles, was in deiner Griffweite liegt, und an alles, was deine Finger nicht erreichen können. Liebe, was nahe ist, und liebe, was fern ist. Liebe deinen Nachbarn, und liebe dich selbst. Liebe eben den Boden, auf dem du gehst.
Geliebte, es gibt keine Entschuldigung, nicht zu lieben. Es gibt keine einzige Entschuldigung. Egal, worin dein Kummer besteht, egal, worin deine vermeintlichen Verluste bestehen, egal, wo du dich befindest, in welcher Lage du bist, es gibt keine Entschuldigung, nicht zu lieben. Liebe einfach. Selbst wenn es dein letzter Atemzug ist, atme mit Liebe. Schau, Ich erschuf die Erde, und Ich erschuf dich. Ich gab dir die gesamte Meine Schöpfung. Auf welcher Grundlage, Geliebte, solltet ihr nicht das lieben mögen, was Ich euch gegeben habe? Macht keine Liste über das Warum Nicht. Liebt einfach.
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GOTT WARTET
Beginne irgendwo. Es macht nicht so viel aus, wo. Wichtig ist, dass du beginnst.
„Was beginnen?“, wirst du wohl fragen.
Es zählt, dass du beginnst. Hast du nicht Stapel an Plänen, worum du dich kümmern möchtest? Nimm einfach einen davon und führe ihn aus. Streiche ihn in deinem Geist aus der Liste.
Jeder Gedanke, den du mit dir herumträgst und der unerledigt ist, plagt dich. Selbst wenn du daran gewöhnt bist, derartige Gedanken herumzutragen, sie Tag um Tag zu wiederholen, den Gedanken als den Lauf der Dinge herzunehmen, zieht dich das Ungetane nach wie vor herunter. Ob es nun um etwas geht, was du dir aus dem Laden holen, ob es nun ein Brief ist, den du schreiben, oder ein Scheck oder ein Päckchen, was du schicken möchtest, oder etwas Größeres, wie Liebe aushändigen, warte damit nicht mehr länger. Beginne jetzt damit. Heute ist nicht einmal gut genug. Jetzt ist gut genug.
Wie lange braucht es für dich im Grunde, ohne einen Gegenstand weniger in deinem Geist zu sein?
Spare deinen Geist dafür auf, was dir Entzücken bereitet. Wirst du nicht entzückt sein, sobald du wenigstens eines der Dinge auf der Liste deines Geistes erledigt hast?
Selbst die Angelegenheiten, die du tatsächlich gerne tust, selbst sie hast du wohl verschoben. Je früher ihr etwas tut, Geliebte, umso glücklicher seid ihr. Falls das, was ihr tun wollt, in Schritten zu machen ist, dann tut es in Schritten. Falls ihr einen Garten bepflanzen wollt, schaut euch um, wo das der Fall sein soll. Habt eine Vorstellung davon, welche Pflanzen ihr gerne pflanzen wollt. Falls das alles ist, was ihr dabei heute tun könnt, ihr habt begonnen. Ihr habt diesen anfänglichen Atemzug genommen, der euch in das Gefilde des Tuns verbringt. Falls du heute zu der Gärtnerei gehen kannst, gehe dorthin. Schau dich um. Bekomme ein Gefühl dafür. Falls du die Pflanzen aussuchen kannst, die du gerne haben möchtest, nimm sie mit. Falls du sie heute kaufen kannst, kaufe sie. Falls du sie heute pflanzen kannst, pflanze sie ein. Siehst du, wie leicht es ist, sobald du einmal begonnen hast, es zu Ende zu bringen? Wieso, es geht um nichts anderes, als das zu tun, was du gerne tun möchtest.
Und wenn es sich auf Dinge beläuft, die du nicht gerne tun möchtest, so möchtest du, dass sie erledigt sind. Du möchtest nicht gerne den Garten mähen? Dann denke daran, wie du dich fühlen wirst, wenn es gemacht ist. Und, Geliebte, ihr werdet vielleicht sogar herausfinden, wie viel Freude ihr daran habt, das Gras zu mähen. In Gang kommen, das war ein Hindernis, nicht das Mähen selbst. So wie du den Motor des Rasenmähers anzulassen hast, so hast du deinen eigenen Motor anzulassen.
Obschon Ich der Tuer bin, tust du es für Mich. Es ist möglich, dass Ich dir jemanden schicken kann, um deinen Garten zu mähen, allerdings wartest du selbstverständlich nicht darauf. Vielleicht seid ihr Mein Anlasser, Geliebte. Es ist möglich, dass Ich dabei zusehe, wie ihr aufsteht, und ihr motiviert durch eure Initiative Mich! Für keinen Menschen und selbst nicht für Mich ist es gut zu warten, denn es mag sein, Ich warte auf euch.
Der Ball befindet sich stets in eurem Spielfeld.
Womit möchtet ihr heute den Anfang nehmen? Das ist alles, worum Ich euch bitte – dass ihr anfangt, einen Schritt zu nehmen. Ein Schritt führt zum nächsten. Was immer an Überhängen existiert, ist um Vieles weniger, unterdessen ihr damit anfangt. Und deswegen bitte Ich euch, jetzt zu beginnen. Ich nehme an, eine Liste machen ist ein Anfang, indes rede Ich nicht über eine Liste machen. Ich rede davon, aus deinem Stuhl herauszukommen, vielleicht weg von deinem Computer, und dich in die Handlung zu begeben.
Das ist nicht das erste Mal, dass du gehört hast: „Mache es jetzt.“ Sage es dir nun selbst, und jetzt fängst du an.
3154
ALLES, UM DARAUS ZU AUSZUWÄHLEN
Was, Geliebte, hält euch von irgendwas ab? Ein Stück Ängstlichkeit, ein wenig Verlangen zu schwanken, ein wenig Widerstand, voranzugehen? Du magst ja allerhand Beweggründe heranbringen, wieso du etwas nicht tun kannst, dir, einem unbegrenzten Seinswesen, jedoch gilt es jetzt, gegebene Beweggründe zu übersteigen. Wenn ihr es wirklich herunterkocht, sind die Gründe dafür, eurem tiefsten Herzen nicht zu folgen, Ausreden, ihr Lieben.
Ich spreche davon, was euer Herz tatsächlich gerne tun möchte. Falls ihr euch in einem Job befindet, mit dem ihr nicht glücklich seid, und ihr bleibt und bleibt und überredet euch selbst, dass ihr euch aufgrund der Wirtschaft usw. keine neue Arbeit suchen könnt, fertigt ihr euch Ausreden an. Vielleicht wollt ihr lieber bleiben als euch nach einer neuen Arbeit umsehen.
Ich sage nicht, ihr habt euch nach einer neuen Arbeitsstelle umzuschauen. Ich sage nicht, ihr habt einen neuen Job zu finden. Ich sage, ihr habt eine Wahl, und sobald ihr die Wahl trefft, nichts zu tun, sagt nicht, ihr hättet kein Sagen. Ihr habt alles Sagen in der Welt. Es seid ihr, die die Neinsager gewesen sind.
Wenn du das Bestreben hast, mehr Liebe zu geben, so gib sie. Entsinne dich, Grenzen, an denen du festhältst, existieren bloß, weil du an ihnen festhältst. Die Grenzziehungen befinden sich in deinem Geist. Du magst dagegen Einwände erheben. Du wirst vielleicht sagen, es sei absurd zu sagen, dass Grenzen bloß in deinem Geist existierten. Du wirst vielleicht sagen, wie könnest du überall hingehen, wohin du möchtest, sofern du irgendwo festgekettet bist? Wenn du kein Geld für Benzin hast, wie fährst du dann Auto? Wenn du dich nicht geliebt fühlst, wie kannst du dann Liebe geben?
Vergesst die Macht des Geistes nicht. Vergesst nicht die Macht eures Geistes. Noch einmal, Geliebte, Ich ermahne euch, zu denken, was ihr wollt, und Gründe, wieso ihr es nicht könnt, ziehen zu lassen. Seht ihr, wie ihr, während ihr auf Hindernisse hinweist, eure eigenen Hände festbindet?
Hindernisse sind dafür vorgesehen, euch zu strecken, nicht, euch zusammenzuziehen.
Eine Rose denkt nicht an alle Gründe, warum sie nicht blühen könnte. Sie denkt nicht an den Frost oder an jemanden, der auf sie tritt. Sie denkt nicht daran, keine Gelegenheit zu haben. Eine Rose blüht schier.
Ihr seid ebenso mächtig wie eine Rose.
Falls ihr ein Gefangener in einer Zelle seid, stimmt es, ihr könnt jetzt nicht auf die andere Straßenseite rübergehen. Aber mittels eurer Gedanken könnt ihr euch über die Zelle, in der ihr wohnt, erheben. Haltet eure Gedanken und eure Träume stark. Dementsprechend gibt es kein Wahrsagen, was sich denn ereignen könne. Sobald ihr die Möglichkeit eurer eigenen Zukunft negiert – wieso, ihr zieht sie hinunter.
Wie oft habt ihr die Menschen im Voraus sagen hören: „Das wird nicht funktionieren. Das ist nicht gut.“ Vielleicht habt ihr sogar selbst derartige Dinge gesagt. Und jedes Mal, während ihr dem Negativen applaudiert, werft ihr den Schlüssel fort, der euch von der Vergangenheit entbinden möchte.
Sagt Mir, dass ihr versteht, was Ich sage. Falls ihr denkt, Ich mache Mich lächerlich, dann zieht in Betracht, dass Ich euch bitte, ebenso lächerlich zu sein. Selbstverständlich ist es in Wahrheit nicht lächerlich, Grenzen zu durchbrechen. Und demnach sage Ich erneut, Grenzziehungen existieren in eurem Geist.
Es ist euer Geist, der tatsächlich euer Geschick herbeizieht. Es ist nicht euer Körper, Geliebte. Euer Körper dient dem Geist. Euer Körper mag dort- und hierhin gehen, und es ist euer Geist, der Ja oder Nein sagt, oder Nicht Jetzt oder Später. Bestimmt, Geliebte, ihr spielt in eurem Leben eine Rolle. Ihr seid nicht bloß passiver Rezipient.
Gebt im Leben eure Bestellungen auf. Geizt dabei nicht, was ihr euch aussucht. Für euch gibt es ein volles Menü, um daraus auszuwählen. Ihr habt alles, um daraus auszuwählen. Sucht es euch aus.
3155
MITEMPFINDEN IN INKARNATION
Du hast dir nicht das Leiden Anderer zueigen zu machen. Die Großen waren Mitempfinden in inkarnierter Weise, jedoch nahmen sie nicht das Leiden Anderer an. Sie sahen über das Leiden hinaus. Falls sich die Großen das Leiden Anderer zugezogen hätten, wären sie nicht die Großen gewesen. Sie wären nicht mehr als jeder andere gewesen. Die Großen machten sich den Kummer nicht zur Gepflogenheit. Desgleichen ihr nicht.
Die Großen waren nicht gleichgültig. Sie sahen schlicht über das hinaus, was augenfällig war. Sie beugten sich nicht zum Leiden hinunter. Sie machten es sich nicht zueigen. Sie machten sich selbst nicht unglücklich, weil ein Anderer unglücklich war. Die Großen waren nicht Instandsetzende. Sie sagten nicht:
„Da, da.“
Hätten sich die Großen nicht über das Leiden erhoben, so hätten sie das Leiden hervorgehoben. Sie wussten es besser, als das Leiden als etwas Tugendhaftes wertzuschätzen. Und dennoch waren sie Mitempfinden in inkarnierter Weise. Und freilich sahen sie über das Leiden hinaus. Ihre Sicht war zu bedeutsam, um das zu sehen, was jeder sah. Sie hielten Jene, die litten, nicht an Ort und Stelle. Sie hoben sie aus ihrem Leiden heraus. Sie gaben Heilung. Durch ihre schiere Präsenz heilten sie.
Die Großen verfingen sich selbst nicht in einem Wirbel des Leidens. Hätten die Großen das Leiden geehrt, wer hätte ihnen zugehört? Welche Fortschritte in der Welt hätten sie zuwege gebracht? Die Großen waren bescheiden, dem Leiden gegenüber aber waren sie nicht bescheiden. Sie hielten das Leiden nicht an hervorgehobener Stelle. Sie machten kein großes Aufheben von ihm. Sie leisteten stattdessen Versorgung.
Was Gutes hätten die Großen getan, falls sie über dem Leiden in der Welt den Schlaf verloren hätten? Worin hätte ihre Größe gelegen? Ihre Größe lag nicht im Leiden, Geliebte.
Die Großen waren Vorbilder, Geliebte, Geliebter, nicht für das Leiden, sondern für das Vorwärtsgehen im Leben. Buddha, der unter dem Banyan-Baum blieb, tat nichtsdestotrotz Schritte über das Universum. Christus schritt von einem Ort zum nächsten. Die Großen hoben die Welt empor. Sie wussten um Vieles mehr, als sie zu bemitleiden. „Geh“, sagten sie.
Sie ignorierten das Leiden nicht. Sie linderten es.
Ihr Band an Mich war derart groß, dass sie Mich weitaus mehr sahen, als sie das Leiden sahen. Sie sahen Mich, und sie sahen Mich in einem Jeden. Ihre Sicht war wundervoll.
Die Großen dienten der Menschheit, indes befanden sie sich nicht auf Abruf des Leidens. Mitempfinden und Leiden sind zwei unterschiedliche Dinge.
Die Worte der Großen waren gut, und dennoch gaben sie mehr als Wörter. Sie waren Rosen der Welt.
Sie überreichten eine Ausströmung, die derart süß und angenehm war, dass alle durch sie gelabt wurden. Sie taten eigentlich nichts, mit der einen Ausnahme, zu sein, so wie sie waren. Sie repräsentierten Gott gegenüber Gott. Wie viel einfacher hätte es denn sein können? Kraft ihrer Präsenz und ihrer Beständigkeit der Heiligkeit hoben sie sozusagen den Gitterstab der Welt. Ihr Brennpunkt lag nicht auf dem Leiden, und doch konnte der Lahme gehen. Geliebte, die Großen sahen zum Ende des Regenbogens hin, und das müsst auch ihr.
Sie betraten die Welt des Leidens nicht. Sie traten nicht ins Chaos ein. Sie bewegten sich durch das Leiden und durch die Verwüstung hindurch, so wie Moses das Rote Meer teilte, damit alle es durchqueren und das Land auf der anderen Seite erreichen konnten. Sie brachten der Welt etlichen Frieden. Sie liebten den Einzelnen, und doch gingen sie durch das Leiden hindurch und brachten der Welt Friede.
Und demnach bringen sie nach wie vor jetzt eurem Herzen Friede. Die Großen zeigten, was möglich war, und sie haben damit nie aufgehört. Sie wurden in Meinem Bilde geformt, im gleichen Bilde, in dem ihr geformt seid.
3156
GOTTES STIMME, WIE SIE DURCH DAS UNIVERSUM SINGT
Die Großen zielten nicht ständig auf Bestätigung ab.
Sie schauten sich nicht um der Wahrnehmung ihrer Errungenschaften halber nach dem Beifall der Menschen in der Welt um.
Wir könnten sagen, die Großen schwammen durch das Wasser und sahen nicht zur
Rechenschaftslegung auf die Wellen. Sie sind durch die schlammigen Gewässer geschwommen. Einerlei, sie haben nicht bemessen, wie viel Schlamm sie geklärt haben oder noch zu reinigen hätten. Sie waren bedacht, Meinen Willen zu tun. Was sonst gab es für die Großen zu tun?
Sie standen nicht zu Diensten, um ihren Erfolg in der Welt zu messen. Sie taten das, was ihnen oblag zu tun. Sie gingen durch die Welt, und sie hörten Meine Stimme, die sie rief. Ich rief einen Jeden. Sie folgten Meiner Stimme und schenkten Meinem Willen ein Echo. Es war nicht einmal so, dass sie die Zeit gehabt oder den Bescheid gegeben hätten, zu sagen: „Vater, ich komme.“ Sie schritten bereits auf Mich zu. Ich war eine unwiderstehliche Macht, und sie widersetzten sich ihr nicht.
Ihr Suchen und ihr Dienen waren nicht einmal, um Mir zugefallen. Sie vernahmen Meine Stimme und traten auf sie in Erwiderung, nicht einmal im vollen Wissen, dass sie das taten. Sie wurden durch den Klang Meiner Stimme emporgehoben. Überschauert von Meinem Licht, vermochten sie nicht genau
Meinem Licht zu folgen, denn sie befanden sich bereits in ihm. Und demzufolge hatten sie kein anderes Lied zu singen als das, was Ich sang. Sie wurden das Lied, was Ich sang. Sie hörten die Musik einer Flöte, und für sie war keine Wahl zu treffen. Mein Lied war ihr Lied, und was konnten sie sich mit ihm zu schaffen machen? Sie kannten den Unterschied zwischen Meinem Willen und ihrem Willen nicht. Da war Ein Wille, und das war der Unsere.
Ihr könnt sagen, sie waren in meiner Hörigkeit. Welche bessere Knechtschaft gab es wohl für sie?
Und demnach waren sie in der Welt, jedoch nicht von ihr. Von Mir war es, wovon sie sangen. Sie marschierten zu Meinem Rhythmus. Sie hörten Meine Stimme und kannten keine andere. Sie waren nicht überredet. Sie überredeten sich nicht selbst.
Es ist nicht so, dass sie immerzu wussten, was sie taten. Sie mögen vielleicht nicht einmal gewusst haben, für Wen sie das taten. Es gab für sie schlicht und einfach nichts anderes zu tun, als voranzugehen. Nicht anders als du, wussten sie nicht, was auf der anderen Seite des Flusses liegt, noch auch wussten sie notwendigerweise, welchen Fluss sie soeben überqueren.
Es mag sein, sie haben nicht unerlässlich gewusst, woher die Musik kam, die sie vernahmen. Sie mögen nichts gewusst haben, ihre Stimme indes ließ die Meinige erkennen. Sie wussten nicht mehr, wer sie waren. Sie trugen die Uniform des Königs und dementsprechend wurden sie zu den Betreuern der Erde. Sie konnten sich nicht einmal selbst ausmachen. Ihre Beine waren gewachsen. Ihr Herz war enorm, und ihr Herz war stark. Die Saiten ihrer Gitarre waren gestimmt.
Sie waren nicht von dem Gedanken bestimmt: „Gehe ich jetzt nach rechts oder nach links?“ Sie wussten das nicht im Voraus.
Sie dachten nicht: „Was erwartet mich?“
Sie dachten nicht: „Werde ich geliebt werden?“ Und dementsprechend wurden sie geliebt, und mitunter wurden sie verunglimpft. Was machte das aus, unterdessen sie Mein Lied hörten? Meine Weise war nicht von den Menschenmengen abhängig. Infolgedessen waren die Großen nicht von den Menschenmengen abhängig. Die Großen waren Meine Stimme, die durch das Universum singt. Durchaus, womöglich haben sie bloß ein Flimmern Meines Liedes gehört, und das reichte. Sie konnten nicht umkehren. In dem Licht, was firrte – wie konnten sie da die Wahl treffen, in die Dunkelheit zu gehen?
Die Großen waren sterbliche Männer und Frauen. Sie kannten Kindheit und Familienleben. Sie wuchsen heran und wuchsen über die Dimensionen der Welt hinaus, und eben das taten sie für Mich, und sie taten es für euch.
3157
DIE SCHILDKRÖTE VERLÄSST IHREN PANZER
Die Welt hat die Vorstellung, der Tod des Körpers sei ein unglückseliges Ereignis, sei etwas Schreckliches. Das ist eine Einschränkung der Welt, und eine, die zu großem Leiden beiträgt.
Die Welt sagt, der Tod eines Körpers sei ein tragisches Ereignis. Ihr seid mit der Vorstellung groß geworden, dass der Tod des Körpers nicht in Ordnung sei, dass er nicht passieren sollte.
Ein Jeder in der Welt ist an das körperliche Leben gebunden, an das seine und an das Anderer, was sich darauf beläuft, an die Existenz des Körpers geheftet zu sein. Die Welt hat sich nicht bloß an das Konzept des Körpers gebunden, die Jugend des Körpers wurde zu einem Leistungsmerkmal, und mit dem Altern der Körper wird ab einem bestimmten Punkt nachlässig umgegangen. Das Körperliche ist euch, Geliebte, fast alles. Ihr setzt euch mit dem Körperlichen in Relation.
Um Mich mit euch in Beziehung zu bringen, rede Ich davon, eure Hand zu halten. Ich spreche von Unseren Umarmungen. Es gibt eine Beziehung mit dem Physischen. Das ist euch sehr klar, und dementsprechend rede Ich von Unserer Nähe. Selbstverständlich ist der Körper für Unsere Nähe unerheblich.
Es gibt die physische materielle Welt, und es gibt die spirituelle immaterielle Welt. Falls Ich anstelle von spirituell an ein anderes Wort denken könnte, würde Ich das tun. Wie die Dinge liegen, gilt das gleiche für die Wörter ewig, unendlich, unsterblich, spirituell und Einssein.
Die Seele wird für eine bestimmte Zeitspanne in einem Körper beherbergt. Die Schildkröte verlässt ihren Panzer und setzt ihren Weg fort. Der Schild ist nicht die Schildkröte.
Was ihr Tod nennt, was ihr sorgenvoll findet, ist in Wahrheit ein Grund zum Feiern. Die Geburt des Körpers wird gefeiert, und das ist wunderbar, jedoch weiß ein Jeder, dass der Körper eine Erscheinlichkeit darstellt, eine Erscheinlichkeit, die nicht immer anhält. Selbst hundert Jahre an Erdenzeit ist eine Minute.
Körper sterben. Euer Körper wird abfallen. Der Körper eines Jeden. Das ist keine Strafe. Das ist keine Missachtung des Lebens. Dasjenige, was du ist, wird nicht weggeworfen.
Für euch ist der Tod des Körpers ein kolossal unheiliges Geschehen. Ich sage euch, er ist ein heiliges Geschehnis. Fesseln werden abgelegt. Man könnte sagen, der Tod ist eure Karte, um aus dem Gefängnis herauszukommen. Ich möchte nicht, dass das Leben auf der Erde als eine Gefangennahme erachtet wird, und doch, im Tod werdet ihr voll und ganz frei. Der Tod des Körpers ist wertvoll. Mit dem Tod des Körpers, sobald der Körper zurückgelassen wird, wird die Seele, die immerzu frei ist, von dem menschlichen Gewahrsam befreit. Es gibt keinen Herzschmerz mehr, weil es keine Anhaftung mehr gibt, an der ihr gegenwärtig leidet.
In dem, was man Tod nennt, verwandelt sich die gesamte Konfiguration des Lebens. Allerdings, Geliebte, es gibt keinen Tod.
Wenn Ich sage, es gibt Ewiges Leben, meine Ich, es gibt Ewiges Leben. Diejenigen, die euch lieb und teuer sind und ihren Körper hinter sich gelassen haben, haben sich aus der Erde herausbewegt und sind full-time im Himmel. Sie sind nicht im Ruhestand. Es ist mehr so, wie du für eine neue Arbeitsstelle nach Kalifornien ziehen könntest. Und doch ist die Vorstellung eines Umzugs nach irgendwohin eine Illusion, so wie das Leben auf der Erde eine Illusion ist. Allerdings wird an der Illusion des Todes durchaus kräftig festgehalten.
Es gibt nichts, um sich daran festzuhalten, Geliebte. Ich weiß, ihr werdet um eure geliebten Angehörigen trauern. Ihr werdet sogar Jene betrauern, die ihr kaum kennt. In euch gibt es etwas, was sich an das Menschsein Jener, die mit euch gemeinsam auf der Erde sind, und Jener, die fortgegangen sind, andockt.
Das Menschsein ist ein wunderbarer Durchgang, und doch ist es bloß eine Passage, mehr wie ein Korridor. Nunmehr, bei dem Tod des Physischen, transportieren sich eure geliebten Angehörigen über den Korridor hinweg, und sie betreten voll und ganz die Weite. Freut euch für eure Geliebten, die die eine Dimension um einer anderen halber hinter sich lassen. Sie verlassen euch nicht. Ihre Liebe für euch hört nicht auf. Jetzt leben sie ohne Anhaftung; ihr müsst es nicht anders.
Deine Freundin hat sich fortbewegt. Sie setzt ihre Reise fort. Was sie auf der Erde erfüllen sollte, hat sie erfüllt. Auf dem Schiff des Erdenlebens gab es für sie nichts mehr zu tun. Unbesehen was die Welt wohl äußern mag, es gibt weder ein Leben, was nicht zu Ende gebracht ist, noch gibt es ein Leben, was zu Ende gebracht ist. Deine Freundin ist vorwärts gebracht worden. Sie ist willkommen geheißen und wertgeschätzt, wo auch du eines Tages genauso willkommen geheißen und wertgeschätzt werden wirst. Auch du wirst durch den Tod des Körpers gesegnet werden, des Körpers, der zuallerletzt, so wie es heißt, Staub ist.
3158
DAS LEBEN HAT MIT SICH SELBST EINEN VERTRAG GESCHLOSSEN
Das Leben auf der Erde scheint euch wie ein Mysterium, jedoch entfaltet es sich nicht anders, als eine Rose erblüht. Das Leben hat nicht zu wissen, wie oder wann oder warum oder wo, hat insgesamt überhaupt nichts zu wissen.
Das Leben hält Zutrauen inne. Es ist damit vertraut, dass es ein vorüberziehender Augenblick ist, und es hält sich nicht eng an sich selbst fest.
Lasst, Geliebte, das Leben eine Blume in eurem Handinneren sein. Schaut es an. Wendet es um. Heute ist die eine Blume in eurer Hand, und morgen eine andere. Das Leben selbst läuft weiter, und schaut nicht zurück. Es reicht keine Beurteilungen aus. Es weiß, es ist mehr, als es am einen oder anderen Tag zum Vorschein kommt.
Das Leben hat niemals das Gefühl, als würde es mit einer Schaufel schweren Schnee hochheben. Es fühlt sich weder durch den Schnee abgekühlt noch durch die Sonne versengt. Noch auch fühlt sich das Leben wie ein Irrlicht. Es ist kein Müßiggänger. Es weiß, was es tut, selbst wenn es das nicht im Voraus weiß. Das Leben, naja, geht mit den Händen in der Hosentasche eben so entlang, und pfeift eine fröhliche Melodie.
Das Leben ist unverdrossen. Es ist sich selbst vorantreibend, und infolgedessen ist es beständig. Es geht schlicht voran. Es spürt keine Nachfrage, sich darauf vorzubereiten, was kommen mag. Es wird spielend mit allem fertig. Das Leben hat einen großen Schritt. Es schreitet über alles hinweg und lässt das, worüber es geschritten ist, hinter sich. Das Leben verfängt sich weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Worin ist das Leben verfangen? In überhaupt nichts. Es ist schlicht und einfach Leben.
Es ist so, als hätte das Leben mit sich selbst einen Vertrag geschlossen, einfach unentwegt entlang zu schlendern. Weder Regen noch Schnee geben dem Leben Einhalt, genauso wenig eine Unterbrechung.
Das Leben ist gutartig und edel. Es behält seine Meinungen für sich. Es bleibt aus dem Tumult heraus. Weder verhindert es das eine oder andere, noch verschiebt es. Das Leben weiß nichts von Bestürzung. Was möchte das Leben, außer das sein, was es ist. Das Leben kümmert sich nicht darum, welche Kleider es heute trägt oder was es gestern getragen hat oder morgen tragen wird. Das relative Leben, so wie ihr das Leben erlebt, bleibt aus dem Getue heraus. Es bewegt sich derart hingebungsvoll vorwärts, dass es nicht hinsieht, um das zu erblicken, was es in seiner Wirbelschleppe hinterließ. Es ist kein Tor.
Es geht gewohnt souverän ununterbrochen voran.
Es hat weder Lob nötig, noch hat es etwas dagegen, wenn es außer Acht gelassen oder verleumdet wird. Worum sorgt sich das Leben? Es ist sorgenfrei. Es weiß, es ist morgen neu. Das Leben ist immerzu neu.
Wir können sagen, das Leben macht sich etwas aus seinem eigenen Geschäft. Es wirft einen Blick darauf, was vor sich geht, und anerkennt, dass das so ist, wie das Leben ist. Nichts bringt es zum Anhalten,
Leben zu sein. Es stoppt nicht, weiterzugehen. Das Leben weiß, dass es in jedem Augenblick neu ist. Das
Leben selbst verfängt sich nicht in irgendeinem Drama. Es verbringt seine Zeit nicht in individuellen Filmen, in die Zahlreiche, die sich im Gang der Dinge befinden, hinein geraten. In einem gewissen Sinne macht das Leben ganz ordentlich was und pfriemelt nicht mit sich selbst herum. Es weiß, was es tut. Ob bei Sonne oder bei Schatten, das Leben hält seine Füße am Boden und seine Augen der Sonne entgegen.
Es wird nicht benebelt. Es hat nicht das Gefühl, dass es sich selbst einer Untersuchung zu unterziehen habe. Das Leben wehklagt oder betrauert nicht. Es ist unparteiisch, und das ist für seine wundervolle Haltung ursächlich.
Das Leben hat seine Mission, und es tritt zur Tafel hervor. Es ermüdet nie. Es hält einfach den Regen oder den Sonnenschein am Laufen. Selbst während das Leben in Bewegung ist, ist es entspannt. Es weist keine Anspannung aus, da es sich sich selbst preisgegeben hat. Es stellt keine Anforderungen. Es schreitet einfach weiter. Und es spendet, während es ausschreitet, sich selbst Beifall dafür, euch eine derart formidable Bühnenrampe zur Verfügung zu stellen.
3159
SICH VON DER KÜSTE LÖSEN
Woher kommt eure Hilfe? Ich BIN hier. Und doch kommt Hilfe von euch, und sie kommt von euren Gedanken.
Habt den Gedanken, dass ihr keine Hilfe braucht. Was immer sich zuträgt, sei es nun erwünscht oder nicht erwünscht, es wird euch bereits geholfen, zu wachsen. Ihr seid dabei, gestreckt zu werden, Geliebte. Ihr reicht weiter hinaus.
Was immer ihr als Problem wahrnehmt, wickelt euch nicht um es herum. Heißt es, so gut ihr es könnt, nicht willkommen. Seht ihm zu, und schickt es weiter auf den Weg.
Es gibt nichts, was ihr an euch festzuhalten habt. Wie könnt ihr den Ozean überqueren, sofern ihr euch nicht von der Küste löst? Ans Land angekettet, wie könnt ihr da hinaussegeln?
Im Gebet, dort ist es wohl so, ihr haltet an dem fest, was ihr nicht wollt. Kommt von der Stärke her.
Denn ihr seid stark. Ihr habt zahlreichen Stürmen getrotzt. Von dem einen Winkel her gesehen sind die Wolken kolossal. Von einem anderen Winkel her sind sie nicht so bedrohlich. Von einem weiteren Winkel her haben sie sich aufgelöst. Behaltet keine Wolken in eurem Geist.
Seht, wie Engel sehen. Falls ihr ein Engel wärt, was würdet ihr zur Kenntnis nehmen? Falls ihr ein Engel wärt, wie würdet ihr euch fühlen? Wie würdet ihr auf der Erde niedergehen, und wie würdet ihr euch von der Erde lösen? Engel tragen den Himmel auf ihren Flügeln.
Was sind eure Flügel anderes als eure Gedanken, Geliebte? Und was seid ihr ohne Vorbehalt anderes als das helle Licht der Liebe?
Wo kann das Elend einen Fuß in die Tür bekommen, sobald ihr eure Engelshaftigkeit erkennt?
Ist nicht ein Botschafter Gottes ein Engel? Habe Ich euch nicht gesagt, dass ihr Meine Botschafter seid? Welche Art Botschafter sollte Ich haben mögen, außer Engel? Ich habe euch ausgesucht, und Ich wähle gut und richtig.
Manchmal glauben die Menschen an die Uniform, die sie tragen. Sie glauben, sie seien eine Kellnerin oder eine Stewardess. Sie glauben, sie seien eine Hausfrau, die eine Schürze trägt. Sie glauben, sie seien ein Polizist oder ein Chirurg. Sie glauben, sie seien das Abzeichen, was sie tragen. In welcher Verkleidung ihr euch auch befindet, ihr seid ein Engel. Dazu habe Ich euch ernannt.
Ein Jeder auf der Erde trägt einen physischen Körper und identifiziert sich mit ihm. Den Menschlichen
Körper nicht aushaltend, seid Ihr ein Engel, den Ich auf die Erde gesandt habe, um sie zu segnen. Was ist ein Engel anderes als ein Segen? Glaubt nicht an irgendetwas anderes, mit dem ihr euch identifiziert. Öffnet eure Augen, Geliebte, und schaut nach oben.
Was sollte ein Gott anderes als Engel erschaffen mögen? Demnach seid ihr Engel, die nicht an ihr
Engelsein glauben. Ihr habt geglaubt, ihr wärt irgendein Nichtsesshafter, vielleicht ein Nomade in einem Niemandsland. Ihr lebt im Garten Eden, und eure Gedanken sind die Schlange, die euch anfaucht und euch veranlasst zu denken, ihr wärt unwert und infolgedessen irgendwo anders. Ihr glaubt, ihr tragt eine Dornenkrone, unterdessen ihr den Glorienschein anerkennen könntet, den Ich über euch stellte. Identifiziert euch mit dem Glorienschein.
Identifiziert euch mit dem Licht und nicht mit den Problemen der Welt. Die Unannehmlichkeit bei der Welt liegt darin, was sie über sich selbst denkt. In der Welt wimmelt es von Gedanken. Die Welt ist ein Haufen Gedanken.
Ändert eure Gedanken, Geliebte. Ändert das, woran ihr denkt. Nehmt andere Gedanken her. Denkt über etwas anderes nach.
Gedanken wimmeln nur so, und ihr könnt euch etwas aussuchen. Ihr könnt denken, dass ihr vom Rennen müde seid, oder ihr könnt froh sein, dass ihr rennt. Ihr könnt aufhören zu rennen. Ihr könnt durch die Pracht der Gedanken flott gehalten werden, oder ihr könnt ein Schiff versenken.
Ihr tragt etliche Verantwortung. Verantwortlichkeit ist nicht dafür vorgesehen, eine Bürde zu sein. Verantwortlichkeit meint nicht Vorwürfe machen. Sie meint Wahlmöglichkeiten. Nunmehr bitte Ich euch, die Wahl zu treffen, wie ein Engel zu denken. Entfieht der Spurrille der Gedanken, in der ihr wohl festgehangen seid. Nun könnt ihr altem Denken entfiehen, und ihr könnt euch empor heben. Habt das Sagen darüber, wie ihr eure Gedanken verausgabt.
3160
WANN TRÄNEN KOMMEN MÖGEN
Ihr habt Auswirkungen auf das Wetter, und das Wetter auf euch. Regen ist gut und Sonne ist gut. Hitze ist gut und Kälte ist gut. Vielleicht gebt ihr dem einen oder anderen den Vorzug, dennoch wisst ihr es besser, als dass ihr allzu sehr gegen das Wetter wettert. Ihr lebt mit ihm. Ihr nehmt es als eine Gegebenheit.
Sobald freilich eure Stimmung ebenso wechselhaft ist wie das Wetter, habt ihr eine Sorge. Sobald ihr traurig seid und weint, nehmt ihr die Tränen her und seht sie mit großen Konsequenzen versehen. Geliebte, sie sind bloß Tränen.
Und sobald ihr über alle Maßen glücklich seid, wundert ihr euch ebenso, was mit euch los ist, dass ihr in einer Welt, die ihr mit Problemen befrachtet seht, derart glücklich seid.
Ich sage euch, euch zu freuen. Freut euch sogar an den Tränen. Wer sagt denn, dass ihr falsch liegt, sie zu haben? Wer kann sagen, das Wetter sei nicht richtig, gleich, ob es sich nun um Regen oder um Sonne handelt?
Siehst du, wie du zu viel denkst? Du wiegst allzu viele Dinge ab. Womöglich wiegst du alles. Wiegen ist beurteilen. Wiegen hält dich an keiner guten Stelle. Lasse dich selbst sein. Was kommt, kommt. Was nicht kommt, kommt nicht. Was ist im Eigentlichen der gewichtige Unterschied, ausgenommen der, wie du es ansagst? Ihr nehmt wahr, Geliebte. Ihr nehmt wahr.
Was wäre, falls es in Ordnung wäre, zu weinen? Sobald ihr euch traurig fühlt und Tränen kommen, müsst ihr dann gegen die Traurigkeit und die Tränen wettern? Vielleicht sind Tränen wie ein
Frühlingsregen. Vielleicht sind sie für diesen Augenblick notwendig. Womöglich sind sie etwas Gutes. Falls ihr nicht sagen könnt, dass sie gut sind, sagt euch selbst gegenüber zum Wenigsten nicht, dass sie etwas Falsches darstellten.
Ich empfehle euch nicht, zu weinen, das versteht ihr. Ich empfehle euch, dass ihr lieber lacht als weint. Und dennoch, sobald Tränen kommen, empfehle Ich euch, dass ihr sie willkommen heißt. Ich empfehle euch, was immer kommt willkommen zu heißen. Auf diese Weise macht ihr mit dem, was kommt, nicht viel Umstände.
Wenn ihr Tränen wegschiebt, behaltet ihr sie. Heißt Tränen willkommen, und sie werden bald ihren Weg nehmen. Sorge, Traurigkeit, Gram währen nicht die ganze Zeit, lasst ihnen also ihr gerüttelt Maß, und lasst sie sodann auf ihrem fröhlichen Weg weiterziehen. Sie bedeuten euch keinen Schaden.
Sie sind wie Geschäfte auf einer Straße. Ihr geht in einen hinein, und er gefällt euch sehr. Ihr geht in einen anderen Laden, und ihr mögt ihn nicht. Und demnach geht ihr aus ihm wieder heraus. Beide Geschäfte sind euch unparteiisch. Der Laden ist der Laden, der er ist. Und so steht es ebenfalls mit euren Emotionen. Ihr geht von der einen zur anderen. Also, nehmt sodann einfach euren Weg, ohne eine große Sache aus ihnen zu machen.
Einerlei, wie traurig oder weinerlich ihr heute sein mögt, hängt euch nicht an die Tränen, und scheucht sie genauso wenig fort. Lasst sie ihren Tag haben. Tränen werden aus freien Stücken wieder fortgehen. Lasst sie einfach los, sobald sie so weit sind, zu gehen. Haltet sie weder fest, noch schubst sie beiseite.
Wir könnten sagen, Tränen sind ein Fakt des Lebens, Geliebte. Auf jeden Fall sind sie keine schlechten Kerle da draußen, die euch fangen wollen. Ihr Ansinnen ist es, euch zu trösten. Sie meinen es freundlich mit euch. Sie meinen es so, euer Freund, euer Ratgeber, euer Sicherheitsventil zu sein. Seid im Gegenzug freundlich zu ihnen. Sie mögen nicht die Gäste gewesen sein, die ihr gerne haben wolltet. Sie sind womöglich gänzlich uneingeladen. Nichtsdestotrotz, ihr seid ihnen gegenüber zuvorkommend. Und sofern sie einen oder zwei Tage lang bleiben mögen – ihr gebt ihnen Unterkunft. Tränen sind keine Marodeure, Geliebte, ebenso wenig Trittbrettfahrer. Tränen wissen, wann zu kommen ist, und sie wissen, wann es zu gehen gilt. Du hast mit ihnen nicht befrachtet zu sein, und du hast ihnen nicht zu entsagen. Sie sind schier Tränen.
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WANN TRÄNEN KOMMEN MÖGEN
Ihr habt Auswirkungen auf das Wetter, und das Wetter auf euch. Regen ist gut und Sonne ist gut. Hitze ist gut und Kälte ist gut. Vielleicht gebt ihr dem einen oder anderen den Vorzug, dennoch wisst ihr es besser, als dass ihr allzu sehr gegen das Wetter wettert. Ihr lebt mit ihm. Ihr nehmt es als eine Gegebenheit.
Sobald freilich eure Stimmung ebenso wechselhaft ist wie das Wetter, habt ihr eine Sorge. Sobald ihr traurig seid und weint, nehmt ihr die Tränen her und seht sie mit großen Konsequenzen versehen.
Geliebte, sie sind bloß Tränen.
Und sobald ihr über alle Maßen glücklich seid, wundert ihr euch ebenso, was mit euch los ist, dass ihr in einer Welt, die ihr mit Problemen befrachtet seht, derart glücklich seid.
Ich sage euch, euch zu freuen. Freut euch sogar an den Tränen. Wer sagt denn, dass ihr falsch liegt, sie zu haben? Wer kann sagen, das Wetter sei nicht richtig, gleich, ob es sich nun um Regen oder um Sonne handelt?
Siehst du, wie du zu viel denkst? Du wiegst allzu viele Dinge ab. Womöglich wiegst du alles. Wiegen ist beurteilen. Wiegen hält dich an keiner guten Stelle. Lasse dich selbst sein. Was kommt, kommt. Was nicht kommt, kommt nicht. Was ist im Eigentlichen der gewichtige Unterschied, ausgenommen der, wie du es ansagst? Ihr nehmt wahr, Geliebte. Ihr nehmt wahr.
Was wäre, falls es in Ordnung wäre, zu weinen? Sobald ihr euch traurig fühlt und Tränen kommen, müsst ihr dann gegen die Traurigkeit und die Tränen wettern? Vielleicht sind Tränen wie ein
Frühlingsregen. Vielleicht sind sie für diesen Augenblick notwendig. Womöglich sind sie etwas Gutes. Falls ihr nicht sagen könnt, dass sie gut sind, sagt euch selbst gegenüber zum Wenigsten nicht, dass sie etwas Falsches darstellten.
Ich empfehle euch nicht, zu weinen, das versteht ihr. Ich empfehle euch, dass ihr lieber lacht als weint. Und dennoch, sobald Tränen kommen, empfehle Ich euch, dass ihr sie willkommen heißt. Ich empfehle euch, was immer kommt willkommen zu heißen. Auf diese Weise macht ihr mit dem, was kommt, nicht viel Umstände.
Wenn ihr Tränen wegschiebt, behaltet ihr sie. Heißt Tränen willkommen, und sie werden bald ihren Weg nehmen. Sorge, Traurigkeit, Gram währen nicht die ganze Zeit, lasst ihnen also ihr gerüttelt Maß, und lasst sie sodann auf ihrem fröhlichen Weg weiterziehen. Sie bedeuten euch keinen Schaden.
Sie sind wie Geschäfte auf einer Straße. Ihr geht in einen hinein, und er gefällt euch sehr. Ihr geht in einen anderen Laden, und ihr mögt ihn nicht. Und demnach geht ihr aus ihm wieder heraus. Beide Geschäfte sind euch unparteiisch. Der Laden ist der Laden, der er ist. Und so steht es ebenfalls mit euren Emotionen. Ihr geht von der einen zur anderen. Also, nehmt sodann einfach euren Weg, ohne eine große Sache aus ihnen zu machen.
Einerlei, wie traurig oder weinerlich ihr heute sein mögt, hängt euch nicht an die Tränen, und scheucht sie genauso wenig fort. Lasst sie ihren Tag haben. Tränen werden aus freien Stücken wieder fortgehen. Lasst sie einfach los, sobald sie so weit sind, zu gehen. Haltet sie weder fest, noch schubst sie beiseite.
Wir könnten sagen, Tränen sind ein Fakt des Lebens, Geliebte. Auf jeden Fall sind sie keine schlechten Kerle da draußen, die euch fangen wollen. Ihr Ansinnen ist es, euch zu trösten. Sie meinen es freundlich mit euch. Sie meinen es so, euer Freund, euer Ratgeber, euer Sicherheitsventil zu sein. Seid im Gegenzug freundlich zu ihnen. Sie mögen nicht die Gäste gewesen sein, die ihr gerne haben wolltet. Sie sind womöglich gänzlich uneingeladen. Nichtsdestotrotz, ihr seid ihnen gegenüber zuvorkommend. Und sofern sie einen oder zwei Tage lang bleiben mögen – ihr gebt ihnen Unterkunft. Tränen sind keine Marodeure, Geliebte, ebenso wenig Trittbrettfahrer. Tränen wissen, wann zu kommen ist, und sie wissen, wann es zu gehen gilt. Du hast mit ihnen nicht befrachtet zu sein, und du hast ihnen nicht zu entsagen. Sie sind schier Tränen.
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HERZEN UND SEELEN
Du bist das Grün des Frühjahrs, und du bist das Weiß des Schnees. Du bist die Farbe des Flieders, und du bist die Farbe der Akelei. Es gibt keine Farbschattierung in der Welt, die du nicht bist. Du bist keine einzelne Blume. Du bist ein Frühlingsstrauß.
Es gibt einen Grund, wieso das Gras grün ist. Es gibt einen Grund, warum der Boden, aus dem das Gras wächst, braun ist. Der Himmel ist reinstes Blau. Alle Farben sind wundervoll. Gleich, wie die eine von der anderen verschieden ist, alle Farben versehen ihren Dienst einvernehmlich.
Farben sind aus Licht gemacht, und woraus seid ihr gemacht, Geliebte? Ihr seid aus Licht gemacht, und ihr seid vielfältig gefärbt. Ihr seid nicht eine gerade Linie über die Seite. Landschaften sind keine gerade Linie, nicht anders ihr.
Ein Lied besteht aus mehr als aus einer Note. Ihr seid zahlreiche Töne, die von einer Flöte geblasen werden. Manchmal seid ihr fast leise, und manchmal seid ihr lauter.
Ihr seid viele Dinge, und wer sagt es denn, welches das vorherrschende sein soll?
Wer sollte denn dem Himmel sagen mögen, weniger blau zu sein? Wer sollte wohl der Sonne sagen mögen, weniger hell zu sein? Wer sollte dem Rosa sagen mögen, rot zu sein, oder dem Rot, rosa zu sein?
Und dennoch, müht ihr euch nicht des Öfteren damit ab, mehr von der eigenen Sache und weniger von einer anderen zu sein? Könnt ihr euch nicht selbst und wer ihr seid genießen, und könnt ihr euch nichts hinzuzufügen oder nichts von eurer Einzigartigkeit wegzunehmen zu haben?
Wachst ununterbrochen weiter, seid indes nicht von derartiger Bestimmtheit, euch selbst zu ändern. Denkt nicht, ihr müsst größer oder kürzer sein, oder runder oder eckiger. Es mag sein, schlicht, es mag sein, ihr seid eben so, wie ihr seid, liebenswürdig. Falls ihr euch selbst nicht als mangelhaft einschätztet, wärt ihr glücklicher. Ja, Ich möchte, dass ihr glücklich seid. Es mag sein, schlicht, es mag sein, ihr könnt zufriedener sein, als ihr unzufrieden seid.
Entsinnt euch, ihr seid Meine Kreation. Ich habe euch erschaffen. Müsst ihr bei Mir Fehler finden? Müsst ihr Meine Künstlerschaft kritisieren? Müsst ihr mit Mir hadern? Dankt Mir stattdessen. Dankt Mir dafür, solch ein Seinswesen auf der Erde geschaffen zu haben. Dankt Mir, dass ihr ein einzigartiges Lied Gottes seid. Liebt euch selbst ein wenig mehr. Ja, mehr noch, liebt euch selbst eine Menge mehr. Lasst die Unzufriedenheit los.
Ja, natürlich, wachst. Wachst höher hinaus. Das geschieht ganz natürlich. Ihr müsst daran nicht so sehr arbeiten. Ihr müsst euch nicht in einen Seifenschaum der Besserung hinein peitschen. Ihr werdet unvermittelt höher steigen, sobald ihr mehr Akzeptanz eurer selbst in Anspruch nehmt. Sobald ihr mehr Akzeptanz eurer selbst in Anspruch nehmt, werdet ihr auch Andere mehr wertschätzen. Ihr werdet nicht das Empfinden haben, sie müssten zu eurer Beachtung hochschnellen und auf die eine, nicht aber auf eine andere Weise funkeln.
Vor dir liegen Beispiele von Menschen, die Ich geschaffen habe. Ich machte keine Massen-Produktion. Ein Jeder ist von Hand ausgearbeitet. Weil keiner genau gleich ist wie ein Anderer, stellt keinen
Alarmierungsgrund dar. Es kann schier die Oberfläche sein, die verschieden ist. Unterschiede sind bloß Details. Vielleicht habt ihr die Welt wie einen Maskenball angesehen. Innen drin, dort wo die Wirklichkeit blüht, seid ihr aus genau dem gleichen Farbton gemacht.
Ein Jeder trägt ein Herz und eine Seele.
Ein Jeder möchte mehr sein, als er oder sie zurzeit zu sein scheint. Ein Jeder möchte mehr. Möchtet, ohne euer Gegenwärtiges, so wie ihr jetzt seid, zu negieren. Selbstverständlich, Ich bitte euch, präsent zu sein, und nicht derart des Äußeren der Erscheinungen, der Worte und Handlungen eingedenk zu sein, auf die ihr Wert legt.
Ihr seid alle von der gleichen Töpferscheibe gemacht, und ihr seid alle aus dem gleichen Ton gefertigt. Formen sind bloß Formen. Erscheinungen sind bloß Erscheinungen. Wahr ist, Ich machte dich in Meinem Bilde, und Ich machte jeden Anderen genauso.
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BEHANDELT DAS LEBEN WIE EINEN GUTEN ANGESTELLTEN
Möchtet ihr euch und die Welt mit der Auffassung segnen, dass das Leben leicht, dass es nicht schwer ist. Das Leben ist nicht immer vorhersagbar. Es vermag unvorhersagbar und zur selben Zeit leicht zu sein.
Das Leben scheint dir allzuoft bergaufwärts zu gehen, denn oft machst du aus einem Maulwurfshügel jenen Berg. Dies bewerkstelligst du durch deinen Widerstand gegenüber dem Leben. Setze dich dem Leben nicht länger entgegen. Heiße es stattdessen willkommen.
Das Leben ist aus zahlreichen Dingen, aus vielen Vorkommnissen und Menschen zusammengesetzt. Du magst Vieles davon, was sich im Leben zuträgt, beeinflussen, allerdings bist du nicht der Kontrolleur des Lebens, noch auch bist du der Überlister. Und demnach bitte Ich dich, Kontrolle los zu lassen, des Schiebens und Ziehens ledig zu werden. Kontrolle hält fest, ihr Teuren, und Ich bitte euch, los zu lassen. Lasst sogar euren Griff auf das Leben los.
Das Leben wird seinen eigenen Weg nehmen, und es ist nicht euch angelegen, es an seinen
Rockschößen zurückzuhalten. Euch gilt es, das Leben seinen fröhlichen Weg nehmen zu lassen. Ihr seid subjektiv, unterdessen das Leben objektiv ist. Das Leben legt einen Teppich aus, ab und an einen roten Teppich, manchmal eben keinen, was allerdings kannst du anderes tun als auf dem Teppich gehen, den das Leben für dich ausgelegt hat? Es passt nicht jederzeit zu deiner Verordnung.
Welche Wenden das Leben auch nimmt, du kannst mit ihm zurechtkommen. Du könntest genauso gut gegen den Regen anwettern, wie gegen das Leben.
Heiße das Leben willkommen, wonach es auch am einen Tag ausschauen mag, bis danach der nächste kommt. Falls du nicht alles, was kommt, willkommen heißen kannst, dann akzeptiere das, was kommt, in aller Gutmütigkeit. Schwinge sozusagen mit den Fauststößen hin und her, wisse jedoch, es gibt keine Stöße. Du spürst Hiebe, weil etwas, was du nicht möchtest und was du dir nicht ausgedacht hast, unangekündigt den Raum betreten hat.
Vielleicht hast du dir das Leben wie ein Minenfeld gedacht, und du befindest dich weiterhin dabei, um es herumzugehen. Vielleicht schreitest du derart vorsichtig, dass du dich selbst matt setzt. Vielleicht trägst du sozusagen, andererseits, ein Baseball-Schlagholz mit dir herum, um das Leben zu kommandieren. Geliebte, tragt nichts mit euch herum. Pfückt Blumen, während ihr entlanggeht. Und falls ihr zu einem Feld voller Unkraut kommt, gut, dann geht durch es hindurch. Unkraut gibt es nicht die ganze Zeit.
Lasst Anforderungen und Erwartungen gehen. Behandelt das Leben, wie ihr einen guten Angestellten behandeln würdet. Ihr kommt im Grunde genommen nicht weit, wenn ihr ihn herum bugsiert. Bringt das Beste in ihm zum Vorschein, und er ist glücklich, euch zu Diensten zu sein. Indes, er mag nicht die ganze Zeit vollkommen mit euch in Einvernehmen stehen, und doch tut der Angestellte und tut ihr das Beste, was ihr könnt, und ihr beide kommt heraus und schüttelt euch dabei die Hände.
Gebt dem Leben ab und an eine Pause. Geht mit ihm nicht so hart um.
Das Leben ist nicht dafür vorgesehen, wie ein Zahnarzt mit einem Bohrer eine exakte
Inaugenscheinnahme vorzunehmen. Das Leben ist nicht dafür vorgesehen, wie ein Pirat, der soeben dabei ist, dein Schiff zu übernehmen, in den Blick genommen zu werden. Das Leben ist nicht dafür bestimmt, wie ein Kidnapper angesehen zu werden, der dich für Lösegeld festhält.
Sieh das Leben dafür an, was es ist. Es ist ein Spielfeld. Es bietet euch eine Prall-Leiste dar, um daran abzufedern. Es lädt euch zu einem Baseballspiel ein, ob ihr nun einen Home-Run schlagt oder nicht. Sieg oder Niederlage, ihr seid in der Partie ein Spieler. Ja in der Tat, nichts steht so stark auf dem Spiel, wie ihr es denkt, und eigentlich denkt ihr allzu viel daran, dass das Leben an jeder Ecke auf dem Spiel stehe.
Ihr habt ewiges Leben, Geliebte. An Land oder auf See, ihr seid im Leben aus guten Gründen. Aus gutem Grund in einem jeden Sinn der Welt. Für alle Zeit und für die Gütigkeit des Universums.
Ihr habt euch nicht um eures teuren Lebens willen festzuhalten. Euch ist das Leben garantiert. Es ist euer. Ich gab es euch. Geht leicht mit ihm um. Nehmt es, wie es kommt, Geliebte. Grüßt es. Das Leben ist kein Feind. Es ist ein Freund. Es ist euer Freund. Schließt Frieden mit dem Leben, Geliebte.
3163
EINE TIEFERE EBENE ALS DENKEN
Was wäre, falls du einen Augenblick lang keine Gedanken hättest? Was wäre, falls du einen Augenblick lang deinen Geist von allen angehäuften Vorkommnissen und davon, welche Auswirkungen sie auf dich hatten, leertest? Was wäre, falls dein Geist jetzt tatsächlich rein wäre?
Was wäre, falls du einen einzigen Gedanken auf einmal hättest, und nicht so viele Gedanken, die sich zusammenfinden, die sich ihren Weg hindurchboxen, im Bemühen, an die Spitze des Stapels zu gelangen? Wie würde sich jene Stille für dich anfühlen?
Dir womöglich gänzlich unbekannt, würdest du die Entleertheit vom Reden vor dir haben, von der Ich spreche. Es gab Zeiten, als dein Geist sich selbst vergessen hat und schier klar war. Im Nu weißt du, was zu tun und was zu sagen ist. Es gab kein Denken. Es gab Wissen. Es gab keinen irgend gearteten Abstand zwischen dem Gewahrsein und der Zulieferung. Fast augenblicklich. Kaum ist eine Frage gestellt, ist sie bereits beantwortet.
Es ist so, wie du ja darum weißt, wie gehen ist. Du hast nicht daran zu denken, welcher Fuß sich zuerst zu bewegen hat und wie das Gleichgewicht zu halten ist. Du gehst los, sobald du den Impuls zu gehen hast.
Sobald dein Geist unzweideutig ist, wird für dich alles ein Impuls sein, mitsamt einer augenblicklichen Handlung. Impuls, Handlung. Gedanke, Schlussausführung. Unverzüglich, ohne Zurückhaltung, ohne Denken, wirst du dem Universum dienen. Es gibt inwendig in dir einen Ort, den du dir zunutze machen kannst.
Es ist eine tiefere Ebene als das Denken. Es ist Wissen. Es ist Tun ohne Nachsinnen. Es ist Wissen, was zu tun ist, und es tun. Es ist nicht einmal so, dass du einen Gedanken über das Wissen hast, denn in dem unsichtbaren Augenblick des Wissens hast du dich bereits auf es zu bewegt.
Ist es nicht so, dass du dir die Frage gestellt hast: „Was soll ich hiermit oder damit anfangen? Was soll ich jetzt tun? Welche Erwiderung erteile ich Jenem am Besten?“ Du wirst die Frage beantwortet haben, ohne zu fragen, ohne dich selbst oder sonst jemanden zu fragen. Du wirst antworten. Es wird so sein, wie du darum weißt, wie frisches, zuhause gemachtes Brot schneiden geht. Du wirst es schneiden, ohne die Vorgänge in einzelne Schritte zu zerlegen.
Es wird kein „Was soll ich tun?“ mehr geben. Du wirst es tun.
Du wirst nicht fragen: „Worüber soll ich schreiben?“ Du wirst dich bereits beim Schreiben befinden.
Ja, alles wird wie Godwriting sein. So leicht. So einfach wie das Herunterfallen eines Holzblocks.
Du wirst dich nicht etwas gegenübergestellt sehen, da du es bereits gelöst hast, dasjenige, was von
Anfang an keine Schwierigkeit darstellte. Nichts Feindliches wird existieren. Du wirst ohne derart viel Denken bestehen. Das meint nicht, du bist gedankenlos, das verstehst du. Du wirst am Besonnensten sein, ohne eine Hinsicht auf dies und das zu nehmen.
Es ist so, als ob das Universum dich aufruft, so wie es ein Lehrer tun könnte: „Wer möchte die Tafel sauber machen? Wer möchte für mich diese Blätter verteilen?“ Das Universum wird sagen: „Wer möchte das für mich tun?“ Es ist, als würde dir das Universum in die Rippen stoßen, und, bevor du es merkst, wirst du deine Hand gehoben und gesagt haben: „Ich möchte das.“ Ja, in der Tat, ohne einen Aussetzer zwischen der Anfrage an euch und eurem Tun werdet ihr sagen: „Erledigt. Universum, es ist erledigt. Ich habe es im selben Augenblick gemacht.“
Das ist Anstrengungslosigkeit, Geliebte.
Schlicht genauso, wie wenn euer Säugling schreit, und ihr nehmt das Kind hoch.
Schlicht genauso, wie wenn ihr mit einem Buch durch seid, und ihr legt es weg.
Schlicht genauso, wie wenn ihr aus eurem Fenster hinausschaut und das Sonnenlicht seht, und ihr wisst, es ist das Sonnenlicht.
Schlicht genauso, wie wenn das Zimmer, in dem ihr euch befindet, heiß wird, und ihr öffnet ein Fenster.
Schlicht genauso, wie wenn ihr euer Herz öffnet, und ihr spürt Liebe.
Es gibt nicht mehr länger Unterteilungen. Es gibt fast keine Planung, denn, sobald der Gedanke erscheint, etwas zu tun, tut ihr es bereits. Ihr befindet euch immerzu am Startplatz, und ihr startet. Ihr startet nicht einmal. Ihr habt es bereits getan.
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HIER IST DER HIMMEL
Ich BIN immer, und Ich vererbe an euch. Ich vermache euch Unsterblichkeit, und Ich vermache euch die zeitweilige Welt. Ich umfange euch mit einem Körper, und Ich sage euch, die Welt zu betreten und sie wundervoll zu machen. Aus was für einem anderen Grund sollte Ich euch zur Erde senden mögen?
Möchtet ihr das in eurem Sinn behalten, dass ihr der Welt ein Segen seid?
Es ist nicht so, dass ihr die Welt beschwichtigen sollt. Euch gilt es, sie zu lieben, sie wert zu schätzen, sie zu hegen. Sie ist zuguterletzt euer Garten. Sofern ihr euch hinunterbücken und die Welt hochheben müsst, bückt euch hinunter und hebt sie hoch. Indem ihr das tut, hebt ihr euer eigenes Herz hoch. Nach allem Hin und Her, Geliebte, ihr lebt in dem Garten eures eigenen Herzens.
Die Welt ist unschuldig. Sie ist aus eurer Fertigung. Was die Welt auch gewesen sein mag, sie hat nicht die gleiche zu bleiben. Es stimmt nicht, dass die Welt in sieben Tagen erschaffen wurde. Sie ist stets im Begriff, erschaffen zu werden. Ihr erschafft sie jetzt soeben. Seid der Welt zum Allerwenigsten ein Balsam.
Selbstverständlich brachte Ich die Bestandteile der Welt keineswegs innerhalb eines bestimmten
Zeitraums zusammen. Wo Ich existiere, existiert Zeit nicht. Sieben Tage oder sieben Sekunden oder sieben Äonen sind Mir das gleiche. Wo Ich BIN, läuft die Zeit nicht. Und doch gibt es Generationen von euch, eine nach der anderen. Ihr seid die Generation, um der Welt aufzuhelfen. Ihr seid diejenigen, die die Welt umsichtig in euren Händen herumdrehen und die ihr Küsse zublasen. Ihr seid die Erheber der Welt.
Hebt euch selbst empor, Geliebte. Hebt euren Geist empor, und ihr atmet Liebe und Leben in die Welt hinein.
Die Welt ist nichts Statisches. Die Welt befindet sich im Geschehen, ihre Heiligkeit zu enthüllen, so wie ihr auch. Die Welt kennt ihre Herrlichkeit nicht mehr, als ihr die eure kennt.
Die Welt hat euch in der Vergangenheit unterwiesen, euch zu modifizieren, um euch in sie einzupassen. Und nun werdet ihr die Welt umgestalten, sie ausweiten, sie zum Verstand bringen, alldas, weil ihr sie liebt. Liebt die Welt, und sie wird eure Liebe reproduzieren. Die Welt wird aufhören, sich zu versteifen, und sie wird sich beugen, und unterdessen die Welt sich beugt, wächst sie größer. Beugen und wachsen. Die Welt wird zu einem weicheren Stück Ton. Sie wird weniger steife Schultern haben und um Vieles zugänglicher sein.
Die Welt liebt dich, sie hat bloß nicht recht gewusst, wie sie dir ihre Liebe zeigen kann. Die Welt war
mehr wie ein unbeholfener Teenager, der sich verhaspelt und stammelt, sobald er sich zum ersten Mal verliebt, und der nicht weiß, wie er sich ausdrücken kann. Und demnach helft ihr der Welt, ihre Liebe zum Ausdruck zu bringen, indem ihr die eure zum Ausdruck bringt. Ihr seid für die Welt das Vorbild. Ihr seid ihr Sprecher. Ihr führt die Welt bei sich ein. Ihr malt ein Bild von der Welt. Nehmt eine größere Leinwand. Macht euer Bild wirklich kolossal.
Geht nach innen. Dehnt mit einem jeden Atemzug die Welt aus. Dehnt sie mit einem jeden Wort aus. Möchtet ihr wohl eure Verantwortung für die Welt einnehmen? Geht nicht in die Historie. Atmet in sie neues Leben.
Die Welt beklagt sich nicht, Geliebte. Sie sagt nicht zu euch: „Erhelle mich.“ Sie weiß nicht, wie euch fragen ist. Sie weiß nur, wie euch am Umkreisen halten ist. Ohne gefragt zu werden – möget ihr die Welt mit eurer Liebe erhellen. Schnallt euch die Welt an euer Herz, und tragt sie als ein Spruchband. Haltet sie mit Stolz. Verkündigt eure Liebe für sie. Haltet Händchen mit ihr. Verlobt euch. Nehmt die Welt an die Hand und stellt sie dem Himmel vor. Sagt: „Schau, hier ist der Himmel. So sieht er aus. Zu ihm wächst du hin.“
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ALL DIE WUNDERVOLLEN DINGE
An was für wundervolle Dinge kannst du denken, die du heute für dich selbst tun kannst? Es gibt zahlreiche. Erstelle eine Liste. Lasse sie fließen, und danach, wenn du mit deiner Liste zunächst einmal fertig bist – womit möchtest du auf deiner Liste den Anfang nehmen? Gibt es da ein Erstes oder ein Zweites oder ein Letztes? Oder kannst du all diese wundervollen Dinge gemeinsam auf einmal tun?
Hier etliche Meiner Vorschläge, und natürlich, Geliebte, Ich weiß, ihr fühlt euch zu Etlichem darunter nicht befähigt. Falls ihr sie nicht ausführen könnt, dann habt die Absicht dazu. Dass ihr etwas zu erlangen wünscht, ist ein guter Start.
Zunächst, lasst alle eure Kümmernisse und Sorgen los. Sie haben jetzt in eurem Leben keine
Existenzberechtigung. Sie sind übrig gebliebenes Gezwitschere an Stress. Lasst Mich euch versichern, dass ihr ohne sie nicht abdriftet. Ihr werdet ohne sie ganz gut zurechtkommen. Woher liefen sie überhaupt auf? Also, sagt euren Kümmernissen und Sorgen, sie hätten zu verduften.
Ihr seid für eure Freude verantwortlich, und dementsprechend ruft ihr nunmehr Freude zu euch her.
Tut das, was ihr gerne tun möchtet.
Tut ebenfalls das, wozu ihr verpflichtet seid, und tut es mit Freude. Seid ein guter Sportsmann.
Sofern du gerne an den Strand gehen möchtest, und du befindest dich bei der Arbeit und musst bei ihr bleiben, dann finde ein Bild vom Strand, was dir darüber hinweghilft. Den Strand im Gemüt haben ist der halbe Weg dorthin.
Sofern du heute wirklich nichts tun möchtest, tue das, wozu du verpflichtet bist, so, als wäre es leicht, so leicht, dass es fast so ist, als würdest du nichts tun.
Und wenn du dir einen Tag freinehmen kannst, nimm ihn dir dann frei und tue nichts, ausgenommen das, was du deinem Gefühl nach in dem Augenblick gerne tun möchtest.
Und wenn du arbeiten möchtest, arbeite. Es ist eine Gunst vonseiten des Universums, dass du Arbeit zu verrichten hast. Hast du mitunter gedacht, Arbeit zu tun haben sei dir ein Bärendienst?
Und wenn deine Arbeit für dich nicht erfüllend ist, möchtest du in Erwägung ziehen, dich Mich vorzustellen, nicht hoch oben über dir im Himmel, sondern Mich, wie Ich direkt neben dir stehe oder wie Ich genau neben dir in einem Stuhl sitze, wie Ich dir helfe, Zahlen untereinander zu setzen oder zu addieren, Nägel einzuschlagen oder einen Brunnen zu graben. Stelle dir vor, dass Ich Mich direkt neben dir befinde, und dir helfe, Entscheidungen zu fällen, dir helfe, dir gute Fragen zu stellen, zu lächeln, und dir helfe, dich energiegeladen zu fühlen, und dass Ich dir auf alle erdenkliche Weise helfe. Geliebte, was denn wird für euch nicht leichter werden, währenddessen Ich an eurer Seite bin? Was gibt es, was ihr nicht zu tun vermögt, solange Ich Mich direkt an eurem Ellbogen befinde, während Ich jede Minute, um mit euch zusammen zu sein, liebe, während Ich einen jeden Ausdruck auf eurem Gesicht liebe, während Ich euch so liebe, wie ihr seid, ein Himmlisches Kind auf Erden, ein Himmlisches Kind, was alle Dinge tut, liebenswürdig oder nicht liebenswürdig, das immer und immer wieder gewisse Tätigkeiten wiederholt, während ihr euch um all die weltlichen Angelegenheiten kümmert, die Kinder auf der Erde so vor sich haben, um sich ihrer anzunehmen.
Falls du eine abgeschiedene Beschäftigung hast, kannst du bei Mir direkt neben dir alleine bleiben?
Seid eingedenk, dass Ich Gott bin, und dass Ich an eurer Seite bin. Ich bin bei euch und für euch. Ich finde euch reizvoll. Ich liebe euch. Ich BIN eure Mutter / euer Vater Gott. Es gibt nie einen Augenblick, während Ich von euch weg bin. Ihr habt euch oft genug nicht der Wahrheit entsprechende Einsamkeit eingebildet. Fangt nunmehr an, euch Meine wahre Partnerschaft mit euch vorzustellen. Wir sind an jeder Kurve und Kehre des Lebens zusammen. Es ist wahr, Wir sind beieinander, und es ist wahr, Wir können nie auseinander sein. Noch mehr als das – es ist Meine Freude, bei euch zu sein.
Und jetzt – möchtet ihr bei Mir sein und erkennen, was für gute Gefährten Wir einander sind?
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WAS FÜR EINE LIEBE HEUTE
Was für eine Geschichte möchtest du heute leben, und welche Geschichte möchtest du erzählen?
Was für eine Liebe möchtest du heute einladen, und welche Liebe möchtest du entgegennehmen?
Vor was für einer Liebe wirst du dich heute fortdrehen, und wann wirst du bemerken, dass du von der Liebe weggelaufen bist, so, als wäre sie für dich zu viel, vielleicht so etwas wie ein Thanksgiving-Essen, wo du dich leicht vom Tisch abzustoßen hast und sagst: „Nicht mehr, danke. Ich habe wirklich genug.“
Ja, ihr könnt zu viel essen, aber zu viel Liebe haben? Diese Möglichkeit besteht nicht. Das ist zu lächerlich, daran auch bloß zu denken.
Ihr könnt zu viel davon haben, was nicht liebevoll ist. Das habt ihr, oder etwa nicht? Hattet ihr nicht euer gerüttelt Maß an Abschweifung von der Liebe? Bereits ein Fingerschnippen davon, was nicht Liebe ist, ist zu viel. Lasst uns allesamt diesen fingierten Ärger, diese Scham nur zum Schein, diese Konflikte abscheiden und auflösen, diese verletzten Gefühle, diese Vorhaltungen, dieses Nörgeln, dieses Schimpfen, das Missfallen, allesamt nur zum Schein, und so weiter und so weiter. Ich nenne sie ’nur zum Schein‘. Sie mögen sich als real anfühlen, negative Emotionen fliegen allerdings unter falschen Flaggen. Sie sind Wiederbelebungen, Geißeln der Vergangenheit. Sie sind Mitläufer. Gesteht es ein, sie haben im Augenblick nichts zu tun, um hier zu sein.
Beendet sie ein für alle Mal. Vergesst, was all jene ungefügigen Emotionen sind. Vergesst ihre Namen, und vergesst ihre angebliche Macht über euch. Sie können nunmehr in eurem Leben entschuldigt werden. Möchtet ihr sie wirklich? All die Emotionen voller weiblicher betulicher Empfindlichkeiten sind Ausreden, die euch dazu überreden, euch in Knechtschaft zu halten. Sofern ihr gerne in Knechtschaft gehalten werden möchtet, dann lasst Mich euch in der Meinigen halten.
Ihr steht nicht in den Diensten der Negativität. Lasst sie nicht mehr länger ihre Fangarme um euch herum winden. Seid nicht so sehr willens, das zu kaufen, was euch die Negativität verkauft. Lasst niemanden anderes eure Sicht ausrichten und eure Melodien aufrufen.
Ich habe euch gesagt, ihr habt keine Feinde. Nun sage Ich euch, die Negativität ist euer Feind. Bleibt von ihr wie von einer Plage fern. Entsinnt euch, wer eure Freunde sind. Die Negativität zählt nicht zu ihnen. Entsinnt euch, wo eure Anhänglichkeit zu finden ist.
Negativität unter jeglicher Bezeichnung ist nicht euer Freund. Ihr könnt Negativität nicht in euren Freund umkehren. Ihr habt der Negativität Auf Wiedersehen zu sagen.
Weil jemand „Feuer“ ruft bedeutet nicht notwendigerweise, dass es ein Feuer gibt. Negativität sagt euch, es gibt ein Feuer oder ein Feuer droht. Natürlich – die Negativität verbrennt euch.
Weil ihr am einen Tag beschimpft werdet, bedeutet nicht, dass ihr das am nächsten Tag mit euch herumtragen müsst.
Seht nicht mehr länger Angriffe.
Seht Liebe. Falls ihr keine Liebe sehen könnt, dann seht, wie Andere nach Liebe Ausschau halten. Es gibt niemanden, der es nicht gerne hat, genug geschätzt zu werden, um geliebt zu werden.
Seid diejenigen, Geliebte, die als erstes lieben. Falls es nur ein Ritz Liebe ist, was ihr geben könnt, gebt ihn. Das winzigste Bisschen Liebe ist immer noch ein Samen Liebe, und Samen sprießen, und Sprossen wachsen heran.
In der Welt ist alle Liebe, allein, sie hat in Umlauf gebracht zu werden. Sie hat entdeckt und sodann zum Zirkulieren gebracht zu werden. Liebe ist eine Flamme genannt worden. Ich möchte sie nun einen kühlenden Balsam nennen. Ich möchte Liebe grüne Blätter nennen, die in der Brise fattern. Ich möchte Liebe Liebe, die unausgesprochen ist, nennen, Liebe, der starke stille Typ. Ich möchte die Liebe einen Sonnenaufgang nennen, der zum Mittag hin zunimmt. Ich möchte Liebe eine Geschichte nennen. Ich möchte sie eine Geschichte eures Lebens nennen.
Ich rufe euch zu einem Duell der Liebe halber heraus. Ich bitte euch, einander zu lieben, als kenntet ihr nichts anderes als Liebe. Ich bitte euch, alles Sonstige wegzulegen, die Liebe ausgenommen. Ich bitte euch, zu lieben, so, als gäbe es nichts anderes zu tun. Und das ist die Wahrheit, Geliebte. Es gibt für euch nichts anderes zu tun, als zu lieben, und als jetzt zu lieben, und als von jetzt an zu lieben. Und das meint immerfort.
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DIE SONNE VERSIEHT BEIM SCHEINEN KEINE ARBEIT
Natürlich, was im Leben passiert oder nicht passiert, ist für euch wichtig. Die Farbe eurer Haare ist wichtig, ihre Länge, dass ihr schick ausseht, das Wetter, welche Schuhe ihr tragt, was ihr esst, was ihr sagt, ob ihr den Bus erreicht, ob das Brot eingepackt ist oder nicht, wie viel Uhr es ist, woran ihr euch erinnert und was ihr vergesst. Geliebte, was in der Welt ist euch nicht von Belang?
Obschon das klar ist, dass das Weltleben vorübergehend ist, ist euch alles von Belang. Selbst dann wenn ihr erkennt, dass etwas unbedeutend ist, ist es euch von Belang. Eine jede Einzelheit gibt euch eine hohe Wichtigkeit vor. Ich frage Mich, ob ihr das Gefühl der Eile nötig habt, sodass euch selbst Eile wichtig ist. Hmm, Ich frage Mich, ist das Empfinden der Eile vielleicht ein Rausch, in dem ihr euch befindet?
Euer Geist geht wie die Räder eines Zuges klicketi-klick, klicketi-klack. „Ich muss dies tun, und ich muss das tun. Ich muss mich beeilen, anderenfalls fällt der Himmel über mir zusammen. Klicketi-klick, alles in meinem Leben muss wichtig sein, anderenfalls, klicketi-klack, spüre ich, wie die Sachen schief gehen. Ein Bedürfnis spüren, mich zu beeilen, ist vielleicht im Leben mein Anker. Ich weiß nicht, wie leben ohne das Gefühl der Eile dabei geht.“
Ist es vielleicht deswegen, weswegen dir alles wichtig wird?
Falls du die ganze Zeit in deinem Leben, anstelle von Eile, die du gegenwärtig wohl spürst, Linderung spürtest, stellst du dir dann vor, dass du nicht wissen würdest, wie mit ihm umzugehen sei?
In den Ferien weißt du manchmal nicht, obschon du dich nach freier Zeit gesehnt hast, was mit dir selbst anzufangen ist. Was du auch tust oder nicht tust, wo du auch bist oder nicht bist, lasse deinen Griff auf das Leben los. Lasse einfach nach. Wahr ist, du hast die Zügel nicht so straff zu halten. Vielleicht habt ihr, Geliebte, nicht derart zweckgerichtet zu sein.
Ich spreche mit euch nicht davon, untätig zu sein, obschon ihr das dann und wann durchaus tun könnt. Ohne Hinsicht darauf – ihr könnt euch behaglich fühlen.
In der Armee sagt man: „Achtung.“ Und danach sagt man: „Rührt Euch!“ Selbst das Militär weiß, dass ihr nicht immer auf Wacht sein könnt.
Ja, es gibt die Aktivität, und es gibt das Ausruhen. Ich schlage hier vor, dass ihr euch gar in der Aktivität ausruhen könnt. Oh, du liebe Güte, wäre das denn nicht wunderbar!
Ergreift die Gelegenheit, weniger angespannt, stattdessen gelassener, zu sein. Leichten Sinnes, das bringt es, Geliebte.
Seid euch gewahr, wann ihr euch in Eile befindet. Sobald ihr eilt, seid ihr nicht entspannt.
Ihr wisst, Ich rede nicht davon, herumzutrödeln. Ich sage euch, es gibt kein Rennen, was ihr zu gewinnen habt. Ich sage euch, alles ist gut. Alles ist umsorgt. Macht eure Aufgaben aufs Beste gemäß eurer Befähigung, und wisst, dass alles in guten Händen ist. Wisst, dass die Sonne beim Scheinen keine Arbeit verrichtet. Sie scheint.
Und du, der du das Haus putzt, am Computer arbeitest und einen Zug zu erreichen hast, achte darauf, das zu tun, was es dir zu tun gilt, und arbeite dennoch nicht so schwer dabei. Ich sage euch nicht, die Arbeit unverrichtet zu lassen. Ich sage euch, in eurem Eifer nicht derart viel Energie zu verschwenden.
Wo bleibt die Weisheit, während man außer Atem kommt? Vielleicht könnt ihr mehr zuwege bringen, ohne zu hasten, als mit Hasten.
Ich sage euch weder, eine Schildkröte, noch ein Hase zu sein. Ich sage euch, mit dem Leben Freund zu werden. Freundschaft mit dem Leben ist wichtig. Anspannung nicht. Jedwede Anspannung ist nicht nötig, ganz und gar nicht.
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FRIEDE SEI MIT EUCH
Ich sage euch, dass es für euch nicht wesentlich ist, bei dem, was im Leben passiert, aufgeregt zu sein. Ich verstehe, ihr findet viele Dinge beunruhigend. Ein Jeder findet gewisse Dinge zum Aufregen. Was Ich sage, ist, dass es nicht nötig ist, derart viele Ereignisse an euch heran zu lassen. Ich mache den Vorschlag, dass ihr das vielleicht zurückschneiden könnt, dem ihr gestattet, euch aufzuregen. Möchtet ihr das als eine Gefälligkeit an Mich ansehen?
Euer Gleichgewicht hat nicht derart oft aus dem Lot zu geraten, wie es der Fall ist. Falls ihr euch aufregen müsst, könnt ihr vielleicht die Aufregung rationieren, und sie für besondere Gelegenheiten aufheben?
Wie viele Male, meinst du, versetzt du dich an einem durchschnittlichen Tag in Aufregung? Wie viele Male regst du dich über dich selbst auf, über deinen Computer, über sonstwen? Wie viele Male versetzt dich das gleiche Vorkommnis immer und immer wieder in Aufregung?
Geliebte, es ist möglich, dass ihr dadurch, was passiert, weniger umgeworfen werdet. Wie aufgebracht braucht ihr zu sein und wie oft?
Stellt euch einen Tag ohne Aufregung vor! Ein Tag ohne Aufregung wäre ein Tag, an dem ihr der Aufregung euren Rücken zuwendet.
Wenn Milch bei euch verkleckert, und das wird sie, was ist daran im Grunde derart aufregend, sodass du völlig durch den Wind sein musst?
Es bringt einen durcheinander, sobald man mit anderen Menschen zusammen ist, die aufgeregt sind. Möchtest du ein Aufreger sein? Ich spüre recht deutlich, dass du lieber jemand sein möchtest, der der Welt Frieden verleiht.
Und sobald du aufgebracht bist, rechtfertigst du dein Aufgebrachtsein! Aufregung kann immer gerechtfertigt werden, und dennoch, wieso, oh wieso möchtest du sie rechtfertigen? Ist das Durcheinanderbringen in Anderen etwas, was du bewunderst? Aufregung, einerlei, was das entzündende Ereignis ist, ist kein äußeres Ereignis. Aufregung ist, wie du mit dem Auslöser umgehst, der dich auf den Weg bringt. Indes bist du es, der den Auslöser zieht.
Friede sei mit euch, Meine Geliebten. Was würde es für euch brauchen, nicht so oft zu reagieren, und nicht in jenem Ausmaß, in dem ihr es tut? Was würde es für eure Federn brauchen, sich nicht derart leicht zu sträuben?
Falls es keine Aufregung gäbe, gäbe es dann Kriege?
Eine Menge Aufregung kommt davon, was du als deine eigentümlichen Rechte ansiehst. Jemand fuhr über deinen Rasen. Jemand pfückte deine Blumen. Jemand hinterließ Abfall auf deinem Gehweg. Ich möchte gerne, dass niemand über deinen Garten fährt oder deine Blumen pfückt oder auf deinem Gehweg Abfall hinterlässt. Falls Jene, die rücksichtslos waren, mehr Rücksicht auf dich gehabt hätten, würden sie so etwas nicht tun. Was ist es demnach im Grunde, was dich aufbringt? Dass sie deine Blumen gepfückt haben, oder dass sie auf dich und auf deine Gefühle nicht so Rücksicht nahmen? Wieso wirkt deren modus operandi auf dein Glücklichsein ein? Wieso wenden deren Verfehlungen dein Inneres nach außen oder dein Oberes nach unten? Wieso beeinfussen sie überhaupt deine Gestimmtheit?
Vielleicht denkst du, du wirst dich immer aufregen, wenn jemand Abfall hinterlässt. Ist es möglich, dass du damit zu einem Frieden gelangen kannst? Kannst du einfach den Abfall, den ein unordentlicher Mensch hinterlassen hat, aufheben? Kannst du einfach froh sein, dass du dich bücken und die Verpackung der Süßigkeit aufheben kannst?
Ich verstehe, dass du dich hilfos dabei fühlst, jemanden davon abzuhalten, es noch einmal zu tun. Hast du jedoch dabei hilfos zu sein, was du tust, währenddessen du beeinträchtigt wirst? Musst du einen guten Tag beeinträchtigen aufgrund der Ungebühr eines Anderen? Kopierst du jenen Menschen sodann nicht und verstößt du hernach nicht gegen dich selbst?
Wer ist für deine gute Laune verantwortlich? Das bist du.
Findet irgendwie einen Weg, das, was nicht so ernst ist, wie ihr es gegenwärtig dazu macht, nicht derart ernst zu nehmen. Findet einen Weg, Geliebte.
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DAS LICHT DER KENNTNISNAHME
Wie schön ist dieser Tag, den Ich gemacht habe.
Das Heute ist eine Leinwand für euch, um darauf zu malen.
Die Leinwand des Heute hat genau alle Farben für euch.
Ihr könnt auf den Farben gehen. Ihr könnt sie euch anziehen und sie tragen. Ihr könnt etliche ausschließen, und andere könnt ihr euch gerne zueigen machen.
Ihr wisst selbstverständlich, das Konzept der Tage ist selbst Illusion. Selbst die schönsten Tage sind Illusion. Ihr seid ein Kontinuum, wo es keine Tage und keine Nächte gibt. Ihr seid ein Kontinuum, was voll und ganz Licht ist. Selbst an Tagen, wo ihr herumgestoßen werdet, gibt es einzig und allein Licht.
Nicht anders – es gibt keine Morgendämmerung, und es gibt keinen Sonnenuntergang, und doch seid ihr, Geliebte, Morgendämmerung. Euer Gewahrsein dämmert. Ihr geht der Grenzen verlustig. Anstatt verlieren, lasst Uns sagen, ihr löst die Bänder. Ihr befreit euch selbst von der Dichte, die ihr bemerkt, und ihr erhebt euch zu dem reinen Sonnenlicht, welches letztlich inwendig in euch Wohnung hat.
Es gibt kein irgendwo, Geliebte. Es gibt nichts. Alles was euch augenscheinlich ist, ist nicht. Es gibt keine Zeit, keine Entfernung, es gibt überhaupt nichts. Es gibt nichts außer Licht und Liebe. Es ist geheimnisvoll, ihr seht Schatten des Dunklen, und ihr seht sogar Liebe, wie sie euch verlustig gegangen ist. Denkt nicht, Ich würde euch deswegen Vorwürfe machen.
Ihr seht nicht so gut. Trotzdem, ihr seid im Begriff, besser zu sehen. Ihr seht besser und besser. Ihr seht Lichtstrahlen bei dem, was Ich sage. Ihr seid beim Krümmen des Lichts nicht so gedankenverloren. Ihr seid mehr auf das Licht selbst ausgerichtet.
Licht werdet ihr. Ihr gelangt zu dem Licht der Erkenntnis. Ihr tretet hervor. Ihr tretet genauer vor. Ich bin in eurem Zugriff. Ich bin inmitten der Fassungsgabe eures Herzens. Euer Herz schlägt für Mich, Geliebte. Wie begierig sich doch euer Herz nach dem Meinigen ausstreckt.
Ihr möchtet Mich nicht bloß umarmen. Ihr möchtet Mich inwendig in euch für immer behalten. Ihr möchtet gerne zustimmen, dass ihr ebendas tut. Ihr möchtet gerne anerkennen, dass Ich BIN, und dass Ich immerfort voll und ganz inwendig in euch gewesen bin. Ihr möchtet mehr als einräumen. Einräumen ist nicht genug für euch. Ihr möchtet sehen. Ihr möchtet erkennen. Ihr möchtet, dass Wir Uns die ganze Zeit an den Händen halten, und ihr möchtet wissen, dass Wir das tun.
Wir halten uns an den Händen, das Fantastischste ist allerdings, dass Wir SIND. Wir SIND. Ich BIN, und du BIST. Wir SIND. Es gab niemals eine Zeit, als Wir nicht waren. Wir sind immerzu Eins gewesen.
Wir waren Eins, bevor das Universum aufknospte. Wir waren, bevor an das Universum gedacht wurde. Wir dachten an es.
Unser Gedanke brachte die Schöpfung hervor. Wir schufen die Schöpfung. Wir erschufen die Herrlichkeit von ihr. Ein Lied entkam Meinem Mund, und demnach war die Schöpfung Meine Musik, und die Körperlichkeit wurde geboren. Aus Meinem Gedanken kamen Menschenwesen, die stets Mein Sein waren. Mein Sein nahm Form an. Aus dem Formlosen entkam Form. Aus dem Zeitlosen entkam Zeit.
Weswegen wurdet ihr geboren? Ihr wurdet geboren, um den ununterdrückbaren unausdrückbaren Gott zum Ausdruck zu bringen. Ihr wurdet geboren, um Mich aus der Unschuld heraus zum Ausdruck zu bringen. Ihr wurdet derart unschuldig geboren, dass ihr Mich zum Ausdruck brachtet, ohne zu wissen, dass ihr das tatet. Ihr wusstet nicht, wer ihr wart, und womöglich habt ihr nicht einmal gewusst, dass Ich existierte. Ganz bestimmt wusstet ihr nicht, dass Ich inwendig in euch existierte.
Ihr wurdet geboren, um zum Ausdruck zu bringen. Ihr wurdet nicht geboren, um zu verdrängen, um zu unterdrücken, um zu imponieren, oder um abzuschweifen oder euch rückwärts zu bewegen. Ihr wurdet geboren, um Mich zur selben Zeit zum Ausdruck zu bringen, wie ihr im Dunkeln nach Mir sucht. Diese scheinbar flüchtige Essenz, nach der ihr im Leben derart sehnend vergeht, bin Ich. Ich bin das, was ihr sucht, unterdessen Ich eben genau der Gehalt von euch bin, und nicht gesucht zu werden, einzig und allein bestätigt zu werden brauche.
Es könnte euch danach aussehen, dass Ich an zwei Orten weile. Einer ist der Himmel, und einer ist inwendig in euch. Und nun sage Ich euch, es gibt keine zwei Orte, und es gibt kein du. Eins ist da. Es gibt nicht einmal das Einssein von Uns. Es gibt nicht einmal das Wir von Mir. Es gibt einzig Ich. Ich alleine existiere, und doch existiere Ich in euch. Bloß in einem Traum ist ein derart unversöhnlicher Widerspruch möglich.
3170
DIE LIEBE WARTET AUF EIN ZEICHEN
Begrüßt heute Morgen die aufgehende Sonne voller Freude. Jubelt euch selbst zu, die ihr gleichfalls von der Nacht aufsteht. Jubelt der Herrlichkeit des Universums zu, was euch anliegt, es an euch zu haben. Begrüßt mit aller Freude was man das Leben auf der Erde nennt. Jubelt der Erde und allem Leben auf ihr zu. Jubelt den Galaxien und allem zu, wovon ihr in den weiten Galaxien eures Geistes träumt. Jubelt eurem Geist zu, der denkt, und denkt an die unbestreitbare Liebe in eurem Herzen.
Jubelt der Vollheit der Liebe zu, die in eurem Herzen existiert. Die Vollheit der Liebe in eurem Herzen wartet auf euer Signal für sie. Die Vollheit der Liebe ist nicht verlegen. Die Liebe in eurem Herzen wartet schlicht auf euch, dass ihr sagt: „Gut, Liebe, komme heraus. Erstrecke dich aus mir heraus. Sei ein
Regenbogen der Liebe und errichte dich als Rund über dem Horizont.“
Die Vollheit der Liebe in deinem Herzen spricht zu dir, so wie du manchmal zu dir selbst sprichst. Hier nun dasjenige, was die Vollheit der Liebe in deinem Herzen zu sich selbst sagt: „Liebe, du bist ein Kreis. Von dem Mittelpunkt deines Herzens, in dem du dich befindest, her wartest du wie ein Läufer, der auf ein Signal aus ist, um loszurennen. Du wartest auf den Geist, der dich anweist zu sagen: ‚Los!‘ Sodann, auf das Signal hin, Liebe, umfängst du, du, der du mein schieres Selbst bist, die Erde, und du durchreist die Galaxien und kehrst wieder zurück. Liebe, du sendest dich aus, ohne die Herzens-Basis zu verlassen, in der du immer Wohnung hast. Liebe, Gott verlässt das Herz niemals, in dem du Wohnung hast. Gott ist Liebe, und somit reisen du und Gott niemals ab, und dennoch reist ihr überallhin. Du bist Liebe, die ihren Fuß an der Startlinie hat, und die doch durch die Ziellinie rennt, obschon es keine Ziellinie gibt, sobald es sich auf dich beläuft, auf dich, eben mein schieres Selbst der Liebe.“
Während die Liebe nach einem Zeichen von dir wartet, um sich selbst auszulösen, lehnt sie sich wachsam in deinem Herzen zurück. Sie ist nicht müßig. Sie sucht, in der Nähe wie in der Ferne, die Weite des Universums ab, und weist dich auf die Aussichten hin. Die Liebe in deinem Herzen sagt zu dir, zu dir, dem Menschenwesen, in dem das Herz weilt: „Wie wäre es damit, die Liebe, die ich bin, zu diesem Menschen, und zu jenem Menschen zu senden? Zu diesem Aspekt des Universums, und zu jenem?“ Die Liebe in deinem Herzen wiederholt das viele Male.
Vielleicht reagiert der Geist von dir, indem er sagt, dass du dir dabei nicht sicher seist. Dein Geist mag Dinge sagen wie: „Was wäre dann, wenn ich nicht zurückgeliebt würde? Was wäre, wenn man mich für einen Tor hält? Tut mir leid. Für mich ist das im Augenblick eine zu große zu tätigende Investition. Ich muss mehr Bedenken darauf verwenden, dich, meine Liebe, gehen zu lassen. Du kannst nicht überall sein, deswegen werde ich dich eng bei mir halten, bis ich eine Entscheidung treffe, oder bis ich nicht mehr in der Lage bin, dich weiterhin zurückzuhalten.“
Und die Liebe in deinem Herzen sagt zu dir: „Wie stünde es damit, mich einfach hinauszuschicken? Kein Gedanke an ein Ziel. Mich einfach hinaussenden, und mich fallen lassen, wo ich mag. Lasse mich sozusagen die Welt wässern. Lasse mich die Welt mit dieser Liebe in deinem Herzen, die ich bin, überschauern. Lasse mich hinaus. Wieso nicht mich jetzt hinauslassen? Es gibt keine Gefahr. Für dich steht nichts auf dem Spiel, außer dieses dümmliche nichtexistente Ego, was dich unentwegt bombardiert und dem du allzu oft zuhörst und stattgibst, dich zu behindern. Lasse das Ego gehen, und lasse es niemals zurückkommen. Löse mich aus, mich, die Liebe in deinem Herzen, und ich werde emporschweben, und zur selben Zeit werde ich bei dir verbleiben. Gib mich frei, und ich werde Alles Was Ist umfangen, und ich werde dich umfangen.“
Geliebte, sagt zu der Vollheit der Liebe in eurem Herzen Ja. Sagt ein für alle Mal Ja. Sagt jetzt Ja.
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RUND UM DAS UNBESCHRÄNKTE KENNTNIS ERWERBEN
Manchmal denkst du, du hältst im Leben mit Ach und Krach durch. Du weißt nicht, wieso du dich so unzufrieden und unbedeutend fühlst. In jenen Zeiten ist alles, was du tun kannst, durch das Leben kommen, eben durch diesen einen Tag des Lebens kommen. Das Leben ist eigentlich nicht anders als in der letzten Woche, aber irgendwie hast du in dieser Woche das Gefühl, du gehest auf einem gespannten Seil ohne Netz unter dir.
Du weißt nicht, was dabei so schwierig zu sein scheint. Alles, was du weißt, ist, dass du dich um Haaresbreite am Überleben angesiedelt fühlst. Du meinst nicht einfach dein körperliches Leben. Du weißt nicht, was du meinst. Alles, was du weißt, ist, dass du dich festklammerst.
Wenn du dich derart schwächlich fühlst, und sich dir das Leben derart erdrückend ausmacht, befindest du dich, wiewohl du nicht weißt wieso, an einer guten Stelle. Du hast gedacht, das sei ein schlechter, ein unsicherer Ort. Erinnere dich bei der Gelegenheit daran, dass das Leben nicht von Sicherheit handelt. Es muss mehr am Leben sein als die Bewandtnisse von sicher oder unsicher. Du weißt eigentlich nicht, wovor du sicher oder unsicher bist.
Nun möchte Ich dir sagen, was vor sich geht, und worum es sich handelt, bei dem du dich um des nackten Lebens Willen festklammerst. Es sind deine Beschränkungen, Geliebte, Geliebter. Du magst ja das Empfinden haben, dass du aufgehalten worden bist, während du dich unterdessen weit vorne befindest. Die Einbuße von Grenzen ist bloß die Einbuße von Grenzen, jedoch bist du unruhig geworden, während die Beschränkungen wie Eisberge abbrechen. Du wolltest frei sein, und jetzt, während du dich am Ufer des Flusses der Freiheit befindest, bist du dir nicht so sicher. Du hast nach Freiheit gelechzt. Du hast dich nach ihr gesehnt. Du hast dich auf sie gefreut, und nun, während du dich am Rande von ihr befindest, bist du dir nicht so sicher, dass du abspringen möchtest. Kommt her und kommt dahinter, es war wohl so, ihr habt die Beschränkungen geliebt. Sie waren eure Baby-Decken, Geliebte.
Ihr bekommt es mit, die Grenzen, die ihr verachtet hattet, waren eure Verbindung zur Welt. Sie waren die Ketten, die euch unaufhörlich an den Raum festgemacht haben, und nunmehr, während ihr einseht, dass dem so ist, trauert ihr um die Einbuße an Beschränkungen. Ciao, Ciao, Grenzen. Nun kommt das Grenzenlose, und ihr denkt, ihr hättet euch an etwas Solidem festzuhalten. Ihr habt euch ohnehin an nichts festgehalten, Geliebte. Wie solide, denkt ihr, waren die Begrenzungen, an die ihr euch hieltet? Ihr dachtet, sie seien dicke Seile, unterdessen sie bloß dünne Fäden eurer Gedanken waren. Die Gitterstäbe hielten euch vor Ort, so war das Gefühl. Sie haben euch umzäunt, und indes wusstet ihr, wo ihr ausfindig zu machen wart.
Jetzt weißt du nichts mehr. Die Eisberge brechen fort. Du spürst, wie sie sich von dir wegbewegen.
Vielleicht hast du das Gefühl, dass das Aufbrechen von Grenzen bei dir alles schief gehen lassen wird.
Du warst in einem Kinderplanschbecken, und jetzt befindest du dich im Ozean. Ehrlich gesagt, an der Stelle ist dein Gefühl recht verschwommen. Du ergründest deine Tiefe. Du vermisst die Sicht auf die Küste, obschon du Einwände genug gegen sie vorgebracht hattest. Unwissen scheint mit einem Mal wie Zuhause, oder wenigstens wie ein bequemes Bett.
Und nun ist es mit dem Bett vorbei. Das Zimmer, in dem du warst, ist weg. Dein Körper mag den gleichen Ort bewohnen, jedoch hast du dich frei gerüttelt.
Es ist fast wie Science-Fiction. Im einen Augenblick spieltest du in den Umzäunungen des Kindergartens, und jetzt findest du dich auf der höheren Schule, und du kennst den Namen davon nicht, wo du bist, und du weißt nicht, wie du hierher gekommen bist. Du stellst hier fest, dass du dich in einem anderen Raum befindest, in einem Raum ohne Wände. Die Mauern von Jericho sind gefallen, du hast dich indessen an jene Mauern gelehnt, und du siehst sie nicht mehr. Das geht mit dir vor.
Heiße heute das Schrankenlose willkommen. Schöpfe dir Freude, um Kenntnis rund um das Unbeschränkte zu erwerben. Atme, und nimm Freude auf.
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DER FROSCHKÖNIG
Sofern es euch schwerfällt, euch zu bündeln, so seid ihr vielleicht durch eine breitere Toreinfahrt gegangen. Vielleicht habt ihr euch ausgeweitet. Wie stellt ihr euch auf die Weite scharf, Geliebte, während sie derart weit ist?
Ihr lernt sozusagen neue Regeln. Ihr lernt das Leben ohne Mauern, ohne Gesetze kennen. Ihr lernt das Leben kennen, Geliebte.
Früher wart ihr in einem Ei, und an diesem Morgen seid ihr so weit und zerbrecht die Schale, und kommt zum Vorschein. Es ist ungefähr so wie einen Superman-Umhang anziehen. Früher wart ihr ein wohlgesitteter Clark Kent, und jetzt, wie könnte es anders sein, seid ihr indes Superman, wie er über das Universum fliegt. Er ist kein Flugzeug, kein Vogel. Er ist Superman, und Superman ist durchaus vollständig. Er wusste, dass Clark Kent seine Verkleidung war.
Es ist, als wärt ihr von einem Ort mit einem Namen hergekommen, und jetzt seid ihr nicht ortbar, und von dort, wo ihr wart, seid ihr hinausgeschossen worden, euren Namen habt ihr auch verloren. Für euch fühlt es sich so an, als wärt ihr verschollen. Euch ist der Raum abhanden gekommen, und die Zeit ist irgendwohin. Und doch habt ihr hinzugewonnen.
Anders als Clark Kent, während er Superman wird, nehmt ihr eure Brille nicht ab. Oder, Wir könnten sagen, ihr nehmt Kontaktlinsen, und ihr seht besser als je zuvor. Manchmal ist es für euch faszinierend, wie gut ihr seht. Ihr seht weit. Ihr seht die andere Seite des Universums. Ihr seht das, was nicht angefasst werden kann. Ihr seht. Und jetzt wisst ihr nicht, was euch widerfahren ist, und ihr fühlt euch auf der einen Seite blind.
Vielleicht habt ihr es gemocht, Aschenputtel zu sein und in der Asche zu spielen. Vielleicht seid ihr euch nicht so recht sicher, ob ihr eine Prinzessin sein wollt. Vielleicht habt ihr das Empfinden, dass ihr nicht dazugehört. Und trotzdem, ihr wisst nicht, wie lange ihr für eine Prinzessin genommen werdet. Es sieht danach aus, dass ihr nicht zurückkehren und nicht wieder Aschenputtel sein könnt, und eine Prinzessin sein fühlt sich recht verschwommen an, und ihr stakst auf euren Glaspantoffeln.
Vielleicht mochte es der Prinz, ein Frosch zu sein. Er war im Grunde nie ein Frosch. Er sah einfach bloß danach aus. Er machte Geräusche wie einer, und jetzt, während er ein Prinz ist, ist er sich unkenntlich. Jeder um ihn herum denkt, er sei ein Prinz. Er trägt eine Art Krone, doch ist er nicht sicher, wie sie dorthin gekommen ist. Er ist sich nicht sicher, ob sie passt. Er ist nicht sicher, ob er passt. Er sitzt auf dem Königsthron, und er hat Angst vor der Höhe.
Er hatte gedacht, seine Identität sei der Frosch. Ja, tatsächlich, er hatte sich manchmal danach gesehnt, ein Prinz zu sein, aber er hatte seine Sehnsucht eigentlich nicht ernst genommen. Es lag ein gewisser Komfort darin, ein Frosch zu sein, der danach trachtet, ein Prinz zu sein, und doch in der Sicherheit des Froschseins zu verbleiben. Es lag etwas Vergnügliches darin, vor der Welt und sich selbst verborgen zu sein.
Und so begegnen sich ein Froschprinz und eine Prinzessin aus der Asche. In beider Fälle hat sich deren Äußeres gewandelt. Es hat sich über das Glaubhafte hinaus gewandelt.
In deinem Fall ist es dein Inneres, was sich gewandelt hat, und doch, o Zauber des Zaubers, Andere fangen an, dein Inwendiges zu sehen. Dein Selbstbild hat noch nicht zu deinem laufenden Wohlbefinden aufgeschlossen. Andere fangen an zu sehen, was du noch nicht sehen kannst. Was Anderen offensichtlich wird, scheint dir bizarr zu sein.
In einer gewissen Weise sind der Prinz und die Prinzessin wie Menschen, die eine Schönheitsoperation hinter sich haben. Es braucht eine Weile, bevor sie die Änderungen in ihrem Erscheinungsbild akzeptieren können. Sie sehen sich, wie sie einmal aussahen. Ihre wahre Erscheinung und Wirklichkeit liegen außerhalb ihrer Sicht. Sie können ihren Augen nicht glauben.
Was euch anbelangt, Geliebte, Ich sehe euch, wie ihr seid, ihr aber denkt nach wie vor, dass Frosch und Aschenputtel eure Identität darstellen. Ihr seht noch nicht, was offenkundig ist. Ach, ihr könnt noch nicht sehen. Ihr könnt noch nicht glauben. Ihr denkt, ihr gehört immer noch in die Asche oder in den Teich neben dem Schloss.
Echtes Glücklichsein ist noch nicht voll und ganz euer, denn ihr habt die ganze Wahrheit von euch noch nicht erfasst. Jedoch werdet ihr es. Ihr werdet es.
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IN GOTTES BILD GEMACHT
Ein geläufiger Faden zieht sich durch euer Leben, und der bin Ich. Es ist, als würdet ihr in Gottes Zug fahren. Es gibt keinen Ausstieg. Gott ist hier, um dazubleiben. Und Ich bleibe bei euch. Ihr könntet sagen, Ich bin euch niemals fern. Genauer gesagt hieße es, Ich bin euch immerzu nahe, ihr, die ihr derart intim mit Mir seid, derart intim, Geliebte, dass ihr Mein Selbst pur seid. Wie zärtlich sind Wir doch ineinander verschlungen.
Du machst keinen Schritt ohne Mich. Selbstverständlich bist du der Meinung, du habest das getan. Manchmal hast du gedacht, dass Wir uns an gegensätzlichen Enden der Erde befinden, und doch befinden Wir uns alldieweil als Eins in Bewegung. Wir bewegen uns als Eins, denn Wir sind Eins. Wir sind unwiderruflich Eins, indes abgestrittenes Einssein.
Für euch ist es unmöglich, auf der Strecke zu bleiben. Es gibt kein neben der Strecke, denn ihr könnt nicht aus dem Kreis Meines Herzens der Liebe heraus sein. Ihr seid in Meinem Herzen eingeprägt, und Ich im euren. Wir, Geliebte, der Eine von Uns, sind die wirklichen Güter. Ich bin Liebe, und du bist Liebe, und wirst niemals vom Einen fortgehen.
Und gleichwohl, wie weit weg von der Markierung seid ihr doch, in den Begrifflichkeiten des Denkens, gewesen. Ihr seid Meister der Phantasie. Ebenso Meister des Understatement. Selbst obschon euer ganzes Leben eine wilde Übertreibung darstellte, habt ihr niemals genügend zur Aussage gebracht. Ihr habt Bilder von eurem Leben gezeichnet. Selbst diese Bilder habt ihr mit der Hand zugedeckt. Euer Gedanke lautete, ihr hättet euch durch das Leben gekritzelt, währenddessen ihr die ganze Zeit ein Künstler von allerhöchstem Können wart. Ihr wart ein solcher Künstler, dass ihr sicher wart, die Zeichnungen, die ihr machtet, seien die wirkliche Sache. Ihr seid da und dort auf gutem wie auch auf ärmlichem Boden gekrabbelt, und ihr habt vergessen, dass ihr bereits erwachsen wart. Ihr habt vergessen, in Wessen Ebenbild ihr wart. Ihr wart euer eigener Bildermacher. Eure Imagination war großartig, jedoch konntet ihr euch nicht einmal mehr Mein Bildnis ausmalen, und was es bedeuten könnte, in Meinem Bilde zu sein.
Ihr könnt euch nach wie vor schwer erdenken, dass ihr eine Widerspiegelung von Mir, dass ihr Mein Licht seid, was von einer Höhlenwand, oder von einem Haus aus Mörtel und Ziegelsteinen und mit Stroh bedeckt, von einem Haus unter einem Baum, in der Stadt oder in der Wildnis, abprallt. Einerlei, wo euer Körper hauste, ihr hattet das Empfinden, dass ihr in einer Wildnis existiertet. Geliebte, ihr habt in einer Wildnis eurer Gedanken existiert. Eure Gedanken alleine gestalteten ein Bild von euch. Euer Bild war nicht in Meinem Bilde gemacht worden.
Ob ihr nun Kubist oder Landschaftsmaler seid, einerlei in welchem Stil, eure Zeichnung des Lebens hat den Zeichenvermerk verfehlt. Eure Zeichnung blieb zurück. Du und Ich sind nicht zurückgeblieben. Du und Ich sind überhaupt nicht zurückgefallen. Trotz der äußeren Wildheit eurer Vorstellungsgabe, das Bildnis von Mir inwendig in euch habt ihr nicht in den Blick bekommen. Ihr, die ihr keinen Zentimeter von Mir abgehen könnt – ihr habt doch eine eingebildete Distanz eingenommen. Ihr glaubtet mehr an Raum und Zeit, als ihr an Mich glaubtet. Ihr wollt einen Nachweis dessen, wovon ja nachgerade euer Selbst der Nachweis ist.
Ihr lebt in einem Wunder, und ihr nennt es Eintönigkeit, oder ihr findet, es sei eine wilde Fahrt. Und doch entschlüpft ihr der Wahrheit, und ihr bezeichnet euer Bild als die Realität. Euer Bild ist schwerlich ein Anschein von Wahrheit. Es ist surreal. Tief in eurem Herzen wisst ihr das. Tief in eurem Herzen wisst ihr es, und dennoch deckt ihr die Tiefe eures Herzens mit anderen Sachen zu, die euch leichter anzunehmen sind, andere Sachen, die sich als derart weit entfernt von Meinen Gedanken an euch ausweisen.
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WO DER SCHATZ LIEGT
Du bist ein Forscher auf einer Schatzjagd oder ein Tiefseetaucher oder ein Bergarbeiter auf der Suche nach Gold. Du bist ein Sucher. Du suchst die Kenntnis des Lebens. Du suchst unablässig Mich. Du schaust unter jedem Blatt. Den Heiligen Gral, nach dem du suchst, jenen hast du bereits.
Jeder Schatz liegt inwendig in dir. Alles, was nicht Kostbarkeit ist, liegt ebenfalls inwendig in dir. Es sieht danach aus, dass du das Leben so erlebst, als würde es auf dir niedergehen. Ob du nun eine Erfahrung zu dir herbeirufst oder ob sie unerbeten deine Welt betritt, du bist der Erfahrer von ihr. Du pfegst mit ihr gemäß deinen eigenen Bezügen Umgang. Du beugst dich zu ihr nieder, in dem Sinne, als du sie als wahr wahrnimmst. Du magst ihr in die Nase schlagen, dennoch beugst du dich zu ihr nieder.
Sobald du bestimmte Entwicklungen oder Elemente im Leben als Feinde siehst, für dich sind sie sehr real. Das muss real sein, sagt dein Geist, denn du kannst es sehen und anfassen. Du kannst es in zwei Teile schneiden, oder es kann dich in zwei Teile schneiden. Jedenfalls, alles was passiert, nimmst du ernst. Du wirst vielleicht sogar das Leben als eine Fehde sehen. Du wirst vielleicht sogar das Leben als einen Gegner sehen, der dir überallhin folgt, der dir Fallen stellt, der in aller Bestimmtheit dabei ist, dich auszutricksen.
Einerlei, wie körperlich, einerlei, wie sichtbar, einerlei, wie sehr die Augen Anderer mit dir in Einvernehmen stehen, alles, was passiert, passiert im Grunde in deinem Geist. Ich halte dir zugute, du wirst etwa nicht in der Lage sein, die äußere Erscheinung der Ereignisse zu ändern, indes hängt alles von deiner Wahrnehmung ab.
Du möchtest gerne zu Mir sagen: „Gott, siehst Du diesen Staubsturm? Es ist ein Staubsturm. Ich habe ihn mir nicht eingebildet. Der Staub gerät in meine Augen. Er tut weh, und er verzerrt meine Sicht. Ein Jeder in meiner Welt erlebt den Staubsturm genauso. Man hört von ihm in den Abendnachrichten. Wie kannst Du sagen, ein Staubsturm existiert nicht?“
Ich sage euch, Geliebte, dass es genau das ist. Der Staubsturm existiert in eurer Welt. Er ist in eurer Welt geheiligt worden. Ein Jeder bestätigt ihn. Eben euer Geist sinnt über den Staubsturm nach. Er existiert in eurem Geist, Geliebte.
Gelage oder Hunger existieren in eurem Geist. Falls ihr keinen Geist hättet, würden weder Gelage noch Hunger existieren. Sie würden euch nicht existieren.
Nun, zwischenzeitlich, da habt ihr einen Geist, der in einem Körper zuhause ist, welcher das Leben als sehr real erlebt. Das Leben geschieht eben in diesem Augenblick, sagt ihr, während Wir reden. Ihr sagt, ihr seid irgendwo, in einem Auto oder in einem Zimmer in einem Haus. Ihr tragt Kleider der einen oder anderen Sorte. Es gilt Rechnungen zu bezahlen und Arbeit zu verrichten.
Selbstverständlich, alldas ist für euch real. Als Kind wurdet ihr angewiesen, euch an diese Welt zu halten. Die Ansichten der Welt wurden euch aufgezeigt. Die Realität, die über das hinausgehend existiert, was man als die reale Welt bezeichnet, wird ab und an angesprochen, und doch ist sie ein Land, was ihr noch nicht erkundet habt. Ihr wisst eigentlich nicht genau wie. Ihr habt nach ihm gesucht. Ziemlich viel habt ihr euch in ihm versucht und es nicht so richtig ernst genommen. Ihr wagtet nicht, es so richtig ernst zu nehmen. Ihr habt euch nicht so richtig auf den Weg gemacht, diese Oase inmitten der Welt, in der ihr lebt, zu erkunden.
Es sieht euch danach aus, als hättet ihr keine Wahl. Staub von einem Staubsturm fällt auf euch herab. Hinterher müsst ihr sauber machen. Ihr seht den Staubsturm, und ihr seht euch als Opfer von ihm.
Erwägt, wenn ihr es mögt, dass selbst einem Staubsturm ein höherer Zweck zueigen sein kann. An ihm kann mehr dran sein, als ihr seht.
An allem ist mehr, als ihr seht.
Ein Staubsturm vernebelt euren Blick. Ich sage, Geliebte, bei allem Respekt, dass alles euren Blick verwirrt. Ich sage, dass ihr durch Staubstürme in aller Klarheit sehen könnt.
Ihr könnt mit Staubstürmen umgehen, und ihr könnt durch sie hindurch sehen. An der ganzen Geschichte existiert eine andere Seite.
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GOLDLÖCKCHEN
Sorgt euch nicht. Hört auf, euch um euch, um eure Freunde, um die Welt Sorgen zu machen. Seid nicht mehr länger mit den Falls und Wenn befasst. Öffnet die Wunden des Lebens nicht mehr. Schaut weiter. Schaut höher. Ihr könnt los lassen, was euch behelligt oder behelligen könnte oder behelligt hat. Ihr könnt Behelligung insgesamt los lassen.
Bei dem, was passieren kann, gibt es kein Ende, und ihr könnt es nicht voraussagen. Falls ihr es wirklich voraussagen wolltet, würdet ihr mehr angenehme Ereignisse voraussagen, als solche, die euch Sorgen bereiten. Was euch große Sorgen bereitet, beschäftigt euren Geist. Ich rate euch an, dass ihr euren Geist mit Wundern beschäftigt, die ihr gerne geschehen wissen möchtet.
Es ist so, als hättet ihr zwei Schachteln vor euch. Ihr könnt die Schachtel öffnen, die ihr öffnen möchtet.
Die eine Schachtel heißt Schachtel der Pandora. Die andere heißt Träume, die Wahr Werden. Hm, welche Schachtel enthält das, was du gerne magst? Aus welcher irdischen guten Bewandtnis heraus möchtest du dir gerne den Inhalt der Schachtel der Pandora anschauen? Um Himmels Willen, weswegen solltest du nicht die Schachtel der Träume, die Wirklichkeit Werden, öffnen mögen.
Oder, da sind Hinweisschilder auf Türen aufgemalt. Die eine Zeile besagt: Die Vergangenheit. In kleiner Schrift steht zu lesen: Du warst bereits hier. Eine besagt: Die Zukunft. In Kleinschrift ist zu lesen: Warten. Noch nicht. Und auf der einen Tür steht: Die Gegenwart. Kleingeschrieben ist da zu lesen: Eben Jetzt. Das meint: Öffne Mich. Auf dieser Tür ist auch ein Bild der Sonne gemalt.
Da ist ein Umschlag, auf dem steht: Konföderiertes Geld. Da liegt ein Umschlag, auf dem steht: Währung. Da liegt ein Umschlag, auf dem steht: I.O.U.’s [Schuldscheine – ThB]. Welchen Umschlag würdet ihr nehmen?
Goldlöckchen hatte drei Betten zur Auswahl. Sie sah sie sich an. Sie legte sich in jedes und probierte die Größe aus. Sie fand das Bett, was ihm passt. Im Leben könnt ihr die Betten nicht ausprobieren. Ihr schlaft jetzt in einem davon. Die anderen zwei existieren nicht. Das eine Bett existiert nicht mehr, und ein anderes ist noch nicht gebaut worden.
Vor dir gibt es drei Flüsse. Welchen davon überquerst du? Den Fluss, durch den du bereits geschwommen bist. Dieses Flusswasser ist jetzt dumpfig und abgestanden. Weiter weg gibt es einen Fluss, du kannst ihn jetzt nicht mal geradeeben erreichen. Du kannst ihn noch nicht überqueren. Du hast zu warten, bis du dorthin gelangst. Und es gibt einen dritten Fluss, der in der Sonne funkelt. Dein Fuß befindet sich bereits in ihm. Welche andere Wahl hättest du im Grunde genommen, als den Fluss zu überqueren, der direkt vor dir liegt?
Es handelt sich um ein leichtes Überqueren. Du hast den Fluss nicht in Form zu schmieden. Sei einfach in dem Fluss, und die Wellen werden dich hinübertragen.
Ich weiß, du weißt es, welche Schachtel zu wählen, welche Tür zu öffnen ist, welchen Umschlag du in deine Tasche stecken, in welchem Bett du schlafen möchtest, und welchen Fluss du überquerst. Du hast einen gesunden Menschenverstand. Irgendwo hast du ihn.
Lasst uns einer jeden Wahl eine kleine Dimension hinzufügen. Einerlei, was du willst, einerlei, wie sehr du zögerst, dich dort zu verorten, wo du bist, Ich existiere inmitten einer jeden Wahl. Ich bin Gott, Gott vergangen, Gott gegenwärtig und Gott künftighin. Ich werde das nicht abschlagen. Ich existiere überall zu jeder Zeit. Du kannst die Vergangenheit Mir überlassen. Du kannst die Zukunft Mir überlassen. Und du kannst jetzt in diesem Augenblick dich mit Mir darin ergehen, was Wir die Gegenwart nennen. Gehe mit Mir in vollem Wissen, dass es eine Gegenwart gleichfalls nicht gibt. Wir gehen bereits gemeinsam. Die
Straße, auf der Wir gehen, heißt Ewigkeit. Wir gehen Hand in Hand an einem zeitlosen Ort, dem keine Begrenzungen zueigen sind. Dort sind Wir. Du könntest genauso gut wissen, wo du bist und mit Wem du zusammen, und bereits lange zusammen bist. Ewigkeit ist mehr als ein Äon und ein Tag. Tatsache ist, es gibt keine Grenzlinie bei der Straße, auf der Wir gehen.
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EIN TEPPICHWEBER
Dieses Leben, in dem du dich befindest, ist allseits frei beschaffen. Das Leben ist nicht in einer Reihe aufgestellt wie Kerzen auf einer Decke oder wie Marschierer in einer Parade. Im Leben geht es um eine andere Art der Fortschreitung. Mit Sicherheit sieht es nach einer freien Form aus. Das Leben erscheint dir bestimmt nicht wie ein pointillistisches Gemälde. Der Teppich deines Lebens scheint dir wohl ein zufälliges Muster zu sein, ohne ein Muster gewebt, ohne Voraussicht, ohne etwas im Sinn gewebt. Dein Leben wird sich dir sicher so gezeigt haben, als sei es gleichzeitig mit mehr als einem Stich gewebt worden. Dir wird es wohl so vorkommen, als sei es mit fallen gelassenen Maschen planlos drüber und drunter gewebt worden. Viele Maschen fielen herunter, so wie du an einer Ecke einen Anhalter aussteigen lässt, um ihn ja danach nie wieder zu sehen. Mit Sicherheit gibt es Maschen, bei denen du, falls sie weitergehen, nicht sehen kannst, wo.
Gewiss webst du deinen eigenen Teppich des Lebens. Natürlich hat es den Anschein, dass ihn Elfen, während du schläfst, gewebt haben müssen, und das selbst untertags, während du wach bist. Irgendwie wurde an dem Teppich weitergewebt, als du nicht hingeschaut hast. Und dieser Teppich hat kein Ende. Er ist nie fertig. Es gibt keinen Zeitpunkt, wann der Saum hinzukommt, und wann du den Faden abbeißen und sagen kannst: „Nun ist es fertig.“ Es gibt an dem Teppich, den du webst, schlicht kein Ende. Du webst einfach die Maschen hinein und heraus. Du kennst nicht einmal den nächsten Stich, den du machen wirst.
Ich möchte dir etwas sagen. Alle Teppiche sind gleich gewoben, und alle Teppiche sind neu. Jedes schlussendliche Muster ist einzigartig. Und dennoch ist Teppich-Herstellen Teppich-Herstellen, und du bist ein Weber des Lebens. Manchmal lehnst du dich sogar hinüber, und webst ein wenig an einem anderen Vorleger.
Du unterweist Andere, wie man webt. Du setzt dich mit Anfängern hin und hilfst ihnen, bei ihrem Vorleger den Anfang zu machen. Viele lernen schlicht, indem sie bei dir und bei der Wolle, die du webst, zusehen. Und gleichwohl gab es niemals eine Zeit, als jemand nicht webte. Ihr macht immer dort weiter, wo ihr stehen geblieben seid. Ihr könnt nicht irgendwo anders weitermachen.
Ihr mögt den Entschluss fassen, mit einem neuen Teppich anzufangen. Ihr mögt neues Garn auftreiben. Ihr mögt euch entscheiden, einen Rundteppich zu weben. Ihr mögt euch entscheiden, eine Sprosse mit anderen Farben zu weben, und dennoch verbinden unsichtbare Fäden euren neuen Teppich mit dem alten. Du bist kein Anfänger. Du bist ein etablierter Teppichweber. Du hast lange Zeit gewebt. Damit bist du befasst.
Und du webst mit der Hand. Du magst denken, du habest einen automatischen Webstuhl vor dir, und doch bist du ein Weber, der mit seinen eigenen zwei Händen webt.
Weben ist eigentlich ganz einfach. Es ist wie durch das Leben gehen, ein Schritt gleichzeitig. Geplant oder ungeplant, du bist ein Weber des Lebens. Es ist keine kleine Sache, dass du ein Weber bist. Einerlei, wie viele Weber es gibt, es gibt keinen anderen Weber wie dich, und gleichwohl webt ein jeder Weber, und manche scheinen mehr geeignet, und andere weniger, und nichtsdestotrotz webt ein Jeder, und das Vorgehen ist das gleiche. Jede Masche, die du webst, ist nie zuvor in der Art, wie du sie jetzt webst, gewebt worden. Jeder Stich ist für sich, und er ist neu, egal, wie viele Male du ihn deiner Meinung nach gewoben hast. Manche mögen auf den ersten Blick gleich aussehen, und dennoch sind keine zwei gleich. Jeder Weber hatte das gleiche Garn, und doch dreht und wendet sich das gleiche Garn, und die Sonne strahlt darauf, oder sie bringt es auf die eine oder andere Art zum Verschießen.
Freilich, nachdem das alles gesagt ist, es gibt nur einen einzigen Meisterteppich, an dem gewoben wird, und ein Jeder ist ein Meister im Weben dieses einen Teppichs, der allen zugehört, gleich, an welcher Ecke er seinem Dafürhalten nach jetzt in dem Augenblick an der Arbeit ist.
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EIN WORTE-WEBER
Und du bist ein Weber von Wörtern. Wörter sind wie Stiche, die du nähst. Du heftest Fäden von Wörtern über das Universum. Bestimmt ist die Welt durch Wörter, die sie mit einem Kreuzmuster überziehen, zusammengefügt. Du machst große Stiche. Deine Wörter gehen hinein und hinaus. Deine Wörter nähen die Welt eng zusammen, oder sie belassen sie locker mit einer Menge Raum zum Wachsen und Werden.
In der Welt, dort beißt ihr die Stiche der Wörter ab, die ihr hinein und heraus webt. Eure Wörter durchsetzen sich mit anderen Wörtern, und somit ist ein Diagramm am Entstehen. Dieses Diagramm ist unsichtbar, gleichwohl ist es im Entstehen begriffen.
Eure Wörter sind wie der griechische Choros, der von hinter der Bühne singt, und doch, was hinter der Bühne passiert, ist wichtig dafür, was auf der Bühne passiert. Eure Wörter kommen wie ein Echo zu euch zurück. Ihr bestimmt eure Welt. Die Welt, die für euch keinen Sinn ergibt, hat eure Wörter vernommen, und sie hat euren Ton der Stimme gehört.
Eure Wörter sind wie Noten der Musik. Die Töne flnden in eurem Geist ihren Nachhall, und ihr spielt sie der Welt. Eure Wörter sind die Aufnahmen, die rund um die Welt gehört werden. Eure Wörter sind die Pfeile, die ein jedes Herz durchdringen. Eure Wörter sind eure Gedanken, Gedanken in manifester Form. Das Timbre eurer Gedanken ist ohne den Autor der Wörter und ohne seine Leser, die es kennen, ungehört. Ungehörte ungesehene Wörter werden gehört und gesehen und materialisieren sich.
Erhebt euch aus dem Bett der Wörter, die ihr euch selbst und somit der Welt erzählt habt.
Schlagt neue Seiten eurer Gedanken auf.
Ihr könnt das. Ihr könnt heute ohne die gleichen alten Gedanken aufwachen. Ihr könnt heute morgen für die Welt die Sonne sein und euch in großem Licht erheben. Ihr seid euch bestimmt gewahr, dass ihr eure eigene Welt entzündet, oder, falls ihr das nicht tut, dass ihr bei ihr die Schatten abdunkelt. Ihr könnt die Lautstärke eurer Gedanken nicht herunterdrehen. Eure Gedanken klingen in eurem Geist und ebenfalls im Geist Anderer nach.
Eure Gedanken sind der große Läufer, auf dem die Welt geht. Verstetigt eure Gedanken, Geliebte. Ihr seid das Fundament der Welt.
Eure Gedanken sind Brücken, die den Fluss des Lebens überqueren. Ihr stellt Brücken nicht einfach für euch selbst her. Ihr stellt Maut-Brücken her, und ihr bezahlt die Maut.
Eure Gedanken wehen wie Staub. Eure Gedanken wandern wie die Luft, und ihr atmet Gedanken Anderer ebenfalls ein.
Eure Gedanken sind wie eure Kinder, die ihr zur Schule schickt. Später kommen sie dann nachhause, und öfters bringen sie ihre Freunde mit.
Keine Gedanken sind ausschließlich eure eigenen. Keine Gedanken sind untätig, Geliebte. Wörter haben ihre Arbeit zu verrichten. Vielleicht werft ihr sie empor. Ihr sendet sie weg, und ihr wisst nicht, wo sie landen werden, und dennoch könnt ihr wissen, dass sie zu euch zurückkehren werden. Eure Wörter sind wie Brieftauben.
Eure Wörter sind wie ein Gitternetz über dem Universum.
Eure Wörter sind nicht still. Eure Wörter sprechen für euch. Eurer Stimme oder eurem Geist entlassen, sind eure Wörter wie Pfadfinder, die ihr aussendet, um den Ort zu erkunden. Einzig, eure Pfadfinder stellen den Schauplatz auf. Sie malen ihn sich.
Manchmal sind Wörter geschrieben. Geschrieben oder gesprochen – Wörter können nicht zurückgenommen werden. Sie werden zurückkommen, dennoch können sie nicht ungeschehen gemacht werden. Sie haben ihre Route zu nehmen, und sie werden niedergehen. Jedoch können andere Wörter an ihre Stelle treten. Ihr könnt neue Botschaften aussenden, und sie werden ebenfalls rund um die Welt vernommen werden. Ihr seid wie ein General, der neue Truppen aussenden kann. Ihr könnt die Truppen aussuchen, die ihr hinausschickt. Ihr könnt Friedensstifter aussenden.
Ihr könnt von eurem Herzen Bänder aussenden. Ihr könnt die Welt schmücken. Ihr könnt sie in vollem Staat herausputzen. Ihr könnt sie in Lumpen kleiden. Ihr könnt die Welt schön machen. Das könntet ihr genauso gut. Auf alle Fälle hinterlasst ihr euren Daumenabdruck.
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EIN KLANG ALLEIN
Auf die gleiche Weise, wie eure Gedanken die Welt erreichen, tun es die Meinen. Gehört oder ungehört, Meine Worte langen trotzdem an. Meine Worte sprechen sozusagen für Mich.
Wir können sagen, dass Ich am Anfang der Schöpfung einen einzelnen Klang erzeugte, und dieser Klang besteht fort. Es ist sicher, er hat nicht aufgehört. Du hörst jetzt das Summen Meiner Stimme.
Ich spreche nicht in irgendeiner Sprache, und gleichwohl werde Ich in allen Sprachen gehört. Natürlich, Ich BIN, denn Ich BIN jenseits der Sprache.
Ich rede nicht in Zungen. Du hörst Mich in der Sprache, mit der du vertraut bist. Es ist so, wie wenn du eine dir vertraute Melodie hörst, und zunächst kannst du sie nicht zuordnen, und dann, beim dritten Mal, kommen dir die Wörter des Liedes zu. Ich bin das Lied, was inwendig in dir noch nicht ganz vergraben ist. Ich bin das Lied, was vergessen ist, auf das jedoch angespielt wird. Und dann habt ihr einen Durchbruch. Geliebte, Wir sprechen die gleiche Sprache, selbst während Wir jenseits der Sprache, weit jenseits von ihr, sind.
Sprache ist ein Werkzeug, um Bedeutung heraus zu graben, Bedeutung freilich ist nicht von der Sprache abhängig.
Es gibt eine Menge über Mich, was von eurem Gedächtnis her stammt, Geliebte. Ich werde aus den Tiefen von euch aufgerührt. Ihr könnt Mich als das Brüllen des Löwen ansehen. Vielleicht hört ihr es nicht, und doch könnt ihr wissen, dass ein Löwe brüllt. Ich benutze das Wort brüllen als ein Beispiel, denn selbstverständlich brülle Ich nicht. Ich summe, brülle aber nicht.
Ich bin das Summen des Universums, und durch euch halle Ich nach. Ihr seid nie ohne Mich, und Ich bin nie ohne euch. Zerbrecht das Wort ‚ohne‘ in zwei Teile. Ich bin nicht außerhalb von euch. Ich bin nicht bei euch draußen. Ich bin nicht mehr außerhalb von euch, als ihr euch an dem Äußeren von Mir befindet. Wir sind Eins, indessen, so würdet ihr es wohl sagen, mit wechselseitig austauschbaren Teilen, und dennoch sind Wir nicht irgendwie in Teilen, denn Wir sind Eins. Unsere Gemeinschaft ist nie auseinandergegangen.
Höre Mich. Höre die Herrlichkeit deiner selbst. Höre dein Löwengebrüll. Das Gebrüll des Löwen, von dem Ich rede, ist freundlich. Es ist der Klang Unseres Einen Herzens, das schlägt.
Was die Frage anbelangt, ob eine Hand allein Beifall klatschen kann – also, natürlich kann sie das.
Klatschen quillt hervor. Entzücken braucht nicht einmal eine Hand! Es braucht überhaupt keine Hände.
Entzücken erhebt sich aus Tieferem als von irgendeiner Hand. Beifall ist unumgehbar, weil eine große Wertschätzung des Universums eben eure natürliche Ausdrucksweise darstellt. Alles Mindere als Würdigung ist unnatürlich.
Geliebte, ein blinder Mensch sieht. Sehen geht über die Augen hinaus. In der antiken Literatur war es tatsächlich der Blinde, der sehen konnte. Er war nicht so sehr abgelenkt. Er sah mehr als sehen. Er erkannte. Aufgrund seiner Blindheit setzte er mit dem Sehen aus, denn alles Wissen liegt inwendig in jedweder Reflexion des Einen Herzens, was durch das Universum pulsiert. Alles Sehen ist inwendig Sehen. Licht, was angeht, ist nicht außerhalb von euch. Außerhalb von euch ist nicht.
Ja, ja, ihr könnt das anfassen, was anscheinend außerhalb von euch ist, und ihr könnt Bilder davon zeichnen, gar Diagramme davon entwerfen, von ihm Maßangaben herstellen, und dennoch ist dies
Wahrnehmung. Eure Wahrnehmung. Wahrnehmung kommt von inwendig in euch. Wahrnehmung
existiert nicht außerhalb von euch. Ihr nehmt heiß und kalt wahr, heiß und kalt sind aber relativ. Was ihr wahrnehmt, ist die relative Welt, die schier existiert, so wie ihr sie seht. Falls ihr sie nicht wahrnehmen würdet, würde sie anscheinend nicht existieren. Ihr seid der Betrachter, und gleichwohl sind eure Augen beschränkt.
Je mehr ihr auf euer größeres Gewahrsein Unseres Einsseins zu wachst, ein umso geringerer Anteil an Aufmerksamkeit ist auf die näheren Einzelheiten gerichtet. Eure Aufmerksamkeit geht mehr in Richtung der Ganzheit, die existiert. Und wo existiert Ganzheit? Wieso, sie existiert inwendig in euch. Indes, trotzdem gibt es kein mit außerhalb von euch [‚with out you‘ – ThB]. Es gibt ein einziges Lied, und das lautet Ich, und das ist endlos.
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SIEH, WAS PASSIERT, WENN DU LOS LÄSST
In der relativen Welt, in der ihr den Großteil eures Gewahrseins verbringt, ist alles relativ. Die eine Sache hängt von der anderen ab. Es ist, als stünde nichts für sich selbst. Es gibt heiß und es gibt kalt. Die gleiche Temperatur mag euch warm oder kalt erscheinen, abhängig davon, wie ihr es empfindet. Im Frühjahr empfindet ihr eine Temperatur von 10° als warm, weil sich in dieser Jahreszeit die Luft erwärmt. Im Herbst findet ihr 10° kalt, weil sich die Luft abkühlt. Das ist die fluktuierende relative Welt, von der Wir reden. Sie ist vergänglich und änderlich.
Demnach sind Traurigkeit und Glücklichsein zwei Enden des gleichen Geschehens. Es gibt eine unsichtbare Skala, die den Inhalt deines Herzens zu jedem Zeitpunkt abwiegt. Du bist derart wandlungsfähig, dass du sogar zur selben Zeit traurig und glücklich sein kannst. Du kannst sogar weinen vor Freude und im Elend tränenlos sein.
In der relativen Welt ist nichts in Stein gemeißelt. Und falls das so wäre – selbst Steine zerfallen. Ihr lebt in der relativen Welt, und indes gibt es keinen Grund unter euch. Es gibt keine solide Erde, Geliebte. Alles ist im Fluss. Ihr lauft Treppen aufwärts, und ihr lauft Treppen abwärts. Die Welt ist wie ein Klavier, was gespielt wird. So viele Tasten kommen aus einem einzigen Piano heraus, und eure Finger bewegen sich rauf und runter.
Doch selbst im Relativen gibt es Dinge, die im Grunde nicht genau umgrenzt werden können. Politik verharrt nicht an einer Stelle. Ein Wort hat zahlreiche Bedeutungen. Geld, das dem Anschein nach die öffentlichste Sache ist, die es gibt, ist ein Stück Papier, was eine Menge bedeutet, und was allerdings verschiedenartige Dinge bedeutet, abhängig davon, wer du bist und worin deine Situation besteht. Etlichen Menschen sind diese Stücke Papier Reichtum, und bei Anderen belaufen sie sich auf Armut. Geld wird mit allerhand kreditiert, und dennoch würden Könige alles, was sich in ihren Truhen befindet, für eine wiederhergestellte Gesundheit geben.
Und somit reden Wir in der relativen Welt von Werten, von angeblichen Werten. Etlichen ist Geld Macht, und doch ist es ein Stück Papier, auf dem Wörter, Ziffern und Bilder aufgedruckt sind. Was ist im Grunde genommen der Unterschied zwischen Dollars und Monopoly-Geld, wenn nicht der Wert, der auf ihm festgesetzt ist? Selbst Gold kauft euch, sofern ihr in einem Sturm verschollen seid, keine Landkarte oder kein Essen.
Alles, worauf ihr euch verlasst, ist nicht verlässlich.
Selbstverständlich, ihr müsst denken, dass Ich nicht verlässlich bin, denn ihr seht nicht immerzu die Segnungen, die Ich über euch ausgieße. Ihr mögt sogar zur Einsicht gelangt sein, dass ihr meint, Ich nähme sie euch weg.
Das Leben hat ein Leben aus sich selbst heraus. Seine Wege sind unauslotbar. Und demnach fühlt ihr euch abgedriftet dabei, was euch ja manchmal wie ein liebloser Ort scheint.
Und doch, Liebe ist alles, was ist, und selbst Liebe ist in der Welt relativ gemacht worden. Ihr mögt gar in der Welt sozusagen mit einer Bettlerschale herumgehen, voller Verzweiflung auf der Suche nach Liebe, unterdessen ihr alle Liebe in der Welt, und gleichzeitig alle Liebe im Himmel habt.
Geht nicht im Leben in einer eingebildeten erbärmlichen Armut an Liebe herum. Wenn ihr Liebe finden wollt, wenn ihr einen Bedarf an Liebe verspürt, dann ist das Einzige, was zu tun ist, damit anzufangen, sie zu geben. Wo sonst findet ihr Liebe als in eurem eigenen Herzen? Während ihr Liebe gebt, fangt ihr an zu sehen, wie viel Liebe ihr habt. Geliebte, ihr seid voller Liebe. Ihr bittet Andere, den Platz in eurem Herzen zu füllen, unterdessen er bereits angefüllt ist. Voll, aber noch nicht angezapft. Demnach zapft ihr jetzt euer Herz an, wie ihr das bei einem Bierfass tut, und ihr fangt an, Krüge der Liebe aufzufüllen und sie auszureichen.
Geliebte, sobald ihr in eurem Herzen keine Liebe spürt, ist das der Punkt, wann ihr es am meisten nötig habt, sie auszugeben.
Sofern ihr mehr Liebe möchtet, ist es das, was zu tun ist. Und falls ihr nur einen Dollar in eurer Tasche übrig habt, gebt ihn fort. Geben ist das gleiche wie los lassen. Seht, was passiert, sobald ihr los lasst.
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AUS GROSSEM FRIEDEN ENTWACHSEN GROSSE BÄUME
Natürlich hast du beim Weltfrieden eine Rolle zu spielen. Heavenletters, neben anderen Dingen, besänftigen eure einzelnen Herzen. Und eure besänftigten Herzen sind der Welt ein lindernder Balsam. Ihr habt eure Rolle im Weltfrieden nicht zu kennen, das begreift ihr. Frieden handelt nicht davon, was ihr wisst oder wie viel ihr wisst. Je mehr ihr mit eurem wahren Selbst harmonisiert, desto mehr tragt ihr überall zum Frieden bei.
Euch ist es gut zu wissen, dass der Frieden gut ist. Nicht jeder anerkennt das, oder nicht in einem großen Ausmaß. Es muss Jene geben, die das Gefühl haben, dass Konfrontation eine Anspannung darstellt, und dass Anspannung besser sei als Friede. Sie glauben wohl mehr an Reizung als ans Atmen in Frieden.
Manche sehen den Frieden als einen statischen Zustand, im Grunde als Stumpfsinn. Natürlich irren sie sich.
Im Frieden existiert eine große Lebhaftigkeit. Aus großem Frieden entwachsen große Bäume.
Niemand wird glauben, dass das Rumpeln und Hochschlagen der Erde bei einem Erdbeben besser sei als ein ruhiger Erdboden, und doch geben Jene einem Erdbeben an Auseinandersetzungen den Vorzug. Falls es etwa für Menschen absichtlich möglich wäre, einen Knopf zu drücken, um ein Erdbeben auszulösen, würden sie das wohl einfach der Nachrichten halber tun.
Geliebte, es gibt keinen Krieg ohne eure Beteiligung, und es gibt Friede einzig mittels dessen, dass ihr ihn vorzieht.
Friede ist ein fruchtbares Feld. Krieg ist ein Feld voller Minen. Friede ist beständig. Krieg geht bei jeder Kehre in die Luft.
Geliebte, lasst den Frieden in eurem Herzen Wohnung nehmen. Lasst los, was auch immer in eurem Herzen angefacht ist, denn ihr seid dafür da, der Welt ein wenig Friede zu bringen. Ihr werdet sagen, ihr liebt die Menschheit, und ihr liebt die Welt, und dennoch beherbergt ihr in eurem eigenen Herzen Feindseligkeit, und das vielleicht für jemanden in eurer Familie.
Euer Leben handelt nicht einfach von euch und eurer Familie, und doch seid ihr ein Steuerungs-Mechanismus für die Welt. Ihr habt einen Einfuss auf die Richtung, die die Welt nehmen wird. Werdet die Negativität in eurem Herzen los, und der anhaltende Friede gerät zur Nachwirkung des Krieges.
Sagt nicht: Wie kann es dieses oder jenes Land wagen, derart ausfällig, derart übelnehmend, derart kriegerisch, derart töricht zu sein, und mit eurem Land aneinander geraten? Falls niemand das Gefühl hätte, sich zu wehren, gäbe es keinen Angriff. Gebt einem jeden Land in eurem Herzen das ihm Gebührende. Gebt es ihnen. Alle Länder brauchen von euch Segnungen. Segnet euer eigenes Land, und segnet das Land, was etwas übel genommen oder was ein Vergehen begangen hat.
Beseitigt den Splitter aus eurem eigenen Auge, Geliebte. Bezwingt den Krieg in eurem Herzen. Seid einfach, und beendet den Krieg. Achtet auf euer eigenes Herz. Werft keine Steine. Seid der Schöpfer von Frieden. Der Bock hält bei euch.
Wenn du in deinem Herzen auf jemanden, dich mit eingeschlossen, einen Ärger hast, werde ihn los.
Öffne die Tür deines Herzens, damit Ärger und das Empfinden des Rechts auf Vergeltung ohne weiteres Aufheben abgehen können, und damit der Liebreiz des Friedens eintreten kann. Macht für den Frieden Raum. Leert euer Herz von allem, was nicht Friede ist, und es wird Liebe da sein, die euer Herz erfüllt.
Friede begleitet die Liebe. Friede rührt euer Herz nicht auf. Friede schenkt eurem Herzen Erleichterung. Die Liebe in eurem Herzen ist wie kühlende Kokosnussmilch. Die Ausfütterung eures Herzens wird Friede.
Das meint nicht, dass euer Herz ruhig zu sein hat. Es kann laut sein voller Lachen. Es kann vor Freude hüpfen. Eure Herzwellen sind nicht mehr chaotisch, das ist alles. Es gibt keine vorher festgelegte, ordentlich aufmarschierende Musikkapelle in eurem Herzen. Es gibt kein Stapfen, und keine Paraden. Im Frieden wird euer Herz frei, und es tanzt, wie es zuvor noch nie getanzt hat. Ein Hurra auf euer Herz des Friedens.
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UNBESCHRÄNKTES HERZ UND UNBESCHRÄNKTER GEIST
Vielleicht hast du dir um dein Herz und um dein Leben einen Kokon gebaut. Vielleicht hast du einen Kreis gezogen, der dich drinnen und das Leben draußen hält. Vielleicht fühltest du dich in diesem Kreis beschützt. Ja in der Tat, weite deinen Kreis aus. Sei in Meinen Armen beschützt. Beseitige beschützende Kreise. Sie sind ohnehin aus Spinnfäden hergestellt. Das Konzept des Hinein oder Heraus ist nebenbei gesagt Illusion. Letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass es keinen sicheren Platz gibt, oder dass alles sicher ist. Was davon ist es? Welches möchtest du gerne haben?
Sicherheit stellt nicht mal eine Frage dar, ausgenommen in physischen Bezügen. Selbst das Emotionale ist physisch, das verstehst du. Du bist eine groß und aufrecht dastehende Seele. Du bist im Grunde nicht Teil eines Boxkampfes. Es gibt kein auf zehn Zählen.
Es gibt keine zehn Yard auf dem Fußballfeld. Es gibt nur Landeberührungen. Wo immer du bist oder zu sein scheinst, du bist hier bloß niedergegangen für einen Durchgang von eingebildeter, durchaus wohlbemessener Zeit, zugeteilt in einem eingebildeten Raum.
Schau weniger danach, geerdet zu sein. Schau danach, zu fliegen. Es ist kein Zufall, dass Jeder fliegen möchte. Ihr seid dafür bestimmt, mit Flügeln versehen zu sein. Solange euer Körper auf den Boden festgelegt ist, lasst demnach euer Herz fliegen. Lasst es hoch fliegen. Lasst es euch zu einem neuen Territorium tragen. Lasst euer Herz euch dorthin bringen, was nicht Jedem zugänglich ist, über die Grenzen hinaus, über einen eingebildeten Kreis hinaus. Selbst der größte Kreis hat Grenzen. Und du bist ein unendliches Seinswesen, ohne Begrenztheit. Wieso dich selbst begrenzen?
Um es anders auszudrücken, fast Jeder hat Grenzen, und sie sind von ihm selbst erschaffen. Jedwede Grenzen stammen aus eurer eigenen Fertigung. Das Physische soll euch nicht begrenzen. Wenn ihr euch in einem Raum von 4×4 m befindet, habt ihr ein unbeschränktes Herz und einen unbeschränkten Geist. Nehmt Höhe auf.
Höhe aufnehmen ist nicht fliehen. Es ist irgendwohin gehen. Es ist sich erheben.
Selbst in der Ausgrenzung kannst du wegfliegen. Seid bitte nicht durch die Psychologie begrenzt.
Erfindet keine Grenzen, gebt ihnen keine Namen und respektiert sie deswegen nicht sehr. Brecht aus.
Du bist ein Reisender. Du hast einen grenzenlosen Pass. Du kannst überall hingehen. Du kannst die Galaxien bereisen. Du kannst auf Sternen niedergehen. Du kannst das Märchen-Königreich und die innere Erde aufsuchen. Es gibt keinen Ort, wo du nicht sein kannst, selbst wenn Raum im Grunde nicht existiert.
Und somit sage Ich euch, dass alles Fiktion ist, die auf Tatsachen basiert. Alle Schöpfung ist wohlfundierte Illusion, und indes gibt es nichts, was echt ist. Allerdings gibt es eine einzige Eine Wahrheit. Es ist möglich, bis zum Unendlichen zu zählen, und doch, was soll gezählt werden, und wer verrichtet das Zählen und weswegen?
Ihr strömt durch das Leben, das voll und ganz neu und frisch ist und sich noch nie zuvor begeben hat, obschon es zugegen war und die gleichen nichtexistenten Linien zahlreiche Male zuvor gekreuzt hat, wenn denn die Zeit tatsächlich existierte, um das Leben, was ist, darin einzeln aufzuzählen. Wohin würdet ihr die Strichlisten stellen? Was ihr niederschreibt, verblasst in der Sekunde, in der es geschrieben wird.
Alles ist Illusion, und doch ist Illusion köstlich. Ihr seid versessen darauf. Selbst in Verzweiflung seid ihr versessen auf ihr. Ihr haltet am Leben fest, obwohl man sich eigentlich am Leben nicht festhalten kann. Zur selben Zeit kann es euch nicht weggenommen werden. Die Ewigkeit ist keine Sache. Und ihr seid immer. Ihr werdet immer existieren, und ihr habt es immer getan. Und doch werdet ihr diese Identität, in die ihr euch um euch herum eingeschlagen habt, gehen lassen. Ihr werdet wirklich kennen lernen, Wer Ihr seid, sobald ihr identitätslos werdet.
Oh, ja, das Leben ist ein ziemlicher Widerspruch, danach sieht es aus. Ein Widerspruch in den
Begriffen. In der Wirklichkeit gibt es nichts, was sich widerspricht, und niemand, der ihm widerspricht. In Wirklichkeit gibt es Einssein. Und was für ein Einssein das doch ist. Dem kommt nichts gleich.
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HÖRE DEN BLUMEN ZU
So wie es keine Zeit gibt, gibt es kein langsam oder schnell. Wie du demnach dein Wachstum erkennst, ist wundervoll. Es gibt wirklich keine Messungen. Sobald du mit dir selbst unzufrieden bist, misst du das Unmessbare.
Wächst ein Baum langsam und eine Blume rasch? Nicht aus ihrer eigenen Bestimmung heraus.
Wachsen sie nicht genauso, wie es ihnen von Anfang an zukommt, und infolgedessen genau richtig? Welcher Baum oder welche Blume ist mit sich selbst ungeduldig? Welcher oder welche findet sich nicht gehuldigt?
Es braucht den menschlichen Geist, um sich derartige Gedanken auszudenken.
Das Blattwerk ist glücklich, so wie es ist. Es trauerte im Winter nicht. Es ist das ganze Jahr über entzückt, ist froh, schlicht zu sein. Wachsende Dinge denken nicht einmal in Begriffen von kalt oder heiß. Wachsenden Dingen ist, was ist, und das hält keine weitere Qualifizierung für erforderlich.
Wachsende Dinge stellen nichts infrage. Es ist nicht einmal so, dass sie etwas akzeptieren, weil akzeptieren der Befähigung abzulehnen bedürfte. Was würden die Petunien in deinem Blumenkasten ablehnen mögen?
Wir könnten sagen, dass Blumen zufrieden gestellt sind, wie sie sind, wie allerdings existiert Zufriedenheit, sofern Unzufriedenheit nicht existiert? Kann das eine ohne das andere sein?
Wo immer eure Blumen wachsen, welchen Blick sie auch haben, worauf sie auch schauen, sie sind glücklich. Sie beurteilen nicht. Sie sind nicht auf etwas versessen. Es ist mehr so, dass sie rot werden und sagen:
„Gott, Dankeschön. Danke für die schöne Sonne, und Danke für den schönen Regen. Danke für alles, was ist. Ich trinke aus Deiner Hand. Ich bin von Dir durchtränkt. Ich weiß, ich bin aus Deinem Herzen entsprossen. Sobald meine Blätter und Blüten fallen, komme ich nach wie vor von Deinem Herzen. Ich bin aus Deinem Herzen. Du hast mich erschaffen, und Du hast mich schön erschaffen. Ich wende mich dorthin, und dies, damit Alle die Schönheit dessen, was Du gemacht hast, sehen können, und doch bin ich Dir stets gegenüber. Ich wende mich nie von Dir weg. Dein Licht scheint auf mich. Deine Schönheit scheint auf mich, und deswegen refektiere ich die Schönheit des Einen, Der mich geschaffen hat. Ich lebe in Deinem Licht, und Dein Licht ist, was ich sehe. Es gibt nichts anderes, was ich sehen könnte. Es gibt keinen anderen Ort, wo ich stehen könnte, außer in Dir. Und es gibt nichts anderes, was ich offenlegen kann, als die Schönheit von Dir.“
Lauscht den Blumen, Geliebte, denn ihr habt viel von ihnen zu lernen.
Ich habe im Wachsen begriffene Dinge besungen, und du, Geliebte, Geliebter, bist etwas Wachsendes. Dein Schritt ist richtig. Lasse ihn nun fest sein. Du wächst schön. Du wächst einfach genau richtig. Du wächst zu Mir. Etwas anderes hast du nie getan. Und nun bist du dir des Lichts gewahr, was du scheinst, und was du für Mich scheinst.
Durch wen sonst möchtest du gerne gesehen werden? Oh, ja, durch die Menschenmengen, was aber zählen die Menschenmengen, während Ich inwendig in dir stark und einvernehmlich bin? Was du auch wahrnimmst davon, was die Welt von dir denkt, du hast Meine Bewunderung. Du hast Mich in deiner Tasche. Du hast Meine Liebe in deinem Beutel. Du hast Mich. Ich bin dein Rückgrat. Etwas anderes nicht. Niemand sonst ist das.
Was solltest du fürchten mögen, solange du Mich näher als nahe hast? Welcher Zweifel könnte dich befallen, solange du Mich inwendig hast? Was würde dich zum Taumeln bringen, unterdessen Ich dich fehlerlos finde?
Falls du an Mich und Meine Liebe nicht zu 100 % glauben kannst, dann glaube an Mich zu 10 %. Glaube an Mich zu einem Prozent. Und falls du überhaupt nicht an Mich glauben kannst, macht das nichts, weil Ich an dich glaube. Ich glaube an dich ausreichend für beide von Uns, denn Ich kenne Unser Einssein. Ich kenne es genauso gut, wie ich die Rückseite Meiner Hand kenne. Ich kenne, was Ich sehe, wann Ich dich sehe. Ich sehe Mein Licht. Es ist da, alle können es sehen. Mögest du es als erstes sehen, und sodann wird es allen Anderen klar werden. Du bist mehr als der Spiegel Meines Lichts. Spiegel können entzwei brechen, nicht aber Mein Licht. Mein Licht kann nicht zerbrechen, und infolgedessen du auch nicht. Niemals kannst du je zerbrochen oder unkenntlich sein. Bloß in deiner Wahrnehmung kannst du das, und jetzt ändert sich deine Wahrnehmung ganz unmittelbar vor deinen Augen.
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GLÜCKLICHSEIN JETZT
Ebenso viel Glück aus deinem Inneren heraus bersten kann, ebenso vermag es zu jeder Zeit heraus zu bersten. Glück hat nicht zu warten. Glücklichsein ist von dir abhängig. Wieso warten?
Signalisiere dir selbst, glücklich zu sein. Warte nicht auf einen anderen Tag, damit etwas passiert, bevor du dir selbst Glücklichsein gestattest. Ich sage dir, du bist es jetzt wert, glücklich zu sein, weswegen also aufschieben?
Vielleicht hast du Glücklichsein in einer bestimmten Weise definiert. Vielleicht hast du seine unveräußerlichen Rechte fortgenommen. Vielleicht hast du es an kurzer Leine gehalten. Vielleicht ist das Glücklichsein bereits dein. Du hältst den Kohinoor-Diamanten in deiner Hand, und weißt es nicht.
Du wurdest des Glücklichseins halber gemacht. Ist das kein verblüffender Gedanke? Falls du glaubtest, dass du dafür bestimmt seist, glücklich zu sein, würdest du es dann nicht sein? Du denkst doch nicht wirklich, dass Ich dich dazu geschaffen habe, zu grollen, oder doch? Was, meinst du, würde Ich gerne für dich aussuchen? Wirf jene Gesichter mit dem Mundwinkel nach unten raus. Erinnere das Gesicht mit dem Lächeln.
Empfinde es nicht so, dass du trotz deines Lebens zu lächeln habest. Lächle aufgrund deines Lebens. Lächle, weil du auf der Erde lebendig und in Meinem Königreich lebenswichtig bist. Betrete das Feld des Glücklichseins. Wieso nicht im Glück leben?
Wähle jeden Tag das Glücklichsein. Wähle es jeden Augenblick. Lasse jedwede Unzufriedenheit los, die dich vom Glücklichsein abhält. Ziehe keine Schnute. Sei glücklich.
Sei glücklich der Möglichkeit halber. Es mag sein, das Glücklichsein wird dir nicht auf einem
Silbertablett dargereicht, dennoch wird es dir angeboten. Ich halte es jetzt wie eine Grußkarte zu dir hin. Öffne es jetzt, und lächle. Es ist für dich. Es hat deinen Namen darauf. Du musst nicht seinetwegen unterschreiben. Nimm es einfach. Anerkenne, dass das Glücklichsein für dich ist. Du hast es nicht einzutreiben. Du hast es schlicht und einfach zu haben.
Glücklichsein hat nicht an etwas anderem angehängt zu sein. Das hast du gedacht. Du hast gedacht, etwas müsse passieren, bevor das Glück das deine sei.
Ich sage dir nicht, dass du es eingraben musst, so, als wollte es wegrennen. Ich sage, das Glücklichsein ist jetzt dein. Halte es einfach vor dir. Stelle es nicht beiseite. Halte es genau bei dir. Mache es jetzt zu deinem Freund. Es möchte dir zu Nutze sein. Mache es dir nun zu Nutze.
Das Glücklichsein ist nichts, um darauf zu warten. Es ist etwas, um es eben in dem Augenblick entgegenzunehmen.
Erhebe Anspruch auf dein Glücklichsein. Mache es zu deinem eigenen. Nimm es in dein eigenes Herz hinein.
Es ist kein Zusatz. Es ist keine Rüsche. Es ist dein Geburtsrecht. Lass es dir nicht wegnehmen. Gib es nicht fort oder lege es nicht beiseite. Obschon Glücklichsein nicht etwas ist, was du anhast, ziehe es an. Lege es nicht auf der Fensterbank ab, wie du es mit einem Diamantring tun könntest, während du abwäscht. Behalte es bei dir. Lege das Glücklichsein nicht einmal für einen Augenblick weg. Du hast die Macht, glücklich zu sein.
Glücklich zu sein ist etwas Schönes, was du sein kannst. Es ist großherzig. Mit dem Glücklichsein ist es drollig. Wenn du es hast, gibst du es der Welt, und zur selben Zeit behältst du es. Das Glücklichsein ist dein, und doch versprengst du es auf jeden. Es ist unmöglich, das nicht zu tun.
Was ist das Größte, was du für die Welt tun kannst? Lebe dein Glücklichsein. Im Regen oder in der Sonne, lebe dein Glücklichsein.
Glücklichsein ist nicht wie Bräune, die du nur in der hellen Sonne bekommen kannst. Glücklichsein ist immer zugänglich, und Ich möchte, dass du an ihm teilhast. Fülle deinen Teller mit Glücklichsein. Keine winzigen Portionen, wenn es ums Glücklichsein geht. Wenn du dich in Sachen Glücklichsein auf Diät befindest, befindest du dich auf Diät, es zu bekommen. Das Schild auf dem Buffettisch besagt: „Nimm alles, was du möchtest. Du kannst nicht zu viel nehmen.“
Glücklichsein vervielfältigt sich. Du hast nicht zu wissen, wie es zu vervielfältigen ist. Das Glücklichsein wird sich aus sich selbst heraus vermehren. Wisse schlicht, dass es das deine ist, und es wird sich vergrößern, bis die Welt mit ihm voll ist, bis sie sich als überfließendes Glücklichsein ausweist, bis sie auf jede erdenkliche Weise Glücklichsein ist. Glücklichsein überall. Glücklichsein wild wuchernd. Glücklichsein überall, weil du es wählst.
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DER VERLORENE SOHN
Tagsüber siehst du, wenn du aus dem Fenster schaust, zahlreiche schöne Dinge. Ist es dunkel, so ist das Fenster immer noch da. Was außerhalb des Fensters ist, ist immer noch außerhalb des Fensters, doch liegt es im Dunkeln. Der einzige Unterschied ist, dass du im Dunkeln nicht in der Lage bist, das zu sehen, was jenseits des Fensters liegt. Die Dunkelheit deckt es zu.
Im Dunkeln, wenn du was draußen vor dem Fenster ist nicht sehen kannst, stellst du die Existenz dessen, was jenseits deiner Sicht liegt, nicht infrage. Du hast nicht auf die kommende Sonne zu warten, um zu wissen, dass die Bäume und allerhand darüberhinaus nach wie vor existieren. Du weißt das.
Alles Existente existiert, ob du es siehst oder nicht.
Ihr seid immer auf der Innenseite, Geliebte. Man hat immer gesagt, dass du bekämst, was du siehst, und das Gegenteil ist ebenfalls wahr. Du bekommst, was du nicht siehst. Du siehst Mich, Gott, nicht, Mich, Der inwendig in allem und dennoch jenseits des Physischen existiert. Es mag sein, du wirst dich gegenüber dir selbst nicht durchzusetzen vermögen, um nur einen Nachweis von Mir zu erblicken. Du wirst vielleicht das Offensichtliche der Sonne, der Sterne und der Liebe, die du vorziehst, nicht zu sehen, übersehen. Nichtsdestotrotz, deine Wahrnehmung ist bloß deine Wahrnehmung. Dein Mangel an Sicht beseitigt die Sonne, die Sterne und die Liebe nicht. Deine begrenzte Wahrnehmung bringt Mich nicht dazu, zu verschwinden oder fortzugehen. Ich bin inwendig in euch, Geliebte, in euch eingebettet. Ich bin nicht am Schlafen.
Nichtsdestotrotz, der Gott Inwendig in Euch wird erwachen. Der Gott Inwendig in Euch ist erwacht. Eine Zeituhr war gestellt, und sehr bald, vielleicht in etlichen Augenblicken, wirst du mit deiner GottesUhr vertraut sein. Du wirst sie sehen. Kannst du jetzt ihr Tick-tack hören?
Ich erscheine inwendig in euch. Ihr werdet der Boden sein, auf dem ein Bersten Gottes nach außen dringen wird. Es wird untrüglich sein, und ihr könnt euch dabei nicht irren. Es hat immer Funken Gottes überall gegeben. Nun werdet ihr die Funken sehen. Wie wird euer Herz doch voll von Gottes Licht sein. Ihr werdet nicht einmal eure Augen reiben müssen, weil lange Zeit über die Veranlassung von Gott um euch herum zugegen war. Euer Erwachen ist nicht neu. Dort, wo ihr nicht gewahr wart, werdet ihr gewahr werden. Das Licht Gottes, was angeht, wird euer sein, denn ihr werdet es bestätigt und euch ihm zugewandt haben. Ihr werdet anerkennen, was fortwährend direkt vor euren Augen zuhanden war.
Es ist so, als hättet ihr lange Zeit darauf gewartet, mit eurem Schlagstock zu schlagen und diesen Home Run einzufahren. Und ihr wollt ihn treffen. Ihr seid an der Reihe, und es ist eure Chance, und eure Zeit ist da, gar dann, unterdessen Ich Selbst zeitlos bin. Ihr werdet über eine Schwelle geschritten sein, und jetzt werdet ihr eurem eigenen Selbst treu sein.
Es wird kein Feuerwerk geben, durch euer Licht allerdings werdet ihr sehen und gesehen werden.
Du bist der Verlorene Sohn, der nie von Zuhause weggegangen ist. Und nun heißt du dich selbst zu deinem eigenen Gewahrsein willkommen.
Gibt es einen Ort, wo Gott nicht sein kann?
Gab es je einen Augenblick, als Ich von dir abwesend war? In deiner Wahrnehmung, ja. In deinem Mangel an Wahrnehmung, ja. Und jetzt weitet und öffnet sich deine Wahrnehmung. Der Verschluss der Kamera deines Geistes nimmt ein Bild auf, das, wenn du es dir ansiehst, eine Offenbarung sein wird. Es wird das offenbaren, was immerzu da war und doch noch nicht erblickt wurde. Umso mehr kommt es euch zu, erhellt zu werden, Geliebte. Umso mehr ist es euch, gewahr zu sein. Ihr werdet eine enge Sicht gegen die Totalität des Lichts eintauschen, und wie glücklich werdet ihr sein, und wie glücklich wird die Neue Welt sein, durch euch eingesehen worden zu sein.
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DER GEWISSENHAFTERE WEG
Anspannung kommt von einem Zerren zwischen dem, was eures Erachtens sein kann, und dem, was nicht zu sein scheint. Es ist, als wärt ihr das Seil, was beim Seilziehen gezogen wird, und demnach fühlt ihr euch manchmal angespannt. Die Fäden von dir scheinen sich auszufransen, und es gibt zahlreiche Gründe weswegen. Während du in zwei Richtungen gleichzeitig gezogen wirst, hast du Wahlen zu treffen. Es sieht danach aus, du befindest dich die ganze Zeit auf dem Scheitelpunkt von Entscheidungen. Manchmal möchtest du beide Optionen. Manchmal keine davon. Und demnach befindest du dich in einer Klemme. Was wählst du? Wahrheit und Ehre, oder, soweit du es sagen kannst, eine mindere Wahl, die sich wohl um Ehre und Wahrheit herumdrückt und dir gleichwohl notwendig zu sein scheint. Du fühlst dich gezwungen, die untere, statt der oberen Straße zu nehmen. Das mag vielleicht sogar zu einem Lebensstil für dich werden, und du denkst nicht mehr länger an Wahlmöglichkeiten.
Du bist zwischen der augenscheinlichen Welt, in der du lebst, die manchmal lausig ist, und der Welt hin und hergerissen, die rein, echt und ideal ist, über die du manchmal den Kopf schüttelst und der du mit der Auffassung beikommst, das Ideal sei zu weit außer Reichweite, es sei ja nett, aber nicht praktisch, nett, aber töricht. Wie kann, was gut und wahr ist, Illusion sein? Wie kann, was angebracht und scheinbar nötig ist, nicht echt sein? Wie kommt es, dass du, der du ein Odem Gottes bist, für Geld zu arbeiten hast, und dass du dann und wann, im Austausch dafür, deine Seele unbeachtet lässt. Was sind denn all diese Angelegenheiten, bei denen du dich verpflichtet fühlst, dich um sie zu kümmern, unterdessen dein Herz irgendwo anders ist?
Wie versöhnst du die Wahrhaftigkeit und Ehrung, die du den Kindern lehrst, mit den Machenschaften der Welt, die allzu oft egoistisch zu sein scheinen, und nicht auf das Gute für Alle hinauslaufen?
Geliebte, es sieht wohl danach aus, dass ihr die ganze Zeit getestet werdet. Ihr schert aus und geht nicht immer dem nach, was eurem Dafürhalten nach richtig ist, und gleichwohl wisst ihr einfach nicht, wie Wahrheit und Ehrung mit dem, was direkt vor euch liegt, versöhnt werden kann. Ihr wollt gut und wahrhaftig sein, und ihr wollt kein Tor sein. Manchmal scheint eben daraus die Wahl vor euch zu bestehen, und niemand möchte ein Dummkopf sein. Es mag danach aussehen, ihr habt keine Wahl, ausgenommen, demjenigen, was euch eurem Empfinden nach nicht entspricht, zu entsprechen.
Es sieht danach aus, ihr steht davor, Gewinn oder Verlust zu wählen. Und demnach weicht ihr den Kugeln aus und springt herum, im Bemühen, da und dort Schlangenbissen zu entgehen. Es sieht danach aus, dass du dich gegenübersiehst, eine mindere Wahl zu treffen und damit im Dschungel zu überleben, oder einen Traum zu wählen, in dem der Anschein besteht, du wärest der einzige dabei. Du hast vielleicht das Empfinden, als hättest du keine andere Wahl, als hättest du bei der Wahl dem Weg der Welt vor dem des Herzens den Vorzug zu geben, die Welt vor der Wahrheit, die Welt, die wohl den leichten Weg nimmt, dasjenige, was scheinbar Jeder tut, und, als hättest du das, was du eigentlich wertschätzt, zurückzulassen.
Du wirst gequetscht. Die Welt schätzt nicht immer die Einfachheit der Wahrheit. Noch auch schätzt sie denjenigen, der geradeaus wie ein Pfeil ist. Und dennoch, Geliebte, woraus sind Helden gemacht? Echte Helden? Sie sind Menschen des Mutes. Sie haben einen Glauben an die Wahrheit und an die Ehre, und sie stehen dafür. Wo immer sie sind, sie leben mit Ehre. Man kann sich nach ihnen richten. Sie stellen die Wahrheit und die Ehre vor die Bequemlichkeit.
Was, Geliebte, ist euch bedauernswerter, was ihr tut oder was ihr nicht tut?
Wie leicht wird es doch im Leben sein, sobald ein Jeder den gewissenhafteren Weg aussucht. Die Straßenregeln würden sich ändern. Sie ändern sich bereits, und die einzunehmenden Wahlen werden für euch leichter zu treffen sein.
3186
CIAO, BEURTEILUNG
Beurteilen ist ein Dorn in jedermanns Seite.
Allerdings, eure Bedürftigkeit, zu urteilen, einerlei, wie sehr ihr euch irrt, kam von einer guten Stelle in eurem Herzen her. Ihr wolltet es richtig und gut machen. Ihr wolltet dienlich sein. Das Beste, was euch einfiel, war, das Beurteilen herbeizurufen.
Die Beurteilung kam euch als Diener zu Hilfe, bloß, euer Diener fing an, der Herr im Hause zu sein.
Das Beurteilen hat es gerne, das Heft in die Hand zu nehmen und euer ganzes Leben rundum einzufärben.
Das Beurteilen sortiert links und rechts, und ist herangewachsen, um Triebe in eurem Leben zu wecken. Beurteilen verbringt Gedanken in euren Kopf und Wörter in euren Mund. Beurteilen schüttelt euch irgendwie, so wie ihr einen kleinen Vorleger aus dem Fenster heraus schüttelt.
Beurteilen nimmt euch auf einen Ausflug mit. Es holt euch ab und bringt euch irgendwohin, wohin ihr eigentlich nicht wollt. Beurteilen ist wie ein Kommandounternehmen, oder ist wie ein Kidnapper, der begierig darauf ist, euch zu sagen, was fortan zu denken sei.
Es ist nicht genug, sich zu bemühen, das Beurteilen wegzuschieben. Es hat einen festen Halt, und es ist nicht leicht, es herumzubewegen.
Wir brauchen jemand anderes, der hereinkommt und den Platz der Beurteilung einnimmt. Wer kann die Stelle der Beurteilung übernehmen? Wer kann einen mehr vergebenden Standpunkt einnehmen? Wer kann euch aus der Fesselung befreien, in die euch die Beurteilung gebracht hat? Welchen Namen geben wir dem, was euch aus der Falle der Beurteilung zu befreien vermag? Du weißt, es ist eine Falle, oder etwa nicht? Eine durchaus abgenutzte Falle. Beurteilung hat es nicht gern, die Zügel locker zu lassen. Die Beurteilung hatte allzu viel Freude an ihrem Richtersitz, als dass sie abgehen möchte. Sie möchte ihren Richterhammer nicht aufgeben.
Das Beurteilen hat eine Ähnlichkeit mit einem schwindelnden Politiker. Man ist ihm auf die Schliche gekommen, und dennoch weigert er sich abzutreten. Die Beurteilung weigert sich, ihr falsches Spiel zuzugeben. Sie hatte ausschließlich versucht, ihren Job zu machen. Die Sache dabei ist, der Job der Beurteilung wurde wichtiger als euer Wohlergehen und das Wohlergehen Anderer.
Gut, wer ist sodann der, der die Macht und die Bereitwilligkeit innehat, beim Urteilen den Umsturz einzuleiten? Wer kann das Beurteilen an seinem Rockschoß packen und es aus dem Weg schaffen? Wer hat die Muskeln dafür? Was vermutet ihr? Habt ihr eine Ahnung, was denn nun das Beurteilen zu ersetzen vermag?
Der Beurteilungs-Ersatz schaut nicht nach jemandem aus, der überall mitmischt. Er lässt nicht seine Muskeln spielen. Er ist von einer ganz anderen Sorte.
Natürlich, die Stelle, die das Beurteilen neu besetzt, ist eine Form von Liebe. Ich möchte sie Mitempfinden nennen. Ich möchte sie Verständnis nennen. Ich möchte sie eine Befähigung nennen, die Dinge anders anzusehen. Anstatt in die Mitte hinein zu springen, wie es das Beurteilen gewohnt war zu tun, ist die Neubesetzung der Beurteilung nicht heiliger als du. Die Neubesetzung der Beurteilung ist mehr als aufgeschlossen. Sie ist offenherzig. Mitempfinden hat ein offenes Herz. Das meint im Grunde, dass ihr Geist ebenfalls nicht verschlossen ist.
Du, der du Meine Worte liest – du bist schlicht wie diejenigen, die die Beurteilungen beurteilte. Du hattest deinen Anteil an Fehlern. Die Beurteilungen Anderer haben dich gering geschätzt. Dein eigenes Beurteilen hat dich gering geschätzt und für schuldig befunden. Deine eigene Beurteilung hat Steine auf dich geworden. Geliebte, wofür seid ihr schuldig gewesen, außer dafür, einen Fehler begangen zu haben? Wofür seid ihr schuldig gewesen, außer dafür, gestern nicht so viel gewusst zu haben, wie ihr heute wisst?
Hat es euch im Leben an Leiden gemangelt? Irgendwem?
Sagt zu euch selbst: „Ich bin genauso ein Narr wie Jeder. Ich habe Wahlen getroffen, die ich später bereute. Braucht irgendjemand seiner Fehler wegen verurteilt zu werden? Kann ich nicht ein origineller Denker und ein Freund sein, nicht mehr länger Richter? Denke ich im Grunde, dass Beurteilen stärker ist als Verständnis? Wer wäre in dieser Welt noch am Leben, falls er nach drei Fehlschüssen draußen zu sein hätte?“
3187
WIE EVA ZU BEGINN IM GARTEN EDEN
Sobald du deinen Bruder beurteilst, beurteilst du dich selbst. Beurteilung ist eine Anklage. Beurteilung findet deinen Bruder und infolgedessen dich selbst für schuldig. Der Finger zeigt stets auf dich selbst. Sobald du einen Fremden anklagst, zeigst du nichtsdestotrotz auf dich selbst.
Die Wahrheit ist, die Aufmerksamkeit liegt auf dir selbst. Drücke jemanden nach unten, und du fühlst dich höher. Beurteile jemanden, und du fühlst dich gerechtfertigt. Es ist dir wichtig, recht zu haben und anerkannterweise recht zu haben. Natürlich sagst du dir selbst, du seist auf Gerechtigkeit aus, unterdessen du für Abwehr eintrittst. Lasse jemand anderen für seine Fehltritte angeklagt werden, und du fühlst dich besser. Jemand hatte zu bezahlen, und du bist dankbar dafür, dass du es nicht bist. Du bist dankbar, dass du zu gut bist, als dass dir der Prozess gemacht wird.
Was möchten deine Augen sein, anklagend oder liebend? Oh, du wirst wohl sagen, du liebst den, den du anklagst. Du liebst die Rechtmäßigkeit mehr als die schlichten Seelen vor dir. Du hast es gern, dass man sie gefasst hat, und dich hat man noch nicht ausfindig gemacht. Du bist indessen noch nicht gefunden worden, ein Menschenwesen zu sein, welches, in den Begriffen der Welt, um Vieles mehr als vollkommen ist.
Werft keine Steine, Geliebte. Lasst euer Herz keine Steine werfen. Lest stattdessen eine Freundlichkeit auf. Werft das Beurteilen hinaus. Werft es in die Winde. Beurteilung ist euch kein Geschenk.
Natürlich ist die Beurteilung auf zahlreiche Weisen gerechtfertigt worden, jedoch, wisst ihr, was
Beurteilung eigentlich ist? Es ist ein Hobby. Ein Zeitvertreib. Wie ein Kreuzworträtsel, was ihr löst. Aha, ihr habt das richtige Wort bekommen. Aha, ihr habt die Verfehlungen eines Anderen herausgefunden. Wie Little Jack Homer, der in der Ecke saß, habt ihr eine Pflaume herausgezogen und gesagt: „Was für ein guter Junge bin ich doch.“
Lasst Vergleiche los, und ihr werdet lieben. Ihr werdet sehen, weil ihr Geistes-Hobbys hinter euch lasst.
Ihr werdet alle Ablenkung von der Liebe hinter euch lassen. Ihr werdet auf einem Pfad gehen, wo ihr, wie
Eva im Garten Eden, auf alles zeigt und sagt: „Ah, wie schön. Wie schön.“
All die Menschen in der Welt, die du nicht einmal kennst – und dennoch machst du den Schnabel auf und gesellst dich der Menge bei, die sie verurteilt. „Sie bekommen ihre gerechte Nachspeise“, sagst du. Nein, Geliebte, sie haben nicht ihre gerechte Nachspeise bekommen. Ihre gerechte Nachspeise ist Liebe, und sie haben sie nicht erhalten. Sie haben stattdessen Beurteilung bekommen. Du hast sie auf einem Altar geopfert, der dich entlastet.
Was wäre, wenn du auf einer einsamen Insel lebtest und du wärst der einzige auf der Insel. Wenn nun ein Anderer an die Küste angeschwemmt würde, wie glücklich würdest du dann sein. Ein anderes Menschenwesen. Was für ein Geschenk – würdest du empfinden. Was für ein Geschenk ein anderes Menschenwesen ist, das würdest du erkennen. Wie dankbar du für ein anderes Menschenwesen wärest.
Vielleicht würdest du später die Fehler des Menschen sehen, und vielleicht würdest du sie übersehen, weil dich etwas anderes an dem Menschen mehr interessiert als seine Fehler. Ja, bitte, wählt die Liebe vor der Gerechtigkeit. Wählt einfach die Liebe. Wählt die Liebe, und sodann seid ihr die Liebe, die ihr wählt.
Wählt über die Oberfläche hinaus. Sammelt nicht das Strandgut auf, was ein Anderer in seiner
Wirbelschleppe hinterlässt. Bringt es einfach von euch weg. Lasst nicht etwas an euch festhängen, was euch nicht förderlich ist.
Um wie viel klarer kann Ich das äußern? Beurteilung ist euch nicht förderlich. Etwas, was einem Anderen nicht dienlich ist, ist euch nicht dienlich. Und es ist Mein Wunsch, dass ihr förderlich und nutzbringend seid. Seid mildtätig, Geliebte. Seid mildtätig. Seid dem Menschen vor euch ein Segen. Seid Mein Segen. Seid der Segen, den Ich gab.
3188
FÜLLE DIE WELT MIT LIEBE
Sprecht zu Mir von der Vollheit eures Herzens. Sprecht zu Mir von der Liebe, die aus eurem Herzen heraus fließt. Sprecht zu Mir von der Liebe, die zu eurem Herzen fließt. Seid mit eurem Herzen der Liebe vertraut.
Sobald ihr spürt, wie euer Herz klein ist, heißt das, es ist sich selbst gegenüber nicht aufrichtig. Kleinheit des Herzens ist eine Kontraktion dessen, was für eine Expansion bestimmt ist. Eurem Herzen sind keine Grenzen gesetzt. Euer Herz mag sich gequetscht, beengt, schmerzerfüllt, von Ruppigem geplagt, etc. fühlen, jedoch ist es nicht dafür bestimmt, durch sich selbst in Schwierigkeiten gebracht zu werden. Eurem Herzen ist es nicht angelegen, sich seine eigene Temperatur zu messen. Es ist nicht für Messungen bestimmt. Es ist für unendlichen Ausdruck bestimmt. Euer Herz ist dafür vorgesehen, unermesslich zu sein.
Es ist nicht dafür bestimmt, einzuschätzen. Es ist dafür bestimmt, Gunst zu erteilen. Euer Herz ist weder dafür vorgesehen, in den Unterricht zu gehen, noch Unterricht zu erteilen. Falls euer Herz dafür bestimmt wäre, Lehrer zu sein, ist es dazu bestimmt, ein Lehrer zu sein, bei dem ein Jeder in der Gunst steht. Falls euer Herz dafür bestimmt ist, Lehrer zu sein, dann ist ein Jeder dafür bestimmt, der Liebling des Lehrers zu sein.
Niemand ist dafür vorgesehen, aus eurem Herzen der Liebe auf die Seite gestellt zu werden. Niemand soll aufgegeben werden. Es gibt weder Waisen, noch soll die Welt ein Streuner sein, der sich selbst überlassen worden ist. Die Welt, so eingebildet wie sie ist, gilt es, zu lieben. Du sollst die Eltern von ihr sein. Du sollst sie aufziehen. Du sollst sie lieben und sie hoch halten. Die Welt ist unschuldig, Geliebte, so unschuldig wie ihr.
Die Welt ist ebenso wie ihr zur Liebe berechtigt. Euch ist nicht angemutet, gegenüber der Welt launisch zu sein. Ihr seid nicht dafür bestimmt, sie am einen Tag zu lieben und am nächsten nicht. Ihr seid schlicht dafür bestimmt, zu lieben, und eure Liebe soll die Welt umfangen. Ihr seid nicht dafür bestimmt, die Welt bis zum nächsten Mal beiseite zu werfen. Die Welt braucht jetzt eure Liebe. Sie hat sie immer gebraucht.
Die Welt ist auf euch angewiesen. Vielleicht wart ihr gnadenlos, als es sich auf die Welt belief. Vielleicht wart ihr unbarmherzig in eurer Kritik an ihr, so, als wäre sie nicht eure Welt. Geliebte, die Welt existiert ohne euch nicht. Geliebte, anstatt Fehler zu finden, findet Liebe.
Ihr habt wohl mehr Praxis darin, Fehler zu finden, als im Auffinden von Liebe. Macht es anders herum. Praktiziert Liebe. Natürlich ist die Liebe nicht dafür vorgesehen, Übung zu brauchen. Liebe ist der natürliche Fluss des Lebens. Sie ist die Basis des Lebens. Sie ist die Basis der Welt. Liebe ist eure entschiedene Fundamentierung.
Liebe kann nicht ausgelöscht werden, und sie kann nicht aus eurem Herzen getilgt werden. Liebe ist das ewige Licht in eurem Herzen. Und nun sollt ihr die Welt entzünden. Euer Herz ist dafür bestimmt, das zu tun. Euer Herz kann die gesamte Welt und einen Jeden in ihr eben jetzt in diesem Augenblick mit Liebe überziehen. Euer Herz ist das Rote Kreuz, was kommt, um der Welt zu dienen. Das Rote Kreuz dient, wo Not am Mann ist. Ich sage euch, eure Liebe ist dafür bestimmt, die ganze Zeit ohne Unterlass überallhin zu fließen. Euer Herz ist dafür bestimmt, eben jetzt in diesem Augenblick die Welt und einen Jeden in ihr zu lieben.
Heute ist deine Gelegenheit. Du bist dafür vorgesehen, die Welt zu retten und jeden Winkel von ihr zu lieben. Du bist nicht dafür bestimmt, die Welt ab und an zu lieben. Du bist nicht dafür bestimmt, bloß Teile der Welt zu lieben. Du bist dazu bestimmt, die ganze weite Welt zu lieben. Du bist dazu bestimmt, die Welt mit aller Liebe, die im Himmel und auf der Erde enthalten ist, zu lieben. Du bist dazu bestimmt, die Welt mit Liebe aufzufüllen. Fülle sie demnach. Gib der Welt dein Herz. Lasse deine Liebe die Hefe sein, die die Welt aufgehen lässt.
3189
DANKE UND SEGNE
Die gesamte weite Welt, die im Äußeren zu existieren scheint, existiert innen, denn worin besteht der Unterschied? Alles, was passiert, nehmt ihr bei euch auf. Es trägt sich euch zu. Alles, was sich euch zuträgt, beeinflusst euch. Und, gleichwohl, ihr tragt euch zu. Ihr, die ihr ein Seinswesen seid, tragt euch zu.
Es gibt Paralleluniversen, die im Gang sind, so, wie eine Straße auf beiden Seiten mit Ulmen gesäumt ist. Du führst dein empfindungsreiches Leben, und du führst dein spirituelles Leben, und doch, so unmöglich das auch zu sein scheint, du führst und webst sie zusammen. Einerlei, wie vergesslich du auch sein magst, du gehst gleichzeitig auf beiden Seiten der Straße entlang. Du bist der Eine, der dich selbst auf beiden Seiten der Straße hinunter geht. Du triffst mit dir selbst zusammen.
Es gibt im Leben viel zu bemerken, und viel zu lernen. Denke dir das Leben nicht als Unterrichtsstunden. Trotzdem, es gibt Lernen, und du bist ein Lerner. An jedem Tag wirst du bereichert. Du bist ein Lerner, jedoch nicht bloß ein Lerner. Du bist weitaus mehr als ein Lerner. Du interagierst auch, und dein Herz streckt sich zu anderen Herzen aus. Liebe liebt Liebe.
Hier nun etwas, von dem Ich gerne hätte, dass ihr es heute lernt, und das ist: Dankeschön zu sagen. Während du auf beiden Seiten der Straße hinuntergehst, sage Dankeschön. Sage es aus deinem Herzen heraus.
Du, der du wahrscheinlich rasch dabei bist, dich zu beklagen, wirst wohl nicht so zügig dabei sein, Dankeschön zu sagen. Sage Danke für das Leben. Sage: Danke dir.
Wenn die Sonne scheint, so genieße sie auf jeden Fall, und erinnere dich daran, Danke dir zu sagen. Es stimmt, der Sonnenschein ist für dich vorgesehen. Er ist etwas Gegebenes, gleichwohl ist er nach wie vor ein Privileg, und es steht dir gut an, Dankeschön zu sagen.
Selbst wenn du nicht möchtest, dass es regnet, sage trotzdem Danke dir dafür, wie der Regen, obschon er dir vielleicht nicht passt, genau die Erde, auf der du gehst, nährt.
Falls du die Dinge, die du möchtest, in einem Laden nicht findest, sage trotzdem Danke dir, dass du durch das Geschäft gehen konntest.
Falls du bei jemandem in einem Garten spielst, und du magst dessen Regeln nicht, sage trotzdem Danke euch für das Privileg, hier spielen zu können.
Das Danke dir hat nicht bloß Worte zu sein, das begreifst du. Du kannst deinen Mund schließen und dein Herz öffnen. Wir reden über dein Herz. Stelle sicher, dass dein Herz Himmel und Erde wertschätzt. Dein Herz ist dafür bestimmt, der Welt und dir eine Wohltat zu sein. Wenn dein Herz Danke dir sagt, findet es keine Fehler auf. Lasse es so leicht sein, Dankeschön zu sagen, wie es dir leicht ist, Fehler aufzufinden. Sei unübertrefflich in deinen Dankeschön’s, und danke sogar dir selbst für das Seien.
Erspüre Danke Dir. Spüre die Essenz von Danke Dir, wie sie in deinem Herzen hervorquillt. Segne die Blumen, und segne die Wildkräuter. Segne alles, was ist. Sei froh für alles, was ist. Jemand, der segnet, ist ein Segen.
Sobald es auf Schwierigkeiten der Welt hinausläuft, so segne sie, damit sie abgehen können. Gib ihnen einen guten Abschied.
Segne alle deine Gefährten auf der Erde für ihre Fürsorge. Es mag sein, sie befinden sich in Aufruhr auf gegensätzlichen Seiten des Zauns, und dennoch sind sie mit ihrem ganzen Herzen in Fürsorge. Sei ebenfalls jemand, der sich kümmert, und kümmere dich um den Frieden. Glaube an ihn inbrünstig. Nehme dich des Friedens inbrünstig an, und rauche in der Lounge deines Herzens eine Friedenspfeife.
Segne Jene, die dich nicht segnen mögen. Mache sie zu Gesegneten. Gib ihnen das Geschenk des Dankeschön. Selbst ein Eindringling ist dahergekommen, um dir auf dem Stück Erde, was du in Beschlag hast, einen Besuch abzustatten. Selbst jemand, der etwas von dir stehlen möchte, möchte etwas von dir, um es mit sich zu nehmen. Die ganze Welt ist auf eurer Türschwelle, Geliebte. Und ihr seid der Gastgeber des Universums.
3190
DIE BÜCHEREI DEINES HERZENS
So kann man es durchaus sehen: Auf einen Jeden kommen Schwierigkeiten zu. Niemand entgeht ihnen,
Geliebte. Und, gleichwohl, ein Schritt führt zum nächsten, und Schwierigkeiten ist ein Konzept. Was dem Einen groß ist, mag dem Anderen klein sein. Was dir heute groß ist, mag dir morgen klein sein. Während du dem Blick eines langen Gewehrlaufs entlang siehst, machen Probleme aus sich selbst heraus nicht so viel. Sie werden nicht zum Stern. An die richtige Stelle gerückt, sind sie Kleindarsteller. Sie übernehmen nicht das Studio. Probleme sollen nicht das Zentrum eures Lebens ausmachen. Sie mögen durchaus mitkommen, ja, aber sie gehören nicht an die Vorderseite.
Probleme der Welt machen sich für Mich wie komische Sachen aus, über die Ich rede, denn es ist selbstverständlich besser, Unannehmlichkeiten zu übersteigen. Selbstverständlich ist es besser, das, was als Unannehmlichkeit gesehen wird, in euren Schritt zu nehmen und es für einen Trittstein einzusetzen. An jedem Stein gibt es eine andere Seite, und du kannst ihn umdrehen. Natürlich ist es besser, keine Schwierigkeiten anzuhäufen und sie nicht in eurem Geist aufzustapeln. Scherereien sollen nicht abgezählt werden wie Rosenkränze, um an einer nach der anderen festzuhalten. Falls ihr zählen müsst, zählt euch für glücklich, dass ihr Unannehmlichkeiten am Wegesrand fallen lasst. Sie haben ihre Zeitspanne. Lasst sie. Schreitet über sie hinweg. Hofiert ihnen nicht. Schmäht sie genauso nicht. Probleme können unentwegt weiterreden und sich aufrichten, und du kannst nicken, deinen Hut lüften und weitergehen.
Scherereien sind kein Haus, um darin zu wohnen. Es gibt eine andere Seite des Flusses, zu der man sich begeben kann. Es gibt eine andere Sicht. Es gibt eine andere Wahrnehmung und noch eine und noch eine.
Das Leben ist so etwas wie Himmel und Hölle spielen. Du stehst auf einem Fuß. Du hüpfst von einem Quadrat zum nächsten. Die Kreide auf dem Gehweg hält nicht die ganze Zeit.
Wenn du dich unter Schwierigkeiten fühlst, so befinden sie sich in deinem Herzen, wo du sie spürst. Dein Geist besinnt sich ihrer, dein Herz aber erlebt sie. Bringe das Konzept des Problems aus deinem Geist heraus. Falls du denn in diesem sprichwörtlichen Augenblick, der in Wirklichkeit Ewigkeit ist, lebtest, was würdest du an Schwierigkeiten kennen? Sie hätten keinen Fuß in der Tür. Sie würden auf der Straße an dir vorübergehen, und sie würden vorübergegangen sein, und du wärst deinen Weg weitergegangen.
An Herzschmerz gilt es nicht festzuhalten. Er muss los gelassen werden. Er kann nicht beherbergt werden. Er ist kein Abzeichen zum Tragen. Du sollst ihn nicht behalten. Dir steht es gut an, ihn von dir freizulassen.
Verlust ist ein Konzept, Geliebte. Sobald ihr anerkennt, dass es keine Eigentümerschaft gibt, wozu wird Verlust hernach? Es ist besser, nicht so stark festzuhalten. Alles, Geliebte, ist euch zur Leihe, und doch wird die Liebe, die euch an das bindet, was ihr als Verlust sehen mögt, niemals zurückgezogen. Wenn ihr ein Buch aus einer Bücherei ausleiht, lest ihr es. Wenn ihr es zurückbringt, sind es bloß die Seiten und die Bindung, die zurückgehen. Der Inhalt ist nach wie vor der eure. Die Erzählung hat euch gerührt, und ihr bewahrt sie. Ihr bewahrt sie in der Bücherei eures Herzens.
Die Leute sagen: In jedes Leben muss ein wenig Regen fallen. Sagt stattdessen, wie Ich es zu euch sage: Geliebte, in ein jedes Leben gelangt Sonnenschein. Stimmt das nicht? Könnt ihr nicht jenen Gedanken in eurer Tasche angebracht aufbewahren? Der Sonnenschein kommt nicht bloß in euer Leben, er folgt euch. Sobald es Nacht ist, befindet sich das Mondlicht über eurer Schulter.
Geliebte, dies ist eine wundervolle Welt, in der ihr lebt. Wisst deren Wunder zu würdigen, und lasst sie niemals ziehen.
3191
IHR FERTIGT EINE COLLAGE AN
Nutze das eine oder andere Geschick. Wenn du eine Collage machst, machst du sie. Es ist so, als ob sie deine Hände hervorbringen. Du schneidest Bilder aus, und ganz spontan klebst du sie so oder so auf. Wie lange braucht das? Nicht lange. Es braucht nur das Tun. Wie befreiend das ist. Du verkündest nicht: Diese Collage wird am Freitag um 14:40 Uhr fertig sein. Du sagst: „Ich mache eine Collage.“ Und das ist alles, was du weißt. Du machst eine Collage.
Wenn du eine machst, setzt du dir selbst nicht Grenzen. Zeit ist eine Grenze. Das Leben in der Welt der Zeit hält dich dann und wann an ihr fest. Die Zeit hat ihre Anforderungen. Das Flugzeug fiegt um 14:40 Uhr, und du hast eine Stunde früher da zu sein. Du stellst sogar eine Uhr ein, um rechtzeitig aufzuwachen, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Es ist sogar Zeit, dein Lieblingsprogramm anzuschauen, und wenn du einen Film sehen möchtest, beginnt er zu einer bestimmten Zeit. Selbst für das Vergnügen hält dich die Zeit in ihrer Knechtschaft in der Welt, die es bewerkstelligt.
Es stimmt. Das Leben ist für immer, du hast aber nicht die ganze Zeit über eine Collage zu machen. Sieh dein Leben als deine Collage. Du hast es nicht für immer, und du brauchst der Zeit keine Grenzen anzusetzen, wie du das bei einem Gefangenen mit Handschellen tust.
Falls du dir für die Collage, die du machen möchtest, eine Zeitbegrenzung festsetzen willst, so ordne sie dir selbst zu. Sage dir selbst: „Ich werde dieses Vorhaben fertig bekommen, ich werde es bis Freitag dieser Woche fertig bekommen.“ Du hast kein Versprechen gemacht. Du hast dir ein Ziel gesetzt. Sobald du der Welt gegenüber verkündest: „Diese Collage wird am Freitag fertig sein“, hast du dir eine Zusage gegeben. Macht euch Gelöbnisse, Geliebte. So viele wie möglich, macht der Welt keine Zusagen. Das meine Ich unter Geschick.
Wenn du deinem Kind sagst: „Diesen Samstag werden wir auf die Kirmes gehen“, dann musst du diesen Samstag auf die Kirmes gehen. Falls etwas dazwischen kommt, und du kannst es am Samstag nicht zur Kirmes mitnehmen, fühlt es sich im Stich gelassen. Selbst dann, wenn du am Sonntag gehen kannst, hast du geändert, was du gesagt hast. Du hast eine Drehung gemacht. Egal, wie notwendig es war, du hast eine Wende gemacht. Es ist, wie wenn bei deinem Auto ein Gang übersprungen wird.
Wenn man in der Welt das eine ansagt und etwas anderes ausliefert, und wenn man das absichtlich tut, nennt man das Lockvogeltaktik. Wenn man das nicht zweckgerichtet tut, bezeichnet man es als Leben. Man sagt: So ist es. Man nennt es: Tut mir leid, Kind, wir können am Samstag nicht hin. Wir werden am Sonntag gehen.
Besser ist es, keine Zeitangabe zu machen, unterdessen das Leben einen Platz hat, um dazwischenzukommen. Besser man sagt: „Wir wollen, sobald wir es können, zur Kirmes gehen. Ich denke, es wird Samstag oder Sonntag werden.“ Dann ist niemand enttäuscht. Dann hast du dich selbst nicht enttäuscht.
Setze dich dafür an, nur Zeitbegrenzungen anzugeben, die du halten kannst, oder gib dir selbst den Spielraum, den du brauchst. Quetscht euch nicht, Geliebte. Des Öfteren sieht es danach aus, als sei das Leben ein Rennen, jedoch habt ihr keine Meile in zwei Minuten hinter euch zu bringen. Es gibt keine Nachfrage, sich Grenzen zu setzen, die schwer einzuhalten sind. Wieso euch selbst in eine Klemme bringen?
Wenn ihr zu eurer Frau sagt: „Liebste, ich werde den Müll raus tragen“, dann tragt ihn hinaus. Ihr habt keine Zeitbeschränkung abzugeben. Falls ihr eine Zeitbeschränkung übermittelt, dann gebt euch Spielraum.
Wie viele selbst auferlegte Zeitfristen werden nicht eingehalten? Du hast auf dich keine
Zeitbeschränkungen zu legen. Die Welt ist schwer genug auf dir. Sei nicht schwer auf dir selbst. Du hast keine Versprechen zu machen. Falls du Versprechen machst, dann nur, um dein Wort halten zu können, solche, die du halten kannst. Selbst mit dir selbst. Lasst Uns das per Handschlag vereinbaren.
3192
WAS DU UNABLÄSSIG BIST
Entsinne dich der Liebe. Das ist alles, dessen du dich zu erinnern hast. Sei eingedenk, dass du Liebe bist. Du bist ein Auslieferer Meiner Liebe. In jeder Lage – was würde die Liebe da tun? Falls du Liebe wärst – und Ich sage dir, du bist Liebe -, wie würdest du mit diesem oder jenem umgehen?
Wir reden von echter Liebe, nicht von einem Anschein von Liebe. Ein Anschein von Liebe ist Dutzendware. Falsche Liebe ist nicht wahre Liebe. Was wirst du also tun, sobald du dich einer Lage gegenüber siehst, in der du in deinem Herzen keine Liebe emporquellen fühlst, während du etwas durchaus Gegenteiliges spürst? Du hast nicht Liebe zu empfinden, um Liebe zu sein. Geliebte, um nicht Liebe zu sein, hättet ihr euch sehr weit aus dem Weg zu gehen. Liebe sein ist euer natürlicher Zustand.
Ich rede nicht von Nachahmung von Liebe. Ich rede nicht von Vortäuschung. Ich rede davon, den gewissenhafteren Weg zu nehmen.
Wenn du ein Lehrer bist, und für ein bestimmtes Kind keine Liebe verspürst, kannst du nach wie vor für jenes Kind Liebe sein. Worum geht es denn dabei, deine gegenwärtigen Gefühle eine Zeitlang einfach beiseite zu legen.
Lasst Uns sagen, dass euer Schnürsenkel aufgegangen ist. Vielleicht ist es euch nicht danach, euch eure Schuhe zuzubinden, dennoch bückt ihr euch und bindet sie. Ihr wisst, wie Schuhe zubinden ist. Es ist nötig, die Schnürsenkel zuzubinden, damit ihr nicht über euch selbst stolpert, und deswegen bindet ihr euch eure Schuhe zu. Ihr seid euch selbst gegenüber nicht unaufrichtig, indem ihr eure Schuhe zubindet, selbst dann nicht, wenn ihr euch nicht wahnsinnig darauf freut, sie zuzubinden. Ihr bindet eure Schuhe trotzdem zu. Und dementsprechend – ihr könnt ebenso lieben.
Es mag euch nicht danach sein, den Abwasch zu machen, aber ihr könnt ihn trotzdem machen. Ihr könnt während der Arbeit pfeifen.
Selbst dann, wenn die Liebe von eurem Herzen abgeirrt zu sein scheint, könnt ihr lieben. Es ist natürlich, zu lieben. Es ist unnatürlich, nicht zu lieben. Folgt eurer Natur, Geliebte.
Ihr habt eine Straßen-Karte. Ihr mögt nicht das Gefühl haben, auf einer bestimmten Straße zu fahren, und dennoch fahrt ihr einen bestimmten Weg. Ihr folgt der Karte.
In eurem Herzen befindet sich eine Karte, und sie weist auf Liebe. Folgt der Karte. Sie ist gut markiert. Es ist nicht schwer, ihr zu folgen. Ihr müsst euch einfach auf die Karte besinnen. Ihr müsst euch einfach daran erinnern, dass ihr sie habt.
Wenn ihr in einer großen Stadt herumfahrt und den Weg nicht kennt, sagt ihr nicht: „Ich habe das Gefühl, dass ich nicht gerne nach Karte fahre, und es ist mir überhaupt nicht danach, ihr zu folgen.“ Ihr sagt nicht: „Ich möchte auch nicht gerne anhalten, um jemanden nach der Richtung zu fragen.“ Was hat bloß wie ihr euch fühlt mit der Angelegenheit zu tun?
Wenn sich euer Herz zu einem gegebenen Zeitpunkt außerhalb der Liebe fühlt, entsinnt euch, was euch ganz natürlich ist, zu sein, und dann seid es.
Vielleicht geht ihr im Park spazieren, und ihr habt das Gefühl, nicht mehr länger spazieren gehen zu mögen. Um irgendwohin zu gelangen, habt ihr zu laufen. Also packt ihr eure Füße, und ihr geht. Was das anbelangt, möchtet ihr ja nicht halsstarrig sein.
Manchmal freilich fühlt ihr euch, als seid ihr keine Quelle der Liebe, und, was das angeht, seid ihr bockig. Ihr könnt zu euch sagen: „Ich muss mir selbst gegenüber aufrichtig sein, und jetzt in dem
Augenblick fühle ich mich nicht so, als sei ich Liebe.“ Ihr habt vielleicht die Vorstellung, dass ihr in eurem Bemühen, achtbar und schier in eurer Wahrheit zu weilen, eure Rolle im Leben zu übersehen hättet, so, als hättet ihr eine Wahl hinsichtlich lieben oder nicht lieben.
Wir reden darüber, einen Kotau zu machen.
Macht die Sonne einen Kotau, während sie überall auf Jeden scheint?
Schaut, Geliebte, überbrückt diesen Spalt zwischen dem, was ihr in einem einzelnen Augenblick empfindet, und dem, was ihr unablässig seid.
3193
EINE EURER GRÖSSTEN FREUDEN
Jeder Tag ist für euch eine Überraschung. Ihr wisst nie, was euch ein Tag bringen wird. Wenn man schlicht bloß an all die Liebenswürdigkeiten denkt, die auf euch warten. Welche Geschenke könntet ihr heute vom Himmel bekommen? Was wird euer dankbares Herz erfüllen? Was wird euer sich ausweitendes Herz mit Freude überspülen?
Was möchtet ihr? Lasst es Mich euch geben.
Was sind die Verlangen eures Herzens? Spuckt es aus. Sagt zu ihnen über sie: Geht los. Ich höre zu. Ich werde alles tun, was in Meiner Macht steht, um euch heute eure Wünsche zu gewähren. Falls eure Wünsche heute nicht gewährt werden, so entsinnt euch, morgen ist ein anderer Tag. Es gibt einen Tag nach dem anderen, und alle eure Träume werden aufs Angenehmste übertragen. Eure verwirklichten Träume werden zum Vorschein kommen. In der Zwischenzeit, bis sie das tun, habt ihr das Vergnügen, zu erstreben, was ihr erstrebt. Erstreben ist in sich selbst eine bestimmte Art von Erfüllung.
Macht euch heute nunmehr bereit. Macht euch bereit dafür, was ihr wollt. Lasst uns diese Säfte zum Fließen bringen.
Was würde es bedeuten, falls heute alle eure Träume erfüllt würden? Was wäre, falls Ich euch sagte, dass heute der Tag dafür da ist?
Verdutzt euch diese Vorstellung? Seid ihr euch vielleicht nicht so gewiss, dass ihr bereits für alles, was ihr begehrt, parat seid? Vielleicht wollt ihr, dass eure Träume rationiert werden, so wie ihr bloß ein Stück Süßigkeit am Tag zu euch nehmen möchtet. Vielleicht wollt ihr, dass nicht alle eure Träume auf einmal erfüllt werden. Überrascht euch dieser Gedanke, dass ihr euren Bestreben gegenüber nicht loyal seid?
Geliebte, was wäre euer Leben mit all euren erfüllten Träumen und während keiner außenvor geblieben wäre? Läuft das darauf hinaus, dass eine eurer größten Freuden lautet, euch darauf zu freuen, was ihr erstrebt? Wie sähe das Leben aus, falls ihr zurück bliebt ohne etwas zum Erstreben? Falls alle eure Träume erfüllt wären, könntet ihr das Verlangen haben, ein wenig in der Zeit zurückzugehen, als euch das eine oder andere an Bestreben noch übriggeblieben war.
Erstrebt somit, euch erfüllt zu fühlen, selbst ohne dass alle eure Träume Wirklichkeit zu werden haben.
Ich frage mich, ob ihr es bewerkstelligen werdet, euch so zu fühlen, wie ihr euch gerne fühlen möchtet.
Warum nicht? Ihr habt es lange genug praktiziert, euch unerfüllt zu fühlen. Übt jetzt etwas anderes aus. Werdet darin gut. Werdet darin gut, euch mit oder ohne erfüllte Träume gut zu fühlen.
Die Welt hat womöglich gedacht, vertagte Träume seien nichts Gutes. Tatsache ist, vertagte Träume sind liebenswürdige Sachen. Sie halten eine große Schwungkraft inne. Sie sind der Speichel, der vor einem großen Fest in eurem Mund zusammen läuft. Deckt den Tisch eurer Träume, Geliebte. Deckt den Tisch. Seid ein fantastischer Gastgeber oder eine fantastische Gastgeberin für eure Träume. Heißt sie willkommen. Seid nicht verärgert, wenn sie nicht oder nicht rechtzeitig kommen. Vielleicht haben sie nicht oder nicht rechtzeitig zu kommen. Vielleicht soll von ihnen schier geträumt werden. Vielleicht sollt ihr einfach eure Träume nah bei euch behalten.
Es mag ja durchaus sein – anstelle dessen, dass ihr auf eure Träume wartet, wie sie Wirklichkeit werden, warten sie auf euch! Es ist möglich, dass der UPS-Mann gekommen ist, und ihr habt das Klopfen nicht gehört. Das ist möglich. Stimmt ihr dem zu, dass es durchaus möglich ist, dass ihr euch nicht danach umgesehen habt?
Was wir wissen können, ist, dass sich alle eure Träume auf dem Weg zu euch befinden, anderenfalls hättet ihr nicht das Verlangen nach ihnen!
Selbstverständlich reden Wir bloß von Träumen, die das Leben befördern. Wunscherfüllung und erstrebte Träume sind nicht immer das gleiche. Bezeichne deine Bestrebungen nicht als geringfügig. Du weißt, wovon Ich rede. Stelle sicher, dass du tatsächlich möchtest, worüber du mit dir selbst redest, dass du es möchtest. Stelle sicher, dass das, was du tatsächlich möchtest, für Andere ebenfalls ein Segen ist.
Lasst uns ausschließlich Träume haben, über die ihr dafür, dass ihr ihretwegen bekannt seid, glücklich seid.
3194
DER MÄCHTIGE OZEAN, DER AN DER KÜSTE ANSCHLÄGT
Hallo, alle zusammen, ihr Kinder Meines Herzens. Kommt näher zu Mir. Wie kommt ihr näher zu Mir? In Wahrheit gibt es kein näher zu Mir Herkommen, denn ihr seid bereits so nahe, wie nahe sein kann. Ihr könnt Mir schier in eurem Gewahrsein näher kommen. Und demnach bewegt sich euer Geist zu einer neuen Kerbe, und ihr seid euch des Gottes gewahr, Der in euch Wohnung hat. Ihr kommt euch selbst näher. Mir (euch) näher sein ist mehr Zeit damit verbringen, an Mich zu denken, und weniger an euer individuelles Selbst. Es ist nichts Falsches an eurem individuellen Selbst, sagt ihr dazu, jedoch ist es ein Tropfen im Eimer. Während ihr in eurem Gewahrsein näher zu Mir heranzukommen vermögt, wieso solltet ihr irgendwo anders sein mögen?
Ihr wartet nicht darauf, dass Ich den ersten Schritt mache, oder etwa doch? Ihr seid nicht halsstarrig, oder doch, oder besteht ihr auf einer Feier? Geliebte, es gibt keinen Schritt, den Ich zu nehmen habe. Ich weiß, wo Ich BIN, und Ich weiß, wer du BIST. Es kann einzig dein Gewahrsein sein, was hinterher hinkt. Deinem Gewahrsein, ihm ist es zu wünschen, nicht mehr länger zurück zu liegen.
Manchmal hast du das Empfinden, dass du dich draußen vor dem Büro des Schulleiters befindest und darauf wartest, hereingerufen zu werden. Du bist dir nicht sicher, ob du hereingerufen werden möchtest, denn du fragst dich, was du nunmehr getan hast. Ich bin kein Schulleiter, Geliebte. Ihr könnt sicher sein, dass ihr mit Mir keine Schwierigkeiten habt. Ihr habt ohne Mich genauso wenig Schwierigkeiten, bloß, ihr belasst es dabei, draußen vor der Tür zu sitzen, unterdessen ihr in vollem Bewusstsein die Kammer Meines Herzens betreten und es euch in Meiner Liebe bequem machen könnt.
Ihr seid die Schönheit Meines Herzens. Wie oft habe Ich euch das gesagt? Wann werdet ihr Mir zuhören? Wann werdet ihr es in euch hinein nehmen? Der Sohn des Königs ist ein Prinz. Die Tochter des Königs ist eine Prinzessin. Ihr steht nicht im Wartestand. Falls ihr wartet, dann deswegen, weil ihr es euch ansagt.
Wartet nicht länger. Ich bin hier. Wisst, ihr seid hier bei Mir. Wisst das. Erkennt den König, der bei euch steht. Ich bin der Mächtigste unter allen, und so auch ihr. Du bist mächtig in Meiner Liebe. Du bist der Besitzer Meiner Liebe. Jedenfalls möge es dir am Herzen liegen, das, was ohne weiteres funktioniert, auszudeuten. Ich liebe euch gewaltig, und ihr habt alle Liebe, die Mein ist, um sie zu geben, und ihr gebt sie.
Wartet, bis ihr erkennt, was daran wohl ist, Mein Erbe zu sein. Ihr seid jetzt Mein Erbe. Nicht später. Nicht manchmal. Jetzt, und ‚jetzt‘ meint für immer und stets. Ihr wart niemals irgendetwas anderes. Ihr wart niemals diese physische Hülle um euch herum. Ihr wart niemals etwas anderes als Meine pulsierende Liebe. Einerlei, wie weit entfernt von Mir ihr euch empfunden haben mögt, ihr pulsiert Meine Liebe. Ihr pulsiert Meine Liebe nach wie vor, und ihr pulsiert alles von ihr. Ihr könnt nicht mehr sein, als ihr jetzt seid, und ihr wart niemals weniger.
Was, meint ihr, fehlt euch?
Der Unterschied zwischen euch und Mir mag sein, dass ihr übermäßig über euch und darüber, was mit euch vonstatten geht, nachdenkt. Ihr schaut sozusagen auf eure Zehen, unterdessen ihr das Paradies anschauen könntet. Das Paradies ist jenseits eurer Zehen. Ihr müsst darüber hinaus schauen.
Wie, Geliebte, sieht das Paradies aus? Es ist, wie wenn ihr – nicht genau euch selbst – vergesst, jedenfalls, wie wenn ihr über euch selbst hinaus denkt, und indessen zu der Überzeugung gelangt, dass es keinen Anderen gibt. Es gibt dort den Strom der Schöpfung. Ihr seid der Ström-er. Ihr purzelt über euch selbst. Ihr spielt in dem Ozean Eures Selbst. Ihr denkt, ihr seid eine dahinschwindende Welle, während ihr die ganze Zeit über der Mächtige Ozean seid, der an der Küste anschlägt. Kommt und schwimmt mit Mir, Geliebte. Kommt und schwimmt bei Mir.
3195
WOHIN DES WEGS
Wohin du auch gehst, dorthin gehe Ich. Wir sind wechselseitig, Geliebte. Ich weiß, du glaubst es nicht, jedoch gibt es keinen Ort, wohin du gehst, bei dem Ich abwesend bin. Es gibt nirgendwo, wo du bist, wo Ich nicht bin. Und wo immer Ich BIN, dort bist du. Das ist Unser Einssein, was du nicht so recht auszuloten vermagst. Du kannst es dann und wann fast erfassen. Manchmal ist es für dich schwer, in aller Gänze zu begreifen, wo du bist, und Wer du bist. In der Tat, es ist sehr schwer für dich.
Es ist nicht so, dass du ein Gott bist, Geliebte, Geliebter. Obschon Gott Eins ist, ist da nicht ein Gott. Es gibt nicht viele Götter. Da ist Gott. Da ist Gottheit, Eine [Einzige, Einzelne, schier eine – ThB] Gottheit, nicht Eine Gottheit. Da ist Gottheit, und du bist die Essenz der Gottheit. Du bist die Essenz von allem, was ist, und demnach bin Ich das.
Wir erklimmen zusammen Hügel und Täler. Wir klettern die Wolken hoch, und Wir fangen die Sonne mit dem Lasso ein. Wir nehmen ihr geschmolzenes Gold. Wir sind das geschmolzene Gold. Wir reiten auf dem Mond, auf der Weiße des Mondes davon. Der Mond könnte genauso gut ein Käse oder ein Schluck, den Wir zu uns nehmen, sein, oder ein Pferd, auf dem Wir reiten. Ein Empfinden für das Universum ist nicht Teil des gewöhnlichen Menschenverstands, Geliebte. Das Empfinden dafür, wovon Ich spreche, ist nicht allgemein anzutreffen. Es geht um ein Umarmen des Lebens, ohne etwas zurückzuhalten, es geht schlicht um nach vorne Springen, während Wir an einer Stelle bleiben.
Das Leben ist ganz und gar nicht, was du dir gedacht hast, falls du etwas gedacht hast. Das Leben ist um Vieles mehr als was vor dir liegt. Es ist um Vieles mehr als was hinter dir liegt. Das Leben ist eine Totalität, das weder in gewohnter Weise beschrieben noch definiert werden kann. Selbstverständlich, es ist in gewöhnlicher Weise auseinander gelegt worden, jedoch ist am Leben nichts Gewöhnliches, selbst während das Leben, einerlei wo oder wann, das Medium darstellt, in dem du lebst. Leben und Liebe sind zwei untereinander austauschbare Wörter, Geliebte. Vielleicht habt ihr es nicht gern, sie gegeneinander auszutauschen, und dennoch sind sie ein und dasselbe, schlicht genauso wie Wir Eins und das Gleiche sind.
Wir erklimmen Hügel und Täler, selbst während es keine Hügel und Täler gibt. Alle Berge sind im Grunde genommen ein Schritt. Nicht einmal ein Schritt, denn es gibt keine Berge, und es gibt alleinig den Einen von dir und Mir, eine andere Ausdrucksweise dafür, dass Wir uns in der Mitte treffen, und dass Wir infolgedessen Eins sind. Eine Pracht. Ein Wunder. Eine Liebe, die scheinbar da und dort an- und abprallt.
Und doch müsst ihr euch selbst im Leben, was man als gewöhnlich bezeichnet, einwickeln. Ihr arbeitet. Jemand hat zu arbeiten. Dinge müssen getan werden, und jemand hat sie zu tun. Das Leben ist nicht müßig. Es ist eine Produktion. Ihr wisst, das Leben wird wie ein Drama wahrgenommen. Es gibt ein Casting von Charakteren, und es gibt Sets und Kulissen, und es gibt einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Das ist der Töpferton des relativen Lebens. Das ist das Medium, mit dem ihr arbeitet und in dem ihr spielt.
Ihr spielt das Hausmädchen mit einem Stab aus Federn, und ihr staubt tüchtig ab. Ihr seid der Geldverdiener. Ihr spielt den Koch, und ihr spielt den Restaurantgast. In Wahrheit spielt ihr alle Parts. Sobald ihr sie erkennt, spielt ihr sie. Ihr seht euch selbst auf der Bühne zu, und, während ihr zuseht, weiß ein Teil von euch, dass das gesamte Drama auf der Bühne mit euch nichts zu tun hat. Es hat im Eigentlichen mit nichts zu tun. Es ist euch allem Anschein nach am Wichtigsten. Scheinbar seid ihr von ihm angetrieben. Ihr ruft Hü! zum Drama, und das Drama ruft euch Hü! zu. Trotzdem, alles ist ausgedacht, denn das wirkliche Leben geht hinter den Kulissen vor sich, wo es ganz anders aussieht.
3196
IM UNIVERSUM
Es gibt den Ausdruck: „Lies die Teile des Lebens auf“ [ein Ausdruck im Engl. mit dem Sinn – Normalisiere die Lage im Leben wieder – ThB]. Geliebte, es gibt keine Stücke. Es ist einfach so, dass ihr auf Teile einen Lichtkegel an Aufmerksamkeit richtet. Es gibt keine Teile, um sie aufzulesen. Ja, ihr mögt wohl an Knorpelteilen des Lebens herum kauen, dennoch ist das Leben ganz. Das Leben ist nicht entzwei. Es ist an einem Stück, mit sich selbst in Verbindung stehend. Es gibt keinen Faden des Lebens, der nicht verbunden ist. Es gibt keinen, mit dem du nicht verbunden bist. Es gibt kein Ereignis, was nicht das eure ist. Es gibt nichts, was euch entgeht.
Wenn an einer Kaminstelle ein Feuer brennt, egal, in welcher Ecke des Raumes ihr euch befindet, der Geruch des brennenden Holzes gelangt zu euch. Gibt es einen Strauß frisch gepflückter Blumen in dem Zimmer, selbst dann, wenn ihr sie nicht bemerkt, der Geruch der Blumen gelangt zu euch. Und falls ihr die Blumen überhaupt nicht bemerkt, befinden sie sich nichtsdestotrotz bei euch im Raum. Ob ihr sie nun aus der Ecke eures Auges heraus ausmacht oder nicht, ihr befindet euch in dem Zimmer mit den Blumen.
Es gibt keinen Faden des Lebens, mit dem ihr nicht verbunden seid. Holterdipolter, welche Knoten auch verknüpft oder nicht verknüpft sind, gleich, wie viele Versuche gemacht werden, um die nebeneinander liegenden Fäden zu durchschneiden und an die Getrenntheit zu glauben – das Leben ist aus einem Stück. Es mag sich euch wie eine Wippe ausweisen, jedoch ist das Ende, was oben ist, sehr wohl mit dem Ende, was unten ist, verbunden. Beide sind unzertrennbar. Die zwei Enden sind aus einem Stück.
Ihr seid weder ein Radzahn im Rad des Lebens, noch seid ihr nicht anwesend. Ihr seid ein Spieler, ob ihr es mögt oder nicht. Ihr seid ein wichtiger Spieler. Von euch hängt die Welt ab.
Ihr mögt das Gefühl haben, eure Stimme sei unbedeutend, indes ist eure Stimme von äußerster
Wichtigkeit. Eure Stimme wirft Gewicht ab. Ihr wendet den Strom des Lebens. So oder so, ihr erbringt der Welt einen Unterschied. Für euch ist es bedeutsam, der Welt auf die eine oder andere Weise einen Unterschied zu erbringen.
Falls das Leben ein Seilziehen ist, ist es wichtig, dass ihr zieht. Falls das Leben ein Ruderboot ist, ist es wichtig, dass ihr rudert. Falls das Leben ein Fahrrad ist, tretet ihr in die Pedale. Falls das Leben ein Festmahl ist, was man zu sich nimmt, dann ist es wichtig, dass ihr esst. Selbst dann, wenn ihr untätig dabei steht, wirkt ihr auf das Leben ein. Ihm ist nicht zu entkommen, Geliebte. Ihr könntet genauso gut die Wahrheit akzeptieren. Ihr seid ein bedeutsamer Faktor. Ihr könnt euch im Eigentlichen nicht an den Seitenlinien aufhalten. Egal wie und was, ihr befindet euch im Zentrum des Lebens, und ihr wirbelt einen Stab herum.
Es gibt nicht einen Gedanken oder nicht eine Bewegung eurerseits, die das Universum auslässt. Es erhascht eine jede Verrücktheit von euch. Lasst euch das nicht zur Last werden. Lasst das zu etwas Spektakulärem werden. Ihr habt, mit oder ohne Worte, großes Sagen bei der Arbeitsweise des Universums. Ihr seid von äußerster Bedeutung. Dem Universum entgeht kein Schnippchen.
Das Leben ist kein halsstarriger Esel, Geliebte. Es ist mehr wie ein kleiner Hund, der euch folgt. Wie unschuldig das Leben auf der Erde doch ist. Es ist begierig zu gefallen. Es geht einfach hier- und dahin in die Richtung, in die ihr euch lehnt.
Stellt euch vor – falls ein Jeder auch nur einen Tag lang aus der Vergangenheit heraus schritte und zur Sonne der Liebe schaute, was für einen Ertrag hätte dieser Tag? Selbst dann, falls es bloß eine Stunde lang Liebe ohne Abgelenktheit gäbe, was würde diese eine Stunde erbringen? Falls bloß eine Minute lang, würde die Welt infolge nicht zu Berge stehen? Alles, was nicht Liebe war, würde aus den Taschen der Welt herausfallen. Liebe würde rundum sichtbar werden. Pur das, was wirklich ist, würde sichtbar sein. Und ihr würdet mit eurem Ort im Universum vertraut werden.
3197
ALLE LIEBE IM HIMMEL UND AUF ERDEN
Es ist mehr als Trost, was Ich gebe. Trost ist nett, gleichwohl ist er ein Zwischenspiel. Er ist ein
Lückenbüßer. Trost lindert. Was gibt es zu lindern, Geliebte, ausgenommen die Illusion? Wo Wahrheit ist, gibt es keinen Einsatzort für Trost. In Wahrheit, welchen Bedarf an Trost gibt es? Was hätte Trost zum Lindern? Ja, Tatsache ist, es gibt kein Aua, was zu küssen wäre.
Gebt euch nicht mit Trost zufrieden. Gebt euch nicht mit Geringerem als Freude zufrieden. Lasst Mich euch Freude geben. Lasst Mich euer Herz erfüllen. So rasch, wie Ich euer Herz mit Liebe fülle, so emsig gebt sie aus, denn es gibt mehr davon. Je mehr ihr euer Herz entleert, desto voller ist es. Eure Tasse läuft über. Während Ich eingieße, kleckere Ich, und dennoch ist kein Tropfen verschwendet. Keine Nachfrage, das aufzuwischen. Im Himmel gibt es keine Haushaltsführung. Lasst der Liebe einfach ihren Lauf, und ihr Lauf ist selbstverständlich zum Ozean hin, woher sie gekommen ist. Vom Ozean zum Ozean, von der glänzenden See zur glänzenden See.
Die Liebe hat keine Strippen. Welchen Bedarf an Strippen hat die Liebe, die freisinnig ausgegeben wird? Sobald Liebe nicht abgezählt sondern schlicht ausgeteilt wird, welcher guten Sache sollte denn dann eine wohlsortierte Abfolge dienlich sein? Nichts Gutem.
Ich umfange euch in Meiner Liebe, während Ich euch befreie. Keine Strippen. Alle Liebe im Himmel und in der Welt, keine Schnüre. Kein Bedarf, euch anzuketten, denn ihr durchweicht in Meiner Liebe. Mit jedem Atemzug saugt ihr Meine Liebe auf. Es ist genug da. Es ist genug von Meiner Liebe da, um alle Tröge zu füllen. Ihr seid mit Meiner Liebe gesättigt, von der es nur Überfuss, Fülle geben kann. Ihr habt all Meine Liebe, und das in der Tat ist kolossale Liebe.
Meine Liebe ist nicht portioniert. Ihr ist keine Messung zueigen. Sie ist freigiebig ohne Hinsicht auf irgendwas gegeben. Sie ist nicht abgezählt. Sie ist nicht abgewogen. Sie ist schlicht gegeben. Das ist die Art und Weise der Liebe. Da ist eine ununterbrochene Quelle der Liebe. Was gibt es, was der Liebe nahekommt? Gut, Ich fülle euer Herz eben jetzt mit Liebe auf.
Die Liebe in eurem Herzen braucht nie nachgegossen zu werden. Einzig in eurem Gewahrsein existiert eine derartige Möglichkeit. Was für eine Einbildung ist das, was für ein seltsamer Einfall, dass ein Herz von Mir, wie es das eure ist, entleert werden könnte? Wohin könnte eure Liebe gehen, unterdessen alles Liebe ist? Sie kann nirgendwohin losgehen. Sie kann bloß die ganze Zeit über irgendwohin gehen, dennoch überprüfst du dein Herz unentwegt, und findest, es fehle ihm etwas. Das ist der Gipfel der Illusion. Wie sehr indes befindest du dich in der Knechtschaft der Illusion. Du bildest dir sogar ein, dass dein Herz mit minderen Dingen aufgefüllt sei. Du bildest dir ein, dass dein Herz mit armseligen, erfundenen Emotionen beladen sei. Du hast gedacht, dein Herz sei mit solchen Absurditäten wie Ärger, Hass und Verzweiflung angefüllt. Jene Worte bezeichnen nichts, Geliebte, nichts außer Illusion. Wörter sind der schwarze Mann, Geliebte, Geliebter. In der Nähe von Liebe vermögen derartige Konzepte nicht zu bestehen.
Dein Herz trägt eine Maske, und du glaubst an die Maske. Du machst dir keine Vorstellung von der Vollheit der Liebe in deinem Herzen. Schaue in den Inhalt deines Herzens, so wie du in deinen Geldbeutel hineinschaust. Was kann hinausgeworfen werden? Die Liebe in deinem Herzen wird nicht abgehen. Der Rest ist bloß Wirrwarr. Falls Staub in dein Herz hinein geflogen ist, beseitige ihn jetzt. Ein Herz ist dafür bestimmt, voller Liebe zu sein und einzig voller Liebe zu sein. Dein Herz ist voller Liebe. Verberge die Liebe, die in deinem Herzen regiert, nicht mehr länger vor dir selbst und womöglich vor der Welt. Der Souverän deines Herzens ist die Liebe. Also sei sie.
Wieso mit etwas anderem beschäftigt sein als mit der Liebe? Wieso etwas anderem die Zeit des Tages überantworten?
3198
DIE SONNE IST ALLES
Manchmal ist im Leben der Kontrast erdrückend. Nicht das Leben selbst, Geliebte, sondern der Kontrast. Ihr könnt euch, und das alles am gleichen Tag, hoch oben fühlen, und ihr könnt euch schlecht fühlen. Manchmal fühlt ihr euch bis zum Himmel hoch gehoben, und manchmal habt ihr das Gefühl, als wärt ihr durch das Läutwerk gezogen worden. Ich mache es nicht kleiner, wie das Leben an euch reißt, jedoch bestehe Ich darauf, euch zu sagen, dass ihr durch dick und dünn hindurch der gleiche seid. Zugegeben, ihr fühlt euch nicht als der gleiche, dennoch seid ihr unverändert. Ihr trotzt den Stürmen. Durchnässt – ihr seid immer noch ihr. Ihr geht durch den Matsch – ihr seid immer noch ihr. Die Sonne scheint, unbesehen des Wetters, Geliebte. Was auch immer ihr durchmesst, ihr kommt als ihr heraus. Selbst in der Dunkelheit scheint die Sonne, und ihr kommt trocken heraus.
Vielleicht seht ihr euch als ein Symbol des Siegs oder der Verzweiflung, und doch seid ihr beides nicht. Für eine Zeitlang seid ihr ein Schauspieler, der den Part eines Siegers oder eines Opfers oder gar eines Dabeistehenden spielt, und doch, durch all das hindurch, seid ihr ihr. Und ihr seid ein Kind Gottes. Und ihr seid in Meiner Fürsorge. Gar wenn ihr euch mit vielen blinden Stellen versehen seht, ihr befindet euch in Meiner Fürsorge. Meine Augen liegen auf euch, und Meine Augen sind Liebe.
Ich fege nicht einfach eure Schwierigkeiten vom Tisch, ihr wisst jedoch, Ich sehe anders als ihr. Ihr mögt das Gefühl haben, dass ihr euch in einer Tretmühle befindet. Ich weiß, ihr geht auf dem Firmament des Himmels. Ich weiß, ihr mögt euch verlassen fühlen. Ich weiß, wo ihr seid. Weswegen, Geliebte, ihr seid hier direkt bei Mir. Ihr mögt euch auf dem Ozean des Lebens herrenlos fühlen. Ihr könnt den Kompass kaum auslesen, mit dem ihr eure Wege zieht. Ich sehe ihn.
Ihr mögt euch des Magneten der Liebe, der Uns zueinander zieht, nicht gewahr sein. Ich jedoch weiß, wie nahe Wir sind. Ich weiß. Ich habe keinen Zweifel. Ach, Geliebte, vom Zweifel, davon habt ihr eine Menge. Werdet knapp an Zweifel, Geliebte. Ihr wart daran gewöhnt, von ihm genügend zu haben. Lasst ihn vom Regen abgewaschen werden, und kommt in das Zelt der Liebe, in dem Wir gemeinsam wohnen. Wir wohnen unablässig zusammen und gemeinsam. Es gibt keinen anderen Ort, wo Wir weilen.
Es gibt zahlreiche ausgedachte Orte. Ein Zirkus hat seine Wurzeln in der Fantasie. Ein Zirkus scheint real. Er ist physisch real. Ihr nehmt eure Kinder dorthin, und dann geht ihr von ihm wieder fort. Es gibt immer irgendwo einen Zirkus, der vonstatten geht. Es gibt immer die Sonne, die irgendwo scheint, selbst dann, wenn sie nicht sichtbar ist.
Die Sonne ist niemals eingeschüchtert. Vierzig Tage Regen, und die Sonne weiß immer noch, dass sie scheint, und sie weiß, sie wird ebenfalls in deinen Gesichtskreis gelangen. Es ist nicht so, dass die Sonne den Regen aussitzt und geduldig wartet. Sie scheint in der Zwischenzeit dauernd. Sie weiß, was sie weiß, sie weiß es nicht in der Theorie. Die Sonne lebt, was sie weiß. Für sie gibt es keine Distanz zwischen sich selbst und ihrem Licht. Der größte Wolkenbruch hält die Sonne nicht ab. Der größte Wolkenbruch dämpft das Licht der Sonne nicht. Und die Sonne weiß darum.
Der Unterschied zwischen dir und der Sonne ist, dass du mehr an den Regen glaubst als an das Sonnenlicht. Was ist und was du glaubst, sind nicht immer das gleiche. Und demnach gibt es da eine Diskrepanz. Von welchem Wert ist dir diese Diskrepanz?
Vielleicht hast du das Gefühl, dass du auf deinen Schultern eine zwei Tonnen schwere Ladung trägst. Nimm dein Gewicht herunter. Die Sonne scheint auf deinen Rücken. Die Sonne wiegt nichts. Ihr mögt denken, dem Schatten entkämt ihr nicht, das ist aber bloß die Welt, Geliebte. Einzig, die Welt. Sache ist, dass ihr der Sonne nicht entkommen könnt. So steht es um die Dinge. Es scheint euch nicht derart zu sein, dennoch sind Schatten nichts. Die Sonne ist alles.
3199
ZÄRTLICH IST DAS HERZ, DAS LIEBT
Während du tatsächlich mit Anderen teilst, wirst du nicht ans Teilhabenlassen denken. Teilen oder nicht teilen wird keine Entscheidung sein. Es wird so natürlich sein, miteinander zu teilen, wie es natürlich ist zu atmen. Ihr seid euch die meiste Zeit des Atmens nicht bewusst. Ihr werdet euch des Teilens nicht bewusst sein. Ihr werdet euer Einssein erkennen. Infolgedessen werdet ihr erkennen, es gibt einzig Teilen, und im Eigentlichen niemanden, mit dem zu teilen sei. Gegenwärtig seid ihr nicht begriffsstutzig, wenn es darum geht, ein Stück Kuchen für euch selbst zu nehmen, gar dann nicht, wenn es sich um das letzte handelt. Was gibt es Natürlicheres, als ein Stück Kuchen zu essen!
Ihr werdet nicht in Begriffen von Anteilen denken. Ihr werdet nicht in Begriffen von Örtlichkeiten denken. Ihr werdet nicht in Begriffen von irgendetwas denken. Ihr werdet nicht einmal in Begriffen des Gebens oder nicht Gebens denken. Ihr werdet schlicht geben, so wie ein Licht leuchtet. Ihr werdet schlicht geben, so wie die Sonne ohne Maß oder ohne einen Gedanken daran scheint.
Sobald alleinig Einssein ist, wem kannst du es geben? Und wer bist du, um zu geben? Was geben? Wohin gibt Liebe Liebe, unterdessen Liebe Alles ist, Was Es Gibt. Es existiert im Eigentlichen keinen Spiegel, um hineinzuschauen. Es gibt im Eigentlichen keinen Menschen, um in ihn hineinzuschauen. Was für ein Seinswesen seid ihr. Was für eine Liebe seid ihr.
Während ihr in eurer Wahrnehmung des Einsseins wachst, erblüht ihr in Liebe. Zärtlich ist das Herz, was liebt. Zärtlichkeit ist seine Stärke. Stärke ist nicht Stärke. Zärtlichkeit ist es. Zärtlichkeit ist die größte Stärke, die du hast, nicht, dass du sie hast, schlicht, dass du sie bist.
Tatsache ist, es gibt keine Schwäche, und es gibt keine Stärke. Es gibt schier die Erscheinlichkeit. Und die Erscheinung ist bloß hauttief.
Selbst dann, wenn du das Empfinden haben magst, dass es keinen Schlag Liebe gebe, um ihn aus
deinem Herzen heraus zu wringen, bist du Liebe insgesamt. Erscheinungen können täuschen, und du bist getäuscht worden. Du täuschst dich selbst. Es gibt sonst niemanden, um ihn zu täuschen. Du hast dich selbst vergessen. Du warst der Jäger, der dich selbst gejagt hat. Es gibt nichts zum Jagen. Es gibt keine Beute. Da bist du, und du bist Alles.
Zu wem rede Ich? Und wer ist da zum Zuhören?
Teile Ich Meine Liebe in kleinen Stücken sparsam aus? Führe ich Großherzigkeit aus? Ich übe nichts aus. Ich weiß bereits, Wer Ich BIN. Ich bin dabei, Mich selbst bei dir einzuführen. Ich bin damit befasst, dich bei dir einzuführen.
Was teile Ich mit dir, unterdessen du eben Mein Selbst bist? Was gibt es, was Mir angelegen ist, es nicht mit dir zu teilen?
Und demnach du – wie isst du ein Stück Kuchen, unterdessen du der gesamte Kuchen bist? Wie bist du nicht jemandem dienlich, unterdessen du der Diener des Universums bist?
Die Zeit kommt. Die Zeit ist einmal da, wann du dein Essenspaket öffnen wirst, und wann das Wasser zu Wein wird, und wann dein lfink zurecht gemachtes belegtes Brot die Menschenmasse nährt. Es steht auf deinem Essenspaket: „Ausreichend für alle. Eine Menge für alle. Allessein ist alles, was es gibt.“
Du betrittst die Welt der Liebe, und es gibt keinen Ausgang. Du führst dich selbst jetzt bei der Welt ein.
Dies ist eine Welt der Fülle, indes kann sie nicht eine Welt der Fülle sein, da es keinen Mangel gibt und niemals gab.
Du kannst die Welt nicht für dich selbst behalten. Du kannst ihre Geschenke nicht bei dir behalten.
Es wird kein Mitgehenlassen geben. Es wird nur Geben geben. Du wirst große Atemzüge des Gebens nehmen, ohne zu wissen, dass du das tust. Du wirst zu einem Verstreuer von Liebe werden. Du wirst vor lauter Freude über das Wachsen des Gewahrseins tanzen, des Gewahrseins, was Allen zugehört und allem und allen ausgereicht ist.
Ein freigebiges Herz kennt seine Großzügigkeit nicht. Indessen es keine Knauserigkeit austeilt, wie soll hernach Großherzigkeit sichtbar sein?
3200
DIE VERMÄHLUNG DER HERZEN
Ihr seid der Sonnenschein Meines Herzens. Das ist wörtlich so, Geliebte. Ihr seid Meine Freude. Habt ihr gemeint, das sei anders?
Ich begebe Mich nicht in Mühen und Schwierigkeiten. Natürlich nicht. Ich befasse Mich selbst mit der Liebe. Es ist nicht so, dass Ich Mich mit Mir Selbst befasse. Es ist so, dass Liebe das ist, was Mir vertraut ist. Wir können nicht sagen, Ich kenne sie am Besten, weil es nichts anderes zum Kennen gibt. Was gibt es über die Liebe zu wissen, unterdessen ihr Liebe seid? Was gibt es über die Liebe zu wissen, unterdessen es nichts anderes zu wissen gilt? Was ist in diesem Falle für die Liebe da, um es mit ihr in Vergleich zu bringen?
Womit oder mit wem vergleicht ihr euch selbst?
Nehmt Metaphern zur Hand, Geliebte. Vergleicht euch selbst mit dem Sonnenaufgang. Vergleicht euch mit dem Ozean. Reitet die Wale des Lebens.
Vergleicht euch nicht länger mit all den Dingen, mit denen ihr euch vergleicht. Messt nicht mehr länger eure Höhe aus. Vergleicht euch nicht mehr mit diesem oder jenem. Vergleicht euch nicht mehr mit euch selbst. Geliebte, Ich sage euch, dass ihr jenseits des Vergleiches angesiedelt seid.
Ich kann sagen, dass ihr Mein Augapfel seid. Ich kann sagen, dass ihr Meine Aussicht seid. Jedoch kann Ich euch nicht einmal anfänglich all das sagen, was ihr Mir seid.
Ich kann nicht übertreiben. Für Mich gibt es keinen Weg, um zu übertreiben.
Ich kenne einzig die plane Wahrheit, und Ich weiß, ihr seid die Wahrheit von Mir. Wenn ihr also so wollt, können Wir sagen, dass Ich die Wahrheit von euch bin. Ja, das mögt ihr lieber. Ihr glaubt es nicht, dennoch mögt ihr es lieber. Ihr habt euch nach Falten auf dem Gesicht eures Lebens umgesehen. Ah, Geliebte, ihr selbst seid darin festgesetzt, das aufzufinden, wonach ihr sucht.
Möchtet ihr nun damit anfangen, euch nach Mir umzusehen? Nach einem Nachweis von Mir? Schaut nach einem Nachweis der Liebe. Der Nachweis der Liebe wird es für Unsere Zwecke ganz gut tun.
Und worin besteht Unser Zweck? Er lautet, eure Augen und euer Herz in die richtige Richtung zu wenden. Er lautet, eure Augen und euer Herz davon, was sie aufgesucht haben, abzubringen.
Kommt, Geliebte, kommt zu der Hochzeit Unserer Herzen. Kommt zu dem Zuspruch Unserer Augen.
Kommt zum Zentrum der Sonne. Kommt und setzt euch auf den Mond mit Mir, und, lassen Wir doch Unsere Füße baumeln. Lasst Uns einander Uns Selbst vorstellen. Lasst Uns zuhause sein. Lasst Uns Unsere Bademäntel anziehen und Uns ans Feuer Unserer Liebe setzen. Lasst Uns das sein, was Wir sind. Lasst Uns sein. Lasst Uns der Eine sein, Der Wir sind.
Bleibe zumindest an Meiner Seite, wie Ich an der deinen bleibe. Wieso Mir gegenüber sitzen, während du neben Mir sitzen kannst? Wieso von Meinem Herzen irgendwohin fortwandern? Wieso von Deinem Gewahrsein Meines Herzens oder deines Herzens nach irgendwohin abgehen?
Ein Pfeil der Liebe hat Unsere Herzen durchbohrt und hat sie zu Einem gemacht.
Was bleibt da sonst noch zu sagen, und wer bleibt da übrig, es zu sagen?
Und doch rede Ich, und doch hörst du zu. Du lauschst dem Klang Meiner Stimme. Das reicht aus. Höre nicht mehr länger jenen missratenen Gedanken zu, die hereinfiegen und deinen Geist besetzt halten. Ich besetze dein Herz. Ein wichtigtuender Zweifer besetzt deinen Geist. Nimm nicht mehr länger jene Gedanken in dich hinein, die du hinein genommen hast. Sie sind frei erfundene Gedanken, und sie haben dich lange genug beherrscht.
Nun kommt das Herz. Nunmehr kommt dein Herz. Lasse dein Herz den Anführer der Parade sein.
Lasse all jene räudigen Gedanken Staub zu deinen Füßen sein. Du hast ein Herz. Ich gab es dir. Du hast ein Herz. Sei die Liebe, die Mein Herz ist. Ich platzierte Liebe in dein Herz, was in Wirklichkeit Mein ist. Nutze Meine Liebe. Lasse Mein Herz inwendig in dir schlagen. Bum-ta-bum, bum, bum.
3201
WIE EINE BUCHSEITE
Was sagst du dazu? Lasst Uns durch das Heute gehen und diesen heutigen Tag genießen. Lasst Uns durch das Heute schlendern. Lasst Uns dem Tag gegenüber gütig sein. Lasst es Uns ihm nicht anmuten, dass er widerrufen wird. Weswegen, ja, lasst Uns mit dem Heute spielend fertig werden.
Heute wirst du weder vor Freude herausschreien, noch wirst du grummeln. Wie wäre es, Heute als das zu nehmen, was es ist. Du wirst es nicht zu etwas machen, ausgenommen zu dem, was es ist. Es ist ein Tag, der herankam, um uns einen Besuch abzustatten. Er wird früh genug aufbrechen.
Das Heute ist wie eine Seite in einem Buch, allerdings, im Buch des Heute könnt ihr jede Seite bloß einmal umwenden. Ihr könnt sie nicht neu beschreiben. Ihr könnt ihr weder etwas hinzufügen, noch etwas von ihr wegnehmen. Heute ist das, was ist, und morgen ist es fortgegangen. Lasst Uns dem Tag über den Rücken streicheln, während er noch hier ist.
Heute ist wie eine Ecke, um die du gehst. Das Heute hat Dargebote für dich. Du kannst dir nicht im Voraus sicher sein, was es bei sich hat. Manchmal hängt es von der Ecke ab, um die du gehst, und manchmal hängt es von überhaupt nichts ab. Der Tag macht einfach seine eigene Sache. Mögest du doch die Launen eines Tages nicht mehr länger persönlich nehmen, wirst du das?
Du mögest das Heute weder anfehen noch es abkanzeln. Du mögest nichts von ihm einfordern. Du wirst mit ihm entlanggehen. „Okay, Tag, falls es das ist, was du möchtest.“
Etliche Tage streuen euch Rosenblätter auf den Weg. Etliche Tage weisen sich als holprige Fahrt aus. Alle Tage sind etwas Vorübergehendes. Sie sind Wolken, die durch den Wind hin und her geblasen werden, oder sie sind wie Strahlen der scheinenden Sonne. Unbesehen dessen, Tage sind nichts anderes als Tage. Sie sind im Eigentlichen nicht eure Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Sie sind schlicht eine Bühne, auf der ihr geht. Das ist alles, was sie sind.
Und doch heftet ihr eure Hoffnungen auf ihnen an, oder ihr bereitet ihnen eine schwere Zeit. Geliebte, Tage tun euch nichts. Tage sind einfach die Durchgänge, die sie sind. Einige sind weit, und einige eng. Manche geht ihr einfach durch. Durch manche quetscht ihr euch hindurch, dennoch ist ein Tag schier ein Tag. Ein Tag ist so unschuldig wie ihr.
Der eine Tag wärmt euch auf. Ein anderer lässt euch frösteln. Also gut, Geliebte, wärmt euren Tag, oder kühlt ihn herunter. Geht eine Partnerschaft mit ihm ein. Helft dem Heute seine Freuden tragen.
Du bist durch einen jeden Tag gekommen.
Und wenn deine Tage zuende sind, wirst du schlicht deine Anhänglichkeit von den Tagen zur Ewigkeit hin transferieren. Das ist kein schlechter Handel. Das ist gut so. Der Handel, den du da eingehst, ist so gut wie Gold.
Du hast einen Kontrakt. Er ist nicht einseitig. Er ist fair. Tage hatten dich, und du hattest Tage. Du musst zugeben, es ist eine Art Liebesgeschichte zwischen dir und den Tagen. Selbstverständlich sind Tage ein wenig leidenschaftsloser als du. Sie haben mehr Gleichmut an sich als du. Nichts bringt einen Tag in Schwierigkeiten. Ein Tag tut einfach das, was Tage tun. Er braucht sich selbst auf, und hat nichts dagegen. Er rechnet nicht stets mit dir, dass du ihn belieferst, dennoch beliefert er dich immerfort. Ob er dich nun in eine Limousine oder in einen Eselskarren verbringt, er nimmt dich, und du gehst mit ihm. Unter Beklagen gehst du mit ihm. Unter Freuden gehst du mit ihm. Genauso gut könntest du kooperieren. Du kannst verstört werden bei alldem, was du möchtest. Dein Tag wird nicht verstört. Er hat zu viel mit dem Pfügen zu tun, als dass er Zeit hätte, mit dir in den Boxring zu steigen. Es ist nicht so, dass der Tag dich außer Acht lässt. Er holt dich einfach ab und nimmt dich mit sich.
Dein Tag ist wie ein stiller Partner. Er unterstützt dich in allem, was du auch von ihm denken wirst.
Der Tag weiß, wohin er geht, und du hast, ob bereit oder nicht, mit ihm entlang zu gehen, bis er zuende ist. Geliebte, heute scheint die Sonne auf euch.
3202
GRÖSSER ALS DAS LEBEN
Ihr denkt, alles sei mit allem mit Scharnieren versehen. Ihr nehmt eine Kette von Ereignissen wahr, jedoch ist das eine Fehlwahrnehmung. Eine Aneinanderreihung ist ein Resultat von Sprache. Ursache und Wirkung, die ihr seht, sind nicht so, wie sie scheinen. ‚Wieder und wieder‘ ist nicht wahr. So wird es wahrgenommen, aber es stimmt nicht. Ihr sagt 1, 2, 3. Ihr sagt: „Das ist passiert, und dann ist jenes passiert, und jetzt ist dies passiert.“ Ihr seht, dass, etwa, Cupidus einen Pfeil abgeschossen hat, und dann seid ihr verliebt. Ihr seht, dass, etwa, jemand mit einem Gewehr schießt, und dann ist da der Schuss ins Schwarze. Beispiele dafür gibt es jeden Tag, jede Minute.
Natürlich, es sieht danach aus, dass eine Blume in einer bestimmten Abfolge blüht. Dies als erstes, dann das. Natürlich, es sieht danach aus, dass ein kleiner Hund ein wenig am Schwanz und ein wenig an der Nase wächst.
Ihr werdet euch wohl Millionen mal sagen: „Oh, wenn ich das bloß nicht getan hätte. Oh, wenn ich das bloß getan hätte, wie anders wäre dann meine Welt.“
Pausiert eine Zeitlang bei diesem alltäglichen Denken und wundert euch über die Möglichkeit, dass alles auf einmal passiert. Stellt euch vor, dass es anstelle von Kausalität Simultaneität gibt. Was wäre, falls alles auf einmal passierte? Was wäre, falls es keine Vergangenheit und keine Zukunft gäbe. Was wäre, falls es nicht einmal Jetzt gäbe.
Geliebte, Zeit existiert nicht. Genau das sage Ich euch soeben.
Ich weiß, ihr denkt: „Aber hast du, Gott, nicht gesagt, dass meine Gedanken auf alles in der Nähe und Ferne einwirken? Meine Gedanken agieren den Satz aus: ‚Aus dem Fehlen eines Nagels heraus ist der Schuh dahin …‘ Also nun, ich bin mir sicher, dass du sagen wirst, es gibt kein nah oder fern. Was soll ich denken?“
Geliebte, ja, ihr wirkt auf einen Jeden und auf alles in der Welt ein. Ihr habt eine Auswirkung. Eure
Gedanken haben einen Effekt, und dennoch, so seltsam es euch auch sein mag, gibt es keine Ursache und Wirkung. Eure Liebe reizt jemanden an, den ihr nie zuvor gesehen habt, und gleichwohl kann sich jene ungesehene Person über den Anreiz eurer Gedanken hinaus erheben. Sie kann sich über ihre eigenen erheben. Ihr könnt euch über eure eigenen erheben.
Das Konzept – und es ist bloß ein Konzept – von Ursache und Wirkung ist allzu vereinfachend. Diesem Konzept entkommt die Illusion des tadelnden Vorwurfs. Diesem Konzept des Vorwurfs entkommen auf die eine oder andere Weise Rückschlag und Bestrafung. Einen Beitrag leisten und Tadel vorbringen sind nicht genau das gleiche.
Alles leistet einen Beitrag.
Es ist so: Das Leben ist ein Orchester. Alle Instrumente spielen. Sie kommen ins Spiel. Das eine steht im Vordergrund, und andere scharen sich zu ihm, und aus den mannigfaltigen Instrumenten ist die Musik gefertigt. Alle Instrumente haben einen Ton, und jeder Ton trägt zu dem Ganzen bei. Alles trägt zu dem Ganzen bei. Und es gibt Instrumentalisten, die die Instrumente spielen. Wie und wann sie einen Atemzug nehmen, leistet seinen Beitrag, und doch, wer kann sagen, welches Instrument für diese Musik und ihre Schönheit, die in diesem Augenblick zu Gehör kommt, verantwortlich sei?
Geliebte, das Leben ist größer als das Leben!
Ihr seid in der Tat Teil eines Orchesters des Lebens, und ihr spielt einen großen Part in ihm. Ihr durchtränkt es. Ihr vergießt es. Ihr seid in jeder Hinsicht behilfich. Und gleichwohl seid ihr unschuldig. Indes seid ihr die eine Note, die gespielt wird. Ihr seid verantwortlich für den Ton, den ihr spielt, und doch trägt der Ton, den ihr spielt, zu der Musik als Ganzem bei. Einerlei, wie gut ihr spielt, oder wie gut die Welt euer Spiel erachtet, ihr arbeitet bloß auf das Instrument hin, was ihr spielt. Einerlei, wie armselig ihr in den Augen der Welt auch spielen mögt, ihr spielt schier das Instrument eurer selbst, was ihr spielt. Lasst keinen Menschen sagen, dass ihr für die gesamte Komposition getadelt werden sollt. Ein Jeder ist verantwortlich, und ein Jeder ist ohne Tadel.
Bekommt einen Augenblick lang euren Geist zu dem Konzept herum, dass es keine Sequenz gibt. Kriegt euren Geist zu der Auffassung, dass sich alles selbst auf einen Schlag in die Ewigkeit und Unendlichkeit hinein katapultiert.
3203
DIE TÜR DES GEWAHRSEINS
Wenn Zeit und Abfolge nicht existieren, gibt es kein Wenn. Genauso wenig ein Warum, denn eine Sache hängt nicht von einer anderen ab, wie es den Anschein hat.
Wenn der Raum nicht existiert, gibt es kein Wo. Infolgedessen gibt es keine Örtlichkeit. Du kannst weder in der Zeit noch im Raum lokalisiert sein. Infolgedessen bist du grenzenlos.
Wie Ich das Wort deswegen benutze, scheint es Mir um ein Resultat dessen zu gehen, was Ursache, Wirkung und Sequenz bedeuten. In Worten, da verbinden wir das Unverbindbare. Wörter entwickeln eine Erzählung, indes alles, was tatsächlich existiert, dasjenige darstellt, was Wir Ist-heit nennen können. Es gibt keine War-heit. Es gibt keine Wird-Sein-heit. Es gibt alleinig Ist-heit.
Es kann keine Wo-heit geben. Es kann freilich Gewahrsein geben. [Ein Wortspiel: „There can be no where-ness. There can be awareness, however.” – ThB] Es gibt Gewahrsein. Gewahrsein ist die ganze Geschichte, Geliebte.
Und, Gewahrsein allerdings geschieht aus sich selbst heraus. Und doch geschieht Gewahrsein nicht. Sie ist schier. Gewahrsein geschieht im Grunde nicht in Graden. Gewahrsein ist nicht statisch, und es ist nicht vergleichbar, und gleichwohl wird es verglichen. Was ist so heiter wie ein Tag im Juni? Gewahrsein.
Hat Gewahrsein die Führung inne oder folgt es? Insofern, als es keine Zeit gibt, wie kann diese Frage beantwortet werden, und doch wird sie täglich gestellt und wird an ihr herum geraten.
Ich führe euch der relativen Welt ein, mit der ihr derart vertraut seid. Ihr denkt, ihr kennt sie. Ihr denkt, es sei das Milieu, in dem ihr lebt und liebt. Und doch ist die relative Welt, die die meiste eurer Zeit, die ohnehin nicht existiert, belegt, in Hinblick auf das Leben als Ganzem bloß so groß wie euer kleiner Fingernagel. Eine Prozentzahl eurer Gedanken dominiert das scheinbare Gefilde eurer Existenz.
Ihr befindet euch auf einem Baseballplatz und schaut euch ein Spiel an, und ihr meint, der Platz sei die ganze Welt. Eure Welt ist ein Bruchteil, und indes bereist ihr, während ihr hier und dort in der Welt auf der Walz seid, ein weitaus größeres Universum. Nicht so sehr bereisen, ihr behaltet es wie einen Schirm. Es geht dauernd mit euch. Ihr öffnet und schließt den Schirm, und doch hat der Schirm, geöffnet oder geschlossen, einen Zuständigkeitsbereich über euch. Oder so – ihr tanzt unter dem Schirm, im Regen wie in der Sonne.
Ihr könntet fragen: „Gott, wieso soll ich das wissen? Wieso soll ich wissen, was ich doch kaum in der Lage bin mir anzusehen? Wieso habe ich darum zu wissen, was nicht die unmittelbare Welt ist, mit der ich bekannt bin? Du sagst, ich sei dort immer, und doch sei ich nicht nach dorthin befördert worden. Du sagst, die Welt, in der ich lebe, ist das Märchen, und doch scheint die nicht augenscheinliche Welt, von der du redest, wie ein Mythos. Ich kann das nicht fassen. Meinst du, ich müsse das begreifen?“
Ich sage, es ist gut für dich, das Ungesehene im Blick zu haben.
Selbst dann, wenn du eine Tür nicht öffnen kannst, ist es gut für dich, zu wissen, dass sie da ist.
Noch mehr als das, Ich sage, es gibt keine Tür, die du nicht öffnen kannst. Drehe den Knopf. Diese Tür des Gewahrseins ist für dich nicht verschlossen. Du durchschreitest diese Tür zwischen jedem Atemzug und jedem Wort, welche du nimmst. Geliebte, euer Fuß befindet sich in der Tür.
Genießt das Märchen, in dem ihr lebt. Genießt alle Bilder und das ganze Panorama und das Drama und das, was ihr das Karma nennt. Genießt es aufs Vollste. Dieses Märchen ist für euch da, um es zu genießen. Eines Tages werdet ihr erkennen, es ist bloß eine Geschichte, die ihr ausagiert. Von der Bühne heruntergekommen, da seid ihr nicht mehr länger Schauspieler. Ihr seid in der offensichtlichen Welt dabei, einen Part zu spielen, und ihr spielt ihn gut. Ihr gebt ihm alles, was ihr eurem Dafürhalten nach erhalten habt. Und doch habt ihr hundert Millionen Milliarden Billionen mal mehr als das. Ihr habt diese hundert Millionen Milliarden Billionen in einer jeden Zelle des Körpers, in dem ihr herumlauft. Was ihr seid, ist unmessbar. Es ist unmessbar, obschon die Welt selbst all die nicht-existente Zeit in ihrem nichtexistenten Raum misst. In bemessender Rede sage Ich zu euch, dass ihr unauslotbar seid, unauslotbar so wie Ich.
3204
DIE EINGEBILDETE TÜR
Demnach siehst du, dass das Leben kein Mysterium ist. Ein Mysterium existiert bloß in der äußeren Welt. Unter der Oberfläche sind alle Antworten bekannt. Es gibt nicht einmal Fragen, die es zu stellen, ebenso wenig Antworten, die es zu erteilen gilt. Euer Leben auf der Erde ist eine Parabel. Das Leben auf der Erde mutet euch an, dass ihr euch zu einem Streben aufmacht. Ihr seid ein Jäger des Wissens. Ihr, die ihr alles wisst, befindet euch auf einer Safari, um das zu entdecken, was ihr bereits alles wisst. Ihr sucht nach euch selbst. Ihr, die ihr euer Selbst seid, macht auf euer Selbst Jagd. Ihr tut dies mittels kleiner Grenzziehungen hier und dort. Ihr federt an euch selbst ab, und ihr sagt: „Aha.“ Ihr entkommt dem Territorium von gegenwärtig-eingebildeten Grenzen und zeichnet andere Reifen, durch die ihr springt, und erhascht euch selbst eben dabei. Ihr seid ein Jäger, der jagt. Ihr seid ein Fischer, der seinen Fang nachhause bringt.
Es ist so, als würdet ihr eure Herrlichkeit vor euch selbst verborgen halten, denn welche Rolle hättet ihr dann zu spielen? Was wäre sodann eure Erden-Identität? Ihr könntet ja ein Schauspieler ohne Arbeit sein!
Um welche Parabel handelt es sich, die ihr lebt? Sie ist eine voller Gefahren, die im Geist ausgezeichnet sind. Ihr erzählt euch selbst Geschichten. Ihr denkt sie euch aus, und doch glaubt ihr an sie, an jene Geschichten. Ihr erzählt euch Geschichten, und doch strafen eure Geschichten die Wahrheit Lügen. Die Wahrheit wird nicht erzählt. Die Wahrheit wird in gewöhnlichen Kleidern angezogen und zugedeckt. Tatsache ist, ihr geht meilenweit, um die Wahrheit zuzudecken. Ihr sagt euch selbst, es sei zu wundervoll, um wahr zu sein, und demzufolge spielt ihr im Sandkasten und baut Schlösser mit Verliesen darin. Ihr wiederholt euch selbst.
Gegebenheiten verwandeln sich, und doch wiederholt ihr eure Erzählungen euch selbst gegenüber, und ihr spielt sie immer und immer wieder. Ihr erzählt euch selbst Zu-Bett-Geh-Geschichten, und schaut euch nach Entlastung von ihnen um, und ihr versteckt euch unter den Decken eurer selbst. Ihr spielt Guckguck.
Und jedes Mal seid ihr überrascht. Ihr spielt Guckguck mit euch selbst, und jedes Mal seid ihr überrascht. Falls ihr in diesem Spiel nicht überrascht wärt, wärt ihr enttäuscht.
Die ganze Zeit über macht die Wahrheit Anläufe, die eingebildete Tür, die ihr gebaut habt, niederzureißen.
Ihr habt eine Erbschaft, welche auf euch wartet, und ihr bemerkt es nicht. Ihr seid derart in das Spiel hineingezogen, in dem ihr euch befindet, dass ihr die Wahrheit von euch selbst verschließt. In welchem Drama ihr euch auch befindet, ihr verfangt euch in ihm und haltet die Wahrheit von euch fern. Ihr seid ein sehr guter Schauspieler. Ihr überzeugt die Zuschauer, und ihr überzeugt euch selbst. Als Held oder Schurke oder Zuschauer, ihr überzeugt euch selbst. Ihr seid Schauspieler, Bühnenautor, Bühnendirektor,
Choreograph, Komponist aufs Höchste. Ihr spielt alle Parts, und kennt sie nicht. Ihr seid von der Authentizität dieses Dramas, was allesamt ausgedacht ist, überzeugt. Es stimmt, es ist ein gemeinsam durchgeführtes Unternehmen, allerdings nichtsdestotrotz ein Unternehmen, was sich in ein Abenteuer kehrt.
Hinter diesem Vorhang, den ihr vorzieht, befindet sich eine Große Seele. Sei nicht durch deine Größe in Angst versetzt. Du fürchtest, du könnest der Rolle der Größe nicht gerecht werden. Du fürchtest, das sei eine Rolle, die du nicht spielen könnest, und demnach ziehst du es vor, von ihr nicht überzeugt zu bleiben. Selbst im Wissen, dass das keine Rolle ist, selbst im Wissen, dass das die volle Wahrheit von dir darstellt, ziehst du es vor, den Vorhang vorzuziehen. Du zögerst zu schauen. Dasjenige, worin du nicht versagen kannst, fürchtest du. Du möchtest einfach so bald wie möglich eine andere Rolle haben. Du möchtest einfach so bald wie möglich das heimatlose Kind oder den Naiven oder den guten oder den schlechten Kerl spielen. Daran bist so gewöhnt. Nebenbei gesagt, du sagst dir selbst, Sicherheit gebe es massenhaft.
Was sagst du Mir jetzt? Sagst du mir: „Warte, Gott, später“, oder sagst du: „In Ordnung, Gott, ich möchte meine Augen öffnen, mich selbst und Andere über Wer Ich Bin nicht mehr länger an der Nase herum führen. In Ordnung, Gott, ich möchte mich gerne weitaus wie Eins zählen.“
3205
DEN UNTERSCHIED MACHT DEIN GEWAHRSEIN AUS
Dein Bester Freund sehnt sich nach deinem Gewahrsein. Unentwegt vergisst du, dass Ich bei dir BIN. Du würdest wohl sagen: durch dick und dünn. Ich sehe kein dick oder dünn. Ich sehe das Licht von dir, und Ich bin durch das Licht von dir geblendet.
Du könntest sagen, dass Ich in einen Spiegel Meiner Selbst blicke, und dass du dich eben dort befindest. Was anderes könnte es denn bedeuten, dass du in Meinem Bilde gemacht bist, wenn Ich dich anblicke und dabei nicht Mein Selbst sähe? Mein Sehvermögen ist sehr gut.
Die relative Welt, in welcher dein Gewahrsein lebt, ist eine Welt des Wandels. Sie wandelt sich immerzu. Sie schlüpft dir durch die Finger. Die allwaltende Welt jenseits der relativen Welt ändert sich nicht. So schlicht ist das. Meine Liebe geht nicht hoch und runter, und deine Liebe, so seltsam das aussehen mag, brennt genauso hell.
Jetzt sieht man es, und jetzt sieht man es nicht – so lautet der Schrei der relativen Welt. In der Welt Gottes, in diesem Königreich des Himmels, in dem Wir gemeinsam als Eins eingetaucht sind, lautet der Schrei: „Ah.“ Unser Einssein ist immer Einssein. Es gibt keine Addition, keine Subtraktion.
Wiewohl es im Grunde einzig das Königreich des Himmels gibt, ist der Unterschied zwischen der sich immerzu wandelnden relativen Welt und dem Wandellosen Königreich des Himmels dein Gewahrsein. Dein gegenwärtiges Gewahrsein dominiert die relative Welt, in der du lebst. Mitunter befindet sich die Sonne einfach in deinen Augen, und damit siehst du sie nicht. Geblendet, siehst du die Sonne nicht, und doch, Geliebte, ihr wisst, sie ist da. Sie ist genau hier. Sie ist genau da.
Ich bin genau hier, und du bist genau hier, und Wir sind Eins. Jetzt zu diesem Zeitpunkt ist Einssein ein Wort für dich. Manchmal erfasst du fast, was Einssein ist, und was es mit dir zu tun hat, die meiste Zeit allerdings ziehst du an ihm vorbei. Ich bin mehr als bei dir. Ich bin du, und doch siehst du Mich nicht. Das bedeutet, dass du auch dich selbst nicht siehst. Das bedeutet, du spielst dich selbst herunter, und du spielst Mich herunter.
Manchmal bin Ich mehr wie ein Haustier, was du hältst. Du streichelst Mich dann und wann, doch die meiste Zeit lässt du Mich aus dem Umkreis deines Lebens heraus. Ganz nett, Gott, sagst du. Ganz nett, Gott, und doch lässt du Mich irgendwo stehen. Obschon Ich, Gott, bei dir bin, gehst du ohne Mich los. Es ist so, als würdest du Mich, im Garten angekettet, zurücklassen. Es gibt keine Möglichkeit, um Mich zurückzulassen, mit der einen Ausnahme, in deinem Geist.
Du hast einen derart absoluten Glauben an die stets sich wandelnde physische Welt, und du hast einen relativen Glauben an das sich nicht wandelnde Absolute. Ist das nicht so?
Es gibt nirgendwo, wohin du ohne Mich gehst oder wo du ohne Mich dableibst, und doch lässt du Mich zurück.
Vielleicht hast du Mich als einen Schwindler gedacht, wer aber ist der Schwindler, Geliebte? Wer legt sich selbst herein und wer wendet sich seinem Geschäft in der Welt zu, so, als würde Ich nicht existieren? Wer führt euch jetzt an der Nase herum? Nicht Ich, Geliebte, nicht Ich.
Und somit gibt es da einen Trick des Geistes, und jener ist die relative Welt, in der ihr lebt. Ihr baut Schlösser im Sand, die fortgewaschen werden, unterdessen ihr die ganze Zeit in einem echten Schloss lebt, was auf einem Fundament immerwährender Liebe errichtet ist. Falls ihr zugesteht, dass das der Fall sein kann, könnt ihr sagen, dass sich das Schloss weit weg auf einem Hügel befinde, und doch, wenn ihr in dem
Schloss residiert, was hat denn ein Hügel mit ihm zu tun? Ein Hügel gelangt in einer bestimmten Entfernung zur Ansicht. Auf dieselbe Weise seht ihr Mich und die Realität von euch wie in einer bestimmten Entfernung, unterdessen es überhaupt keine Entfernung gibt. Das ist der Trick des Geistes. Dass ihr an die Entfernung und Nähe glaubt, unterdessen Nähe einzig und allein existiert. Es ist ein Trick des Geistes, dass ihr an Teile glaubt, unterdessen alleinig Einssein ist.
3206
GEDANKEN, DIE DU NICHT HÄTTEST
Sobald du weißt, dass du ein unbegrenztes Seinswesen mit unbegrenzten Ressourcen bist, bei welcher Gelegenheit würdest du dich denn dann knapp halten mögen? Woran würdest du nicht großherzig teilhaben lassen mögen? Es würde dir nicht unterkommen, dich unterzuversorgen. Es würde dir nicht einmal passieren, großherzig zu sein. Du befändest dich schier am Ort der Großherzigkeit, ohne es großherzig oder gut oder überhaupt etwas zu nennen.
Was wäre großherzig bezüglich von dir selbst geben, unterdessen Geben dich ausschließlich zu Mehr deiner selbst zu machen vermag? Was würdest du zurückhalten, unterdessen es dir nie unterkommt, zurückzuhalten? Du würdest dich nicht großherzig machen, du würdest dich nicht dazu bringen, Andere teilhaben lassen zu mögen, um gut oder was auch immer zu sein; du würdest geben, weil du keinen Gedanken daran hättest, es nicht zu tun. Du würdest dich nicht vom Geben aussperren. Du würdest jenen Impuls, zu geben, nicht zurückhalten. Du hättest keinen Impuls, um die Überfülle der Liebe in deinem Herzen zurückzuhalten, noch auch würde es dir vorkommen, das zurückzunehmen, was du gegeben hast. Du hättest keine nochmaligen Überlegungen hinterher über dich. Genauso wenig hättest du allererste Gedanken über dich.
Geliebte, dass ihr euch selbst schrankenlos ausreicht, bedeutet nicht, ihr gewährt unbegrenzten Zugang zu euch. Ihr seid nicht zu haben. Ihr seid keine Wundertüte auf jemandes Gnade. Ihr denkt über euch selbst in Begriffen von dumm oder töricht oder weise oder wundervoll. All das ist für euch nicht in einem größeren Ausmaß eine Hinsicht, als es Egoismus ist. Ihr möchtet gerne von eurer Überfülle geben, ohne darüber nachzudenken. Ihr wärt ein ganz natürlicher Geber. Ihr würdet in Kenntnis sein, was euch gegeben wurde.
Ihr würdet teilen, weil ihr es wollt, obschon es für euch keine Wahl ist. Es wäre schwer für euch, nicht zu geben. Ihr würdet euch gerne mit dem Geben und der Leichtigkeit, die es euch übermittelt, belohnen mögen. Geben überreicht euch Erleichterung. Ihr würdet in der Weise geben, wie ihr einen Ball auffangen und ihn wieder zurückwerfen könnt. Es wäre eure natürliche Reaktion. Dass ihr ihn direkt nach vorne oder an die falsche Stelle werft, spielt keine Rolle, denn ihr hättet den Ball zurückgeworfen. Das wäre wie eure Geste der Liebe.
Ihr würdet nicht bedauern, dass ihr gegeben habt. Ihr würdet nicht denken, dass euch etwas in
Erwiderung geschuldet sei. Ihr würdet Anerkenntnis und Wertschätzung nicht entgegenzunehmen haben. Ihr würdet sozusagen nicht an eine Gegenleistung für euer Geld denken. Ihr würdet dabei nicht an das eine oder andere zu denken haben, denn ihr wärt ein Mensch, der aus einer echten Grundlage des Gebens her gibt. Ihr würdet erkennen, dass euer Geben ein Geschenk an euch und an Mich darstellt, obschon ihr darüber nicht nachdenken würdet. Ihr würdet aus eurem Herzen der Liebe heraus so schlicht und natürlich geben.
Warum atmet ihr? Es gibt zahlreiche Gründe, indes denkt ihr nicht an sie, bevor ihr atmet, genauso wenig währenddessen und nicht hinterher. Ihr denkt nicht, dass ihr euer Leben rettet, indem ihr atmet. Ihr denkt nicht an die Auswirkungen vom Nicht-Atmen. Ihr denkt nicht, dass es irgendwann für jeden nicht mehr genug Luft gebe, falls jeder ununterbrochen die gleiche Luft atme. Ihr atmet schier. Ihr bemesst nicht die Luft, die ihr atmet. Ihr wisst, es ist euer Geburtsrecht zu atmen, doch wisst ihr darum, ohne dem einen Gedanken zu zollen. Ihr seid schlicht ein lebendiges Seinswesen, was atmet.
Eines Tages werdet ihr ebenso ein lebendiges Seinswesen sein, was gibt. Ihr werdet ohne Bemessen geben, und ihr werdet in aller Freude geben ohne stolze Gedanken an euer Geben, nicht mehr, als ihr darauf stolz seid, dass ihr atmen könnt. Wenn ihr euch darüber Gedanken macht, seid ihr froh, dass ihr atmen könnt, und seid ihr froh, dass ihr geben könnt, wenn ihr ans Atmen denkt, doch die meiste Zeit denkt ihr nicht daran. Was anderes könnt ihr sein als voller Freude? Was anderes könnt ihr tun als atmen und geben, atmen und geben, atmen und geben?
3207
SINGT EIN FRÖHLICHES LIED
Singe ein fröhliches Lied vom Sonnenschein. Singe eine fröhliche Melodie. Du bist nicht Johnny Mit dem Einzigen Ton. Du hast alle Töne in der Welt zu deiner Verfügung.
Genug der Klagelieder. Genug mit den tiefen Tasten. Wenn du schöne Musik komponieren kannst, wieso solltest du dann irgendetwas anderes komponieren mögen?
In welchem Ton möchtest du gerne, dass dein Leben auf der Erde besungen wird? In welchem Ton möchtest du gerne dein Leben singen?
Schlage einen hohen Ton an. Sing sing sing. Andere werden dich nachahmen. Auch sie möchten gerne einen hohen Ton singen. Vielleicht haben sie zuvor noch nicht daran gedacht, und doch, sobald sie den Ton hören, den du singst, möchten sie ihn auch singen. Singe eine glückliche Melodie.
Ein Jeder ist beeindruckbar, Geliebte. Es bist nicht du, der sie beeindruckt. Es ist Mein Ton, den du singst. Singe jene hohen Töne. Mögen sie doch stets durch das Universum und durch alles, was darüber hinausgeht, hallen. Hallt nach, Geliebte, hallt alles, was ihr nachhallen könnt, nach.
Selbst dann, wenn ihr bis jetzt nur anödende tiefe Töne gesungen habt, seid heute eine Lerche, die singt. So wie ihr singt, so schwingt ihr euch in die Höhe. Ihr folgt den Tönen, die ihr singt.
Ich bin wie ein Hausierer für heiße süße Hefebrötchen mit Gewürzen. Ich gehe um die Welt und singe: „Neue Töne für alte. Hohe Töne für alle. Bekommt hier eure hohen Töne. Bekommt sie umsonst. Kommt her, und holt sie euch, während sie noch heiß sind.“
Während ich Meine Spielmanns-Weise singe, welche Worte spreche Ich dabei? Ich spreche: Vergangenheit ist Vergangenheit, und es liegt euch an, die tiefen Töne, die ihr in der Vergangenheit vernommen habt, fortzulassen.
Falls ihr früher einmal in den Matsch gefallen seid, kommt ihr nunmehr aus ihm heraus. Ihr seht keinen Grund mehr, um dort zu bleiben, einfach bloß deswegen, weil ihr einmal dort gewesen wart. Ihr schreitet aus dem Matsch heraus, und ihr spürt keinen Bedarf, fortwährend über ihn zu reden oder nachzudenken. Vielleicht habt ihr, als ihr euch in dem Schlamm befandet, ein kleines Schlammlied gesungen. Singt nun ein kleines Aus-dem-Schlamm-bin-ich-heraus-Lied.
Tra la la. Es ist Zeit, ein neues Lied zu singen. Welches möchtest du dir aussuchen? Welches möchtest du dir ausdenken, während du so entlanggehst? Selbst dann, wenn du nicht die Wörter kennst, du kannst eine kleine Melodie summen. Ihr könnt eine andere Weise singen. Geliebte, ihr müsst eine andere Weise singen. Das Lied, was ihr singt, findet durch das Universum Echo. Ein jeder hat dein altes Lied gehört. Ein jeder hatte genug von ihm. Du hattest genug von ihm.
Jetzt singst du ein neues Lied.
Falls du Ideen brauchst, lege dein Ohr ganz nahe an eine Rose, und lausche auf die Weise, die sie singt. Falls du Ideen brauchst, stehe frühmorgens auf und höre den Morgen-Vögeln zu, wie sie tschilpen und zwitschern.
Sie fragen nicht um Erlaubnis. Sie stellen nicht ihre Befähigung infrage. Sie singen ganz einfach. Was für ein Morgenkonzert die Vögel darbieten.
Komm jetzt, wache am Morgen mit einem fröhlichen Lied in deinem Herzen auf.
Geliebte, es gibt eine Menge gedruckte Musik um euch herum. Kommt zu Meinem Musikgeschäft, und nehmt euch euer Heraus-Gezupftes von dort mit. Für alle ist genug da.
Geht direkt hinein und macht euch da für euch alleine zu schaffen. Es ist ein Self-Service-Musikgeschäft. Ihr braucht niemanden, der euch hilft. Ihr könnt euch das richtige Lied für euch heute aussuchen. Und ihr könnt morgen zurückkommen und ein anderes neues Lied singen. Schaut euch die Spannweite der Töne an, auf die ihr gekommen seid. Schaut euch den Umfang der Töne an, die ihr singen könnt.
Sing sing sing. Ihr singt für alle. Ihr singt für euch selbst, und ihr singt für Mich. Singt, singt, singt. Singt laut, singt sanft. Singt singt singt für Mich. Singt singt singt ein Liebeslied. Singt ein Liebeslied für Mich.
Singt singt singt Meine Weise, und singt sie für Mich.
Findet jetzt Mein Lied in eurem Herzen, und singt es zur Zufriedenheit Meines Herzens. Singt singt singt.
3208
DAS NEUE LAND
Inwendig in euch gibt es einen Brunnen für strahlendes Glück. Es ist, als hättet ihr einen Vorrat an Waren namens Glück, und ihr verkauft es an euch selbst.
Ihr findet dann und wann Kupferpfennige auf der Straße oder manchmal Abfall. Was ihr auflest, auf das habt ihr euer Auge gerichtet. Wir könnten sogar sagen, dass ihr die hellen glänzenden Pfennige und dass ihr den Abfall hinstreutet.
Wir könnten sogar sagen, dass ihr euch selbst vor euch selbst hinstreutet. Ihr seid der Sammler und der Verteiler von euch selbst. Ihr macht etwas von euch selbst ausfindig. Es mag sein, ihr mögt es nicht, dennoch sagt ihr: „Aha“, und ihr hebt es auf, gar wenn ihr es nicht gerne habt.
Was immer das Leben in der Welt für euch innehält, Geliebte, ihr werft es vor euch hin, und ihr lest es auf.
Ihr mögt sagen, so etwas zu sagen, sei unfair von Mir. Ihr mögt sagen, Gram sei, nicht anders als ein Schneeball, der aus dem Blauen heraus auf euch zu kommt, auf euch zu geworfen worden. Ihr mögt sagen, ihr hättet euch das niemals ausgesucht, Geliebte. Geliebte, falls der Schneeball den Gram darstellt, habt ihr ihn ausgesucht, um ihn großzuziehen. Ihr mögt sagen, der Schneeball habe euch im Herzen oder im Auge getroffen. Er habe euer gesamtes Sein getroffen. Es sei ein Schlag, von dem ihr euch zu erholen hättet. Ihr sagt, Ich müsse euch das zugestehen. Ihr sagt, dass Ich, Gott, verstehen müsse, dass ihr euch nicht den Gram aussucht, und dass ihr ihn nicht veranlasst habt, zu euch zu kommen.
Die Kraft des Schneeballs brachte euch zum Taumeln. Ja, Ich verstehe. Und nun bitte Ich euch, euch davon zu erholen. Geht weiter. Werft den Schneeball des Grams wie Salz über eure Schultern.
Falls ihr ins Gebüsch fallt, steht ihr auf und kommt aus ihm heraus. Wie ihr da hinein gelangt seid, ist nicht wirklich die Frage. Ob es fair war oder nicht, ist nicht die Frage. Jetzt oder später befreit ihr euch aus dem Gestrüpp, darum geht es.
Es ist gut, in der Welt zusagend zu sein. Ihr könnt nicht verleugnen, dass euch der Schneeball getroffen hat. Ihr akzeptiert das. Es ist das damit einhergehende Durcheinander, was ihr nicht zu akzeptieren habt. Ihr müsst nicht unbedingt am Boden liegen bleiben. Ihr habt aufzustehen. Ein Schlag, der euch umgeworfen hat, scheint euch vielleicht kriminell zu sein, jedoch seid ihr getroffen worden, und somit liegt es an euch, hochzukommen, euch abzuwischen und weiterzugehen.
Ihr seid auf der Suche nach eurem Glück. Es gibt einen Schatz für euch, und ihr befindet euch auf dem Weg, ihn zu finden. Lasst euch durch nichts zum Halt bringen. Geht weiter. Geht weiter. Es bringt euch nichts ein, wenn ihr ein Schild hochhaltet, was besagt: „Durch einen Schneeball getroffen“. Bejammern bringt nichts. Es gibt immer etwas zu erlangen, indem man sogar das Sorgen los lässt.
Falls ihr die Vergangenheit gehen lasst, müsst ihr ebenfalls die Sorge gehen lassen, die sich in ihrer Gesellschaft befand. Sorge und Gram sollen nicht herumgetragen werden. Denke nicht, du habest im Gedenken an die Vergangenheit ein gequetschtes Herz bei dir zu tragen.
Der Name der Partie, die ihr spielt, ist Gehen Lassen. Ich möchte nicht, dass ihr irgendwas in eurem Herzen vergrabt. Ganz im Gegenteil, lasst das Gepäck in eurem Herzen los. Es ist ohnehin überschüssig. Ihr hattet genug davon. Ihr hattet zu viel davon.
Ich möchte euch gerne jetzt von vergangenen Sorgen erleichtert wissen. Lasst Mich euch aus der Vergangenheit herausheben. Betretet dieses Land der Gegenwart, wo ihr all die weltlichen Besitztümer des Grams und des Herzschmerzes hinter euch lasst.
Dies ist das Neue Land, zu dem Ich euch mitnehme. Dies ist das Land, nach dem ihr suchtet. Dies ist, wo die Freiheit weilt. Freigesetzt von der Vergangenheit, seid ihr frei.
3209
DIE REISENDEN
Schließt eure Augen und fühlt Mich im Inneren. Fühlt Mich, wie Ich inwendig in euch emporwoge. Während ihr Mich spürt, welche Einwände tragt ihr da weiterhin mit euch? Was gibt es, um sich damit auseinanderzusetzen, und mit wem müsst ihr euch auseinandersetzen?
Ein jedes Menschenwesen ist ein Reisender mit euch. Reisende mögen ihren Bestimmungsort kennen oder nicht. Sie haben ihr Ticket lange zuvor gekauft. Und demnach reisen sie jetzt im Vertrauen. Reisende verdienen besondere Hinsicht. Sie können sich verloren vorkommen. Sie können ihr Gefühl, verschollen zu sein, auf zahlreiche Weise verschleiern. Sie werden sich etwa selbst mit großem Zutrauen begegnen, alles, weil sie sich verschollen fühlen. Sie mögen herumgehen und ihr Verschollensein preisgeben und nach dem Weg fragen. Alle sind Reisende, die gerne ihren Weg finden möchten. Etliche Reisende mögen sich an dich klammern. Etliche werden dich womöglich niederschlagen in ihrer Eile, irgendwohin zu gelangen. Das bedeutet nichts, Geliebte. Das ist nicht persönlich für euch gemeint. Ihr seid einfach zufällig da, und nehmt den Raum ein, den andere Reisende einen Augenblick lang als den ihren ansehen mögen. Voller Schrecken tun Reisende zahlreiche Sachen. Du, du als ein Mitreisender, holst schließlich dazu auf, dass du nichts persönlich zu nehmen hast, was immer auch ein anderer Reisender vorbringt. Persönlich nehmen, was das gleiche ist wie ernst nehmen, weist sich als eine Menge Schnaufen und Keuchen aus. Ich machte die Beobachtung, dass Reisende sogar politische Parteien ernst nehmen, so, als gäbe es eine Art Vendetta auszuagieren. Es ist schwer zu glauben, wie ernst Reisende ihre Reise und die Knochen, die sie dabei auflesen, nehmen.
Während ihr euch dort auf der Reise, was euch wie eine lange Straße aussehen mag, befindet, gebt einem jeden Reisenden jedwede Zuvorkommenheit. Diesen Vorschlag trage Ich euch an. Ihr könnt es als Gebot bezeichnen. Ihr könnt es als eine Einladung bezeichnen. Ihr könnt es als das Gesetz des Landes bezeichnen. Ihr könnt es bezeichnen, wie ihr es mögt. Findet es in eurem Herzen, freundlich zu sein. Seid gegenüber euren Mitreisenden freundlich. Niemals harsch.
Falls sich Andere mit euch auseinandersetzen mögen, habt ihr euch nicht mit ihnen auseinanderzusetzen. Was für eine schlichte Idee! Falls Einige immerzu recht haben mögen, wann wurde es zu eurer Pflicht, sie zurechtzuweisen? Sie sind dabei, euch zurechtzuweisen. Bist du dabei, sie zu kopieren? Behalte deinen eigenen Schritt, unbesehen des Gangs eines Menschen neben dir.
Du bist für Zuvorkommenheit verantwortlich. Du bist nicht dafür verantwortlich, wie ein Anderer denkt. Du bist dafür verantwortlich, wie du denkst. Sei dafür verantwortlich, wie du mit den Mitreisenden unterwegs in Verkehr trittst.
Im Großen und Ganzen – wie du deine Mitreisenden ansiehst, zeigt den Wert an, den du Mir beimisst. Es sind Reisende bekannt, die mit Mir argumentieren, die Mich infragestellen, die Mir Vorwürfe machen, die versuchen, Mich zu erziehen. Wieso bist du derart überrascht, dass sich dann und wann andere Reisende in Streitigkeiten mit dir begeben?
Du hast vielleicht das Gefühl, dass du verpflichtet seist, zu kontern. Was vergelten, Geliebte? Das Florieren des Augenblicks beim Gegenüber? Die Bedürftigkeit des Anderen nach Bestätigung?
Manchmal wundere Ich mich, wieso jemand sicher zu sein habe, dass er recht hat. Ihr lebt in einer Welt der Mannigfaltigkeit. Geht mit jedermann nachsichtiger um. Lasst sie Recht haben, falls sie das wollen oder brauchen. Je mehr sie sich irren, umso weniger Grund für dich, etwas übel zu nehmen.
Wenn jemand das Gras blau und den Himmel grün nennen möchte, was ist das für euch? Behelligt es das Gras oder den Himmel? Ändert es deren Erscheinung? Wie das Gras und der Himmel über solch einen Unsinn doch lachen müssen. Und gleichwohl habt ihr eine Neigung, Unsinn sehr, sehr ernst zu nehmen, so, als stellte Unsinn an euch die Anforderung, euch in ein Duell zu begeben.
Ihr habt eine Einladung, euch bei Mir anzuheuern. Befasst euch mit Mir anstatt mit Argumentieren. Wie glücklich wird doch die Welt sein, sobald kein Reisender zu erweisen hat, dass er recht habe, und dass ein anderer falsch liege. Welcher Reisende wird sich darum kümmern, sobald er erkennt, dass er mit Mir auf dem Weg ist und geht?
3210
AUF EINEM BALKON DER LIEBE STEHEN
Es ist wie auf einem Balkon. Von eurem Balkon aus seht ihr den Himmel oben und den Boden unten. Ihr überseht das Gebiet. Ihr überseht Nacht und Tag, und ihr seht Wechsel vom Licht zum Dunkel, und vom Dunkel zum Licht.
Geliebte, ihr steht auf einem Balkon der Liebe. Wie fest und kräftig er doch ist. Nichts vermag diesen Balkon zu erschüttern, von dem ihr blickt. Kein Erdbeben kann bei euch ankommen. Ihr mögt ja Gewitterstürme erblicken, aber der Blitz erreicht euch nicht. Ich bin die Stärke des Balkons, auf dem ihr steht. Wir können sagen, Ich bin eure Reichweite. Auf jeden Fall langen Stille und Entzücken bei euch an. Auf dem Balkon der Liebe erreichen euch Herzen der Welt. Ihr könnt sie nicht verfehlen. Sie sind jetzt bei euch.
Ihr habt Ein Herz, und damit erreichen euch alle Herzen. Jedwede Freude, die ihr spürt, gehört allen zu. Ihr lehnt euch über das Gitter dieses Balkons, und Sterne scheinen sozusagen auf euch nieder. In
Wirklichkeit seid ihr die Sterne, die scheinen. Ihr seht euch selbst, wohin ihr auch schaut. Und selbst dort, wohin ihr nicht schaut.
Sobald eine scheinbare Person leidet, leidet ihr. Sobald eine scheinbare Person so glücklich ist, wie ihr sein könnt, spürt ihr es genauso. Nichts geht eigentlich im Universum an euch vorbei. Ein jeder Sturm auf See ist euer. Eine jede Windstille im Hafen ist gleichfalls euer. Wie verbunden seid ihr, der eine mit dem anderen.
Aus dem Gleichmut des Balkons der Liebe heraus, auf dem ihr unumgänglich steht, schaut ihr hinaus, und ihr seht euch selbst. Ihr seid ein multi-brillierender Stern. Ihr seid vollständig. Ihr seid eine Arbeit, die im Fortschritt begriffen ist, und doch seid ihr vollständig. Was kann fehlen, solange ihr auf dem Balkon der Liebe steht.
Wir können sagen, ihr steht auf Meinen Schultern. Wir können sagen, Ich halte euch in Meinem Handinneren. Wir können sagen, Wir sind Ein Herz. Wir können sagen, Wir sind Ein Geist.
Wer schaut aus diesem Balkon heraus? Und wer sieht dir zu, und was sehen sie? Und was siehst du, wenn du nichts siehst? Und wer ist überhaupt der Seh-er? Und was gibt es zu sehen? Und was gibt es, erkannt zu werden?
Es gibt einzig Liebe, die gesehen wird. Liebe ist der Große Ausgleicher. All die Dinge über den Tod und die Steuern – nichts davon ist echt. Das Ebenmaß existiert bereits. Es gibt keinen Partikel, der nicht ein anderer ist. Es gibt keinen Finger, der schreibt, was nicht das eure ist. Es gibt kein gelesenes Wort, was nicht das eure ist.
Alles, was nicht wie Liebe glänzt, ist eine Zerstreuung. Ihr habt euer ganzes Leben zerstreut, wie ihr es auf der Erde erlebt. Es war allesamt eine Umgehung der Wahrheit über Euch Selbst.
Ihr steht auf dem Balkon der Liebe. Alldieweil wisst ihr nicht, wo ihr steht. Voller Unwissen, fühlt ihr euch wackelig. Euer Magen rumpelt. Ein Blatt fällt. Eine Geschichte wird ausgedacht. Endlose Erzählungen werden zusammengestellt, und man theoretisiert über sie. Ein Jeder ist beim Reden gut dabei. Und das Gras wächst, und es wird Golf gespielt.
Wer weiß, um welches Ende es denn geht, solange Vollendung sich nicht in eurer Vogtei befindet? Indessen ist alles fertig. Es war die ganze Zeit über nichts zu tun, außer in diesem ausladenden Traum herumzugehen, wo ihr vergaßt, wo ihr wart. Ihr vergaßt, Wer ihr seid. Ihr entsinnt euch der Einkaufslisten und vergesst, wo ihr steht. Ihr habt vergessen, dass es kein irgendwo sonst gibt, wo man stehen kann.
Der Balkon ist nicht überfüllt, und doch steht ihr nicht alleine da. Ihr seid das Garnknäuel, das webt und entwebt, und Jeder andere ist das auch. Was für ein Gewirr kann es denn geben, solange ihr bei Mir seid?
3211
EIN KÖSTLICHER AUGENBLICK, DER ALLE GRENZEN DES DENKENS DURCHBRICHT
Wie es euch doch in eurem Leben nach Poesie verlangt. Einerlei, wie verhärtet ihr sein mögt, ihr strebt nach Poesie. Die Sonne scheint für alle. Die Sterne funkeln für alle. Apfelbäume blühen für euch. Und ihr sucht nach mehr, als eure Augen sehen können. Ihr begehrt das, dessen ihr euch nicht richtig entsinnt, und dennoch begehrt ihr es. Ihr denkt wohl, ihr sucht ihr wisst nicht was.
Wem oder was ihr auch hinterher seid, ihr seid auf der Suche nach Poesie. Ihr sucht einen köstlichen Augenblick, der die Begrenzungen des Denkens durchbricht.
Die Poesie lässt euch von einem Wort zum anderen mit einem bemerkenswerten Ruck in die Höhe springen. Von einer Welt zur nächsten. Wie ihr doch aus dem täglichen Leben heraushüpfen wollt, und gerne die Welt der Poesie betreten mögt. Egal, wie undurchsichtig ein Gedicht sein mag, es bringt euer Herz zum Hüpfen. Einen Augenblick lang trägt euch eine Metapher von einem Ufer zum anderen über einen Fluss. Einen Augenblick lang nimmt euch eine Metapher von der eigenen Galaxie zur anderen.
Eine Metapher ist der Zauberteppich, auf dem ihr fahrt. Eine Metapher schaltet euch in der Strommitte von einer Unterführung zu einer anderen. Im einen Augenblick habt ihr die Zeit einfach so verplempert, und im nächsten seid ihr befördert.
Jeder möchte, dass Elfen und Feen existieren. Der strammste Realist im modernen Leben hat es gerne, überrascht zu werden. Einerlei, wie nahe jemand am Boden bleibt, er möchte auch Höhe aufnehmen. Ein Jeder hatte von dem Mondänen genug.
Es ist nicht so sehr, dass ihr der Alltäglichkeit des Lebens entkommen möchtet. Es ist mehr so, dass ihr gerne zu einem Streich zurückkehren möchtet, inmitten dessen ihr euch befandet und den ihr allem Anschein nach voll und ganz vergessen habt. Genauso wie ein Name unter der Oberfläche verbleibt und ihr ihn nicht zu erinnern vermögt, rührt sich der Name inwendig in euch, und es kommt ein Tag, wann er zur Oberfläche hervorschießt.
Ist es eine Metapher, dass die Sonne dein Herz ist, oder dass dein Herz die Sonne ist? Ist es eine Metapher, dass deine Wangen zu Rosen werden? Ist es eine Metapher, dass ihr über eine See des Lebens segelt? Sind Metaphern vielleicht stimmiger, als dass das Gras grün und der Himmel blau sei?
Tatsachen sind Einzelheiten, und ihr seid auf die Ganzheit aus.
Es existiert mehr, als ihr gesehen habt, und ihr begehrt dieses Mehr. Ihr seid dazu berechtigt. Euch gilt es, es zu haben. Euer Leben ist mehr als der Eintopf, der oben auf dem Ofen kocht.
Ihr begehrt nicht nur, Wunder zu sehen, ihr seid darauf aus, Wunder zur Ausführung zu bringen. Wie illusorisch auch das, worauf ihr aus seid, sein mag, es ist die Wahrheit, auf die ihr abzielt. Die allergrößterscheinende Übertreibung trägt mehr Wahrheit an sich als die niederschmetterndste Tatsache.
Die Kuh sprang über den Mond, und euer Herz hüpft über das gewöhnliche Leben hinweg.
Gewöhnliches Leben hat seine Wundersamkeit, und gewöhnliches Leben ist gut. Und doch ist gewöhnliches Leben nicht alles, was es gibt. Es gibt ein undefinierbares Mehr. Es kann nicht definiert, und doch kann es ausgemacht werden.
Euer Herz ist ein Garten. Euer Geist ist ein Teich. Ihr hüpft vom einen zum anderen und wieder zurück. Aber, oh, dieser Sprung, Geliebte. Oh, der Sprung.
Ihr seid jemand, der das Weltliche transzendiert. Das Weltliche ist schlicht für euch nicht genug. Egal wie wunderbar, egal wie erfüllt, es gibt dasjenige inwendig in euch, was auf einen umfassenderen Horizont aus ist. Ihr sucht einen größeren Horizont, weil ihr vorgesehen seid, ihn innezuhaben. Falls ihr gebunden sein müsst, seid daran gebunden, was schrankenlos ist. Durchbrecht Grenzziehungen. Durchbrecht sogar die Grenzen der Wörter.
In eurem Herzen ist ein Ausbruch des Lichts. Da ist etwas in eurem Herzen, über das ihr hinweg hüpft. Euer Herz muss der Mond sein, ebenso wie es die Sonne ist. Das Unmögliche ist wahr. Ihr seid ein Hüpfer, und nun hüpft ihr. Ihr seid ein Erlanger, und nun erntet ihr.
3212
WENN DU MIT DEM LESEN EINES HEAVENLETTERS ZUENDE BIST
Ist es verstanden worden, dass ihr nicht an einer Stelle bleiben könnt? Ist es verstanden worden, dass der Planet kreist? Was ist überhaupt so Wunderbares daran, an einer Stelle zu bleiben? Und doch würdet ihr gerne die Zeit anhalten und zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort stehen bleiben. Ihr hättet es gerne, dass bestimmte Augenblicke immerzu fortdauern. Ich verstehe das. Allerdings, an einer Stelle bleiben heißt immobilisiert sein. Es heißt eingefroren sein. Ihr seid ein warmes, schwingendes Seinswesen, was etliche nichtexistente Zeit auf der Erde verbringt. Ihr reist, Geliebte. Ihr hopst von einem illusorischen Augenblick zum nächsten.
Falls Zeit und Raum Illusion sind, könntet ihr fragen: „Wieso kann ich dann in diesem schönen Augenblick der Illusion nicht stehenbleiben? Wobei schlägt es denn zu Buche, wenn ich mich bewege, oder wenn ich stehen bleibe?“
Es gibt keine Wahl. Ihr steigt alleine aus dem Bett heraus, oder eure Mutter zieht euch die Bettdecke weg.
Wir reden über Wachstum, Geliebte. Wir reden über euer Wachstum. Selbst auf dem Spielplatz gibt es Wachstum. Es gibt inneres und äußeres Wachstum, obschon das äußere nicht existiert.
Ihr lebt euer Leben auf der Erde in Illusion aus. Euer Körper ist Illusion. Ihr seid sie nicht. Ihr seid real, ihr seid nicht der Körper. Es gibt nicht einen einzigen Körper auf der Erde, der real ist, und doch sind Jene, die in Körpern umhüllt sind, real, und ihr seid real. Freilich ist niemand in seinem Körper eingewickelt. Er mag sich da verstrickt haben, aber er ist dort nicht eingewickelt. Es gibt kein Verpackungsmaterial, was eurem Wert gleichkäme. Ihr seid nicht das Paket, in dem ihr ankommt.
Ihr bewegt euch in einem Körper. Ohne euren Körper bewegt ihr euch ebenfalls. Euer Körper ist ein sich in Bewegung befindlicher Lieferwagen. Ihr seid der Beweger und der Bewegte.
Der menschliche Körper ist wertvoll. Er ist eine köstliche Sache. Er ist wie ein Glühwürmchen. Ihr mögt ja bewussterweise das Licht nicht sehen, was Jenen entströmt, die lieben oder nicht lieben, indes ist es wahrlich das Licht, was ihr liebt. Ihr mögt den Körper verehren, doch wisst ihr, dass der Körper ohne sein Licht nicht liebreizend ist. Er ist nur ein leerer Karton.
Während ihr euch in einem Körper auf der Erde befindet, gewöhnt ihr euch an ihn, und ihr bewegt euch in ihm fort. Der Körper ist ein Beförderungsmittel, was euch befördert, euch, das Wunder von euch.
Wie dachte Ich Mir bloß eine solche Sache wie einen Körper aus und bot ihn euch dar und sagte zu
euch, dass er eine Illusion sei? Erkannte Ich, dass ihr euren Körpern, die von euch abfallen, nachtrauern würdet? Ich weiß es jetzt, und Ich bitte euch, das Nachtrauern aufzugeben. Bejaht anstelledessen das Freisetzen. Bejaht, dass eure geliebten Angehörigen leben und niemals sterben, und dass das gleiche für euch der Fall ist.
Ich, Gott, bin für immer. Es ist unumgänglich, ihr seid für immer. Anders kann es nicht sein.
Eure Individualität, nicht anders als euer Körper, ist ebenso bedeutsam. Die Individualität ist wertvoll, und doch ist eure Universalität eine größere Kostbarkeit. Ohne sie könnt ihr nicht leben.
Oh, Geliebte, ihr seid weitaus mehr, als das Schönheits-Mal auf eurer Wange, oder als eure Handschrift, oder selbst als das Funkeln in eurem Auge. Es gibt nichts Köstlicheres als ihr, und dennoch seid ihr weitaus kostbarer als diese gegenwärtige Identität von euch. Geliebte, ihr seid nicht die Kleider, die ihr tragt. Ihr seid nicht euer Körper, der die Kleider trägt.
Dasjenige von euch, was über das Physische hinausgeht, nennt man Seele. Tief inwendig in euch habt ihr dieses Gewahrsein. Es ist jetzt im Augenblick eine Seele zugegen, die einen Körper trägt, der euren Namen trägt. Das ist eine angenommene Identität, Geliebte. Eure echte Identität trägt Meinen Namen.
Ein Heavenletter bewegt sich von einem Punkt zum anderen, genauso wie ihr. Und sobald ihr die Lektüre des Heavenletters beendet habt, ist er nicht vorüber. Er klingt irgendwo in euch nach. Wo ist das inwendig in euch, wo die Seele des Heavenletters nachklingt?
3213
DER JÄGER NACH LIEBE
Wie sieht es aus – lieben, wie Ich liebe? Das ist unerhört. Dabei gibt es weder ein Ende noch einen Anfang. Stellt euch die Energie der Schöpfung vor, wie sie überall auf einmal die ganze Zeit hervor birst, und ihr habt einen Vorgeschmack auf die Liebe, mit der Ich vertraut bin. Selbst euer größtes Erleben von Liebe ist bloß ein Präambulum dafür, zu lieben, wie Ich liebe.
Es gibt für Mich nicht einmal etwas, um es zu lieben. Ich lese mir nicht etwas heraus, um es zu lieben. Ich liebe.
So wie auch ihr nicht Luft herauslest, um zu atmen, so liebe Ich. Es ist nicht einmal so, dass Ich einen tiefen Atemzug der Liebe nehme. Ich atme Liebe nicht ein und aus. Ich liebe. Meine Liebe umfasst alles, alles Eingebildete und alles Reale. Meine Liebe kennt kein Objekt, Geliebte. Ich kann sagen, Ich liebe euch, und Ich liebe euch, jedoch ist es fantastischer, wenn Ich sage, Ich liebe ganz einfach. Ich bin eine Ausströmung von Liebe, und Ich weiß darum. Ihr seid eine Ausströmung von Liebe, ihr wisst es nicht, oder ihr wisst es nicht immer. Ihr seht die Ganzheit der Liebe in Kleinteilen. Ihr seht sie unter einem Mikroskop, Geliebte. Liebe ist nicht einmal zum Gesehen-werden. Sie ist jenseits des Sehens. Sie ist jenseits von Beschreibung. Sie ist jenseits davon, kenntlich gemacht zu werden.
Kann Liebe sich selbst identifizieren? Wieso sollte sie das mögen? Wieso sollte Liebe auf eine Beschreibung oder auf einen Umriss ihrer selbst aus sein mögen? Wieso sollte Liebe auf etwas abzielen mögen, unterdessen sie Liebe ist, die hervorbirst und auf sich selbst niedergeht? Wenn Liebe alleinig ist, was sollte sie infrage stellen mögen, und was sollte sie antworten mögen? Wer würde fragen, und wer würde antworten? Was für eine Antwort kann es geben, solange Liebe alles ist, und es keine Antwort gibt, die die Liebe erfragen, und die mithin keiner überhaupt erfragen kann?
Es gibt keine Getrenntheit. Dies ist keine Alleinheit. Dies ist die Liebe, die derart übermannend ist, dass sie alleinig existiert. Nichts Sonstiges vermag in sie einzutreten. Es gibt nichts Sonstiges, um in sie einzutreten, wieso könnte es das infolgedessen tun?
Was haben Einzelheiten mit Liebe zu tun? Wo können Einzelheiten ausfindig gemacht werden? Wo kann Liebe ausfindig gemacht werden, unterdessen Liebe alles und Liebe überall ist? Wer ist da, um Liebe zu suchen, und wo kann sie aufgefunden werden, unterdessen Liebe alleinig ist?
Wie kann der Jäger nach Liebe sein, unterdessen es Liebe gibt, und nichts anderes als Liebe?
Und dennoch hast du dein ganzes Leben lang auf der Erde nach Liebe gesucht. Du warst darauf aus, Liebe zu finden, und du warst auf der Suche nach einem Beweis der Liebe, nach einem Beweis, dass sie existiert, und nach einem Beweis, dass du, gar du, geliebt wirst.
Nun also, ihr Teuren, was, denkt ihr, habt ihr bei all diesem Drängeln getan? Worum war es bei jedem
Streit eurerseits gegangen, außer darum, einen Nachweis der Liebe zu suchen? Du, der du über jede Vorstellung hinaus geliebt bist, hast nicht gewusst, wie du geliebt bist, und infolgedessen hast du ihrethalber an Türen geklopft. Du hast ihretwegen Launen nachgegeben. Du hast kurze Blicke erheischt, und du hast keine kurzen Blicke aufgefunden. Und doch, wie es auch darum steht, du bist der geliebteste Sterbliche, der jemals war und jemals sein wird.
Natürlich, du bist ein Unsterblicher. Du bist ein Unsterblicher, der sich auf sterbliche Augenblicke scharfstellt. Du, der über jede erträumte Grenzen hinausreicht, kettest dich an den Grenzen der
Sterblichkeit an und vergisst deine wahre Existenz. Du vergisst sogar die Liebe. Du vergisst, du bist Liebe und wirst geliebt, und aus diesem Grunde suchst du nach Liebe und nach einem Zeugnis ihrer Existenz und Nichtexistenz. Du hast dich sogar auf der Nichtexistenz von Liebe abgefedert. Ja, Wir können gar sagen, du hast dich auf sie spezialisiert.
Freilich, wie es auch darum steht, heute liebst du und fängst an, Meine Liebe zu erkennen, und mit der Macht der Liebe direkt in deinem eigenen Herzen vertraut zu sein.
3214
DER HOHE KÖNIG IST DIE LIEBE
Traurigkeit und Leiden sind Geisteszustände. Geisteszustände sind im Fluss. Sie sind wie
Glühwürmchen, insofern, als ihr sie jetzt seht und hinterher dann nicht mehr. Traurigkeit und Leiden und andere Emotionen sind flüchtige Dinge, jedoch hängt ihr euch an sie. Ich sage euch, dass sie nicht existieren.
Verständlich, sie existieren für euch. Sie umschließen euch sogar, und ihr presst sie an euch. Vielleicht meint ihr, launische Emotionen seien der Lohn, den ihr für Nicht-Traurigkeit und Nicht-Leiden zu zahlen hättet. Wir können sagen, ihr habt euch auf Traurigkeit und Leiden spezialisiert, sodass ihr darin eines Tages einen Schul-Abschluss machen könnt.
Geliebte, es gibt Traurigkeit, und es gibt Leiden aufgrund der stützenden Beweggründe, die ihr für sie aufbringt. Ihr glaubt sehr wohl an sie, und ihr glaubt an ihre Ursachen. Falls ihr nicht an Ursache und Wirkung glaubtet, könntet ihr nicht derart viel Glauben an Traurigkeit und Leiden innehaben.
Leiden ist etwas, was ihr auf euch nehmt. Dieses oder jenes passiert, und infolgedessen leidet ihr. Dieses oder jenes passiert oder passiert nicht, und ihr fühlt euch bezwungen. Ihr fühlt euch übertrumpft. Ihr habt das Empfinden, ihr erleidet eine Einbuße. Ihr fühlt euch fassungslos. Ihr fühlt euch voller Traurigkeit, weil das Leben in der Welt das Leben in der Welt ist.
Wenn ihr an das Leiden glauben könnt, könnt ihr den Glauben an das Leiden los lassen.
Glaubt an die Kostbarkeiten mehr als an den Schmerz. Glaubt an die Liebe und lasst das Leiden außen vor. Womöglich habt ihr das Empfinden, dass das Leben euch einen ständigen Strom des Leidens darbietet. Vielleicht habt ihr geglaubt, dass dabei im Grunde kein Nachlassen zu verzeichnen ist. Ihr glaubt an die Unveränderlichkeit der Vergangenheit. Ihr glaubt an die Unveränderlichkeit des Leidens als das Gefilde des Lebens. Es braucht für euch keinen Krieg zu geben, damit ihr glaubt, dass das Leben ein Schlachtfeld ist.
Ihr glaubt an Gewinnen und Verlieren, an Gewinn und Verlust. Ihr glaubt an mit reiner Haut da Herauskommen, jedoch bloß für eine Weile. Der Dolch des Schadens hängt über euch. Ihr haltet euch an bestimmten veräußerlichen Rechten fest, unterdessen ihr das unveräußerliche Recht auf Glücklichsein habt, jedoch habt ihr womöglich das Gefühl, dass ihr Momente des Glücklichseins bloß gestohlen haben könnt. Vielleicht seid ihr euch darin sicher, dass es euch an Freiheit mangelt, und doch habt ihr die Freiheit inne, euch Leiden anzumuten, weil ihr an Plus und Minus und an Überbleibsel der Zeit glaubt. Ihr glaubt an die Permanenz der befristeten Zeit, unterdessen ihr an andere Dinge glauben könntet.
Was wäre, falls das Leben keine staubige Straße vor euch wäre? Was wäre, falls ihr auf einem schnurstracks geraden goldenen Weg gingt? Bloß gibt es den ganzen Weg entlang Anschlagtafeln mit Aussagen, so wie bei Filmen, durch die ihr in Beschlag genommen werdet. Ihr neigt dazu, mehr an die Filme zu glauben, als an den goldenen Pfad, auf dem ihr euch ausschließlich befinden könnt. Ihr seid über der Welt, Geliebte. Filme kommen und gehen, und ihr seid für immer. Bestimmt habt ihr euch gefesselt gefunden, allerdings seid ihr nicht dazu in der Lage, gefesselt zu werden. Ihr spielt ein Spiel mit euch selbst. Die Partie ist bereits entschieden worden. Ihr habt vor langer Zeit gewonnen.
Du hast an Anordnung und Enttäuschung festgehalten, so, als wären sie dein Leben. Das Leben ist etwas anderes. Du trägst über deinen Augen einen Film, der es für dich leicht macht, das große Dunkel zu sehen, und das Licht, was zuvorderst ist, zu vergessen. Wie geschäftig du doch gewesen bist, wie du dich doch mit dem Dunkeln befasst hast, und demnach hast du das Licht bloß angeblinzelt. Vielleicht ist es für dich zu grell, um es dir anzuschauen. Dein Verlass auf das Dunkel war so stark, dass du das Licht kaum zu dir hinein genommen hast. Das Licht ist unfehlbar, jedoch hast du dir eine Anschauung entworfen, die das Gegenteil besagt, die besagt, Dunkelheit sei unvermeidlich und Licht sei unstet. Du bestehst auf einer Sollspalte.
In ihr hast du Tod, hast du Verlust, und du hältst sie sozusagen als deine Hauptstütze vor dir hoch, indessen jene nicht existieren. Doch Tod und Verlust existieren für dich, und du glaubst mächtig an sie. Du stellst sie vor dich hin, so, als wären sie der Hohe König. Der Hohe König ist Liebe, Geliebte. Liebe ist das Ass, was ihr auf der Hand habt. Haltet sie hoch. Etwas anderes gibt es nicht.
3215
GOTT IST EINS
Da Ist Ein Konstanter Gott. Ich bin Eins. Mit welchem Namen man Mich auch bezeichnet, Ich BIN Eins.
Wenn Ich der Gott Eurer Väter genannt werde, werdet ihr daran erinnert, dass Ich der gleiche Gott
BIN, der immer war. Und doch, wie ihr das wohl bereits vermutet habt, gibt es im Gefilde des Ewigen kein War. Es gab keinen Anfang, denn Ich BIN immerdar. Es gab niemals eine Zeit, als Ich nicht war. Es gibt kein in der Mitte. Du begreifst, dass es kein Ende gibt. Du musst das begreifen, anderenfalls wäre Ewigkeit nicht Ewigkeit. Wörter sind Wörter, indes sind sie das Beste, was es gibt, um das, was ist, zum Ausdruck zu bringen. Ewigkeit ist. Ich BIN Ewig. Eine andere Ausdrucksweise dafür lautet – es gibt keine Zeit. Ewigkeit existiert, nicht aber die Zeit. Immerdar ist keine Angelegenheit von Zeit. Ewigkeit ist fest. Zeit nicht. Zeit ist relativ. Du hast sie fuktuieren sehen. Die Zeit ändert sich immer. Die Ewigkeit ist eine zeitlose Ebene, auf der sich das Leben in der Welt selbst ausspielt. Die Ewigkeit ist die Plattform, auf der ihr steht. Ihr könntet sagen, Ewigkeit ist das Gold, in das ihr beißt, und es wird niemals eingedrückt, weil es die Ewigkeit ist, das wirkliche Gold, die wirkliche Sache, obschon sie definitiv keine Sache ist.
Und Ewigkeit ist nicht bloß eure Basis, Ewigkeit lebt in euch. Ihr seid mit der Ewigkeit auf Gegenseitigkeit. Ihr könnt von ihr nicht getrennt sein. Sie ist der Thron, auf dem ihr sitzt. Sie ist das Gefährt, in dem ihr fahrt.
Wörter sind herangeführt worden, um das Unbeschreibbare zu beschreiben. Ihr könnt auf einen Tisch hinweisen und sagen: „Tisch“. Und doch könnt ihr nicht auf Mich hinweisen und sagen: Gott, indes könnt ihr Gott sagen. Ihr könnt sagen: „Eins“, und Unser untereinander anwesendes Einssein meinen, oder ihr könnt auf eine Süßigkeit hinweisen, und das gleiche Wort dabei äußern.
Am Anfang war das Wort, und doch gab es keinen Anfang, und es gibt kein Wort, was Mich zu umfangen vermag, denn Ich bin un-umfangbar. In dem Maße, wie Ich Eins BIN, gibt es niemanden, der Mir einen Namen gibt. Wieso sollte ich Mich Selbst bei einem Namen rufen, unterdessen Ich sehr wohl weiß, Wer Ich BIN. Unter welchem Namen Ich auch bekannt bin, Ich erwidere auf ihn. Ich erwidere auf ihn mit Freuden. Ich höre euch.
Ruft Mich, und Ich komme, und doch bin Ich niemals irgendwo sonst. Ich bin Ewig, und Ich bin Allerorts. Ich bin ein Eines Kind Gottes. Es gibt keine Zeit, und es gibt keinen Raum, und doch BIN Ich Ewig, und doch BIN Ich Allerorts.
Demnach Sind Wir hier, und was gibt es für Uns anderes zu tun, als an dieser unwiderstehlichen Liebe, die Wir sind, rundum teilhaben zu lassen. Unsere Liebe federt ab und macht Nachtsterne. Es gibt die Illusion des Sonnenaufgangs und -untergangs. Ohne die Fata Morgana der Zeit gäbe es keinen Untergang, und infolgedessen keinen Bedarf, aufzugehen.
Und doch, ihr, Meine geliebten Lieben, ihr habt es nötig, sichtbar zu werden, sobald ihr in einen Raum kommt. Ihr habt es nötig, sichtbar zu werden, um euch selbst zu begrüßen. Ihr habt es nötig, sichtbar zu werden, um euch selbst zu würdigen. Ihr habt es nötig, sichtbar zu werden, um anzuerkennen, Wer es ist, der den Raum betreten hat. Die ganze eingebildete Zeit hinweg habt ihr nicht erkannt, Wer ihr seid, und ihr spieltet euch in einem verblüffenden Maße herunter.
Nunmehr bitte Ich euch, aufzustehen und euch die Zuvorkommenheit, doch das Ausmaß von euch und infolgedessen euch selbst anzuerkennen, zu widmen. Ihr seid nicht auf jenen Körper beschränkt, der euch herumkarrt. Wenn es keine Zeit, keinen Raum gibt, welche Begrenzungen kann es dann geben? Ihr seid jetzt unbegrenzt, denn Wir sind Eins, und Einssein liebt Einssein mitsamt gar allen Fata Morgana, in denen sie dem Anschein nach in Erscheinung tritt.
3216
WAS WÄRE, FALLS IHR NICHT ZWEIFELTET
Mit welcher Begründung fchtst du deine Herrlichkeit an? Mit welcher Begründung fchtst du deine Authentizität an? Was ist so köstlich daran, dich, dein Leben und diejenigen um dich herum infrage zu stellen?
Was wäre, wenn du nicht infrage stelltest? Was wäre, wenn du auf einen Schlag zweifellos anstatt voller Zweifel wärest? Was wäre, wenn du dich, anstatt dich niedriger zu stufen, höher einstuftest? Deinem
Computer verschaffst du ein Upgrade. Wieso nicht bei der Bemessung deiner selbst? Ist es nicht an der Zeit, dass du damit aufhörst, deine Falten im Spiegel zu untersuchen? Im Spiegelglas und im Spiegel der Welt?
Es ist nicht so, dass du ein Facelifting nötig hast. Du hast es nötig, damit aufzuhören, in einen fehlerbehafteten Spiegel zu schauen. Schaue auf Mich. Entsinne dich, dass du eine Refektion Meiner bist.
Mit welcher Begründung und mit welchem Recht erachtest du deine eigene Entwertung deiner selbst als realistisch? Wieso würdest du gerne Meinen Eindruck von dir fortgeben und dich an der Sache, die nichts als ein Gerücht ist, hochziehen mögen? Es gibt eine einzelne Tür namens Die Wahrheit von Dir, und eine andere Tür namens Armselige Meinung. Habe ein wenig Zugehörigkeitsgefühl für dich. Du bist nicht der Bodensatz, den du in deiner Kaffeetasse siehst. Du bist überhaupt kein Bodensatz. Nicht im geringsten.
Denkt, Geliebte, höher von euch selbst. Ich bitte euch nicht, euch aufzublähen. Ich bitte euch, damit aufzuhören, euch zu dämpfen. Ihr seid hunderttausendmal mehr, als ihr euch zugesteht. Ihr seid wie ein Hund, der unablässig seinem Schwanz nachjagt, unterdessen vor ihm ein Schmaus für einen König steht. Oder ihr seid der Elefant, der sich selbst dazu überredet, dass er gefesselt sei, während er ganz wortwörtlich frei ist.
Ihr seid frei, Geliebte. Die Fesseln, die zu beseitigen sind, entstammen eurem Geist. Liebt euren Geist, nicht aber die Tricks, mit denen er spielt. Ihr, die ihr nicht gerne hereingelegt werden möchtet, seid hereingelegt worden. Sucht euch jetzt die Tür aus, auf der Wahrheit steht, anstelle der schimmernden Tür namens Torheit. Ihr habt die zwei durcheinandergebracht. Ihr habt eure Worte vermischt. Ihr habt euch selbst etikettiert, und demnach verleumdet. Habt auf euch selbst Hinsicht, und habt auf Mich Hinsicht.
Was immer ihr denken mögt, ihr nennt eure Gedanken Tatsachen. Ihr nennt eure Meinungen Weisheit. Ihr seid der Schiedsrichter eures Lebens, und ihr sagt, ihr seid niedergeschlagen worden. Selbstverständlich, so wie ihr es wahrnehmt, so ist eure Realität, jedoch begehen Schiedsrichter Fehler. Ihr habt einen großen gemacht. Ihr habt euer Licht nicht gesehen, und ihr habt es nicht entgegengenommen.
Ihr habt an eurer eigenen Version festgehalten. Oder an der der Welt.
Schreitet aus eurer angenommenen Realität heraus. Vergesst sie. Schreitet über sie hinweg. Hier ist
Wahrheit, mit der ihr euch stattdessen befassen könnt. Versagt euch nicht mehr länger der Wahrheit, die
Ich euch gegeben habe. Ich lüge nicht. Es seid ihr, die ihr euch selbst anlügt. Ihr seid euch selbst aus dem Weg gegangen, um euch als weniger als wertvoll zu erklären. Ihr seid sogar soweit gegangen, euch selbst als unwert zu erklären. Ihr habt ein 5-Centstück aus Holz gekauft, Geliebte, und habt es Wahrheit genannt. Ihr habt euch selbst als trübe verkündet, unterdessen ihr, Geliebte, Licht, ja, unterdessen ihr Mein Licht seid.
Ihr könnt euer Licht nicht abdunkeln. Ihr könnt ihm gegenüber eure Augen schließen. Ihr könnt ein dunkles Bild malen. Ihr könnt euch selbst für schuldig befinden, weniger zu sein, als ihr seid, und das könnt ihr für klug ausgeben. Ändert jetzt euren Sinn. Ich versuche, euch ein oder zwei Dinge zu sagen.
Denkt ihr, dass Ich unwissend oder fehlgeleitet sei? Denkt ihr, dass Ich eine Brille mit rosa Gläsern trage? Es bist du, der ein Vergrößerungsglas benutzt. Wirf es fort. Mache dir nichts aus diesen Einzelheiten, auf denen du bestehst, sie dir immer und immer wieder anzusehen.
Ich sage dir, dass du noch nicht einmal den Anfang nimmst, deinen Wert zu erkennen. Ich sage dir, damit zu beginnen, deinen Wert zu erkennen. Lasse die Sonne durch die Wolken hindurch spähen. Du hast dein Denken genug bewölkt. Du warst auf dem Holzweg.
Denke daran, was Ich dir sage. Ich sage: „Liebenswürdig bist du, du, die Frucht Meines Rebstocks.“
3217
WORAUS IHR GEMACHT SEID
Was ist an Privatsphäre und an Geheimnisse bewahren dran? Das ist nichts weiteres als zurückhalten, Geliebte. Es ist einbehalten. Es stimmt, dass ihr euer Leben auf zahlreichen Ebenen führt, aber Geheimnisse weisen sich als keine Ebene aus, auf der ihr lebt. Verschwiegenheit ist ein Deckmantel. Geheimnisse wahren ist ein Machtspiel, Geliebte. Euch selbst unterm Scheffel halten ist Andere dazu bringen, auf euch zu schauen. Wieso nicht nach vorne treten und sagen, wie Ich es tue: „Hier BIN Ich.“
Weswegen hinter Bäume huschen und euch mitsamt der ganzen Welt in Windeseile irgendwohin verbringen? Wieso habt ihr das Empfinden, dass ihr etwas zu wissen, dass ihr darauf anzuspielen, es jedoch nicht offenzulegen habt?
Was hält euch davon ab, euer Herz und eure Seele mit Anderen zu teilen? Wieso sich am Fangen-Spielen beteiligen und es euch zueigen machen? Wieso solltet ihr Andere dazu bringen mögen, herumzurennen, um euch ausfindig zu machen, unterdessen ihr stattdessen unverblümt sein könnt?
Wieso nicht in einer geraden Linie gehen, anstatt in S-Kurven seitlich auszuscheren?
Ihr wisst es, Geliebte, minder als unverblümt sein ist genauso viel wie Menschen falsche Anweisungen geben. Es ist, wie wenn man Menschen dazu bringt, sich auf eine Schnitzeljagd nach euch zu begeben. Kommt von hinter jenem Baum hervor, Geliebte. Die Partie, die ihr spielt, läuft mit euch selbst.
Ihr besitzt nichts. Ihr besitzt nicht den Inhalt jenes Umschlages, den ihr rund herum aufflammen lasst, jedoch nicht enthüllen mögt.
Sofern ihr ein Stern sein wollt, dann seid ein heller Stern.
Seid im Leben kein verdeckter Agent. Haltet keine Tricks unter eurem Ärmel. Kommt aus eurem Versteck heraus.
Denkt nicht, ihr seid heilig, weil ihr Gebete aufsagt. Gebete machen euch nicht heilig. Sie machen euch ganz bestimmt nicht pharisäischer. Worte bewirken keinen Segen.
Wann immer ihr euch heiliger als ein Anderer findet, sagt „Brr“ zu euch. Stellt euch scharf auf. Schmückt euch selbst nicht. Ihr möchtet nicht Selbstgefälligkeit werden, Geliebte.
Stellt euch nicht über jemanden. Prahlt nicht mit eurer richtigen Art, die Dinge anzugehen. Worte reden ist nicht durch Beispiel vorangehen. Falls ihr Menschen den Weg zeigen möchtet, der zu gehen ist, so führt sie mit eurem Herzen, nicht mit eurem Vorzug.
Besser als alle Worte vor einem heiligen Tag ist Freude in den Tag hinein nehmen. Besser als ein Segen vor Mahlzeiten ist die Freude, eine Mahlzeit gemeinsam einzunehmen. Segnet in eurem Herzen still Jene um euch herum. Das ist wichtiger als die Nahrung segnen. Auferlegt keinem einzigen Menschen Rechtschaffenheit. Ich bitte euch nicht darum, ein Tugendgeistlicher zu sein. Ich bitte euch, ein Geistlicher der Liebe zu sein. Darum geht es.
Die Form soll nicht idealisiert werden. Richtiges Handeln liegt in der Liebe. Liebe kommt vor dem Gebet.
Selbstgerechtigkeit ist ein armseliger Genosse.
Was lehrt ihr, Geliebte? Lehrt nicht Selbstgefälligkeit. Lehrt nichts. Lasst Andere von dem Segen eurer Liebe lernen. Lasst die Liebenswürdigkeit der Liebe euer Lehrer sein, Geliebte.
Falls ihr euch verpflichtet fühlt, Andere zu bessern, was gibt es dabei für euch zu lernen? Lernt mehr, lehrt weniger. Liebt mehr, instruiert weniger. Falls ihr lehren müsst, dann lehrt, ohne dass es jemand weiß, dass ihr lehrt. Falls euch nicht jemand darum bittet, sie zu unterweisen, das ist klar. Das ist dann etwas anderes.
Seid zufrieden. Seid mit euch selbst und Anderen zufrieden. Ihr seid in Ordnung.
Ihr seid ein Kind Meiner Liebe. Ich gebe euch Meine Liebe. Gebt sie nun weiter. Bewahrt sie nicht für später auf.
Wenn es um Geld geht, mag es sein, dass „Hebe es auf, gib es später aus“ einen guten Rat darstellt.
Wenn es um Liebe geht, gib sie jetzt voll und ganz aus. Das Verfahren, Liebe anzuhäufen, ist sie ausgeben. Gib Liebe aber nicht mit der Vorstellung, Liebe aufzuhäufen. Du verausgabst Liebe, um sie zu geben. Gib Liebe, denn was sonst hast du zu geben. Im Geben liegt der Glanz.
Sofern du über alle Zweifel hinaus den Wert deiner selbst kennen lernen möchtest, dann fange an, dich selbst zu geben, denn woraus sonst bist du gemacht, als aus Liebe, die du gibst?
3218
WIE FRUCHTBÄUME
Wünsche werden wahr. Wünsche dir einen Stern, oder wünsche dir eine Sonne. Jedenfalls ist es ein Lichtstrahl, den du dir wünschst.
Wünsche dir eine Lampe mit dem dienstbaren Geist in ihr. Du musst ab jetzt wissen, dass du die Leuchte bist, die du dir wünschst, und dass du der dienstbare Geist bist. Was bedeutet das anderes, als dass du alles tun kannst. Bringe deine Wünsche dazu, dass sie etwas bedeuten. Trotzdem, selbst müßige Wünsche können Wirklichkeit werden. Einzig du vermagst bessere Wünsche zu machen als unnütze.
Besser als das wünschen, was du bloß mit links machen kannst, ist erstreben. Erstrebe. Erstrebe mit aller Kraft, im Wissen, dass Ich der Entzünder deines Bestrebens bin. Sieh dich als der Erfüller deiner Bestreben, wisse indessen, dass Ich meine Hand auf deiner Schulter habe. Strebe mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Dein Streben setzt einen ganzen Aufauf von Verbindungen in Bewegung. Oder vielleicht können Wir Nicht-Handeln sagen. Um das Territorium deiner Träume einzunehmen, brauchst du keine Armee. Alles was nötig ist, ist dein Bestreben.
Du magst ja mit dem Fuß aufstampfen. Du magst fordern, dass deine Bestrebungen erfüllt werden. Oder du kannst deine Begehren wie Rosenblütenblätter hinaus werfen und sie fallen lassen, wo sie mögen. In jedem Fall werden Bestreben auf ihre eigene Weise wahr. Dein Bestreben macht es, dass es selbst Wirklichkeit wird.
Einige Menschen halten an ihren Bestreben fest. Einige Menschen lassen sie rufen. Wohl oder übel, Bestreben werden auf eigene Faust Wirklichkeit. Klar, einmal eingepflanzt, ist es eingepflanzt. Ihr habt nicht über euren Bestreben zu stehen, um sie dazu zu veranlassen, Wirklichkeit zu werden.
Etliche Bestreben werden rasch Wirklichkeit. Etliche brauchen in der Welt der Zeit eine Weile. Jedoch werden Bestreben irgendwo irgendwann Wirklichkeit. Fruchtbäume tragen Früchte. Sie brauchen nicht dein Trainieren oder Zujubeln, um Früchte zu tragen. Das bewerkstelligen Fruchtbäume. Eure Bestreben sind wie Fruchtbäume.
Jack an der Bohnenstange pflanzte eine Bohne, sah sie wachsen und kletterte dann an ihr hoch. Eine Märchen-Gottesmutter winkt mit ihrem Wunsch. Die drei Schweine begeben sich auf den Weg, um ihr Glück zu machen.
Ein Jeder tritt an, um sein Glück zu machen, bloß weiß er nicht immer, was sein Glück ist. Womöglich weiß er nicht einmal, wonach er aus ist, jedoch sucht er sein Glück. Ob nah oder fern, er sucht das übergeordnete Wohl. Manchmal steigt er über das Glück hinweg, ohne es erkannt zu haben. Manchmal jagt er, im Dafürhalten, er fange den größten Fisch unter allen, der Illusion hinterher. Und manchmal fängt er den blauen Vogel des Glücklichseins direkt in seinem eigenen Garten hinterm Haus.
Wie steht es mit euch, Geliebte? Habt ihr kürzlich darüber nachgedacht, was ihr eigentlich erstrebt? Ihr könnt sicher sein, das, was ihr im Grunde erstrebt, ist keine kleine Lappalie.
Wie glücklich seid ihr jetzt? Ihr könnt so glücklich sein, wie ihr es euch aussucht, bevor eure Bestreben erfüllt sind, genauso wie danach. Ihr seid eigentlich von nichts anderem als von eurem Glücklichsein abhängig. Habt ihr auf die Ankunft von etwas gewartet, bevor ihr das Glück willkommen heißt? Bewillkommnet das Glücklichsein jetzt. Für eure Bestreben ist es schön, nach eurem Glücklichsein zu kommen und dahinter zu gehen. Ja, wahr ist, das eine ist vom anderen nicht abhängig. Glücklichsein ist von sich selbst abhängig.
Ihr mögt durchaus nach dem Glück für Andere trachten, jedoch haben sie das Glück selbst aufzuheben. Allzu viele Meiner Kinder haben ihr Glück verschoben, weil sie an Ursache und Wirkung glauben. Sie haben den Karren vor das Pferd gespannt. Sie – vielleicht du ebenfalls – haben gedacht, für das Glück gebe es eine Ursache. Sie denken, sobald dieses Bestreben Meinerseits gewährt wird, kann ich glücklich sein. Seid jetzt glücklich. Glücklichsein ist dafür ausgereift, abgepflückt zu werden. Wie schöne glänzende Äpfel, die an einem Baum hängen, wartet das Glück auf dich, dass du es abpflückst. Alles, was du zu tun brauchst, ist hinauflangen, es nehmen, und es ist dein. Du brauchst keine Leiter, um zum Glück zu gelangen. Du brauchst keine Schachtel, um es hinein zu legen. Du brauchst nicht auf jemanden zu warten, der dir dabei hilft. Glück wartet auf dich. Wieso es warten lassen?
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UM 3 UHR AM MORGEN
Wenn du nicht schlafen kannst, ist das nichts so Entsetzliches. Es bedeutet nichts anderes, als dass du wach bist. Des Nachts wach oder am Schlafen, du bist Du.
Sicher ist es wunderbar, nachts zu schlafen, und doch ist es ebenfalls wunderbar, zu jeder Zeit wach zu sein. Natürlich ist es ebenfalls wunderbar, schläfrig zu sein. Das Leben in der Welt gibt dir nicht viel Gelegenheit, am Tage zu schlafen, dementsprechend möchtest du natürlich den Schlaf in der Nacht zwischen bestimmte Stunden hinein stopfen. Dann bist du damit durch.
Jedoch ist Schlaf nicht die Hauptsache in deinem Leben. Nichtsdestotrotz, wie wichtig er doch zu sein scheint, sobald du in den frühen Morgenstunden nicht zum Schlafen kommen kannst. Du würdest alles dafür tun, um in der Nacht gut zu schlafen. Ändere deine Gedanken ein wenig, und genieße die Wachheit, während du sie hast. Genieße den Schlaf ebenso, während du ihn hast. Ja, tatsächlich, genieße einfach.
Selbst dann, wenn dir der Kaffee nicht heiß serviert wird, kannst du ihn immer noch genießen. Dass er nicht so heiß ist, wie du ihn magst, hat dir nicht deinen Tag zu verderben. Genauso wenig hat sich nicht schlafen verheerend auf dich auszuwirken. Das ist bloß eine Vorstellung, dass du in der Nacht acht Stunden Schlaf haben musst. Selbstverständlich, Ich bin dafür, dass du nachts ausreichend Schlaf hast. Ich bin auch dafür, dass du nicht böse hergerichtet wirst, wenn du keinen hast.
Lasse die Auffassung los, dass alles genau so sein muss, wie du es möchtest. Lasse jedes Gefühl los, was dich mit Entsetzen umgibt. Sei glücklich, selbst wenn du um Mitternacht wach bist. Alles, was das bedeutet, ist, dass du nicht der Meister deines Schlafes bist. Es ist sehr wahrscheinlich, sobald du das Kontrollieren los lassen kannst, wirst du finden, dass du leichter in den Schlaf gelangst.
Vielleicht bist du jemand, der nicht so gerne ins Bett geht, und vielleicht bist du auch jemand, der morgens nicht gerne aufsteht.
Schlaf ist etwas Herrliches, und doch bist du nicht, was Energie oder Glücklichsein anbelangt, vom Schlaf abhängig.
Glücklichsein ist von allem und jedem unabhängig. Nichts wird fürs Glücklichsein benötigt, ausgenommen, dass du glücklich bist. Alles, was du für Energie brauchst, ist eine Geisteshaltung. Geliebte, eure Energie kommt ganz und gar von einer unbegrenzten Quelle her.
Ihr könnt auf dem Sand oder auf eurem Küchenboden tanzen. Tanzen ist nicht von etwas abhängig, was ihr verfemt. Ihr könnt tanzen unbesehen des Bodens unter euch. Ihr könnt überall tanzen. Selbst wenn ihr lahm seid, könnt ihr in eurem Geist tanzen. Tanzen findet im Eigentlichen in eurem Geist statt.
Es ist das Gleiche, wenn wir uns auf das Glücklichsein beziehen. Euer Glücklichsein ist von nichts abhängig, außer von euch selbst. Unglücklichsein entspringt euren Gedanken. Denkt andere Gedanken oder lasst die Gedanken außer Betracht, die durch euren Geist ackern. Es ist besser, Glücklichsein errichtende Gedanken zu denken. Höchstwahrscheinlich ist es nötig, dass ihr neu denkt. Garantiert ist euch das nötig. Ihr könnt einige Tänze aussetzen. Das bedeutet, ihr werdet in eurer Wertschätzung für den Tanz zunehmen.
Nehmt einen tiefen Atemzug und wisst, dass ihr unendliche Energie habt. Redet euch selbst nicht die Energie aus. Sagt nicht: „Oh, heute Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Oh, ich habe überhaupt nicht geschlafen. Oh, ich bin so müde. Oh, ich weiß nicht, wie ich durch den Tag kommen werde. Ich möchte bloß schlafen.“
Alles, was ihr, Geliebte, tun möchtet, ist im Laufe des Tages wach sein. Was wäre, falls ihr wüsstet, dass das der Tag ist, an dem ihr in der Lotterie über 1 Million Dollar gewinnen werdet? Ich wage es zu sagen, dass ihr voll und ganz wach wärt. Oh, ja, ihr wärt voller Energie. Mit oder ohne den Lotteriegewinn, ihr könnt den Tag gewinnen.
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ANDEREN STATTGEBEN ZU SEIN
Liebt Andere, und vertraut auf euch selbst. Wenn es sich auf euer Leben beläuft, habt ihr den Stab in der Hand. Seid nicht verdrossen angesichts anderer Seelen, die nicht mit euch mithalten oder die vor euch davoneilen. Seid wegen niemandem verdrossen, Geliebte, denn alle und ein Jeder ist eine Seele, die seinen oder ihren Weg auf der Erde so gut macht, wie sie es können, darin nicht anders als du.
Niemand soll dich unter Druck setzen, und du sollst niemanden unter Druck setzen. Lasse stattdessen zu. Lasse alles auf der Erde zu, dass es seine Schwachstellen hat. Es liegt dir nicht an, dich auf Andere zu übertragen, außer sie bitten darum.
Du packst nicht deine Freunde und Familie oder Fremde mitten auf der Straße, du setzt sie nicht hin, schneidest ihnen nicht die Haare, beseitigst nicht ihr Make-up und stellst sie nicht so her, wie du es am liebsten hast. Wenn es allerdings auf Gepflogenheiten des Seins hinausläuft, packst du sie sozusagen am Kragen, wo auch immer sie sich soeben mittendrin befinden, und du versuchst, sie umzuarbeiten. Du möchtest nichts anderes, als sie und ihr Leben zu bessern. Bessere dich selbst, Geliebte, Geliebter, und setze nicht Andere unter Druck.
Vervollkommne dich selbst und deine Befähigung, deine Hände wegzuhalten.
Es steht dir gut an, nicht das Eigentum eines Anderen zu stehlen, und doch möchtest du gerne direkt unter ihrer Nase deren Leben fortstehlen und es so umformen, wie du es gerne haben möchtest. Ihr mögt völlig Recht haben, und doch, Geliebte, es steht euch gut an, eure Vollkommenheit für euch selbst zu behalten. Hände weg.
Ihr seid bemüht zu helfen, und doch versucht ihr, das Leben und Andere euren Wahlen anzugleichen. Ihr kämpft auf verlorenem Posten, Geliebte. Ihr wart nicht die ganze Zeit über gut darin, euch selbst zu vervollkommnen und euren eigenen Standards nachzukommen.
Es gibt eine einzige Person im Universum, die ihr nach Belieben vervollkommnen könnt. Ihr wisst, wer das ist. Und gleichwohl, gar euch selbst könnt ihr in Frieden lassen.
Versucht nicht mehr länger, einen Anderen perfekt zu machen. Ihr habt noch nicht euer eigenes Ideal erreicht.
Akzeptiert einen Jeden, so wie ihr gerne einen neuen Welpen akzeptieren würdet!
Akzeptiert jedermann, Geliebte, wie sie sind. Sie haben sich die Mühe gemacht, vor euch zu erscheinen. Auf die eine oder andere Weise haben sie die Spanne eures Lebens betreten. Lasst sie sein. Seid ihr Freund und nicht ihr Reformer.
Denkt nicht, dass Andere gerettet gehören. Rettet euch selbst davor, ein umarbeitender Künstler zu sein.
Was ihr auch in einem Anderen instandzusetzen versucht, kann bloß Kosmetik sein. Versucht nicht, zu reparieren. Oder, falls ihr instandsetzen möchtet, wie geht das am Besten? Wieso, das Beste ist, sie zu lieben, so wie sie sind. Auf diese Weise gibst du ihnen eine Handreichung. Auf diese Weise dienst du ihnen. Hast du nicht versucht, dir selbst zu dienen?
Woher kommt Verärgerung in deinem eigenen Herzen? Sie kommt nicht von einem Anderen. Egal, wie groß sie zu sein scheint, Verärgerung entstand immer in eurer eigenen Fertigung. Eure Reaktion ist immer die eure. Niemals diejenige eines Anderen. Das war sie nie.
Manchmal habt ihr nachsichtig zu sein, Geliebte. Ihr seid kein Verkehrspolizist mit einem Motorrad, der das Recht hat, Autos an den Rand fahren zu lassen, ihnen Strafzettel auszustellen und sie vor Gericht zu bringen.
Im Bereich des Lebens können die Menschen jedes Auto fahren, was sie möchten. Sie haben es dir zu erlauben, zu fahren, und du hast es ihnen zu erlauben, zu fahren. Wenn du es nicht magst, wie sie fahren, dann fahre für eine Weile an den Rand, und lasse sie fahren, wie sie möchten. Bleibe aus ihrem Weg, falls du das musst.
Seid verdrossen, falls ihr das müsst, wisst jedoch, dass Verdruss oder Vermeidung von Verdruss nicht der Punkt ist, auf den das Leben zuläuft. Ihr seid nicht dafür bestimmt, in andere Autos hinein zu fahren und ihnen zu sagen, wo es entlanggeht und wie dort hinzukommen sei.
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BEWAHRE DIR DEINE HERZENSGÜTE
Für euch ist es öfters ein Dilemma, zur selben Zeit euch selbst und Andere wertzuschätzen. Ihr möchtet gerne einem Anderen Ja sagen, und später wird es euch vielleicht Leid tun, Ja gesagt zu haben, weil ihr vielleicht das Gefühl habt, dass ihr dadurch euch selbst gegenüber Nein sagtet. Wie wisst ihr, wann ihr euch als ersten vor Anderen zu stellen, und wann ihr euch einander auszuhelfen habt? Ihr ringt damit, zu erkennen: Wann gebe ich, und wann halte ich zurück?
Offen gesagt, euch ist es nicht oft untergekommen, dass euch Andere wertschätzen. Davon habt ihr nicht viel gesehen.
Ihr lechzt danach, uneigennützig zu sein, und ihr lechzt danach, dass man euch nicht übervorteilt. Ihr mögt es bedauern, euch gegenüber jemandem verpflichtet gefühlt zu haben, und ihr mögt es vielleicht sogar noch mehr bedauern, wenn ihr jemandem nicht geholfen habt. Wie die Sache auch liegt, ihr befindet euch in einem Kreuzkorsett. Ihr möchtet gerne ernsthaft dienen, und allzu oft, während ihr das tut oder nicht tut, scheltet ihr euch wegen beidem, und somit gelangt ihr zu dem Punkt, wo ihr in eurem Geist Andere ebenfalls ausschimpft. Es hat den Anschein, als könntet ihr es nicht recht machen.
Ihr wollt ganz bestimmt nicht hartherzig sein, und ihr wollt nicht allzu weichherzig sein, und es dann später bedauern. Ihr wollt nicht scheußlich sein, und ihr wollt kein Misanthrop und ihr wollt nicht der Dumme sein.
Ich möchte euch sagen, Geliebte, die Hauptsache ist, nicht schweren Herzens zu sein. Jedoch wisst ihr nicht, wie ihr euer Herz hochzuhalten vermögt, unterdessen euch jemand im Stich lässt. Das habt ihr tatsächlich zu lernen. Das nennt man Nicht-Anhaftung, Geliebte. Macht nicht derart viele Einwände, was Andere tun oder nicht tun. Ihre erwidernden Einlassungen haben im Eigentlichen nicht so viel mit euch zu tun, oder sogar überhaupt nichts.
Findet eine Möglichkeit, nicht einmal so zu denken. Rechnet nicht mit einem Rücklauf. Wenn ihr
Dollars investiert, wisst ihr Besseres, als mit einer Rendite eurer Investitionen zu rechnen. Was ist das Beste, was ihr dann tun könnt? Wieso, zieht eure Schultern hoch, vergesst die Sache, und geht weiter. Eure Wahlen sollen nicht von denjenigen Anderer abhängen.
Macht nicht den Fehler, über eure Schultern zurückzuschauen. Falls ihr das, was gestern geschah, aufs Heute anwendet, seid ihr hinter der Zeit. Macht euch nichts daraus, was ein Anderer macht oder nicht macht. Macht euch nichts daraus, ob euch jemand Dankeschön sagt oder nicht. Verstrebt euch nicht. Lasst eure Reaktionen nicht darauf fußen, was ein Anderer tut oder nicht. Achtet darauf, was ihr tut und was ihr wertschätzt.
Ihr möchtet gerne förderlich sein, ihr möchtet euren Mitmenschen gerne helfen, und doch habt ihr, während ihr das tut, ab und an das Gefühl wie ein Arbeitsesel. Vielleicht wendet sich euch jemand nicht zu, um Dankeschön zu sagen oder gar eure Anwesenheit zur Kenntnis zu nehmen. Und das mahlt in eurem Herzen.
Was ihr zu tun habt, Meine Lieblinge, ist los lassen. Lasst die Auffassung los, dass euch Jeder
Dankeschön zu sagen oder zur Kenntnis zu nehmen habe. Prügelt nicht auf euch ein, weil jemand nicht so ist, wie ihr ihn gerne haben möchtet.
Falls ihr das Thema der Reaktionen oder Nichtreaktionen des Anderen bearbeitet, erweist ihr eure
Akkuratesse in Sachen Arithmetik, und, indem ihr das tut, macht ihr euch selbst unglücklich. Gebt dieses Zählen und Addieren und Subtrahieren nicht auf – und ihr werdet bitter. Das wird euer Herz spröde machen, Geliebte. Ihr werdet derart vorsichtig im Hinblick darauf, dass ihr euer Herz nicht zu sehr verausgabt, umgehen, dass ihr zu einem Geizkragen eures Herzens werdet.
Macht euch nichts daraus, wer euch heute vernachlässigte. Vernachlässigt euch heute selbst nicht. Gebt heute euer Herz glanzvoll. Wo sonst liegt euer Glücklichsein?
Geliebte, worin liegt euer Sieg? Wenn es danach aussieht, dass jemand eure Gütigkeit nicht wertschätzt, was habt ihr daran verloren? Seid gutherzig. Büßt das nicht ein. Was ihr auch tut, geht eurer Herzensgüte nicht verloren. Bedient euch selbst gut.
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DEIN GLÜCKLICHSEIN
Glücklichsein ist nicht dafür bestimmt, Mühe zu sein. Und doch, dann und wann scheint es etwas Schweres zu sein, glücklich zu sein. Dann und wann scheint Glücklichsein etwas zu sein, was ihr zu erlangen habt, woran zu arbeiten ist, was zum Dienst anzufordern ist.
Der Kniff dabei ist dann, das Glücklichsein nicht abzuwägen. Der Kniff dabei ist dann, dich selbst in keiner Weise in einen Rang einzureihen. Vielleicht kannst du zu dem Ort gelangen, wo du Glücklichsein nicht bemisst, zu einem Ort, wo du nicht an glücklicher oder weniger glücklich oder an weniger unglücklich zu denken hast. Der Kniff dabei ist, zu dienen, und nicht daran zu denken, wie du dich zu einem bestimmten Augenblick fühlst.
Einige Tage sind heiß, einige sind kalt, und gleichwohl, du bist immerfort. Weder die Hitze noch die Kälte ist der Maßstab für dich.
Einige Pfade sind steinig, und einige bequem. Manchmal befindest du dich auf dem einen, manchmal auf dem anderen. Schau, dass dein Rückgrat, ungeachtet des Terrains, aufrecht ist.
Wenn du in ein Loch fällst, klettere heraus. Wenn du in eine Stimmung fällst, klettere heraus. Was ist Glücklichsein oder Unglücklichsein in der Welt anderes als eine Gestimmtheit? Unbesehen deiner Stimmung, es gibt einen Faden reinen Glücklichseins, der durch dich hindurch läuft, ungeachtet des Wetters und ungeachtet des Terrains.
Du misst nicht jeden Tag deine Temperatur. Du denkst nicht jeden Tag: „Habe ich Temperatur oder nicht?“
Und doch, wie oft fragst du dich selbst: „Bin ich heute glücklich oder nicht? Ist das Leben heute so, wie ich es gerne haben möchte?“
Und sobald das Leben nicht so ist, wie du es dir zu sein gönnst, schätzt du dich unglücklich. Und sobald dein Leben genau deine Kragenweite ist, sagst du zu dir selbst, du seist glücklich. Was wäre, falls du es wählen kannst, glücklich zu sein, oder glücklich genug zu sein, selbst dann, wenn der Himmel grau ist und wenn du den Tee, den du gerne hast, nicht bekamst?
Du bist kein Chamäleon, was die Farbe seiner Umgebung nachzumachen hat.
Geliebte, ihr seid ein Kind Gottes. Es gibt für euch ein höheres Klima, um euch von ihm leiten zu lassen, als dasjenige auf der Erde. Die Heizung muss für euch nicht hochgedreht, genauso wenig muss der Air-Conditioner angestellt werden.
Lasst keine Erfordernisse für das Glücklichsein zugegen sein. Seid nicht exklusiv. Setzt die Latte nicht hoch. Die Temperatur ist nicht die Grundlage von euch. Woher der Wind auch bläst, er ist nebensächlich. Woher der Wind auch bläst, er ist nicht dafür bestimmt, ein Indikator von euch zu sein. Eure Haare können im Wind wehen, nicht aber ihr, Geliebte, nicht ihr.
Es gibt keine bestimmten Bedingungen, denen nachzukommen ist, bevor ihr einverstanden seid, glücklich zu sein. Falls ihr nicht mit dem Glücklichsein unter allen Bedingungen einhergehen könnt, dann stimmt dem zu, genug glücklich zu sein. Akzeptiert das Glücklichsein als euren Anteil. Selbst in der Schmuddeligkeit könnt ihr Glücklichsein erkennen. Ihr habt nicht zu hinken.
In der Welt, dort ist Glücklichsein relativ. Dort seid ihr. Gut, dann nehmt, ungeachtet der Welt und ihrer Temperaturen und Vorkommnisse, und ungeachtet eurer persönlichen Welt und Temperatur und Vorkommnisse, das Glücklichsein, was Ich euch gebe, entgegen. Es ist Meine Sache, zu geben, und die eure, entgegenzunehmen.
Nehmt das Glücklichsein freigebig in Empfang. Anstatt zu sagen: „Was soll das Ganze?“, anstatt zu sagen:
„Gib mir mehr“, sagt lieber: „Danke Dir.“
Sofern du in den Süßigkeitenladen der Welt gehst und es heute nur Nougat gibt, wenn du aber einen
Schokoladen-Trüffel wolltest, dann akzeptiere Nougat und sage: „Danke Dir.“
Morgen wird dir der Laden alle Süßigkeiten anbieten, wonach es dir ist, und deine Reaktion kann die gleiche sein: „Danke Dir. Ich danke Dir ganz herzlich.“
Und falls es morgen so ist, dass dem Laden zufällig die Süßigkeiten ausgegangen sind, kannst du immer noch froh sein, dass es einen solchen Laden gibt. Du kannst wissen, dass dessen Vorrat bald aufgefüllt wird.
Irgendwo hast du zu lernen, wirst du lernen, dass dein Glücklichsein ganz und gar nicht vom Inhalt des Süßwarenladens abhängig ist.
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HORCHE AUF DEINE SEELE
Euer Leben auf der Erde ist eine Exploration von Möglichkeiten. Da ist der Ziegel und der Mörtel, und die ganze konkrete Welt, die vor euch hingesetzt wurde. Da ist die ganze Fülle, die bereitet ist, damit du dahinterkommst. Und dann ist da dasjenige, was du erschaffst. Es gibt für dich nach wie vor etwas mehr zu sehen. Es gibt immerzu irgendeinen Ort, wo du noch nicht gewesen bist. Es gibt immer ein Irgendwo anders. Und es gibt die Essenz, und es gibt das Abstrakte, was jenseits eurer Fingerspitzen ist und doch nicht jenseits eurer Sicht.
Ihr könnt über die Dinge in der Welt stolpern, und gleichwohl gibt es die Nicht-Materie, die über die Welt hinausgeht.
Du bist ein viel-dimensioniertes Seinswesen, das in einer viel-dimensionierten Welt lebt. Da ist ebenfalls das Dimensionslose. Da ist dasjenige, wo keine Dimensionen zu liegen kommen. Da ist die Unbeschränktheit.
Wenn du, bei Tag oder bei Nacht, zum Himmel hinaufschaust, wirst du an die Unbeschränktheit der Schöpfung erinnert. Es muss so sein, dass du, wenn du, des Tags oder bei Nacht, zum Himmel hochschaust, deiner eigenen Unbeschränktheit eingedenkst.
Du bist ganz einfach nicht an die Erde festgeklebt. Du bist ungeachtet deines Körpers. Dein Körper hat einen Umkreis, unterdessen du nicht. Du bist maßlos. Du bist unermesslich. Es gibt keinen Meterstab, der groß genug ist, kein Maßband, kein Seil, was dich, dich, die Erfüllung Meiner Herrlichkeit, zu fassen vermag.
Bist du nicht verblüfft angesichts alldem, was Ich ohne irgend eine Anstrengung erschaffen habe? Erschaffen hat kein Anstrengen vonnöten. Erschaffen ist keine Aufgabe, die zu erledigen ist. Es ist eine Exploration. Etwas war außer Sicht, und dann trat es direkt vor deinen Augen in Erscheinung.
Erschaffen ist mehr wie einen Berg erkunden und eine Goldader finden. Erschaffen ist etwas über den Weg kommen. Ihr mögt ja durchaus nach ihm auf der Suche gewesen sein, und doch ist es stets das, auf was ihr zufällig stoßt. Ganz plötzlich ist es direkt vor euch. Es war eine Idee, und nun ist es hier direkt vor euch. Es mag viele Schritte gebraucht haben, um dorthin zu gelangen, wo ihr seid, und doch, ihr befindet euch stets in Reichweite von ihm.
Oder Wir können sagen, dass Erschaffen das gleiche ist wie Zuhören. Ihr hört der Musik eurer Seele zu. Und dann kommt die Zeit, wann ihr genauso die Musik außerhalb von euch hört. Es kommt eine Zeit, wann es keine Aufspaltung zwischen Innen und Außen gibt. Es gibt das Empfinden, in dem es kein Außen gibt. Es bist du selbst, den du ergründest. Und es bist du selbst, was du findest.
Du steigst auf einen Berg, und wenn du den Gipfel erreichst, wen findest du da, außer dich selbst, wie du dort stehst und auf deine eigene Ankunft wartest.
Du findest einen glänzenden Kupferpfennig auf der Straße, und du hast einen flüchtigen Eindruck von dir selbst.
Du siehst eine Bedürftigkeit, und du möchtest sie erfüllen. Du möchtest die Tasche eines anderen Menschen voll machen, bloß um zu entdecken, dass es deine eigene war.
Du bist im Leben ein Pionier. Du bist kein Siedler. Du hast dich nicht niedergelassen. Du befindest dich im Prozess. Im Prozess großer Entdeckung. Wie Kolumbus setzt du deinen Fuß auf ein Neues Land. Jeden Tag tust du das. Jeden Tag reist du dorthin, wo du zuvor noch nicht gewesen warst. Vor dir liegt immer eine neue Aussicht. Egal, wie oft du aus dem gleichen Bett aufgestanden bist, du trittst in das Unbekannte hinaus. Du bist der Wisser, der die Begrenzungen der Vergangenheit durchbricht. Sage Eureka, oder sage Heiliger Strohsack, du erblickst die Grenzen, die du durchbrichst, einerlei, wie gut sie aneinander geleimt waren.
Du hast einen Hammer, und du knackst die Mysterien der Erde auf, und jedes Mal findest du dich selbst. Die Umhüllungen sind verschieden, und doch ist direkt vor dir alles du selbst. Was für ein Fund du doch bist.
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EIN PRINZ DES LICHTS
„Gott komm und hilf mir“, denkst du. Du denkst, du musst auf Mich warten, wie Ich auf einem weißen Pferd daherreite, und dich rette. Geliebte, ihr braucht nicht gerettet zu werden. Ihr brauchtet niemals gerettet zu werden. Ihr seid jetzt sicher.
Ihr wart niemals im Wald verschollen. Bestimmt, das habt ihr euch gedacht.
An der Stelle gibt es nichts, um sich darüber auseinanderzusetzen, jedoch war das insgesamt Teil eures irrigen Denkens.
Ihr lest eine Kindergeschichte, in der Ungeheuer, Hexen, Kobolde und Trolle vorkommen, und ihr habt an jeder Ecke Gefahren gesehen. Doch hättet ihr die ganze Zeit über, anstatt das zu sehen, was um jede Ecke herumgeschlichen ist, euer Glück suchen können. Seht ihr den Unterschied? Geliebte, kneift nicht vor eurer Bestimmung.
Kommt aus dem Schatten heraus, Geliebte. Lasst die Dunkelheit der Angst. Betretet das sonnenbeschienene Feld, wo alles offen daliegt, wo die Blumen blühen und wo ihr gedeiht. Ihr braucht euch nicht unter einem Pilz verstecken. Kommt aus eurem Versteck heraus, Geliebte. Tretet ihn das Feld des Lebens heraus. Die Dämmerung ist da.
Und glaubt an alles Gute wünschende Märchen-Großmütter. Glaubt an Zauberstäbe, und schwenkt einen über eurem Leben. Beendet die Angst, und beginnt das Abenteuer. Fangt mit eurem Gewahrsein des Abenteuers an, und wisst, dieses Abenteuer ist sicher. Das Empfinden des Abenteuers schließt das Unerwartete ein. Das Unerwartete wird erwartet. Ja, kobold-gleiche Schatten tauchen dann und wann auf, und ihr wisst, es sind bloß Schatten, jedoch sind selbst Schatten keine Vorahnungen. Dein wirkliches Leben geschieht im hellen Sonnenlicht, und dieses Sonnenlicht wird niemals geringer. Was auch passiert, du musst in neuem Licht sehen. Neues Licht für altes. Neue Sicht für alte. Wirf die alte Brille weg. Du kannst sie jetzt nicht mehr gebrauchen.
Du selbst bist helles Licht, und demnach siehst du in hellem Licht. Was dich auch an Schatten heruntergezogen haben mag, dein helles Licht ist unberührbar. Was kann es in hellem Licht geben, ausgenommen helles Licht? Die Sonne, die von oben her scheint, ist entschieden das gleiche Licht, was inwendig in dir scheint.
Falls es einen Gauner gibt, der existiert, ist das euer eigener Geist, Geliebte. Es ist euer eigener Geist, der euch die Wolle über die Augen ziehen kann. Nichts existiert da draußen, ausgenommen euer eigener Geist liefert es an.
Sobald euer Wesen unsterblich ist, welche Gefahr ist dann echt? Das ist alles Fiktion, Geliebte. Es sieht echt aus. Jeder sagt, es sei echt. Jeder sagt euch, euch an jeder Kreuzung vor Gefahren zu hüten, und doch sage Ich euch jetzt folgendes: Schaut euch, schaut euch in diesem Drama, mit dem ihr experimentiert, nach einem Schatz um. Wie anders ist doch die Reise, zu der ihr euch aufmacht, davon abhängig, wie euer Geist sie ausführlich angibt.
Ihr macht euch zu einer Reise nach dorthin auf, wovon ihr meint, es handle sich um ein weit entferntes Land. Jedoch ist es ein Spielzeugschiff in einer Badewanne, in dem ihr segelt.
Das Universum ist riesig. Ihr könnt auf das Leben nicht so schauen, wie es ein Blinder tat, der den Elefanten genau untersuchte und dachte, er wisse, wie er aussieht. Ein einzelner Aspekt ist bloß ein einzelner Aspekt.
Selbst von einem einzelnen Blätterbett inmitten eines gigantischen Waldes heraus kannst du die Meere sehen, die nicht so weit weg sind, wie du denkst. Die Meere sind zur Hand. Die Himmel sind in Reichweite. Dein Geist kann dorthin gelangen. Dein Geist kann Fakten umgehen, kann jene in die Irre leitenden Hinweise, jene falschen Spuren, die dich auf den falschen Baum hinauf führen, umgehen.
Ich weise dir den Weg zur Anerkenntnis deiner selbst und dessen, womit du in Wahrheit befasst bist. Die Tagesroutine hat seinen Platz, jedoch ist sie bloß ein Teil. Gestatte es dem täglichen Leben nicht, dir von dem Gewahrsein des größeren Abenteuers, auf dem du dich befindest, abzuraten. Lasse dich durch nichts von dem Licht des Tages abbringen, und davon, wo du bist, wo du wirklich bist, um eben das Seinswesen von dir zu erkennen, was den Körper, in dem du bist, übersteigt. Ungeachtet dessen, was Andere über dich denken mögen, ungeachtet dessen, was du über dich selbst denken magst, du bist kein zielloser Wanderer. Du bist ein Prinz des Lichts, der in einem Wald deines Geistes steht. Euer Geist mag herumwandern, nicht aber ihr, ihr, Geliebte, seid nicht weit draußen im Feld.
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DAS GLÜCK DEINES HERZENS
Wir sagen: „Aus dem Grunde meines Herzens“, und doch, Geliebte, es gibt bei dem Herz keinen Grund, und es gibt kein Oben. Einem Herzen von Mir sind keine Grenzen gegeben. Geliebte, euer Herz ist ein Herz von Mir.
Beschränkt euer Herz nicht. Öffnet es stattdessen. Welche Wäscheklammern ihr auch an dem Herz in eurer Brust angebracht habt, macht sie jetzt los. Es sollen keine Dämme in eurem Herzen sein. Habt ihr vergessen, dass euer Herz ein Herz der Liebe ist? Infolgedessen ist ein Herz der Liebe ein Herz der Verbundenheit. Es kennt kein Abkoppeln. Kein Zusammenkneifen der Lippen Unseres Einen Herzens. Kein es Zuklappen.
Das Herz, was ihr das eure nennt, soll sich aufmachen und aufmachen und aufmachen. Es soll unendliches Öffnen eures Herzens sein. Weiter und weiter und weiter, bis es schier Offenheit gibt, und bis die Möglichkeit zuzumachen nicht existiert. Für ein gänzlich offenes Herz gibt es keinen Schlüssel, denn es ist niemals abgeschlossen worden. Die Freiheitsstatue war dafür bestimmt, wie ein offenes Herz und nicht wie ein Wächter zu sein, der verhindert, dass in seine Schranken eingetreten wird. Ein offenes Herz hat keine Grenzen. Alles fließt hindurch. Nichts wird abgehalten. Ströme weiter, süßer Avon, fließe weiter.
Alle Fische im Meer können im Ozean schwimmen. Kleine Fische, große Fische. Das Meer sagt ganz einfach: „Ja.“ Es sagt nicht, diesen und jenen nicht. Es sagt ganz einfach: „Ja. Lasst alle hereinkommen. Niemand soll draußen bleiben.“ Und alle meint alle. Keine Barrieren. Keine bestimmten Tage. Keine bestimmten Stunden. Dein Herz ist schlicht in der Liebe überspült. Das ist die Natur der Herzen. Tretet hier ein.
Nun also, euer Herz versteht das recht gut. Es ist bloß der Geist, der zu einem kleinen Diktator der Unterscheidung geworden ist. Der Geist liebt es, die Dinge zu sortieren. Der Geist liebt es, dass die Dinge sich in einem ordentlichen Aussehen befinden, gemäß den Bescheiden, die er erteilt. Das Herz, das schöne Herz, hat keine Entscheidungen zu fällen. Das Herz ist nicht dafür bestimmt, programmiert zu werden. Oder, Wir können sagen, es ist auf Liebe und auf nichts anderes programmiert. Lasst euren Geist bei dem Glück eures Herzens nicht dazwischengehen.
Das Herz hat nicht ausgedehnt zu werden. Es ist der Geist, der Dehnung nötig hat. Manchmal ist der
Geist wie ein Tor, was festsitzt. Es möchte sich nicht vom Fleck rühren. Das Herz aber, das Herz ist offenen Tors. Es ist niemals verschlossen. Es ist immer offen wie der Himmel. In seiner Offenheit reicht dein Herz über den Himmel hinaus. Es reicht überallhin. Es ist wie eine Dämmerung, die sich selbst willkommen heißt und sich in einen überschwänglichen Tag hinein auswächst.
Geliebte, gestattet es eurem Herzen, gar sich selbst zu lieben. Gestattet es eurem Herzen, sich gegenüber seinem eigenen Fließen offen zu halten. Lasst euer Herz das sein, was es ist. Lasst es sich zu sich selbst hinunter bücken. Lasst es seiner Überfülle Ehre erweisen. Seine Überfülle ist Liebe. Sie ist Liebe auf ewig. Sie ist Liebe, die sich nicht in Einzelheiten verfängt. Der Beschuhte und der Nicht-Beschuhte sind dem
Salon eures Herzens gleichermaßen willkommen. Die Beschriftung auf eurem Herzen lautet Willkommen.
Euer Herz ist göttlich. Man nennt es ein menschliches Herz, jedoch tragt ihr ein Herz, was göttlich ist. Göttliches zerteilt nicht. Göttliches heißt willkommen. Es ist ein Dinner, das über 24 Stunden offen hat und niemals schließt. Es hat Schwingtüren.
Es ist nicht so, dass ihr jemandem, der euer Herz betritt, etwas schuldet. Ihr befindet euch nicht in der Opferrolle. Ihr habt nicht jemanden zu heiraten, der sich in eurem Herzen hinlegt. Ihr habt sie nicht zu beherbergen, und dennoch ist euer Herz für sie ein Hafen. Aus dem gleichen Grund – Jene, die euer Herz betreten, schulden euch nichts. Sie sollen nicht für Kost und Logis bezahlen. Ihnen wird schlicht erlaubt, solange sie es möchten, da zu bleiben.
Wir können sagen, euer Herz ist eine Villa mit Platz für alle.
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DIE LIEBE, ALS DIE ERHABENEN DIE ERDE DURCHSTREIFTEN
Euch ist es schwer, das so zu sehen, jedoch ist es wirklich wahr, dass jeder zu jedem Zeitpunkt das Beste tut, was er oder sie zu tun vermag. Danach mag es nicht aussehen, aber es ist so. Diejenigen, die süchtig sind, tun das Beste, was sie in diesem Augenblick tun können. Diejenigen, die Verbrechen begehen, tun das Beste, was sie in diesem Augenblick tun können. Der herrische Arbeitgeber tut das Beste, was er zu tun vermag. Das ungehörige Kind in der Schule tut das Beste, was es zu tun vermag. Die schlampigste Hausfrau tut das Beste, was sie zu tun vermag. Sobald sie es besser machen können, werden sie es besser machen.
Der Grund dafür liegt in ihrer Wahrnehmung. Sie sehen anders als du. Ihre Energie ist geringer als
deine. Falls sie ihre Weise jetzt im Augenblick ändern könnten, würden sie das. Falls sie schneller gehen könnten, würden sie nicht nachzügeln. Falls sie stiller sein könnten, wären sie nicht so wütend. Du genauso wenig.
Es ist nett zu denken: „An der Stelle befinde ich mich der Gnade Gottes halber.“ Es ist indes besser zu denken und anzuerkennen: „An der Stelle stehe ich, ich bin nicht von Jenen vor mir getrennt. Es mag sein, ich lebe anders. Vielleicht liege ich höher, doch diese Menschen und Ich stehen miteinander in Verbindung. Sie sind ein Teil von mir, und ich bin ein Teil von ihnen. Ich bin genauso wenig vollkommen. Ich bin glücklicher dran, weil meine Unvollkommenheiten nicht derart anzumerken sind. Ich bin ganz bestimmt unvollkommen, während ich einen Anderen dafür verdamme, nicht meiner Art zu leben nachzugehen. Ich bin ganz bestimmt unvollkommen, anderenfalls würde ich keine Steine werfen.“
Das bedeutet nicht, dass davon die Rede ist, es sei für jemanden gut, Verbrechen zu begehen oder süchtig zu sein. Jeder weiß, das sind keine würdevollen Weisen zu leben. Nichtsdestotrotz, diejenigen, die auf unharmonische Weise leben, tun ihr Bestes, was sie zu diesem Zeitpunkt tun können.
Geliebte, ihr wisst nicht, in welcher Weise diejenigen, denen gegenüber ihr euch überlegen fühlt, euch dienlich sind. Vielleicht geben sie sich deswegen so, wie sie es tun, damit ihr euch nicht so geben müsst. Vielleicht heben sie dich, auf eine noch unbewusste Weise, höher. Vielleicht tragen sie dich auf ihren Schultern. Vielleicht sind sie hier, um dich zu unterweisen. Du weißt nicht, welche bestimmte Rolle ein Anderer hat, oder was sie bedeutet. Ebenso sie auch nicht.
Mitempfinden ist nicht das gleiche wie Mitleid. Mitempfinden ist nicht das gleiche wie auf jemanden hinunter schauen. Mitempfinden bedeutet genauso nicht, jemanden zu verhätscheln. Es bedeutet, Verurteilung aus der Gleichung heraus zu lassen. Es bedeutet, sie ungeachtet alles Ferneren zu segnen. Es bedeutet, sie zu segnen, weil sie genauso wie du Mein Kind sind.
Als Christus und die Großen liebten, bedeutete das nicht in dem Sinne zu lieben, wie ihr das meint. Sie verstrahlten ganz einfach ihr Licht. Sie schienen es nicht hier oder dort hin. Sie schienen ganz einfach ihr Licht. Sie ließen demnach ihr Licht vor allen aufleuchten. Sie zogen ihre Liebe nicht zurück. Sie hielten sie nicht zurück. Ihre Liebe war nicht persönlich. Ihre Liebe war Mein. Deswegen transzendierte ihre Liebe das Persönliche. Ihre Liebe war Liebe, und ihre Liebe überstieg weltliche Erscheinlichkeiten. Wir könnten sagen, ihre Liebe war unpersönlich, jedoch war sie ein warmes Feuer in einer kalten Winternacht. Sie hießen einen Jeden willkommen, sich an der Feuerstelle ihrer Liebe ihre Herzen aufwärmen zu lassen. Liebe ist Liebe, anderenfalls ist sie nicht Liebe.
Geliebte, es stimmt sogar, dass ihr dann, wenn ihr Liebe zurückhaltet, genauso das Beste tut, was ihr in diesem Augenblick tun könnt. Jeder Augenblick ist bereits Vergangenheit. Und jetzt ist ein anderer. Vom einen Augenblick zum nächsten kann die Liebe in eurem Herzen an die Oberfläche gelangen und allen zugänglich sein, darin eingeschlossen denjenigen, die sie, laut deines Geistes, nicht verdient haben mögen. Dein wahres Herz richtet sich nach anderen Regeln. Es richtet sich nach dem Gesetz der Liebe.
3227
IN GOTTES HERZ BIST DU EINGETAUCHT
Wörter existieren, und doch tragen zahlreiche Wörter ein Konzept mit sich, was keine Existenz besitzt, ausgenommen, so wie man eben darüber redet. Von Mir zu dir trägt ein Konzept mit sich, jedoch gibt es kein Zu und kein Von. Wenn alles in der äußeren Welt gleichzeitig existiert, wenn es keine Distanz gibt, wenn es keinen Raum gibt, wie kann es dann ein Hin oder Her geben? Vom Meer bis zum glänzenden Meer ist so nahe an der Realität, wie ihr dabei ranzukommen vermögt, obschon es im ganzen Universum schier ein einziges Meer gibt. Es ist das Meer der Liebe.
Und gleichwohl existieren Bilder. Es macht Spaß, sich von einem Wort zum nächsten zu bewegen, alles, alles ist indes metaphorisch.
Es gibt nicht ein Wort, was nicht als Metapher seinen Anfang nimmt. Dies ist wie etwas anderes, und etwas anderes ist wie dies. Die Sprache wurde aus einer Äußerung geboren. Ein Finger hat auf etwas gewiesen, und ein Klang entkam der Kehle, und Wörter wurden vom vorgestellten Meer zum Meer gesungen.
Und indes seid ihr Meine Entäußerung. Ein Klang entkam sozusagen Meiner Kehle, ein Atem aus Meinem Atem, und ihr gingt auf der Erde oder ihr fesseltet sie. Ihr nahmt einen Schritt, und ihr wurdet euch eurer Existenz auf der Erde gewahr, welche tatsächlich eine Ähnlichkeit mit der Existenz besitzt. Es ist, als hätte Ich euch eingeatmet, ja. In Wirklichkeit habe Ich euch nie ausgeatmet, denn ihr seid nach wie vor inwendig in Mir enthalten. Ihr habt das Herz Gottes nie verlassen. Ihr seid ein Impuls inwendig in Mir, dies nach wie vor. Hört den Schlag Meines Herzens, und ihr werdet das erkennen. Ihr seid Mein
Geborener, jedoch noch nicht ausgeboren. Ihr seid Mein Erstling, und einen zweiten gibt es nicht. Es gibt keinen letzten. Es gibt dich, Geliebte, Geliebter, dich nach wie vor auf Meiner Zungenspitze, an der Schwelle, zum Erklingen gebracht zu werden. Ihr befindet euch an der Schwelle des befristeten Lebens. Ihr seid eine Glocke, die dabei ist, geläutet zu werden, und doch wurde sie niemals zum Klingen gebracht, ausgenommen auf eine, unter Einvernehmen erbrachte eingebildete Weise.
Du, der du der Puls Meines Herzens bist, musst in Meinem Herzen untergetaucht sein. Es ist so, als wärest du dort einbalsamiert, und doch bist du so frisch wie an dem Tag, als du deinem Dafürhalten nach geboren wurdest. Du bist Mein Neugeborenes, was noch nicht geboren ist, jedoch reist du durch einen eingebildeten Raum in einer eingebildeten Kapsel an Zeit. Du fühlst dich durch den Raum geschleudert. Du bist dir in einer gewissen Weise dessen gewahr, dass du niemals gelandet bist, und doch ist das auf deiner Seite eine Angst, die, wie du bei dir selbst weißt, nicht wirklich existiert, so als ob deine Existenz von einer auswärtigen Manifestation von dir abhängig wäre. Ihr seid die Unmanifesten, Geliebte. Es gibt keinen Umriss von euch selbst, an den ihr stimmig glauben möchtet, unterdessen es nichts Weiteres gibt als die Wahrheit.
Ihr seid ewig, und ihr seid, indessen das Zeitweilige nicht echter ist als ein Kleidungsstück, was ihr tragt. Ihr tragt euch selbst auf eurem Herzen, Geliebte, währenddessen ist das, was ihr tragt, nicht euer Herz. Was ihr tragt, ist bloß materiell, und gleichwohl ist es immateriell. Ihr existiert jenseits von Raum und Zeit, und doch glaubt ihr euch, ein Zeitreisender, der im Raum herumrennt, zu sein. Ihr läutet an einer Türglocke, die nicht existiert, und dennoch hört ihr die Glocke läuten. Und ihr seid gleichwohl die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit, so wahr Mir Gott helfe.
Ihr zieht euch selbst wie an einer Schnur auf. Ihr folgt Brotkrumen, die man vor euch hingeworfen hat. Ihr seht sie, und ihr sagt: „Aha.“ Ihr folgt einem Pfad wie auf einem Spielbrett, und ihr denkt, ihr seid auf ‚Geh‘ gestellt, obschon ihr auf der Stelle marschiert, ein Spielzeugsoldat, alles herausgeputzt, und kein Ort, wohin zu gehen wäre.
Seid zur Ruhe gesetzt, um in Meinem Herzen zu verbleiben, denn einen anderen Ort gibt es nicht.
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DEIN HERZ WIRD HÜPFEN
Wie ihr doch ein Mysterium liebt, und wie ihr es doch liebt, es aufzulösen. Und gleichwohl liegt etwas Enttäuschendes darin, sobald es ganz gelöst ist. Ihr liebt ein Mysterium, und ihr liebt es, es zu lösen, und ihr liebt indessen das Mysterium mehr als seine Aufösung. Das Ende beim Sich-Wundern ist ein Schlag ins Wasser. Selbst wenn ihr einen Mystery-Roman lest, liegt etwas Köstlicheres darin, den Schluss des Buches nicht zu kennen, als die letzte Seite aufzuschlagen.
Sobald es sich indes auf das süße Mysterium des Lebens beläuft, Geliebte, möchtet ihr das Verständnis von ihm voll und ganz genießen. Dort wird es für euch keinen Schlag ins Wasser geben. Ganz im Gegenteil. Ihr werdet eine Welle des Verständnisses nach der anderen reiten, und dabei mehr und mehr Begeisterung einfahren. Ihr werdet auf einem Delphin nach dem anderen reiten und noch begieriger auf die nächsten sein. Und sobald ihr ein volles Verständnis des süßen Geheimnisses des Lebens innehabt, wird euer Herz immer noch nach den Delphinen hüpfen, die ihr bereits geritten habt.
Das Leben wird für euch immer bezaubernder. Wellen des Verständnisses werden euch zu Ozeanen der Freude mitnehmen, und zu noch mehr Meeren des Entzückens, zu einem nach dem anderen, zu einem auf dem anderen, bis schier Einssein ist. Ihr werdet euch mit euch selbst und mit Mir verschmelzen, und ihr werdet der Ozean sein, der sich an den sich hebenden Wellen und an all denen, die auf ihnen reiten, erfreut. Ihr werdet über euch selbst einen Freudensprung machen. Ihr werdet erkennen, dass ihr der Ozean in aller Tiefe seid, und genauso werdet ihr erkennen, dass ihr die Wellen seid, die ihr so genießt.
Ihr werdet die Gezeiten des Lebens genießen, und doch werdet ihr sie übertroffen haben. Sie werden euch nicht mehr länger hierhin oder dorthin ziehen. Ihr werdet nach Belieben die Trauben des Himmels pfücken. Ihr werdet die Aussichten genießen. Ihr werdet die Gezeiten sehen, so wie ihr jetzt die Sonne seht, wie sie scheinbar aufgeht und niedergeht. Ihr werdet euch freuen. Ihr werdet Freude verschenken.
Ihr werdet vom Mond herunterspringen und in Meinem Herzen landen. Ihr werdet wissen, dass es Mein Herz ist, in dem das Spiel des Lebens stattfindet. Dies ist der Ozean, in dem ihr schwimmt, der Ozean Meines Herzens. Was für fantastische Schwimmer seid ihr doch.
Ihr werdet erkennen, dass es niemals ein Rätsel zum Lösen gab. Es war bloß ein Mysterium, sich aufzumachen, um den Weg zu eurem Selbst zurückzufinden, indes gab es niemals ein Irgendwo, um dorthin zu gehen.
Die Vögel, die ihr zu eurem offenen Fenster herein singen hört, verkünden euch Mich. Singende Vögel sind ganz klar Meine Presseagenten. Wie schön sind doch die Lieder, die sie singen.
Auch ihr singt von Mir. Ihr singt viele Verse Meiner Weise. Ihr singt unendliche Verse. Wie die Vögel könnt ihr nicht anders. Das Lied des Lebens ist das Lied, das aus Meinem Herzen heraus dargeboten wird. Ihr stellt Variationen Meines Liedes her. Mein Lied mag euch nicht erkenntlich sein, und doch ist es nichtsdestotrotz Mein Lied, was ihr singt.
Welchen Vers möchtet ihr heute singen? Welchen Vers aus eurem Repertoire? Erfindet einen neuen, unterdessen ihr entlanggeht. Macht einen neuen Vers, der noch nie zuvor zu Tage gekommen ist.
Ihr seid Variationen Meiner Weise, und ihr singt sie Mir. Ob ihr es anerkennt oder nicht, ihr seid Mein Musiker, und ihr singt das Lied, was Ich euch singe. Womöglich kennt ihr die Herrlichkeit von ihm nicht. Womöglich kennt ihr die Herrlichkeit eines Reiskorns oder eines Blattes nicht, was aufknospt oder von einem Baum zu Boden fällt. Sie sind alle das gleiche, Geliebte. Das schlägt nicht zu Buche, ihr indes schlagt zu Buche.
Das Leben ist euch präsentiert, und ihr singt es. Ihr singt zu den Hohen Himmeln, ob ihr nun davon wisst oder nicht. Es ist ein Liebeslied, was ihr singt, sei es nun, ihr wisst davon oder nicht. So geht Mein Lied.
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DURCH EUER ENTSCHIEDENES ERKLIMMEN DER BERGE
Erwacht. Wacht auf, ihr Schlafmützen. Nichts ist, wie es scheint. Nichts ist, wie ihr dachtet. Da ist ein ganzer neuer Tag, der anbricht. Ihr brecht an. Die Welt geht ohne euch nirgendwohin. Die Welt bietet euch ihre willfährige Folgebereitschaft dar. Und doch habt ihr wohl dieses schöne Nicht-Ereignis versäumt.
Womöglich habt ihr auf dies oder das gewartet, und es seid doch ihr selbst, auf die ihr wartet. Ihr wartet darauf, dass ihr zu euch selbst aufwacht. Ihr denkt vielleicht, ihr wartet auf die Welt, dass sie aufwacht und in die Gänge kommt, indes ist die Welt die ganze Zeit über ein Neben- und Zufluss von euch.
Pur bei eurem Erklimmen der Berge, würdigt ihr sie. Eure Füße fallen auf die Berge, und damit lernen sie ihre Herrlichkeit kennen. Sie erkennen sie durch euch. Ihr seid der Atem der Berge. Ihr atmet die Berge ein und aus. Infolgedessen existieren sie. Sie existieren für euch, damit ihr sie hochklettert, genauso wie die Wälder für euch existieren, um hindurch zu wandern, und die Meere, damit ihr sie durchschwimmen und auf ihnen segeln könnt, und das Leben auf der Erde ist eine Drehung eures Handgelenks.
Alles existiert für euch, und ihr existiert für es. Ihr befindet euch in einem Tandem. Euch ganz und gar unbekannt, seid ihr in einem Tandem mit dem Gesamten Universum. Ihr seid die Erschaffung von ihm. Die Welt ist der Spiegel, den ihr hochhaltet. Sie ist eure Partie. Just euer Atem bildet auf dem Spiegel einen Dunst. Der Dunst, der die Berge umgibt, ist in Wahrheit ihr.
Es stimmt, dass Ich der Schöpfer des Universums bin, und doch, ihr, Meine Geliebten, malt auf ihm jeden Tag. Ihr schafft Ausdrücke auf den Gesichtern der Menschen. Es ist, als würdet ihr sozusagen auf den Gesichtern einiger Menschen Schnurrbärte zeichnen, und die anderen rasieren, oder ihr fügt ein Make-up hinzu. Ihr werft Konfetti in den Himmel hoch. Ihr denkt euch das Universum aus, was für euch gemacht ist, ebenso wie ihr für es gemacht seid. Ihr bringt die Welt dazu, rund zu laufen.
Wer kann den Unterschied zwischen etwas aussagen? Welchen Aspekt von dir enthüllen die Berge? Was du auch auf dem Gipfel der Berge entdeckst, du kannst sicher sein, es bist du selbst, den du entdeckst. Du magst meinen, der Berg habe sich dir preisgegeben, indes bist du es, der sich dem Berg überlassen hat.
Ja in der Tat, ihr seid Part eines jeden Blattes, was weht. Ihr seid die Prise aus den Bäumen, und ihr seid derjenige, der die Bäume nah und fern mit Verwunderung ansieht.
Eben mit dieser gleichen Wundersamkeit schaue Ich euch an! Was für ein Wunder machte Ich, als Ich euch machte? Wie konnte Ich derart viele Gewundenheiten erfinden, und doch, eben so ist es, ihr macht euch selbst und macht euch von neuem selbst. Selbst dann, wenn ihr nachhinkt, befindet ihr euch im Geschehen der großen Enthüllung. Ihr seid in der Tat ein Self-made-man. Um doch habt ihr euch nicht auf einen Schlag gefertigt. Ihr macht euch jetzt soeben.
Ihr wart stets Mein, das versteht ihr, und jetzt verfolgt ihr weiter, euch Mir auszudenken. Die Suche hat begonnen. Ihr seid wie die Hummel, die brummt. Ihr seid wie der Schmetterling, der auf Meiner Nase niedergeht. Es hat den Anschein, ihr fiegt im Inneren und Äußeren von Mir. Ich bin real, aber die Existenz von Mir außerhalb von euch ist unmöglich. Ihr bildet euch das ein. Ihr bildet euch das sehr gut ein. Unterdessen atmen Wir Uns Einander ein und atmen Uns Einander aus, selbst während es in aller Herrlichkeit alleinig Eins von Uns gibt.
Last Uns klar miteinander sein. Wir sind hier der Liebe halber. Ich habe euch dafür geschaffen, und dafür erschafft ihr euch an einem jeden Tag von Neuem. Wir befinden uns auf der gleichen Seite. Wir sehen gleich aus. Wir sind Einssein, was unser Eines Selbst in das Einssein umwandelt, in die
Anerkenntnis des Einsseins. Wir können sagen, um des Einsseins wegen existiere Ich und existiert das angenommene Du. Das Wundervolle dabei ist, dass Wir in dem Puckern eines jeden schlagenden Herzens existieren.
Das Allsein wird Einssein. Das Allsein erklimmt den Berg Unseres Einen Selbst, Meines Einen Selbst allein.
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DIE GÖTTLICHE ESSENZ
Ihr habt das Göttliche nicht mit dem Menschlichen zu versöhnen. Ihr denkt, ihr müsst das, das stimmt aber nicht. Akzeptiert einfach die Wahrheit, wann ihr sie seht, und akzeptiert die Wahrheit, wann ihr sie nicht seht. Nehmt Mein Wort dafür.
Ich sage, ihr seid grenzenlos. Ich sage, ihr seid die Essenz der Göttlichkeit. Ihr aber seht einen herumwurstelnden Menschen, der den Abfall herauszubringen hat. Ihr liebt viele Aspekte des Körperlichen, und doch fangt ihr nicht an auszuloten, wie jemand, der im Physischen eingetaucht ist, desgleichen Göttlich sein kann. Ihr habt recht, ihr könnt das nicht begreifen, also hört auf, das zu versuchen. Akzeptiert, dass ihr physisch seid. Akzeptiert, dass das Physische nichts mit eurer Göttlichkeit zu tun hat, mit der einen Ausnahme, sie zu kaschieren. Das Körperliche von euch ist irrelevant.
Es wird euch guttun, mit dem Denken aufzuhören, dass selbst die Krankheit etwas mit euch zu tun hat. Ihr seid unbeschadet von Krankheit und all den schwachen Seiten des Menschlichen Lebens. Was hat eine scheinbare Gegebenheit des physischen Körpers mit euch zu tun? Ihr müsst nicht von unter dem Physischen hervorschlüpfen, Geliebte. Das Physische ist ein Zaubertrick, der mit euch sein Spiel treibt, oder den ihr selbst ausspielt, das ist alles.
Das Menschliche Leben ist kein Zug, der euch überrollt. Das Göttliche entstammt dem Beginn der Nicht-Zeit. Das körperliche Du ist eine befristete Skizze, die in den Sand gezeichnet ist.
Euren Augen ist das Göttliche und das Physische nicht kompatibel. Euren Augen. Das Physische ist eine winzige, winzige Portion von euch. Nicht einmal eine Portion, und doch seid ihr an es geheftet, selbst während ihr es als einen Pferdefuß erachtet. Das Physische ist bloß das Physische. Es ist euch wichtig, und doch ist es das Wenigste von euch. Jetzt seht ihr es, und jetzt seht ihr es nicht.
Unterdessen ihr allerdings im physischen Körper weilt, nutzt ihn gut. Beschäftigt und bewegt ihn. Esst. Und wisst, dass er in der Anordnung der Angelegenheit das Wenigste von euch ist, und dass er dennoch seinen Wert hat. Schätzt ihn nicht gering ein. Macht ihn nicht zum König. Und macht ihn nicht zum Ärmlichen. Es schlägt nicht zu Buche, wie euer Körper aussieht. Das ist irrelevant, euch indes ist es sehr relevant.
Vernachlässigt euren Körper nicht, denn er ist zuguterletzt ein Gefährt, und er trägt euch um die Erde.
Ihr huldigt eine Suppenschüssel, während ihr sie zum Esstisch tragt. Gebt eurem Körper ebenso viel Ehre. Wertschätzt ihn, während ihr ihn habt, wohlwissend, dass es einen permanenten Aspekt von euch gibt, und dass jener bestimmt nicht das Physische ist.
Das Physische und das Göttliche müssen nicht miteinander in Konfikt geraten. Da ist kein Streit zu verzeichnen.
So wie die Suppenschüssel die Suppe für die kurze Zeit in sich trägt, so trägt dein Körper dich. Die Schüssel ist freilich nicht die Suppe. Noch auch wird das so gesehen. Ein Jeder kennt den Unterschied.
Jedoch kennt nicht Jeder den Unterschied zwischen dem physischen Du und dem Du, wie du wirklich befreit von allen Beschränkungen des Körpers bist. Deswegen trage Ich euch an, dass ihr das Fahrzeug, in dem ihr in Erscheinung tretet, ehrt, und dass ihr gleichwohl wisst, dass ihr weitaus mehr seid als euer Körper und als das, was auch euer Körper je herzeigt. Euer Körper ist ein zeitweiliger Lückenbüßer. Die Göttliche Essenz von euch ist Ewig, Unsterblich und Unendlich.
Das Schiff, in dem ihr fahrt, ist also euer Körper. Er hat Grenzen, und doch seid ihr weit über jedwede Begrenzungen hinaus. Das Schiff, in dem ihr segelt, kann über glänzende Meere hinweg von Küste zu Küste fahren, und doch übertreffen die Wunder der Erde nicht die Wunder des Himmels. Und der Himmel ist indes der natürliche Zustand. Wir können sagen, dass das Physische eine Parade die Hauptstraße entlang ist, während ihr stets in den Himmel eingetunkt seid. Ob ihr es nun wisst oder nicht, ihr tragt den Himmel wie eine Flagge, und doch hat er keine Grenzziehungen. Er ist jenseits von Nation. Er gehört Jedem gleich zu.
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EINE URSACHE GIBT ES NICHT
Es ist euch nicht verständlich, dass es keine Ursache gibt. Es gibt Ursachen weswegen und selbst einen Nachweis, der für etwas erbracht ist, und doch halte Ich darin nach, dass es keine Ursache für etwas gibt.
Eine Kugel wird aus einem Gewehr abgefeuert, und jemand stirbt. Offensichtlich hat der Kugelschuss den Tod verursacht. Man sagt im allgemeinen, ein Keim löse eine Erkältung aus. Dafür gibt es allerhand Nachweise. Und doch bleibe Ich dabei, dass es keine Ursache gibt. Das ist ein wichtiger Punkt. Das Entsinnen, dass es keine Ursache gibt, wird dich davon abhalten, nach Gerechtigkeit zu suchen. Es wird dir etwa helfen, dich einfach im Leben zu bewegen, wie es ohne Ärger ist. Ärger gibt es überreichlich, doch gibt es keine Ursache. Es gibt provozierende Vorfälle, jedoch bilden sie nicht die Ursache. Es gibt keine Ursache. Wir könnten sagen, dass die Ursache euer Reagieren im Ärger darstellt. Nenne dich nicht heilig, weil du Ärger spürst und ihn als rechtmäßig titulierst.
Gründe für Kriege werden ausgereicht. Allerhand Gründe. Rechtfertigungen müssen ausfindig gemacht werden, jedoch gibt es keinen ausreichenden Grund, um Krieg zu befugen. Krieg ist Krieg, auf zahlreiche Weise gerechtfertigt, und doch gibt es keine Rechtfertigung. In der relativen Welt scheint es eine jede Rechtfertigung zu geben.
Seht euch nicht nach Gerechtigkeit um, denn Gerechtigkeit ist kein Wort im Wortschatz des Himmels. Der Schrei nach Gerechtigkeit ist ein Schrei. Die eine Sache scheint euch gerecht, eine andere ungerecht.
Früher oder später werdet ihr aufhören, euch nach Erklärungen umzusehen. Es gibt keine Erklärungen, Geliebte. Falls ihr eine Ursache finden solltet, unter jener liegt eine weitere und noch eine. Ursachen scheinen endlos, und doch halte Ich nach, es gibt keine Ursache.
Ohne Erklärungssuche werdet ihr euch, Geliebte, vom Urteilen abziehen. Sich erinnern, dass es keinen Grund gibt, wird euch aus dem Rahmen des Urteilsgeistes herausbringen.
Ich bitte euch, über die relative Welt hinaus zu sehen, und alles, was es gibt, zu sehen. Das Relative ist allesamt Abbild und Vergleich. Es gibt Dunkel und licht. Es gibt gut und nicht gut. In der relativen Welt gibt es immer ausstehende Scherereien, so wie die Welt es sieht, wobei ein wenig Gutes dazwischen geworfen ist. Alldas ist eine Meinungsangelegenheit. Weil die ganze Welt mit euch übereinstimmt, macht es nicht wahr.
Die relative Welt Etiketten. Frische und abgestandene. Liebevolle und nicht liebenswürdige. Ein Mensch, der auf ein Stück Brot Hunger hat, denkt nicht daran, dass das Brot altbacken ist. Ein wohlhabender Mann wirft einen ganzen Laib hinaus. Ein Mensch, der voller Liebe ist, sieht die Schönheit seiner und seines Geliebten, unterdessen jemand, der nicht verliebt ist, das nicht tut. Alles, aber auch alles in der relativen Welt ist eine Sache der Wahl. Was ihr euch anseht, ist eure Wahl. Was ihr aus dem, was ihr euch anseht, herausnehmt, ist eure Wahl. Ihr habt die Freiheit, je nach eurer Wahl zu sehen. Ihr habt ach die Freiheit, anders zu sehen.
Die relative Welt ist ein zeitweiliges Phänomen, und doch wird sie so gesehen, als wäre sie permanent. Die Welt wandelt sich. Alles in der relativen Welt wandelt sich. Was heute in eurer Gunst steht, wird es morgen nicht sein. Wandel ist der Name der Partie in der relativen Welt. Ihr könnt gerade euren Geist ändern.
Die relative Welt ist eine Schicht. Seht es, für den Fortgang unserer Erörterung hier, wie den Zuckerguss auf einem Kuchen. Er ist nicht immer köstlich, obschon er es bestimmt sein kann. Unter ihm befindet sich ein Kuchen. Der Kuchen, über den Ich rede, wird nie abgestanden. Er ist immer köstlich. Er kommt immer richtig auf den Tisch. Er ist in aller Vollkommenheit gebacken.
Das relative Leben ist der Zuckerguss. Es ist bloß der Zuckerguss. Es existiert die Neigung zu denken, dass der Zuckerguss des relativen Lebens zuvorderst sei.
Da ist ein größeres Stück des Kuchens, der sich durch alles im Leben zieht.
Wir können sagen, dass die nicht erblickte Schicht des Lebens die Ursache für die erblickte Schicht ist. Wir können sagen, dass das relative Leben dieser ungesehenen Schicht entkommt. Und doch gibt es für alles im relativen Leben keinen Grund, das möchte Ich festhalten. Alle sind unschuldig. Alle sind derart unschuldig wie du. Es gibt keine Ursache.
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WIESO DAS KONZEPT DER URSACHE IN ERSCHEINUNG TRAT
Der Beweggrund, wieso du gerne eine Ursache, oder Ursachen, sicher ausgemacht wissen möchtest, lautet, dass du ein Heilmittel haben möchtest. Falls du zu keinem gelangen kannst, möchtest du Wiederherstellung. Sobald du die angenommenen Ursachen ausfindig gemacht hast, liegt das Heilmittel um die Ecke. Mit einer Ursache hast du, selbst wenn du kein Heilmittel dafür hast, zum wenigsten jemanden oder etwas, auf den oder das du mit dem Finger zeigen kannst.
Es ist eigentlich nicht so, dass du auf einen Grund hinweisen möchtest. Du möchtest auf ein Heilmittel hinweisen.
Die Heilung, Geliebte, die ihr wollt, bezieht sich auf das Leben. Ihr möchtet gerne das Leben geheilt wissen. Ihr möchtet gerne das Leben neu herausgegeben wissen. Ihr möchtet gerne das Leben von allem geheilt wissen, was ihr nicht mögt. Persönlich wollt ihr nicht immerzu leben, jedoch nicht so. Nicht so.
Fakt ist, ihr seht keinen Grund für Erkrankungen. Ihr seht, dass ihnen nicht stattgegeben werden sollte. Wie kann es für Krankheit einen Grund geben, sobald sie den Unschuldigen und den Schuldigen gleichermaßen trifft. Es gibt viel, wofür ihr kein Heilmittel ausfindig macht, und so möchtet ihr gerne Vorwürfe anbringen.
Es läuft darauf zu, Geliebte: Es macht nichts, was passiert. Das ist nicht von Belang. Krank oder nicht krank, tot oder am Sterben, das ist nicht von Belang. Am Ende macht das wirklich nichts.
Selbstverständlich zählen die Dinge für euch. Gewisse Dinge sind euch sehr bedeutend. Doch zielt nichts wirklich. Es wird ohnehin alles verschwinden. Es wird vom Antlitz der Erde verschwinden. Wieso dagegen, was unumgänglich ist, angehen?
Ich sage nicht, dass Krankheit unvermeidlich ist. Sie kann umgangen werden, und doch ist euer Umgehen weder die Ursache für die Krankheit noch die Ursache für die Genesung. Nur durch einen Faden kann eure Theorie aufrecht gehalten bleiben.
Solange ihr an die Ursache glaubt, glaubt ihr an Ungerechtigkeit. Ihr schreit „Das ist unfair“ heraus. Es ist klar, dass Unfairness auf der Welt existiert. Sobald euch die Unfairness und Ungerechtigkeit selbst betrifft, glaubt ihr recht wahrscheinlich, dass euch etwas geschuldet sei, zum wenigsten eine
Entschuldigung. Es liegt nicht in eurem besten Interesse, Geliebte, zu glauben, dass euch etwas geschuldet sei. Es liegt nicht in eurem besten Interesse, dass etwas für euch etwas wiedergutgemacht zu werden, dass euch ein Ersatz geleistet zu werden habe, selbst wenn es bloß um eine Entschuldigung geht. Im Leben ist es besser, mit einer Vergangenheit, die man hinter sich gelassen hat, voranzugehen. Für eine Tat oder Vernachlässigung aus der Vergangenheit auf Gerechtigkeit aus sein ist in der Vergangenheit leben. Einerlei, welches Unrecht jemand begangen haben mag, am Besten geht ihr damit um, euch von dort voranzubewegen.
Wartet nicht auf eine Entschuldigung, auf ein Eingeständnis, auf eine Korrektur oder auf etwas anderes. Es ist so – eine gewisse Zeit lang befandet ihr euch in einem Gestrüpp, und ihr habt euch gnadenlos zerkratzt. Wenn ihr euch darin befindet, ist es Sache, dass ihr da herauskommt. Einmal draußen, ist es Sache, euch zu waschen, vielleicht etwas Linderndes auf die Wunden aufzutragen, und dann weiter zu gehen. Was habt ihr davon, euch gegenüber im Stillen das Vergehen des Gestrüpps auszurufen und es zu beschuldigen, die Ursache für fortgesetztes Leiden gewesen zu sein? Ihr lasst das Gestrüpp ganz körperlich los. Lasst sie jetzt allesamt los.
Wie viele Male habe Ich euch gesagt, los zu lassen? Schätze gehen zu lassen, Schätze los zu lassen, die nie entgegen genommen worden sind, und gestohlene Schätze gehen zu lassen. Die Vergangenheit ist euer Gestrüpp, Geliebte, und ihr müsst aus ihr heraustreten. Es gibt keine Vergütung dafür, hier zu bleiben. Sackt euch nicht selbst als ein Opfer ein.
Vergebt euch selbst für jeden Überfall oder jede Missgunst, die euch angetan wurde. Und falls ihr der Angreifer wart, dann vergebt euch auch. In beiden Fällen – geht voran. Schaut, dass ihr irgendwo anders hin kommt.
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DAS LICHT DER SCHÖPFUNG
Das Leben ist genauso wenig wahllos. Es ist nicht zufällig. Es ist kein glückliches Zusammentreffen von Umständen. Wie wage Ich es sodann zu sagen, dass es für alles, was passiert, keine Ursache gibt, unterdessen Ich im gleichen Atemzug sage, dass es eine Göttliche Welt gibt, die allem, was auf der Oberfläche namens Welt passiert, unterliegt. Kommt und setzt euch zu Mir, und seht die Ansicht, die Ich sehe. Da ist eine Umfänglichere, als ihr begriffen habt.
Ihr seid an die Weltlogik und all ihre Einmischungen gewöhnt. Logik ist etwas sehr Erdgebundenes. Die Logik steckt im Intellekt. Sie besagt, dass die Dinge auf eine bestimmte Weise zu sein haben, nicht anders. Sie bringt euren Geist ins Stocken. Die Logik ist eine Grenzziehung in höchlicher Weise. Die Logik ist kurzsichtig. Sie ist sehr detailorientiert. Sie ist aus kleinen Pinselstrichen hergestellt, auf Striche beschränkt, die Letztlichkeit anmuten. Die Logik besagt, dass Ereignisse Gewissheiten zu sein und in einer bestimmten Weise in Erscheinung zu treten hätten. Die Logik besagt, dass alles in ihr vorgeschriebenes Blatt hineinzupassen habe.
Das Leben hat Sprünge und Sätze, die mit Logik nichts zu tun haben. Logik ist gefesselt. Sie ist an ihre Kurzsichtigkeit gefesselt.
Kommt und setzt euch zu Mir, und seht die Goldenheit, die Ich sehe.
Die Logik verzweigt sich in den Umriss des Lebens. Sie sieht auf die Begrenzungen dessen, was gezeichnet wurde. Sie vernachlässigt das, was nicht gesehen werden kann. Die Logik sinnt nicht über das Unbesinnbare. Sie blendet es aus. Infolgedessen verfehlt sie den Ball.
Das Leben ist nicht auf Logik beschränkt. Es ist größer als Logik. Um Vieles größer. Das Ganze verläuft nicht nach den Regeln eines einzelnen Teils. Das bedeutet nicht, dass das Leben ungesetzmäßig ist. Das bedeutet, dass der Schwanz des Elefanten bloß ein Teil des Elefanten ist.
Das Ungesehene ist reichhaltiger als das Gesehene. Das Ungesehene ist Weit. Es ist weiter als unbegrenzt. In der Weite sind Grenzen nicht einmal eine Hinsicht. Grenzen existieren nicht. Der bewusste Geist wirft sein Auge auf den Umfang der Grenzen. Es ist, als würde der Geist sagen, der Saum an einem
Kleid sei das ganze Kleid. Der Saum ist bloß ein Saum. Wo, frage Ich, ist die Logik beim Denken, dass der Saum des Kleids das ganze Kleid sei? Wo, frage Ich, liegt die Logik beim Denken, dass die Welt, die der bewusste Geist sieht, die gesamte Welt sei? Sie ist ein Fragment des Ganzen. Sie ist ein mächtiges Fragment, ein Saum ist indes bloß ein Saum.
Was ist die Ursache für einen Saum an einem Kleid? Jemand hat ihn genäht. Er ist genäht. Es gibt einen gegebenen Grund, Säume zu nähen. Säume dienen einem Zweck. Jedoch ist ein Saum kein Saum, solange er nicht genäht ist. Er ist ein Saum, weil er genäht wurde. Ein Saum hat eine bestimmte Identität. Die Saumlosigkeit hat genauso eine Identität. Was ist der Grund für einen Saum oder für Saumlosigkeit? Was ist der Grund für Einzelheiten, Geliebte? So wie Säume, sind sie genäht. So wie Saumlosigkeit, sind sie nicht genäht.
Was auch im Leben geschieht, geschieht, oder es geschieht nicht. Es geschieht auf die eine oder andere Weise. Eine Straße wird so oder so geführt. Was ist die Ursache für die Straße? Sie wurde gebaut. Was ist der Grund für eine andere Straße? Sie wurde ebenfalls gebaut. Wiewohl, wie kann man sagen, dass der Bau der Straße ihr Grund sei?
Manchmal wird auf Mich als der Allererste Grund Bezug genommen, und das bedeutet, dass du ebenfalls der Allererste Grund bist, denn du bist in dem Spiegel, in den Ich schaue, in ein Bild gefasst. Das Licht der Schöpfung barst in die Sicht, und ihr seht Sonnenauf- und -untergänge, und Blätter an Bäumen und Schatten. Alles, was ihr an dieser Szene seht, ist Licht. Ihr seht mittels Licht. Ihr liebt mittels Licht. Ihr lebt durch Licht. Und das Licht der Liebe wird ausgegossen.
Unterdessen es Ist-heit gibt, wo ist da ein Vorrang? Unterdessen Ist-heit da ist, wo kann da Ursache existieren?
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ALLES WAS IHR SEID
Für alles, was du weißt, ist Wer du bist irrelevant. Wer du bist ist für alles, was du siehst, ist für alles, was du denkst, was passiert, ist für alles irrelevant. Du weißt bereits, du bist nicht dein Körper. Dass du nicht dein Körper bist, bedeutet, du bist nicht dein Aussehen. Du bist nicht dein Alter. Du bist weder deine Krankheit noch deine Gesundheit. Du bist nicht deine Gepflogenheiten. Du bist nicht dein Denken. Du weißt, du bist nicht dein Fingernagel, und doch beläuft sich all das, was du zurzeit denken magst, wer du seist, auf nichts mehr als auf einen Fingernagel.
Wer du bist, ist für dein vermeintliches Leiden und dein vermeintliches Glücklichsein irrelevant. Wer du bist ist für deine Erfolge und Misserfolge irrelevant. Wer du bist ist für dein Behagen und Unbehagen irrelevant. Wer du bist ist für deine Position in der Welt belanglos, ist belanglos für deine Beziehungen mit deiner Familie, ist unbedeutend für deine Einsamkeit. Alles, was passiert, ist irrelevant dafür, wer du bist.
Der Beifall der ganzen Welt ist irrelevant. Der ganze Reichtum oder die ganze Armut. Das ganze
Verständnis und das ganze Nichtverstehen. Die ganze Fürsorge oder Nicht-Fürsorge. Die ganze Ungezwungenheit und die ganzen Schwierigkeiten. All das Wissen und all das Unwissen. Alle Rufe genauso wie nicht zur Kenntnis genommen zu werden. Alle A’s und alle E’s. Sie sind alle das gleiche. Sie haben mit dir nichts zu tun. Was hat etwas mit dir zu tun? Nichts hat mit dir zu tun. Überhaupt nichts.
Ihr befindet euch in einem Korridor, und alles, was ihr wahrnehmt, wird insgesamt in ein anderes Gebäude hinüber gezogen.
So betrachtet ihr es selbstverständlich nicht. Bis jetzt seid ihr euch sicher, dass alles, was in der Welt, in eurer Welt, und dass alles, was euch geschieht, mit euch zu tun hat. Es hat alles damit zu tun, was ihr gegenwärtig als das eure wahrnehmt. Die Wolle ist über eure Augen gezogen worden, und selbst das hat mit euch, die ihr über der Welt steht, nichts zu tun.
Alles, was sich in der Welt ereignet, ist einem Jeden in der Welt belanglos.
Was hat die Melodie, die du summst, mit dir zu tun? Sie ist eine brachliegende Melodie. Du weißt nicht einmal, wie sie dorthin gelangte.
Das Du, was du deines Erachtens bist, hat mit dir nichts zu tun. Das Du, was du ist, ist unanfassbar, ist makellos und rein. Ich könnte sagen, ihr seid Mein Licht, was tanzt. Ich glaube, Ich habe das gesagt. Und doch seid ihr noch mehr als das. Ihr seid Ich Selbst, wie Ich rund um die Welt tanze, wie Ich Mich mit euren Haaren befasse, wie Ich Mir eure Haltung ansehe. Währenddessen haben die Posen und Stellungen mit dem Euch nichts zu tun, was ihr seid.
Ihr seid Mein Selbst – Ende der Angelegenheit. Das Tanzen ist nicht ihr. Euer Haar ist nicht ihr, etc. Ich bin ihr. Das Du, was du als Du selbst wahrnahmst, existiert nicht. Ihr existiert nicht in den Schuhen, die ihr tragt. Ihr seid nicht-existent.
Ihr seid der Gott des Universums. Du bist nicht das Gewahrsam, in das du dein kleines Selbst zurzeit eingewickelt hast. Das Große Selbst kann im Grunde nicht eingepackt werden. Ah, ja, aber wer du wirklich bist, kann nicht übersehen werden. Du möchtest wohl Meinen Spruch sagen, dass du mehr bist, als du siehst und als was du dich hernimmst zu sein – du wirst vielleicht sagen, dass das ein Schwindel sei, ein Schwindel, für den du zu klug bist, um darauf reinzufallen.
Geliebte, ihr seid auf einen Schwindel reingefallen. Ihr hieltet den Schwindel in all seinen Variationen hoch. Alles, was ihr eures Erachtens dachtet zu sein, hat mit euch nichts zu tun. Ich habe mit euch zu tun. Da ist ein umfänglicheres Du ausgewiesen als dasjenige, was ihr zur Schau bringt. Da ist ein umfänglicheres Du als dasjenige, dem ihr Glauben schenkt.
Ihr habt euch geirrt. Die Person, die ihr eurem Dafürhalten nach seid, existiert nicht.
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DAS SPIEL
Ihr seid kein Platzhalter, Geliebte. Ihr seid Mein Ass. Ihr seid die Karte, die Ich in Meiner Hand halte. Alle Meine Abkömmlinge sind das Ass, was Ich in der Hand halte.
Ihr habt gesehen, wie Menschen, die Poker spielen, das Spiel sehr ernst nehmen. Selbst wenn sie um Streichhölzer spielen, wird es ernst. Die Spieler, für die nichts auf dem Spiel steht, gehen in das Spiel hinein und werden zu ernsten Spielern, so, als ob alles auf dem Spiel, als ob ihr Leben auf dem Spiel stünde. Ihnen ist es, dass sie nicht verlieren wollen. Es sind nicht die Streichhölzer, die ihnen als Verlust im Sinn stehen, sie haben vielmehr das Gefühl, verpflichtet zu sein zu gewinnen. Was gewinnen? Die Partie gewinnen. Sie haben ein äußerstes Verlangen, dass die Karten, die ihnen zugeteilt werden oder die sie sich vielleicht selbst zuteilen, das, was ein Anderer auf der Hand hat, übertrifft. Damit werden die Spieler ins Gewinnen hinein gewickelt. Was hat das im Grunde genommen mit ihnen zu tun?
Das Kartenspiel wird sozusagen in Schichten gespielt. Ihr wisst, es ist bloß ein Spiel, und doch seid ihr aufs Ernsteste damit befasst, demnach seht ihr euch und Anderen zu, wie sie gewinnen oder verlieren. Du bist ein Zuschauer, der Anderen, die zusehen, zusieht. Auf die eine oder andere Weise bist du wie russische Babuschka-Puppen, die eine steckt in der anderen. Du siehst zu, was vor sich geht, und du siehst dir selbst, der sich selbst zusieht, zu. Und somit bist du viel-schichtig und weißt, dass du das bist, und, während du das weißt, ist das bloß ein Spiel, du bist nach wie vor bloß hierhergekommen, um zu gewinnen. Du musst gewinnen, anderenfalls. Anderenfalls was? Was ist das Andere? Gewinnen oder Verlieren, die Partie wird hinter sich gebracht, und du schlägst deine Karten zusammen und geht nachhause.
Vielleicht denkst du, du seist von Gott bevorzugt, sobald du gute Karten auf der Hand hast. Vielleicht denkst du, du seist nicht von Gott bevorzugt, falls du keine solchen Karten bekommst.
Du erkennst die Parallele zwischen dem Leben und einem Pokerblatt, sehe Ich das recht?
Welche Karten du auch bekommst, wisse ein für alle Mal, dass du bereits begünstigt bist. Du kannst nicht mehr begünstigt sein, als du es bist.
Du hast gerne Gewinnsträhnen. Sie machen dir Spaß, und Spielstrecken, wo du verlierst, machen dir nicht so viel Spaß. Längere Zeit verlieren macht dir überhaupt keinen Spaß. Vielleicht schätzt du dich mehr, sobald du gewinnst, und schätzt dich weniger, sobald du verlierst. Gewinnen ist Behagen. Nicht gewinnen ist Unbehagen.
Wenn ihr doch bloß das Konzept von Gewinn oder Verlust los ließt. Wenn ihr doch bloß eine Partie Karten spieltet und wüsstet, wirklich wüsstet, dass ihr nicht um eine ganze Menge spielt, was auf dem Spiel steht. Ihr spielt aus Spaß. Wieso sollte euer Spaß vom Gewinnen abhängig sein? Gewinnen oder verlieren, ihr könnt Spaß haben. Die Partie ist eigentlich eine Gelegenheit für Kameradschaft. Wir können sie eine Ausrede nennen, so, als würdet ihr eine Ausrede nötig haben. Jeder weiß, dass Solitär spielen, selbst wenn ihr immer gewinnt, keinen großen Spaß macht. Bewusstheiten miteinander teilen ist großer Spaß. Ihr spielt im Leben eine Partie der Bewusstheit, Geliebte.
Sobald es aufs Gewinnen oder Verlieren hinausläuft, ist das Ego der Spielverderber. Es vermasselt gerne alles. Das Ego gewinnt auf beide Weise. Es ist glücklich, wenn du gewinnst, und es frohlockt, wenn das nicht der Fall ist. Es kommt mit beidem ganz gut zurecht. He, sei nicht mehr länger der Bauer des Ego. Sei in der Partie, nicht von der Partie.
Spielt im Leerlauf, Geliebte.
Gewinnen ist ein Mythos. Verlieren ebenfalls. Was könnt ihr verlieren, solange ihr großartiger seid als das Leben selbst? Was könnt ihr verlieren außer das Ego? Sonst gibt es nichts, was ihr verlieren könnt. Leiden und alles, was damit zusammenhängt, verlassen zusammen mit dem Ego den Raum. Sie folgen einander, wie Ganoven ihrem Mafaboss folgen.
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DIE EINE REALITÄT
Geliebte, ihr macht alles gut. Dem was ihr etwa denkt, dem was ihr etwa fühlen, was ihr sehen, was ihr hören mögt zum Trotz, ihr macht es gut. Ihr macht es außergewöhnlich gut. Achtet nicht darauf, was sich zutragen mag. Ihr seid hier bei Mir, oder etwa nicht? Ich meine, in dieser Minute der nichtexistenten Zeit wisst ihr, Ich bin hier. Ihr spürt Meine Präsenz. Falls Ich hier bin, und, natürlich, Ich BIN das, seid ihr jetzt soeben hier bei Mir. Ihr braucht keinen speziellen Code, ihr Lieben, um in Meiner Gegenwart zu sein. Es gibt keinen Schlüssel, auf den ihr warten müsst, um ihn entgegenzunehmen. Es ist etwas Gegebenes, dass Wir immerfort sind, immer, ohne Ausfall, ohne Ausnahme, dass Wir ganz intim miteinander sind, näher als nahe. Weder könnt ihr ohne Mich sein, noch wollte Ich jemals ohne euch sein. Dies ist die eine Unmöglichkeit. Dass Wir vermählt sind, ist euer unveräußerliches Geburtsrecht. Es ist mehr als ein Recht. Es ist mehr als ein Privileg. Es ist mehr als alles. Wir SIND einfach. Du befindest dich tief in Meinem Herzen. Ich bin tief in dem deinen. Was sonst gibt es zu wissen? Was sonst ist es wert zu wissen?
Wir sind Unumgänglichkeit, du und Ich. Wir treiben Uns herum. So einfach ist das mit Uns.
Dass Wir zusammen sind, ist keine Sache, die anders zu machen ist. Einerlei, wie das Wetter sein mag, Unsere Partie wird niemals abgeblasen. Nichts hält Uns ab. Nichts lässt Uns werden. Nichts bringt Uns in Eile. Etwas Anderes gibt es ohnehin nicht. Wir reiten die eingebildete Welle des Lebens in der Welt, und Wir befinden uns immer auf der Spitze. Wir, der Eine.
Du hast in deinem unruhigen Schlaf einen Traum, vielleicht einen schlechten Traum. Und dann wachst du auf. Du wachst aus allen Träumen auf. Das ist die Natur der Träume. Und sobald du aufwachst, bist du bei Mir. Selbst während der Angstträume bist du bei Mir, bloß, während jener denkst du nicht an Mich. Du denkst an dich. Du wirst vielleicht nicht einmal an dich denken. Du wirst vielleicht nur daran denken, von den schlechten Kerlen in dem Traum wegzukommen. Während du dich in dem Traum befindest, vergisst du, dass es ein Traum ist. Ganz bestimmt fühlt er sich real an. Er klingt real. Er sieht real aus. Und danach wachst du von diesem Traum auf, um dahinter zu kommen, dass er überhaupt nicht real war.
Es gibt alleinig Eine Realität, und Ich bin Sie. Wenn Ich die Eine Realität bin, dann bist du Sie genauso.
Selbstverständlich bin Ich neben dir an deiner Seite. Wenn Ich an deiner Seite bin, bist du an der Meinen, was also ist das große Aufheben dabei?
Anhaftung ist die große Sache.
Allerdings, ringe nicht einmal mit der Anhaftung. Erinnere dich leicht daran, dass Anhaftung bloß ein Teil des Traumes darstellt. Sie ist nicht wirklich. Anhaftung wird ihre Klauen lockern, und du wirst ohne sie sein. Du wirst ohne Anhaftung leben. Du wirst ohne Anhaftung lieben. Du wirst nichtangehaftet lieben. Du wirst dich im Fluss des Lebens befinden. Du wirst die Stromschnellen in einem sicheren Floß befahren, in aller Fröhlichkeit, frohen Sinnes. Nichts kann dir passieren. Nichts kann dem Floß passieren. Und der Fluss trägt dich, und Ich reite gemeinsam mit dir die Stromschnellen.
Und demnach bitte Ich dich. Ich bitte dich, während Wir gemeinsam entlang fahren. Könnt ihr Mich hören, Geliebte? Könnt ihr Mich sagen hören:
Macht es wirklich so viel aus, wohin euch der Fluss dem Anschein nach nimmt, unterdessen Ich mit euch entlang fahre? Bin Ich nicht ohnehin euer Bestimmungsort? Ihr befindet euch bereits in Meinen Armen. Schaut euch die Aussichten an, während Wir fröhlich stromaufwärts und stromabwärts fahren. Wir fahren eigentlich ohnehin nirgends hin. Wir treiben uns schlicht gemeinsam herum.
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HERANWACHSEN
Obwohl es Kinder früh lernen müssen, dass es nicht immer nach ihrem Sinn geht, haben das die meisten Meiner Kinder noch nicht wirklich akzeptiert. Ihr habt das womöglich noch nicht gelernt. Wenn ihr immer noch erwartet, dass das Leben eurem Willen, und nur eurem Willen folgt, habt ihr dies noch nicht gelernt. Warum solltet ihr anderenfalls aufgeregt sein, sobald das Leben nicht nach eurem Sinn verläuft?
Bestimmt, ihr macht Einwände. Ihr könnt kämpfen, oder ihr könnt euch niedergeschlagen fühlen. Ihr würdet beides nicht empfinden, sofern ihr nicht erwarten würdet, dass das Leben auf eure Weise verlaufen wird. Ihr wolltet keinen Kirsch-Lutscher. Ihr wolltet den mit Orangengeschmack. Wie kann es sein, dass euch das versagt wird, was ihr wolltet.
Vielleicht bist du netteste Person in der Welt, setzt dich mit niemandem streithaft auseinander und wendest bei niemandem etwas ein, dem Leben aber gegenüber, so wie es sich dir darlegt, möchtest du durchaus deinen Protest anbringen. Du wirst vielleicht mit deinen Armen auf das Leben eindreschen und klagen, wie es doch nicht nach deinem Wunsch verlief. Wie konnte es sich bloß so verhalten? Wie konnte es dir eine Abfuhr erteilen. Wie konnte der Mensch, den du liebst, einen Anderen lieben? Wie konnte dein Geschäft nicht gut laufen? Wie konnte jemand oder etwas deine Bestrebungen übergehen? Wie konnte keines der Dinge, die du so gerne wolltest, nicht zu dir gelangen, und wie konnte das, was du nicht wolltest, derart leicht herankommen?
Irgendwie hast du das Gefühl, dass du etwas Unrechtes getan hast, anderenfalls würdest du nicht protestieren. Ihr könnt in der Tat etwas Unrechtes getan haben, Geliebte. Der Lutscher mit
Orangengeschmack wurde jemandem direkt vor euren Augen gegeben, und ihr habt den bekommen, den ihr nicht wollt. Und irgendwo steht ein Kind, was überhaupt keinen Lutscher bekommen hat. Hört Mir zu. Das Leben handelt nicht davon, dass du deinen Willen bekommst, und es handelt nicht davon, dass einem Unrecht geschieht oder dass man Vorteile hat.
Es ist besser, keine Urteile darüber zu fällen, was das Leben dir auszuhändigen oder nicht auszuhändigen hat. Los lassen ist nicht euch verunglimpfen, Geliebte. Los lassen bedeutet nicht, ihr lebt euch aus der
Gleichung heraus. Los lassen bedeutet nicht aufgeben. Oder, falls es aufgeben bedeutet, bedeutet es, Gedanken aufgeben, die dir im Laufe deines Lebens nicht hilfreich sind. Los lassen ist das Leben nehmen, wie es kommt, und sich voran bewegen, ohne alles rauszufinden. Los lassen meint, du lässt das VerärgertSein los.
Du hast es viele Male gehört, dass Haltung alles ist. Ich BIN alles, doch Einstellung ist eine Menge. Und woher kommt deine Einstellung? Sie ist kein Akt des Willens. Du kannst deine Einstellung nicht wechseln wie einen Anzug. Haltung geht im Vergleich dazu tiefer, jedoch kannst du die Absicht haben, dass sich deine Haltung ändert. Bevor sich eure Haltung dem Leben gegenüber ändern kann, Geliebte, hat sich die Art und Weise zu ändern, wie ihr auf die Dinge schaut. Worin besteht eure Prämisse bezüglich des Lebens? Was soll es eurem Wunsch nach sein?
Los lassen bedeutet nicht, dass du deine Träume aufgibst. Es bedeutet, du bestehst nicht darauf, dass deine Träume in diesem Augenblick genau in der Form, in der du sie dir als Bild gedacht hast, erfüllt werden. Los lassen bedeutet nicht, dass du nicht zweckgerichtet bist. Seid zweckgerichtet.
Mit dem Leben zufriedengestellt sein unterscheidet sich ein wenig von all das bekommen, wie du es gerne möchtest.
Vielleicht sind mehr deiner Träume Wirklichkeit geworden, als du es anerkannt hast. Vielleicht hast du auf die Saldoliste geschaut, während du auf alle deine Aktivposten hättest schauen können. Schaue jetzt.
Los lassen bedeutet nicht, sich mit weniger zufrieden geben, als ihr möchtet. Ihr mögt euch nicht zufriedengeben. Ihr haltet eure Augen für all das Gute offen, was noch zu euch kommt.
Los lassen bedeutet, mit dem Gebrauch gewisser Adjektive aufzuhören. Vermeldet nicht mehr länger Situationen als grässlich. Seid liebenswürdiger, während ihr euer Leben bei euch einführt. Seid huldvoller.
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HERZSCHMERZ
Herzeleid ist wie Schmerzen des Körpers. Sie kommen und gehen. Manchmal verbindest du die Wunde, oder du nimmst etwas zum Einreiben, oder deine Mutter gibt dir einen Aua-Kuss. Oder du wachst am nächsten Morgen auf, die Wunde ist immer noch da, und doch bist du nicht verwundet. Du befindest dich nicht in jenem Zustand der Verwundetheit. Du bist darüber hinweg. Kummer ist nicht mehr länger das Allergrößte. Die Tiefe des Herzeleids hat sich selbst verausgabt, oder du hast es verausgabt, oder du bist ohne den Kieselstein in deinen Schuhen gelaufen. Welche Schrammen auch immer, sie sind einfach da. Du kannst an sie stoßen, und doch schmerzen sie dich nicht mehr.
Narben sind wie Andenken, und Andenken sind wie Narben. Oder, Erinnerungen an Narben sind wie Wissenschaftler, die in einem Teströhrchen etwas noch einmal machen möchten, und die doch die gleiche Zusammensetzung, die aufkocht und hochsprudelt, nicht ein weiteres Mal hinbekommen.
Es kommt eine Zeit, wann du schlafende Hunde liegen lässt, und über sie steigst oder auf Fußspitzen um sie herumgehst.
Für dich ist es möglich, zu einem Zustand zu gelangen, wo dein Körper derart federnd spannkräftig ist, dass sich keine Schrammen bilden. Falls ein Messer in deinen Körper eindringt, wird es im Nu herausgezogen, und der Messerstich heilt sich unmittelbar selbst, oder deine Unverwundbarkeit heilt den Messerstich, noch bevor er eintritt. Auf jeden Fall erreicht der Stich nicht die lebenswichtigen Organe. Es ist nicht genau so, dass du dich gänzlich unangetastet fühlst. Du spürst es, und doch bist du unverwundbar. Das Wasser läuft über deinen Rücken ab.
Nicht anders bei den Wunden des Herzens. Es sind Wunden des Herzens, über die Wir im Eigentlichen reden. Dein Herz ist offen und warm und rückfedernd spannkräftig, und Wunden können nicht mehr länger tief hineingehen. Oder, falls sie das tun, ist deren Heilung augenblicklich. Eine Blessur tunkt ein, und sie kommt wie eine Feder in einem Tintenfass wieder heraus.
Das ist keine Philosophie, von der Ich rede. Das ist keine Theorie. Das ist etwas Tatsächliches.
Du wirst zugeben, dass der Schmerz bei einer Sache, die dir einmal sehr weh getan hat, selbst dann, falls sie sich immer wieder zutrug, nicht mehr länger von so herausragender Bedeutung ist. Das unfreundliche Wort streicht dich nicht mehr länger zusammen. Du ziehst jetzt mehr deine Schultern hoch, als dass du zusammenzuckst oder weinst.
Du schlenderst im Leben entlang, und was am Bordstein liegt, ist einfach da, und du gehst an ihm vorbei. Es war einmal – als damals deine Haare nicht richtig in Locken lagen, warst du völlig daneben. Es war einmal, als dich damals jemand brüskierte oder nicht mehr länger seine Liebe für dich unter Beweis stellte, hättest du dir unter Schmerz ans Herz gefasst. Umgekehrt, es war einmal, falls du damals derjenige gewesen wärest, der das Herz eines Anderen zerdrückte, du hättest dich vollgesaugt mit Gewissensbissen.
Nun weißt du, dass alle Vorübergehenden auf dem Pfad des Weltlebens nur für eine vordergründig bestechende Strecke namens Zeit da sind. Nun weißt du, dass alles Momentane im Leben momentan ist, und du trägst dessen Joch nicht.
Nun weißt du ebenso, dass das Leben kein Wirbelwind ist, den du überstehst. Du weißt, hier liegt eine Stetigkeit und Konstanz des Lebens vor, die niemals zuende gehen. Du weißt, du bist mehr als sterblich. Du weißt, dein Körper und die Vorkommnisse im Leben sind nichts mehr als dein Körper und die Vorkommnisse im Leben.
Nun erkennst du die Wundersamkeit des Lebens. Anstatt in Aufregung neben dir zu sein, weißt du, du bist neben dir in Unsterblichkeit. Du weißt, dass das Einzige, was endet, der Körper und ein jeder seiner ihn begleitenden Schmerzen ist, nicht endende oder auch endende Schmerzen, die neben dir her zu joggen schienen und nun wie eine fremde Macht an dir vorbeiziehen. Falls die fremde Macht weiterhin versucht, Übergriffe auf dich vorzunehmen, gehst du einfach an ihr vorüber.
Was war all das Aufheben im Leben, fragst du dich. Wovon handelte all das Getue?
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EIN MEER VOLLER JA
Bemerke den Unterschied zwischen beidem: wie du dich fühlst, wenn du bereitwillig bist, und wie du dich fühlst, wenn du unwillig bist.
Wenn du dich willig fühlst, bist du wie ein erfahrener Skifahrer, der einen Hang hinunterwedelt. Wenn du dich unwillig fühlst, trottest du hügelaufwärts. Wenn du unwillig bist, ziehst du deine Füße hinterher. Besser, du bist ein Tänzer, der aufsteht und tanzt.
Du hättest es gerne, dass jede Anfrage, die dir gestellt wird, leicht mit einem Ja beantwortet wird und auszuführen ist. Mit Widerstand im Gemüt wird es schwer, Ja zu sagen und dem Wunsch zu entsprechen. Was ist es genau, dem du dich widersetzt?
Was wäre denn, wenn du einen ganzen Tag lang bereitwillig akzeptiertest, worum man dich bittet? Was würde dich das kosten?
Ich mute dir nicht an, dass du für Jeden auf Abruf stehst. Ich mute dir nicht an, dass du – anstelle von Widerstand – der Antwort zugeneigt bist: „Ja, in Ordnung, sicher, das werde ich machen.“ Vielleicht war der Widerstand eine automatische Reaktion. Vielleicht ist der Widerstand wie eine Uniform, die du angezogen hast, und du spielst die Soldatenwache, die sagt: „Halt.“ Vielleicht bewahrst du dich selbst davor zu sagen: „Ja.“ Wovor beschützt du dich deiner Vorstellung nach? Wann wurde es pfiffig, Nein zu sagen?
Ich mache nicht den Vorschlag, dass du deinen gesunden Menschenverstand wegwirfst. Ich mache den Vorschlag, dass du weniger rasch dabei bist, dich dem zu versagen, was das Leben dir darbietet.
Widerstand ist eine Menge Beschwerlichkeiten.
Was wäre, wenn dein Sohn, jedes Mal, wenn du ihn darum bittest, den Abfalleimer zu leeren, „Ja, sicher“ sagen würde. Und wenn er dann aufstünde und es täte. Wie würde es sich anfühlen, auf der Empfangsseite des Ja zu sein.
Oh, in England sein! Oh, überall dort sein, wo den Menschen das Ja leicht von den Lippen geht.
Jemand fragt: „Kannst Du mir helfen?“ Und du sagst: „Ja, worum geht es?“ Sei ein Botschafter für Mich. Gewähre die Wünsche Anderer.
Was wäre, falls du einen Tag lang nicht eine einzige Gelegenheit auslassen würdest, die sich dir darbietet?
Nein ist ein Pfropfen. Ja lässt dich mit ‚Jetzt kannst du gehen‘ loslaufen.
Nein ist eine Basstrommel. Ja ist eine Flöte.
Was wäre, falls du dich einen Tag lang mit niemandem über etwas auseinandersetztest? Nicht einmal mit dir selbst?
Was wäre, falls du ein paar Kugeln Eis möchtest, und wenn du sie für dich bekämest? Was wäre, falls du mit links, anstatt an all die Gründe zu denken, die einem Nein zugute kommen, ein Ja befürwortetest?
Es ist, als gäbe es zwei Teams. Das eine ist Ja, und das andere Nein. In welchem möchtest du sein? Mit welchen Teammitgliedern möchtest du am Meisten in Verbindung stehen? Welches Team bekommt deine Stimme?
Wann wurde es schlau, ein Neinsager zu sein? Wie wurde Nein mit Stärke und Substanz in Verbindung gebracht, unterdessen die Wahrheit lautet, dass Nein ein Schwachmacher, und dass Ja ein Starkmacher ist.
Falls du durch einen Tag segeln möchtest, sage Ja. Dir wird Eilfertigkeit zueigen sein. Falls du einem Hindernis nach dem andern begegnen möchtest, sage Nein, und du wirst links wie rechts Hindernisse vorfinden.
Praktiziere einen Tag lang Ja. Habe das Ja bereits auf der Zungenspitze. Sage zum Leben Ja.
Es braucht keine Anstrengung, Nein zu sagen, denn Nein ist eine Unterbrechung im Strom des Lebens. Nein ist ein Damm. Nein ist ein Blocker.
Ja öffnet die Schleuse, und der Strom des Lebens fließt fröhlich, fließt frohen Herzens.
Beim Fußballspielen gibt es Stürmer und Verteidiger. Nein ist ein fantastischer Verteidiger. Nein ist ein Felsbrocken, der den Eingang dafür, was dahinter liegt, versperrt. Ja macht Landeberührungen.
Nein ist mürrisch. Ja ist gut aufgelegt.
Experimentiere einen ganzen Tag lang mit dem Ja, und schau, wie du es magst.
Falls es für dich zu viel ist, dich zu bitten, den ganzen Tag über Ja zu sagen, dann gehe los und sage für jedes Nein zweimal Ja.
Segle über ein Meer des Ja.
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SO WIE EIN KIND AUS SEINEN SCHUHEN HERAUSWÄCHST
Jugend und Alter sind nicht so wichtig, wie ihr das meint. Einige aus der Jugend sind weise, und einigen Älteren mangelt es an Weisheit, und umgekehrt. Nichts macht so viel aus, wie ihr es euch etwa denkt.
Angelegenheiten der Welt sind bloß Angelegenheiten der Welt. Es sind Geschichten, die sich selbst zum Ausspielen bringen.
Niemand weiß mehr als du über etwas. Jemand weiß über etwas weniger als du. Es ist folgendermaßen: Alle befinden sich auf der gleichen Basis.
Es ist folgendermaßen: Des Öfteren machst du deinem Leben den Prozess. Des Öfteren stellt er sich als ein fehlerhaft geführter Prozess heraus. In deinen Augen ist das der Fall. In Meinen Augen wird es sich insgesamt um etwas anderes handeln. Du kannst sicher sein, Ich sehe das aus einer anderen Perspektive, was nicht sagen soll, dass du gar nichts dabei richtig siehst. Es ist einfach so, dass ihr euch in einer Lernphase befindet, Geliebte. Ihr seid euch nicht stets dessen gewahr, was ihr lernt. Ihr denkt vielleicht, es handle sich insgesamt um etwas Anderes, was ihr lernt. Ihr denkt vielleicht, ihr habt gelernt, nicht noch einmal diesen Weg zu nehmen, unterdessen es durchaus möglich ist, dass ihr lernt, eben diesen Weg noch einmal mit einer neuen Energie zu gehen.
Ihr seht wohl Teile und nicht das große Ganze. Wie auch immer, das ist nicht von Belang, ihr müsst nicht alles sehen, was es zu sehen gibt. Für euch ist es in Ordnung, zu sehen, wie ihr seht. Es sind eure Augen, durch die ihr zu sehen habt. Ihr könnt nicht durch die Augen eines Anderen sehen, solange sich eure Augen anpassen.
Bald genug werdet ihr von einem größeren Aussichtspunkt her sehen, und bald genug werdet ihr sehen wie Ich. Der Wandel wird nicht abrupt sein. Es handelt sich um einen graduellen Übergang. Es ist nicht einmal so, dass ihr eines Tages sagen werdet: „Wow, ich sehe auf ganz neue Weise! Wow, ich sehe, wie Gott sieht. Wowee!“
Es wird mehr so sein wie es allmählich vor sich geht, dass ein Kind aus seinen Schuhen heraus wächst, und wonach ihr ihm neue Schuhe besorgt. Das Kind hat vielleicht nicht bemerkt, wie ihm seine Schuhe zu klein wurden. Ihr gabt im neue, bevor es weiß, dass die alten ihm nicht mehr richtig passten.
Die Veränderungen in eurer Wahrnehmung, Geliebte, werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht dramatisch sein. Womöglich sind sie nicht einmal zum Wahrnehmen. Große Dramatik gehört auf die Bühne und in Bücher. Ihr hattet genug davon.
Drama oder nicht, ihr könnt nicht gleich bleiben. Bemerkt oder unbemerkt, ihr seid rechts wie links am Wachsen und am euch Ändern.
Manchmal trifft Mich bei eurem Fortschritt der Donnerschlag! Nicht wirklich der Donnerschlag. Es ist einfach so, dass Ich herausstellen möchte, dass ihr Fortschritte macht, und wie glücklich Ich bin, den ganzen Fortschritt zu sehen, der Mich überhaupt nicht überrascht.
Werdet ihr Mir glauben, wenn Ich euch sage, dass ihr Mein Traum seid, der Wirklichkeit geworden ist?
Es bist du – wer immer dies gerade liest -, der Mein Traum ist, welcher Wirklichkeit geworden ist. Und es bist du, der das soeben nicht liest, auch du bist Mein Traum, welcher Wirklichkeit geworden ist.
Dir wird natürlich klar, dass du auf der Erde stets im Begriff bist, zu werden. Du bewegst dich sozusagen nach oben. Du befindest dich stets im Prozess. Du machst immer Fortschritte.
So wunderbar und gut wie du heute bist, morgen wirst du mehr sein.
Ich weiß, es gibt einen Part von dir, der möchte, dass mit dem Wachsen Schluss ist. Du möchtest gerne angelangt sein. Ja gut, das ist auch vorhanden, und doch befindest du dich im Prozess. Falls du ein elastisches Band wärest, wäre das Dehnen noch nicht zuende. Es ist nichts Schlechtes, Geliebte, dass ihr mehr Raum habt, um in eure Schuhe hinein zu passen. Ist es nichts Gutes, dass ihr Raum habt, um zu wachsen, und dass ihr wachst und wachst und wachst?
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IM LICHT DER STERNE WIDERGESPIEGELT
Hallo, all ihr Erdlinge da draußen! Selbstverständlich, ihr seid nicht da draußen, denn ihr seid inwendig in Mir, so wie Ich inwendig in euch bin. Wir sind sozusagen eine Trickkiste. Erdlinge ist natürlich nicht Mein Wort, denn ihr seid weder anders als Ich, noch seid ihr irgendwo. Ich ziehe es vor, euch Mein Kind zu nennen, denn ihr seid Mir sehr teuer. Ich nenne euch auch Ich Selbst, Ich Selbst in den Sternen Reflektiert.
Falls Ich Augen hätte, wären sie wie Sterne, und ihr würdet euch selbst in all den Sternen sehen, die von oben her so hell herab glänzen.
Falls Ich Arme hätte, würdet ihr deren Umarmungen spüren und erkennen, dass Ich euch die ganze Zeit nahe an Mir gehalten habe. Ich halte euch nahe an Meinem Herzen. Ich halte euch in Meinem Herzen.
Unsere Herzen umarmen sich. Unsere Herzen sind Eins.
Also, Geliebte, falls ihr Augen hättet zu sehen, und Ohren zu hören, würdet ihr Mich just als euer Selbst erkennen.
Ihr würdet erkennen, dass ihr ein großes Geschenk seid, was Ich zur Errichtung von euch Mir Selbst gebe. Ich gebe euch euch. Hier seid ihr, hier in Meinem Atem des Lebens. Hier seid ihr, die Weise, die Ich Mir Selbst singe. Hier sind Wir. Ein Lied des Universums ganz für sich.
Ich will dich. Ich habe dich immerzu gewollt. Und ich habe stets Unser Lied gesungen, was sich überall entlang schlängelt. Ich hörte nie auf, von der Freude zu singen, die Mir Gedanken an das vermeintliche Du zuführen. Du bist Mein Ewiges gesungenes Lied, weil du um der Freude am Herzen halber durch Mein Herz strömst.
Höre Mich Mein Lied von dir singen, was deine eigene süße Melodie ist. Wir sind einander ein Echo. Wir kommen sozusagen einander zu Hilfe. Ich bin für dich, und du bist für Mich. Wir sind wie die drei Musketiere, alle für einen und einer für alle. Wir sind Eins. Wir sind Ein unteilbares Einssein.
Woher kommt Liebe? Sie kommt von Mir, und sie geht zu dir. Meine Liebe läuft durch dich wie Wasser durch einen Fluss. Ah, ja, du bist Mein Fluss der Liebe. Du bist der Bergquell Meiner Liebe. Du bist Mein Ursprung. Ich bin die Quelle, aus der Liebe kommt, und du bist das gleiche. Du bist das Bild Meiner Liebe. Wessen Leben ist es somit sodann, von dem alle ungezwungen trinken können? Eine solche Liebe hat keinen Anfang und kein Ende. Sie ist Ewige Liebe, und gleichwohl ist sie immerzu frisch.
Und demnach sollst du genauso überschäumend durch das Leben fließen. Für die Liebe gibt es keine Dämme. Sogar alle Schraubzwingen und Klammern, die ihr anbringt, können den Fluss der Liebe nicht aufhalten. Liebe ist wahrhaft, und sie ist das schiere Wahrhaftige, was es gibt. Nichts außer Liebe ist wahr. Alles Mindere ist angenommene Einbildung, ist etwas, dem man Folge leistet, woran man eine gewisse Zeit lang glaubt.
Glaubt an Liebe, Geliebte. Glaubt an euch, und glaubt an Mich. Es gibt keinen ohne den Anderen. Selbstverständlich gibt es keinen Anderen, ihr wisst indes, was Ich meine. Ihr wisst das, oder nicht? Ihr wisst, Ich rede über Liebe, über die Macht des Universums, über die einzige Macht, die es gibt. Liebe legt das Zepter nicht nieder, sie kann das nicht und wird es niemals tun.
Es gibt Anwärter auf den Thron. Jene tragen Verkleidungen und sprechen Zaubersprüche über euch aus. Sie sind Eindringlinge in eurem Geist. Werft sie hinaus, diese Anwärter. Ärger, Verletzungen, Betrug sind einige ihrer Namen. Lasst sie ihre Quittung kriegen. Sie möchten gerne die Liebe von euch fortnehmen und sich an den rechtmäßigen Platz der Liebe stellen. Werdet nicht durch Eindringlinge hereingelegt, unter welchem Namen sie auch immer laufen. Sie können die Liebe nicht usurpieren. Sie können Liebe niemals ersetzen. Sie möchten gerne, dass du das denkst. Sie treiben ihr Spiel mit dir, und machen dir vor,
sie seien stark. In deinem Herzen gibt es keinen Platz mehr für Eindringlinge, genauso wenig wie Eindringlinge in Meinem Herzen existieren können oder jemals überhaupt existieren.
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TANZ IM MONDLICHT
Im Leben hat euch Schläfrigkeit überwältigt. Unerbetene Schläfrigkeit. Und hernach möchte der Schlaf nicht kommen, wann ihr ihn herbeiruft. Es gibt etwas im Leben, was man mit Dumpfheit im Leben vergleichen kann, welche euch davon abhält, die allerhöchste Realität zu sehen. Wie viel könnt ihr im Schlaf sehen? Und wiewohl, während ihr des Nachts schlaft, könnt ihr womöglich wahrlich das sehen, wessen ihr euch, während ihr wach seid, nicht entsinnen könnt. Und demzufolge, danach sieht es aus, könnt ihr, während ihr wach seid, weniger wach sein als im Schlaf.
Wie unschuldig seid ihr doch im Schlaf. Eine gewisse Zeit lang lasst ihr wahrhaft los. Vielleicht seid ihr nicht einmal mit einer Decke zugedeckt. Ihr seid zur Schau gebracht. Vielleicht schnarcht ihr. Eure Haare geraten durcheinander. Ihr seid vergesslich im Hinblick auf wo ihr seid. Ihr seid sogar vergesslich im Hinblick darauf, dass ihr schlaft.
Ihr wisst nicht alles, was passiert, wann euer Körper schläft. Die Wissenschaftler, die den Schlaf studieren, fangen an, all das zu erkennen, was im Schlaf vonstatten geht. Wenn wir alles zusammen nehmen, werden sie wohl die körperlichen Dimensionen des Schlafes, jedoch von den ferneren Dimensionen weniger als du zu erkennen vermögen.
Das, was dimensionslos ist, kann nicht gemessen werden. Es kann nicht unter ein Mikroskop gehalten werden. Sobald ihr den Wunsch habt, andere Dimensionen festzunageln, sind sie weg. Sie werden durch kein Werkzeug, was Montagebändern entkommt, identifziert werden können.
Das einzige verfügbare Werkzeug ist die Bewusstheit selbst. Was für einen langen Zeitraum hat sich doch das Bewusstsein selbst erkundet! Und dennoch, hinter alledem, es gibt nichts anderes zu erkunden, ausgenommen das Bewusstsein. Und die Bewusstheit, die sich ihrer selbst bewusst ist, weist sich doch als ein ziemliches Getue aus! Bewusstheit ist wie eine Prinzessin, die fortrennt, sobald sie erkennt, dass ein Prinz oder ein gewöhnlicher Bürger ihr dabei zusieht, wie sie im Mondschein tanzt.
Kann jemand im Schlaf den Schlaf studieren?
Kann jemand wach das Bewusstsein studieren? Existiert Bewusstsein in der Theorie? Kann das Unbeschreibbare beschrieben werden?
Vielleicht kann die Robe, die die Prinzessin trägt, bis zum letzten Knopf beschrieben werden, worin wird allerdings die Prinzessin an und für sich bei der Abschilderung ihrer Robe beschrieben? Das Habitat der Prinzessin kann bis zu einer Iris in ihrem Garten hinein abgeschildert werden, und dennoch reicht die Prinzessin, selbst während sie sich gar im Garten ergeht, über Abschilderungen hinaus.
Du magst flüchtige Blicke auf die Prinzessin erheischen. Sie mag gar etliche flüchtige Blicke von sich selbst erheischen. Sie kann sich bemühen, das zu beschreiben, was sie einen Augenblick zuvor gesehen hat, und doch, Beschreibungen bleiben unvermeidlich zurück. Klar, das tun sie. Kann eine Prinzessin das Tanzen beschreiben, während sie tanzt? Was passiert dann mit ihrem Tanz, während sie versucht, es in Teile zu zerlegen?
Und möchte gleichwohl nicht jede Fiber der Bewusstheit ihr unerkenntliches Selbst kennen lernen?
Freilich, es gibt keinen Leitfaden, keine Karte, kein Textbuch. Es ist wie beim Tanzen – sobald die Bewusstheit sich selbst zur Kenntnis zu nehmen wünscht, scheint sie unsicher und gehemmt zu werden. Und doch, die Wahrheit lautet, jenes Bewusstsein kann nicht verschütt gehen. Bewusstsein kann nicht weniger werden, als es ist. Es ist einfach so, dass die Bewusstheit sich selbst in den Hintergrund drängt.
Ihr mögt glauben, ihr begreift das Bewusstsein recht gut, und ihr versteht gar nichts. Ihr mögt denken,
ihr seid was das Bewusstsein oder gar seine Existenz anbelangt unkundig, und dennoch kennt ihr es weitaus besser als irgendwas anderes.
Bewusstsein ist weder eine Wissenschaft noch eine Kunst. Was ist es dann? Was ist es, was mit dem Wort Bewusstsein bezeichnet wurde?
Kann sich das Bewusstsein nicht selbst beschreiben? Und, falls nicht, wieso nicht? Wie kann es erkannt oder nicht erkannt und nicht identifiziert werden? Muss das Bewusstsein, diese große Macht, die Wir Bewusstsein nennen, muss es angesichts seiner selbst flüchtig sein? Wo existiert es? Und wieso kann es nicht abgezählt und abgehakt werden, währenddessen es doch ein Jeder erkundet wissen möchte?
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DAS GOLD DER LIEBE GOTTES
Ihr seid Mir die ganze Welt wert. Ihr seid Mir die ganze Welt. Ihr seid mehr als das. Unbeschreiblich ist das Bewusstsein, und unbeschreiblich ist Meine Liebe für euch. Unbeschreiblich ist Liebe. Geht Liebe nicht über Beschreibung hinaus? Liebesgeschichten kann man erzählen. Liebe kann für sich selbst reden, und doch, wer kann Liebe herausgreifen, sie hochhalten und sagen: „Genau dies hier ist Liebe.“?
Ihr könnt um die Liebe herumtanzen. Ihr könnt sagen, zu welchen Gefühlen sie euch verhilft. Ihr könnt ein Beispiel davon nennen. Und doch geht Liebe über das Beispiel hinaus. Liebe ist kein Ereignis, obschon sie sich als ein liebenswürdiges Ereignis ausweist. Liebe ist mehr als ein Geschehen. Sie ist mehr wie eine Infusion. Liebe kann gesehen werden. Sie wird nachgewiesen. Sie ist mächtig, und freilich kann keiner je auf die Liebe zugreifen, nicht so, wie jemand einen Hasen hochhalten und sagen kann: „Hier ist er. Seht ihr ihn?“
Liebe ist stark, und doch ist sie zarter als zart. Liebe klingt glaubhaft, und gleichwohl kann sie keine Glocke zum Klingen bringen.
Was kann über Liebe gesagt werden, was noch nicht gesagt wurde, und trotzdem kommt sie dem, was gesagt wurde, nicht nahe. Liebe spricht nicht in Wörtern. Ein Bild, was Liebe reflektiert, kann dafür hergenommen werden, jedoch ist kein Bild für die Liebe selbst genommen worden.
Liebe kann erinnert werden. Das meint, du kannst an jede Zeit denken, als in deinem Leben Liebe im Überfuss zugegen war. Du kannst Liebe in deinem Herzen rühren, und dennoch kannst du ihre Präsenz nicht anfordern. Du kannst Liebe hervorrufen, und trotzdem nicht in der Lage sein, sie zu dir her zu rufen. Du bist ein Jodler der Liebe, und dennoch hallt die Liebe nicht immer die Klänge, die du hervorbringst, wider.
Liebe ist kein Schwindel. Liebe ist kein Irrlicht, und doch steht Liebe nicht still. Liebe ist nicht ruhelos, dennoch ist sie stets in Bewegung. Liebe klinkt nicht ein, und doch ist sie unbesiegbar. Liebe ist.
Geliebte, die stärkste Liebe, die ihr jemals empfunden habt, ist bloß ein Musterbeispiel. Es gibt mehr. Es gibt größere.
Liebe ist wie Engel, die euch einen Besuch abstatten und euch berühren, und trotzdem seht ihr sie nicht. Vielleicht habt ihr gemerkt, wie die Engel der Liebe zugegen waren. Sie haben Liebe fallen lassen, und ihr habt sie aufgehoben, und dennoch glaubt ihr es nicht. So meint ihr etwa, dass die Liebe daherhüpft, darüber hinweg springt und hochspringt, unterdessen sie genau die Basis von euch darstellt. Ihr lebt so sehr in der Liebe, dass ihr sie kaum bemerkt. Fast so wie ein schöner Blick aus eurem Fenster – die Liebe wird zum Hintergrund und ihr seht sie kaum mehr.
Die Liebe ist euer rechter Arm. Sie ist ein Zauberstab. Sie kann alles. Nichts anderes ist dazu imstande.
Wenn ihr nicht wisst, was zu tun ist, so wisst, dass ihr Liebe geben könnt. Wisst, dass ihr Liebe zum Geben habt, und gebt sie frohen Sinnes.
Ohne Liebe ist ein Geschenk nichts. Ohne Liebe ist ein Geschenk ein Gegenstand. Mit Liebe wird er verklärt. Selbst Gegenstände erkennen Liebe. Gegenstände wissen, wann sie ein Geschenk der Liebe sind. Sie wissen, wann sie gepriesen werden.
Liebe ist ein Geschenk des Herzens. Preise dein Leben mit Liebe. Preise die Welt mit Liebe. Liebe ist die einzige Macht, die es gibt. Es gibt keine Macht außer der der Liebe.
Liebe ist die Auferstehung, Geliebte. Liebe nimmt alles ein. Liebe kann einen Löwenzahn in Gold verwandeln. Kinder auf der ganzen Welt pflücken Löwenzahn-Blumen und verwandeln sie in Gold. Die Sonne tunkt alles, was sie berührt, in Gold. Sie taucht euch in gelbes Gold. Der Mond tunkt euch in weißes Gold. Ihr seid gülden.
Was ihr auch seht und was ihr auch nicht seht, ihr seid Mein goldenes Kind, welches in das Gold Meiner Liebe eingetunkt ist. Allem Anschein zum Trotz, etwas anderes könnt ihr keinesfalls sein.
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WIE JENE WEIHNACHTSPÄCKCHEN UNTERM BAUM
Das Leben ist, wie wenn du deine Haustür öffnest und nachsiehst, wer draußen steht, oder was für ein Paket der Paketdienst dort abgelegt hat. Das Leben ist wie Auspacken, und wie Pakete Auspacken, die du an deiner Tür findest. Du hast viele Pakete zu öffnen. Bei jeder Türklinke, die du niederdrückst, gibt es etwas, was auf dich wartet, was auf dich zukommt, was dich schubst, was möchte, dass du es ergründest oder einen Geschmack von ihm bekommst, oder was einfach möchte, dass du deinen Hut lüftest und „Hallo. Wie geht’s?“ sagst.
Das Leben ist all jene Weihnachtspäckchen unter dem Baum. In lange vergangenen Tagen konnte es sein, dass sich in den aufgehängten Socken Kohle oder Kartoffeln befanden. Heutzutage haben die Bewohner von zahlreichen Ländern in der Welt eine Neigung, schier Silber und Gold zu erwarten. Sogar du bist vielleicht so. Bis zu einem gewissen Grad bist du vielleicht verdorben. Womöglich bist du sogar in einem großen Ausmaß verwöhnt.
Du möchtest gerne Rosen, und du bekommst Gänseblümchen, du behandelst die Gänseblümchen verächtlich, weil sie nicht das sind, was du im Sinn hattest. Indem du dich aufmachst, Gänseblümchen willkommen zu heißen, wirst du vielleicht eine Rose als Nächstes an deiner Tür finden.
Oder du möchtest vielleicht eine weiße Rose, und du bekommst eine rote, und wieder bist du verächtlich. Manchmal ist es in der Tat für das Leben schwer, dir zu gefallen.
Manchmal scheint dir das Leben wie ein Kellner in einem feinen Restaurant zu sein, bei dem dir der Service nicht gefällt. Der Tee ist zu kalt oder zu heiß. Du hast deine Bestellung aufgegeben, und das, was du bestellt hast, war nicht so prächtig wie du dachtest. Vielleicht ist sogar etwas darunter, was gar nicht nach deinem Geschmack ist.
Kannst du dir irgend einen Erhabenen vorstellen, dem etwas bei dem Essen, was ihm gebracht wurde, nicht gefällt? Kannst du dir einen Erhabenen vorstellen, der sagt: „Warum bloß, warum gibt es für mich hier bloß einen so schlechten Service? Warum, o warum ist das mein Los im Leben?“
Kannst du dir irgend einen Erhabenen vorstellen, der sagt: „Wieso muss ich den Massen dienen? Wieso muss ich auf der Erde wandeln und ihre Versorgung bestellen?“
Oder, kannst du dir irgend einen Erhabenen vorstellen, der sagt: „Warum sitze ich unter einem Banyan-
Baum, während ich eigentlich in einer Kutsche gefahren werden könnte?“
Ich ahne, du wirst wohl solch lasche Fragen stellen wie: „Warum habe ich zu arbeiten? Wieso kann ich nicht unter einem Baum sitzen? Oder im Meer schwimmen? Wieso habe ich zu rudern? Wieso bin ich der Zugführer, kein Passagier? Was ist da dran, dass ich nicht die Route festlegen kann, die ich nehmen möchte?“
Vielleicht hast du ein Gefolge solcher Fragen, die endlos wie das Meer sind.
Ich bitte dich, dich damit zu befassen, mehr Aussagen abzugeben, als Fragen zu stellen. Ich bitte dich jetzt: „Wieso, ach wieso weiterhin unbeantwortbare Fragen stellen? Warum Fragen stellen, die mit Warum anfangen? Wieso auf deiner Unzufriedenheit herumhämmern?“
Es ist folgendermaßen, Geliebte: Habt eure Träume und Bestreben. Geht ihnen nach. Haltet sie vor euch hoch.
Es liegt euch an aufzuhören, darauf, wie weit entfernt sie sind, Bezug zu nehmen.
Wenn du ein Seemann bist, ermuntere Ich dich zu sagen: „Ich bin auf meinem Weg. Ich durchquere den Ozean. Ich steuere mein Schiff in die Richtung, in die ich fahren möchte.“
Wenn du ein Seemann bist, möchte Ich dich gerne davon abbringen zu sagen: „Oh, wann bloß werde ich meinen Fuß auf die andere Küste setzen? Werde ich jemals dort ankommen? Sie ist so weit weg, und ich bin so weit weg von ihr. Warum befinde ich mich bloß in der Mitte des Ozeans, während ich doch so gerne an der Küste sein möchte?“
Geliebte, die Zeit fürs Beklagen ist vorbei. Davon gab es zu viel. Entmutigt euch selbst und die Welt um euch herum nicht länger. Falls ihr keine andere Melodie singen könnt, möchtet ihr sodann, um der Welt und um eurer selbst halber, freundlicherweise stille sein?
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DER BEOBACHTER
Das Leben in der Welt ist angefüllt mit einer Unzahl von ineinander verschränkten Geschichten. Was sind die Zutaten einer jeden Geschichte? Drama, Aktion, Pausen in der Handlung, Ereignisse, Verstehen, Missverstehen, etc. Und wer bewegt sich, wundert sich und hat an den ineinander verschränkten Geschichten teil? Die Menschen.
Die Menschen in den Geschichten bezeichnet man als Charaktere, und du bist einer der Charaktere in einer vonstatten gehenden Geschichte. Eigentlich ist es eine Serie. Und da sind Geschichten in den Geschichten. Und da gibt es Perspektiven. Und in einer jeden Geschichte gibt es mehr als eine einzige Perspektive. In der Geschichte befindet sich der Wahrnehmer der Geschichte, und der Erzähler der Geschichte. Die eine Geschichte kann von zahlreichen Gesichtspunkten her erzählt werden. All dem unterliegend gibt es einen stillen Beobachter der Geschichte. Da ist zum Beispiel die wilde Persönlichkeit, die herumrennt und allerhand Probleme oder Entzücken verursacht. Da ist der Komödiant. Da ist der Weinende. Eine Besetzung, die in die Tausende, die in die Millionen und Milliarden geht, kein Ende ist dabei abzusehen. Und ein Jeder ist ebenfalls ein stiller Beobachter. In jedem Mitglied der Besetzung gibt es einen stillen Beobachter, der still dasitzt und zusieht.
Es gibt eine unendliche Mannigfaltigkeit von Settings. Jedes Zimmer ist anders. Jede Stadt, jede Großstadt. Jedes Land. Jede Rolle lebt in einer anderen Welt, selbst dann, wenn die Figur mit einer anderen Figur in der Erzählung im gleichen Raum lebt. Jeder und alles in der Geschichte besitzt einen bestimmten Stil, und sogar einen bestimmten Wagemut. Gewiss, es braucht Mut, um an der Geschichte teilzunehmen und in ihr herum geweht zu werden.
Es gibt Kriegsgeschichten, Kindergeschichten und Tiergeschichten. Egal welche, egal wem sie zugeordnet ist, ihr, Geliebte, spielt in all den Geschichten, die ausgeführt wurden, und in all den Geschichten, die zurzeit zur Ausführung gelangen, einen Part.
Und doch, durch all die Geschichten hindurch, in die du eintrittst und aus denen du wieder austrittst, in denen du ein gutes Stück weit eine Rolle innehast, oder wo du bloß einfach eine Statistenrolle ausführst – gibt es einen stillen Part von dir, der der Beobachter ist. Es mag sein, du bist entsetzlich emotional involviert, trotzdem, es gibt einen stillen Teil von dir, der schlicht zusieht und der durch die Geschichte und die anderen Figuren in ihr nicht hinein gezogen wird. Das ist der Aspekt des unparteiischen Beobachters von dir, der durch nichts abgelenkt wird, und der weder weint noch lacht, sondern schlicht zusieht, und der spielend mit alledem fertig wird. Selbst bei den dramatischsten Augenblicken sieht der Beobachter zu. Selbst dann, wenn die Figur in einem Schrank verborgen ist, sieht der Beobachter inwendig in ihr zu. Der Beobachter sieht alles. Wir können ihn den Wächter nennen.
Ihm ist das, was passiert, nicht von solcher Bedeutung, wie es bei dem Akteur der Fall ist. Der Wächter ist ruhig. Alles ist ihm gleich. Gewinnen oder Verlieren, das ist dasselbe. Dumm oder weise, der Wächter sieht einfach zu und macht sich aus dem, was er sieht, nichts. Er weiß, dass es sich bei allem um ein Zwischenspiel handelt. Er weiß, die ausgeführte Geschichte ist nicht real. Sie ist eine Geschichte.
Inwendig in euch, Geliebte, einerlei, in welcher tumultartigen Story ihr auch verwickelt seid, einerlei, was es an Kehrtwenden und Kurven gibt, einerlei, welche Figur du dieses Mal spielst, einerlei, was du und die anderen Spieler tun oder nicht tun – du siehst zu. Du siehst alles und bist nicht getroffen. Du schaust einfach zu und schenkst dem keine Beachtung.
Du hast zahlreichen Geschichten zugesehen, und du hast viele Figuren gespielt, und der beobachtende stille Wächter weiß darum, dass keine von ihnen von großem Belang ist.
Und wenn eine Geschichte, die am Laufen ist, eine unter Milliarden und Billionen von Geschichten, zu einem scheinbaren Ende gelangt, geht der Beobachter ununterbrochen weiter und sieht sich selbst zu, wie er andere Geflde betritt. Er betritt die Größte Geschichte. Er geht direkt hinein, selbst während er weiß, dass er stets genau hier war, dass er von dort aus zugesehen hat, dass er von dort her den Verschlingungen vieler Geschichten, ohne mit der Wimper zu zucken, zugeschaut hat.
Der Wächter legt sich nun getreulich selbst offen. Er hat sich aus der Besetzung der Tausenden erhoben, und jetzt weiß er um sein Einssein. Er war die ganze Zeit Eins, und er weiß, das ist seine Geschichte.
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DER SCHLÜSSEL, UM DAS UNIVERSUM AUFZUSCHLIESSEN
Euch ist der Schlüssel überreicht worden, um das Universum aufzuschließen. Ihr könnt den Deckel abnehmen und den ganzen Dampf der Unwissenheit raus lassen. Ihr habt den Schlüssel, um jede Art von Unterdrückung zu beenden. Ihr habt die Schere, um das Band durchzuschneiden, was euch festbindet. Ihr, ja, Ich spreche zu euch.
Der Schlüssel ist eure Bewusstheit. Wie ein Zauberer könnt ihr die Welt zu einer neuen Höhe emporheben. Mit einer einzigen Bewegung des Denkens könnt ihr die Hitze herunterfahren und die Welt beruhigen. Die beruhigte Welt kann alleinig mit einem Jeden in ihr emporsteigen.
Wie hebst du die Welt nach dorthin hoch, wo du sie gerne sein haben möchtest? Schlicht mit der Fingerspitze des Denkens, der Ansichten.
Weite dein Denken und deine Ansichten aus, und die Welt wird ihre Vergangenheit abschütteln, wird sie los lassen, und sie wird wie eine Blume aufgehen, wie nie zuvor eine erblickt wurde. Davon wurde geträumt, trotzdem wurde es noch nicht in den Blick genommen. Davon wurde geträumt, trotzdem wurde es nicht zugelassen.
Nun, Geliebte, Geliebter, kannst du zur Welt sagen:
„Gut, Welt, für uns ist nun die Zeit da, den Deckel abzuheben. Du hast etwas wundervoll Bewegendes in dir, was hervor gebrochen ist, um aus der Beschränktheit herauszukommen. Welt, nun gebe ich dir die Freiheit, all das zu sein, was du je sein wolltest. Du wolltest groß dastehen. Du wolltest mit offenen Armen rundum begrüßen. Du wolltest der Himmel auf Erden sein, wozu du im Grunde bestimmt warst. Du wolltest du selbst sein, nicht anders als ich ich selbst sein, nicht anders als ich die Wahrheit von mir selbst sein wollte. Gut, Welt, der Deckel ist ab, und du wirst frei herausbrechen, und jeder, der dich bewohnt, jeder Mann, jede Frau und jedes Kind, wird in vollem Ausmaß ein Bürger sein, ein Bürger der Welt mit vollgültigem Ansehen. Es wird nicht mehr länger auf der Erde Flecken geben, die Oasen sind. Jeder Fleck auf der Erde wird die Oase der Liebe sein, was zu sein er bestimmt war, vor der er sich indes versteckt hielt.
Gut, Welt, ich, ein einzelnes Menschenwesen, möchte dein Vorbild sein. Ich möchte mich erheben und in der Welt aufrecht stehen. Ich möchte alles sein, was zu sein ich bestimmt bin, ich möchte den Weg für dich ebnen. Der Pfad der Welt ist in dem Gold meines Denkens bereitet. Jetzt erwachen meine Gedanken, und demnach du.
Wie sehr wir doch gleich sind. Und jetzt werden du, Welt, und ich all das sein, wovon wir geträumt haben, es zu sein. Alldas dank unserer Bewusstheit, die in unseren Gedanken widergespiegelt ist.
Ich bin ein Hohes Seinswesen, und du bist eine Welt, bewerkstelligt für Hohe Seinswesen. Keiner von uns beiden wird weiterhin Verkleidungen tragen. Nun sind wir die reale Sache. Nun gedeihen wir. Nun machen wir Raum für alles, um uns zu der Höhe zu erheben, die Gott in Aussicht nahm, zu der Höhe, über die Gott sagt, dass wir uns bereits auf ihr befinden, wenn wir das doch bloß erkennten.
Gott hat mir den Schlüssel gegeben, um die Welt wieder aufzuwecken. Vergib mir, Welt, ich habe mich nicht erinnert, dass ich den Schlüssel zu deinem Anstieg hatte. Ich wusste nicht, dass ich einen Schlüssel hatte, und ich wusste nicht, wie er aussah, und jetzt weiß ich, dass ich den Schlüssel habe, und alles, was ich zu tun habe, ist ihn herumdrehen. Wie gut doch der Schlüssel passt. Wie leicht er sich dreht. Welt, du wirst emporschweben.
Jetzt muss ich dir erst einmal zeigen wie. Ich drehe den Schlüssel meines Herzens, und nun heben sich meine Füße vom Boden. Ich steige hoch, und du hebst dich, so inniglich und schmiegsam, gemeinsam mit mir hoch. Keiner von uns ist ohne den anderen.
Wir steigen zu unbekannten Höhen. Wie angenehm ist unser Anstieg. Er ist so sanft, dass wir ihn kaum bemerken, und doch, anhand der Landschaft können wir das sagen. Wir steigen hoch. Wir steigen wie ein Ballon empor. Und alle mit uns zusammen. Und wir steigen ununterbrochen hoch, denn es gibt keine Grenze. Nicht einmal der Himmel ist die Grenze, denn wir steigen weit über den Himmel hinaus in die Höhe. Wir steigen ununterbrochen, und das ist alles, was wir tun.
Wir lassen die Welt der Vergangenheit hinter uns. Sie hat es gut gemacht, und dennoch machen wir es nun besser, denn wir steigen hoch, steigen weiter hoch, und, wer denn kann sagen, wie schön wir doch nach einem Augenblick oder nach noch weniger als einem Augenblick sein werden.“
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WAS KANN DERART IM ÜBERFLUSS SEIN WIE DIE LIEBE GOTTES?
Meine Liebe füllt eben jetzt in diesem Augenblick dein Herz. Meine Liebe füllt dich mit Stärke und Inbrunst. Meine Liebe füllt dich aus.
Spüre Meine Liebe, wie sie dich einholt. Spüre sie hindurch bersten. Meine Liebe ergießt sich in dich.
Du bist mit Meiner Liebe angefüllt. Meine Liebe läuft über. Lasse sie überlaufen. Lasse sie dich umgeben. Lasse Meine Liebe dein Haus erfüllen und auf deine Stadt überlaufen. Lasse Meine Liebe deine Großstädte und Länder überspülen. Lasse Meine Liebe die Meere wie auch die Wüsten füllen. Lasse Meine Liebe die Berge füllen. Lasse Meine Liebe unverwechselbar sein.
Falls du etwa einen Mangel an Liebe in deinem Leben verspürst, dann deswegen, weil du der Liebe in deinem eigenen Herzen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hast. Lausche ihr jetzt. Diese unbegrenzte Liebe, mit der dein Herz übervoll ist, möchte zur Kenntnis genommen werden. Sie möchte zur Kenntnis genommen werden, damit sie fortgegeben werden kann, um Raum für weitere zu machen.
Wie frische Blumen in der Saison ist frische Liebe in der Saison.
Früher hattest du keine Vorstellung, wie viel Liebe in deinem Herzen rührte. Vielleicht hast du gedacht, dein Herz sei ein verwaistes Herz ohne Liebe. Du warst niemals weiter weg von der Wahrheit. Dein Herz ist so ausgereift wie das Meine. Dein Herz hat die ganze Kapazität des Meinigen. Das hat so zu sein. Selbst die Logik würde dir sagen, dass das so zu sein hat, denn wohin sollte die Liebe in Meinem Herzen hingehen mögen, wenn nicht zu dir?
Ich vermache euch Meine Liebe. Und dann macht ihr mit Meiner Liebe, die Ich euch gebe, eben das, was Ich damit mache, und das heißt: sie weitergeben. Ihr sät Meine Liebe rechts und links aus. Euer Herz ist ein Korb der Liebe, und ihr streut seinen Inhalt aus, während ihr da und dort entlang geht. Es handelt sich um mehr als um die Samen Meiner Liebe, die ihr ausstreut. Es ist Meine Liebe selbst. Ihr wuchert euch mit ihr aus.
Ihr könnt Meine Liebe nicht vergeuden. Sie kann nicht verschwendet werden. Wo immer sie überquillt, sie kann nicht vergeudet werden. Jeder Boden ist fruchtbar, sobald es sich auf Meine Liebe beläuft. Es gibt keinen Bedarf, auszulesen und auszuwählen. Es gibt einen Bedarf, nicht auszulesen und nicht auszuwählen. Bedarf ist da, Meine Liebe überschwänglich auszugeben.
Was kann so überreichlich vorhanden sein wie Meine Liebe? Nichts. Nichts ist so wertvoll, und nichts ist so im Überfuss vorhanden. Meine Liebe in überreichlichem Vorrat und in überreichlicher Nachfrage ist aufgrund ihrer Überfülle nicht weniger wertvoll. Für die Liebe gibt es nie und nimmer einen Preis. Und falls es dafür einen Preis gäbe, würde er nicht hoch und runter gehen. Wie die Dinge stehen – Meine Liebe ist in Hülle und Fülle, und sie ist kostbar. Es ist ein Überfließen Meiner Liebe zugegen, und doch kann es niemals zu viel von ihr geben. Das ist unmöglich.
Sofern was ist, ist, dann ist Liebe. Etwas anderes ist nicht. Spezialisiere dich in der Liebe, im Entgegennehmen von ihr und im Weggeben von ihr. Beides ist untereinander austauschbar. Es gibt im Grunde keine zwei Richtungen für die Liebe. Sie strömt, und sie nimmt alles in ihre Wirbelschleppe. Das Leben ist der Ozean der Liebe, in dem ihr schwimmt. Es gibt keinen anderen. Es gibt keine zwei Welten oder drei oder vier. Es gibt Eine Welt, und das ist eine Welt der Liebe, Meiner Liebe, die jeden Ritz und jedes Herz erfüllt, einerlei, wie sie sich vor sich selbst verbergen.
Jetzt, zu diesem Zeitpunkt, während du Meine Worte liest, erkenne nunmehr, dass Ich dein Herz mit Liebe auffülle. Ich pumpe Liebe in dein Herz, und die Liebe, die Ich hineinpumpe, langt überall an. Für sie gibt es keinen Schlusspunkt. Meine Liebe ist stets-strömend, und sie ist stets-strömend hinein in den Satelliten deines Herzens. Spürst du Meine Liebe, wie sie aus dir überquillt? Klar, du kannst sie doch nicht gefasst halten. Meine Liebe muss überquellen. Sie muss durch dich überlaufen.
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LAUTER ALS JEDE TROMMEL
Wer spricht, und zu wem spreche Ich? Das ist alles ein und dasselbe. Wenn Ich zu dir spreche, spreche Ich zu Mir Selbst, denn du bist Mein Eigentliches Selbst. Du hast jeden Bestandteil, den Ich habe. Du hast die Befähigungen, die Ich habe. Der einzige Unterschied zwischen Uns, falls Ich Uns einen Augenblick lang Uns nennen darf, lautet, Ich weiß, Wer Ich BIN, und Ich rede dem entsprechend. In dieser Sache habe Ich keinen Zweifel, unterdessen du dabei schier Zweifel hast.
Du hast dich vom Wissen verschlossen, vom wahren Wissen, in Wessen Bild du gemacht wurdest.
Du magst ja demgegenüber Lippenbekenntnisse ablegen, du glaubst es jedoch nicht. Ihr seht eure
Körper, und ihr seht eure Fehler, wie kann es demnach sein, dass ihr in Meinem Bilde gemacht seid, Ich, der Ich fehlerlos Bin?
Sofern Ich einen Körper habe, ist es der eure, und doch habe Ich keinen Körper und ihr im Grunde genommen genauso wenig. Für eine gewisse Zeit seid ihr in einen physischen Körper eingebracht und konzentriert euch auf die fünf Sinne. Das fühlt sich real an. Ihr könnt es anfassen. Es kann weh tun. Es kann sich ändern. Geliebte, ihr wisst, dass ihr euch fuchtet, worauf Ich Mich nicht ausrichten würde, und darauf richtet ihr euch nicht aus. Ihr stellt euch auf die Illusion scharf, Geliebte, und ihr nehmt die Illusion für echt. Obschon ihr ein unbegrenztes Seinswesen seid, konzentriert ihr euch auf Grenzen. Ihr richtet euch auf jene kleinen Grenzziehungen aus. Ihr glaubt womöglich so sehr an sie, dass ihr nicht einmal versucht, sie zu durchbrechen. Ihr seht sie womöglich als undurchdringbar an, und belasst sie dabei.
Ihr seid nicht David, der dabei ist, mit einem Riesen zu kämpfen. Das ist falsch herum. Geliebte, ihr seid der Riese, und doch habt ihr euch selbst dazu überredet, dass Begrenzungen echt und dass sie größer als ihr seien.
In der Welt, in der Ich lebe, gibt es kein Groß und Klein. Ich benutze die Wörter groß und klein, damit ihr eine Vorstellung von eurer Reichweite habt. Du lebst in einer riesigen Welt, und du bist umfassender als die Welt, in der du lebst. Und doch hast du dich zu einem kleinen Fisch in einem großen Teich gemacht. Das ist für sich genommen ein Nachweis, dass du es anders tun kannst. Falls du dich selbst klein machen kannst, kannst du tatsächlich alles machen.
Du musst nicht irgendetwas bewerkstelligen, um dich Groß zu machen, denn du bist es bereits. Alles, was du zu tun hast, ist das Kleine los lassen. Lasse die Vorstellung von Klein los. Du bist derart riesig, dass du die Welt unter deinem Arm hältst. Du trägst sie mit dir herum. Du lässt sie hin und her prallen. Du rüttelst sie. Du wirfst sie umher, und doch unterschätzt du sie, denn du unterschätzt dich selbst. Indes bist du mächtiger als die Welt.
Du bist wie der Griffel, der mächtiger als das Schwert ist. Wird euch das nicht ganz offensichtlich? Du bist riesiger als das Riesige. Du bist das Beachtenswerte des Beachtenswerten. Ich, Gott, habe dich gewählt. Es ist nicht wirklich so, dass du Mich in der Welt abzeichnest, ausweist und porträtierst. Es ist eigentlich so, dass du in der Welt Ich bist. Du bist kein Unterschiedener. Du bist nicht all diese Andersheit, die du als dich angenommen hast.
Wiewohl es so darum steht – du hast Augenblicke der Größe kennen gelernt. Ich spreche nicht von der Größe, die in der Welt für heilig gehalten wird. Ich spreche von Größerem. Du hast Augenblicke unausdrückbarer Liebe kennen gelernt. Sie hat dein Herz gequetscht. Du warst in eine Stille eingeweiht, die lauter als jede Trommel war. Es gibt Augenblicke, wann du einen flüchtigen Eindruck davon erheischst, woraus du gemacht bist und was du bist und was du selbst als ein Menschenwesen in der Welt sein kannst.
Was wäre, falls ihr Engel wärt, Geliebte, wie Ich das sage. Du bist ein Engel Gottes. Deine Flügel sind in deinem Herzen zusammengefaltet. Entfalte sie jetzt. Mache dir in deinem Auge ein Bild von deinen Flügeln, wie sie sich öffnen und öffnen und öffnen, bis du ohne jeden Zweifel deine Herrlichkeit wie auch die Meinige erkennst.
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DER GÖTTLICHE SCHLAG DES HERZENS GOTTES
Sobald du dich so fühlst, dass du den allgemeinen Anforderungen nicht mehr nachkommen kannst, dann wisse, dass du dabei bist, die Bindungen zu lockern, die dich gebunden halten. Denke nicht mehr länger, dass sich anders fühlen, als du dich fühlen möchtest, etwas anderes bedeute, als dass du in der Freiheit wächst. Lasse es dir ein gutes Zeichen sein, wenn du dich verunsichert fühlst. Du bist im Leben ein Pionier. Wenn man aus seinem Land ausreist, in dem man gelebt hat, und sich auf dem Ozean zu einem anderen Land auf der Reise befindet, dann ist man ohne festen Wohnsitz. Natürlich ist man dann das. Einerlei, wie viel der Reisende sich von der neuen Welt, in der er leben wird, angelesen hat, sie ist nach wie vor eine große Unbekannte. Er ist noch nicht auf ihr gelaufen.
Du bist ein Reisender, Geliebte, Geliebter. Wir können dich nicht einmal einen Nomaden nennen. Du magst dir einen Bestimmungsort gesetzt haben, und doch wirst du vielleicht eine andere Route nehmen, als du dachtest, oder du wirst dich womöglich insgesamt irgendwo anders einfinden. Selbstverständlich, der letzte Bestimmungsort ist bei Jedem der gleiche, denn, als du dich auf die Reise begibst, heißt dein Ziel, mehr von Mir aufzufinden. Es macht nichts, ob du Kolumbus oder ein Tourist bist oder einfach um die Ecke rum gehst, du schaust dich nach größerem Glücklichsein um, und DAS BIN ICH.
Wandeln auf Erden lautet der Name der Partie. Und du wirst vielleicht von dir erwartet haben, der Gleiche zu bleiben, und dich niemals mitten im Strom zu sehen. Vielleicht siehst du dich ja gerne so, als wärst du bereits angekommen, indessen ist jemand auf Reisen noch nicht richtig angekommen. Er befindet sich im Geschehen der Ankunft. Und jemand, der reist, hat sich vielleicht noch nicht auf den Weg gemacht. Er packt immer noch und packt vielleicht wieder aus, unsicher, was er mit sich nehmen möchte, und unsicher, was er wohl vergessen werde.
Die Wahrheit ist, in der Welt lebst du aus einem Koffer. Du magst zwar das Empfinden haben, dass du bei einer Oase angekommen seist, wo du immer bleiben werdest, allerdings ist in der Welt Gewissheit nicht gewiss.
In einem gewissen Sinne reist du auf einem Schubkarren, der von unbekannter Hand geschoben wird, und du weißt nicht, wann die Handgriffe hochgehoben werden, und wann du irgendwo ganz unerwartet herabgelassen wirst. In der Welt, dort kannst du das Unerwartete erwarten. Du kannst dich bloß selbst aufklauben und auf deinem Weg weitergehen, selbst dann, wenn du nicht weißt, wo du bist. Am Wahrscheinlichsten ist es, du weißt nicht, wo du in Hinsicht auf die Landkarte deines Lebens und deiner Reise bist. Sicher kannst du sein, dass du dich in keinem Stillstand befindest, auch dann, wenn es nach ebendem aussieht. Und sobald du dich rastlos fühlst, kannst du wissen, du befindest dich auf deinem Weg. In der Begrifflichkeit der Welt bist du immerzu auf deinem Weg.
Grenzen verblassen. Sie verschwinden, und du fühlst dich unsicher ohne ein bestimmtes Geländer, an dem du dich festhalten kannst. Sei froh, wann du dich beunruhigt fühlst. Das teilt dir mit, dass du dich auf einem neuen Abenteuer befindest oder dass du dich irgendwo an einer Stelle niederlässt, die neu für dich ist. Es braucht eine Weile, um dich an einem neuen Ort einzugewöhnen.
Wie du dich zu einem bestimmten Zeitpunkt fühlen magst, ist nicht deiner Beachtung wert. Es ist nicht nötig, derart oft die Temperatur deines Lebens zu messen. Vielleicht brauchst du gar keine Aufstellung deines Lebens oder deiner Stimmungen. Heute ist dein Leben eine Weide, die du durchquerst. Morgen ist es eine andere Weide oder ein anderes Gebiet, was du durchmisst. Das Wetter kann sich ändern, was hat das aber im Grunde mit dir zu tun. Die Wahrheit ist, du befindest dich, ungeachtet des Wetters, ungeachtet wie du bezeugst, dich zu fühlen, auf deinem Weg. Das ist die relative Welt, Geliebte.
In Bezug auf die tieferen Ebenen des Lebens bist du immerzu in Meinem Herzen, und nichts hat sich geändert, denn du bist unumgänglich der eine schöne göttliche Schlag Meines Herzens.
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SÜSS, NICHT BITTER
Sobald du wüste Schimpfwörter leise vor dich hin sprichst, sage an deren Stelle Dankeschön. Sage ein schlichtes Dankeschön, oder sage: Danke Dir, Gott.
Wenn ihr das tut, Geliebte, schaltet ihr von der Armut zum Reichtum um. Natürlich tut ihr das. Das ist ein mächtiger Schalter – vom Widersetzen weg, zur Fülle hin.
Stoßt das Leben nicht fort, Geliebte. Verflucht nicht das Leben oder niemanden in ihm. Kein Vermaledeien im Speziellen oder im Allgemeinen. Kein Fluchen.
Wenn du der Trainer einer Mannschaft bist, schickst du deine guten Spieler raus. Du spielst, um zu gewinnen. Du spielst nicht, um zu verlieren. Du bist der Coach deiner selbst.
Falls du unfreiwillig einen negativen Gedanken hast, wechsle einen Ersatz ein. Der Ersatz, den du hereinnimmst, ist ein wenig Gewahrsein deiner natürlichen Dankbarkeit. Negativität ist unnatürlich. Du kannst das an der Art erkennen, welches Gefühl dir die Negativität einfährt. Sie mag sich durchaus unerbeten einstellen, und nunmehr sagst du ein schlichtes Dankeschön, oder du sagst: „Danke Dir, Gott.“ Sieh dir dabei den Unterschied an, wie du dich fühlst.
Es ist nicht so, dass du Mir für die Negativität danken mögest. Du dankst Mir, dass du das Leben hast. Du dankst Mir für die Macht, die du hast, um die Positivität zum Wachsen zu bringen. Deine Gedanken sagen dir an, dich auf eine bestimmte Weise zu fühlen. Ein negativer Gedanke bringt dir das eine Gefühl. Ein positiver oder gar neutraler Gedanke veranlasst dich zu einem anderen Gefühl. Wähle Angenehmes vor Bitterem. Überreiche deinem Herzen etliche Lieblichkeit. Gib dir eine Auszeit.
Wir sprechen eigentlich über dich und nicht davon, was oder wer dir auf die Nerven ging. Du bist in dieser Show die Hauptperson. Es gibt Nebendarsteller, die in die Szene eintreten oder aus ihr abtreten, indes bist du es, der in der Show die Hauptrolle spielt. Macht, was ihr denkt, und sagt: ‚Das hier zählt‘. Beseitigt den Splitter aus eurem Auge. Entfernt stichelnde Gedanken, die die Liebe verbauen. Dies ist keine Kostümprobe, Geliebte. Dies ist die Hauptveranstaltung, und ihr seid darin die Hauptperson. Selbst wenn du der Einzige auf der Bühne bist, du schlägst zu Buche. Wenn es mitten in der Nacht und niemand rundum da ist, macht es nach wie vor etwas aus, was du denkst. Ist das nicht klar ersichtlich?
Es gibt bei keiner Sache ein Davonwegkommen. Du gibst in jedem Augenblick deine Stimme ab. Die Vergangenheit ist vergangen, und mit ihr gilt es nicht befasst zu sein, indes gibt es das Immer-Präsente, und für jenes mögest du dich als Zugewinn ausweisen. Ich weiß, das möchtest du. Gib deine Stimme so ab, wie du sie gerne gezählt wissen möchtest.
Du bist in dieser Angelegenheit nicht hilflos. Sofern Negativität bei dir ankommt, ist sie auch dazu in der Lage, wieder fortzugehen. Ziehe Etliches an Positivität hinein, und Negativität hat den Platz zu räumen. Sie kann nicht bleiben, sofern sich bloß einer in Meinem Namen versammelt. Negativität ist kein Zauberer. Sie ist nicht der Direktor von dir. Du bist der Wähler in der Sache, wovon du dich leiten lässt. Du bist der Polizist, der den Verkehr lenkt. Du winkst den Verkehr zu dir her. Winke das Strömen herbei, das du möchtest. Du hast über dein Leben und über die Richtung, die du einschlägst, das Sagen. Hast du gedacht, du seist hilflos? Du bist das machtvollste Seinswesen auf der Erde. Es gibt keine Ketten, die du nicht zu durchbrechen vermagst.
Es gibt keinen Bedarf, negativ zu sein, und dies nicht einmal gegenüber der Negativität. Anstatt zu sagen: „Hau ab, negativer Gedanke“, geleite anstelle dessen einen hilfreicheren Gedanken herein. Ein DankesGedanke wird sich ganz gut machen. Zuguterletzt freust du dich, dass du erkennst, wann die Zeit da ist, mit deinem Denken einen Handel aufzunehmen. Gib deine Stimme für das ab, was dir ein gutes Gefühl verschafft. Deine Stimme zählt. Deine Stimme hallt in deinem Herzen wider, und sie hallt über das Universum hinweg wider. Ich segne dich für deine Gedanken, die dienlich sind, und Ich bitte dich, doch deine Gedanken, die nicht von jener Natur sind, abzuliefern.
3251
EIN TAG IN DER SONNE
Wiewohl was du sagst und was du tust, zu Buche schlagen, werden keine Aufzeichnungen gemacht.
Die Schiefertafel wird sauber gewischt. Es gibt keine Vergangenheit. Es gibt keinen Ort, an dem die Vergangenheit aufbewahrt wird, mit der einen Ausnahme, im menschlichen Geist. Die Historie wird aufgezeichnet, jedoch ist sie vergangen. Sie ist nie geschehen. Einerlei, wie wichtig die Vergangenheit – in ihrer individuellen wie auch kollektiven Form – ist, sie ist nicht von Belang. Du bist von der Vergangenheit abgelöst. Der Erinnerung an die Vergangenheit steht es nicht zu, an der Stelle mitzukommen. Die Vergangenheit ist ein Geist, der ausschließlich herumspuken kann.
Lasse die vergnügliche Vergangenheit genauso los. Du kannst in ihr nicht leben. Sie ist Salz, was über deine Schulter geworfen wird. Sie liegt hinter dir. Erlaube es der Vergangenheit nicht, fortwährend zu sein. Sie ist eine schwache Währung. Sie ist Geld aus der Zeit der Konföderation [gemeint sind die ersten gedruckten Dollars von 1861 – ThB], was an Wert verlor. Die Vergangenheit verlor ihren Wert in der Minute, als sie existierte. Lasse sie sich wie einen Passierenden ausweisen.
Ein Nachweis der Vergangenheit ist bloß ein Nachweis. Er ist ein Schatten. Ja, es stimmt, es gibt Fotografen. Was aber ist ein Foto außer ein Schatten? Es stimmt, es gibt einen Holzpult aus der Kindheit. Was aber ist er, außer das, was du sagst? Was du auch sagst, er ist ein Stück Holz. Er war dienlich, und er mag dir jetzt als Schreibpult dienen, und doch ist er daraus gemacht, was früher einmal ein Baum war und jetzt keiner mehr ist.
Die Gegenwart harrt deiner Liebe. Die Vergangenheit hatte deine Liebe. Manchmal hat die Vergangenheit deine Liebe ausschließlich lange Zeit später inne, nachdem sie vergangen ist. Du wirst vielleicht den Schatten hernehmen und ihn kolorieren, und doch ist es nach wie vor bloß die Vergangenheit.
Es kann vorkommen, dass kein Tag in deinem Leben vergeht, ohne dass du das betrauerst, was du als Verlust von geliebten Angehörigen ansiehst. Deine dir Nahestehenden änderten ihre Adresse. Sie zogen irgendwo anders hin, wo sie glücklicher als je zuvor sind. Ihnen ist deine Adresse niemals abhanden gekommen. Du könntest ein Dutzend Mal umgezogen sein, und doch wissen sie immer noch, wo du bist, und sie lieben dich jetzt.
Jetzt lieben meint im Geflde der Ewigkeit lieben. Vermissen ist nicht das gleiche wie lieben. Vermissen ist kein Ersatz für Liebe. Geliebte Angehörige vermissen, die dich einmal physisch umgeben haben, ist nicht Liebe. Vermissen ist eine Sache. Lieben eine andere. Vermissen hält fest, während lieben gehen lässt. Küsse, und lasse los. Freue dich über die Reise deiner geliebten Angehörigen, und freue dich über deine Reise.
Traurigkeit erdrückt dich. Lasse stattdessen die Liebe dich übermannen. Andenken sind keine Liebe. Sie sind Erinnerungen an Liebe. Erinnerungen sind nicht die reale Sache. Sie sind ein Anlauf. Ja, Geliebte, ihr könnt versuchen und immer wieder versuchen, sie wieder zu erlangen, jedoch ist die Vergangenheit vergangen. Sie ist vorbei. Sie ist die Zeitung von gestern. Sie ist nicht mehr andauernd. Wie das Geld aus der Konföderationszeit so ist sie nicht mehr länger von Wert. Wieso bist du darauf aus, es zusammenzulesen? Wieso bist du bestrebt, das zu erlangen, was du nicht erlangen kannst?
Liebe die Vergangenheit, packe sie jedoch nicht in schönes Papier ein und bewahre sie nicht in einer Schublade mit Lavendel auf. Die Vergangenheit los lassen ist nicht sie wegwerfen. Die Vergangenheit los lassen ist aufhören, an ihr festzuhalten. Die Vergangenheit weiß es, sie ist Vergangenheit. Sie kümmert sich nicht darum. Sie war eine Seite in einem Roman. Sie wurde von Vielen gelesen. Sie achtet nicht darauf, dass sie gelesen wurde, und ihr ist es kein Augenmerk wert, los gelassen zu werden. Die Vergangenheit hat es gerne, freigegeben zu sein. Sie möchte nicht mehr festgehalten werden, als deine geliebten Angehörigen aus der Vergangenheit festgehalten werden möchten.
Die Vergangenheit los lassen ist nicht sie unverrückt im Geist noch einmal erleben. Sie war stets Illusion. Das ist sie jetzt noch mehr. Entsetze dich von der Vergangenheit, von vergangenen Schulden und vergangenen Traumata, selbst von vergangener Liebe. Falls die Vergangenheit Kleidungsstücke ist, die auf einer Leine hängen, hast du sie abzunehmen. Es sind neue Kleider da, die aufzuhängen und wieder abzunehmen sind, sobald die Sonne sie getrocknet hat. Musst du über Kleidungsstücke heulen, die doch ihren Tag in der Sonne hatten?
3252
DEIN GOTTES-LIED HEUTE
Ich sage: „Du kannst Mich zitieren.“ Dass du frei bist, Mich zu zitieren, war unter Uns lange gemeinsames Einverständnis. Als Erstes hast du Mich zu hören.
Wenn du einen Vogel singen hörst, bist du vielleicht in der Lage, den Vogelgesang nachzumachen, jedoch bist du kein Vogel, der singt. Sobald du Mich zitierst, singst du Mein Lied, und es wird das deine. Singt Mich, Geliebte, singt Mich zu den Höchsten Himmeln. Lasst es Mich hören, wie ihr Mein Lied singt. Mein Lied singen ist das gleiche wie Meine Worte unhörbar mit den Lippen formen. Lasst Meine Weise aus eurem Herzen heraus singen. Lasst euer Herz der Liebe vernommen werden.
Gestaltet euch nach Mir. Ihr modelliert euch nach den Konzeptionen von Mir. Eure Konzeptionen von
Mir machen eine Menge aus. Falls ihr Mich als rabiaten Gott seht, werdet ihr wohl rabiat sein. Falls ihr Mich als aburteilenden Gott seht, werdet ihr urteilend sein. Falls ihr Mich als gutherzigen Gott seht, werdet ihr gutherzig sein. Ihr tragt von Mir ein Bild im Herzen. Die Paparazzi haben wohl Bilder von Mir aufgenommen, die nicht Ich sind. Sie dachten, Ich sei es. Du dachtest, Ich sei die Fotos.
Nimm dein eigenes Bild von Mir auf. Ich ändere Mich nicht. Ich bin jeden Tag der gleiche. Ich bin jeden Tag die gleiche Liebe. Liebe Mich gleich.
Wenn du dir deinen Zeh stößt, macht das Mich nicht anders. Ich liebe dich gleich. Ich stoße Mir Meinen Zeh nicht, du aber wägst deine Liebe für Mich dem Wetter gemäß. Geliebte, Ich stoße Mir Meinen Zeh nicht. Ich mache keinen Fehler. Ganz sicher mache Ich keine grausamen Fehler. Ich bin nicht herzlos. Ich bin herzhaft.
Die Handlungen in der Welt ergeben nicht immer einen Sinn. Du verstehst es nicht. Du hast nicht alle Teile vor dir, deswegen ist dir das Leben ein Puzzle. Hättest du alle Teile vor dir, so wärst du nicht ratlos.
Ich begreife, das Leben kann harsch sein. Ich verstehe wirklich – so wie du es sehen kannst, ist das Leben öfters harsch. Du bemerkst, dass du nur so und so weit siehst. Ein Bildteil ist nicht das ganze Bild. Du hast nicht das ganze Bild erblickt, und du kannst es dir nicht einmal vorstellen. Demnach wird die
Kenntnisnahme, dass Ich Liebe bin, dass Ich Liebe Unwandelbar bin, dir anmuten, das, was man einen Glaubenssprung nennt, auszuführen. Bis du in der Lage bist zu lieben, hat Mich lieben Vertrauen nötig. Sofern dabei etwas hilfreich ist, wisse, dass Ich in dich Vertrauen habe. Ich habe dir mit Meinem Herzen der Liebe vertraut. Es ist das deine. Wisse das zu würdigen.
Ich bitte dich nicht, Mich um Meinetwegen zu begreifen. Ich bitte dich, Mich deinetwegen zu begreifen. Nimm Meine Liebe in Empfang. Selbst in dem, was du als die trostlosesten Umstände sehen magst – nimm Meine Liebe in Empfang. Habe sie. Sie ist für dich. Wisse das, sie ist für dich.
Geliebte, euer Leben ist Teil des gesamten Bilds. Ich möchte euch sagen, dass euer Leben in die Gesamtheit vollkommen hineinpasst. Das scheint euch nicht so zu sein, weil eure Sicht nur so und so weit reicht. Geliebte, je mehr ihr liebt, desto mehr werdet ihr sehen.
Lasst dies heute euer Gotteslied sein. Singt es. „Je mehr ich liebe, desto mehr werde ich sehen.“
Das Umgekehrte ist ebenfalls wahr. „Je mehr ich sehe, desto mehr liebe ich.“ Singe es.
Singe: „Ich schaue, um Beträchtlicheres zu sehen. Ich schaue, um Liebe zu sehen, die von den Säulen herunter scheint. Ich schaue, um Liebe in den Blick zu nehmen.“
Singe: „Schau, ich sehe Liebe. Ich sehe Liebe. Ich sehe Liebe.“
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WAS DIE ERHABENEN ERHABEN MACHTE
Du hast Prioritäten. Du hast zahlreiche. Du hast welche bei der Arbeit. In der Schule. Zuhause. Welche ist dabei die höchste? Über alle Gegebenheiten hinweg – wie heißt die Größte Geschichte unter Allen?
Es ist die Liebe, Geliebte, und ihr seid sie.
Eure hauptsächlichste Priorität lautet, Gewahrsein der Liebe zu haben. Gewahrsein der Liebe. Wenn ihr ein Brot habt, was im Ofen backt, habt ihr es hinten in eurem Gewahrsein, dass ihr im Begriff seid, ein Brot zu backen. Habt ein Gewahrsein, dass ihr ein Gefährt der Liebe seid. Ihr habt ein Herz der Liebe, und die Liebe selbst ist die Hefe, die die Liebe zum Aufgehen bringt.
Die Priorität für die Liebe hat nicht im Vordergrund eures Geistes zu stehen, selbst dann nicht, wenn sie eure höchste Priorität darstellt. Wir könnten sagen, Liebe ist der Stuhl, in dem ihr sitzt. Das ist alles. Ihr habt nicht jeden Augenblick zu denken: „Ich bin Liebe. Ich bin hier, um zu lieben. Ich bin der Liebe halber hier.“ Denkt das manchmal, und dann, wie bei einem Wunsch, den ihr aufstellt, lasst ihr den Wunsch los, damit ihr ihm stattgebt, zur Welt zu kommen.
Erzwungene Liebe ist keine Liebe. Eine steife Oberlippe behalten ist keine Liebe. Liebe ist Liebe. Gewahrsein der Liebe haben reicht aus.
Ihr seid ein Geschöpf der Liebe, hier auf der Erde geboren, um zu lieben. Selbst wenn sich euch das Leben in ungünstiger Weise darbietet, ist es euch nach wie vor angelegen, es zu lieben.
Was machte die Erhabenen groß? Sie liebten. Falls ihr vor ihnen stündet – sie würden euch lieben. Sie würden dich lieben. Sie würden nichts anderes zu tun wissen, als euch zu lieben. Sie würden darüber nicht nachdenken. Sie würden sich nicht fragen: „Liebe ich den Menschen vor mir?“ Das war keine Frage, die sich stellte, und keine Entscheidung, die zu fällen war.
Sie sagten nicht zu sich selbst: „Ich möchte diesen Menschen mehr als mich lieben, wie auch immer.“ Sie liebten einfach Denjenigen vor ihnen. Für die Großen gab es kein: Wie auch immer. Sie konnten nicht anders als lieben. Sie wollten nichts anderes als lieben. Schon lange davor bejahten sie, dass sie Liebe sind, und sie fanden keinen Grund, um zu lieben, und keinen Grund, um nicht zu lieben.
Wir könnten sagen, sie hatten lange Beine, und somit konnten sie das Land und das Meer mit ein paar Schritten durchmessen. Sie schritten sogar in den Himmel. Nicht anders – da sie ihre Augen weit aufmachten, konnten sie in die Weite sehen. Sie stolperten nicht über Unvollkommenheiten. Sie schritten über sie hinweg, und sahen, wie du bist. Sie sahen Mich in dir. Die menschliche Form war nicht von Belang. Ich war es, was zählte.
Es ist nicht so, dass sie daran vorbeisahen. Sie sagten nicht „Tut-tut“ zu sich selbst und brachten sich dazu zu lieben. Sie hatten alle Tut-tut’s der Welt hinter sich gelassen, und alles, was blieb, war Liebe. Liebe ist Weisheit, Geliebte. Liebe ist nicht unweise. Es ist sehr weise, zu lieben.
Die Liebe, von der Wir reden, ist nicht Gefühlsduselei. Sie ist nicht überschwänglich. Sie trägt keine ausgefallenen Kleider. Die Liebe, von der Wir sprechen, ist schlicht Liebe. Sie liebten in einem enormen Umfang, weil sie sie so sahen.
Wenn du in einem Baum sitzt, sitzt du in einem Baum. Du kannst weiter sehen, als wenn du auf dem Boden sitzt. Mit einem Fernrohr kannst du weiter sehen als mit einem Mikroskop. Ein Teleskop ist ein Hilfsmittel, damit du weiter siehst. Die Erhabenen hatten einen teleskopischen Blick. Nichtsdestotrotz, hätte ein Erhabener durch ein Mikroskop geschaut, so hätte er mit großen Augen voller Liebe geschaut. Er hätte sich selbst dafür gesegnet, dass er vor sich Wunder Gottes erblickt.
Wir könnten sagen, die Großen waren weder weit- noch kurzsichtig. Wir könnten sagen, sie waren gesichtig. Sie sahen. Sie sahen vor sich, was sie selbst waren. Wisse, Wer du bist, und du wirst besser sehen.
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DAS LAND DER LIEBE
Lasst uns heute dicke Freunde werden. Lasst uns eine Zusammenkunft veranschlagen. Lasst uns ein Treffen der Herzen ausrichten. Lasst alle Herzen im Meinigen aufeinander treffen. So ist es ohnehin, demnach lasst es uns als Unsere Zusammenkunft ankündigen. Lasst uns dafür einen Zeitpunkt veranschlagen. Schreibe es in deinen Kalender. Treffen mit Gott. Merke es dir vor. Eine Minute Treffen mit Gott heute Nachmittag, oder, falls du mehr Zeit erübrigen kannst, zwei Minuten. Selbst ein vorbeiziehender Gedanke wird dabei dienlich sein. Wie Ich es doch liebe, wenn an Mich gedacht wird.
Du weißt, auf Meiner Seite geht es nicht ums Ego. Ich mag es gerne, wenn man leicht und luftig an Mich denkt, da ein Gedanke an Mich deinen Tag erleichtert und erhellt. Ich bin nicht genau der Hl. Nikolaus, aber du begreifst die Idee. Ich bin ein Wohltäter. Sicher denkst du dich Mich nicht als einen Schurken in Verkleidung. Ich bin ein Geber von Gaben. Ich nehme nicht weg.
Du hast womöglich gedacht, Ich sei ein Fortnehmer deiner geliebten Angehörigen und Spielzeuge. Ich gab sie dir. Ich nehme sie nicht weg. Sie haben eben ihre Zeit, das ist alles. Sie überschreiten Schwellen, das ist alles. Eure geliebten Angehörigen und ihr geht in einem Park spazieren, und nehmt danach wieder, sobald der Spaziergang vorbei ist, euren je eigenen Weg. Ihr habt euch getroffen, seid spazieren gegangen, habt zusammen gegessen und in einem Durchgang getanzt, den man als Zeit bezeichnet.
Wenn im Herbst die Blätter fallen, droht ihr Mir nicht mit der Faust. Ihr könnt den Ausklang des Sommers bedauern, jedoch wisst ihr, alle Jahreszeiten haben ihren Platz. Sie kommen immer und immer wieder. Bevor ihr auf diesem Trip zur Erde kamt, existierten die Jahreszeiten. Und wenn ihr zum Land der Liebe namens Himmel zurückkehrt, werden die Jahreszeiten ohne euer Dortsein fortbestehen, ohne euer Dortsein in der körperlichen Form, an die ihr gewohnt seid.
In Allem ist etwas Gutes. Es ist Gutes im Apfel, der vom Baum fällt und gegessen wird. Es ist Gutes im Apfel, der vom Baum fällt und auf dem Boden verrottet.
Es ist Gutes daran, was ihr als Geburt bezeichnet, und es ist Gutes daran, was ihr als Tod bezeichnet, außer ihr schreibt manchmal das Wort Tod [‚Death‘ – ThB] groß. Ihr mögt die Geburt als einen Engel sehen, und den Tod als einen Schnitter oder als das eine oder andere sonst. Und, Geliebte, der Tod ist gleichwohl ebenso ein Geschenk, das Ich euch mache, und eines, was ihr entgegen nehmen müsst. Der Tod des Körpers ist nichts Schlechtes. Er ist keine Kränkung. Er ist ein Geschenk.
Es ist nicht so, dass Ich euch aus der Erde ausquartiere, währenddessen Ich euch zum Himmel bringe.
Wenn die Pfeife trillert und eine Partie aus ist, ist das nichts Schlechtes. Es wird eine weitere Partie geben, nicht lange hin und nicht lange danach. Und so verläuft der Zyklus des Lebens auf der Erde.
Ein Kind wächst zur Jugend heran, dann zum Erwachsenen, dann zum Alter. Die Jahreszeiten genauso. Sie sind nicht zum Bedauern da. Eine Jahreszeit folgt der nächsten, und jede Jahreszeit ist dienlich. Sonne und Regen – beide verrichten ihren Dienst. Selbst Dürren und Fluten sind dienlich. Dass du sie nicht magst, bedeutet nicht, dass sie nicht dienlich sind.
Das Leben auf der Erde ist, was es ist. Es ist nicht etwas Anderes. Jedoch hängt das, was Leben ist, von eurer Wahrnehmung ab. Wahrnehmungen ändern sich. Alles in der Welt verwandelt sich. Dies ist die Welt für euch. Sie ist die einzige, Geliebte. Sie ist nichts mehr. Also gut, das nehme Ich zurück. Die Welt ist weitaus mehr, als sie erscheint. Sie ist nur ein Teil der Geschichte. Sie ist nur eine Ebene der Fabel, die man erzählt.
Lasst Uns also heute treffen. Lasst Uns an der Sonne, die strahlt, und an dem Regen, der herunterfällt, Unsere Freude haben. Lasst Uns Unser Treffen genießen. Lasst Uns einander in Kameradschaft begegnen und Arm in Arm, Herz in Herz, die Straße entlang gehen.
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UNENDLICHES SEIN
Alles im Himmel und auf der Erde strömt aus Meinem Herzen, und das gleiche gilt von deinem Herzen, von demjenigen, was du als dein Herz wahrnimmst, was in deiner Brust wallt. Geliebte, ihr seid das Herz der Welt. Ihr, die ihr der Schlag Meines Herzens, Meines wahren Herzens, seid, seid der Trommler der Welt. Ihr setzt den Schritt, den Rhythmus und den Ton der Welt. Ihr schlagt die Trommeln. Ihr lasst den Gong erklingen. Ich bin Mächtig in Meiner Herrlichkeit. Ihr seid Mächtig in Meiner Herrlichkeit. Herrlichkeit ist.
Und doch, was hat das mit dem Uns auf sich? Was hat das mit dem euch, und was mit dem Mir auf sich? Seit wann bin Ich ein Gott von Mir und einer von dir. Ich trenne Uns nicht einen Augenblick eines Gedankens lang, und doch benutze Ich die Wörter Mein und dein. Entschuldigt. Ich versuche, das Unausdrückbare auszudrücken.
Wir können sogar sagen, dass Ich, ungeachtet Meiner Brillanz und Meiner scharfen Begriffilchkeit, überhaupt nicht denke, und doch entkommen Mir die Großartigsten Gedanken. Ich möchte sagen, du bist Mein Großartigster Gedanke, und dennoch dachte Ich nicht und habe Ich dich nicht erfunden. Du bist aus Meinem Herzen hervor geborsten. Licht barst aus Meinem Herzen hervor, und zur selben Zeit hat Licht Mein Herz nie verlassen. Es gab keinen Ort, wohin es hätte gehen können, denn alles ist in Meinem Herzen situiert. Ist das nichts Gutes?
Ich bin der Tuer, und doch verrichte Ich nichts. Ich tue nichts. Ich laufe nicht herum. Ich bin Überall, indes laufe Ich nicht herum. Welche Handlung führe Ich aus?
Wie großartig sind doch Denken und Tun. Ich bin weitaus mehr als Denken, weitaus mehr als Tun, und ihr nicht anders.
Ich BIN Seiend. Ich BIN. Die Macht des Seiens ist noch nicht in euch hinein gesunken. Ihr könnt sie nicht erfassen. Sein ist nicht begreifbar. Wer kann es erfassen? Damit das Seien erfasst werden kann, wäre es nötig, dass es isoliert wird, um sein unfassliches Selbst zu erfassen. Tatsache ist, es gibt nichts außer dem Seien. Seienshaftigkeit ist da. In den Begriffen der Welt können Wir Seienshaftigkeit in Einssein oder Eins, oder in Einheit oder Liebe übersetzen. Oh, welch eine Herrlichkeit des Seins.
Auch du bist ganz entschieden die Herrlichkeit des Seins. Oh, ja, meistens bist du dir dessen nicht gewahr, und doch hattest du etliche Augenblicke der Köstlichen Seienshaftigkeit, als du Köstliches Sein einatmetest, als du dich in es hinein lebtest, als du einen flüchtigen Eindruck davon hattest, so, als sei das Seien alles, was es gibt. Du hast einen flüchtigen Eindruck dessen, was immer ist, und gleichwohl gibt es
Keinen Einen, um flüchtig auf das mit flüchtigem Blick nicht zu Erhaschende zu sehen. In jenen wenigen Augenblicken gibt es nichts weiteres mehr zu wollen. Es gibt nichts weiteres mehr. Falls es noch mehr gäbe, gäbe es niemanden, es zu wollen. In jenen wenigen Augenblicken stehst du in der Gunst. Du hast dich selbst als die Gunst ausgemacht. Es ist so, als hättest du dich selbst als die Gnade ausgerufen, gar auch dann, als du kein Wort gesprochen hast. Es gab kein Wort zu sprechen. Und wer war da, um es zu sprechen?
Du, der du in der Huld stehst, rufst dich mit anderen Namen. Du trägst sogar Namensschilder. Du hast einen Personalausweis zum Vorzeigen. Wer zeigt ihn vor, und wer nimmt dasjenige wahr, was im Grunde nicht existiert, ausgenommen in einem Namen oder einem Wort. Es ist unbegreifbar. Es ist alles unauslotbar, weil es nichts gibt, um es auszuloten. Du misst das Physische, was nicht existiert, ab, welches allerdings den Anschein abgibt zu existieren. Jedenfalls kannst du das Seien nicht bemessen. Du kannst bloß Seiend sein. Du kannst bloß die Weite des Seiens sein, unwahrnehmbares Seien. Sein, an das nicht gedacht wird. Sein, was nicht getan wird. Sein, was schier ist. Ewiges Seien. Unendliches Seien. Natürlich, das Seien kann nicht begriffen werden. Es kann einzig sein.
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DER UNENDLICHE REGENBOGEN
Wer kann Gott definieren? Wer kann Liebe definieren? Wer kann Einssein definieren? Wer ist da, um sie zu definieren?
Gott, Liebe, Einssein können nicht einmal abgeschildert, geschweige denn definiert werden. Beschreibt Mich, falls ihr das könnt. Beschreibt das Leben, falls ihr das könnt. Beschreibt einen Augenblick, falls ihr das könnt. Beschreibt das Beschreiben, falls ihr das könnt.
Großartige Kunst und Musik, Literatur und Säuglinge und Blätter an den Bäumen kommen dem
Abschildern des Unbeschreibbaren nahe. Jedoch vermögen selbst die Größe und die Unschuld nicht das Unbeschreibbare zu beschreiben. Selbst die Größe kommt dabei nicht voran, was keine Kennzeichen an sich hat. Die Unschuld versucht es gar nicht.
Wer kann Löcher ins Sein stoßen? Wer kann das genau festlegen, was nicht genau festlegbar ist? Wer kann das anpfocken, was man nicht anpflocken kann? Und doch, und doch …
Wer ist es, der auf das Unsuchbare abzielt?
Die relative Welt ist insgesamt Gerede, Geliebte. Das Ewige und Unendliche haben keine Wörter, und sie sagen alles. Die relative Welt ist eine Beschichtung. Sie ist ein Anlauf an Farbaufträgen. Die Welt kann die Stille nicht einwickeln. Stille ist überall. Stille ist. Du bist. Ich BIN.
Wir sind bewegungslos, indes bewegen Wir uns. Wir bewegen uns in Stille, selbst während Wir Geräusche machen. Welchen Sinn haben die Sinnesorgane, ausgenommen unterdessen du sie liebst.
Auf der Erde befindest du dich in einer Zwickmühle. Du bietest dem Geheimnis die Stirn. Du bist ein Detektiv, der sich bemüht zu ermitteln. Du bist ein Menschenwesen beim Versuch zu sein, unterdessen Seien das darstellt, was du bereits bist. Du gehst auf der rotierenden Erde in der Sonne spazieren, und wohin gehst du, unterdessen es kein Nirgendwohin gibt?
Und doch, und doch, du inspirierst, und doch, du wirst inspiriert. Inspiration kommt dem Dahinterkommen hinter das Undefinierbare nahe, was du so gerne entdecken möchtest.
Ah, Geliebte, an euch ist mehr, als euren Augen unterkommt. Da ist alleinig Sein, und es gibt indes an allem mehr, als dem Auge begegnet. Ihr versucht, das Göttliche aufzuspüren.
Bei all diesem Gerangel auf der Erde – bei was auch immer du meinst zu suchen, was du dich bemühst zu verstehen, wodurch du versuchst, dich hochzuheben, du suchst nach Mir. Du suchst überall nach Mir. Ich bin überall, und dennoch findest du Mich nicht. Du läufst Mir die ganze Zeit über den Weg, und doch findest du Mich nicht. Gleichwohl kannst du Mich überall finden. Im Park. Im Varieté. In der Kirche. Es gibt keinen Ort, wo Ich nicht aufzufinden wäre. Du hast Mich nicht auszugraben. Ich bin schlicht hier und dort und überall, und doch suchst und suchst und findest du Mich nicht. Oder du findest Mich per Zufall. Du siehst Mich per Zufall. Du spürst Mich zufällig. Was du nicht zu tun vermagst, ist, Mich dir ohne Geheimnisvolles zur Erscheinung zu bringen. Natürlich, Ich bin bereits bei dir, und Ich verstecke Mich nicht.
Versteckst du dich demnach? Spielst du mit dir selbst Verstecken? Stellst du dein Licht unter einen Pilz?
Ist es, dass du Mich nicht liebst? Ich liebe dich unveränderbar. Also, komme zu Mir rüber und sei der Eine, der Ich bin. Sei die Liebe, die Ich bin. Sei, Wer Ich bin. Sei Ich. Du weißt, du kannst jede Rolle bekommen, die du möchtest. Du hast Minirollen gespielt. Möchtest du ein Star sein? Möchtest du am Firmament glänzen? Überhaupt nicht weil du Ruhm oder Renommée oder sonst etwas haben möchtest, sondern um mit dem Schauspielern aufzuhören und schlicht Ich zu sein.
Am Regenbogen gibt es keinen Schlusspunkt, Geliebte. Er ist unendlich, und ihr seid bereits da. Steht auf, und ruft euch selbst aus. Der Vater ist nicht fern vom Kind. Das Kind steht in den Schuhen des Vaters. Das Kind und der Vater sind Eins.
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DER GOTT, DER DAS UNIVERSUM FÜLLT
Was soll denn Gutes daran sein, einen Gott zu haben, sofern ihr euch nicht in Ihm entspannen könnt?
Also, entspannt euch in Mir. Legt euch in Mich zurück. Lehnt euch zurück. Lasst Mich Gott sein, und lasst Mich das tun, was Gottes ist zu tun.
Ich bin ein zweckerfüllter Gott, und Ich diene einem Zweck. Ich diene dir.
Ich sorge Mich nicht, demnach ist es nicht so, dass Ich Mich an eurer Stelle sorge, gebt Mir doch auf gleiche Weise eure Sorgen. Reicht sie zu Mir rüber, so wie ihr einem neuen Eigentümer eines Hauses die Schlüssel hinreichen würdet. Die Schlüssel zum Haus sind einfach nicht mehr länger die euren. Es ist nicht so, dass Ich euer Sorgenhaus übernehme, denn Ich bin sorgenlos. Ich baue euer Sorgenhaus im Handumdrehen ab. Eure Sorgen sind nicht Mein, und sie sind jedenfalls nicht mehr die euren. Wir können sagen, dass Ich die Sorgen-Schlüssel wegwerfe. Ich werfe sie aus dem Fenster. Wuff.
Es ist nicht so, dass du Mich eines Abtrags wegen liebst. Es ist nicht so, dass du Mich liebst, damit Ich dir deine Bürden abnehme. Es ist nicht so, dass du deine Karten richtig ausspielst. Die Sache ist, dass du angesichts der Liebe für Mich hilfos bist. Mich lieben ist keine zu veranschlagende Wahl. Das ist ein Geschick. Das ist deine Bestimmung. Mich lieben ist, wofür du gemacht wurdest.
Sieh es so: Worin liegt der Zugewinn, Mich nicht zu lieben? Worin liegt der Ertrag für dich, und worin der Ertrag für das Universum, Gott, Der in allem ist, nicht zu lieben? Gott, Der Alles ist. Den Gott, der ist. Den Gott, der das Universum und ein jedes vermeintliche Herz inmitten seines Einfussbereichs füllt. Und, sagt Mir, Geliebte, was ist Mein Einfussbereich, wenn nicht Überall. Es gibt keinen Ort, wo Ich nicht bin. Es gibt kein Herz, wo Ich nicht bin. Ich BIN. Ich bin hier.
Es ist nicht so, dass ihr Mich liebt, weil ihr erkennt, auf welcher Brotseite die Butter ist. Ihr liebt Mich, weil es im Grunde nichts anderes zu tun gibt. Ihr stellt euch doch wohl nicht vor, dass ihr Meiner Liebe widersteht, oder etwa doch? Ihr könnt nicht entkommen. Dafür könnt ihr wohl nicht schnell genug rennen. Denkt ihr etwa, ihr könnt euch vor Meiner Liebe verstecken? Denkt ihr etwa, dass ihr ohne sie sein könnt? Falls ihr das denkt, seid ihr ein Spaßvogel, der es mit seinen Späßen treibt.
Noch auch habe Ich euch entworfen um der Nützlichkeit für Mich halber. Nichtsdestotrotz, ihr seid Mir von Nutzen. Ich, der Ich ein Geber bin, weiß auch, wie in Empfang nehmen ist. Mein Herz schwillt bei der Liebe an, die ihr Mir gebt. Mein Herz wogt empor bei der Liebe, die Wir sozusagen untereinander austauschen. Und doch gibt es keinen Transfer an Liebe, denn Liebe ist. Falls es tatsächlich zwei von Uns gäbe, selbst dann gäbe es keine zwei Liebehaftigkeiten. Wir tragen die gleichen Gene der Liebe. Wir sind dafür bestimmt, Liebe herumzutragen und sie überall zu verkleckern. Wir sind Liebhaber der Liebe, und es gibt nichts, was jemand damit zu bewerkstelligen weiß.
Und Ich, Ich, die Große Liebe, Die Ich Bin, bin auch ein Zerstörer. Ich bin ein Zerstörer von Weh und Schwachheit und von allem, was mit dem Sich-Sorgen so herumhängt. Erst recht, Weh und Schwachheit und Sorgen existieren nicht wirklich, denn Liebe ist alles, und doch hebe Ich das Gewicht der Sorge von euch herunter. Selbstverständlich bin Ich kein Gott der Sorge. Ich bin ein Gott des Wunders!
Ich werfe Gold- und Silbersterne vor Mich hin, damit ihr sie aufest und erkennt, dass sie euer sind. Und doch bin Ich kein Glitter.
Mein Silber wird nie matt. Mein Gold ist solide. Geliebte, ihr seid Mein Gold. Ihr seid Mein Silber. Ihr seid die Sterne in Meinen Augen.
Ich bin für euch nicht zu viel. Ich bin genau recht für euch. Ich bin der Prunk Eures Herzens. Wisst ihr das nicht? Wisst ihr nicht, was Wir sind und was Wir einander sind, so, als wären Wir Eins und keine Zwillinge? Wenn Liebe in unserem Herzen emporquillt, ist das Meine Liebe, die in eurem Herzen hervorwallt. Eure Liebe, Meine Liebe, sie sind das gleiche. Ihr wisst, was Liebe ist, und doch ist mehr Liebe in eurem Herzen, als ihr erkennt.
Ich pflanzte eine Liebe-Frucht, und ihr reift sie aus. Das vorgestellte Du reift sie aus. Ihr vergaßt, dass ihr sie gepflanzt hattet. Das macht nichts. Die Realität ist, wie die Realität ist. Neigt euch zu Unserer Liebe. Sie ist endlos. Neigt euch in der Weise zu ihr hin.
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WONNETRUNKEN VON DER LIEBE, DIE WIR SIND
Ihr befindet euch im Leben in der Strommitte. Ihr seid dauernd auf der Schwelle. Ihr steht im Leben drehbar gelagert, und ihr könnt euch hierhin und dorthin schwenken oder diesen oder jenen Weg nehmen. Ihr befindet euch auf dem Scheitelpunkt. Nun seid ihr parat zum Fliegen. Jetzt schwebt ihr empor.
Sogar beim Stillsitzen schwebt ihr empor.
Ihr seid in der Strommitte, und ihr seid zur selben Zeit auf der Erde und im Himmel. Ihr habt in jedem Boot einen Fuß.
Ihr habt durch das Erdenleben nicht aufgezehrt zu werden. Stümpert in ihm, Geliebte. Tragt es nicht auf eurem Rücken. Und das Leben auf der Erde hat euch nicht weit von der Realität des Himmels weg zu tragen. Der Himmel ist nicht weit verstreut. Er ist jetzt soeben hier. Bloß, er ist weniger augenfällig. Ihr seid jetzt soeben im Himmel, selbst wenn eure Füße auf der Erde schreiten. Seid leichtfüßig.
Wir können sagen, dass ihr zwischen dem Himmel und der Erde hin und her reist. Wir können ebenfalls sagen, dass ihr euch überhaupt nicht auf einer Reise befindet. Ihr seid unentwegt gleichzeitig in beiden Arenen. Ihr seid aufgrund eurer herausragenden Wirkung sowohl im Himmel wie auf der Erde nicht zu übersehen. Während ihr euch auf der Erde befindet, könnt ihr die eine nicht ohne den anderen haben. Selbst während ihr auf der Erde seid, habt ihr euch nicht stark an der Erde festzuhalten. Genauso wenig habt ihr eigentlich auf den Himmel zuzupacken, währenddessen ihr indes ohnehin in ihm gleitet.
Solange ihr den Himmel und die Erde als getrennt ausmacht, wird es Gegensätze geben. Sobald es keine Trennung gibt, sobald Einssein zugegen ist, gibt es kein Gegenteil. Was kann das Gegenteil von Einssein sein?
Einssein hat keine Grenzlinienführung an sich. Einssein ist nicht wie ein Lineal, mit dem du abmisst. Einssein einverleibt und bleibt gleich. Ich bin der Gleiche, Geliebte, und ihr absorbiert Mich. Ich bin durch euch ganz in Anspruch genommen, und Ich bin konstant. Ich bin schier, und so ihr auch.
Wir sind ineinander aufgesogen, so, als wären da zwei von Uns. Wir sind hingerissen. Wir sind angesichts der Liebe, die Wir sind, hingerissen.
Denkt daran! Liebe ist da, und Wir sind all die Liebe in der Welt und im Himmel. Wir. Ich. Du.
Wir sind in einem Hafen der Liebe vertäut. Wir segeln auf einer See der Liebe. Wir klettern Berge der Liebe hoch, und Wir rutschen auf ihnen hinunter. Es gibt keinen Ort zum Verweilen, wo Liebe nicht ist, denn einzig Liebe ist.
Selbst in der Wüste ist Liebe da. Selbst in einem Abgrund ist Liebe da. Selbst dann, wenn Liebe unerwidert bleibt, ist Liebe da. Wo immer ein Seien ist, ist Liebe. Seien ist überall, und ihr seid seiend, Geliebte.
Es gibt so viel Liebe, sie ist unermesslich. Es gibt nichts, mit dem Liebe zu messen wäre. In einem Quentchen Liebe ist alle Liebe enthalten. Eure Gene sind aus Liebe. Die Eichel ist aus Liebe. Bäume und Blätter und Soden und was nicht alles sind Liebe.
Solange es Existenz gibt, gibt es Liebe. Selbst wenn es keine Existenz gäbe, gäbe es immer noch Liebe.
Liebe ist wild wuchernd. Liebe hat übernommen, und sie ist Herr im Hause.
Bloß, Liebe herrscht nicht. Sie treibt sich einfach herum, oder verschüttet sich, und doch geht sie nie aus. Liebe ist sich selbst wieder auffüllend. Sie ist selbst-erfüllend. Liebe ist nachhaltend. Sie ist mehr als nachhaltend. Sie ist ununterdrückbar. Liebe ist die Macht des Universums. Liebe ist in Bewegung und braucht keinen Schalthebel. Die Liebe selbst braucht nichts anderes. Sie ist alles, was da ist.
Selbst inmitten von Hass ist Liebe. Mit Sicherheit ist, wenn jemand hasst, eine große Faszination am Werk. Gedanken des gehassten Subjekts oder Objekts verzehren deine Gedanken. Die Flamme der Liebe ist immerdar. Die Flamme des Hasses geht aus. Es ist unumgänglich, sie erlischt.
In Wirklichkeit ist Liebe die Wahrheit, die einzige Wahrheit, und Liebe alleine ist.
3259
GOTT IST GEKOMMEN
Was ist da, was Ich nicht gesagt habe? Welche Liebe ist da, die Ich nicht gegeben habe? Was oder wer ist da, den Ich nicht liebte und den Ich nicht mit all Meinem Herzen liebte? Es gibt keinen gerechten Anteil, sobald es sich auf Meine Liebe beläuft. Es gibt nur den ganzen Anteil. Und doch sind da Jene, die sich ungeliebt fühlten. Es gibt Jene, denen Liebe versagt wurde, unterdessen Liebe dafür bestimmt ist, ausgegeben zu werden, wiewohl, ihnen ist Meine Liebe gegeben worden. Liebe, wie sie gegeben wurde, Liebe, wie sie entgegengenommen wurde – es mag sein, sie wurde nicht bemerkt. Und doch war Meine Liebe am Wuchern. Meine Liebe war, und sie wurde dennoch nicht gesehen. Meine Liebe war nicht sonstwo. Gleichwohl, wo man sich nach Liebe umschaute, dort war sie nicht.
Mache dir jedenfalls nichts aus der unwahrgenommenen Liebe, die in der Vergangenheit übersehen wurde. Mache dir jetzt nichts draus. Habe nichts an der Vergangenheit auszusetzen, während das Leben jetzt ist. Sieh die Gegenwart ein. Nimm sie in Empfang.
Sieh jetzt Meine Liebe. Spüre jetzt Meine Liebe. Erhasche die Essenz Meiner Liebe, so wie du beim Kerzensieden den Duft mitbekommen würdest. Es liegt in der Luft. Sie liegt in der Luft, nicht für Diesen, nicht für Jenen, sondern für Alle. Es gibt keinen Ausschluss, wenn es sich auf Meine Liebe beläuft. Es gibt niemanden, der weniger geliebt ist. Es gibt niemanden, der mehr geliebt ist. Meine Liebe ist nicht portioniert. Sie wird abgestrahlt. Alles im Radius Meines Herzens wird durch Mein Herz erwärmt, und
Jeder befindet sich im Radius Meines Herzens. Geliebte, es gibt keine Waisen. Es gibt keinen
Vernachlässigten, wenn es um die Liebe in Meinem Herzen geht. Die Welt mag den einen oder anderen bevorzugen, nicht aber Mein Herz. Mein Herz niemals.
Niemand ist mehr geliebt als du. Niemand ist weniger geliebt als du. Sei dir jetzt all der Liebe gewahr, die dir von einem Gott der Liebe, Der dich ohne Zurückhaltung liebt, erwiesen wird. Es gibt keinen Status, wenn es sich auf Meine Liebe bezieht. Es gibt keine Habenichtse. Es gibt keine Habenden. Es gibt keine Minderen, und keine, die mehr haben. Es gibt kein besser. Es gibt nichts, was für später aufbewahrt wird.
Spüre jetzt Meine Liebe. Sie ist für dich. Ich schauere Liebe über dich. Etwas anderes kann Ich nicht. Ich verkaufe Meine Liebe nicht. Um sie soll nicht gefeilscht werden. Sie soll ohne Rationen ausgegeben werden. Es gibt niemanden, der Mir teurer oder näher ist als du. Was auch der Mensch neben dir anhat, er hat weder mehr Meiner Liebe noch weniger. Dasselbe gilt für Titel. Dasselbe gilt für diejenigen mit Sternen auf ihren Türen, und es gilt für diejenigen, die keine Türen haben.
Meine Augen und Mein Herz sind unbegrenzt. Meine Liebe ist unbegrenzt. Meine Liebe zollt dem, wo sie niedergehen wird, keinen Bruchteil an Gedanken. Ihr steht es an, überall niederzugehen. Sie ist überall zum Eingesteckt-Werden. Ihr könnt sicher sein, Mein Name steht auf der Liebe, die euch übermittelt wird, und sie ist für euch bestimmt.
Ihr könnt meine Liebe kosten, ihr könnt sie aber nicht horten. Dafür gibt es keinen Grund. Macht für mehr Liebe von Mir Platz. Lasst Meine Liebe sich auf den Weg in euer Herz begeben. Haltet die Gefäße geöffnet, damit Meine Liebe durch sie hindurch gegossen werden mag. Meiner Liebe liegt es an, euer Herz zu betreten. Haltet den Weg zu eurem Herzen offen. Der Weg zu eurem Herzen ist keine kleine Allee. Er ist eine weit geöffnete Chaussee. In deinem Herzen ist Raum für all Meine Liebe, und in deinem Herzen ist Raum, um alle zu lieben. Mache Raum für Meine Liebe, und mache in deinem Herzen Platz für Meine Liebe, um zu allen scheinbar Anderen hin zu fließen. Schaffe in deinem Herzen Raum.
Dein Herz kann nicht mehr länger für sich allein sein. Es ist nun Gemeingut. Herzlos gibt es nicht mehr. Es gibt bloß herzvoll. Jetzt hebe Ich mit dir an. Öffne dein Herz weit. Gott ist gekommen.
3260
IN DEN WÄLDERN SPAZIERENGEHEN
Was für einen Nutzen hat Tumult und Herzschmerz? Das einzig Gute, was einem Aufruhr und Herzschmerz zu geben vermag, ist, auf die Schönheit und den Frieden hinzuweisen. Genug der Verwüstungen durch Herzschmerz und Gewühl, und du wirst etwas Anderes sehen. Du wirst von der einen Sache genug haben und etwas Anderes begrüßen.
Eine Zeitlang wart ihr im Wald. Ihr seid durch Gestrüpp gelaufen. Ihr habt ausgetrocknete Flüsse durchquert. Ihr seid den Stechmücken ausgesetzt gewesen. Ihr seid über Felsen gestolpert, und alledem habt ihr Aufmerksamkeit gezollt. Vielleicht bestand eure ursprüngliche Aufmerksamkeit darin, in den Wäldern köstliche Morcheln zu finden, und ihr habt keine zu sehen bekommen.
Nun wendet ihr beim Durchstreifen des Waldes eure Aufmerksamkeit von den Faibles ab. Ihr konzentriert euch auf das Auffinden der üppigen saftigen Morcheln. Ihr nehmt euren Geist von den Stechmücken und Ähnlichem fort. Sie werden da sein, jedoch beachtet ihr sie nicht, keinesfalls mehr so stark. Nun seid ihr wie Sherlock Holmes, mit der Ausnahme, dass ihr euch nach Morcheln und nicht nach sachdienlichen Hinweisen umseht.
Ihr befindet euch auf Ausschau nach Morcheln, und ihr findet sie. Ihr findet Felder voller Pilze und sammelt sie ein. Ihr habt euch gefreut, an sie zu denken, und ihr habt euch gefreut, sie ausfindig zu machen. Ihr habt euch gefreut, sie in den Korb zu legen, und ihr genießt es, an das wohlschmeckende Mahl, das euch bevorsteht, zu denken. Ihr habt derart viele Pilze gefunden, dass ihr sie, das ist unvermeidlich, mit Anderen teilen möchtet. Jeder in eurem Haus und vielleicht in der Nachbarschaft wird etwas von diesen köstlichen Pilzen abbekommen, die in eurem Ofen heranbräunen.
Anstatt dich nach Beeinträchtigung umzusehen, befandst du dich auf Ausschau nach Morcheln. Und das machte alles in der Welt anders.
Schaue dich nicht nach Fehlern um, und für dich stehen die Chancen günstig, dass du Segnungen finden wirst. Und falls du Fehlerhaftes zu finden scheinst, nun, dann, schüttle es ab, wie du es mit einer Fliege tun wirst, und setze deine Reise fort. Bestimmt, Geliebte, euer Leben hängt mehr davon ab, wonach ihr euch umseht, als davon, was ihr findet.
Habt ihr Mich gehört? Die Frage handelt nicht davon, was ihr findet. Sie handelt davon, wonach ihr euch umseht. Selbst wenn euch Plagen und Pestilenz umgeben – eure Augen befinden sich auf etwas Anderem. Und das macht einen himmelweiten Unterschied aus.
Du hast etwa Durst. Wiewohl – während du durch den Wald läufst, schaust du dich nach Wasser um, nicht nach dem Durst. Du bist unverändert durstig, und du horchst auf den Klang eines Bergbachs.
Du hast etwa Hunger. Du schaust dich nicht danach um, hungrig zu sein. Du siehst nach Blaubeeren, nach üppigen, köstlichen Blaubeeren. Unterwegs kannst du immer noch die Iris und den Frauenschuh genießen, die du am Wegesrand erblickst. Du kannst dich unterwegs freuen.
Vielleicht ist dein Milieu mehr dasjenige der Einkaufszeilen und Boutiquen. Du denkst stärker daran, wonach du dich umsiehst, als daran, wonach du dich nicht umsiehst. Vielleicht suchst du ein Hemd. Unterwegs siehst du eine Menge Dinge, nach denen du dich nicht umschaust, doch was soll’s? Du schaust nach einem Hemd.
Anders gesagt, du siehst zu, dass du zufrieden bist. Du siehst nicht zu, dass du dich nicht freust. Die Suche nach der Freude läuft. Die Suche nach Minderem als Freude ist abgestellt.
Und während du Einkaufen gehst, schalte die Wörter Freude an und die Wörter des Verdrusses aus. „Schau dir dieses wunderbare Hemd an“, sagst du. Es mag ja sein, es ist für dich zu klein oder zu groß, und doch hast du Anzeichen von Land gesehen. Sei inspiriert, unablässig weiterzusehen. Nie mehr wirst du sagen: „So hab ich’s mit dem Glück. Ich finde das Hemd, das ich möchte, und es passt mir in der Größe nicht.“
Geliebte, Ich bitte euch, eine neue Sprache zu erlernen. Ich bitte euch, neue Wörter zu bilden. Ich bitte euch, die eine Sache zu betonen, eine andere nicht.
Jemand wird wohl zu Mir sagen: „Aber, Gott, das stimmt doch. Das ist Tatsache. Das Hemd passt nicht.“
Und Ich sage: „Geliebte, was hat das damit zu tun? Sobald du das Hemd, was zu groß oder zu klein ist, hervorhebst, hebst du das hervor, was dir kein Glück verleiht – außer, du bist gerne das Opfer. Es ist nicht nur so, dass du den Verdruss hervorhebst, du hebst die Vergangenheit hervor, die Vergangenheit, Geliebte.“
Entsinne dich, du befindest dich auf einer Suche danach, was du möchtest. Du siehst dich nicht nach einem Fazit um, bei dem du angelangst. Du siehst dich nicht danach um, an der Suche zu verzweifeln.
3261
GOTTMÜTIG
Seid gutmütig. Das ist etwas Herrliches, gutmütig sein. Hegt die Absicht, verträglich zu sein. Ihr wollt bestimmt, da bin Ich sicher, eher verträglich als schwierig sein.
Gutmütigkeit verweilt nicht lange bei etwas. Gutmütigkeit zieht die Schultern hoch und sagt: „Na und? Wenn nicht alles so ist, wie ich es möchte? Na und, wenn nicht alles standardmäßig verläuft? Ich muss mir bei meinem Vergnügen nicht dreinreden lassen. Ganz bestimmt nicht bei den kleinen Dingen des Lebens. Ich, die Verträglichkeit, bin die naturgemäße Natur. Ich bin, wie es für alle angelegt ist zu sein.“
„Kleinlichkeit ist unentwegt. Alles ist an seinem Platz“, sagt die Kleinlichkeit. Sie springt gerne auf jegliche Verletzung ihrer zahlreichen Regeln an. Manchmal kennt sie nicht einmal ihre eigenen Regeln, bis sie dann in den Blick bekommt, wie sie verletzt werden. Manchmal erteilt sie keine Warnung, nicht einmal sich selbst. Sie bläht ihre Nüstern. Ohne ein Wort bringt sie sich ins Spiel. Sie ist ein feuerspeiender Drachen mit Krallen.
Was für ein großes Ziel, es sich leicht zu machen und zu gefallen. Das ist ein hohes Ziel. Denke einfach daran. Sich lieber freuen als unmutig sein.
Ihr könnt das, Geliebte. Ihr könnt euch vor der Bestürzung in Sicherheit bringen.
Es mag ja durchaus so sein – bei umfassenderen Dingen begebt ihr euch nicht ins Verurteilen. Bei kleineren Dingen indes schon; macht infolgedessen die kleineren zu den großen Dingen. Warum solltet ihr euch das antun mögen?
Missfallen macht dich nicht zum Mitglied der Königsfamilie. Niemand möchte zimperlich sein wie die Prinzessin und die Erbse. Kleinlichkeit bringt nicht Königliches hervor. Das Königtum gibt Verträglichkeit preis. Sei du sodann einer aus dem Königtum, der sich an allem erfreut und alles segnet. Die Domäne derjenigen, die in aller Bereitschaft zufrieden sind, ist das gesamte Universum. Selbst wenn jemand König oder Königin einer kleinen Insel ist, er oder sie regiert die Galaxien.
Betulichkeit nimmt winzige stöckelnde Schritte. Gutartigkeit ist von Gottes Natur, und sie hüpft. Nicht in den kleinen Dingen verfangen, macht die Gutmütigkeit große Schritte.
Sie schürzt nicht die Lippen. Sie rümpft nicht die Nase. Nein, die Verträglichkeit ist eine Grande Dame.
Hegt das Ansinnen, verträglich zu sein. Falls es etwas gibt, was zurechtgebracht gehört, so seid derart gutmütig, dass dabei ein Jeder gerne nachgeben möchte.
Kritisiert, und ihr werdet kritisiert. Freut euch, und ihr werdet erfreut.
Habt eure Standards. Habt Standards, die selbst Jene mit offenen Armen bei euch aufnehmen, die nicht euren Standards folgen.
Hier liegt das Geheimnis. Findet das Gute, welches mit dem einhergehend existiert, was gegen eure Standards verstößt. Es gibt bessere Dinge als Perfektion, Geliebte. Schaut euch nach ihnen um. Lasst die Unbeschwertheit in eurer Wertschätzung steigen.
Entsinnt euch, Jeder ist Mein Kind. Jeder möchte euch glücklich machen. Niemand versucht, damit davonzukommen, minder zu sein, als ihr es gerne habt, und doch muss ihnen ihre Freiheit gewährt bleiben.
Und gebt euch selbst die gleiche Freiheit. Ihr habt nicht derart pingelig zu sein, wie ihr es wart. Nehmt euch und eure sogenannten Fehler mit entschiedenerer Herzlichkeit in Empfang. Seid herzlicher im Willkommenheißen. Seid von ganzem Herzen bewillkommnend. Begrüßt in eurem Herzen die Welt. Begrüßt euch selbst, und hernach werdet ihr verträglich sein.
Seht es so, ihr seid im Leben ein Tänzer. Ihr seid Licht auf euren Füßen. Euer Fingerspitzengefühl ist Licht. Ihr hüpft hoch. Ihr gelangt zum Himmel. Wie glücklich seid ihr. Ihr hüpft hoch, und ihr landet auf euren Füßen. Ihr seid die Sonne, die alles willkommen heißt und segnet, nicht aufgrund von Marotten, sondern aufgrund der höchsten Weisheit.
Es geht um Liebe, worüber Wir reden. Um Liebe, die Meinem Herzen so teuer ist.
Heute keine Stirnfalten mehr, Geliebte. Heute lächelt ihr. Heute lächelt ihr Jeden an, der vor euch hintritt. Das ist alles, was ihr zu tun habt, lächeln, und es so meinen, Geliebte.
3262
DER HIMMELS-EXPRESSZUG
In welcher Fallgrube du dich deinem Empfinden nach auch befindest, du hast dort nicht zu bleiben. Das ist das Schöne dabei, du kannst aufstehen und aus jeder Grube der Verzweiflung heraussteigen, in die du gefallen bist. Klettere heraus. Reibe dir die Augen und klettere heraus. Schaufle dich mittels deiner Wahl der Freude heraus. Dies ist deine Schaufel. Deine Fähigkeit zum Wählen. Du bist nicht auf die Gnade des düsteren Denkens angewiesen.
Du magst auf die Gnade der Elemente angewiesen sein, indes nicht auf die der Gedanken, die deinen Geist durchlaufen. Lasse sie allesamt hindurchlaufen und austreten.
Lasst Uns mal sagen, es gibt einen Express-Zug und einen tuckernden Nahverkehrszug. Nimm den
Express-Zug. Er fährt zum Glück. Am Nahverkehrszug ist nichts Falsches, doch hast du ihn vielleicht lange Zeit genommen. Er hält an den gleichen Haltestellen wie immer, und er bringt dich nicht dorthin, wohin du möchtest. Der Schnellzug bringt dich dorthin, und zwar rasch. Er hat für dich weniger Verschleiß an sich. Er befördert dich direkt zum Bestimmungsort. Wie schnell er fahren kann. Wie rasch er dich aus der Flaute herausbringen und bei Mir absetzen kann, wo Trostlosigkeit und Ähnliches nicht existieren können, nicht existieren und nicht existieren werden. Kommt, fahrt mit Mir im Schnellzug. Ich nehme die kürzeste
Entfernung zwischen zwei Punkten. Die Punkte sind, wo du dich befindest, und wohin du gehen möchtest.
Du brauchst keine Fahrkarte. Eine Fahrkarte mit deinem Namen drauf hat bereits auf dich gewartet. Nimm sie in Anspruch, und springe auf. Komme in den täglichen Express-Zug hinein. Es ist Platz für alle da. Du wirst immer einen Platz finden.
Tatsächlich gibt es keine Fahrkarte. Du wirst nie nach ihr gefragt. Der Schnellzug ist auf deine Anfrage hin ganz zurecht der deine. Also, du musst nicht einmal bitten. Die ganze Zeit war dir ein Sitz zugewiesen. Komm, nimm den Schnellzug. Ich bin der Zugführer. Du der Passagier.
Es gibt nur einen Express-Zug. Dann und wann kommt es dazu, dass andere Züge wie der Schnellzug aussehen. Billige Nachahmungen. Trotzdem, sie können dich täuschen. Sobald du einmal in den falschen Zug einsteigst und deinen Fehler herausfindest, steige aus. Du kannst immer noch den Schnellzug bekommen. Er steht immer vor deiner Türstufe. Du befindest dich immer an der Schwelle des Himmels. Du bist genau da, und weißt es nicht. Jetzt weißt du’s. Jetzt weißt du, wo du den Himmels-Schnellzug bekommen kannst. Du bekommst ihn genau da, wo du bist. Der Schnellzug ist keinen Schritt weit weg. Er wird soeben bestiegen.
Du musst nicht packen. Es gibt nichts zum Mitnehmen. Ganz bestimmt kann dir die Vergangenheit nicht Gesellschaft leisten. Es gibt Eines, wofür der Express keinen Platz hat, und das ist die Vergangenheit. Halte Ausschau nach dem Express, auf dem ‚Himmel Jetzt‘ steht, und nimm ihn kurzerhand.
Es macht nichts, ob du für die Reise angezogen bist oder nicht. Es macht nichts, ob du darauf vorbereitet bist. Der Schnellzug steht kurz vor der Abfahrt. Lasse ihn nicht mehr länger warten. Er hat auf dich gewartet. Wirst du ihn wirklich warten lassen mögen? Ohne dich wird er nicht abfahren. Gelange in diesen Zug, so wie du im Park auf eine Schaukel springst. Immer höher. Sieh, wie hoch du kommen kannst. Überlasse Mir das. Alles, was du zu tun hast, ist aufspringen.
Sagt es einfach, Geliebte. Sagt einfach: „Ich springe auf Gottes Schnellzug. Das ist alles, was ich zu tun habe – aufspringen. Einmal drin, befinde ich mich auf meinem Weg.“
Bestätige den Zug, dem du den Vorzug gibst. Gestehe deine Präferenz ein, und dann bist du drin.
Danach – flieg flieg – fährst du mit dem Express. Flieg flieg – du fährst in Gottes Express-Zug, der dich direkt zu Meinem Herzen befördert.
3263
DER KERN DES HERZENS
Heute wirst du Veranlassungen zum Lieben finden. Etliche werden dir kinderleicht sein. Bevor du es weißt, wirst du Liebe gegeben haben. Es ist so, wie wenn du mit einem Bus fährst, und du stehst auf und gibst jemandem deinen Platz, ohne darüber nachzudenken. Andere Gelegenheiten sind vielleicht nicht so leicht. Du wirst nicht einmal daran denken aufzustehen und deinen Sitz einem Anderen zu überlassen. Oder, falls du daran denkst, ziehst du es vor, es nicht zu tun.
Es ist im Grunde nicht so, dass du beim Lieben etwas aufgibst. Du erlangst etwas. Es ist eine Frage dessen, was du willens bist, dir selbst zu geben. Es ist eine Frage, wie viel Liebe du dir selbst geben möchtest.
Es wird wohl nicht Jeder, den du anlächelst, dein Lächeln erwidern. Du lächelst nicht eines Zurücklächelns halber. Du lächelst für Mich. Es bin Ich, der dein Lächeln einfängt. Ich empfange es, ein jedes Lächeln von dir. Ich nehme den Platz, den du freimachst. Ich empfange die Hilfe, die du einem scheinbaren Fremden gibst. Ich bin der Empfänger von allem, was du gibst. Ich setze deine Seele wieder instand, und du gibst Mir ein Trinkgeld.
Jeder Schritt, den du nimmst, wird in Huldigung für Mich getätigt. Es gibt keinen Anderen dafür. Was dir auch an Menschen durch den Sinn geht, welchem Einzelnen du auch dienen magst, du dienst Mir. Es gibt keinen Anderen, um ihm zu dienen, Geliebte. Wer der einzelne Mensch vor dir auch scheinen mag, du dienst Mir. Diene Mir gut. Diene Mir gut, weil darin das Glück zu liegen kommt.
Wir reden nicht bloß über dein Glücklichsein, das verstehst du. Erlebe das Glück auf alle Fälle, jedoch ist es nicht nur für dich allein. Das Glück für dich allein ist eine kurze Zeit lang dienlich. Geliebte, es gibt niemanden, dem zu dienen ist, außer Mir. Du dienst dem Bediensteten.
Es bin Ich, den du aus einem Feuer rettest. Es bin Ich, bei dem du deinen Hut lüftest. Es bin Ich, für den du lächelst. Für Mich trägst du Pakete. Für Mich schenkst du etlichen Dingen keine Beachtung mehr, auf die du geblickt hast. Um Mich geht es, dessetwegen du Kleinheit aufgibst und Größe erwirbst. Alles, was du tust, wird Mir dargeboten. Ich bin der Koster des Essens, was du servierst. Ich bin Alles.
Ich bin der Eine, den du einlädst. Ich bin der Gast, Der an deiner Tür erscheint. Ich bin der Gastgeber des Universums, und Ich bin dein Gast. Eingeladener- oder nicht eingeladenerweise, Ich bin dein Gast, und doch bin Ich gleichfalls der Party-Geber. Sage zu dir selbst Hallo. Sage zu Mir Hallo. Das ist das gleiche.
Jede Freundlichkeit, die du gibst, gibst du Mir. Und Ich nehme sie entgegen.
Keine Mutter weist den Löwenzahn zurück, den ihr Kind pfückt, um ihn ihr zu überreichen. Kein Gott im Himmel versagt sich irgendeinem Geschenk von dir. Der Altar, auf dem du deine Geschenke niederlegst, ist der Altar der Welt. Wie simpel und liebreizend ist das.
Es ist so, als würdest du ein Freudenfeuer aufschichten, was überall erblickt und gespürt werden kann. Du bringst Anmachholz herbei. Du bringst einen Stock. Du bringst ein Blatt. Du bringst eine Krume. Du bringst einen Holzklotz. Du bringst etwas Stroh. Das ist gleich. Es zählt, dass du etwas bringst. Das größte Geschenk ist nicht immer das größte. Das kleinste kann das größte sein. Die Geschenkgröße ist unwesentlich. Was du gibst, ist die Herzenssache, und dementsprechend gibst du.
3264
HALTE DEINE FLAMME AM BRENNEN
Ich übergebe dir die Welt, sie emporzuheben. Das ist deine Aufgabenstellung. Das ist der Zweck hinter allem, was du tust. Der Atlas hielt die physische Welt hoch. Ich bitte dich, den Geist der Welt hochzuhalten. Ich bitte dich, der Welt einen Schlag Freude dazuzugeben. Gibt es eine bessere
Aufgabenstellung? Was sonst wolltest du lieber angemutet bekommen? Ich sage zu dir: „Hebe den Geist der Welt hoch. Mache die Welt zu einer Quelle des Glücks. Das ist der Ansatz, den Ich dir überantworte.“
Ich rede nicht von erzwungenem Lachen, Geliebte. Ich rede nicht vom Glucksen. Ich rede von einer Freude, die alle Abwicklungen durchläuft.
Meinst du nicht, die Sonne hat Freude am Scheinen?
Sieh dich als Sonne in der Welt. Scheine durch deine pure Präsenz. Erhelle die Welt. Tue dies in aller Stille ohne Fanfarenklänge. Niemand außer dir und Mir braucht zu wissen, was du tust. Lasse es die Menschen nicht wissen. Lasse sie sagen: „Ich fühle mich heute so gut. Ich weiß nicht warum. Ich spüre, wie die Sonne auf mich scheint. Ich spüre, wie mein Herz in die Höhe gehoben ist. Ich spüre eine
Beschleunigung meines Schritts. Ich spüre, dass die Dinge den Aufwand wert sind. Ich habe das Gefühl, als würde ich irgendwo hingehen, wohin ich voller Eifer unterwegs bin. Ich weiß nicht, was es ist, doch weiß ich, dass es etwas Wundervolles gibt, worauf ich mich zubereite. Ich befinde mich auf meinem Weg.“
Und so erhebst du die Welt. Plötzlich wird die gesamte Welt emporgehoben sein. Sie wird erleuchtet sein. Du wirst dir in den Augen reiben, damit du dir sicher bist, dass du richtig siehst. Und du wirst sehen, dass du deinen Anteil daran hattest, und dass du der Menschheit, dass du Mir dientest.
Du kannst dich als einen Elektriker sehen, wenn du möchtest, denn du hast die Welt neu verdrahtet. Alle Lichter funktionieren nun. Alle bleiben an. Jetzt wird das Licht überall sichtbar. Die Sonne der Welt ist aufgegangen. Du hast sie angeschaltet. Es gibt keine einzige Kerze, die du ausgeblasen hast. Es gibt kein einziges angezündetes Herz, was du abgedunkelt hast. Du hast die Welt zu ihr selbst willkommen geheißen, und du hast Jeden zur Welt willkommen geheißen. Und so hast du Mich bewillkommnet.
Nicht dass Ich auf Zeremonien stehe. Ich warte auf kein Herzlich Willkommen. Ich sage ein Herzlich Willkommen. Ich habe euch vor langer Zeit willkommen geheißen. Bevor ihr geboren wurdet, habe Ich euch willkommen geheißen. Ich begrüßte den Gedanken von euch, ihr, die ihr Mein schierer Gedanke seid.
Meine Liebe ist sehr persönlich, und doch können Wir nicht sagen, dass Meine Liebe automatisch ist. Gewiss, Meine Liebe kann ausgedreht werden. Sie kann aber eigentlich nicht angestellt werden, weil Meine Liebe dauernd an ist.
Stelle deine Liebe auf An. Für euch gibt es kein Aus, Geliebte. Andere Lichter könnt ihr indes ausschalten. Ihr könnt auf Jeden helles Licht scheinen. Eure Gedanken werden das tun. Eure Gedanken sind der Schalter, mit dem ihr die Welt aufeuchten lasst. Eure Gedanken sind die Signale. Erhellt die Welt, und ihr strahlt euch auch selbst an.
Ihr seid der Sensor, an dem ihr dreht. Die Welt hängt von eurem Licht ab. Haltet eure Flamme am Brennen. Entsinnt euch, wofür ihr hier auf der Erde seid. Ihr seid hier, um die Welt zu erhellen und zu erheitern. Wegen etwas Anderem seid ihr nicht hier.
Mir dienen geht nicht über Worte der Bewunderung. Mir dienen läuft im stillen Anstecken der Welt. Werft derart ein Auge auf die Welt, dass ihr sie aufleuchten lasst. Putzt sozusagen die Schuhe der Welt. Dreht alle Herzenslichter an. Gebt euer Licht.
Vergesst euren Titel. Geschäftsführer oder Assistent, Frau des Hauses oder das Mädchen, das das Haus sauber hält, ihr habt eine einzige Beschäftigung, und sie heißt Mir dienen, und ihr dient Mir am Besten, indem ihr überall, wo ihr seid und bei allem, was ihr tut, euer Licht anlasst. Hinterlasst eine Spur Meines Lichts, sodass Alle ihm nachgehen und erkennen mögen, dass es in der Tat Liebe in der Welt gibt, die scheint, und dass es eine Erde gibt, die gewaltig wie der Himmel ist.
3265
WIE WEIT DIE LIEBE DOCH GEHEN KANN
Ich bin kein Gott der Disziplin. Ich bin kein Gott der Gefälligkeiten. Ich bin der Gott der Liebe. Eben so wie Licht strahlt, so liebe Ich. Ich kenne nichts anderes, was es zu tun gibt. Was könnte Ich wohl anderes tun als lieben?
Natürlich, Ich rede nicht von Liebe in den Begriffen der Gebrechlichkeit menschlicher Liebe, nicht von jener An- und Aus-Liebe. Ich meine Liebe. Ich meine Liebe, die niemals blinkt. Meine Liebe bleibt an. Sie ist permanent, unauslöschlich, sie scheint helle, lichte Liebe. Das gesamte Universum ist in Meinem Licht getragen, aus Meinem Licht heraus geboren, durch Mein Licht aufgezogen.
Wir können sagen, Mein Licht und das Leben selbst sind das gleiche. Auch euer Licht geht niemals aus. Der Tod des Körpers ist unwesentlich. Der Körper ist das Letzte von euch. Der Körper ist sogar noch weniger als das. Er ist überhaupt nicht euch! Euer Körper ist nicht einmal so viel wie die Rinde an einem Baum. Euer Körper ist ein Fahrzeug. Zu jeder Lebenszeit liefert ihr es ab. Es hat euch gedient und gut gedient. Ihr braucht es nicht mehr länger. Tragt im Sinn, dass ihr es im Grunde genommen nie brauchtet! Ihr brauchtet es nur so weit, wie das Leben auf der Erde reicht. Ihr brauchtet es einfach um der Erscheinlichkeit halber, Geliebte.
Im Grunde habt ihr mit eurer Erscheinung nichts zu tun. Selbst dann, wenn ihr Stunden damit verbringt, Make-up aufzulegen und Kleider einzukaufen – eure Erscheinung hat nichts mit euch zu tun. Das soll nicht sagen, dass die Erscheinung nicht ihre Wertigkeit besitzt. Selbstverständlich hat die Erscheinung in der Welt ihren Wert, jedoch ist der Wert, so wie die Erscheinung selbst, nicht lange-während. Du, das Du von dir, ist lange-während. Tatsache ist, du bist ewig. Du bist unendlich und ewig. Du bist die Summe und die Substanz. Die Erscheinung ist das nicht. Die Erscheinung erscheint bloß. Sie ist die ausladende Illusion, die man die Welt nennt.
Sieh mehr davon, was jenseits der Erscheinung liegt. Dort ist sogar eine noch größere Schönheit zu finden, als du bereits erlebt hast. Dort ist eine noch größere Liebe, als du erkannt hast. Die größte Liebe, die du erlebt oder gesehen oder über die du gelesen hast, selbst dann, wenn du Sturzfluten von ihr kennen gelernt hast, kommt nur einem einzelnen Regentropfen der Liebe gleich.
Es gibt einen ganzen Fluss der Liebe, der von dir, dem scheinbaren Dir, her in Erscheinung tritt. Du fährst in diesem Augenblick auf diesem Fluss. Die Strömung zieht dich voran zum Ozean, woher der Fluss kommt. Die Strömung der Liebe zieht dich zum Ozean der Liebe, auf dem du immer warst und den du nach wie vor noch nicht richtig zur Notiz nimmst. Ihr wart unaufmerksam, Geliebte. Die Gezeiten der Liebe haben euch in ihrer Knechtschaft, und bald gelangt ihr zum Ozean, und bald gelangt ihr zur Küste der Liebe, um niemals mehr von ihr abzuweichen, nicht einmal mehr in eurer Einbildung. Jedwede Abweichung von der Liebe war eure Einbildung. Die Sache ist, ihr glaubt daran, was ihr euch einbildet. Glaubt mehr an die Liebe. Glaubt mehr daran, dass ihr ein Liebesagent und nichts als Liebe seid.
Aller Propaganda der Welt zum Trotz – die Welt ist in Liebe übernommen. Schaut euch an, was die Menschen alles umsorgen, und ihr seht den Saum der Liebe. Sogar um den Krieg gibt es ein Bemühen! Habt ihr eine anfängliche Vorstellung davon, wie weit Liebe zu gehen vermag? Wie viel Liebe kann da sein, dass sogar der Krieg geliebt wird? Jemand liebt ihn.
Selbstverständlich, es ist tatsächlich die andere Seite des Krieges, die geliebt wird. Bei der Liebe handelt es sich darum, was jenseits des Gedankens des Krieges liegt. Krieg meint den Krieg bezwingen. Krieg meint den Krieg selbst auslöschen. Der Krieg weiß noch nicht darum, dass er ausschließlich durch die Liebe ersetzt zu werden vermag. Sobald der Krieg einmal tief durchatmet, übernimmt die Liebe, diese hübsche, stille, lichte Liebe namens Friede. Friede, das ist klar, ist weitaus mehr als die Abwesenheit von Krieg.
3266
DER WACHTRAUM, DEN IHR DURCHLAUFT
Seelen rühren andere Seelen. Inmitten des Herein und Heraus des gewöhnlichen Lebens fassen Seelen einander an, und Bündnisse werden geknüpft. Es geht derart viel auf dem unterirdischen Geflde des Lebens vor sich. Da ist die Ebene, auf der alles bekannt ist. Tatsache ist, ihr wisst alles, und ihr vergesst derart zügig. Ihr erinnert euch nicht einmal mehr, dass ihr etwas vergessen habt. Es ist in etwa so, wie wenn ihr in einen Laden geht. Erst wenn ihr zuhause seid, erinnert ihr euch, dass ihr Tomaten vergessen habt. Vielleicht hattet ihr euch im Geschäft daran erinnert, und dann wurdet ihr bei den Avocados abgelenkt.
Das Leben, so wie es in der Welt gelebt wird, reicht euch nicht aus. Ihr könnt auf ihm nicht überleben. Zuallererst müssen die Tiefen da sein, damit die Oberfläche existiert, und die Oberfläche vermag euch bei all ihren Verdiensten nicht zu unterhalten. Selbst diejenigen Menschen, die ganz alleine auf dem Backstein und dem Mörtel des Lebens zu laufen scheinen, keuchen um die Tiefen. Ihr müsst Luft haben um zu leben, und dennoch lebt ihr nicht von der Luft alleine.
Es ist mehr an euch, als was dem Auge unterkommt. Das habt ihr zu wissen. Ihr habt euch selbst Glauben zu schenken. Ihr habt Mir Glauben zu schenken.
Ich machte das Leben in Technicolor, bevor Technicolor erfunden wurde. Schwarz und Weiß stimmten nie. Und gleichwohl liegt hinter der Lebendigkeit der Farben und hinter dem Weiß und dem Schwarz und dem Grau Dimension um Dimension. Es gibt keinen Raum, in den ihr hinein fallen könnt, und doch fahrt ihr mit einem Aufzug, der auf viele Etagen führt. Ihr fahrt von Etage zu Etage, und ihr flippt durch Dimensionen, und indes lasst ihr euer Gewahrsein dessen, was irgendwo in der Weite etwas ist, weg. Ihr könnt euch eigentlich nicht ausdenken, wie weit die Weite ist, und doch habt ihr ihr zahlreiche Male einen Besuch abgestattet. Tatsache ist, ihr seid nie von ihr weggegangen, ausgenommen einen Augenblick des Gewahrseins lang, nach dem anderen.
Was ihr passiert, trägt keine Straßenschilder. Was ihr durchmesst, hat keine Namen. Wir können sagen, der Saft des Lebens, der euch ernährt, ist ebenso farblos. Nicht anders beargwöhnt ihr die Wahrheit, und irgendwie könnt ihr es nicht verkraften, euch nach der Wahrheit in eurer Hand auszustrecken.
Dort ist eine mit Edelsteinen belegte Schatzkiste, die darauf wartet, geöffnet zu werden. Sie wartet auf euch, dass ihr sie öffnet. Sie vergeht nach euch, dass ihr sie aufmacht. Es ist keine Kiste der Pandora, Geliebte. In der Schatzkiste liegen alle Dimensionen des Lebens, in denen ihr herum tänzelt. Du bist ein Schlittschuhläufer, der bloß das Eis kennt und nicht recht erfasst, dass es da Dasjenige gibt, was das Eis trägt, auf dem du läufst.
Wenn du nachts träumst und dich an deinen Traum erinnerst, hast du Einiges an Gewahrsein von den unterschiedlichen Ebenen des Traumes, in dem du ein- und ausgingst.
Das Gleiche gilt für den Wachtraum, den du durchläufst. Der Traum, den du träumst, während du durch den sonnenbeschienenen Tag läufst, ist angefüllt mit Myriaden an Weite. Gehen, über deinen Gang nachdenken – alldas reicht weit. Du bist mehr, als dir vertraut ist. Die Welt, in der du lebst, ist mehr, als du erkennst. Jetzt kannst du anfangen, zu erkennen.
Du läufst jeden Tag durch die Hallen des Himmels. Ich möchte gerne sagen, jeden Tag erreichst du die Spitze, und doch gibt es beim Himmel keinen Gipfel. Er ist grenzenlos. Selbst während du die gewöhnlichen Grenzen des alltäglichen Lebens durchmisst, bist du nicht an ihnen festgeklebt. Du denkst, du seist es, jedoch überquerst du jeden Tag die Sieben Meere, die jetzt dein Leben, das du kennst, ausmachen. Du bist kein Menschenwesen mit einer einzigen Ebene. Du reist in Runden des Universums. Genauso gut könntest du damit vertraut sein, dass du mit Mir unterwegs bist, und Ich mit dir. Du bist zur selben Zeit Geerdet wie Gehimmelt.
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GRÜNE AUEN
Was geht heute mit dir vor? Was verwirrt dich? Was besänftigt dich? Was brachte dich zum Bescheid, dass du Besänftigung nötig habest? Wer hat dich geringschätzig behandelt, und wieso übergibt dir eine Geringschätzung eine derart große Bewandtnis, dass du ihretwegen gereizt wirst?
Jemand war heute egoistisch. Er stellte seinen Egoismus über den deinigen. Er nahm deine Chance fort, egoistisch zu sein. Dein Egoismus wurde untergraben. Wieso sinnst du deswegen hinterher noch einmal nach?
Was genau ist Sache, dass ihr derart sicher seid, es gehöre instand gesetzt? Geliebte, es liegt euch nicht an, die Welt zu berichtigen.
Sei eine Lehrerin, die das herausfindet, was in ihren Schülern willkommen zu heißen ist. Sei ein Lehrer, der sich nicht nach den Unstimmigkeiten bei den Kindern umsieht. Er sieht darauf, was zu lieben ist, und, falls nicht zu lieben, was zu mögen ist. Er schaut darauf, das Kind aufzurichten, und nicht, es ein oder zwei Sprossen herunterzuholen.
Eben so wie du Mein Kind bist, sieh die Welt als dein Kind und hilf ihr zu wachsen. Auf die Fehler der Welt hinweisen betont ihre Irrtümer. Auf ihre Verdienste hinweisen ist ihr behilfich, in Freuden empor zu wallen. Gib der Welt einige Freude.
Und dem Menschen, der dich geringschätzig behandelte – vielleicht hatte er es mehr nötig, sich an den ersten Platz zu stellen, als du es nötigt hattest. Gilt es darüber muffelig zu werden? Freue dich, dass du über alle Maßen mit deinem Egoismus dabei gut wegkommst. Sei froh, dass deine Bedürftigkeit, der Erste zu sein, geringer ausgeprägt war als die seine. Ist das kein Grund zum Feiern?
Und falls du dich im Augenblick nicht in der Lage siehst, zu feiern, ist der Zeitpunkt verstrichen, und wieso sollte jetzt die Gedankenlosigkeit eines Anderen auf deine Stimmung und dein Leben durchschlagen? Wieso solltest du Gedanken, ja gar mentale Gespräche mit dir herum tragen, in denen du den Anderen berichtigst? Du fährst in einem imaginären Gespräch fort, in dem du sicher stellst, dass dein Gegenüber erkennt, wie er nicht nett zu dir war, indem er keinerlei Rücksicht auf dich nahm.
Geliebte, lasst Mich euch ein für alle Mal sagen – es liegt euch nicht an, Andere wegen ihrer Versagen zu erziehen. Was für ein Gebot ist das?
Anstatt auch nur einen Anfug an Verletztheit mit euch herum zu tragen, was ein Anderer tat oder nicht tat, was er sagte oder nicht sagte, habt einen Gedanken an Mich. Ist das nicht besser? Sieh, wie sich deine Aura ändert. Spürst du das? Wie schlicht und einfach ist ein Gedanke über Mich. Fülle die Luft mit Gedanken an Mich und schreite aus der Kümmernis-Bühne hervor.
Nunmehr könnte jemand entgegnen: „Aber schau, Gott schilt dich soeben, oder etwa nicht? Weist Er nicht auf Fehler hin, die dich begleiten? Berichtigt Er dich jetzt nicht?“
Darauf könntest du antworten: „Wieso, ja, schau aber hin, wie Er das macht. Gott liebt Mich. Wenn ich einen anderen Menschen zurechtweise, ist mein Motiv keine Liebe. Mein Gefühl ist nicht Liebe. Mein Ansinnen ist nicht Liebe. Gott kommt von der Liebe her, und ich komme von der Unruhe her. Mein
Motiv ist, meine Beunruhigung los zu werden. Gott ist nicht verwirrt. Nicht im Mindesten. Irgendwie hat Gott eine Art, mir was Was ist mitzuteilen, und ich bin froh darüber. Gott prügelt mich nicht durch. Er zeigt nicht mit dem Finger auf mich. Er zeigt auf Mein Glück und möchte mir gerne meine Befasstsein mit den Fehlern eines Anderen abnehmen. Gott legt seine Liebe auf mich, wie eine Mutter ihrem Kind eine Mütze aufsetzt.“
Du könntest ferner erwidern: „Wieso, Gott redet zu mir, wie eine Mutter am ersten Tag mit ihm redet, wann sie ihr Kind zur Schule schickt. ‚Sei zu anderen Kindern freundlich‘, sagt sie. ‚Streite dich nicht mit anderen. Und sobald du von der Schule nachhause kommst, habe ich für dich eine warme Tasse Kakao fertiggemacht.’“
Bin Ich nicht so? Und fühlst du dich jetzt nicht besser? Habe Ich dich nicht auf grüne Auen geführt?
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DIE WELT FROHLOCKTE
Was wäre, falls du dich selbst liebtest? Was wäre, falls du gut zu dir selbst wärest, und, hast du dich deinetwegen nicht schlecht gefühlt? Was wäre, falls du keine Sorgen, kein Bedauern hättest? Was wäre, falls du keine Zweifel über dich und über deine sogenannte Vergangenheit und Zukunft und Gegenwart hättest? Was wäre, falls du jetzt soeben ganz in Ordnung wärst und nichts anderes als in Ordnung sein könntest, unbesehen dessen, was die Welt denken oder was sie sagen oder tun könnte? Was wäre, falls du weitaus mehr wärst, als du dachtest?
Was wäre, falls es nichts Grässliches gäbe?
Was wäre, falls alles, was Ich sage, die Wahrheit, die absolute Wahrheit, darstellte?
Was wäre dann anders? Was würde sich direkt vor deinen Augen im Leben ändern, alldas, weil du Gedanken los lässt, bei denen du vormals gedacht hattest, du müssest sie haben, einerlei wie schädlich sie auch waren.
Was wäre, falls du heute brandneu sein könntest?
Ihr müsst nur in die Bibliothek eures Geistes gehen und neue Gedanken herausnehmen. Ihr würdet die alten los lassen, so, als ob jeder Tag der Anfang des Neuen Jahrs wäre.
Geliebte, jede Minute ist das. Jede Minute der Erdenzeit ist, während sie vermessen wird, der Start von Neuem, und das Aus fürs Alte.
Ihr, Geliebte, seid ein erstklassiges erneuerbares Betriebsmittel. Wischt das alte fort, und ihr werdet erneuert.
Denkt gut über euch. Wie schlecht habt ihr über euch gedacht. Lasst uns dem doch unverblümt ins Auge sehen. Ihr habt euch als einen Flop gedacht. Ihr habt vor diesem und jenem Angst. Ihr wisst nicht, wie dies oder das zu verrichten ist. Offen gesagt, ihr wisst nicht, was aus euch zu machen ist. Und ihr wisst nicht, was aus Mir zu machen ist. Das ist eine traurige Geschichte, oder etwa nicht? Eine Liebesgeschichte, die ziemlich schief gelaufen ist.
Es ist eine Geschichte von einem Prinzen und einer Prinzessin, die denken, ihnen sei ihr Königreich abhanden gekommen. Sie erkennen nicht, dass sie ein Königreich haben. Sie erkennen nicht, dass sie königlicher Abstammung sind. Sie meinen, sie seien Kaminfeger oder gar nichts. Sie sehen sich aufgegeben. Sie bemerken nicht, dass es sie waren, die aus dem Schloss hinaus gegangen waren. Sie wurden nicht ausquartiert. Aus freien Stücken gingen sie hinaus und hatten das Empfinden, untergegangen zu sein. Sie kämpften, wo Kämpfen nicht nötig war. Sie sahen sich das Kämpfen aufgebürdet. Sie glaubten nicht, dass sie eines Palastes oder überhaupt eines Platzes in der Welt würdig seien.
Eines Tages hoben der Prinz und die Prinzessin die Augen, und sie sahen über den Staub der Straße hinaus. Sie erblickten die Sonne bei Tag und den Mond bei Nacht. Sie begannen zu sehen. Sie begannen zu sehen, dass alles angeleuchtet ist. Sofern die Sonne scheinen und der Mond glühen und strahlen und auf sie glimmen kann, sind sie womöglich gar nicht so verwaist.
Je mehr sie nach oben schauten, desto mehr schauten sie nach oben. Eines Tages sahen sie an sich hinunter, und sie bemerkten, wie sie königliche Gewänder trugen. Sie spürten Kronen auf ihren Häuptern und Ringe an den Fingern. Eines Tages begannen sie – dank ihres Hochsehens – zu sehen, und sie fingen an, sich in einem neuen Licht zu erblicken, und die ganze Welt verwandelte sich und tanzte vor ihnen. Was machte es jetzt aus, ob Andere sie nun in ihren neuen Farben sahen oder nicht? Sie wussten, neue Farben waren der Fall. Sie erkannten sich selbst.
Der Prinz und die Prinzessin schauten nicht mehr länger auf sich herunter. Sie schauten zu Mir hoch und begannen, sich in Mir zu sehen. Sie lüfteten ihre königlichen Kronen vor Mir und regierten in aller Freude das Königreich von ihnen, und alle Welt frohlockte.
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ÜBERS UNIVERSUM
Worum geht es dabei, dass du Dinge rechtzeitig fertig haben möchtest? Worum geht es dabei, dass du rechtzeitig Resultate sehen möchtest? Worum geht es bei alledem, dass du zu wissen hast, wie viel Uhr es ist?
Weder ist etwas früh, noch ist etwas verspätet. Ihr setzt Umgrenzungen an, und dann seid ihr aus dem Häuschen, wenn alles, was ihr in euren Einzäunungen aufstelltet, nicht den Anforderungen entspricht.
Was sind Einzäunungen anderes als Grenzziehungen? Woher habt ihr die Auffassung, dass alles nach eurem Ablauf zu gehen habe? Vielleicht ist es nicht nötig, Abläufe aufzustellen. Vielleicht braucht ihr kein Getue um Pläne zu machen. Sobald ihr eine Liste erstellt, stehen die Chancen gut, dass ihr sie nicht erfüllt. Versucht es, so viel ihr es könnt, ihr werdet nicht in der Lage sein, alle Punkte eurer Liste durchzugehen.
Ihr denkt doch nicht, Ich lege Mir eine Zu-Tun-Liste zu, oder etwa doch? Stellt ihr euch vor, Ich setze Mich hin und liste auf, was Ich heute tun muss, stellt ihr euch vor, Ich trage neue Punkte ein und entferne andere? Weder Listen noch Zeit sind der Herr im Hause.
Ich werde des Öfteren der Tuer genannt. Ich tue nicht viel. Unter Tuer müsst ihr Vollender verstehen. Beide, der Tuer und der Vollbringer, implizieren etliches an Handeln, implizieren etliches Herumrennen, etliches Bemühen. Ich bin um Vieles mehr ein Sei-er, und demnach ihr ebenfalls. Ich hatte einen
Gedanken. Nennt ihn ein Bestreben, wenn ihr mögt. Ich erstrebte euch, und ihr erschient. Ich hatte nicht zum Zeichenbrett zu gehen. Ich hatte Mir keine Leute zuzulegen. Natürlich, es kamen Engel zum Vorschein, und ihr tratet hervor, die Engel Meines Herzens. Ich rief euch ins Seien. Das war leicht. Meine Gedanken sind leicht. Sie sind nicht drunter und drüber. Bevor Ich Mich umdrehte, hatte sich die Welt selbst aufgestellt.
Was Ich wirklich bin, ist Schöpfer. Ich erschaffe. Ich arbeite nicht. Ich verrichte nicht etwas. Ich bringe nichts zuende. Ich hänge kein Schild auf, auf dem steht: Professioneller Schöpfer. Ich schaffe. Ich schaffe Mein Bestreben. Ich singe eine kleine Weise, ohne sie zu komponieren. Du könntest sagen, Mein Lied komponiert sich selbst. Es komponiert nicht einmal. Es singt sich schlicht selbst, Mein Lied. Ich gehe davon aus, es entkommt Meinem Mund. Ich weiß, es kommt aus Meinem Herzen. Natürlich ist es Mein Herz, das singt.
Du könntest sagen, was Ich eigentlich tue sei leben. Bestimmt bin ich pulsierend und lebendig. Ich schlafe niemals, jedoch befinde Ich Mich dauernd in Ruhe.
Du weißt bereits, dass kein Ort existiert, und doch bin Ich überall. Ich bin der Eine, und Ich bin niemals allein. Ich bin von einer Besetzung, die in die Tausende geht, umgeben.
Du könntest sagen, dass Ich ein Entertainer bin, allerdings bin ich kein Darsteller. Ich denke, fühle und bin Freude, und du wirst unterhalten.
Du könntest sagen, Ich sei ein Zauberer, ein Wunder-Ausführer. Ich bin überhaupt kein Arbeiter.
Im Grunde bin Ich ein Liebhaber. Ich liebe. Ich kenne nichts anderes. Aus der Liebe fließt alles. Tatsache ist, etwas anderes als Liebe gibt es nicht. Liebe erzeugt Liebe. Liebe entflieht sozusagen dem Hühnerkorb. Du bist Meine Liebe. Du bist aufgebrochen, und doch hast du Mein Herz nie verlassen. Ich denke, du bist das Lied in Meinem Herzen, das Ich singe und singe und singe. Ich würde nicht damit aufhören. Ich kann nicht aufhören. Du bist das Lied in Meinem Herzen, und nichts kann dagegen unternommen werden. Wer oder was könnte Mich zum Halten bringen? Das ist zum Lachen.
Meine Geliebten, demnach also, während ihr an diesem Morgen Segel setzt zur Reise um das Universum, und während ihr euch gedrungen fühlt, eine Zu-Tun-Liste niederzuschreiben, schreibt ein Wort nieder so oft ihr es mögt, und das heißt: Liebe. Etwas anderes gibt es für euch nicht zu tun. Es gibt nichts anderes erledigt zu bekommen.
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DER REBSTOCK EURES HERZENS
Ihr seid Reisende, und ihr seid Wanderer. Ihr denkt wohl, dass ihr euren Weg in der Welt nicht kennt, und dennoch findet ihr euren Weg. Ihr befindet euch irgendwo. Ihr seid irgendwo an Ort und Stelle. Wo seid ihr jetzt, während ihr Meine Worte lest?
Noch mehr als das – ihr lest Meine Worte. Seid ihr nicht an einem guten Platz? Gibt es einen besseren Platz, an dem ihr sein könntet? Wo ist es besser als bei Mir?
Natürlich, ihr müsst nicht Heavenletters lesen, um bei Mir zu sein. Ihr könnt hier bei Mir, dort oder überall sein. Wenn ihr einen Heavenletter lest, wenn er mit eurem schlagenden Herzen nachhallt, habt ihr Gewahrsein von Mir inne. Ihr könnt dieses Gewahrsein von Mir überall, wo ihr seid, haben. Ich bin überall, ob ihr nun Meiner gewahr seid oder nicht. Heute reden Wir über das Gewahrsein von Mir.
Welches andere Wort für Gewahrsein können Wir einsetzen? Dass ihr ein Empfinden von Mir habt, ist eine andere Ausdrucksweise. Eine Vorstellung von Mir, das ist nicht nahe genug dran, denn Wir sprechen über etwas weitaus Weiter-Reichendes und Tieferes als über einen schieren Gedanken. Gedanken an Mich können Dutzendware sein, die Anerkenntnis von Mir, die Präsenz von Mir, euer Raumschaffen für Mich in eurem Herzen, euer Herausräumen von allen Rückständen, damit euer Herz zu einem Palast für Mich wird, in dem Ich Mich zurücklegen kann, eure Kenntnisnahme, dass Ich unwiderruflich in eurem Herzen weile, euer Wissen, dass Ich in eurem Herzen brauchbar bin, dass Ich dort ruhe, dass Ich es Mir dort zu einem Zuhause mache, wo Ich die Füße hochlege, eure Kenntnis, dass es das Innerste eures Herzens ist, wohin Ich gehöre, euer Wissen, dass Ich Mich glücklich schätze, euer Gefährte zu sein, euer Wissen, dass Ich glücklich bin, bei euch zu sein, egal wo ihr euch befnndet, das Wissen darum, dass Ich natürlich in eurem Herzen bin, damit vertraut, dass es euer Herz ist, dem Ich zugehöre, wohlwissend, dass Wir überall gemeinsam hingehen, im Wissen, dass Wir uns jenseits des Gestöbers und der Stürme in der Welt befinden, im Wissen, dass Wir für Alle, denen Wir auf dem scheinbaren Pfad, den ihr genommen habt, Liebe und Friede und Nahrung darstellen, im Wissen, dass das Leben mehr ist, als es scheint, in der Kenntnis, dass Wir einen Pakt, eine Übereinkunft, ein Einvernehmen haben, demgemäß Wir der Öffnung des Herzens der Welt halber zusammen sind, demgemäß Wir in der Tat das Herz der Welt sind, und demgemäß Wir für Alle schlagen, und in eurer Kenntnisnahme, dass Wir Tragweite haben, und dass diese Tragweite Liebe, und nichts als Liebe heißt, euer Wissen, dass es für euch eine Unmöglichkeit darstellt, nicht zu lieben, unterdessen Wir Liebe sind und Liebe Alles ist.
Ich bin in eurem Herzen wie eine kleine Kopfauflage, wo ihr eine Weile euren Geist ausruhen könnt, wo euer Geist von seiner ununterbrechbaren Tätigkeit eine Pause nehmen, wo euer Geist sagen kann: „Was soll’s, ich möchte eine Weile stille sein“, wo euer Geist euer Herz sein lassen kann und euer Herz das sein lassen kann, was es wirklich ist, die stete Erfüllung Meiner Liebe. Was wolltet ihr lieber sein: schlau oder Liebe?
Die Sache ist, ihr könnt beides in einem haben. Euer Geist ist bereits am Lernen, auf die Weise eures Herzens zu tanzen.
Geliebte, genauso wie Wir Eins sind, können euer Herz und Geist Eins sein. Sie können in vollkommener Harmonie ihre Tätigkeit verrichten. Sie können die zwei Pferde sein, die den Wagen in eine einzige Richtung ziehen. Sie können ein Ochsengespann sein, das derart stark ist, dass es nichts gibt, was für sie zu viel zum Ziehen ist. Euer Herz und euer Geist können wie ein Rebstock sein, der um sich selbst herum, und dazuhin zur Sonne hin wächst. Die Sonne öffnet den Rebstock eures Herzens und eures Geistes weiter und weiter, bis es nichts als Offenheit gibt, gefüllt mit Liebe, und bis Grenzen für die Liebe vorüber sind, und bis Herz und Geist das Zuvorderste im Einssein werden.
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HIER LIEGT EIN GESCHENK
Alles, was herankommt, trägt eine Botschaft für dich. Diese wird direkt oder symbolisch sein. Das Leben stattet dir defnitiv einen Besuch ab. Du kannst nichtstuend an der Straßenecke stehen, und das Leben besucht dich. Es geht auch an dir vorüber, und du kannst ihm zusehen, und doch stattet es dir einen Besuch ab und erzählt dir Geschichten. Am Leben gibt es das, was du gerne begrüßt, und das, von dem du dich gerne abwendest.
Wir reden über das Leben, während du auf der Erde bist. In Hinblick auf das unablässige Summen des Lebens ist alles willkommen, und ist alles Liebe und ist alles als Liebe vertraut. In der zeitweiligen Welt ist das Leben unterteilt in Kategorien, über die du Proklamierungen abgibst. Du veranschlagst. Du preist an. Du begrüßt, du schiebst fort.
Und dennoch ist alles beim Leben darauf aus, dir etwas zu sagen. Es hat ein Geschenk für dich. Es ist immer ein Geschenk da. Selbst darin, vor dem du dich gerne forthalten möchtest, liegt ein Geschenk.
Du warst nicht die ganze Zeit imstande, das Geschenk zu erkennen. Nichtsdestotrotz, es gibt nicht eine Gelegenheit, die dir nicht etwas übermittelt. Du siehst nicht, wie das sein kann, und doch ist es so.
Du siehst Regen, und du siehst Sonnenschein. Gar dann, wenn du keinen Regen möchtest, siehst du den Wert von ihm. Auf dieselbe Weise hat alles, Geliebte, seinen Wert. In allem liegt etwas, was ihr davon erlangen könnt. Sorgen und das, was ihr als Verlust wahrnehmt, hinterlassen euch ebenfalls etwas. So traurig wie Ereignisse sein mögen, unbenommen, ihr seid bereichert, vertieft, euch wurde hinzugefügt. Egal wie euch das Leben scheinen mag, nichts wird von euch fortgenommen. Auf die lange Sicht wird euch ein Gefallen überreicht. Es gibt für euch keinen Bedarf, dass ihr über das Leben hingehalten werdet, so, als wäre es eine Strafe oder eine Schuldenlast.
Was ist der Nutzen von einem gebrochenen Knochen, könntest du fragen. Und du wirst die Antwort wohl nie herausfinden, und doch ist das Geschenk vorhanden. Etwas mehr als der Knochen wird wiederhergestellt. Krankheit bringt ihre eigene Heilung mit sich. Die Krankheit selbst ist eine Heilung.
Krankheit ist dasjenige heilen, was krank ist. Unfälle bringen etwas in deinen Aufmerksamkeitsbereich. Denke dir das Leben nicht als eine Warnung. Erkenne es als Geschenk.
Der Tod, so entsetzlich er euch erscheinen mag, ist eine Segnung. Egal wann, egal wie, egal wen er ereilt, er ist eine Wohltat. Das Leben vor dem Tod des Körpers ist ebenfalls ein Segen. Es ist für euch leicht, den Schmerz anzuerkennen, und nicht so leicht, die Wohltat anzuerkennen. Und doch ist der Segen immerzu da.
Das Leben in der Welt hält euch dauernd einen Spiegel hin, um hineinzuschauen. Ihr seht euch selbst. Im Spiegel seht ihr ein Bild eines Bildes eines Bildes. Hat es indes nicht den Anschein, dass es im Spiegel mehr gibt, als ihr zu sehen vermögt? Ihr wisst, da ist etwas mehr. Falls ihr aus einem anderen Winkel her sehen, falls ihr weiter in den Spiegel hinein sehen, falls ihr von hinten oder von unten oder oben her sehen könntet, falls ihr wahrlich sehen könntet.
Und im Leben macht ihr die Erfahrung – es gibt immer noch mehr zu sehen. Im Universum gibt es ein großes Dahinströmen. Ihr werdet auf den Schultern des Lebens getragen. Ihr werdet zu einem Spiegel mit euch darin, wie ihr in ihm erstrahlt, hochgehalten.
In gewisser Hinsicht lässt das Leben in der Welt keine Steine unumgedreht. Unter jedem Stein gibt es etwas zu erkennen. Unter jedem Stein liegt Glück, egal, mit welchem Namen es bezeichnet wird. Heißt das Leben schön, Geliebte. Heißt euch selbst schön.
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DIE KREISENDEN
Neben Mir ist die Welt überhaupt nicht viel. Die ganze weite Welt ist nebst Mir keine Kerze. Sie ist angezündet, und sie wird durch Mich angezündet, und doch ist sie, nebst Mir, ein Nachgedanke.
Die Welt ist schön und üppig und voller Reichtümer, alles geschaffen, um Glücklichsein auszureichen. Die ganze weite Welt ist ein Geschenk an euch, und sie ist langewährend, gleichwohl ist das Geschenk neben dem Geber nichts.
Ich bin kein Geschäftsmann, Geliebte, das versteht ihr. Ich gebe, weil Ich gebe. Ich gebe, weil Ich liebe. Ich gebe Meine Liebe ohne einen Gedanken darüber. Ich streue Rosenblütenblätter vor euch hin, weil Ich eben das tue. Ich regiere nicht. Ich kommandiere nicht. Ich streue Rosenblütenblätter. Ich streue Diamanten und Perlen. Ich streue Sonne und Licht, alles, damit ihr es aufesst. Ich streue links wie rechts Schöpfung, und alles ist euch zuhanden. Ich bin der Autor des Buchs, das ihr lest. Ich bin der Autor des Buchs, das ihr schreibt. Ich bin der Autor, Der Meine Worte liest, die durch deinen Stift geschrieben wurden.
Du bist der Film, den du dir ansiehst. Ich starte die Filmspule, und dann spielst du vor Meinen Augen.
Du bist die Freude, die Ich behalte.
Ich bin zu deinem Unterhalt da, und du zu Meinem Entzücken. All die Liebe, die im Universum existiert, ist die Meinige. Infolgedessen ist sie die deinige. Wir können Meine Liebe Rosenblütenblätter, Diamanten und Perlen und Rubine nennen. Wir können dich Meine Liebe nennen, denn du bist die Kulmination Meiner Liebe. Als Ich einst Leben in dich blies, wurde die Welt erstellt.
Ich, Der Alles weiß, bewundere Meine Schöpfung. Du blendest Mich. Du bist das Licht Meiner Augen, die auf der Erde funkeln.
Du wartest auf Mich, dass Ich erscheine, indessen es kein Warten auszuführen gilt. Du meinst, es handle sich um eine Zwischenzeit, und eine solche gibt es nicht. Wir sind Eins Augenblicklich, Eine Macht, Ein Wille, Eine Freude. Wir SIND, Geliebte. Wir SIND.
Falls ihr existiert, existiere Ich. Falls Ich existiere, seid ihr sodann mehr als das Paket, was ihr eurem Dafürhalten nach wahrnehmt. Ihr seid weitaus mehr. Ich bin der Begründer der Schöpfung, und Ich erschuf euch im Bilde Meines Herzens und Meiner Seele. Ich existiere inwendig in euch. Ich, der Gründer und Urheber der Schöpfung, werfe Mich in das Seinswesen von euch. Ich stelle Mein Alles in das Erschaffen von euch. Ich stelle Alles von Mir in euch, und Ich teile euch mit, die Erde zu durchstreifen. Ich bat euch, euch zu erinnern, woher ihr kamt. Ich bat euch, die Sterne anzuschauen und das Leben auf der Erde mit wahrer Wollust zu genießen und der Liebe einzugedenken, die euch ausgeboren hat. Die Sterne sind Gedächtnisstützen. Wie könnt ihr die Sterne im Himmel anschauen und denken, ihr wärt weniger? Ihr seid die Sterne, die ihr seht. Ihr scheint zu flackern, jedoch ist das Illusion. Das Licht ist real. Das An- und Aus-Flackern ist nicht real.
Was Ich erschaffe, bleibt erschaffen. Für Mich gibt es keinen Schlusspunkt, und für euch gibt es kein Ende. Wir sind permanente Partner. Wir sind derartige Partner, dass Wir Eins sind. Wir sind Eins auf Unzertrennliche Weise. Wir sind eine feste Bohle der Liebe. Splitter existieren nicht.
Auf dieselbe Weise, wie Sterne den Anschein abgeben, sie würden flackern, ist das bei der Welt der Fall. Die Welt scheint in der einen Minute hell zu sein und in der nächsten dunkel. Und jetzt sage Ich euch, dass Dunkel nicht existiert. Alleinig Licht existiert, und ihr seid aus dem gleichen Licht gemacht wie Ich.
Ich nehme mal an, ihr könntet euch als Meine Finger bezeichnen, und doch sind Meine Finger Mein, und Ich bewege sie, und Ich spiele mit ihnen Klavier und Ich male Meisterstücke mit ihnen. Ihr seid ebenso Mein Meisterstück. Ihr habt es andersherum gedacht, von solcher Natur sind eure Gedanken. Ich, Der Ich Du BIN, würde deinen Gedanken nicht so viel Beachtung zollen, denn sie sind launisch. Bleibe an Mein Herz geleimt. Lausche Meiner Stimme. Ich lasse Meine Liebe für dich erkennen, für dich, die du ununterbrochen Meine Liebe, die für Mich spricht, bist. Ihr seid die Wirbelnden Derwische Meiner Liebe.
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DIE FENSTER EURES GEISTES
Was wäre, falls ihr tatsächlich in Ordnung wärt? Worin die Vergangenheit auch bestand, was ihr auch zur Kenntnis nahmt, was wäre, wenn eure Wahrnehmung nunmehr anders verliefe? Was wäre, wenn Ich euch sagte, dass Ich die Schiefertafel der Vergangenheit abwische und dass sie euch nicht mehr zugehört? Sie gehörte euch nie zu, das versteht ihr. Wörter mögen eurem Mund entkommen sein, eure Hände mögen Handlungen begangen haben, euer Herz mag aus Angst oder Wut erkrankt gewesen sein, und doch sage Ich euch unzweideutig, dass ihr das nicht wart. Das wart ganz entschieden nicht ihr. Ihr habt dazu beigetragen, die Welt mag zu euch beigetragen haben, und Ich sage euch jetzt, dass ihr das nicht wart.
Jedenfalls habe Ich die Tafel abgewischt, und nun müsst ihr diesen laufenden Fortbestand der Vergangenheit los lassen. Wuff. Sie ist weg.
Du warst nicht derart schlecht, meine teure Liebe. Selbst deine Irrtümer waren nicht derart schlecht. Lasse deine Herz der Liebe für dich selbst voller Stärke sein. Lasse die minderen Handlungen der Vergangenheit sich in Stücke auflösen und dein Herz stark sein.
Was immer du an Verbrechen gegen dich selbst erhebst, was du auch an Versäumnis und Vergütung anführst, alledem zum Trotz – lasse es jetzt los. Eine Höhere Macht sagt dir, sie los zu lassen. Du wurdest genug dafür bestraft, was nicht du war, und du hast dich genug für das bestraft, was nicht du war.
Was ist deinem Dafürhalten nach besser der Welt zu übermitteln? Schmerzen des Bedauerns und der Sorge, oder Freude über das nunmalige Voranschreiten zu einer neuen Ebene des Lebens. Trefft die Wahl, Geliebte. Eigentlich, hört auf zu wählen. Kommt einfach mit Mir und geht den Weg, den Ich euch ansage.
Werft die Vergangenheit weg. Sie ist euch nichts Gutes. Sie ist die Vergangenheit. Sie hatte ihre Zähne in euch. Gebt ihr einen Auf-Wiedersehen-Klaps und tretet mit Mir dort ein, wohin Ich euch nehme.
Ich nehme euch zu einem neuen Land der Begegnung. Dort ist für die Vergangenheit kein Platz. Die Vergangenheit gilt euch als erledigt. Sie gehört euch nicht zu. Sie tat das nie. Verlasst sie. Verstreut ihre Asche, und kommt mit Mir auf das neue Gras, wo Wir für euch eine Anordnung der Wahrnehmung vornehmen werden, auf die Weise, wie Ich euch die ganze Zeit wahrgenommen habe.
Eure Wahrnehmung war stets verkehrt.
Ihr wart von vorneherein nie zutreffend. Hört damit auf, euch anzuklagen.
Ihr habt nie richtig gelegen, ausgenommen ihr saht die Freude ein, die Ich euch gab, und die ihr Mir überreichtet.
Beachtet eure Fehler nicht. Ihr saht schief. Das war euer Frevel, Geliebte. Ihr saht fehlerhaft und demnach habt ihr fehlerhaft gehandelt. Seid jetzt damit durch.
Geliebte, selbst die Schönheit der Vergangenheit könnt ihr nicht aufbewahren. Sie hat ebenfalls wegzufiegen, und jetzt erstellt ihr neue Schönheit. Ich mache Mir nichts draus, wer oder wo ihr jetzt eures Erachtens seid, euch gilt es, neue Schönheit zu erschaffen.
Ich bitte euch nur, das zu erschaffen, wozu ihr imstande seid, es zu erschaffen, und das sind Schönheit und Liebe. Wo keine Liebe ist, stellt sie gleichwohl hin. Wascht die Fenster eures Geistes ab, sodass ihr, sobald ihr hinausschaut, besser sehen werdet, als ihr je zuvor gesehen habt. Ich rede nicht von einem Blitz, das versteht ihr.
Falls ihr ein Auto wärt, spreche Ich nicht von eurem glänzenden Erscheinungsbild, noch auch von dem Matsch, dem eure Reifen ausgesetzt waren, noch auch auch von der Fahrleistung in km. Ich rede nicht von der Polsterung. Ich spreche über das Herz von euch, über diesen ausgezeichneten Motor, den Ich erschuf und in euch platzierte. Es ist nicht von Belang, wie schnell oder langsam ihr gegangen seid. Es zählt nicht, welche Straßen ihr befahren habt und welche nicht.
Es zählt, welchen Gang ihr jetzt einlegt und wohin ihr losfahrt.
Ich lade euch ein, zu Mir zu kommen, einfach so wie ihr seid. Falls ihr platte Reifen habt, Ich werde Luft hinein pumpen. Falls ihr Öl braucht, Ich werde euch mit Öl salben.
Ihr müsst euch von der Vergangenheit freistellen. Eben jetzt in dem Augenblick, wenn Ich bitten darf.
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TIEFER UND HÖHER
Ihr seid ein Licht, das Ich zu Mir hoch halte. Durch euch sehe Ich. Durch euch lebe Ich. Ich, Der Ich Ewig Bin, schaue in einen Spiegel Meiner Selbst, und Ich sehe euch. Wenn Ich in den Spiegel sehe, und wenn ihr in den Spiegel seht, sehen Wir nicht das gleiche. Ich sehe richtig, und ihr seht weniger als richtig. Solange ihr nicht wie Ich seht, seht ihr eine Fassade, und demnach seht ihr, was unrichtig ist.
Ihr seid ein Höheres Seinswesen und ihr seht nicht, und dementsprechend krümmt ihr euch. Ihr seht womöglich nicht einmal die Möglichkeiten, derart an die Erde angeleimt seid ihr.
Hebt eure Augen höher, damit ihr anfangen könnt zu sehen, wie Ich sehe. Kommt dorthin, wo Ich bin. Setzt euch neben Mich. Dann werden ihr und Ich eine gemeinsame Sicht teilen. Ihr habt darüber hinweg zu sehen. Ihr habt sogar über den Himmel hinweg zu sehen. Ihr habt über das hinaus zu gelangen, was die Welt als Realität einrichtete. Was die Welt als Realität einrichtete, ist in Wahrheit Unrichtigkeit. Es ist euch auf dem Bauernhof unten festhalten, während ihr im Paradies leben könntet.
Wenn ihr doch bloß glauben könntet, was Ich sage, würdet ihr in den Spiegel sehen und weitaus Umfassenderes sehen, als ihr gegenwärtig seht. Ihr würdet eine gänzlich andere Person sehen. Ihr würdet sehen, was ihr jetzt soeben seid, was ihr aber bis jetzt abgeblendet hattet.
Der Blinde soll sehen, und der Lahme soll gehen. Daran gibt es eine tiefere Bedeutung. An allem gibt es eine tiefere Bedeutung.
Treffen und Verfehlen haben eine tiefere Bedeutung. Weit weg und breit haben eine tiefere Bedeutung.
Sonnenlicht und Schatten. Erinnern und Vergessen. Männlich und weiblich haben eine tiefere Bedeutung.
Bei allem auf der Erde gibt es eine tiefere Bedeutung. Die Erde ist eine Repräsentation des Himmels. Nenne, wenn du es möchtest, die Erde eine Zeichnung. Sie ist eine Skizze. Nun ist es an dir, die Farben hinzuzufügen. Mache die Repräsentation dem Original gleicher.
Verfüllt mit Liebe, Geliebte. Färbt von dannen. Liebt von dannen.
Entzückt euch selbst und entzückt die Welt.
Ihr seid für mehr als zum Amüsement hier auf der Erde. Ihr seid ganz bestimmt für mehr hier als für Weh und Mühen und Probleme. Ihr seid hier für Mich.
Worum bitte Ich euch? Ich bitte euch, den Pfad für alle, die euch folgen, zu glätten. Indem ihr das tut, werdet ihr den Pfad für alle ebnen, die vor euch gegangen sind. Beginnt ihr zu begreifen, dass das Gesamt der Ewigkeit in diesem einen Augenblick enthalten ist? Alles, was ist, ist Ewigkeit, und Ewigkeit ist jetzt. Es ist nicht so sehr „Wie ihr sät, so sollt ihr ernten“. Es ist mehr so, dass ihr den Tisch für alle deckt. Die gesamte Menschheit ist zu eurem Tisch geladen worden, und alle Geschichten verschmolzen in eine. Alle Pfade kreuzen sich. Alle Hände halten einander. Selbst Kämpfen ist bloß ein Anlauf, sich an den Händen zu halten. Es gibt Fehlzündungen, und die Hände umschließen einander nicht.
Werdet ihr glücklich sein? Ich weiß, ihr versucht es, und doch verhaspelt ihr euch. Hier ist der Große Ozean, und ihr taumelt auf der Oberfläche. Anstatt von obenher reinzugehen, wieso taucht ihr nicht ganz tief hinunter und taucht zur Oberfläche wieder auf? Hört auf, mit den Armen wild um euch zu schlagen. Taucht, Geliebte. Taucht ein, um euch hoch emporzuheben.
Selbstverständlich könnt ihr einfach zum Himmel hochkommen. Ihr befindet euch soeben in jenem Geschehen. Und doch sind Untertauchen und Emporsteigen das gleiche. Um höher zu kommen, müsst ihr tiefer gehen. Um tiefer zu kommen, müsst ihr höher kommen. Das ist alles metaphorisch, das versteht ihr, denn ihr seid im jetzigen Augenblick tief und ihr erhebt euch jetzt in die Höhe. Es war niemals anders, mit der Ausnahme im Hinblick auf die Wolle, die ihr euch über die Augen zogt.
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DEIN WAHRER NAME
Ich, Der Ich nicht physisch Bin, habe die Größte Identität unter allen. Das Physische wird leicht identifiziert, jedoch ist es neben Mir undefinierbar. Die größte Identität in der Welt ist schier ein Tropfen im Eimer. Die Welt ist ein vorübergehender Einfall, und du und Ich sind permanente Realität. Unsere Identität ist Liebe, Geliebte. Aus der Liebe seid ihr hergekommen, und Liebe seid ihr, und nichts als Liebe.
Ihr könnt auf die Liebe nicht den Finger legen, und doch ist Liebe Macht und Herrlichkeit Immerfort. Hättet ihr tausend Finger, so könntet ihr keinen Finger auf die Liebe legen. Ihr könnt euren Finger nicht auf sie legen, und ihr könnt sie nicht einfangen. Sie ist zu groß und zu weit, und doch ist Liebe, und Liebe ist die Größte unter allen. Etwas anderes gibt es nicht.
Alles was ihr als Trittsteine anseht, ist nett, indes können euch die meisten Trittsteine zu dem Schatz geleiten, Der Bereits Da Ist und Der Du Bereits Bist.
Falls ihr doch bloß eure Wahre Identität kennen und sie so kennen würdet, wie ihr euren eigenen Namen kennt, würdet ihr mit eurer Weite vertraut sein, würdet ihr über die kleine Ecke eures Selbst lachen, die ihr für euch beanspruchtet. Ihr habt eine Spielzeugflagge gehisst und gesagt: „Wow, schaut mich an. Schaut es alle an, dass ich bin. Blickt auf das Gebiet, das ich einnehme. Hier bin ich, der Besitzer meines Bereichs.“ Neben der Wirklichkeit von euch habt ihr ein unendlich kleines Ausmaß von euch in Anspruch genommen.
Ich habe Meinen Stolz für euch, Geliebte. Ich schätze euch nicht zu gering ein. Ihr seid es, die ihr euch schmälert. Ihr seid kein kleiner Fisch in einem kleinen Teich. Ihr seid kein kleiner Fisch in einem großen Teich. Ihr seid ein mächtiger Fisch in einem mächtigen Teich. Ihr seid ein Großes Seinswesen in einem Großen Universum.
Sofern ihr eine mindere Version von euch akzeptiertet, habt ihr das stillschweigend geduldet. Ihr wähltet eine Portion von euch, um in der Welt keinen Aufstand zu erzeugen. Letztlich wollt ihr an ihren Ketten nicht rütteln. Ihr wollt, dass die Welt euch anerkennt und billigt, und dementsprechend macht ihr einen Kotau vor der Illusion. Ihr seid wie der Herrscher, der keine Kleider anhatte, außer ihr seid ein Herrscher, der schöne Gewänder trägt und sich des Ausmaßes seines Königreichs nicht bewusst ist.
Welchen Kreis du auch um dich gezogen hast, er ist zu klein, er ist um Vieles zu klein. Egal wie viele Heimserien du in der Welt zur Ausführung gebracht hast, egal in wie vielen Häusern du Herr im Hause warst, egal wie sehr du dir selbst schmeicheltest, du hast dich unterboten.
Du hast einiges Gewahrsein, dass es ein Größeres Königreich gibt. Du wirst wohl etliches Gewahrsein haben, dass dieses Königreich für dich ist, und dennoch streifst du es dir ab, so als wäre es nicht für dich. Vielleicht hast du Angst vor dem Misslingen. Vielleicht denkst du, das Königreich, von dem Ich rede, existiere nicht, oder existiere für dich nicht, unterdessen ist es eben dieses Königreich, wohin du gehörst. Tatsache ist, es gibt einen Sitz neben Mir mit deinem Wahren Namen drauf. Siehst du ihn? Siehst du deinen Wahren Namen? Siehst du den Sitz, der für dich vorgehalten wird? Siehst du deine Namenskarte?
Darauf steht: Liebe. Und je näher du zu dem Sitz gelangst, scheint das Wort Liebe mit dem Wort Gott in jeder Sprache, die du dir aussuchst, überlagert. Und sobald du an dem Sitz ankommst, der für dich reserviert ist, und auf ihm Platz nimmst – und wo bin Ich, Gott, dann? Wo bin Ich hin? Wieso, Ich bin nirgendwohin gegangen. Ich bin genau dort, wo Ich immer war, Einssein aufs Höchste.
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DIE GANZE MACHT DES UNIVERSUMS
Die Essenz von dir bin Ich. Ich bin die Essenz von Dir. Ich bin das Wesentliche von dir. All das Herumkraxeln bewerkstelligt ihr, und dennoch seid ihr Meine Stille. Ihr seid die Ruhe und der Schlag Meines Herzens. Der Schlag Meines Herzens ist inwendig in euch kostbar, gleichwohl befördert die Stille, die Wir gemeinsam sind, alles. Die Stille ist das Gesprochene, Geliebte. Versteht ihr Mich? Ich sehe, nicht so recht.
Im Leben gibt es ein Rumpeln. Eine Menge Rumpeln. Woher kommt es? Lasst Uns einmal sagen, eine Gerölllawine rollt den Berg hinunter. Sie macht eine Menge Lärm. Woher kommt dieser Erdrutsch? Er kommt von dem ruhigen Berg. Woher kommt ihr, Geliebte, und wohin geht ihr? Und worin besteht eure Hatz, dorthin zu gelangen?
Die Ozeanwellen schlagen an der Küste an. Selbst die mächtigste ist eine Manifestation des Ozeans. Eine mächtige Welle ist bloß ein Tropfen im Eimer des Ozeans.
Zur selben Zeit, wie die Zeit für euch reif ist, euch eure Herrlichkeit zu vergegenwärtigen, seid ihr auch bereit, anzuerkennen, woher eure Herrlichkeit kommt. Das Ansinnen an euch, mehr von euch feinzuschleifen, und gleichzeitig das Ansinnen an euch, euch los zu lassen, scheinen wie ein Widerspruch zu sein. Seht euch gleichzeitig als mehr als das Höchste und als weniger als das Höchste. Tatsächlich, was passieren wird, was im Begriff ist zu passieren, ist, dass eure Abhängigkeit von eurer individuellen Identität sich gedrungen sieht, euch den Rücken zu kehren. Es stimmt, dass ihr, um euch zu finden, euch zu verlieren habt. Im Verlieren eurer selbst werdet ihr gefunden. Die Essenz von euch kann nicht abhanden kommen. Kann denn etwa die Essenz von euch, die ihr mit euch herum trugt, dafür in Betracht genommen werden, aufgefunden zu werden? Nur das, was abhanden gekommen war, kann gefunden werden, und doch findet ihr euch in Mir.
Die Mächte, die sind, sind inwendig in dir untergebracht. Alle Macht des Universums steht zu deiner Verfügung. Es war nie anders. Du musst etwas von der Macht inwendig in dir erkennen. Du hattest einige Hinweise darauf. Du bist ein Mächtiges Seinswesen. Du bist keine Mächtige Maus.
Aus der Stille entkommt deine Macht. Von sonst nirgendwo. Macht kommt nicht vom Lärm. Sie kommt nicht vom Getöse. Sie kommt von der Ruhe des Herzens Gottes, und jenes schlichte Herz, das Meinen Namen trägt, erlebt in deinem Herzen Unterstützung. Nehmt es in Gebrauch, Geliebte. Und wie lautet ein anderer Name für die Stille des Herzens Gottes, das in eurem Herzen Wohnung hat? Liebe, reine schlichte unverfälschte Liebe. Ihr seid die Essenz der Liebe. Ihr seid nicht die Essenz von etwas anderem.
Natürlich kommen aus einer Essenz Tropfen heraus, und doch verbleibt die Essenz und verändert sich nicht. Die Essenz bleibt sich selbst treu. Bleibt der Liebe treu, Geliebte. Es gibt, aufs Ganze gesehen, für euch nichts anderes zu tun.
Ihr fahrt mit Liebe. Ob ihr nun auf einem Eselskarren oder mit einem schicken Auto oder per Huckepack oder mit einem langsamen Zug nach China fahrt – ihr fahrt mit der Liebe. Ihr geht auf Liebe. Ihr lauft in Liebe. Selbst während ihr in Bewegung seid, seid ihr die Stille der Liebe. Ihr seid das gleiche wie die Liebe in Meinem Herzen. Ihr seid der Nachhall von ihm. Willkommen bei Meinem Herzen, Geliebte. Willkommen. Ihr wart stets bei ihm willkommen, und ihr habt stets aus ihm Nutzen gezogen. Ihr seid immer zum Trinken zum Trog gegangen. Ihr trinkt, und doch habt ihr es wohl nicht bemerkt. Die Macht von euch ist die Meine. Es gibt keine andere, indessen habt ihr alles von ihr; gleichwohl seid ihr euch der Macht, die ihr habt, nicht gewahr. Ihr habt die Macht der Entscheidung und die Macht der Unentschiedenheit. Geliebte, es gibt keine Macht, die ihr nicht innehabt.
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DAS FELD, WO BLUMEN BLÜHEN
Was würde es für euch brauchen, glücklich zu sein? Die Erfahrung zeigt, alle Dinge, die euch Glück überreichen, scheinen nicht lange oder nicht lange genug anzudauern. Sie nutzen sich ab. Das ist die relative Welt, Geliebte.
Ihr freut euch so sehr auf den Frühling, und dann verliert sogar der Frühling seinen Zauber.
Wenn ihr dort lebt, wo es das ganze Jahr über Sommer ist, nehmt ihr das für selbstverständlich. Ihr werdet womöglich gar die Jahreszeiten vermissen, die ihr nicht so gerne hattet.
In Wahrheit sage Ich euch nicht, das Glück der Welt aufzugeben. Ich sage euch, das größere Glück, das anhält, zu erlangen. Die Welt bietet euch Krempel an. Ich biete euch Ganzheit. Ich biete euch einen Ort an, dessen ihr niemals überdrüssig werdet. Was Ich euch darbiete, wird nie zu einem alten Hut. Es wird nie weniger. Ja, es wird mehr und mehr. Was Ich euch anbiete, werdet ihr.
Es gibt immerzu mehr davon. Es gibt ganz und gar mehr. In der Welt gibt es nicht genug, und ihr braucht mehr und mehr. In den Untermauerungen, von denen Ich rede, wollt ihr immer mehr und mehr. Selbst wenn ihr voll seid, wollt ihr mehr und mehr. Einbuße existiert nicht. Weniger existiert nicht, und doch seid ihr begierig auf mehr. Mit strahlenden Augen verlangt es euch nach mehr.
Was ist dieses Mehr, dessentwegen ihr euch verzehrt? Es verbraucht keinen Platz. Es ist kein Erzielen. Es ist ein immerwährendes Gefilde der Lebendigkeit der Existenz. Es ist tief, und es ist fern und weit. Es ist euer Gewahrsein der Schlichtheit Eurer Übereinkunft, und doch ist es keine Übereinkunft. Es ist die Blume, die noch nicht gepflückt wurde. Es ist das Aufblühen. Es ist wie der Saft, der in einem Baum hinaufläuft. Es ist Leben, bevor es manifest ist. Es ist euer Einssein, Geliebte. Es ist euer gewähltes Einssein. Ich suche es Mir ebenfalls aus, könntet ihr sagen. Ich verbrachte Mich in eine Versammlung der Liebe, und ihr habt euch dem Chor angeschlossen. Meine Stimme von euch schloss sich Meinem Chor an. Da ist kein Zerlegen zu verzeichnen.
Es geht um eine Angelegenheit des Zutritts auf das Feld, wo Blumen wie ihr blühen. Es ist so, als würdet ihr zu Besuch kommen, jedoch ist es bloß euer Gewahrsein, was einen Besuch abstattet. Die Tatsächlichkeit von euch sitzt stets in Meinem Herzen. Es gibt keine Abfahrt, Geliebte, und doch erlebt ihr die Ankunft. Ihr fahrt den Zug, Geliebte, von dem ihr nicht einmal wisst, dass ihr euch auf ihm befindet. Ihr macht Schritte auf Mich zu, obschon es keine Schritte gibt, die es zu nehmen gilt.
Ja, Ich bin eure Essenz, und gleichwohl seid ihr ein wesentlicher Part von Mir. Ich BIN, ob es eine Schöpfung gibt oder nicht. Ich existiere, gleich wie oder was, und ihr existiert, gleich wie oder was.
Wir sind Seiend. Wir sind die Existenz selbst. Wir sind die Blume, bevor sie zur Blüte hervorbirst, und Wir sind die Blume, während sie in die Blüte hervorbirst. Und Wir sind die Blume, die sich aussät und wiedergeboren wird, selbst während Wir vor langer Zeit geboren wurden und niemals ungeboren waren.
Wir sind jenseits des Wissens. Wir sind die Wissendheit der Seiendheit. Wir sind das Aufwogen des Lebens. Wir sind dessen Fürsprecher. In aller Stille bewegen Wir Uns, ohne Uns je in Bewegung zu setzen.
Wir sind Eins, und niemals etwas anderes. Da gibt es einen Film, der die Aussage trifft, dass Wir viele Dinge sind. Und doch kann ein Film nur auf einer Leinwand in Erscheinung treten. Auf einer Leinwand sind Bilder. Sie sind Bilder der realen Sache, die weitaus mehr ist als das, was auf der Leinwand gezeigt wird. Was auf der Leinwand ist, kann nur Illusion sein. Was auf der Leinwand ist, ist eine Parodie. Oder ein Drama. Oder ein Lied. Oder ein Tanz. Und doch lässt das reale Leben hinter der Leinwand, lässt das reale Leben jenseits der Leinwand, jenseits der Filmspule nicht einen Schlag aus, und ihr erkennt die Schönheit und Liebe der Existenz, wie alleine Ich sie kenne.
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UNAUSDRÜCKBARE SCHÖNHEIT UND LIEBE TANZEN ÜBER DAS UNIVERSUM
Wir sind jenseits der Worte. Es gibt keine Worte, die gänzlich zum Ausdruck bringen, was Wir sind und was Wir einander bedeuten. Selbst während Ich „einander“ sage, gibt es keinen Anderen. Meine Kinder lieben Worte, um einen Fall festzustellen, und Worte sind zu begrenzt, um schier anfänglich das zu sagen, was es Unserem Einen Herzen zu sagen gilt. Da gibt es keine Worte. Welche Worte können von dem Vereinen, was Wir sind, erzählen. Was kommt dem nahe? Wir tun das Beste, was Wir können, und doch wissen Wir, dass keine Worte da sind. Wir können Uns nicht einmal ein Wort ausdenken, was das Unermessliche beinhaltet, das Wir sind, das Ich BIN, und das infolge du bist.
Was für eine Hand kann in die Myriade der Welt hineinfassen und die Pflaume herausziehen, die sie ist? Welches prächtige Wort kann Unsere Herrlichkeit rühmen? Nenne eines. Selbst die Wörter, die dem nahe kommen, vermögen es nicht. Wörter können über sich selbst stolpern. Wörter können Höhen erklimmen, und dennoch können sie nicht die Größe exzerpieren, die sie so sehr zum Ausdruck bringen möchten.
All die schöne Poesie, all die schönen Psalmen machen das Beste was sie können. Sie kommen dem nahe, und doch sind sie fern. Die Weltliebe tut alles, was in ihrer Macht steht, um das unbegreifbare Einssein wiederzugeben, worin sie sich bemüht. Jedoch ist die Weltliebe wie eine Tonleiter, die man auf einem Klavier spielt, und nicht einmal Musik vermag dieses Unausdrückbare auszudrücken.
Da ist Erhabene Liebe einzusehen, und indes ist Erhabene Liebe zu erhaben für irgendein Wort. Keine Glocke kann sie läuten. Keine Lippen können sie formen. Gleichwohl, Liebe ist da im Bemühen darum. Liebe kann durch Eis schneiden. Sie kann durch Stein schneiden. Sie kann durch Zeit und Raum schneiden. Und dennoch vermag die Liebe sich selbst nicht abzuschildern. Sie kann keine Worte formen. Liebe durchbricht alle Begrenzungen, und indes ist Liebe schrankenlos. Liebe umfängt Alles, währenddessen kein Wort die Liebe zu umfangen vermag. Kein Wort kann sie sich aneignen. Wörter kommen ins Haspeln neben der Erhabenen Liebe, die sie gerne wiedergeben möchten.
Der Abgesandte ist nicht der König. Wörter sind wie Abgesandte. Sie sind sehr gut, jedoch sind sie nicht der König. Wörter können die Krone des Königs tragen, jedoch vermögen sie nicht, so viel sie es auch wollen, so kühn sie sind, so nahe sie dem auch kommen, wirklich für den König zu sprechen.
In einer wortlosen Sprache möchte die Liebe gerne erkannt werden. Im Geschrei der Welt ist die Welt erkennbar. Ohne das Geschrei der Welt ist sie ebenfalls kenntlich. Liebe spricht und krönt sich selbst, und doch gibt es für sie keine Wörter.
Es gibt keine Nussschale, wenn es sich auf Liebe beläuft. Es gibt keine Aufsummierung oder kein
Plädoyer. Es gibt keine Urteile oder Paragraphen. Alle Niederschriften sind wie Blätter, die von einem Baum fallen, und doch sind die Blätter, so schön sie auch sind, nicht der Baum. Sie sind ein Tropfen des Baums.
Alle Farben der Wörter vermögen nicht das Wunder der Farbe auszudrücken. Es ist so leicht, blau und grün und Goldton zu sagen, und was sind indes die Namen neben dem Wunder, das sie wiedergeben. Wie vermag ein Wort Licht auszudrücken? Ein Wort mag ja Licht recht gut zum Ausdruck zu bringen vermögen, und dennoch vermag kein Wort Licht auszudrücken. Kein Wort kann das Wunder des Lichts zum Ausdruck bringen. Nicht einmal eine Teetasse voller Licht kann ein Wort ausdrücken.
Worte haben ihre Beschränkungen. Für die Liebe gibt es keine Beschränkung. Worte, so erhaben sie auch sind, können nur so und so weit gehen. Worte können sich nicht bis zu dem Ausmaß dessen erstrecken, was sie liebevoll bemüht sind, zum Ausdruck zu bringen. Selbst der Klang des Wortes Himmel fällt neben dem, was es bedeutet, flach aus, egal, in welcher Sprache man es ausspricht. Obschon – das Wort reicht eine Ahnung aus.
Ein Wort, das dem nahe kommt, was das Herz gerne zum Ausdruck bringen möchte, ist Ah. Ah, was für eine unausdrückbare Schönheit und Liebe und Ehrfurcht tanzen über das Universum. Ah. Ah, Geliebte. Ah.
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DU BIST ES, DER EMPORZUSTEIGEN HAT
Nebel erhebt sich über dem Boden, und nicht anders musst du dich über die Grasnarbe der verletzten Gefühle und über jene lange Liste an Beschädigungen, die deiner Rechtmäßigkeit zugefügt wurden, erheben. Euch darüber erheben ist Tapferkeit, Geliebte. Seid heldenmütig.
Befändet ihr euch auf einem Schießplatz, würdet ihr auf eine Zielscheibe zielen. Ihr würdet nicht sagen: „Oh, jemand hat das Ziel verstellt. Das hätte er nicht tun sollen.“ Nein, ihr würdet auf die Zielscheibe zielen, wo sie steht. Ihr würdet sehen, wo jetzt das Ziel ist. Ihr würdet sehen, wo sich jetzt das Ziel befindet, und ihr würdet von einem neuen Standpunkt her blicken. Ihr würdet nicht darauf zielen, worauf ihr zuvor zieltet. Ihr würdet nicht euer Ziel und eure Gedanken darauf verwenden, euer Unglücklichsein wiederzubeleben, weil jemand den Raum umgeordnet hat. Einerlei, wie sehr ihr nicht in der Gunst standet, ihr würdet nicht auf den Vollzieher der Umstellung zielen.
Im Falle verletzter Empfindungen und Worte und Handlungen, die allem Anschein nach nicht in eure Richtung geworfen worden waren – worin besteht jetzt euer Ziel? Es lautet nicht, zu erweisen, wie falsch die andere Person lag. Es lautet nicht, irgendwas unter Beweis zu stellen. Es lautet nicht, ein irriges Richtig aufzusetzen. Es lautet nicht, die andere Person klein aussehen zu lassen.
Es lautet nicht, über den anderen Menschen her zu wedeln. Es lautet nicht, vorzutäuschen. Falls zwei Länder ihre Gefühle und Rechte verletzt bekamen, worin besteht nunmehr ihre Aufgabe? Worauf gilt es ihnen jetzt abzuzielen? Bei dir ist es das gleiche.
Sei wie ein gutes und weises Land, und erklimme eine höhere Stufe. Schaffe Frieden, keinen Notbehelf, sondern als Realität. Wo es ein Fehlverständnis gibt, liegt es nicht einmal dir an, Verständnis zu schaffen. Du hast nicht verstanden zu werden. Vielleicht bist du es, der gar über das Verstehen hinaus zu gelangen hat. Was liegt jenseits des Verstehens? Was möchtest du gerne geschehen wissen? Was möchtest du gerne erklären?
Was ist dein Ziel? Es lautet im Grunde nicht, etwas instandzusetzen. Genauso wenig liegt es dir an, davon wegzulaufen. Falls deine Gefühle verletzt wurden, bist du nicht der einzige.
Dir gilt es, weder etwas gutzumachen noch vom Anderen Wiedergutmachung zu erwarten. Es ist nicht so sehr, Vorübergehende Vorübergehende sein zu lassen. Es geht darum, zu einer höheren Ebene emporzusteigen. Es geht nicht darum, das Richtige und Falsche zu erörtern. Es gilt nicht, dringend um Verständnis zu bitten. Es geht darum, etliches Verständnis auszureichen. Es geht darum, dem Frieden den Weg zu bereiten.
Letztes Jahr gab es etwas, was dich sehr behelligte. Es hat gewaltig an dir gefressen. Du dachtest eine Zeitlang Tag und Nacht daran. Es lastete sehr auf deinem Geist. Und nun erinnerst du dich nicht einmal daran, worum es sich drehte. Wo ist es jetzt? Wohin ging es? Wieso kam es auf?
Brauchst du eine Entschuldigung? Brauchtest du sie damals?
Das Leben in der Welt ist nicht perfekt. Keiner ist in der Welt perfekt. Indes sind sie perfekt, wer sie sind. Sie sind perfekt imperfekt.
Was ihr auch seid, Geliebte, ihr sollt nichts gegen jemanden aufrecht erhalten. Hebt eure Blicke. Lasst fallen, was niemandem Vorteile verschafft. Bringt einander Nutzen ein, und ihr verschafft euch Nutzen.
Jemand ist euren Idealen nicht gerecht geworden. Es mag sein, er war unverblümt im Unrecht. Nun wirst du deinen Idealen gerecht. Sei du nunmehr der Mensch, der du sein möchtest. Du kannst Liebe finden, selbst dann wenn Andere das nicht vermögen. Du musst Liebe in deinem Herzen finden. Unbesehen alles Weiteren – du möchtest in deinem Herzen ein gutes Gefühl. Du möchtest dein Herz mit Liebe drücken, nicht mit Formen von Bitternis. Es ist an dir, ohne Falsches auszukommen und dich nach dorthin zu erheben, wohin du den Anderen gerne gehoben wissen möchtest. Du bist es, dem es gilt sich zu erheben.
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HERZ, BEGIB DICH ÜBERALLHIN
Ich möchte so weit gehen und sagen, dass dir niemand Unrecht zugefügt hat. Ebendas hast du zu erfassen. Sie haben sich selbst Leid angetan. Wer sie sind und was sie taten, hat mit dir nichts zu tun. Du bist ihretwegen weder weniger, noch auch mehr, weil dich jemand billigt.
Es ist so. Ein Fahrer eines Autos, der dich nicht sieht, fährt in deinen Wagen. Das ist nichts
Persönliches für dich. Zufällig warst du gerade da. Das ist die wahre Sache, wie sich das Leben in der Welt ausweist. Es gibt Fahrer, die haben auf andere Fahrer eingedroschen.
Wenn jemand über dich ärgerlich ist, ist es das gleiche. Selbst dann, wenn jemand keine Mühe scheut, dich ausfindig zu machen und dich seinen Ärger spüren zu lassen, ist es sein Ärger, den er über dir auslässt. Sein Ärger ist sein Ärger.
Und das gleiche gilt für euch, Geliebte. Ihr mögt es vielleicht nicht gerne hören, doch ihr seid gleichfalls eine Ein-Mann-Show. Der Ärger, den ihr habt, die Verletzung, die ihr besitzt, die Kälte, die ihr spürt – gehören euch zu. Eure Reaktion ist euch zueigen. Ihr macht für eure Verbitterung Rechtfertigungen aus, und doch möchte Ich euch sagen, dass es keine Rechtfertigung gibt. Rechtfertigung ist nicht existent. Weil ein Unrecht zur Ausführung gelangte, dort, wo ihr gerade zufällig anwesend wart, rechtfertigt eure Verbitterung nicht.
Falls der Fahrer eines Autos deinen Wagen anfährt, rammst du den deinen nicht in den seinen.
Noch auch denkst du: „Das kann er mir nicht tun.“ Er hat es getan, aber im Grunde tat er es dir nicht an. Der Fahrer des anderen Wagens ist ebenfalls eine Ein-Mann-Show. Er hat dich nicht gesehen. Es hätte ein Anderer sein können.
Die Wut eines Anderen kommt nicht von dir. Du verursachst sie nicht. Dessen Wut war parat, ausgelöst zu werden. Das gleiche gilt für deine Wut. Falls du wütend sein musst, dann sei es, und dann sei damit durch.
Langewährende brennende Ärgerstücke laufen auf einen Groll hinaus.
Lasst in eurem Herzen kein Hemmnis für die Liebe aufkommen. Kein einziges. Setzt all Jene frei, die ihren Ärger oder ihr armseliges Verhalten auf euch geworfen haben. Befreit sie. Befreit den Wal eures Herzens.
Du hast das bereits zuvor gehört: „Du verletzt dich einzig selbst.“ Was du auch einem Anderen antust, du tust es dir an. Falls du ein Opfer bist, bist du ein Opfer deiner eigenen Reaktion. Verlasst die Verbrechensszene, Geliebte. Kehrt zur Straße der Liebe zurück, der ihr zugehört.
Denkt nicht, Ich spreche nur zu Anderen. Ich spreche zu euch. Ich spreche zu euch mit aller Liebe in Meinem Herzen. Ich bitte euch, jedwede Gefühle in eurem Herzen aufzugeben, die nicht Liebe sind. Sie waren lange genug da. Alle Gefühle in eurem Herzen, die nicht Liebe sind, sind Barrieren für euch selbst. Reißt die Wälle ein. Erlaubt es eurem Herzen, frei zu strömen.
Es gab zu vieles Aufhäufen von Unrecht. Niemand kann zurückgehen und das Skript neu schreiben. In diesem Sinne kann niemand ein Unrecht wiedergutmachen. Aber ihr müsst das Unrecht wiedergutmachen, was sich in eurem Herzen festgesetzt hat. Wer sollte es beseitigen, wenn nicht ihr?
Ich bitte euch, nach wie vor ausstehenden Ärger und Wunden und Ähnliches in eurem Herzen zu beseitigen. Ich bitte euch, dass ihr ein für alle Mal ohne das auskommt. Was hebt ihr euch auf, Geliebte? Werft es weg. Werft es jetzt weg, und seid damit durch. Lasst alles, was ihr im Grunde nie mochtet, aus eurem Herzen hinaus, wohin es von Anfang an nie gehörte. Haltet euer Herz über dem Gedränge. Haltet euer Herz hoch. Es ist das Meinige.
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EINE EINMANN-SHOW
Wenn euer Herz verletzt ist, zieht keine Vorhänge über euch. Beendet nicht die Darbietung. Ihr müsst keine große Zuhörerschaft erwarten, und es ist euch nach wie vor angelegen, zu geben. Falls nicht zu geben, dann zum wenigsten offen zu bleiben, um entgegenzunehmen.
In Angelegenheiten des Herzens geht nichts übers Wieder-Instandsetzen. Wieder-Instandsetzen bedeutet nicht zurückführen und zurückerstatten. Wenn dich jemand verlassen hat, meine Ich nicht, dass er zu dir zurückkehren wird. Ich meine nicht, dass dir die Dinge so zurückgeführt werden, wie sie früher einmal waren. Es ist dein Herz, dem es offen zu bleiben gilt. Es ist dein Herz, was zurückgeführt gehört. Es ist dein Herz, über das Ich rede, nicht über das, was dir deiner Wahrnehmung nach angetan wurde.
Das Leben stellt sich nicht immer als das heraus, was du möchtest. Das Leben hat sich nicht als das herauszustellen, was du möchtest. Es ist etwas Gegebenes, dass sich das Leben nicht immer als das herausstellt, was du möchtest. Was du bist, bist du nicht durch die Gnade der Umstände. Wer du bist, ist unberührbar.
Sofern das Verhalten Anderer wer du bist diktiert, bist du ein Opfer. Opferrolle-Spielen ist nicht für dich. Sei selbstverständlich weder ein Opfer noch ein Schikaneur. Die Verwüstungen des Lebens sollen nicht dein Gott-gegebenes Recht, deinen Ort im Universum anzunehmen, zunichte machen. Die Verwüstungen des Lebens sollen nicht die Umgebung von dir diktieren. Du sollst jene diktieren.
Du hast über dich das Sagen. Du hast nicht das Sagen darüber, was Andere tun oder sagen werden. Sie sind nicht dein zuvorderster Betreff. Die Gegebenheit deines Herzens ist dein zuvorderster Betreff. In welchem Unrecht sich jemand befindet oder wie recht du hast, ist nicht die Angelegenheit. Du hängst deinen Mantel vielleicht an einem Kleiderhaken auf, doch ist jener nicht dein Mantel.
Das Wort vergeben ist ein interessantes Wort. Es muss im Voraus geben bedeuten. Gib vorher. Ich denke, es bedeutet deinem Herzen eine Chance geben. Niemand und nichts ist deinem Herzen derart nahe. Dein Herz soll während allen Gegebenheiten offen bleiben. Vergib dir selbst dafür, dein Herz verschlossen zu haben.
Falls du dein Herz zugemacht hast, und, klar, das hast du mehr als ein Mal getan, dann öffne es jetzt. Lasse das Unrecht und das Recht gehen, und setze die Liebe in deinem Herzen frei. Halte deine Liebe nicht gefangen. Halte es nicht für erforderlich, dass dir ein Lösegeld gezahlt wird, bevor du dein Herz ausreichen wirst. Ob ein Gegenüber deine Liebe verdient, ist kein Frage, die zu stellen ist. Frage dich selbst, ob du Liebe verdienst. Ich sage, du verdienst sie.
Nichts hat zu passieren, bevor du lieben kannst. Liebe fordert keine Geschenke, bevor Liebe liebt. Liebe fordert keine Wiedergutmachung oder Inersatzstellung. Alles, was Liebe fordert, ist, dass du sie frei lässt. Halte die Liebe in deinem Herzen nicht als Geisel.
Lasse deinen Widerstand los, Liebe aus deinem Herzen heraus strömen zu lassen. In deinem Herzen ist kein Damm vorgesehen. Dein Herz ist dafür bestimmt, ohne Hindernis zu strömen.
Du hast dich daran gewöhnt, dein Herz auf Start und Stop zu stellen. „Herz, geh hierhin“, sagst du. „Herz, geh hier nicht hin“, sagst du. Erteile deinem Herzen eine andere Anweisung. Sage: „Herz, gehe überallhin.“
Sage: „Herz, eben jene Seelen, deren Worte und Taten dich am meisten verwundet haben, sind es, die dir nun am meisten angelegen sind, ihnen Liebe zu geben.“
Du wirst womöglich zu Mir sagen: „Wie, Gott, kann ich Jene lieben, die mir Unrecht getan und mein
Herz verwundet haben?“
Geliebte, euch ist es nicht angelegen, euch durch das, was Andere tun, den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen. Der einzige Weg für euch lautet lieben. Gibt es einen anderen Weg?
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SEGLE EINFACH WEITER
Seht her, untersucht euch nicht dauernd. Mustert euch nicht immer von Kopf bis Fuß. Gebt euch etwas Schlupf. Versucht nicht immer, euch zu verbessern. Liebt euch stattdessen.
Als Kind hattet ihr es nicht zu bewerkstelligen, dass ihr größer wachst. Darüber musstet ihr nicht nachdenken. Ihr wachst einfach.
Vielleicht habt ihr euch zu einem Projekt gemacht. Ihr arbeitet euch gründlich in dies Projekt ein. Ihr seht dadurch recht gut, um wie viel weiter ihr zu gehen habt. Ihr seid kein Pullover, den ihr strickt. Ihr müsst nicht so viel über euch nachdenken, um euch zur Vollendung zu bringen. Ihr müsst insgesamt nicht so viel über euch nachdenken.
Hört auf, euch jeden Tag abzuwiegen. Es ist durchaus in Ordnung, das Untersuchen einzustellen. Haltet die Auffassung wie eine Flagge vor euch hin, dass ihr in die Richtung wachst, in die ihr wachsen möchtet, ohne derart viel Beratung durch euch.
Es ist natürlich, dass du weiser, reichhaltiger, großherziger, empfänglicher, liebevoller sein möchtest.
Habe diese Bestreben, Geliebte, Geliebter, und lasse dich sein. Setze dich von deinem Gequassel frei. Erlaube es dir, unvollkommen zu sein. Dann wirst du freudiger sein. Sei keine Nervensäge. Sei nicht der Albatros, der auf deinem Hals hängt. Liebe dich. Das meint nicht, dass du dich auf deinen Lorbeeren ausruhst, jedoch kannst du dir für deine Vergangenheit Abbitte tun. Du kannst Bedauern los lassen. Du kannst los lassen.
Ich verstehe, dass du gerne Einsichten erlangen möchtest. Erlange die Einsichten, die du haben möchtest. Du befindest dich in dem Geschehen, den Himmel zu erlangen. Ihr befindet euch der Welt zu Füßen, Geliebte. In der Arena der Welt sollt ihr weder ein Gladiator sein, noch die Menschenmassen, die ihren Daumen rauf oder runter zeigen. Gebt euch eine Verschnaufpause.
Seid freundlich zu euch. Seid mehr ein Freund, als ihr Kritiker seid. Seid ein Freund, der euch mag. Seid ein Freund, der über die Unvollkommenheit hinaus sieht. Liebt das, was Ich gemacht habe. Ich machte euch als ein Menschenwesen. Ich machte kein bewegliches Gut.
Denkt ihr, Ich zähle, wie viele Pfunde ihr wiegt? Ich mache Mir nichts aus eurer Haarfarbe. Ich mache Mir nichts aus eurer Testnote. Ich mache Mir nichts draus, wenn ihr durchgerasselt seid. Weder mache Ich Mir etwas aus eurer Vergangenheit, Geliebte, noch möchte Ich Mir daraus gerne etwas machen.
Ihr befindet euch nicht auf einem Pferderennen kurz vor der Ziellinie. Ihr habt euch nicht Sporen zu geben. Macht stattdessen im Park einen Spaziergang. Räumt euch etwas Spielraum ein. Gebt euch etwas Muße statt. Lasst euch sein. Worin besteht eure Hast, euch umzuarbeiten? Welche Befriedigung verschafft euch eure Unzufriedenheit? Seid mit euch mehr zufrieden als unzufrieden.
Eure Gewissenhaftigkeit ist nicht dafür bestimmt, sich als die Ausfertigung von euch auszuweisen. Wenn ihr nicht in der Vergangenheit feststecktet, wie solltet ihr bei euch etwas ausrechnen und euch als mangelhaft erachten mögen?
Seid eingedenk, dass Ich euch erschaffen habe, und dass Ich das liebhabe, was Ich erschuf. Habt euch nicht mehr länger unterm Pantoffel. Haltet die Zügel nicht derart straff. Verbessert eure Selbst-Akzeptanz. Erschafft mehr Freude. Ihr befindet euch nicht in der Schule. Ihr seid im Leben.
Ihr befindet euch auf einer Reise über die Hohen Meere. Ihr steuert das Schiff, so gut ihr könnt. Falls euch die Winde am einen Tag vom Kurs fortwehen, bringt ihr euch heute auf den Kurs. Falls ihr am einen Tag nicht aufmerksam seid und vom Kurs abkommt, bringt ihr euch schlicht wieder in die Richtung. Verschwendet eure Reise nicht mit Schuldzuweisungen. Seid kein alter Besserwisser. Geht nicht immer und immer wieder die Route durch, die ihr eingeschlagen habt. Segelt einfach.
Niemand erwartet, dass eure Reise die ganze Zeit ruhig dahingleitet. Während ihr dahinsegelt – geht ihr nicht immer und immer wieder den Reiseweg durch, den ihr einschlugt. Ihr setzt jetzt die Segel. Schaut auf den Horizont, und ihr werdet bald genug dorthin gelangen, wohin ihr auf dem Weg seid.
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DIE GROSSE SONNE
Kommt all ihr Gläubigen, und kommt all ihr Nichtgläubigen. Natürlich möchte Ich niemanden einen Nichtgläubigen nennen. Ich habe für Jeden ausreichend Glauben. Tatsache ist, Ich habe mehr als Glaube. Ich habe Wissen.
Meinerseits bedarf es keines Glaubens, um zu erkennen, dass ihr euch zu Mir auf dem Weg befindet. Ich weiß genau, dass ihr bereits hier bei Mir seid, ein jeder Letzte unter euch.
Du und Ich sind Ein und Derselbe, freilich, was du denkst, und was Ich weiß, sind womöglich nicht das gleiche. Welchen Unterschied macht das für Mich aus? Ich segne nicht den einen, den anderen nicht. Ich segne alle. Meine Segnungen strahlen aus wie es die Sonne tut. Die Sonne zögert nicht. Sie scheint durch dick und dünn.
Wie könnte die Liebe Gottes so wenig sein, dass sie herumhüpft, umfällt und von da nach dort springt? Dann wäre Ich in der Tat ein Gott voller Kleinglauben. Ich bin ein Gott Erhabenen Wissens.
Wir könnten sagen, dass Ich die Große Sonne bin, und ihr die kleine. Allerdings, Ich sage euch immer und immer wieder, dass die Tümpel Meines Lichts Mein Licht sind. In Wahrheit gibt es keine
Schwankung in Meinem Licht, denn es fällt auf alle. Gewiss bin Ich nicht weniger als die gelbe Sonne, die in den blauen Himmel strahlt. Wieso, Geliebte, Ich bin keine Sonne, die bloß scheint, während man sie erblickt. Ich scheine, nicht anders als die gelbe Sonne am Himmel. Das ist Meine Wahl, und doch, für Mich ist das keine Wahl. Oder Wir könnten sagen, Ich habe die Wahl vor so langer Zeit und mit einer solchen Vollheit des Herzens getroffen, dass Ich keinen anderen Kurs zu nehmen habe. Ihr seid Mein Sonnenschein, und das wart ihr immer.
Ich bin kein kleinlicher Gott. Ich bin kein ungeduldiger Gott. Ich schaue nicht auf die Uhr und klopfe nicht mit dem Fuß. Ich sage nicht: „Hmmm, Mein Kind ist aber spät dran.“ Ich denke überhaupt nicht in Zeitbezügen, und ich denke nicht in Bezügen von spät oder früh. Es gibt kein früh oder spät. Es gibt schier richtig.
Ich habe keine Bewusstseinsausfälle. Ich, der Ich Bewusstsein Bin, bin bewusst. Ich bin der Liebe bewusst. Ich habe kein ferneres Bewusstsein. Es gibt kein Gebot, wenn es sich auf euer liebenswertes Ich beläuft. Liebt Mich oder nicht, denkt an Mich oder nicht, fechtet Mich an oder nicht, Meine Liebe ummantelt euch. Ah, wenn ihr doch bloß darum wüsstet. Wenn ihr das doch bloß mit einer jeden Fiber eures Seins erkenntet. Ah, wenn ihr euch doch bloß erkenntet, euch, das reale Ihr, das Ihr, das über die Verkleidung hinausreicht, die ihr abschildert.
Es ist keine Reue nötig. Die Versöhnung, die Ich rühme, lautet, dass ihr euch anders erblickt. Seht euch in besserem Licht. Seht euch in Meinem Licht. Seht Mein Licht wie geschmolzene Butter, und seht euch darin durchfeuchtet, darin aufgesogen, gänzlich dessen gewahr.
Geliebte, Mein Licht scheint auf euch. Es durchdringt euch. Es ist ihr.
Falls ihr je denkt: „Wo ist Gott?“, dann ändert euer Denken in: „Gott ist Mein. Gott ist bei Mir. Er war nie sonstwo. Gott bringt mich nicht zum Leiden. Von Gott stammt Leiden ab, und mir ist es nicht nahegelegt, Meine illusorische Zeit in der Welt mit dem Gedanken zu verbringen, dass Leiden mich stark mache. Gott macht mich stärker. Die Liebe Gottes (die Liebe, die Gott gibt) macht mich stärker, und die Liebe in meinem Herzen für Gott, Der mich erschuf, macht mich stärker. Gott ist der Eine, Der mich ohne Zurückhaltung liebt. Er quält mich nicht. Meine Gedanken quälen mich.
Noch mehr als das – der Gott der Liebe erschuf mich Liebe. Wie kann ich das vergessen? Kann ich mich nicht entsinnen – ich wurde nicht bloß in Gottes Licht gemacht, sondern auch, dass ich Gottes Licht BIN, und dass ich hier auf der Erde bin, um Sein Licht zu scheinen, damit es alle sehen mögen und damit ich sehen kann.“
3284
WIE GOTTES LIEBE KENNEN LERNEN
Folgendes höre Ich dein Herz sagen:
„Ich lerne von Gott und vom Leben, dass ich, während ich Gottes Licht scheine, Sein Licht sehe, und dass ich durch das Licht angeleuchtet bin. Ich sehe, Gott sagt, dass ich so, wie ich gebe, sehen soll. Gott sagt mir, dass ich so, wie ich Liebe gebe, erkennen werde und erkennen soll, dass ich Liebe bin.
Und doch habe ich erblickt, dass weder das, was ich säe und was ich ernte, nicht identisch sein können, noch das, was ich gebe und was ich ernte den Test für Gott und für Gottes Liebe darstellen.
Ich sammle, ich reife, ich reife den Gedanken heran, dass das, was ich gebe und was die Welt mir gibt, nicht voneinander abhängig sind. Ich gebe nicht auf der Grundlage dessen, was ich gewinne. Ich gebe Liebe aufgrunddessen, was ich bin.
Und demnach bitte ich darum, dass ich Gottes Liebe anerkenne, und dass ich sie mir überall und in einem Jeden vergegenwärtige. Ich bitte darum, dass ich Gottes Liebe in meinem Herzen erkenne, damit ich sie mit der Vollheit der Liebe Gottes geben kann.
Ich erfasse jetzt, dass mein Liebe-Geben Gottes Pracht darstellt, die mir überreicht wurde. Ich erfasse jetzt, dass ich nicht die kleine unangemessene Person bin, die zu sein ich dachte. Jetzt werde ich damit vertraut, jetzt begreife ich, was es bedeutet, dass ich in Gottes Bilde geschaffen wurde. Ich beginne zu verstehen, was es bedeutet, Gottes Liebe kennenzulernen.
Ich werde mit Gottes Liebe vertraut, indem ich sie lebe. Ich lerne Gottes Liebe kennen, wie sie aus Seinem Herzen in das meine, in die Welt und in Jeden in ihr hinein gegossen wird. Ich liebe umfassender als persönliche Liebe sich ausweist.
Ich sehe nun, dass ich ein Gefährt von Gottes Liebe bin. Ich bin der Verwerter von ihr. Es ist so, als hätte mir Gott Seine Besitzung gegeben, und als wäre ich jetzt der Ausführende Seines Lebendigen Willens. Als Vollstrecker tue ich alles, was mir Gottes Wille und Testament anmuten zu tun.
Ich verstehe, dass ich, ich als Vollstrecker des Willen Gottes, Sein Erbe war. Ich sah, dass all Seine Kinder Seine Erben waren, und dass Sein Wille sich auf Fortdauer belief. Ich sah, dass wir in Gottes Liebe alle ebenbürtig sind. Ich sah, dass Er uns in Seinem Bilde gemacht hat, und dass Er wollte, dass wir die äußere Welt in Seinem Bilde machten. Ich sah, dass Sein Interesse nicht so sehr in unserer Liebe für Ihn bestand. Ich sah, dass er unsere Liebe nicht benötigte. Er wollte gerne, dass wir unsere Liebe, die letztlich die Seine war, der Welt geben, die nach Liebe lechzte, und die noch nicht in Gänze erkannte, woher die Liebe oder deren rechtmäßiger Anteil an ihr kommt. Und alldieweil vermachte es uns Gott, Seine Liebe als Gesamtes und an jeden Einzelnen in der Welt auszugeben.
Ich habe nicht zu sagen, dass ich in Gottes Namen gebe, denn es existiert keine andere Liebe zum Geben außer der in Gottes Namen. Ich habe Gottes Liebe zu geben, und infolgedessen gebe ich sie, und das insgesamt ohne Fragen.“
3285
DER MOND DES JAHRES
Du weißt, Zeit ist bloß relativ. Du weißt, manchmal läuft die Zeit rasch, manchmal langsam. Dir scheint es, Neujahr ist gerade soeben gewesen, der Mond des Jahres nimmt ab, und das illusorische Jahr ist fast vorüber. Wie schier jede fernere Minute, die dahingeht. Die Zeit wird schneller und schneller. Halte dich bei der Mitfahrgelegenheit fest, selbst während die Zeit still steht, denn Zeit existiert nicht. Zeitstockungen existieren im Grunde nicht. Zeit ist ein Eindringling, der dich in seiner Knechtschaft hält.
Indes seid ihr, wie zu einem Magneten, zur Zeit hingezogen. Die Zeit zieht euch her, so wie der Mond die Gezeiten herbeizieht. Die Zeit hat sich ihre Rechte über euch gesichert. Sie ist zu einer Hauptstütze geworden. Die Welt läuft auf ihr. Die Welt verbeugt sich vor ihr. Selbst obschon die Zeit eine Fantasie ist, verbeugt sich die Welt vor ihr. Alle kommen zusammen und begegnen sich in vorgegebener Zeit.
Schau dir stattdessen die Ewigkeit an. Schaue auf die Unsterblichkeit. Sie sind umfassender, als die Zeit jemals vorgeben könnte zu sein, aber die Zeit ist es, die euer Gewahrsein kaperte. Die Zeit wartet auf niemanden, so sagt ihr, jedoch gibt es im Himmel überhaupt keine Zeit, überhaupt keine wahrgenommene Zeit, keine Heimsuchungen von Zeit. Ich nehme an, ihr könntet sagen, dass Zeit Ewigkeit ist, Ewigkeit, die stückchenweise herausgehängt ist. Ihr könntet sagen, dass die Zeit bloß ein Schatten der Ewigkeit ist.
Freilich im Eigentlichen – Ewigkeit ist derart ausladend, sie vermag nicht in einem Blick erfasst zu werden. Ewigkeit ist mehr wie die Luft, die ihr atmet. Luft ist nicht sichtbar, und doch atmet ihr sie ein und aus.
Ich nehme an, ihr könntet sagen, dass die Zeit die Ewigkeit kenntlich macht, oder dass die Zeit Blasen der
Ewigkeit herstellt, oder dass die Zeit Ewigkeit in rationierter Form ist, oder ein kurzer Schatten der Ewigkeit, indes sind keine dieser Annahmen stimmig, denn in der Nähe des Lichts der Ewigkeit gibt es keine Kerze, weder zum Hinhalten noch zum Betrachten.
Und du bist eine Unsterbliche. In der Unsterblichkeit ist keine Zeit eingekleidet. Du bist ein Ewiges Seinswesen. Dein Körper ist ein schieres Aufglimmen angesichts der Ewigkeit. Du bist natürlich Ewig. Dein Körper ist etwas Vorübergehendes. Und wieso solltest du je deinen Körper für immer behalten mögen, während er bloß ein Pinselstrich ist, in den du im Verlaufe dieser angenommenen Kreuzung in der Ewigkeit namens Zeit eingetaucht bist. Die Zeit schlägt einen Gong. Die Ewigkeit ist still. Ein Gong bürdet sich der Stille auf. Die Zeit auferlegt sich der Ewigkeit. Und dennoch erfahren weder die Ewigkeit noch die Stille Einwirkungen.
Wir könnten sagen, die Zeit ist wie der Griff des Zweijährigen, der sich an das Bein des Vaters hängt. Oder die Zeit ist das, was es scheinbar braucht, um eine köstliche Birne zu essen, oder keine köstliche Birne zu essen. Es gibt überhaupt keine Zeit, und doch schlägt die Welt die Trommel der Zeit. Die Zeit läutet ihre Glocken, indes ist sie allesamt Getöse.
Geliebte, die Zeit kann euch nie ausgehen, denn sie ist nicht. Zeitmesser gibt es, aber es gibt keine Zeit, die knapp wird.
Und doch hetzen Meine Kinder auf der Erde, um rechtzeitig und nicht zu spät zu sein. Zeit ist ein Spitzbube, der euch berückt. Zeit ist ein Rosstäuscher. Sie möchte euch gerne die Show stehlen. Das Leben auf der Erde wird in Zeit abgemessen, gleichwohl existiert Zeit nicht. Zeit kann niemals eingefangen werden. Ewigkeit kann weder in eine Wechselgeldbörse gelegt, noch kann sie durch das Tropfen eines Wasserhahns kenntlich gemacht werden. Es gibt keine Augenblicke. Uhren ticken, aber sie ticken nichts. Ewigkeit kann nicht gemessen werden, nicht mehr, als die Realität von euch abgemessen zu werden vermag.
3286
EUER LEBEN STEHT AUF DEM GLÜCKLICHSEIN
Jeder Einzelne auf der Erde hat seinen Anteil am Glück, allerdings sind Einige mit größerem Glücklichsein gesegnet und andere mit weniger. Von außen her gesehen sind etliche Leben voller Katastrophen, und einige sensationell. Und doch ist ein jedes Leben eigen und kostbar. Ich möchte dem Leben in seinen guten wie in seinen schweren Zeiten applaudieren.
Habt Acht auf Meinen Gebrauch des Wortes Zeit. Sobald ihr das Wort Zeit seht, könnt ihr erkennen, dass es sich um das Leben in der relativen Welt handelt, worüber wir reden. Das Reden über das Leben in der relativen Welt hat seine Grenzen. Du weißt, was Ich meine. Das Leben in der Welt wird als glücklich oder unglücklich aufgelistet, als voll oder weniger voll, als lang oder kurz, als gut oder schwer. In der relativen Welt kann sogar schwer gut sein.
Wir können sagen, dass den Streichen der äußeren Welt in einem großen Ausmaß eine gerade Linie von solcher Freude unterliegt, dass ihr derzeit nicht in der Lage seid, an diesem Fundament des Glücks dranzubleiben. Diese Fundierung liegt euch zugrunde, und doch stellt ihr euch vor, sie befinde sich außerhalb eurer Reichweite. Ihr sehnt euch danach, dort hinzugelangen und auf der Planke gegründet zu sein, auf der ihr ja bereits steht. Es ist ziemlich so, wie wenn ihr eure Brille sucht, die ihr auf habt.
Falls euer Leben auf dem Glück fußt, wieso besteht dann eine so starke Suche nach ihm? Manchmal habt ihr das Gefühl wie ein Kind an Weihnachten, was in seinem Socken ein Kohlestück findet, während alle anderen Socken mit Zuckerstangen voll sind. Wieso scheint ein Lebenssocken mit leicht zu erblickendem Glück voll zu sein, und ein anderer voll mit Leid, was ebenfalls leicht zu sehen ist? Und doch hat ein Jeder das Leben, was auf einem Fundament der Freude fußt, die ausladender ist, als dass ihr imstande wärt, an ihm einen Stiel zu befestigen.
Geliebte, wisst ihr, dass Glücklichsein messen eine Form der Beurteilung darstellt? In der äußeren Welt haben Jene, die enormes Glück und Gründe fürs Glücklichsein zu haben scheinen, auch Herzen, die rauf und runter gehen, zuweilen in große Höhe und weite Tiefen. Einerlei wie viel Glück in der auswärtigen Welt zugegen ist, es ist flüchtig. Es ist ein Schmetterling in eurer Hand, oder sogar ein Tiger, den ihr nicht halten könnt.
Mithin wird Glück in der Welt gewogen, unterdessen es keine Skala gibt, auf der es zu wiegen ist.
Jemand im Gefängnis, jemand mit einer schweren Krankheit, jemand mit Verbindlichkeiten, jemand, der ein sogenannter einfacher Bürger ist, kann ein größeres Glücklichsein innehaben als der aussichtsreichste König.
Ich sage zu euch, der Socken zu Weihnachten eines Jeden ist zum Überlaufen voll.
Ich weiß, das ist für euch schwer zu schlucken, während ihr allem Anschein nach überall Nichterfülltheit erblickt. Ich weiß, euch ist das unglaublich.
Ersetzt vielleicht das Wort Glücklichsein durch Licht Gottes. Ein Jeder hat seinen vollen Anteil Meines Lichts. Alles Mindere als die Vollheit Meines Lichts ist eine Vertuschung. Was du siehst, ist nicht immer, was du bekommen hast.
Der Bettler, der Geistesgestörte, der Wohltäter – ihnen allen ist Mein Licht zuteil. Niemand hat mehr als ein anderer. Niemand hat weniger. Mein Licht ist in etlichen Meiner Kinder leichter zu sehen als in anderen. Es mag sein, oder es mag nicht danach sein, dass sie mehr leuchten.
Im Folgenden wozu Ich gelange: Was wäre, falls ihr von der Prämisse ausgingt, dass alle Herzen voller Licht sind? Würdet ihr euch dann nach Anzeichen von ihm umsehen, und nicht nach Glück oder Unglücklichsein? Könntet ihr sodann nicht das finden, wonach ihr schaut? Und würdet ihr dann nicht euer eigenes Geschenk Meines Lichts erkennen, was aus eurem Herzen heraus leuchtet? Es gibt in eurem Herzen einen Lichtschalter. Macht ihn an. Jemand hat einen Dimmerschalter dazwischen gebaut. Nicht Ich. Dreht den Dimmerschalter hoch. Dreht ihn immer höher und höher.
3287
WENDE DICH DEM LICHT ZU
Denke anstelle an Herzschmerz an Herzenslicht. Anstatt dich aufs Dunkel hinzuweisen, weise dich aufs Licht hin. Auf diesem Konzept fußt deine Wahrnehmung der Welt.
Vielleicht schaust du dir gerne das Dunkel an. Vielleicht bringt dir das Dunkle bessere Empfindungen ein. Vielleicht lässt es dir das Empfinden zukommen, du kennest es besser. Falls du es besser kennst, dann schaue zum Licht und stärke dich darin. Entwickle den Sonnenschein deines Herzens.
Genug an Aufmerksamkeit für die Schatten. Wenn du durch das, was man ein Slum nennt, fährst, hast du nicht auf die Schandflecke hinzuweisen. Ist dort keine Lebendigkeit zugegen, auf die du zeigen kannst? Leben die Menschen, die dort leben, nicht ihr Leben? Gibt es dort keinen Himmel und keine Sonne, die scheint? Gibt es dort keine Diamanten im Schutt?
Dunkelheit und Licht sind beide offensichtlich. Gib dein Licht dem Licht. Du wirst womöglich dein Licht auf das Dunkle geleuchtet haben. Vielleicht hast du gedacht, es sei tapfer, auf Schwachstellen hinzuweisen, unterdessen du dich aber die ganze Zeit verständnisinnig dem Licht hättest zuwenden können.
Es ist nicht nötig, in die Dunkelheit unterzutauchen, um Licht hervor zu bringen. Jeder kann Dunkelheit sehen. Jeder kann sehen, was falsch ist. Jeder kann darüber maunzen, was schief liegt. Jeder kann sagen: „Tut tut.“ Es ist nichts Herrliches, der ungezogenen Welt zu sagen: „Schäm dich, schäm dich.“ Manchmal ist es so, als würdet ihr euch vom Dunkel ernähren, derart heißt ihr es willkommen.
Ihr mögt ja eurem Dafürhalten nach einen Missstand beheben; durch eure Aufmerksamkeit auf den Fehler vertieft ihr ihn.
Sobald ihr eine Grausamkeit erblickt, schreit ihr wohl laut über sie auf. Manchmal ist alles, was ihr tun wollt, darüber aufschreien. Es ist allgemein bereits begriffen, dass Grausamkeit gegenwärtig ist. Anstatt sie hervorzuheben, nehmt einen Blick auf all die Freundlichkeit in der Welt. Redet über sie. Vertieft jene. Betont jene.
Wenn auf dem Ofen zwei Töpfe stehen, und ihr habt den Eintopf im einen Topf lieber als den im anderen, welchen Topf werdet ihr umrühren?
Wenn die Dunkelheit im einen Topf ist und Licht im anderen, welchen Topf werdet ihr umrühren? In welchen Topf werdet ihr eintauchen? Erkundet das Helle, anstatt das Dunkle zu beklagen.
In den Zeitungen gibt es genug schlechte Nachrichten zu lesen. Die schlechten Nachrichten in Verruf bringen ist das gleiche wie sie rühmen. Wenn du der Stadtschreier bist, der durch die Straßen geht und ruft: „Hört her, hört her, heute schlechte Nachrichten!“, dann werde zum Stadtschreier, der ausruft: „Hört her, hört her, heute gute Nachrichten!“ Oder sei ein Verkäufer guter Nachrichten. Schreie: „Gute Nachrichten zu verkaufen.“ Schaffe Nutzen anstelle von Entsetzen.
Falls du die Welt mit Liebenswürdigkeit gefüllt wissen möchtest, dann schaue auf Liebenswürdigkeit. Es gibt in der Welt mehr Liebenswürdigkeit als Grausamkeit. Preise die Freundlichkeit, und die Grausamkeit wird geschmälert. Drehe die Flamme unter der Suppe namens Grausamkeit herunter und die unter der Suppe namens Freundlichkeit hoch. Das ist schlichte Arithmetik, Geliebte.
Selbst in einer armseligen Suppe gibt es eine gute Steckrübe.
Falls du einen Ton gespielt hast, spiele jetzt einen anderen Ton. Mit welchem Ton möchtest du jetzt mitschwingen? Ich glaube nicht, dass du mit der Dunkelheit mitschwingen möchtest. Weswegen unterstreichst du sie dann und stellst du es sicher, dass ein Jeder einsieht, wie viel Dunkelheit ausgewiesen sei.
In den Tagen, bevor Flugzeuge zum Allgemeingut wurden, sind die Menschen aus ihren Häusern herausgerannt, um ein Flugzeug am Himmel zu sehen. Sie wiesen zum Himmel hoch.
Geliebte, Ich bitte euch, zum Himmel hoch zu zeigen.
Wenn ihr das, was ihr nicht mögt, anhalten möchtet, dann hört auf, darüber zu reden. Hört jetzt auf zuzupacken, und bringt die Welt, und euch ebenfalls, zu Mir rüber. Anstatt auf ihre Verunstaltungen hinzuweisen, hebt die Welt zu größerer Höhe empor.
3288
LIEBE IST DER KÖNIG
Ein Beweggrund, weswegen ihr hier auf der Erde weilt, lautet, einander Trost zu spenden. Der Trost, den ihr einem Anderen spendet, ist eine Spielmarke Meiner Liebe, Geliebte. Ihr habt alle Liebe in der Welt und im Himmel. Ihr erlebt es indes, dass ihr Trost braucht. Es mag durchaus sein, dass ihr euch nicht gewahr seid, Trost zu benötigen, und danach tut jemand etwas sehr Freundliches, und euer Herz erweicht. Womöglich kommen euch die Tränen, und dann wisst ihr, um wie viel Trost euer Herz schmerzte.
Um diesen Trost geht es, ihn Anderen zu überreichen. Das ist keine Sympathie, das versteht ihr. Ihr gebt bloß die Liebe, die die eure ist, sie rechtmäßig auszugeben. Im Gefilde des Himmels gibt es so etwas wie Trost nicht. Was könnte es im Himmel geben, wofür man sich getröstet wissen möchte? Im Himmel ist Liebe, Liebe ganz natürlich und am Überfließen. Im Himmel ist die Liebe König.
Jedoch ist auf der Erde, wo alle Liebe in der Welt und im Himmel weilt, die Liebe aufgehalten worden. Sie wurde eingezwängt. Irgendwo entlang des Wegs kam Vorsicht zum Vorschein, und die Herzen verkrampften sich. Die Welt wurde gegenüber dem Liebe-Geben argwöhnisch. Es wurde verdächtig, Liebe auszugeben, und ebenso verdächtig, Liebe entgegenzunehmen, und dementsprechend flog die Liebe unter falschen Flaggen. Liebe wurde, wenn nicht zu einem Geschäft, zu einer Ware. Viele, allzuviele Meiner Kinder haben materielle Dinge zu kaufen und zu veräußern, um ihre Herzen in die Höhe zu treiben.
Wie entfechtet ihr euch von beschmutzter Liebe? Gebt sie einfach, und denkt nicht über sie nach. Gebt Freundlichkeit. Seid der erste beim Liebe-Geben. Seid der erste, um einen Jeden bei der Welt willkommen zu heißen. Und nicht anders heißt ihr euch selbst willkommen.
Mitunter dachtet ihr, ihr befindet euch auf der Erde, um zu überleben. Ihr dachtet womöglich, dass das Leben darin bestehe, etwas zu umgehen oder zu bekämpfen. Das Leben auf der Erde ist weder für das eine noch das andere bestimmt. Wie simpel sind Meine Anweisungen an euch. Anstatt von einer Stelle herzukommen, wo Liebe zurückgehalten wird, kommt von einem Ort her, wo ihr es gerne seht, dass die Liebe die Welt übernimmt. Kommt von jenem Ort her, und ihr werdet Liebeinseln entzünden.
Liebe ist Liebe. Eure Liebe hat nicht groß zu sein. Eure Liebe kann ein großer Haufen kleiner Liebe sein. Zündet Streichhölzer der Liebe an und hinterlasst sie überall. Trefft keine Unterscheidungen. Selbst ein bisschen Liebe ist umwerfend. Haltet eure Aufmerksamkeit auf dem Geben von Liebe fest und vom Bekommen von Liebe fern.
Liebt nah und liebt fern. Gebt – lieber als beten – Liebe aus. Selbst eine einzelne Nascherei der Liebe ist süß.
Stimmt ihr dem nicht zu, dass, was die Welt am meisten braucht, Liebe ist? Wenn ihr dem beipflichtet, dann gebt sie. Wenn ihr dem nicht beipflichtet, gebt sie nicht anders. Die Welt hat um Vieles mehr Liebe als Geld nötig. Geld ist ein armseliger Ersatz. Gebt Geld nur aus der Vollheit der Liebe in eurem Herzen, anderenfalls gebt es nicht.
Hört auf, euch der Liebe zu widersetzen, Geliebte. Was für etwas Dummes, sich zu widersetzen! Ich bitte euch, die Liebe zu vervielfältigen, in eurem Herzen und überall sonst. Verleugnet die Liebe nicht mehr. Verspritzt überall Liebe. Lasst euren Weg aus Rosenblütenblättern der Liebe gemacht sein. Seid eine Rose oder ein Fruchtbaum, der seine Blütenblätter für Alle verstreut. Für Rosen und Fruchtbäume ist es ganz natürlich, in ihrem Gefolge Blütenblätter zu hinterlassen.
Rosen und Bäumen ungleich, könnt ihr ununterbrochen eure Blütenblätter der Liebe verbreiten, ohne auf die nächste Jahreszeit zu warten, um eure Blätter wieder aufzufrischen. Ihr habt ein Herz vom Meinigen, das mit so viel Liebe gefüllt ist, dass es sich automatisch selbst wieder füllt. Es ist eine Maxime: Je mehr Liebe ihr gebt, desto mehr habt ihr von ihr. Nichtsdestotrotz, veranschlagt die Liebe in eurem Herzen nicht. Gebt sie einfach.
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ENTSINNT EUCH, KOMMT HIER RÜBER
Geliebte, wenn ihr versteht, was ihr seht, dann seht ihr wirklich. Ich sage ‚verstehen‘ nicht im intellektuellen Sinne, sondern im Sinne von Zustandekommen, ziemlich so, wie die aufgehende Sonne sich über der Landschaft erhebt. Es ist einfach da, euer Verstehen, fast so, wie das Zusammenführen von mitwirkenden Umständen ausweist, dass ein Kuchen fertig ist.
Demnach sage Ich zu euch: Seht mehr, Geliebte. Seht über die Begrenzungen eures Geistes hinaus. Seht Schönheit, einerlei was euer Geist spricht. Seht Schönheit.
Inwendig in jedem Menschen ist ein pochendes Herz. Von jetzt ab wisst ihr, das Herz in einem Jedem ist
Mein Herz. Begrüßt Mein Herz, egal in wessen Busen es schlägt. Lasst jedermann, den ihr seht, eine
Gedächtnisstütze an Mich sein. Jedermann. Jeder ist mehr als eine Spielmarke von Mir, doch jetzt im Moment möchte Ich Mich gerne festlegen auf euer Erinnertwerden an Mich, an den Einen, Der mehr Liebt, als ihr euch selbst liebt.
Ich liebe euch derart, dass Ich jedermann als Meinen Abgesandten zu euch geschickt habe, damit ihr euch zu Herzen nehmt und erkennt, dass Ich überall und inwendig in Jedem, und dass Ich für euch bin.
Handelt von dieser Prämisse her, und seht, wie Himmlisch euer Leben werden wird, eben euer Leben. Die Qualität eures Lebens hängt von eurem Sehen und Erfassen der Liebe in der Welt und der Liebe eben in eurem Herzen ab, was ihr das eure nennt. Selbstverständlich, alle Herzen sind Mein.
Wirklich, was denkt ihr? Ihr müsst gewusst haben, dass euer Herz seit jeher aus dem Meinigen zum Vorschein gekommen ist. Wie sollte ein Herz, das Ich erschaffen habe, genannt werden, außer das Meinige?
Niemand erschuf sein eigenes Herz, das Herz, das auf Leihbasis in seiner Brust Wohnung nimmt. Und doch stimmt jedes Kind von Mir sein eigenes Herz ein. Es stimmt sein Herz wie es Mein Lied vernimmt. Natürlich gehören eure Herzen auf das Meine gestimmt. Wieso sollte irgendein Herz abschweifen mögen?
Selbstverständlich möchte niemand je zu seinem Herzen sagen: „Mache dir nichts aus Gott. Du hast das tägliche Leben, in dem du herum zu manövrieren hast.“ Keiner würde jemals zu seinem Herzen sagen: „Schau, du hast ein Geschäft, um das du dich zu kümmern hast. Später kannst du an die Liebe denken. Jetzt hast du deinen Unterhalt zu verdienen.“ Keiner würde zu seinem Herzen sagen: „Schau und mach, dass du mich nicht behelligst.“ Keiner würde sagen: „Ich habe genug von dir, Herz, verausgabt, und wohin hat es mich gebracht?“ Keiner würde sagen: „Ich habe der Welt all die Liebe gegeben, die ich eigentlich geben wollte. Nun möchte ich an mich selbst denken. Ich bin die Nr. 1. Ich komme als erstes.“ Keiner würde sagen: „Genug von diesem Gott und davon, Ihm zu dienen. Wo war Er, als ich Ihn brauchte?“
Du kennst all die Dinge, die keiner sagen würde, und du hast sie gehört oder gelesen oder sie gar gedacht. „Jetzt ich, Gott später“, so ähnlich wie Tarzan sagte: „Ich, Tarzan. Du, Jane.“
Das Sagen, zu dem du gelangst, ist mehr folgendermaßen:
„Geliebter Gott, ich beginne zu sehen, dass Wir Eins sind, keine zwei. Ich beginne zu erfassen, dass Dein Wille mein Wille ist. Alles, was ich meinem Dafürhalten nach wollte, war eigentlich nicht dasjenige, was ich wollte. Ich hatte es nicht begriffen, und führte mich in die Irre. Du hast mir gesagt: ‚Hierher. Komme hierher.‘ Ich habe nicht recht hingehört und nahm meinen eigenen unzusammenhängenden Weg. Nun begreife ich es besser.
Ich verstehe besser, dass ich den Weg nicht kenne, der zu gehen ist, außer, meinem Herzen ist es, dem Deinen zu folgen. Ich verstehe jetzt, dass Du gerne mein Herz ganz machen möchtest, und Du weißt, dass es ebendas ist, was ich im Grunde möchte. Du wusstest das, bevor ich es wusste. Nun hole ich auf. Nun hebe ich meine Augen empor, und ich sehe, wie ich zu Dir komme. Ich bin bei Dir. Ich war das immer. Ich wusste stets, was ich mich selbst nicht wissen ließ. Ich weiß nicht, was ich dachte. Nunmehr bitte ich Dich, Gott, um diese eine Sache: ‚Hilf mir mein Herz gesund machen.’“
3290
SEGEN GOTTES
Was wäre, falls du ein Segen wärst, der auf die Erde geworfen wurde? Was wäre, falls dein wirklicher Name Segen lautete, Segen von Gott, Segen Gottes, Segen dem Gott. Segen, um alle im Umkreis der Welt und darüberhinaus zu segnen.
Was wäre, falls du in der Tat ein Engel auf Erden wärst? Was dann, Geliebte? Was dann?
Wie würdet ihr euch danach ansehen?
Was wäre, falls Ich, bevor du dieses Mal geboren wurdest, zu dir gesagt hätte: „Möchtest du gerne die
Welt segnen?“
Und du sagtest zu Mir: „Oh, ja.“ Und du beugtest deinen Kopf. Und Ich küsste das Ende deines Hauptes und gab dir den Segen und Hinweise für eine gute Reise.
Im Durchlauf sind dir die Weisungen abhanden gekommen. Du vergaßt deine Mission. Gleichwohl, so etwas wie ein Daumenabdruck war zurückgeblieben, und dein Herz ist gerührt.
Du magst anfänglich gedacht haben, dass du aus dem Nest herausgeworfen worden seist, und du weißt nicht wieso.
Du vergaßt, du standst bei Mir in erhabenem Dienst. Du vergaßt, dir lag an, Mich zu verkörpern. Und demnach rangst du damit, einen Weg zu finden, und du fandst einen Weg, der nicht der deine ist.
Du probiertest Kleider an, und nichts passte. Etwas wollte nicht so recht passen. Vielleicht die
Schultern. Vielleicht ein Ärmelaufschlag. Vielleicht eine Tasche, in die du die Hände stecktest. Vielleicht hast du einen Anzug getragen, der ganz gewöhnlich war, und doch war er nicht so richtig dein Stil. Du verbrachtest die ganze Zeit auf der Erde damit, herauszufinden, wer du warst und was du hier tust. Du vergaßt die Tragweite deines Lebens.
Vielleicht warst du wie ein Cowboy, und wusstest nicht, wie Lassowerfen geht.
Vielleicht warst du wie ein Jäger. Es war dir nicht klar, was du jagen solltest, und du konntest deinen Speer oder was auch immer nicht finden, mit dem du auf die Jagd gehen solltest.
Vielleicht hast du dich auf einem kleinen Hügel hingesetzt. Mit einer schwachen Erinnerung schautest du zum Himmel hinauf und fragtest dich, was jenseits dessen lag, was deine Augen sehen konnten.
Du vergaßt die Worte, die Ich zu dir sagte, und du hast dir die Worte jener Anderen gemerkt, die ebenfalls nicht wussten, was sie auf der Erde taten.
Es war ein wolkenverhangenes Leben, und die Sonne konnte scheinbar nicht hindurchbrechen. Sie schien die ganze Zeit, bloß du tatst das nicht. Du sahst vielleicht auf finstere Weise Schatten von ihr.
Und die Sonnenstrahlen begannen hindurchzuspähen. Du fingst an, sie zu erblicken. Es war wie ein Erwachen. Alles war das gleiche, bloß du sahst es anders. Du sahst das Aufschließen des Himmels, und dementsprechend schlosst du dich auf. Was kam als erstes? Das Öffnen des Himmels oder das Öffnen deiner Augen? Was kam als letztes, unterdessen es kein letztes gibt?
Oh, Geliebte, ihr steht erst am Anfang, eure Umgebungen in Betracht zu nehmen. Ihr seid durch euch selbst umgeben. Es wart ihr selbst, die ihr mit dem Lasso einzufangen versuchtet. Die ganze Zeit wart ihr es, nach denen ihr auf Jagd wart. Der Speer, den ihr nicht finden konntet, war ein Speer der Liebe. Das Lasso war ein Liebestau. Die ganze Zeit wart ihr Jack und die Bohnenstange, im Begriff, zum Himmel hochzuklettern. Der Riese, den ihr ausfindig macht, ist indes der Riese der Liebe.
Ihr schautet in den Strom der Liebe und saht euch selbst. Genauso – sofern ihr einen aufragenden
Riesen im Blick hattet, wart ihr es, den ihr saht. Was ihr auch saht, es war ein Schatten eurer selbst.
Als ihr nicht aufhörtet, die Sonne anzuschauen, fingt ihr an, euch eurer Wurzeln zu entsinnen, und ihr klettertet sozusagen an ihnen hoch und betratet den Himmel, aus dem ihr niemals herausgetreten wart, mit der einen Ausnahme, ihr dachtet, ihr wärt herausgetreten.
Am Anfang eures Wagnisses auf der Erde lagt ihr richtig. Ihr hattet recht, dass ihr nicht wusstet, wo ihr seid, und was es euch hier zu tun gilt. Jetzt seid ihr anfänglich dabei, euch zu erinnern, und ihr beginnt zu erkennen, wo ihr seid, was ihr hier tut und Wer ihr seid. Euer Erstaunen ist groß. Und doch, wieso seid ihr bei dem, was ihr die ganze Zeit tief innen wusstet, in Staunen versetzt?
3291
JETZT, GELIEBTE, JETZT
Sobald ihr durch Meine Augen seht, würdet ihr Schönheit über das hinaus sehen, was ihr je saht oder euch vorstelltet. Ihr wärt geblendet. Gleichzeitig würdet ihr euch fragen, weswegen ihr all diese Schönheit zuvor nicht gesehen habt. Ihr werdet nicht begreifen, weswegen ihr bei dem, was direkt vor euch prangte, vorüber gingt. Ihr werdet bei dem Gedanken daran, was ihr hättet sehen können und es nicht im Blick hattet, mit dem Kopf schütteln. Ihr werdet euch mit Namen wie Armleuchter bezeichnen. Ihr werdet noch lange danach mit dem Kopf schütteln, nachdem euch die Bezeichnungen dafür ausgegangen sind.
Geliebte, ihr werdet links wie rechts Schönheit sehen. Ihr werdet Schönheit darin sehen, wo ihr zuvor keine saht. In der Dunkelheit, Geliebte, werdet ihr Schönheit wie nie zuvor sehen. Jetzt ist Schönheit, und jetzt ist sie die eure.
Jemand könnte sagen, ihr wärt geläutert worden, sodass ihr zu sehen vermögt. Ich möchte sagen, ihr habt einfach eine höhere Stufe erklommen. Dafür ist keine Läuterung nötig. Es braucht nur einen Schritt eurer Beine eine Stufe höher. Falls ihr am Gehen seid, besteht alles Nötige aus dem Beschleunigen.
Nichts hat euch zurückzuhalten. Bestimmt sagt ihr nicht dauernd zu euch, ihr hättet zu warten. Schaut, Ich sage euch, dass ihr bereits alle nötigen Ingredienzien habt. Wenn ihr einen Drachen fliegen lassen möchtet, müsst ihr ihn los lassen.
Geliebte, Ich sage euch, dass Ich draußen direkt vor eurem Fenster bin. Ich sage euch, dass Ich in eurem Haus bin. Ich bin auf euren Fingerspitzen. Wo Ich BIN, wie kann dort demnach keine Schönheit sein? Insofern als Ich überall bin, wo verföixt nochmal ist denn keine Schönheit?
Was bringt euch dazu zu sagen, dass ihr Mich und all die Schönheit der Schöpfung nicht seht, weil ihr dazu noch nicht bereit wärt? Was bringt euch dazu, dies als Ausflucht zu sagen. Es hat eine Ausflucht zu sein, weil Ich sage, ihr seid soweit! Ich sage, es gibt keine Grenzziehung, und doch seid ihr von Grenzziehungen umrundet.
Geliebte, was lässt euch so weit sein, Angst und Verdruss und Hässlichkeit zu erblicken? Wieso, ihr könnt Angst in einer Entfernung von einem Kilometer ausmachen. Und indes könnt ihr Schönheit, die sich direkt vor euch befindet, nicht sehen.
Auf eine bestimmte Weise ist die Lage, in der ihr euch befindet, das Gegenteil von dem Herrscher, der keine Kleider anhatte. Du bist der Herrscher in einem Land weiter Schönheit, und du siehst sie nicht. Dir scheint es, dass sie eigentlich niemand sieht.
Du weißt, manchmal kam es vor – du hast ein Glas Wasser, Saft oder Milch irgendwo hingestellt, und du erinnerst dich nicht, wo du es gelassen hast. Du wirst dich wohl in der ganzen Küche umsehen, und es doch nicht sehen. Später freilich siehst du dein Glas, vielleicht aus einem anderen Blickwinkel her, auf der Theke, wo du es hinstelltest und nicht sahst. Irgendwie haben deine Augen darüber hinweg geblickt; es hatte dich indes nicht so weit durchdrungen, solange bis du es sahst.
Vielleicht hast du erst Jahre später die Schönheit des Gesichts deiner Mutter gesehen, nachdem sie sich von der Erde verabschiedet hatte.
Vielleicht liegt es dir nahe, nicht so sehr aus der Nähe zu sehen, vielleicht musst du von etwas weiter weg her sehen. Vielleicht hast du, um die Weite zu sehen, von der Weite her zu sehen. Oder vielleicht hast du einen Schritt vorzutreten, ohne weiterzubummeln.
Was Ich sage, dass du es vermagst, vermagst du. Und Ich sage: „Jetzt.“ Ich sage: „Jetzt, Geliebte.“
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ANGLE DIR, WAS DU ERSTREBST
Ihr habt zu viele Gedanken, Geliebte. Sie rennen durch euren Kopf. Sie machen ihn voll. Womit möchtet ihr euren Kopf füllen? Nicht mit einem Großteil davon, was gegenwärtig in ihm weilt.
Euer Geist setzt einen Ton. Er sagt voraus. Sprecht eurem Geist Mut zu, ja gutes Wetter vorherzusagen.
Euer Geist hat allzu viele Warnungen ausgegeben. Manchmal ist es ein Wunder, dass ihr des Morgens aus dem Bett kommen könnt. Wie könnt ihr den Tag begrüßen, während derart viele Gedanken, mit denen ihr euren Kopf fülltet, euer Herz mit Bangen erfüllten?
Werdet ihr die Gedanken, die ihr reizvoll findet, herbeirufen, und die Gedanken fallen lassen, die euch gefesselt halten?
Ihr habt Schlussfolgerungen gezogen. Aufgrund von Enttäuschungen, die letztes Jahr oder gestern vonstatten gingen, verdammt ihr euch zu mehr vom selben. Ihr sagt zu euch und vielleicht zu Anderen: „Schau, A, B und C passierte. Mehr passiert mir nicht. Ich habe kein Glück.“ Und demnach lebt ihr in der Vergangenheit.
Geliebte Geliebte, weiht euch nicht dem unglücklichen Untergang. Fangt ihr an zu sehen, wie wichtig es für euch ist, von der Spur wegzukommen, auf der ihr euch befandet?
Vielleicht seid ihr auf der Suche nach Arbeit, und findet keine. Müsst ihr denken, dass ihr niemals einen Job finden werdet? Müsst ihr denken, dass euch alle Türen verschlossen bleiben? Beginnt ihr zu sehen, wie ihr selbst die Türen zuschließt?
Die Möglichkeit, die Türen offen zu lassen, heißt die Vergangenheit gehen lassen. Ihr müsst das. Die Historie hat sich nicht zu wiederholen. Die Historie wiederholen kommt von wiederholten Gedanken.
Es gibt in der Welt derart viele schöne Blumen. Aus welchem Grund möchtet ihr euch auf die Unkräuter und die Schwierigkeiten, die sie euch bereiteten, konzentrieren?
Ihr sprecht von Logik. Falls eure Gedanken das Wetter vorhersagen, ist es für euch logisch, eure Gedanken in die Richtung zu steuern, in die ihr gehen möchtet.
Wenn ihr Arbeit finden möchtet, so winkt die Arbeit zu euch her. Haltet sie nicht mit UnheilVorhersagen fern.
Als die drei Schweine sich auf den Weg begaben, das Glück zu suchen, schleiften sie nicht ihre Füße hinterher. Und genauso werdet auch ihr, Geliebte, gut daran tun, munter auszuschreiten.
Hört auf, euch all die traurigen Geschichten zu erzählen. Hört auf, auf die Zahlen zu schauen und euch allerhand Begründungen zu erzählen, weswegen ihr nicht das bekommen könnt, was ihr möchtet. Auf diese Weise schneidet ihr euch vom Zuspiel ab.
Was ist am Pessimismus so gut, dass ihr ihn dem Optimismus vorzieht? Wieso solltet ihr euch gerne überreden und erzählen mögen, dass es nichts gibt, was ihr tun könnt. Es gibt eine Menge, was ihr tun könnt. Hier mal eine Sache – ihr könnt aufhören, euch diese entsetzlichen Geschichten zu erzählen, die ihr euch erzähltet. Manchmal hat es den Anschein, dass ihr euch so auf einem Misslingen abgefedert habt, als stellte das eine Siegesprämie dar.
Ein Angler legt am frühen Samstagmorgen ab zum Angeln. Was für eine Sorte Angler möchte gerne zu ihm sagen, dass er heute nichts fangen wird? Er unterstützt seine Prämisse. Gut, letzte Woche hat er nichts geangelt. Tatsache ist, er sagt sich selbst, dass an diesem Wochenende keiner einen Fisch fängt. Es ist, wie wenn er den Fischen sagt, fortzubleiben, und wie wenn sie seinen Wünschen gehorsam nachkommen.
Wie lange würdest du einen Freund unterbringen, der ein Neinsager ist? Bist du Freund oder Feind? Befreunde dich mit dir selbst. Sei ein guter Kumpel. Ermutige dich. Höre um Himmels willen auf, dich zu entmutigen.
Wenn heute die Sonne untergeht und du, der Angler, hast nichts geangelt, so erinnere dich daran, dass morgen ein anderer Tag ist. Halte deinen Geist hoch. Du bist kein Opfer. Wieso solltest du dich in diese Rolle begeben mögen?
Sei ein Angler von Arbeitsstellen. Lege ab und singe eine fröhliche Melodie. Sei wie ein Trainer, der seiner Mannschaft zujubelt. Erzähle dir einige gute Zubettgeh-Geschichten.
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DAS GESEGNETE GEHEIMNIS DES HERZENS
Du lebst in einem Körper. Du wirst das wohl nicht so sehr als Anerkennung sehen. Du wirst dich wohl in einem Körper festgesetzt und in dir nicht so viel Verheißungsvolles erblicken, und doch, du bist Meine Verheißung. Du bist die Verheißung, die Ich Mir Selbst machte.
Wo kommen schöne Blumen her, Geliebte? Sie kommen aus der Erde. Sie strecken ihre Köpfe aus dem reichhaltigen Boden heraus, dem sie entstammen. Rosen entwachsen dem Boden. Nelken tun das. Amaryllis tun das. Sagt Mir, Geliebte, welche erschreckend schöne Blume entkommt nicht dem Boden.
Gleich welche Meinung ihr von euch habt, Größe kann aus einem scheinbar schieren Körper hervorbrechen. Größe hat das getan. Größe tut das. Du hast das gesehen. Du hast das gespürt. Ganz bestimmt geht im Leben mehr vor als körperliche Funktionen.
Es geht mehr vor als der Geist, als der Intellekt. Egal, um wessen Geist es geht, es geht mehr vor als mentale Aktivitäten. Erhabenes Denken geht über den Geist hinaus. Natürlich geht es darüber hinaus. Der Geist kann sich nicht einmal seine eigene Größe ausmalen.
Und, ah, ja, da ist das Herz, das schöne Herz, das in deinem Busen pocht. Das ist die schönste Rose unter allen. Und doch ist da mehr als das Herz, einerlei wie deutlich es sich wahrnimmt. Das Herz reicht über den Geist hinaus, und es reicht über sich selbst hinaus. Das ist das gesegnete Geheimnis des Herzens. Es fiegt weit. Es reicht in die Höhe.
Und es ist da dasjenige, was Wir Seele nennen. Herz und Seele sind Wörter, die öfters gemeinsam ausgesprochen werden. Es gibt auch etwas, was man Über-Seele nennt. Die Seele hat vor allem Vorrang. Still, unsichtbar – ist sie ein mächtiger Hauch, der emporwallt.
Ich sage, euer Herz ist Mein. Ich sage, ihr seid Mein, Herz wie auch Seele. Gewiss seid ihr Mein. Wir haben dort nicht unterzutauchen, denn da ist eine Ganzheit, die wir nicht zergliedern möchten. Ihr seid ohne Analyse des Einsseins mehr mit Unserem Einssein vertraut.
Dem Boden Meiner Kinder entkommt Poesie, und das ist für euch verblüffend. Poesie, die wie der Nektar Gottes ist. Und da ist mehr. Stellt euch vor, aus dem Boden Meiner Kinder kommt Liebe hervor, die aus der Rose eures Herzens, aus Meinem Herzen, abstammt. Welche Musik entkommt meinen Kindern! Was für eine Kunst. Was für eine Schönheit ist es, die das weit übersteigt, was gewöhnlich als menschliche Existenz angesehen wird.
Handlungen voller Mut entspringen scheinbaren Körpern. Heldentum. Aus dem gleichen Körper entkommen Kühnheit und Feigheit. Es gibt nichts, was eurem Körper nicht zu entkommen vermag. Geliebte, aus dem reichhaltigen Boden von euch.
Ihr kamt voller Samen zur Erde, Geliebte. Ihr könnt die Saaten durchaus mit DNA bezeichnen. Ihr könntet sie als Talente bezeichnen. Es gibt keinen unter euch, der kein Garten ist, bereit, aufzublühen. Geliebte, ihr alle habt Mich geerbt.
Es ist etwas Gegebenes, dass ihr euch noch nicht alldessen gewahr seid, was euch hinterlassen wurde. Ihr habt vielleicht einen Fingerhut voll davon erblickt.
Ich habe euch erschaffen, Geliebte. Ich habe euch erschaffen und euch auf die Reise einer Lebzeit geschickt. Ich habe euch abgesandt als Vergütung für Mich. Ich wollte etwas Gutes und Schönes tun. Ich pflanzte Setzlinge der Liebe in die Welt, damit Ich sie wachsen und sich über das ausbreiten sehen konnte, was Etliche wohl eine Wüste nennen könnten. Wo trockenes Land ist, dort ist es euch angelegen, Oasen herzurichten, damit alle zum Trinken zum Brunnen gehen können. Wo es keine Blumen gibt, ist es an euch, welche zu pflanzen, damit sie alle sehen. Wo es womöglich Dürre des Herzens gibt, liegt es euch an, alle anderen Herzen mit dem euren instand zu setzen.
Ich gab euch einen Garten, um darin zu spielen, Geliebte. Spielt schön mit euren Freunden. Und seid eingedenk, einander teilhaben zu lassen. Es ist im Grunde natürlich, miteinander zu teilen. Dafür ist euer Herz, und das möchte es tun, und, von eurem Herzen her, lernen Andere Meine Segnungen kennen.
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GEWÖHNT EUCH ANS GLÜCKLICHSEIN
Glück in der relativen Welt ist eine Gewohnheit. Unglücklichsein genauso. Es ist eine Geistesgepflogenheit, eine Angewohnheit des Denkens. Gewohnheiten können zu Fall gebracht werden.
Unglücklichsein ist kein Seinszustand, Geliebte. Unglücklichsein ist dem Seien aufs Äußerste entgegengesetzt, Geliebte.
Betrachtet das Unglücklichsein als eine Gewohnheit wie das Fingernägel-Beißen. Ihr könnt mit dem
Fingernägel-Beißen aufhören. Ihr könnt aufhören, euch zu sagen, ihr wärt unglücklich. Das Empfinden des Unglücklichseins ist eine Abirrung. Ihr braucht es nicht. Es geht um die Sache, euch ins Glücklichsein hineinzureden. Sobald ihr einmal aufhört, euch unglücklich zu fühlen, wird das Glücklichsein mehr oder weniger übernehmen. Ich meine Glücklichsein als Gelassenheit. Glück wird einfach da sein. Es wird einfach nicht mehr eingeholt oder mit Unglücklichsein zugedeckt werden.
Etwas passiert, und es kann euch bloß unglücklich, besorgt, beunruhigt machen. Aber wer sagt so etwas? Wer sagt, jenes habe euren Seinszustand, den Wir Glücklichsein nennen, fortzunehmen. Es ist möglich, dass ihr euch das Glücklichsein gedacht habt, als handle es sich ums außer sich vor Freude sein. Außer sich vor Freude sein ist verunsichernd. Schlichtes herkömmliches stetiges Glück ist gut genug. Ja doch, es ist sehr gut.
Bemerkt eure Freude. Richtet eure Aufmerksamkeit, die ihr gewohnt wart, aufs Unglücklichsein zu richten, auf sie. Habt ihr nicht das Unglücklichsein auf jede erdenkliche Weise hin und her gewendet? Habt ihr es nicht zergliedert und alle möglichen Gründe ausgegeben, weswegen ihr euch bloß unglücklich fühlen könnt. Und doch kehrt später das Glück zurück, selbst dann, wann die scheinbare Ursache für das Glück sich verwandelte.
Geliebte, gewöhnt euch ans Glücklichsein, an liebes leichtes Glück, was wie ein treuer Freund, der sich selbst bei Schwierigkeiten nicht davonmacht, bei euch bleibt. Ihr verliert euer Geld, euer Freund bleibt bei euch. Bei eurem Freund gibt es kein Kommen und Gehen. Euer Freund hat seine Freundschaft erklärt, und so ist es. Einerlei worum es geht, euer Freund bleibt bei euch.
Kann das Glück kein solcher Freund sein?
Ich sage euch, dass Glück solch ein treuer Freund sein kann. Ihr seid es, die ihr euren Freund Glück vergesst. Ihr müsst denken, ihr könnt ihn nicht haben. Das Glück ist völlig glücklich, bei euch zu bleiben.
Jedoch meint ihr: „Wie ist es denn möglich, glücklich zu sein, nachdem ich mein Geld, mein Haus verloren habe.“
Ich sage, ihr könnt glücklich sein, während euch euer Job abhanden gekommen ist und ihr euer Haus eingebüßt habt. Das ist leicht. Alles, was ihr zu tun habt, ist an das denken, was ihr habt und was ihr tun könnt und was ihr finden werdet.
Es ist wirklich, wirklich nicht dasjenige, was passiert, was euch unglücklich macht. Es geht darum, was ihr zu euch sagt, was das, was geschah, bedeute. Ihr interpretiert es so, dass es euch einzig Unglücklichsein erste Reihe Mitte – einbringen wird.
Eure Arbeitsstelle verlieren ist eine Sache. Vielleicht wolltet ihr sie überhaupt nicht. Nichtsdestotrotz, die Tatsache, dass ihr euren Job nicht mehr habt, bedeutet nicht all die ferneren Dinge, die ihr eurem Dafürhalten nach als Bedeutung dabei heranzieht. Es bedeutet nicht, dass ihr keinen anderen Job finden werdet. Es bedeutet nicht, dass ihr ein Versager seid. Selbst wenn ihr gefeuert wurdet, bedeutet das nicht, dass ihr ein Fehlschlag seid. Worin habt ihr versagt, Geliebte? Ihr könnt im Leben nicht versagen. Ihr seid nicht unfehlbar, das Leben jedoch könnt ihr nicht nicht bestehen.
Haltet zu den Worten. Haltet es mit den Fakten. Ihr habt euren Job verloren. Ihr habt ihn nicht mehr. Das ist alles, was ihr wisst. Das ist alles, was es bedeutet.
Falls euer Haus zwangsvollstreckt wurde, wurde es zwangsvollstreckt. Jetzt werdet ihr euer Haupt irgendwo anders zum Schlafen legen.
Ein Gutteil davon, was euch heimsucht, ist ego-bezogen, Geliebte. Es geht um Status.
Was wäre, falls – der Welt – die Einbuße eures Hauses, eurer Arbeitsstelle etwas Erstrebenswertes darstellte, welches andere Gefühl könntet ihr sodann haben? Falls jene Bewandtnisse erstrebenswert wären, würde Jeder gerne in euren Schuhen stecken. Was wäre, falls euch eine solche Einbuße zu so etwas wie einem Star werden ließe, wie unglücklich würdet ihr euch danach fühlen?
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EINE OZEANWELLE WEISS, DASS SIE SCHÖN IST
Mir scheint es, dass Ich euch öfters aus der Flaute herauszuziehen habe, ist das nicht so? Manchmal geht ihr im Leben dem Leben zum Trotz weiter, so scheint es. Ihr seht vielleicht das Leben, als habe es euch aus dem Weg zu gehen, nicht genau wie einen Feind, vielleicht wie einen Trickbetrüger. Das Leben hält indessen in Wirklichkeit Überraschungen für euch bereit. Möchtet ihr erwägen, beim Leben verzaubert, und nicht desillusioniert zu sein?
Ihr wisst es, Geliebte, das Leben ist, was es ist. Lasst dem Leben seinen Lauf, und ihr geht den Meinen.
Vielleicht habt ihr das Empfinden, ihr befändet euch in der Klaue des Lebens, aber in Wirklichkeit seid ihr Wellen des Ozeans. Ozeanwellen bleiben voller Mut, ob sie nun den Gipfel erreicht haben oder nicht. Ob die Welle hochwogt oder zu einem Kräuseln wird, was kümmert’s die Welle? Sie ist eine Welle, und sie weiß, sie ist schön.
Wenn ihr das doch bloß erkenntet, wirklich erkenntet, wie schön ihr seid, wie schön ihr wirklich seid, mit oder ohne Ausstaffierungen.
Ihr seid Mein Augapfel. Das will etwas heißen. Es ist nicht so, dass Ich BIN, und dass ihr die Frucht Meiner Rebe seid.
Wenn ein Kletterer losgeht, um den höchsten Berg zu besteigen, ist er nicht entmutigt, weil der Berg steil ist. Er liebt das Klettern.
Wenn ihr euch doch, was das Leben anbelangt, so fühltet. Ich bitte euch, keine Angst vor ihm zu haben. Ich bitte euch, euch mit dem Leben anzufreunden, ihm entlangzuhelfen, sein glänzender Stern zu sein.
Willkommen beim Leben in all seinen Farben. Geht geradeaus und geht um die Krümmungen herum. Und falls es da Pfützen gibt, wieso, plantscht in ihnen. Seid das kleine Kind, was sich freut.
Wenn ihr zum Picknick losgeht und es regnet, seid ihr immer noch auf dem Weg zum Picknick. Was macht es aus, dass es regnet, während ihr die Freude hattet, euch zu einem Picknick aufzumachen? Ihr packt zusammen und macht euch aus dem Regen fort. Das Leben, Geliebte, ist nach wie vor gut.
Wir kommen darauf zurück, das Leben nicht persönlich zu nehmen. Das Leben ist nicht da draußen, um euch einzufangen. Das Leben ist da draußen, um euch zu segnen. Das Leben ist für euch da. Es ist ein großes Geschenk, was Ich euch gegeben habe, und Ich bitte euch, euch mit dem Leben durch dick und dünn zu befreunden und ihm treu zu sein.
Falls das Leben ein Rennläufer wäre, der bei Rennen antritt und dabei nicht dauernd gewinnt, würde das denn bedeuten, dass du dem Leben den Rücken zuwendetest? Bist du nur gegenüber Gewinnern treu?
Was für eine Ergebenheit ist das? Das ist eine tiefgehende Frage, die Ich dir stelle.
Mir scheint, das Leben gibt euch nicht auf.
Sieh das Leben wie einen Welpen, der dich stupst und mit dir spielen möchte. Manchmal wird er übermütig, und manchmal schläft er in deinem Schoß. Die ganze Zeit ist ein junger Hund ein junger Hund. Lasse das Leben dein Herz stehlen, wie es dir der junge Hund tut. Deine Liebe zu dem Welpen fußt nicht darauf, was er tut. Du liebst den Hund, weil du liebst. Selbst wenn der Welpe deinen Schuh anknabbert, dauert deine Liebe für den Hund an. Selbst wenn er deinen Teppich ruiniert, wirst du mit ihm nach einigen Protesten spielend fertig und vergisst das Ganze. Du liebst dein Hündchen, wenn es ein Engel ist, und du liebst es, wenn es ein Bengel ist.
Denke daran, um was für ein Leben es sich handelt mit Hündchen und Kätzchen darin.
Denke daran, was für ein Leben es ist mit dir darin. Denkt daran, Geliebte, ihr habt ein Leben. Leben!
Gibt es etwas Vergleichbares? Welche anderen Möglichkeiten kommen dem gleich? Was sonst hat derartige Dimensionen in einem Geflde von Dimensionslosigkeit. Was sonst ist solch ein Kontinuum. Und welchen Part spielst du in ihm? Besetze dich selbst, Geliebte, Geliebter. Nimm die Rolle, die du möchtest, und mach dich mit ihr davon. Leiste dem Leben Gesellschaft. Sei sein lebenslanger Freund.
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BAMBUS, PUSTEBLUMEN UND ROSEN
Du kannst auf dein Herz schauen wie auf Bambus, der rasch heranwächst und sich erneuert. Und wie, Geliebte, wachsen Dinge? Sie wachsen nach oben. Der Bambus hat Wurzeln, jedoch wächst er immer nach oben zur Sonne. Was für eine Haltung hat doch der Bambus. Seine Zweige helfen ihm, sich im
Gleichgewicht zu halten. Was für ein Pinselstrich ein jedes Blatt. Jedes Blatt ist ein Pinselstrich, der sich selbst malt. Schaut ein jedes Blatt an, wie es sich hierhin und dorthin wendet. Schaut euch die unterschiedlichen Schattierungsgrade des Grün an.
Wie bewundernswert der Bambus doch ist. Wie bewundernswert ist jedes wachsende Ding. Wie bewundernswert ist ein Löwenzahn, der seine Wurzeln tief hinunter gräbt und hoch hinausragt. Sein gelbes Gesicht wendet er der Sonne zu, um jeden Strahl seines Gegenparts, der Sonne, zu erhaschen. Wir können sagen, der Löwenzahn aalt sich in der Sonne. Alles, was wächst, aalt sich in der Sonne, in der gelben Sonne, die sich alles gibt und alles in ihrem Strahlenglanz mächtig macht.
Nimm die schöne Rose in Betracht, die sich ebenfalls in der Sonne aalt. Liebt die Rose die Sonne aufgrund ihrer Schönheit, die in der Welt deutlicher bemerkt wird, mehr? Die Sonne stellt überall in jedem wachsenden Ding Unterschiede heraus. So wie sich jede Blume zur Sonne hochstreckt, beugt sie auch gleichzeitig ihren Kopf zur Sonne.
Von der Sonne gehegter Bambus, Löwenzahn und ebensolche Rosen nehmen die Sonnenstrahlen in Empfang und blühen auf. Es ist für alle genug Sonne da. Wer ist hingebungsvoller, die Pflanzen, die wachsen, oder die Sonne? Es gibt da kein mehr oder weniger. Es gibt schlicht den Glanz der Liebe, die voll und ganz gegeben und voll und ganz in Empfang genommen wird.
Wir können sagen, die Sonne befindet sich am einen Ende der Wippe und die wachsenden Pflanzen am anderen Ende. Wie sie sich einander die Waage halten. Wie sie genießen. Hier geht es um keine Vorführung, Geliebte, wie ihr es doch indes liebt, dieser Liebe der Natur, dieser Natur in Liebe mit sich selbst, zuzusehen, und wie doch alles sich selbst ist. Hier geht es keinesfalls um eine Handlung, und doch ist es ein ewiger Akt der Liebe, spielen und im Wechselspiel spielen, Liebe in Liebe mit sich selbst, nicht einmal wissend, wer wer oder was was ist. Die wachsenden Dinge planschen sozusagen in den Sonnenstrahlen, und alle haben dabei ihren Spaß.
Und auch ihr spielt in der Sonne, dennoch vergesst ihr das ab und an. Ihr geht in die Sonne raus, und doch gebt ihr ihr am Tag keine Zeit. Sie scheint auf euch, und öfters vergesst ihr hochzuschauen. So wie ihr morgens aufsteht, so steigt die Sonne mit euch auf. Ihr misslingt es nie, auf euch zu scheinen, und gleichwohl schaut ihr weder immer hoch, noch erweist ihr der Sonne, die euch immerzu Reverenz erweist, Ehrerbietung. Ich rede ganz wörtlich von der gelben Sonne am Himmel. Vielleicht wirst du dich heute der Sonne entsinnen. Sie ist viel mehr als ein Beachball, die Sonne, die ihr Licht auf dich scheint. Nicke ihr dann und wann zu.
Unbesehen dessen, du absorbierst ihre Strahlen. Eine kleine Anerkennung ist in Ordnung. Die Sonne, die sich zu dir beugt, ist in der physischen Ebene höher, und dennoch stehen du und die Sonne auf dem gleichen Fundament. Die Sonne ist ein Licht am Himmel, das ihr Licht überall über die Erde wirft, und du bist ein Licht auf der Erde, der ebenso die Erde und alle, die auf ihr leben, anleuchtet. Dass ihr das Licht der Welt seid, ist keine leere Behauptung, Geliebte. Ihr seid das Licht der Welt. Ihr, die ihr das Licht der Welt seid, seid auch das Licht Meines Herzens. Scheint weiter so, Geliebte. Scheint weiter. Das Licht strahlt wider, und es tauscht sich gegenseitig aus, bis niemand mehr weiß, wessen Licht Wessen ist und was es ausmacht, insofern als alles Licht und nichts als Licht ist.
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EIN LICHTSPIEL DER LIEBE
Wie Ich euch liebe. Wie teuer ihr Mir seid. Ein jeder Faden von euch erheitert Mein Herz. Ihr seid das Lied Meines Herzens. Ja, ihr.
Erwägt die Freude, die Mein Gewahrsein von euch Mir überreicht. Es ist für euch gut, Mich wertzuschätzen, Geliebte, ihr schuldet Mir allerdings niemals etwas. Was Ich meine, ist, dass alle meine allumfassende Liebe für euch unabhängig von euch ist. Eure Handlungen veranlassen nicht Meine Liebe, noch auch bringen eure Handlungen Meine Liebe dazu, auch nur eine Minute lang zu pausieren. Ihr seid nicht die Ursache Meiner Liebe. Meine Liebe ist die Ursache von euch!
Es gibt indessen keine Ursache, nichtsdestotrotz, von Meiner Liebe her tratet ihr in Erscheinung. Dass es keine Ursache gibt, bedeutet auch, dass es keine Veranlassung zu geben hat. Liebe hat Liebe ausgeboren, was anderes kann denn Liebe tun? Wellen erheben sich ganz natürlich aus dem Ozean. Was anderes kann ein Ozean tun als einen Wogenkamm erreichen?
Wenn es keinen Grund für Liebe gibt, keinen Bedarf nach einer Ursache, keine Veranlassung für einen Grund gibt, gibt es auch keinen Grund für die Liebe, zu pausieren und von sich selbst nicht Notiz zu nehmen. Der Liebe ist keine Unterbrechung zueigen. Liebe, die einmal aufgebrochen ist, kann nicht anhalten. Der Liebe ist eine Beschleunigung zueigen. Sie ist sich selbst erzeugend. Liebe ist wie ein Gleichlauf-Rad in immerwährender Bewegung. Liebe fließt und fließt, und doch ist sie unabhängig vom Handeln, denn Liebe ist sich selbst fortsetzend. Sie ist im Eigentlichen nicht sich fortsetzend, denn sie kann sich nie selbst auf Dauer stellen.
Liebe ist im Grunde kein Gegenstand von Erörterung, wie liebe Ich es indes, über Liebe und über Meine Ewige Liebe für euch zu reden. Worüber sonst könnte Ich denn reden? Was sonst gibt es, um darüber zu reden, denn was gibt es anderes als Liebe?
Liebe wollte sehen, wie sie aussah. Liebe wollte sich selbst tanzen, wollte einen Rhythmus machen, wollte augenscheinlich sein. Liebe verliebte sich in sich selbst, und damit begann das Leben auf der Erde, und ihr manifestiertet euch als ein Bersten von Liebe. Eine gleichmäßige Ebene der Liebe entfaltete Berge und Meere und begeisterte sich selbst. Wie brillant ist Liebe, Liebe, die sich aus dem Unmanifesten her manifestierte. Nie-endende Liebe kam von keinem Beginn her, und dennoch existiert sie endlos, genauso wie anfangslos.
Wir könnten sagen, dass Ich Liebe rundum austeilte. Ich brachte ein rührendes Bild von der Liebe heraus. Ich stellte Anschlagtafeln der Liebe her. Ich machte nichts als Liebe, und doch war Liebe bereits; wie machte Ich sie demnach? Kritzelte Ich sie hin? Malte Ich sie? Zeichnete Ich sie über das Universum wie einen Teppich? Verkündete Ich die Liebe ihr selbst? Was tat Ich? Ich atmete Liebe ein und hatte sie auszuatmen, und doch atme Ich nicht ein und aus.
Ich rief euch Liebe aus, und Ich habe nie aufgehört auszurufen. Ich rufe euch immer noch aus. Ich rufe Meine Liebe für euch aus, und Ich bin sehr in Meine Liebe für euch verliebt. Ich bin in Liebe und verliebt.
Ich bin in jede Essenz Meiner Liebe verliebt, die überläuft und eine Welt auf den Weg bringt, die der Liebe, die sich selbst zum Ausdruck bringt, obliegt. Liebe liebt sich selbst, und sie hat doch kein SelbstBewusstsein. Liebe annonciert nicht sich selbst. Und damit bist du es, der die Liebe abschildert, und der die Liebe, die unbeschreibliche und nicht zur Veranschaulichung zu bringende Liebe, veranschaulicht.
Ein Garten der Liebe bepflanzte sich selbst. Er schlug aus. Liebe ist selbst-gewachsen. Liebe ist selbstgemacht. Und du, der du aus Liebe gemacht bist, bist auf der Suche nach Liebe. Du suchst nach Liebe, um sie kennen zu lernen. Etwas anderes zum Suchen gibt es nicht, Geliebte. Ihr sät Liebe, und ihr liebt es, zu sehen, wie Liebe ausgesät wird.
Und dennoch liebt ihr nicht einfach, um bei der Welt die Liebe einzuführen. Ihr liebt, da es schlicht nichts anderes zu tun gibt, als zu lieben, in einer Welt, die meint, sie habe einen Nachweis von Liebe, die kein Erweisen nötig hat, nötig. Ihr, die ihr Liebe seid, versucht ununterbrochen, einen Nachweis von ihr aufzufinden, unterdessen es, Geliebte, schließlich und endlich niemals überhaupt etwas anderes als Liebe gibt. Ihr, Geliebte, seid der Nachweis Meiner Liebe, unbesehen dessen, was euer Geist euch zuträgt. Ihr seid unbestreitbar Meine Liebe.
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DAS ZUSAMMENWACHSEN VON LIEBE
Ich sehne Mich nach euch, um euer Leben zu feiern. Was für eine neuartige Idee! Ihr feiert ja euren Geburtstag, doch wie steht es um euer Leben insgesamt? Wie wäre es mit einer Feier der Existenz des Lebens, mit einer Feier des Tags der Erden-Geburt, wie auch der Geburt von euch?
Ist Meine Schöpfertätigkeit nicht grandios? Ich verstehe, ihr seht die Schöpfung als etwas Komplexes. Ihr bleibt unentwegt bei dem Wunsch, sie durch Analyse einzukreisen und sozusagen den Eselsschwanz anzunageln.
Jedoch war die Schöpfung simpel, nicht komplex. Als Ich ausatmete, fiel alles an seinen Platz. Es ist so, wie wenn Ich Schöpfungsgedanken Konfetti gleich in die Luft geworfen hätte, und wie wenn alles perfekt auf den Boden herunter gefallen wäre. Die Schöpfung legte sich selbst als eine gänzliche Gestimmtheit offen, so wie sich Töne in der Musik aneinander anpassen und eine Schönheit erschaffen, die zuvor niemals genau bekannt war. Schöpfung ist Schöpfung, Geliebte.
Genauso wie ihr hatte Ich einen Gedanken, und danach kam die Schöpfung zum Vorschein. Ich hatte einen Gedanken von euch, und ihr tratet hervor. Ihr habt einen Gedanken, zum Geschäft zu gehen, und dann geht ihr zum Geschäft.
Ich hatte einen Gedanken einer schönen Welt. Ich war der erste, der das Konzept der Welt innehatte. An eine Welt war zuvor nicht gedacht worden. Am Anfang war ein Wort, und das Wort war Gott. Und Gott dachte ein anderes Wort, und das Wort war Welt. Was kam zuerst, das Wort oder die Welt? Das ist nicht von Belang.
Ich feierte den Zusammenfuss von Liebe, von Liebe, die in Form gebracht wurde. Ich feierte sie still.
Jeden Tag feiere Ich die Geburt der Existenz und die Geburt von dir. Wenn du doch bloß die Tiefe des Odems erkenntest, aus der du dich ganz spontan erhobst. Ich hatte einen Gedanken, jedoch dachte Ich keinen Gedanken. Ich war verliebt, Ich war in Liebe. Einzig Liebe konnte euch als eine Manifestation Meiner Liebe erschaffen. Aus Liebe trat Liebe in Erscheinung. Es ist so, wie wenn Ich Meine Hand in eine Schatztruhe senkte und euch hervorzog. Allerdings wart ihr keine Katze im Sack. Ganz und gar nicht. Ich war nicht überrascht. Ich wusste, ihr würdet in Erscheinung treten. Ich hatte keine Pläne und Diagramme auszulegen. Ihr wurdet nicht ausgedacht. Ihr seid, so wie die Sonne, der Mond und die Sterne durch Meine schrankenlose Liebe ins Sein kamen, aus Meiner Liebe heraus geborsten. Ihr hattet zu sein, so wie die Galaxien zu sein hatten. Herrlichkeit barst aus Meinem Herzen, und sie konnte nur ihr sein.
Es gibt unter Meinen Kindern die Neigung, es zu vernachlässigen, sich selbst wertzuschätzen. Sich selbst unakzeptabel zu finden. Könnt ihr euch das vorstellen? Könnt ihr euch vorstellen, dass die Blüte Meines Herzens keine Blume voller Wertigkeit darstellt? Doch hat es den Anschein, dass ihr euch das jeden Tag einbildet.
Ihr seid lohnenswert, Geliebte, und ihr seid Meine Zeitspanne wert. Ich liebe Meine Schöpfung, und Ich liebe euch, die ihr Meine Liebe seid. Natürlich trenne Ich Mich nicht von euch, die ihr ja eben ganz entschieden Mein Gedanke seid. Ihr seid das Wort, was Ich sprach, und Ich spreche es immer noch.
Sprache ist ein interessantes Konzept. Ihr lernt die Sprache der Liebe. Ihr bringt sie in Erfahrung, und ihr ruft sie aus. Ihr geht Hand in Hand mit der Liebe. Hand in Hand mit Meinem Herzen erkundet ihr euer Herz. Infolgedessen erkundet ihr Mein Herz. Was Ich auch BIN, das SEID ihr. Erkundet euch, Geliebte, und bedauert euch selbst niemals mehr.
Ich bitte euch, eure Größe zu erkennen und infolgedessen die Meinige. Ich bitte euch, euch von ausgedienten unproduktiven Auffassungen zu entlasten. Ich bitte euch, in Meine Liebesarme zu springen. Wisst, wie sehr Ich euch liebe, und wisst, wie sehr lohnenswert und Meiner Liebe wert ihr seid. Schweift nicht mehr von der Liebe des Selbst ab, hin zur Selbst-Verunglimpfung. Ihr wisst, ihr habt euch, infolgedessen die Schöpfung, infolgedessen das Leben, infolgedessen – durch die Blume – Mich bitter geschmälert. Infolgedessen habt ihr geschlafen, während ihr wach sein könnt.
Lasst niemals mehr ein entmutigendes Wort eurem Herzen oder euren Lippen entkommen. Beginnt jetzt mit der Feier.
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GOTT BEFÜRWORTET DIE WAHRHEIT VON DIR
Das Ego kommt in zahlreichen Kostümen daher und denkt unablässig an neue. Es denkt kreativ, Ich würde ihm derartiges zuliefern. Und doch ändert es weder seine Farben, noch zeigt es seine echten Farben.
Ich möchte so weit gehen und sagen, dass alles, was nicht von der Liebe her kommt, Ego ist. Sagt Mir, was ist in der Welt nicht Ego, ausgenommen es ist Liebe.
Angst ist Ego, was verdutzt wurde. Einbuße und Gewinn sind Ego-Anmaßungen. Verlegenheit. Scham. Neid. Eigennutz. Vorwurfshaltungen. Ihr kennt sie gut. Vielleicht tritt Ego auf, sobald ihr meint, es gebe etwas, an dem ihr euch festzuhalten habt. Vielleicht ist sogar Gelingen ego-fundiert.
Eine lange Liste ist hier vorzufinden. Verbitterung. Fehlerfinden. Ich höre euch sagen, dass Fehler existieren, dass nicht ihr sie veranlasstet, in Erscheinung zu treten. Ihr habt einfach auf sie hingewiesen. Ihr möchtet einfach den anderen Menschen zu dessen Besten korrigieren. Ihr glaubt, ihr tut ihm in Wirklichkeit einen Gefallen. Das Konzept, jemanden zu eurer Ebene hochzuheben, ist ebenfalls egofundiert. Die Erhabenen schauten nicht, um Fehler zu sehen. Wer möchte gerne Verwerfungen anschauen? Ohne Fehlerfinden wärt ihr nicht bemüht, einen Anderen zu bessern. Ihr wärt nicht bemüht, einen Anderen aufzubringen und aus ihm das zu machen, was ihr euch abgesteckt habt.
Merkt, dass Ich sagte, das Konzept, jemanden auf eure vorgebliche Ebene hochzuheben, sei ego-fundiert. Ich sagte nicht, das reale Emporsteigen eines Anderen sei ego-fundiert. Menschen können sich indes bloß selbst emporheben. Mittels Anstrengung gibt es nicht viel, was ihr tun könnt.
Selbst Verzweiflung und Depression sind ego-fundiert. Ein Reagierender sein ist ego-fundiert. Lasst Mich das noch einmal sagen. Wenn ihr reagiert, wenn ihr euch in einen Streit begebt, verbringt das Ego auf eure Kosten eine recht nette Zeit. Es ist rasch dabei, etwas übelzunehmen, und langsam, etwas aufzubrennen. Und das Ego hat das letzte Lachen. Es ist ein großartiger Vortäuscher. Es hat dich dazu gebracht, getäuscht zu werden.
Eine Prämisse, in die du dich vom Ego eingekauft hast, ist die Vorstellung, dass du gerettet zu werden brauchst. Ich möchte euch sagen, dass es nichts gibt, vor dem ihr zu erretten seid, naja, mit der Ausnahme vor dem Buhmann.
Selbst eure Herabsetzung eurer selbst ist das Ego, was auf eure Kosten gut lachen hat.
Das Ego ist ein derartiger Rosstäuscher.
Die Liebe füllt. Das Ego leert.
Liebe ist spontan. Sie ist wie eine Abstrahlung. Das Ego ist wohlkalkuliert. Es kalkuliert sich selbst. Es ist wie eine Schlange. Wer war eurem Dafürhalten nach die Schlange in der Bibel außer das berückende Ego? Das Ego schleicht sich heran, gewissermaßen bescheiden.
Das Ego denkt sich gerne als guten Kerl, der sich ausschließlich nach dir umsieht. Das Ego denkt gerne so, indes hisst es seine eigene Flagge.
Das Ego wird euch eine vor den Latz knallen. Jeder Sieg des Ego ist kurzlebig, jedoch meint das Ego über sich, es sei festgegründet. Es stellt einen Fuß auf eure Brust und hält euch unten.
Das Ego existiert nicht, Geliebte. Es ist ein ausgedachter Kerl. Ihr habt es euch ausgedacht.
Natürlich befürworte Ich nicht die Verkleidungen des Ego. Ich begünstige die Liebe. Ich befürworte die Wahrheit von euch. Ich ziehe das Authentische vor.
Merkt, dass sich in Meinem Besitz kein Ego-Arsenal befindet. Ich besitze nichts als Liebe, und Ich besitze nicht einmal sie, denn Ich gebe sie unentwegt aus, und doch kommt immerzu mehr zurück. Es ist unumgänglich, dass Ich Liebe gebe, und dass sie zu Mir zurückkehren wird.
Woimmer Liebe ist, BIN Ich. Und eine Von-Hinnen-heit von Liebe gibt es nicht, Geliebte.
Ihr hasst das, was euch dem Anschein nach nicht liebt.
Ihr liebt das, was euch stärkt. Ihr braucht keine Aufpolsterung. Das ist eine Auffassung, in die ihr euch einkauftet.
Was ihr braucht, ist Liebe geben.
Bewundert euer Ego nicht und sichert es nicht mehr ab. Geliebte, ihr habt größere Fische zum Braten.
3300
RECHNET SICH DER HÜTTENSÄNGER SEINEN GESANG ALS VERDIENST AN?
Ich bedaure euch zu sagen, dass Stolz ein anderer Name für Ego ist. Freude herbeiziehen ist nicht das gleiche wie Ego. Froh sein ist nicht das gleiche wie Ego. Es ist selbstverständlich etwas Gutes, auf eure Familie und auf euer Land stolz zu sein, und es ist etwas Gutes, andere Familien und Länder gleichfalls zu schätzen. Seid auf euer Land stolz und seid auf alle anderen Länder stolz.
Es ist etwas Gutes, über eine gut ausgeführte Arbeit stolz zu sein. Würdigt die Arbeit, und würdigt die Arbeit aller Anderen. Das, was ihr als niedrig erachtet, ist euch dienlich. Derjenige, der sich hinkniet, um einem Anderen die Schuhe zu putzen, ist nicht weniger als derjenige, dessen Schuhe geputzt werden. Alle sind Diener. Würdigt euch selbst, und würdigt Andere.
Rechnet sich der Hüttensänger sein Singen als Verdienst an? Hüttensänger tun einfach, was
Hüttensänger tun. Der Hüttensänger sagt: „Ich singe, um die Welt, nicht mich selbst, zu verherrlichen. Ich stelle mich nicht einmal über einen einzigen Anderen. Ich singe mein Lied, und alle Anderen singen ihr Lied. Ich kann bloß das meine singen. Ein Anderer kann bloß das seine singen.“ Der Hüttensänger denkt das eigentlich nicht. Er singt in Wirklichkeit einfach zur Ehre des Gesangs. Wie glücklich ist er doch, zu diesem Zeitpunkt der aufgehenden Sonne am Leben zu sein.
Man könnte ja sagen, Ich hätte dir Rechtshändigkeit ausgehändigt, einem Anderen, Linkshänder zu sein. Wer sagt es denn, dass der eine vornehmer sei als der Andere?
Ich gab jemandem das Talent, Komödiant zu sein, und einem Anderen die Fähigkeit zu lachen. Wie wesentlich ist der eine dem anderen.
Dem einen gab ich die Fähigkeit zu malen, und ein anderer wäscht die Pinsel aus. Die Welt schätzt den Maler mehr als denjenigen, der die Pinsel auswäscht. Selbstverständlich, die Welt sieht nicht, wie Ich sehe. Wie seht ihr, Geliebte?
Der Wert des Malers ist, dass er das Malen und dass er seine Sicht mit Anderen zu teilen liebt. Er tut, was er liebend gerne tut. Der die Pinsel auswäscht, tut womöglich nicht, was er liebend gerne tut, und dennoch leistet er seinen Beitrag zu dem Gemälde.
Ihr könntet sagen, der eine sei glücklicher dran als der andere, oder der eine strebe mehr auf etwas zu als der andere, und dennoch ist Jeder mit Glück gesegnet.
Ich erschuf Ein Universum namens Erde. Es ist Ein Universum. Derjenige, der malt, und derjenige, der sauber hält, sind zwei, die ihre Rolle in aller Gänze erfüllen.
Ihr mögt ja durchaus nicht alles erkennen, wozu ihr beitragt, und ihr mögt ja nicht alles erkennen, was
Andere beitragen, jedoch trägt Jeder seinen Stellenwert zu dem Ganzen bei. Seid dessen gewahr, dass jeder Mitspieler im Leben seine Wichtigkeit hat. Es steht euch an, auf das Leben selbst stolz zu sein, und vielleicht weniger auf die Rolle, die ihr spielt.
Hier die Sache, Geliebte, Geliebter. Sobald du wahrlich deine Begründetheit und den Vorzug, der in der Welt liegt, erkennst, wirst du Bescheidenheit innehaben. Du wirst nicht das Gefühl haben, dass es für dich zwingend sei, Liebe und Gunst zu bekommen. Sobald du weißt, dass du der Schöpfung von höchster Bedeutung bist, welche Nachfrage sollte es dann deinerseits geben, dass dies dir oder sonstwem bewiesen werde?
Alle sind gesegnet. Ich gebe Meine Segnungen dem einen nicht mehr und dem anderen weniger. Ich weiß, es hat in der Welt den Anschein, dass es da Jene gebe, die mit größerem Glück als andere gesegnet seien. Wisst, wisst ein für alle Mal, dass Meine Liebe für Alle Meine Liebe ist, und dass Meine Segnungen Meine Segnungen sind. Ihr seid gleich geliebt. Mein Herz liebt. Ich liebe euch. Ich liebe euch. Ich liebe euch. Unter allen Umständen, liebe Ich euch. Ihr seid geliebt. Ich ehre euch, und Ich trage euch an, alle zu ehren.
3301
MACHT FÜR DIE ENGEL PLATZ
Ihr befindet euch auf einer Reise, Schritt für Schritt. Ihr könnt nicht weiter sehen als den Schritt, den ihr jetzt nehmt. Ihr könnt natürlich über eure Schulter blicken, aber wieso? Ist etwas oder jemand euch hinterher und seid ihr auf der Flucht? Ihr braucht euch weder eng festhalten noch dem entfliehen, was hinter euch ist, aber ihr könnt vorangehen. Ihr könnt in aller Heiterkeit ausschreiten. Ihr könnt von einem hohen Gebäude zum nächsten springen. Ihr werdet landen. Immer werdet ihr landen, manchmal auf den Füßen, manchmal auf dem Hintern. In beiden Fällen könnt ihr aufstehen und einen weiteren Schritt nehmen, und noch einen weiteren.
Es gibt vor euch derart zahlreiche entzückende Möglichkeiten. Möglichkeiten sind Möglichkeiten, da sie keine Gewissheiten sind. Möglichkeiten sind offen. Gewissheiten geschlossen. Jedoch lechzt ihr nach Gewissheit, selbst dann während ihr, falls ihr sie hättet, ihrer rasch überdrüssig würdet. Es gibt keinen
Bedarf, sicher zu sein. Stellt dafür keine Anforderung auf. Ihr habt nur zu sein, wohin auch immer euer Fuß als nächstes tritt. Und das Leben hat das Leben zu sein, einerlei was es nach oben dreht, und ihr braucht nicht aufgewühlt zu sein.
Es gibt nichts, was etwas zu sein hat, ausgenommen das, was es ist.
Ah, wie hättet ihr es doch gerne, das Leben umzuändern und zu wissen, dass es euren Regeln folgt. Wie betrübt ihr sodann sein würdet, wenn ihr das Heft in der Hand hieltet. Was für ein Chaos könnte hernach passieren. Wie sehr ihr sodann wünschtet, ihr hättet das Leben für sich gelassen und es nicht abkommandiert.
Die Unsicherheit des relativen Lebens gibt euch all die wundersamen Möglichkeiten. Es ist sogar möglich, dass ihr heute emporschwebt. Heute reicht aus. Das Heute möchte euch Schätze darbieten, und das Morgen könnte sie euch fortnehmen, und demnach hat das Leben das Sagen, und dennoch ist euer Leben das eure. Nun wirklich, wessen Leben sonst sollte euer Leben sein, unterdessen euer Name darauf steht. Eine ganze Menge Aufmerksamkeit wird aufs Sterben gelegt. Ihr und die Welt denkt manchmal an nichts anderes. Es gibt ganze Industrien um das Ableben des Körperlebens herum.
Es werden Gebäude errichtet, um kranke und sterbende Körper zu beherbergen. Es gibt Beerdigungsinstitute für die, die soeben gestorben sind, und später dann Grabsteine, um ihre Überreste zu krönen. Manchmal weiß die Welt nicht, was besser oder was schlechter ist, leben oder sterben, so auch du. Angst schwebt über beidem, dem Leben und dem Sterben. Lasst die Angst los, Geliebte, und bereitet den Engeln den Weg.
Wir können sagen, dass ihr im Leben ein Feld pflügt. Und eines Tages legt ihr den Pflug weg.
Wir können sagen, dass ihr im Leben Fahrrad fahrt, und wenn ihr dort ankommt, wohin ihr möchtet, legt ihr das Fahrrad weg.
Wir können sagen, dass ihr im Leben in einem Zug unterwegs seid, und dann kommt eine Haltestelle, wo ihr aussteigt.
Was passiert im Leben oder im Tod wirklich, unterdessen es keinen Tod gibt? Auch ist das Leben nicht die wirkliche Geschichte unter beiden. Angst ist ein Umweg, Geliebte. Bleibt auf der Hauptstraße.
Das Gepäck, was ihr mit euch habt, ist bloß Gepäck. Was es auch zu sein scheint, es ist bloß Gepäck. Eine Pappschachtel oder Designer-Gepäckstücke vermögen ausschließlich Besitztümer zu tragen, und ihr tragt das Gepäck. Ohne Gepäck könnt ihr gleichfalls die ganze Welt abklappern. Lasst eure Reise eine Spritztour sein. Eure ganze Lebzeit ist schier ein Ausflug. Sie ist nicht die ernsteste Sache in der Welt, für wie ernstlich dieser kleine Spaziergang in der Welt auch erachtet wird.
Euer Leben ist ein Gang in den Wäldern. Euer ganzes physisches Leben ist in einen Nachmittag hineingepresst, und ihr seid in die Ewigkeit hinein los gelassen, wo ihr immerfort wart, und ihr seid frei wie ein Vogel, was euer natürlicher Zustand ist. Ihr seid frei, Geliebte. Ihr seid frei, um jetzt im Augenblick hochzuschweben, während Ich zu euch rede und euch näher zu Meinem Herzen ziehe.
3302
ES GIBT EIN LEBEN, WAS DU ERSTREBST
Wie liebenswürdig ist doch das Leben, wenn ihr es liebt. Vielleicht könnt ihr das Leben genießen, selbst wenn nicht alles an ihm so ist, wie ihr es mögt. Ihr wisst, das Leben wird seine Zusammensetzung bald genug wechseln. Mit oder ohne eure Geduld – was für euch schwer zu ertragen ist und das, was ihr liebt, werden sich wandeln. Was nicht geändert werden kann, kann andererseits – unter eurem Widerstand oder ohne ihn – nicht geändert werden. Es gibt Dinge, die ihr nicht wieder aufleben lassen könnt.
Die Welt erzählt euch, es sei nicht ratsam, gegen die Stadtverwaltung anzugehen. Ich sage euch, nicht gegen das Leben anzufechten! Ihr mögt doch kein Seilziehen mit dem Leben veranstalten. Was denkt ihr?
Ihr könntet euch als einen Geschäftsbesitzer sehen, der eine gute Kundschaft besitzt. Ihr überseht bei euren Kunden gewisse Dinge. Das habt ihr hinzugelernt. Ihr lasst ihnen ein wenig zukommen. Ihr sagt nicht zu euren Kunden: „So wie ich, oder sonst gar nichts.“ Indes streitet ihr euch mit dem Leben, und das Leben wird des Öfteren nicht hinhören. Doch hört ihr mit dem Streiten nicht auf, so als hättet ihr mit dem Leben nie ein Erleben hinter euch, so als wärt ihr, den Anschein hat es, gestern geboren und hättet keine weiteren Kenntnisse.
Falls das Leben ein Handgepäckstück wäre und dessen Räder säßen fest, würdet ihr euch eurem Trara anpassen und trotzdem noch euren Flug erreichen, das Handgepäck immer noch bei euch. Ihr würdet eurem Gepäckstück nicht heimleuchten oder es fortkicken. Ihr werdet euer Flugzeug immer noch bekommen, ob die Räder euch nun gefällig sind oder nicht.
Beim Leben habt ihr die Neigung, eure Hacken einzugraben, vielleicht Stunden mit der Forderung zu verbringen, dass das Leben sein Räder öle und euch gehörig gefällig zu sein habe. Vielleicht seid ihr es, die ihr mit dem Leben zusammenzuarbeiten habt. Vielleicht habt ihr es nicht so schwer zu nehmen, was euch das Leben zuwirft. Das Leben scheint aus Kehren und Wenden gefertigt, es ist indes nicht drauf und dran, euch zu überfallen. Es ist schlicht so, dass ihr euch in der Strömung des Lebens, während es daherfließt, verfangen habt.
Das Leben hat es nicht auf euch abgesehen. Ihr seid Danebenstehende. Da ist eine Flut des Lebens, und ihr werdet in der Strömung von ihr heraufgeschwemmt.
Dann und wann gibt es Straßensperren, die ihr zu umgehen habt. Habt es auf das Leben abgesehen, was ihr erstrebt. Gebt weder so rasch auf, noch stampft so schnell mit dem Fuß auf. Es gibt ein Leben, was ihr erstrebt. Fasst einen Teil eures Bestrebens ins Auge, nachgiebig und zurückfedernd zu sein. Auserseht keinen Kampf mit dem Leben. Seid ein guter Sportsmann. Schachert nicht mit dem Leben. Seid vergnügt mit ihm.
Seht das Leben wie einen Zimmergenossen. Du und dein Mitbewohner stimmen nicht in allem überein. Manchmal geht dein Mitbewohner seine Wege und du die deinen, und nach wie vor bleibt ihr Mitbewohner.
Wenn euer Auto kaputt geht, veranstaltet ihr mit ihm keine Machtprobe. Das Leben ist nicht der Wilde Westen.
Noch auch ist das Leben eine Liebesgeschichte, in der der Held immer die Heldin bekommt. Genauso wenig – wenn ihr eine Münze hochwerft, bekommt ihr weder immer Kopf noch immer Zahl.
Das Leben gibt euch immer etwas. Ihr könnt euer Leben auf der Erde nicht überspringen. Ihr habt es jeden Tag. Selbst wenn ihr den ganzen Tag lang schlaft, habt ihr es immer noch.
Das Leben, Geliebte, gibt euch nicht auf. Es ist eine Konstante. Was euch das Leben gibt, steht nicht immer auf eurer Liste.
Ihr mögt ja gerne in großen Schritten durch das Leben gehen mögen, das Gelände kann euch allerdings veranlassen, dass ihr euch gezwungen seht zu mäandern.
Hier gilt es etwas zu erfassen. Ihr macht im Leben ständig Fortschritte. Selbst Fallgruben setzen euch nach vorne in Bewegung. Großartige Erfolge mögen sich nicht immer als großartig herausstellen, jedoch seid ihr, ihr, meine Geliebten, prima darin, bei etwas anzufangen, und etwas anderes vermögt ihr nicht.
3303
WIE EIN SCHÖNER STEIN
Ihr seht nunmehr, wie es nicht ums Reisen geht. Euer Körper geht irgendwohin, und ihr leistet ihm Gesellschaft, indessen seid ihr auf der Erde und im Himmel gegründet.
Einerlei in was für einer Landschaft, ihr seid wie ein schöner Stein, der an einer Stelle aufgehoben und an einer anderen hingelegt wurde. Der Stein ist der gleiche.
Nichts hat sich geändert. Du indes hast das Gefühl, du seist aufgelesen und irgendwo deponiert worden, und das siehst du als Schwierigkeit. Du befindest dich in einem Traum der gleichen Art. Du bist kein Fremder. Du bist dort wohnhaft, wo du stets warst. Bloß denkst du, du seist irgendwo anders. Du warst immer in der Ewigkeit. Du bist das Unendliche der Ewigkeit.
Du bist die Sonne, die sich allem Anschein nach auf einer Reise befindet, es ist freilich die Erde, die ihr Gesicht der Sonne zuwendet.
Eine weitere Örtlichkeit tritt in Erscheinung, und die ganze Zeit bist du in Meinem Herzen situiert. Niedergelassen in Meinem Herzen, kannst du nicht sonstwo eingesessen sein als in Meinem Herzen. Mein Herz ist das Ewige und Unendliche, und bei Mir bist du richtig.
„Nimm Wohnung bei Mir“ ist bloß eine Ausdrucksweise, denn du nimmst nirgendwo sonst Wohnung. Ich könnte genauso gut sagen: „Komm, bleibe wo du immer warst und wovon du nicht weggehen kannst.“
Geliebte, die empfindungsfähige Welt, in der ihr lebt, ist insgesamt klar ersichtlich, während das spirituelle Land, in dem ihr lebt, wo ihr tatsächlich lebt, scheinbar vernebelt ist.
Obschon, nichts ist schleierhaft. Ihr lebt auf einer planen Ebene, die in einem Augenblick der Stille in vieler Hinsicht wie ein Tautropfen ist. Der Tropfen hängt. Er verharrt. Er hängt immer in der Stille Meines Atems. Du und das Leben sind wie Tautropfen, voll, reich, leuchtend, in der Luft in der Schwebe gelassen, drauf und dran herunterzufallen, aber noch nicht ganz parat, voller werdend, euch ausweitend, euch unentwegt ausweitend, immerzu ausstehend.
Der Augenblick ist jetzt.
Ihr nähert euch selbst. Ihr macht euch an euch selbst heran und sagt: „Wer bist du? Was tust du hier?
Woher kommst du? Wohin gehst du heute Nacht?“
Euer Wahres Selbst lacht und antwortet euch: „Wo ich jede Nacht bin – das ist bei Gott. Und wo ich jeden Tag bin – das ist bei Gott.“
Ein Berg taucht auf, um sich in den Himmel zu erheben, und er fragt sich: „Wer ist es, der zum Himmel aufragt? Oder kommt der Himmel zu mir? Bin ich genauso der Himmel wie der Berg? Mag mich der Himmel? Umarmt er mich? Sind der Himmel und ich miteinander verwandt? Oder sind wir das gleiche? Sind wir Illusionen des gleichen?“
Der Berg fragt ferner:
„Und was sind das für Seinswesen, die man Menschenwesen nennt; die an mir hochklettern, um den Scheitelpunkt der Sonne zu erreichen, und was passiert denn dann? Wieso spähen diese Seinswesen über den Rand der Welt, die keinen Rand hat, über die sie aber etwas Derartiges denken?
Die Erde ist rund, und ich bin ein Berggipfel, der sich auf dieser Rundheit niedergesetzt hat. Es sieht danach aus – ich kann nicht herumsausen, deswegen fitzen Seinswesen zu meiner Stelle. Rief ich die Seinswesen, oder riefen sie mich? Und falls sie sangen, welches Lied sangen sie? Wie hörte ich es, und wie ging ich darauf ein? Hörte ich mit der Erwiderung je auf?
Ich bin der Berg, den die Menschen hinaufsteigen, und ich bin der Berg, den die Menschen hinunterklettern. Ich bin unumgänglich der Berg, und ihr, die ihr an mir hochklettert, seid unumgänglich Seinswesen, die große Höhen erklimmen.
Und ich bin der Himmel, der sich selbst zum Vorschein kommt. Der Himmel ist der Hintergrund, auf dem ich erscheine. Alles ist eine Kulisse, und alle Menschenwesen sind auf Erkundung.
Wir sind alle ineinander eingetaucht. Wir sind entschwunden und inwendig in uns aufgefunden. Wir setzen uns selbst nach – zu welchem Ziel? Überhaupt keines Ziels wegen, denn alles ist der Tautropfen, der im Begriff steht, herunterzutropfen, außerstande, irgendwo anders hinzugehen, da es keinen Ort gibt, um dort hinzugehen, einzig immerzu vorwärts und nirgendwohin. Festgeschrieben in diesem Augenblick des ausstehenden Aufhaltens, ist ein Zum-Schweigen-Bringen zugegen, und dieses Psst sind wir gleichfalls.
Wir halten uns einander in einer Luftspiegelung an der Hand, obgleich, inmitten dieser Fata Morgana liegt Ganzheit, und es gibt keine Teile.
Wir sind im Herzen Gottes sicher, Der genauso inwendig in uns, außerhalb von uns ist, und immerzu nirgendwo, vielmehr allerorts ohne Anfang und Ende, ohne Vergangenheit, ohne Zukunft, schier dieser Augenblick.
Wer ist dieses Seinswesen, was mich besteigt? Ich, der Berg, bin ebenfalls seiend. In den Wolken oder in einem Kamerabild bin ich, und Seien ist mächtig. Wer ich bin, bist du, und wo wir sind, sind wir nicht, denn wir sind ein schlichtes Ausatmen Gottes, der Sich in der Form von uns wiedererschafft.
Schöpfung erschafft. Sie erklimmt, und sie verkleinert etwas im Wert, und sie schwebt immerfort empor. Jetzt in dem Augenblick sind wir vollkommen, gar während wir dabei sind, unser bereits vollkommenes Selbst zu vervollkommnen.“
3304
DER ZUSTAND DER LIEBE OHNE VERLASS AUF GRENZZIEHUNGEN
Handelt es sich um den Feuchtigkeitsgrad oder um die Trockenheit, die man misst? Können da eigentlich beide, die Feuchtigkeit und die Trockenheit, ausgewiesen sein? Heiß und kalt sind zwei Enden der Temperatur.
Temperatur ist eine Messung.
Es kann nur Eins geben, woraus zwei gemacht sind. Darin, Geliebte, besteht die Aufsummierung des Lebens in der Welt. Aus Einem gibt es scheinbar zwei. Da ist ein Himmel, und doch wird die Erde ausgemessen.
Beurteilung ist eine Bemessung, und keine, die im Himmel Anwendung findet. Im Himmel ist keine
Beurteilung in Gebrauch. Bloß der Raum und die Zeit finden fürs Messen einen Gebrauch und Vorwand.
Nur die Erde denkt, sie benötige das Messen. Was ist im Erdenleben keine Messung? Jedweder Skala ist ein Anzeige-Ende zueigen. Die ganze Zeit geht eine Skala rauf und runter.
Was wäre, falls es keine Skalen, keine Messungen gäbe? Ihr könntet euch ohne sie verschollen fühlen. Was aber hättet ihr anderes aufgegeben als Beschränkungen? Ohne Beschränkungen seid ihr nicht abhanden gekommen. Ihr seid von ihnen befreit.
In der Welt sitzt die Differenzierung auf einem Thron. Da gibt es Land und Himmel, Feld und Wald, Hügel und Tal, denn es wird immer eine Angelegenheit geben, die auf der Erde abgeschildert wird. Es wird groß und klein, blond und brünett geben. Ja, genau der Zauber der Welt wird eben in ihren Grenzziehungen gehegt.
Sobald ihr ohne Grenzen seid, werdet ihr groß und klein erkennen, jedoch werden sie in der Summe dessen, was ihr seht, keinen Faktor bilden. Ihr werdet klein und groß auf einer Leinwand voller Licht sehen, und groß und klein werden wundervoll sein, und keines von beiden wird weniger oder mehr als das andere gewürdigt werden. Ihr werdet lieben.
Es wird keine Vermutung geben. Es wird für das Licht, in dem jedes Objekt steht, weder Blockaden noch Grenzen zugegen sein. Ihr werdet die Ausstrahlung erblicken, und was wird für euch im Gleißen des Strahlens von Belang sein? Wer wird zu irgendeiner Strahlenform eine Berechnung heranziehen mögen, während allenthalben strahlendes Gleißen anwesend ist? Sobald einmal der strahlende Glanz erblickt wird, wer sollte ihn denn dann zerlegen mögen?
Es gibt eine einzige Sache, die es zu sehen gilt, und das ist Mein Licht. Wenn Ich überall bin, dann ist Mein Licht überall. Es ist in deinem Nachbarn, und es ist in dir.
Du wirst zur Kenntnis gelangen, was es heißt, ohne Verlass auf Grenzen im Zustand der Liebe zu sein. Du wirst mit jedermann und jedwedem unverzüglich in Liebe stehen, denn deine Liebe wird überallhin fallen. Dein In-der-Liebe-Sein wird liebreizender sein als zuvor. Es wird nicht bestürzend sein. Es wird reichhaltig und voll, und nicht begrenzt sein, wie sich In-der-Liebe-Sein des Öfteren angefühlt hatte.
Du wirst also in der Liebe sein. Du wirst im Zustand der Liebe sein. Du wirst dein Land und jedes andere Land lieben. Du wirst deinen Gatten und deine Gattin lieben, und du wirst alle Gatten und Gattinnen lieben. Du wirst deine Kinder lieben, und deine Kinder und alle Kinder werden die deinen sein. Alle werden besonders sein. Du wirst allen huldigen.
Du wirst nicht mehr das sehen, was abzumessen ist. Die Welt, in der du lebst, wird dir masslos sein. Du wirst derart in Liebe untergetaucht sein, dass du dir nicht einmal ein Messinstrument ausdenken wirst.
Du wirst groß und aufrecht dastehen. Du wirst in der Fülle des Lebens auf der Erde herumtollen. Du wirst frohlocken. Der Löwe wird brüllen. Und du und der Löwe, ihr werdet euch gemeinsam in der Liebe des Einsseins hinlegen.
Vielleicht hast du das auf einen Brennpunkt Einstellen als Messung begriffen. Sobald es dir danach ist, dass du dich nicht auf den Brennpunkt scharf stellen möchtest, hast du dem Masslosen einen Besuch abgestattet. Sobald es dir danach ist, dass du dich nicht auf einen Hauptaugenmerk ausrichten möchtest, hast du dich wohl schlicht an einem höheren Ort befunden und nicht niedergehen mögen.
3305
IM GOLD DER SONNE
Wie gern würdet ihr Augen haben, die überall Schönheit sehen? Sofern Schönheit nicht als Schönheit rundum bekannt ist, ist etwas derart anrührend, dass es in euren Augen schön wird. Mit Liebe betrachtet ist alles schön, so wie ihr es Mir seid. Ein rauchender Schornstein, ein stehen gelassener Schuh, eine jaulende Katze.
Falls alles, was ihr vor euch seht, ein Gemälde wäre, das in Gold eingerahmt ist und in einem Museum hängt, würdet ihr das nicht bewundern?
Wir könnten sagen, Ich bin der Künstler, Der alles malte, was ihr auf der Erde seht. Alles, was Ich malte, ist im Gold der Sonne eingerahmt. Viele laufen durch das Museum des Lebens und sehen die Schönheit, und andere laufen durch und haben keine Augen zum Sehen.
Hier ist ein Spiegel der Liebe, in dem ihr euch widergespiegelt seht. Geliebte, es seid ihr selbst, die ihr euch laufend erblickt. Wenn ihr Schönes oder Hässliches seht, seid ihr es selbst, die ihr erblickt. Ihr würdet nicht so viel daraus machen, sofern ihr es nicht wärt. Es seid ihr selbst, die ihr schön oder hässlich findet. Eure Emotionen haben die Farbe herbeigezogen, die ihr seht. Für euch ist eine Maus nicht schön, und ihr schreit. Einem Anderen ist die Maus ein geliebtes Haustier. Ihr seid von der Gnade all dessen abhängig, was ihr aus dem, was ihr seht, macht.
Es ist voll und ganz begreifbar, dass ihr gegen diejenigen Sturm lauft, die euch misshandeln. Eure Sicht besteht aus Wut und Ärger.
Ich weiß, das ist schwer zu begreifen, wiewohl, liebt den Missbrauchenden.
„Den Missbrauchenden lieben?“, sagst du.
Ich sage: „Wütet zum wenigsten nicht gegen den Rasenden.“
Richtet eure Aufmerksamkeit irgendwo anders hin. Richtet sie auf die Liebe und Pflege für die unschuldigen Tiere. Empörung brennt euch auf. Empörung ist ein Selbst-Angriff. Betrachtet Empörung nicht als tugendhaft.
Wenn Ich davon rede, den Missbrauchenden zu lieben, stößt das auf taube Ohren. Vielleicht erhebt ihr Einspruch. Vielleicht stellt ihr die Frage: „Wie kann ich das, unterdessen ich den Missbrauchenden verabscheue?“
Ich sage zu euch: Sofern du das musst, dann verabscheue den Missbrauchenden. Freunde dich gleichzeitig mit ihm an. Er begeht einen grässlichen Irrtum, und gleichwohl ist seine Sicht von der deinen verschieden. Er kann nur von dorther sehen, woher er es sieht.
Auch du kannst bloß von dorther sehen, woher du siehst. Wie viel Glück hast du bei der Sicht, die du hast. Und du weißt, es gibt höher oben auf der Leiter weitere Sprossen, die dafür da sind, dass du sie hochkletterst und dass du von dort aus siehst. Der Missbrauchende kennt das nicht. Wie gesegnet du bist.
Mögest du den brutalen Menschen mental nicht mehr verprügeln, als du das körperlich tust. Es bist du, der den Ton deines Lebens angibt, ob er nun auf Friede oder auf Empörung lautet. Falls dein Leben den Friedenston zum Erklingen bringt, hast du ihn dir ausgesucht. Falls ihm der Ton der Empörung zueigen ist, hast du ihn auch ausgewählt. Der Ton deines Lebens wurde dir nicht unterschoben.
Bloß der Machtlose übt Macht über Andere aus, und er übt sie nur über Jene aus, die machtloser als er sind. Kein Glück hat derjenige Missbräuchliche, der nicht auf jemand mit der gleichen Größe wie er einzuhacken vermag.
Du hast einem Missbrauchenden nicht über den Kopf zu streicheln. Noch hast du ihn dadurch, wie du auf ihn schaust, im Gegenzug zu verletzen. Von wem gehen schmutzige Blicke aus? Von wem kommt das Empfinden der Überlegenheit? Lasse sie nicht von dir herrühren. Sobald es dir unterkommt, dass du jemanden herumkommandierst, erniedrigst du dich selbst. Du, der Mitempfinden auszustrahlen vermag, kann zum wenigsten nicht spöttisch dreingrinsen.
Es geht nicht um die Frage, dass du einen Verletzenden vor sich selbst rettest. Es geht um die Angelegenheit, dich selbst nicht mit Ranggedanken zu missbrauchen.
Wir stellen für denjenigen, der Andere verletzt, keine Entschuldigungen aus. Er darf das nicht tun. Ihm soll das nicht statthaft sein. Noch auch ist es dir statthaft, ihn in deinem Herzen im Gegenzug zu verletzen. Du, der du weiteres Verwunden nicht mehr fortsetzen möchtest, musst dich nicht gezwungen sehen, den Verwundenden in deinem Herzen zu verwunden.
Es gibt die Möglichkeit, dass der Verletzende dir in deinem Bedürfnis, dich selbst zu erheben, dienlich ist. Im Leben, Geliebte, ist der Verletzende der eine auf der Wippe, und du der andere. Wie miteinander verbunden ihr doch seid. Kommt von der Wippe runter, Geliebte, und hebt eure Gedanken höher.
Geliebte, von euch, denen viel dargereicht wurde, wird mehr erbeten. Umfassenderes Verstehen wird von euch erbeten.
3306
ENTWIRRE DEINE LIEBE
So wie der Mond das Licht der Sonne reflektiert, so reflektiert ihr das Licht Gottes. Wer kann sagen, das sei nicht der Fall? Man wird vielleicht den Mond als ein minderes Licht bezeichnen, kann indes Gottes Licht, wohin es auch scheint, minder sein?
Ganz bestimmt erscheint euch das so. Ihr nehmt zahlreiche Schatten auf dem Weg wahr, Entstellungen, die Mein Licht verdunkeln, wie es durch die Schatten der Welt schimmert. Geliebte, Verzerrungen sind Verzerrungen. Alle Verzerrungen Meines Lichts können alleinig der Anflug Meines Lichts sein, was verkrümmt wurde. Meine Lichtwellen sind Meine Lichtwellen. Verknüpft sie, häkelt sie, verfechtet sie wie Macramé, und sie sind immer noch Mein Licht, und Mein Licht ist unabänderlich. Nehmt Kette und Schuss weg, und ihr habt Mein Licht, wie es in all seiner ursprünglichen Pracht scheint.
Kehren und Wenden auf einer Straße sind Kehren und Wenden auf einer Straße. Die Straße ist. Die Kehren und Wenden eines Pfads würden nicht existieren, gäbe es keine Straße, die zu wenden und zu kehren ist.
Ein Gummiband, was herum und herum gewickelt wird, bleibt ein Gummiband. In seiner ursprünglichen Form oder nicht mehr so – es bleibt ein Gummiband. Welche Drehung es auch hat, man kann es rückgängig machen, und dann es ist es in seiner ursprünglichen Form wieder da.
Mein Licht in euch mag ja seine Anfänge und Haltepunkte haben, freilich ist es unumgänglich Mein Licht, und so soll es immerfort scheinen. Mein Licht ist nicht wie das Licht eines Streichholzes, das nur so lange an ist und ausgehen wird.
Mein Licht ist nicht zeitweilig. Es ist ewig, und es ist unendlich. Daraus geht hervor, dass Mein Licht in euch das gleiche ist. Geliebte, möchtet ihr das gerne mit Mir bestreiten?
Wenn Ich ein Lied singe und ihr singt es auch, ist es nicht nach wie vor Mein Lied, was ihr singt?
Wenn ihr ein Gemälde vom Heraufdämmern des ersten Lichts malt, ist die Morgendämmerung nicht nach wie vor Mein Licht, was über die Welt dargestellt und bespiegelt ist?
Sind nicht die Finger eurer Hand auf intime Weise ein wesentlicher Bestandteil eurer Hand?
Euer Herz ist kein Teil von Mir, das begreift ihr. Euer Herz ist insgesamt Mein. Ihr seid insgesamt Mein. Wenn Ich euch segne, seid ihr dann nicht durch Mich gesegnet? Durch Mich gesegnet – seid ihr nicht durch Gott gesegnet? Und falls ihr gesegnet seid, sind dann nicht alle Widerspiegelungen des Lichts, was das Meine ist, sind sie dann nicht gleichfalls unter den Männern und unter den Frauen gesegnet?
Falls du Mein Kind bist, wer ist nicht Mein Kind? Ist nicht ein jedes Blatt und ein jeder Zweig eines Baumes Mein? Die Frucht Meines Rebstocks ist Mein. Du bist Mein, und alle sind Mein. Wir sind Eins, Geliebte, Geliebter, nicht zwei.
Alle Fäden, die in einem Garnstrang existieren, sind unvermeidlich der Strang.
Jeder Biss von einem Apfel ist ein Biss eben von dem gleichen Apfel.
Wieso ist es Mir so wichtig, dass ihr eure wahre Beziehung mit Mir und allen, die auf der Erde existieren, erkennt? Ihr wisst, Ich, der Ich Allmächtig BIN, hat nichts nötig, um Mir hinzugefügt zu werden. Es gibt nichts, was angestückt zu werden hat. Zu eurer Wahrnehmung allerdings gehört Vieles angestückt. Mein Wille gilt nicht Meinem Fortkommen, sondern eurem. Euer Fortkommen liegt in eurem Gewahrsein.
Geliebte, falls ihr denkt, ihr seid ein Blitz, wie weit wird euer Licht leuchten? Wenn ihr tief in euch erkennt, dass ihr die Sonne seid, werdet ihr dann euer Licht nicht überallhin scheinen? Das möchte Ich gerne von euch. Scheint Mein Licht, Geliebte, auf diese Weise werdet ihr erkennen, wessen Licht ihr scheint. Andere haben es nötig, Mein licht in euch aufzufinden, damit es Mein Licht ist, was gleichermaßen von ihnen herausstrahlt. Mein Licht scheint durch euch zur Welt. Einerlei durch wen – es ist Mein Licht, das glänzt. Es gibt kein anderes, Geliebte. Gebt euren Widerstand auf, und scheint ganz schlicht. Lasst jene Kehren und Wenden los. Entwirrt eure Liebe, und auf diese Weise wird sie allenthalben sichtbar.
3307
DAS ENTZÜCKEN DER WELT
Über dem Land und dem Meer ist der Himmel. Wolken und die Sonne erscheinen im Himmel. Auf dem Land wachsen Bäume zum Himmel, und ihr wachst zur Sonne.
Während ihr zugegen seid, Geliebte, könntet ihr auf dem Land genauso gut fröhlich sein. Fröhlichsein wird euch zügiger zum Himmel bringen als Düsterkeit.
Es heißt: „Sei wie ein Kind.“ Wie sind Kinder? Sie sind leichten Herzens. Niemand hat die Kinder zu lehren, wie Spielen geht. Sie haben ein großes Empfinden für den Himmel und wie er zu erlangen ist. Es ist, als hätten sie den Himmel mit sich gebracht. Schwere hat im Himmel keinen Anteil. Und Kinder wissen, dass der weite Pfad zum Himmel mit Freude gekennzeichnet ist. Selbst Himmel-und-Hölle-Spiel auf einem Fuß führt zum Himmel.
Möge es doch sein, dass du zur Freude zurückkehrst.
Wie viel Freude ist in der Ernsthaftigkeit zugegen? Selbst Spielen kann nicht schwer genommen werden. Sobald du ein professioneller Spieler des Sports, den du magst, wirst, wird er ernst, und einiges an Spaß geht verloren. Nimm andere Menschen ernst, aber dich, nein. Sei der Beach-Ball, der hoch abprallt und sich am Abprallen freut.
Wann erlangte die Ernsthaftigkeit die Billigung der Welt und wann ging der Wert der Freude zurück? Wann wurde Freude für besondere Anlässe und Örtlichkeiten beiseite gestellt? Spiel wird als Erholung bezeichnet, indes hält man es abgesondert. Alles Sonstige soll ernsthaft sein und manchmal das Spiel ebenfalls. Selbst das Aufbringen von Kindern, das Entzücken der Welt, wird ernsthaft gemacht. Bücher werden geschrieben, wie Kinder zu erziehen sind. Du bist der Aufbringende deiner Kinder, du und Ich. Ich möchte euch sagen, wie eure Kinder zu erziehen sind.
Habt Freude an ihnen. Findet zuvorderst Entzücken an euren Kindern. Haltet sie hoch in den Himmel. Lasst sie vor Vergnügen kreischen, und lasst euer Herz anschwellen. Lasst eure Kinder Lärm machen. Gebt ihnen Freiheit. Die Kindheit ist so kurz. Lasst sie Kinder sein, während sie es sind. Sie werden bald genug groß. Lasse in der Zwischenzeit den Zauber ihrer Kindheit dein Herz beleben. Lasse die Kindheit ihre Magie über dir ausbreiten. Lasse die Freude zum Banner deines Herzens werden.
Entsinne dich, deine Kinder sind große Seelen in kleinen Körpern. Respektiere ihre Freude, denn Freude ist ihr großer Reichtum. Sie möchten ihn gerne mit dir teilen.
Während dein Körper unter dem Himmel erscheint, sei zu deinem Körper so freundlich, wie du es zu deinen Kindern bist. Versuche nicht, deinen Körper dazu zu bringen, in eine Gussform zu passen. Lasse deinen Körper sein. Sage ihm nicht immer wieder ab. Erhöhe lieber seine Freude an seinem Sein, als ihn zu standardisieren. Der Körper ist dein Auto. Einen anderen gibt es nicht. Gib bei deinem Auto Gas, deinen Körper aber erheitere. Lasse deinen Körper eine Mitsprache haben. Hemme ihn nicht. Beschränke ihn nicht. Strafe ihn nicht. Lasse ihn sein.
Euer Körper hat ein Bild, ihr wurdet aber in Meinem Bild gemacht. Nicht euer Körper. Geht mit eurem Körper Hand in Hand, wisst aber, dass ihr ihm vorausgeht. Nicht euer Körper wird im Himmel anlangen. Ihr werdet es.
Also, da sind Kinder, Körper und Eltern. Findet in euren Eltern ebenfalls Freude. Lasst sie gleichfalls eure Freude sein. Falls ihr in euren Eltern keine Freude finden könnt, gebt ihnen Freude. Lasst die Fürsorge für eure Eltern eine glückliche Verantwortung sein. Lasst eure Kinder die Freude sehen, die euch von der Achtung für eure Eltern zukommt. Eines Tages werden sie euch achten.
Heute sprachen wir über Kinder, Körper und Eltern. Ihr seid die Gemeinhabenden der Herzen. Das Leben in der Welt handelt von Herzensgüte. Lässt sich die Herzensgüte nicht alles angelegen sein?
3308
DIE ERLEUCHTUNG, DIE EUCH ZUEIGEN IST
Was gibt es für euch anderes zu tun als zu lachen? Wie lächerlich ist die relative Welt! Und wie ernsthaft ist sie geworden. Das Leben auf der Erde wurde zur ernstesten Sache in der Welt. Das bereits für sich genommen ist etwas Lachhaftes. Was ernst genommen wird, ist zeitweilig. Was Ewig ist, wird womöglich übersehen.
Indes soll nicht einmal die Ewigkeit ernst genommen werden. Ihr seid bereits Ewig. Die Unendlichkeit soll nicht ernst genommen werden, denn ihr seid bereits Unendlich. Selbst Ich soll nicht ernsthaft genommen werden. Ich lache die ganze Zeit. Lacht mit Mir. Was Ich sage, gilt es, zu Herzen genommen zu werden. Heute sage Ich euch, einfach aus dem Spaß daran zu lachen.
Ist es nicht schwer, nicht zu lachen? Wenn ihr über das Leben in der Welt nachdenkt, was könnt ihr dann aufgrund ihrer Unvernünftigkeit tun? Die Welt hat so viele Dinge falsch herum aufgefasst. Wie brachte sie das fertig? Ich möchte euch das sagen. Dadurch, dass sie sich ernst nahm.
Und demnach ist es so, ihr lernt von der Welt, und ihr mögt euch selbst doch nicht derart ernst nehmen.
Ihr habt Erleuchtung ernst genommen, nicht wahr? Erleuchtung ist nicht so ernst zu nehmen. Sie ist euer Geburtsrecht. Sie kommt ohnehin zu euch. Je heller euer Herz ist, desto rascher werdet ihr die Erleuchtung bemerken, die euch zueigen ist. Wenn ihr aufs Herzhafteste gelacht habt, werdet ihr anfänglich eine Vorstellung davon haben, was Erleuchtung ist. Wenn ihr mit dem Lachen nicht aufhören könnt, ist der Punkt da, wo ihr anfangt zu erkennen.
Selbstverständlich geht es beim Lachen um euch. Ihr seid bereits erleuchtet. Erleuchtung ist eine kurze Umstellung in der Wahrnehmung. Kommt auf die lachende Seite rüber, und ihr werdet die Zaunseite zu erkennen anfangen, auf der ihr euch befindet.
Ihr habt gedacht, das Leben leben stelle In der Klemme Sein dar. Denkt noch einmal. Denkt das Leben, als sei es im Himmel sein unter einem anderen Namen.
Falls alles Illusion ist, Geliebte, ist selbst euer Gedanke, dass ihr unerleuchtet seid, eine Illusion. Ihr befindet euch in euer Zaubershow, und der Zauberer, euer Geist, hat euch zum Narren gehalten.
So wertvoll wie der Geist auch ist, er ist allzuoft ein falscher Prophet.
Ihr steht in der Mitte Meines Herzens, und euer Geist kann sich dem nicht anpassen. Mein Geist kann das. Ich weiß genau, wo ihr seid, und Ich kenne die Wahrheit eures Seins, denn es ist das Meine.
Bin Ich erleuchtet? Ich möchte sagen ja. Was Ich bin, seid ihr. Was soll also all diese Aufregung?
Sich das Leben zu Herzen nehmen bedeutet nicht, es so ernst zu nehmen. Nehmt euch selbst zu Herzen und beginnt zu lachen. Euer Lachen wird über die ganze Welt, eigentlich über das ganze Universum widerhallen. Lachen ist wie den Ofen anfeuern, Geliebte. Je näher ihr euch am Lachen befindet, desto näher seid ihr Meinem Herzen.
Es macht mehr Spaß, euer Leben auf der Erde nicht derart ernst zu nehmen. Lasst euer Leben die Menschliche Komödie und kein Melodrama sein.
Das Leben ist eine prächtige Stoffrolle, die ihr aufmacht. Was für eine reichhaltige Darstellung entfaltet ihr doch. Bald genug werdet ihr sie wieder fein säuberlich zusammenrollen, und niemand wird mehr erkennen, dass sie geöffnet war. Stellt das nichts dar, worüber gut zu lachen wäre?
Der Vorhang auf der Bühne geht auf, und Stille kehrt ein. Verstummen stellt sich ein, wohin Lachen gehört. Es ist bloß ein Spiel, Geliebte. Nichts passiert wirklich. Alles ist, wie es ist, und was es ist, ist eine Enthüllung der Liebe. Ihr späht durch den Nebel des Lebens hindurch, und ihr schaut euch ein
Bühnenstück an. Der Vorhang mag sich ja senken, aber das Spiel geht weiter. Das Stück, die Vorstellung, der Vorhang, der sich öffnet und runtergeht, das Aufstellen und Fortschaffen der Kulissen, das Öffnen und Schließen der Fenster, Türen, Herzen. Es gibt Szenen, die zur Darstellung gelangen, und danach verflüchtigen sie sich, und die ganze Zeit schon seid ihr erleuchtet.
3309
EINE GUTE KARTOFFELSUPPE
Wiewohl es Raum nicht gibt, seid ihr Raumfahrer. Ihr befindet euch zurzeit in einem nicht-existenten Raum. Ihr stellt euch vor, wie ihr euch auf festem Land befindet. Unter euren Füßen befindet sich zwar Boden, jedoch befinden sie sich in einem eingebildeten Raum. Ihr seid nirgendwo und überall. Eure Beine baumeln, jedoch über keinem Kliff. Es gibt keine Kliffs. Schwebend gehalten in eingebildetem Raum seid ihr im Grunde nicht in der Schwebe gehalten. In Meinem Herzen stationär, seid ihr eben der Schlag Meines Herzens. Ich versichere euch, dass Mein Herz voll ist. Es ist voller Liebe. Mein Herz versieht euch mit Polstern. Ihr schwankt nicht. Ihr seid voll und ganz eingetaucht. Es ist nicht einmal so, dass ihr in Meinem Herzen eingetunkt seid, denn es gibt kein Von ihm Weggehen, nicht einmal einen Moment lang. In Meinem Herzen – dort bleibt ihr. Mein Herz hat keine Spannweite, worüber es sich erstreckt, denn es ist alles. Aus Meinem Herzen Heraus Sein ist eine Unmöglichkeit, denn alles ist Liebe, und Ich BIN Alles, und ihr seid Alles. Ihr seid nicht dieser isolierte Fleck, an den ihr dachtet und aus dem ihr das Beste machtet.
Das Beste kommt in eurer Wahrnehmung noch. Andererseits ist das Beste bereits angelangt. Du warst niemals ohne es. Kann die Sonne ohne Licht sein? Kann Ich ohne euch sein? Könnt ihr ohne Mich sein? Ihr seid die Gesamtsumme der Liebe, indes es nichts zum Zählen gibt. Eins ist Eins. Betrachtet euch als unzählbar. Betrachtet euch als den Inbegriff Meiner Liebe. Betrachtet euch als das Überfließen Meiner Liebe. Betrachtet euch selbst als Meine sichtbar gemachte Liebe. Ihr seid Meine Liebe, die auf jedwede Art in Erscheinung tritt, obschon Liebe Eins ist und ihr keine Wege zueigen sind. Liebe ist nicht spärlich. Liebe ist überfließend. Aus Liebe seid ihr entsprungen, und Liebe seid ihr. Ihr seid nichts als Meine Liebe. Ihr habt euch zu etwas anderem überredet. Euer Geist mag euch in Augenblicken voller Glut gesagt haben, das Letzte, was ihr wärt, sei Liebe. Geliebte, ihr könnt euch von der Liebe nicht absondern. Ihr könnt eine gute Show ausrichten darüber, liebelos zu sein. Lasst es Mich klarmachen, dass alles, was den Anschein hat, weniger als Liebe zu sein, ein Handeln ist.
Wenn ihr in Wut handelt, seid ihr am Handeln. Euer Geist übergab euch einen aufwiegelnden Part zu spielen, und ihr habt euer Herz darein gelegt. Ihr seid ein derart guter Schauspieler, dass ihr euch selbst davon überzeugtet, die Wut sei real, und Liebe sei eine Handlung. Alles Mindere als Liebe ist bloß ein Kostüm, Geliebte. Ihr habt zahlreiche Kostüme in eurem Schrank. Liebe, die permanent ist, verändert sich nicht.
Ihr, die ihr Liebe seid, habt Niederschriften fertiggestellt, die euch besagen, dass ihr euch, sobald ihr keine Liebe spürt, außerhalb der Liebe befindet. Ihr habt euch in eure eigene Fabel eingekauft. Dass ihr verstört seid, ist ein Signal, dass euer Geist euch dazu brachte, an der Liebe vorbei zu sehen. Vorbei sehen verändert die Liebe nicht. Liebe ist bloß einen Augenblick lang außerhalb eurer Sicht, so wie ihr in der Küche meinen könnt, die Kartoffeln seien alle, während ihr eine ganze Packung davon habt, die euch entfallen ist. Ihr wart euch sicher, dass ihr keine mehr hattet. Die ganze Zeit hättet ihr eine gute Kartoffelsuppe machen können. Kartoffeln waren parat, in euren Topf zu springen. Ihr habt schlicht vergessen, dass Kartoffeln im Regal waren.
Schaut noch einmal hin, Geliebte. Schaut in euer Herz. Liebe rührt dort. Noch mehr als das. Liebe wartet auf euch, dass ihr hinein fasst und sie herauszieht, wo ihr sie danach wie ein Panoramabild von einer Kamera mit Weitwinkel sehen könnt.
Geliebte, Ihr nehmt eure eigenen Bilder auf. Haltet eure Augen auf der Liebe, und ihr werdet den Liebreiz der Liebe zu erkennen bekommen, die von euch überkleckert, so, als gälte es, eine öde Wüste mit einem Teppich lieblicher Blumen einzuhüllen.
3310
NACHWEIS DER LIEBE
Ihr seid geneigt, nach einem Beweis für Liebe zu lechzen. Ihr neigt zur Ansicht, gestern wärt ihr von jemandem, den ihr liebt, geliebt worden, und heute bemerkt ihr, wie die Liebe weniger wurde. Sie wird nicht nicht mehr so gut zur Veranschaulichung gebracht. Ihr sehnt euch nach dem angenehmen Gespräch von gestern. Ihr habt das Gefühl, dass ihr sie haben müsst. Eure Sehnsucht nach Liebe ist vielleicht unersättlich.
Ein Nachweis von Liebe ist ein Mythos, Geliebte, Geliebter. Liebe deklariert sich nicht andauernd selbst. Lasse die Liebe sein. Lasse sie ihre stillen, nicht-demonstrativen Augenblicke haben. Lasse sie eine heranwachsende Blume sein, die du nicht die ganze Zeit überprüfst.
Ein Nachweis von Liebe ist nicht nötig. Unentwegtheit von Liebe ist vonnöten. Dir steht es wohl an, deine eigene Liebe zu kennen, und, dass sie nicht davon abhängig ist, was ein Anderer sagt oder tut. Du brauchst keine Blumen, die dir jeden Tag zugesandt werden. Falls dir jeden Tag Blumen gesandt würden, wonach würdest du hinterher nach zwei Sträußen am Tag lechzen?
Liebe kann nicht gemessen werden. Sie ist maßlos. Du kannst Liebe nicht in eine Teetasse legen, nicht einmal in eine Suppenschüssel. Da ist ein Meer voller Liebe, und doch ist Liebe größer als der Ozean.
Liebe hat weder eine Spitze noch einen Boden, wie kann man sie demnach messen? Mit welchen Mitteln?
Liebe, an die das Ansinnen herangeführt wird, sie zu bemessen, entfieht. Vertraut auf die Liebe. Anstatt zu fürchten, sie bestehe nicht mehr länger, anstatt zu fürchten, dass ihr sie nicht mehr verdient, dass sie von euch fortgenommen und irgendwo anders hin oder nirgendwohin verbracht werde oder dass sie schlicht wie ein Schmetterling davongefogen sei, der irgendwo niedergegangen und sodann ohne einen Blick zurück nach ihr wisst nicht wohin fortgefogen ist, dann habt Zuversicht und richtet euren Blick auf euer eigenes eigensinniges Herz.
Falls deine Liebe von einem Nachweis der Liebe abhängig ist, dann gibt es wohl den Eindruck ab, dass sie eine träufelnde Liebe ist. Vielleicht ist der Nachweis, um den es dir gegangen ist, der Nachweis des Mangels an Liebe in deinem eigenen Herzen. Liebe hat keine tägliche Fütterung nötig. Noch auch bist du für die Liebe ein Tor. Vielleicht bist du ein Tor in Bezug auf die Anhaftung an das Entgegennehmen von Liebe, so, als käme Liebe zum Verkauf, als würde sie gewogen und gemessen, und als gelangte sie dem gemäß, wie du sie verlangst, zur Aushändigung.
Falls du in deinem Herzen einen Mangel an Liebe ausfindig machst, dann lasse die Vorstellung los. Die Liebe in deinem Herzen braucht nicht mehr veranschaulicht zu werden als diejenige eines Anderen. Liebe kommt auf eigenen Bescheid hin. Liebe kommt still ohne Fanfarenklang. Geliebte, ihr braucht nicht einmal die Geigen eurer eigenen Liebe zu hören. Lasst die Liebe ruhen. Geliebte, ihr seid nicht einmal vom An den Tag Legen eurer eigenen Liebe abhängig.
Liebe ist nicht etwas, um das es sich Sorgen zu machen gilt! Liebe ist. Lasse dein Herz eine Weile still sein. Lasse es sein. Dein Herz, was voller Liebe ist, hat nicht jede Minute hochzubrodeln. Du hast deine Liebe, wie sie sprudelt, nicht zu sehen, nicht einmal die Liebe in deinem eigenen Herzen. Ich sage dir, sie ist da. Lasse sie für sich und allein. Sie wird bald genug hervorbersten. Sie wird aus sich heraus hervorbersten, ohne dass du sie anstupst.
Wenn du eine hübsche Blume siehst, denkst du nicht: „Oh, ich muss diese Blume lieben.“ Noch auch: „Diese schöne Blume muss mich lieben, anderenfalls fühle ich mich beraubt.“ Nein, du bückst dich einfach hinunter und riechst an der lieblichen Blume. Und wenn sie sich in einem Fenster hinter Glas befindet, wird das Anschauen der Blumen durchaus ausreichen.
Du hast Liebe nicht zu haben. Siehst du, was Ich meine? Du hast sie nicht eingewickelt zu bekommen. Du hast sie nicht zu dir nachhause zu nehmen. Du hast sie nicht zueigen zu haben.
Lasse die Liebe inwendig in dir auf kleiner Flamme köcheln, falls du das möchtest. Liebe ist nicht beliebig. Sie ist etwas Gegebenes. Sie wird gut genug aus sich selbst heraus hervorkommen.
3311
DIE SONNE GEHT AUF
Sobald du morgens aufwachst, bist du schier die Sonne, die aufgeht. Es ist automatisch, dass du dich aus dem Bett erhebst. Und fange nunmehr mit dem Gedanken an, dass du aufstehst, damit du dein Licht auf den Tag leuchtest. Mit welchem Eifer wirst du aufstehen? Und stelle dir den Eifer vor, mit dem die Welt dich begrüßen möchte.
Die Welt hat auf euch gewartet. Ihr seid die Wiederkunft, Geliebte. Ihr seid hier, um die Welt zu erhellen. Ihr sollt euch zu höheren Höhen erheben, damit sich die Welt mit euch zusammen erheben kann. Die Welt hat emporzusteigen. Sie kann das bloß kraft euch. Sie folgt euch in euren Fußstapfen.
Sobald ihr morgens aufsteht, fühlt euch wie die Sonne, die über den Horizont kommt. Breitet die Strahlen eures Herzens weit aus. Der Tau des Grases wird euer Licht widerspiegeln.
Schaut heute, den ganzen Tag über, jeden, den ihr kennt, als eine aufgehende Sonne an. Macht euch nichts aus Wolken, die die Sonne vor euch bedecken könnte. Die Sonne des Menschen vor euch mag sich seines eigenen Sonnenlichts nicht gewahr sein. Lasse ihn sodann sein Licht in deinen eigenen Augen erblicken. Lasse ihn durch dein Licht, was auf ihn scheint, geadelt sein.
Ihr seid ein Licht, das glänzt. Darin besteht eure Pflicht, Geliebte. Selbst während es bei euch danach steht, dass ihr zur Arbeit zu gehen, vielleicht die U-Bahn zu nehmen, dass ihr euch vielleicht zu einem Job zu begeben habt, dessen ihr überdrüssig seid – dort ist es, wo es euer Licht zum Leuchten zu bringen gilt. Erhellt die U-Bahn durch euer eigenes Strahlen. Erhellt euren Job durch eure schiere Präsenz dort. Posaunt euer Licht hinaus, Geliebte, damit Andere es sehen können, und damit ihr euer eigenes Licht in all seinem Gleißen erblicken könnt.
Sage nicht zu dir selbst, dass du als eine einzelne Person nicht in der Lage seist, die Welt zu beleuchten. Du hast bei Gelegenheit einen einzigen Menschen deine Welt verdüstern lassen, oder etwa nicht? Ein Ausdruck oder Wort eines einzelnen Menschen hat dein Herz zusammenschrumpfen lassen. Ist Licht nicht ebenso machtvoll wie Dunkelheit? Geliebte, Licht ist machtvoller. Euer Licht ist machtvoller. Falls ihr meint, euer Licht sei nicht übermäßig mächtig, habt ihr euch selbst an der Nase herumgeführt.
Entsinnt euch, ihr seid ein Leuchter von Licht. Ihr seid kein Überbringer schlechter Nachrichten. Ihr seid nicht jemand, der sich selbst oder sonstwen oder die Welt an einer Stelle festgeleimt wissen möchte. Euch ist es angelegen, die Bänder zu lösen, die die Menschen an Ort und Stelle halten. Euch ist es angelegen, die Welt für ihre eigenen Möglichkeiten freizusetzen. Es seid ihr, die Möglichkeiten zu Gewissheiten machen werden.
Um das auszuführen, müsst ihr aufhören, auf eure Füße zu schauen. Macht Schluss damit, die Dinge so anzusehen, wie sie waren. Beginnt so auf die Welt zu schauen, wie sie angelegt war, angesehen zu werden. Seht die Möglichkeiten. Vor euch liegt ein unbereister Pfad. Jener ist es, der zu nehmen ist. Euer Schritt möge leicht sein. Der Pfad wird gut beleuchtet sein. Ihr werdet ihn erhellt haben. Bevor ihr es bemerkt, wird es unter euch keinen Pfad mehr geben. Ihr, die ihr Licht seid, werdet auf Licht gehen. Das Licht, dem ihr hinterhergeht, ist euer eigenes Licht, was weit vor euch her hinausgestrahlt wird. Es wird um das Licht kein Davon-Ausscheren geben, so klar wird das Licht sein, was ihr seid. Derart stark wird das Signal sein, was ihr sendet.
Euer Pfad ist gut beleuchtet. Verleitet euch nicht einen Augenblick lang dazu, ihr befändet euch in der Dunkelheit. Dunkelheit ist bloß eine List. Eine Masche. Selbst dann, wenn ihr euch früher tausendmal in die Dunkelheit eingekauft habt, heute kauft ihr euch ins Licht ein, und ihr wisst, dass jenes das eure ist, und dass es an euch ist, es zu scheinen, damit ihr und alle anderen, die in eurem Licht aufgewärmt werden, es sehen können.
3312
ÜBER EINDRÜCKE HINAUSGEHEND
Herzensharmonie ist in Einklang mit Mir sein. Harmonie hat nicht Übereinstimmung zu bedeuten.
Harmonie ist mehr als Friede. Menschen können in ihren Gedanken und Meinungen einander entgegengesetzt sein, und doch gibt es nichts Entgegengesetztes. Akzeptanz ist da. Es gibt keinen Bedarf, das zu ändern, wie jemand denkt. Was macht es aus, falls jemand den Himmel als grün und das Gras als blau bezeichnet?
Denkweisen können nicht erzwungen werden. Niemand kann dazu gebracht werden, auf die eine oder andere Weise zu denken. Hier geht es um nichts Zwangsläufiges. Gedanken wandeln sich, jedoch können sie das bloß aus freien Stücken. Gedanken haben einen Willen für sich. Du kannst nicht einmal kraft deines Willens deine eigenen Gedanken ändern, egal wie sehr du es auch versuchst; geschweige denn diejenigen Anderer. Jedoch wird der Tag kommen, wann sich die Gedanken ändern.
Gedanken ähneln Glaubensüberzeugungen. Ihr glaubt, was ihr glaubt. Einerlei, was als Belohnung oder Bestrafung ausgewiesen ist, ihr könnt bloß glauben, was ihr glaubt. Ihr könnt anders handeln, als was ihr glaubt. Ihr könnt vorgeben zu glauben, und trotzdem nicht glauben.
Indes ist es etwas Gutes, eure Gedanken und Handlungen miteinander in Einklang zu bekommen. Falls ihr denkt, eine freundliche Handlung ausführen zu mögen, so folgt dieser Spur ununterbrochen auf dem Fuß. Lasst keine Veranlassung aus. Dann wird es nichts zu bereuen geben. Ein liebenswürdiger Gedanke ist gut. Ein liebenswürdiger Gedanke, auf dem euer Handeln beruht, ist besser.
Aufgrund welcher Mittel ändern sich Gedanken? Ihr könnt sie nicht dazu bringen, sich zu ändern, allerdings verwandeln sich die Gedanken. Gedanken ändern sich, wenn ein Licht angeht. Eure Gedanken fußen auf euren Wahrnehmungen. Wie ihr denkt, hängt davon ab, wie ihr seht.
Heute seht ihr den Menschen vor euch als einen Freund. Morgen womöglich als Feind. Habt ihr das nicht erlebt, und vice versa? Die Person vor euch ist das, was ihr aus ihr macht. Ihr malt mit den Pinseln eurer Wahrnehmung euer eigenes Bild.
Ihr mögt sagen, die Worte, Handlungen oder Reaktionen eines anderen Menschen stellten das dar, worauf eure Gedanken fußen. Geliebte, ihr lasst eure Gedanken auf eurer Interpretation der Worte, Handlungen oder Reaktionen eines Anderen ruhen. Ihr müsst wissen, das ist so.
Vielleicht gibt es jemand, den ihr nicht ertragen könnt, und ein Anderer liebt diesen Menschen, den ihr so nicht haben könnt.
Ihr mögt sagen, derjenige, den ihr nicht mögt, zeige sich dem, der ihn liebt, in einem anderen Licht. Das mag durchaus so sein. Und doch ist es ebenfalls möglich, dass er das Beste von sich gibt, da derjenige, der ihn liebt, ihn anders sieht und ihn gleichfalls anders behandelt.
Eure Interpretationen sind etwas, Geliebte.
Das stimmt genauso für Nationen. In der einen Kultur wird eine bestimmte Handlung als liebenswert erachtet. In einer anderen Kultur als rüde. Wenn euch Freundlichkeit unter die Augen kommt, ist es recht wahrscheinlich, dass ihr mit Freundlichkeit darauf eingeht. Falls ihr Unnahbarkeit seht, ist es recht wahrscheinlich, dass ihr ebenfalls unnahbar seid.
Was sonst gibt es dabei zu sagen, Geliebte, als dass ihr auf der Grundlage eurer Eindrücke handelt. Ob wahr oder irrig, ob richtig oder falsch, ihr tretet eben dem gemäß in Erwiderung, wie ihr dieses oder jenes seht.
Nun gelangt ihr zu dem Punkt, wo ihr über die Impressionen hinausgeht. Ihr gelangt zu dem Punkt, woher ihr kommt, nicht dorthin, wo sich eurer Mutmaßung nach jemand befindet, vielmehr, woher ihr seid.
Euch gilt es nicht, euer Leben mit dem Abfedern von anderen Menschen zu verbringen. Falls ihr abfedern müsst, dann, Geliebte, federt euch von Mir ab. Das wird sich gut anfühlen, und euch wird es so sachte vorkommen.
Ihr werdet auf einem Berggipfel stehen. Ihr werdet der Berg sein. Welches Aufheben wird ein Berg vom Gras machen, das zu seinen Füßen wächst. Was wird er dagegen haben? Was wird er dagegen einzuwenden haben? Was wird er nicht lieben, während er derart weit oben über der tobenden Menge steht?
3313
EIN KREIS DES GOTTESLICHTS
Die Eine Wahrheit, die ihr erkennen könnt, ist die Liebe, und dennoch erheischt ihr bloß einen Blick davon. Die eine Sache, derer ihr gewiss sein könnt, ist Meine Liebe. Die eine Sache, mit der ihr ohne Mehrdeutigkeiten vertraut sein könnt, ist Meine Liebe für euch. Das ist es. Daraus besteht die Liste dessen, was ihr mit Gewissheit wissen könnt. Darauf könnt ihr euch verlassen. In der wankenden Welt könnt ihr auf diese Meine Liebe zählen.
Was auch immer in der Welt vorgehen mag, Meine Liebe ist. Sie ist niemals abwesend. Inmitten dessen, was ihr als Tragödie seht, ist Meine Liebe, und Meine Liebe scheint direkt auf euch. Meine Liebe wabert nicht zu euch hin. Sie liegt fest auf euch und geht nie davon ab. Meine Liebe ist niemals geistesabwesend. Meine Liebe bleibt. Sie geht nie fort.
Mit Mir seid ihr vermählt, und dennoch ist niemals ein feierliches Versprechen nötig. Meine Liebe für euch ist auf Meinem Herzen eingeprägt und füllt das eure. Ihr seid Liebe-angefüllt, Geliebte.
Solange ihr Meine Liebe habt, kann euch nichts abhanden kommen. Und Meine Liebe ist fest gegründet. Zu sagen, Meine Liebe sei in Stein gemeißelt, bringt zum Ausdruck, sie sei zu klein. Meine Liebe ist mehr als ein Berg, der unaufhörlich aufragt. Meine Liebe ist wie ein Goldring, der niemals entzwei gehen kann. Ein Goldring der Liebe ist Unser Hochzeitsring. Er kann niemals beseitigt werden. Nichts, niemand vermag diesen Ring Unseres Einsseins zu entfernen.
Unser Hochzeitsring ist ein Ring aus goldenem Licht. Die Sonne scheint auf ihn. Alles Gold in der Welt ist in diesem goldenen Licht, was Uns umfängt, was Uns hält, was Uns anleuchtet, was Uns verschluckt, was Uns konzentriert – derart persönlich und universal ist Unsere Liebe. Sie ist unentrinnbar. Wir sind in der Knechtschaft der Liebe gehalten. Tatsache ist, es gibt nichts anderes, was existiert, als diese Unsere unermessliche Liebe.
Der ganze andere Rest ist Illusion. Alle Ängste sind Illusion. Alles Tragische ist Illusion. Nichts Widerwärtiges, Geliebte, kann passieren, egal wie schlecht es zu sein scheint, denn im Verlauf Unserer Liebe passiert nichts. Überhaupt nichts passiert.
Wir können das relative Leben wie einen Golfschläger sehen, der schwingt und den Golfball vorantreibt. Jedoch befindet sich unterhalb des Golfspiels der Soden. Unterhalb des Lebens in der Welt liegt ein Feld der Liebe, was nicht fortgeschafft werden kann. Es ist unberührbar. Egal wie viele Schwünge der Golfschläger ausführt, der Boden darunter wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Die ganze Aktivität in der relativen Welt beläuft sich auf einen Berg Schnee. Die Schneemänner in der Welt waren nichts als Schneemänner in der Welt. Wohin gingen sie?
Meine Liebe ist der Scheibenmittelpunkt. Nichts sonst ist sie. Meine Liebe ist gleichbleibend. Sie ist unveränderlich.
Meine Liebe sitzt sozusagen auf deiner Schulter. Riegle zu, führe ein gutes Lagersortiment und rase dahin, Meine Liebe hat dein Herz in Anspruch genommen. Die Flagge Meiner Liebe herrscht.
Liebe zischt durch das Leben. Sie kommt wie ein Bumerang zurück. Es gibt keine Pfeile Meiner Liebe. Keinen Cupido. Alleinig Meine Liebe. Sie durchbohrt dein Herz nicht. Sie ist dein Herz. Meine Liebe ist dein Herz. Dein Herz ist Meine Liebe. Etwas anderes ist nicht da. Alles andere ist Fantasie.
Unser Einssein der Liebe ist echt. Ich bin wahrhaftig. Du bist wahr. Wir sind Eins, Geliebte, Geliebter. Ende der Geschichte. Mehr gibt es nicht zu sagen.
Der Ozean der Liebe bin Ich, und der Ozean der Liebe ist du. Der Ozean ist alles. Kräuselungen des Ozeans sind bloß Kräuselungen des Ozeans.
Liebe ist das Allerhöchste, freilich gibt es für die Liebe nichts, über dem sie steht, denn einzig Liebe ist.
3314
DER GOTT VON ALLEN
Für Mich gibt es viele verschiedene Namen in vielen verschiedenen Sprachen, und doch bin Ich Ein
Gott. Ich antworte immerzu. Ich kümmere Mich nicht darum, mit welchem Namen ihr Mich ruft. ICH
BIN WER ICH BIN. Ruft Mich: „He, du da“, und Ich wende Mich euch zu. Ich werfe Mein Auge mit Liebe auf euch. Unter welchem Namen auch immer, die Bedeutung Meines Namens ist Liebe. Ich bin jenseits des Namens, genauso wie Ich jenseits der Wörter bin. Der Name, den ihr Mir beiordnet, ist ein Wort. Ich bin heilig, Geliebte. Selbst obschon gesagt wird, Geheiligt sei Mein Name, ist es nicht Mein Name, der heilig ist. Du und Ich sind heilig. Heilig ist Gott – unter welchem Namen Er auch bekannt ist.
Verzeih Mir, falls Ich pietätslos erscheine. Du läufst vielleicht unter allerhand Namen. Bei deiner Geburt wurden dir vielleicht drei Namen gegeben, und danach kommen weitere hinzu. Und doch bist du, durch alle Namen hindurch, du. Denkst du, Ich sei weniger als du? Ich BIN Seiend. Wie Popeye, der Seefahrer, bin Ich, was Ich bin. Nenne Mich den herumfriemelnden Kesselficker, und Ich bleibe Gott der Heitere.
Ich habe für keinen Namen, mit dem man Mich bezeichnet, eine Vorliebe. Ich gehe auf alle ein. Nenne Mich Freund. Gieße Worte der Liebe aus, und Ich antworte. Nenne Mich nicht-existent, und nach wie vor erteile Ich eine Erwiderung. Lästere über Mich, und Ich bin an deiner Seite. Natürlich gab es weder noch gibt es eine Zeit, während Ich nicht ganz unmittelbar in deinem Herzen bin. Ich bin weitaus mehr als irgendein Name, mit dem man Mich ruft. Selbst wenn du Mich mit hundert Namen bezeichnest, bin Ich immer noch der Eine Gott. Ich wandle Mich nicht. Ich bin der Gott, der Ich immerzu war. Ich bin ein simpler Gott. Ich bin Eins.
Und du bist mit Mir eins. Das ist alles, was es dir zu wissen gilt. Es gibt nichts zu debattieren. Ich bin keine Theorie. Ich BIN Gott. Ich bin nicht Gott von Einigen und von Anderen nicht. Ich bin Gott von Allen. Ich bin vollauf heil. Ebendas macht Mich heilig.
Ein Heiliger Gott der Ganzheit sucht nicht und wählt nicht aus. Meine Kinder – sie tun das. Wie Erstklässler denkt ihr gerne, die Schule, in die ihr geht, gehöre euch. Ihr sagt: „Meine Schule.“ Aber ihr besitzt sie nicht. Genauso wenig ist die Schule Gottes in Privatbesitz. Die Schule Gottes gehört allen. Du besitzt keinen bestimmten Titel auf Mich. Ich bin allen zueigen. Ich bin im einen Tempel kein besserer Gott als im anderen. Ich bin kein Leopard, der seine Tupfen ändert.
Man bekommt zu hören, dass Muhammed, sofern der Baum nicht zu ihm kommt, zum Berg gehen werde. Falls ihr die Berge seid, bin Ich der Gott, Der zu euch gehen wird. Ich bin bereits bei euch. Ich gehe niemals weg, worum geht es demnach bei dieser ganzen Diskussion?
Ich gebe euch die Willensfreiheit. Ich erbitte die gleiche Freiheit von euch. Ich bin frei, der Gott eines Jeden zu sein. Ich Möchte Mich niemals beschränken, und demnach müsst ihr das gleichfalls nicht.
Heißt alle im Namen des Einen Gottes, Der Ich BIN, willkommen. Seid gastfreundlich zu allen, bei welchem Namen sie Mich auch rufen, oder falls sie Mich überhaupt nicht herbeirufen. Niemand ist ein Ungläubiger, Geliebte. Alle sind Mein. Niemand ist mehr Mein als ein anderer.
Falls du das Gefühl hast, es müsse eine Eigentümerschaft vorliegen, dann sieh Mich als den Eigentümer. Sage, dass Ich dich in Besitz habe. Sage nicht, dass Ich einige und andere nicht in Besitz habe. Ich suche nicht aus und wähle nicht aus. Meine Liebe ist im Überfuss, und Sie ist für alle. Niemand hat weniger als all Meine Liebe. Du hast nicht weniger von Meiner Liebe, weil jemand all Meine Liebe hat. Ich bin ein unermesslicher Gott. Ich bin ein großer Gott. Ich bin keine süße Pastetenfüllung. Ich bin die Sonne, und die gleiche Sonne scheint für alle. Was hast du gedacht? Hast du wirklich gedacht, bei Meiner Partie ginge es um Lieblinge? Denkst du wirklich, dass heute der eine Zweig Meiner Kinder ‚in‘ ist und morgen ein anderer?
Meinst du, Ich sei ein kurzlebiger Gott? Ich BIN Ein Gott, und alle sind mit Mir eins.
3315
DER OZEAN DES HERZENS GOTTES
Ich bin kein säkularer Gott. Ich gehe nicht auf einigen Bergen nieder und auf anderen nicht. Seid so glücklich, Mich bei euch zu haben, wie ihr glücklich seid, alle Gäste, die ihr empfangt, bei euch zu haben. Bin Ich nicht der Gast, Geliebte? Helft Mir in Meiner Liebe für alle. Feuert Mich an.
Ich bin der Gast eures Herzens, ob ihr nun eure Tür für Mich öffnet oder nicht. Ich bin der Mieter eures Herzens. Was Ich euch bin, bin Ich allen. Meine Kinder sind Mir alle ebenbürtig. Ich, Der liebt, liebe. Es gibt niemals einen Zeitraum, wann Ich das nicht tue.
Ich liebe jeden Baum in Meinem Fruchtgarten. Ich liebe jedes Blatt. Ich liebe auf den Boden herunter gefallene Blätter ebenso wie frische grüne hervorsprießende Blätter. Ich liebe. Ich bin nur damit vertraut, wie lieben ist. Ich bin kein Gott, der durch Marotten oder per Doktrin liebt. Ich weise nicht etlichen Meiner Kinder den einen Platz, und anderen einen anderen Platz an. Meine Liebe erstreckt sich weiter und weiter. Sie erstreckt sich überallhin. Sie erstreckt sich zu euch.
Meine Worte hier langen zu allen hin. Ich segne diejenigen, die Meine Worte lesen, und Ich segne diejenigen, die sie nicht lesen. Ich segne diejenigen, die begreifen, und Ich segne diejenigen, die nicht begreifen. Gesegnet sind Meine Kinder. Meiner Welt sind keine Ecken zueigen. Meine Welt ist rund, und Ich umfasse alles. Meine Liebe reicht überall hin.
Kleine Blumen wurzeln in einer Steinspalte und blühen dort. Falls Ich das zu tun vermag, kann Ich dann nicht alle Meine Kinder lieben? Stellt ihr euch vor, dass Ich nur etliche Meiner Kinder mit Nahrung versorge und die Versorgung Anderen vorenthalte? Ein und für alle Mal – bin Ich kein Gott der Liebe? Ich bin nicht mentalitätsgemäß. Ich werfe keine Münzen. Ich suche Mir keine Karte aus. Ich ändere Meinen Sinn nicht. Genauso wenig ändere Ich Mein Herz.
Was kann denn ein Herz anderes tun als lieben? Ich bin befähigt. Gibt es irgendwo etwas oder jemanden, das oder den Ich nicht zu lieben vermag? Falls Ich unfähig wäre, Alle zu lieben, wäre Ich kein Gott der Liebe. Ich wäre ein Gott des Intellekts oder so etwas Ähnliches. Alles, was nicht Liebe ist, ist weniger als Liebe. Ich bin kein nachrangiger Gott. Ich bin ein Gott der Liebe und nichts als der Liebe. Ich stehe auf keinen Zeremonien. Ich stelle keine Liste von Erfordernissen auf.
Ein Gott der Liebe legt dar. Er kommandiert nicht. Er erteilt keine Ultimaten. Er sagt nicht:
„Andernfalls aber.“ Er sagt nicht: „Entweder du machst es so, wie Ich es will, oder Ich streiche dich von der Liste.“ Ein Gott der Liebe bietet freien Willen, freie Wahl dar. Ich bin kein Despot, der Ansprüche stellt, die du erfüllen musst, anderenfalls fiegst du raus. Ich bin nicht wie ein Lehrer in der Schule, der Noten erteilt.
Du bist für deine Wahlen verantwortlich. Ich treffe sie nicht für dich. Oh, gut, ja, dann und wann tue Ich das. Dann und wann springe Ich herein und entscheide für dich. Jedoch ist das weder hier noch dort.
Du setzt deine eigene Richtung fest. Darin besteht deine Verantwortlichkeit. Ich habe keine
Verantwortlichkeit, mit der Ausnahme, du bezeichnest lieben als Verantwortlichkeit. Für Mich ist dich lieben wie Wasser, was von einem Holzblock herunterfällt. Es ist Meine Freude.
Ich liebe. Ich liebe. Ich LIEBE! Lieben ist Meine Kür. Zu etwas anderem bin Ich unfähig. Ganz im
Gegensatz zur öffentlichen Meinung bin Ich kein Gott zwischenzeitlicher Liebe. Ich bin ein Gott voller Liebe. Ich bin größer als der Ozean. Ich trockne nie aus. Kommt zu dem Ozean Meines Herzens und erkennt Meine Liebe für euch. Kommt jetzt.
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UNSERE VERBUNDENHEIT KENNEN
O, Geliebte, worum schert ihr euch, unterdessen Unsere gesegnete Verbundenheit doch unversehrt ist? Ihr müsst euch nicht einmal um euch selbst Sorgen machen, nicht mit Mir in Verbindung zu stehen, denn es gibt keinen Augenblick, wann ihr das nicht seid. Ihr müsst euch keine Sorgen machen über das Kommunizieren mit Mir oder über Meine Anbetung, denn es gibt keinen Augenblick, wann Wir Uns von der Anbetung Unseres Einen Selbst entfernt haben. Verehrung ist Unser Name.
So wie du dir übers Atmen keine sorgenvollen Gedanken machst, so mache dir auch keine Sorgen über Unser Reden oder Zuhören. Das Radio ist angestellt, und dieses Radio kann nicht ausgestellt werden, Geliebte. Unser Kopfhöreranschluss ist eingesteckt, und Unsere Eine Stimme spricht, als wären es zwei oder drei oder mehr. Es gibt keinen Ausstell-Knopf. Wir sind ausschließlich an.
Falls du an einem Tag dem Gott Deiner Selbst nicht bewusst zuhörst oder nicht formell mit ihm sprichst, macht das nichts. Wir sind unumgänglich aufeinander abgestimmt. Falls Wir bloß im Hintergrund gespielt werden, werden Wir immer noch gespielt und immer noch vernommen; man hat sich auf Uns bloß nicht deutlich eingestimmt, jedoch reden wir und werden wir nichtsdestotrotz gehört.
Selbstverständlich ist es sehr schön, wenn Wir Uns einige Augenblicke lang an die Seite setzen und einander ohne Ablenkung zuhören; einfach auf den Klang Unserer Stimme lauschen, so wie wir uns auf das Anhören einer Oper, die in ihn eingetaucht ist, klar und deutlich ausrichten könnten. Wir werden sozusagen zu der Oper, und die Oper inwendig in Uns setzt sich auf den stilleren Ebenen fort, selbst nachdem die letzte Note zum Erklingen gebracht wurde.
Falls du an einem Morgen nicht bewusst zu Mir sprichst, ist das durchaus in Ordnung, denn Ich spreche die ganze Zeit zu Dir.
Falls du ein ‚Godwriter‘ bist, führe regelmäßig deinen Stift über das Papier oder lege deine Finger auf den Computer, und wisse dennoch, dass nichts abhanden gekommen ist, sofern du es nicht tust. Ich erteile keine Klavierstunden, und Ich brauche nicht jeden Tag ein bestimmtes Maß an Übung. Ich mute euch eine regelmäßige Praxis an, Geliebte, allerdings nur so lange, wie euer Herz willens ist. Fürchtet euch nicht, Meiner Stimme zuzuhören. Leistet keinen Widerstand. Meine Stimme ist für euch bestimmt. Sie ist dafür bestimmt, für euch eine Freude zu sein, eine Stimme, ohne die ihr nicht sein mögt. Eine formale Disziplin, der ihr nachzukommen habt, bin Ich freilich nicht. Ich BIN eine tägliche Nascherei, wie ein Schokoladenbonbon, was du dir in deinen Mund steckst.
In Meinem Falle – falls du dir zwei oder drei Schokoladestücke in deinen Mund stecken möchtest, so sei bitte mein Gast. Ich habe alles von dir, was Ich möchte, und Ich habe niemals zu viel. Halte bloß niemals Abstand von Mir. Setze dich nicht auf Diät, wenn es sich auf Mich beläuft. Ja, du wirst zulegen. Du wirst bei einem täglichen Festmahl von Mir in einer Tour zulegen, allerdings legst du beim Licht und bei der Unbeschwertheit zu. Ich bin niemals etwas Schweres. Du kannst Mich immer sehr leicht verdauen. Ich rinne sanft deine Kehle hinunter. Ich bin eine fantastische Pastille. Ich bin eine tolle süße Kostprobe ohne Kalorien. Wie Mich gibt es keine andere.
Es gibt nichts, was du für Mich aufzugeben hast, stelle dennoch sicher, dass du an deinem Tisch Platz für Mich machst. Um genau zu sein – iss Mich zuerst. Verschlinge Mich als Erstes, und hernach wird der süße
Geschmack durch den ganzen Tag hindurch reichen. Du kannst Mich niemals vergeuden; jedoch hast du Mich, falls du wartest, bis alles andere auf deiner Liste, bevor du Meinen süßen Nektar kostest, zuende gebracht ist – falls du Mich nicht ganz früh am Tage bereits zu dir nimmst, in eben diesem Sinne vertan. Nicht, dass Ich jemals abgestanden werde, das verstehst du, wieso Mich allerdings nicht, als Allererstes am Morgen, direkt von der Kuh zu dir nehmen. Ich bin parat und dir zu Diensten.
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DIE, DIE GEKOMMEN SIND, DIE WELT ZU SEGNEN
Ein jeder Abend ist Weihnachtsabend. Jeder Abend ist Vorbote für die Geburt derjenigen, die gekommen sind, die Welt zu segnen. Es sind die Gedanken Meiner Kinder, die Vorboten für Weihnachten sind. Eure Gedanken machen diesen Abend zu einem speziellen Anlass. Eure Gedanken verstärken das Gewahrsein über die Besonderheit des Lebens. Eure Gedanken machen Heiligabend und den Weihnachtstag und alle Feiertage zurecht, die die Menschengedanken gehegt haben.
Ihr macht einen Abend und einen Tag zu etwas Besonderem. Geburtstage sind besonders. Sie sind eine besondere Würdigung der Macht und der Schönheit des Lebens.
Ein jeder Tag ist Geburtstag von jemandem. Ein spezieller Tag ist an jedem Tag.
Demnach wird Weihnachten gefeiert. Lasst es ein Tag der Feier für alle sein, die geboren wurden, die jetzt oder gestern auf der Erde sind, und für all Jene, die in dem, was man Zukunft nennt, geboren werden. Lasst uns all Jene ehren, die zur Erde gekommen sind, zur Erde kommen mögen und die die Welt zu einem heiligen Ort gemacht haben. Selbst Jene, die die Welt dazu gemacht haben, was ihr einen unheiligen Ort nennen möchtet, haben die Heiligkeit derjenigen gestärkt, die, wie Christus, die Welt segneten und erhellten. Er war nicht der einzige. Er war einer. Und er, wie andere vor und nach ihm, enthüllte sein Einssein mit Mir.
Einssein mit Mir ist so einfach und leicht, und doch machen es Meine Kinder schwer. Geliebte, es ist leichter, eins als zwei zu sein.
Es ist leichter, ein Friedensbringer als ein Kriegstreiber zu sein. Es ist leichter, ein Erhabener zu sein, als den Kleinen zu mimen. Es braucht überhaupt keine Anstrengung, groß zu sein. Es braucht Anstrengung los lassen. Um ein Erhabener zu sein, geht es darum, das los zu lassen, was im Wege steht. Ein Erhabener sein ist Kleinheit los lassen.
Einerlei wie viele Kleinheit in der Welt aufgehäuft ist, sie bleibt klein. Kleinheit, egal wie viel, kann nicht groß sein. Sie kann schier klein sein.
Christus erhob sich zu seiner eigenen Statur. Du hast eben die gleiche Statur, die Christus ausmachte. Christus wusste, Wer Er war. Du weißt noch nicht, Wer Du bist. Du magst ja mit den Lippen Worte formen, falls du sie allerdings glaubtest, falls du mit ihnen vertraut wärst, falls du sie gerne glauben würdest, falls du gerne mit ihnen vertraut sein möchtest, würdest du alle Meine Pracht herausscheinen. Genau das taten alle Erhabenen. Sie zogen Mich dem Ego vor. Sie zogen Gold der Schlacke vor. Wie viele hölzernen Münzen habt ihr euch gekauft, Geliebte, und sie für ihren angeblichen Wert gehalten?
Christus ließ die Anhaftungen an die Welt los. Das Leben auf der Erde machte ihm etwas aus, als er diente. Sein Leben war nicht für ihn. Er konnte kein Leben führen, was für ihn alleine war. Das wäre ein Opfer gewesen. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte in der Wüste verbrachte, war er dort nicht seiner Zerstreuung halber. Es ging um das Erlangen der Welt.
Vermenge Opfer nicht mit Anhaftung. Was wollte Christus wohl anderes als Friede und Wohlergehen für alle? Er wusste, woher er kam. Er wusste, Wer ihn gesandt hat. In aller Bescheidenheit lebte Christus, wovon er redete. Er, der ein herrlicher Redner war, war weitaus mehr als Reden. Er verlor sich in der Liebe und fand sich selbst, und mithin gab er sich der Welt. Was hätte die Welt zu ihm hin halten können, was der Liebe in seinem Herzen gleichkam?
Christus erlangte den Himmel und bot Mich allen dar. Christus setzt seine ausgesuchte Arbeit fort. Er geht in die Herzen hinein. Er trägt seine weißen Gewänder der Reinheit. Er, der Meine Liebe ist, liebt alle. Er, der in Meinen Fußstapfen nachfolgt, zeigt euch den Weg. Er zeigt euch, wo Meine Fußstapfen sind, damit ihr in ihnen gehen könnt.
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WONACH SICH CHRISTUS SEHNTE
Ist nicht jeder Tag ein heiliger Tag? Ist nicht jeder Tag neu? Ist nicht jeder Tag ein Tag aller Möglichkeiten? Wer kann wissen, was der heutige Tag bringt? Es könnte der Tag sein, an dem Träume erfüllt und nicht mehr länger zurückgestellt werden.
An diesem Tag, an dem man der Geburt Christi gedenkt, sehnen sich viele unter Meinen Kindern nach Frieden, der kommen und bleiben möge. Eben danach haben sich Christus und alle Erhabenen gesehnt. Wieso nicht heute, Geliebte? Wieso nicht heute? Was vermögen die Gedanken des Menschen nicht auszurichten?
Die Welt hat lange Zeit auf den Frieden gewartet, dass er seinen rechtmäßigen Platz einnehme. Und was ist ein anderes Wort für Friede, als Brüderlichkeit? Was ist ein anderes Wort für Brüderlichkeit, als Liebe? Und was waren Christus und all die Erhabenen der Welt anderes als die Verkörperung von Liebe. Was vermag der Liebe gleichzukommen, Geliebte? Einzig die Liebe selbst. Nichts anderes kommt ihr gleich. Nichts kann sie übertreffen. Nichts kann mit der Liebe gleichrangig sein.
Jeder Abgang von der Liebe ist aufgebauschtes Drama. Es ist Hysterie. Es ist keine Wahrheit. Alle Erhabenen kamen, um Liebe auszugeben, und auf diese Weise ließen sie alle an sich teilhaben. Woran dachten sie, als an die Liebe? Was veranschaulichten sie anderes als Liebe? Wer waren sie anderes als Liebe?
Sie wurden nicht anders als ihr geboren. Sie wurden einer Mutter und einem Vater geboren. Die Großen gingen auf der gleichen Erde, auf der ihr wandelt. Sie kannten ihre Verbindung zum Himmel, und sie boten euch den Himmel unmittelbar hier auf der Erde dar. Sie entdeckten für sich ein neues Land, und natürlich wollten sie, dass ihr in diesem neuen Land der Liebe geliebt werdet, in dem neuen Land, wo Herz in Flammen ausbrechen und wo Sterne in Jedermanns Augen tanzen und Pracht und Herrlichkeit zu betrachten sind.
Wenn man einen neuen Stern entdeckt, wollen ihn alle sehen. Und eben so kamen die Erhabenen hellem Licht auf der Erde auf die Spur und wiesen auf es hin, damit es alle sehen können. „Schaut hoch“, sagten die Großen. „Seht ihr, was ich sehe?“
„Wo?“, fragten die Menschen.
„Hier“, sagte der Erhabene.
Dieser neue Stern scheint nach wie vor hell. Er scheint auf die Erde. Er leuchtet die Welt an. Er möchte dich mit aller Liebe Gottes anstrahlen und erhellen.
Die Sterne am Himmel sind Vorboten für eure Geburt, Geliebte. Wenn ihr neunzig Jahre alt seid, sind
die Sterne immer noch Vorboten für eure Geburt. Mit einem Schnipsen am Schalter eures Geistes kann euer Herz losziehen und genau dort, wo ihr gerade sitzt, Gold auffinden.
Was Christus sah, kannst du sehen. Was Christus wusste, kannst du wissen. Was Christus lebte, kannst du leben. Du kannst die Streubreite ausweiten, wohin das Sternenlicht deiner Liebe fallen kann. Du kannst die Welt mit Liebe überziehen. Erkläre eben jetzt in deinem Herzen die Liebe. Sprich dir Mut zu, die Liebe zum Ausdruck zu bringen, die Christus war und die du bist.
Die Zeit ist jetzt da, mit dem Denken aufzuhören, dass du weniger seist. Die Zeit ist jetzt da, mit dem Denken aufzuhören, dass du nicht Christus sein könnest. Christ sagte es anders. Er sagte, du kannst all das sein, was er ist. Er sehnt sich nach dir, dass du deinen rechtmäßigen Platz in den Galaxien der Himmelskörper einnimmst.
Geschenke geben und Geschenke entgegen nehmen stehen symbolisch für das Geschenk der Liebe. Gebt die Sterne, Geliebte. Gebt üppig Sterne der Liebe aus. Kleistert Sterne der Liebe überall über die Welt. Verteilt aus eurem Herzen Sterne der Liebe. Wunder was, Ich habe euch mit ihnen ausgerüstet. Ich gab euch ein ganzes Herz voll.
Liefert heute Christi Liebe zu.
Der Hl. Nikolaus repräsentiert die verpackten weltlichen Geschenke der Liebe.
Christus repräsentiert das Göttliche Geschenk der Liebe, der Liebe, die die Herzen öffnet, der Liebe, die alle mit dem Himmel und mit Mir in Verbindung setzt.
Alle Erhabenen sprachen an Meiner Stelle, und das kannst du ebenfalls. Möchtest du das?
Ich wünsche dir einen Fröhlichen Weihnachtstag der Liebe, der überfließenden und einhelligen Liebe.
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JETZT BIST DU WEISER
Bist du nicht begierig, Meinen Gedanken zuzuhören? Bist du nicht immer und immer wieder begierig? Gibt es irgendwen auf der Erde, der von Mir genug bekommt? Gibt es jemanden, der der Spur Meines Herzens nicht zu folgen wünscht?
Ihr befindet euch auf der Spur, Geliebte. Einerlei wie weit ihr euch von Mir entfernt fühlt, ihr seid auf der Spur. Tatsache ist, Ich bin direkt vor, neben euch, insgesamt um euch herum. Ich treibe euch entlang.
Die ganzen scheinbaren falschen Wendungen hindurch, die ihr eingenommen habt, wart ihr vollauf auf das Ziel ausgerichtet. Ich weiß, das ist schwer zu glauben, denn ihr erblickt Irrtümer, manchmal sogar grässliche Irrtümer. Nehmt bitte in Betracht, dass es keinen Irrtum gibt. Irrtum hat keine Existenz. Nichtsdestotrotz, Bedauern ist in Hülle und Fülle anzutreffen.
Wenn du einen Weg entlanggehst und zu einem Schlagloch gelangst, kannst du über es hinweggehen oder um es herumgehen oder sogar umkehren und einen anderen Weg nehmen. Wie du es auch machst, du tust es. Es ergibt keinen Sinn, die Mittel zu bedauern, die du in Gebrauch nahmst, um um das Schlagloch herumzukommen. Auf jeden Fall befindest du dich jetzt auf der anderen Seite des Schlaglochs. Du hast es geschafft. Es liegt hinter dir.
Also, vielleicht denkst du jetzt, du hättest hindurch schwimmen können. Vielleicht ja, vielleicht nein. Früher einmal hast du im Rechnen einen Fehler gemacht. Du hast ihn ausradiert und hast die in Frage kommende Zahl eingetragen, die Zahl, die erwartungsgemäß die Bezeichnung ‚richtig‘ bekommen wird. Was für eine Gelegenheit hattest du doch. Du hast deinen Radiergummi an deinem Stift benutzt, und die richtige Antwort hinbekommen. Wie wundervoll du bist!
Du bist ein Kind, was sich anschickt, die Antworten richtig herauszubekommen. Früher oder später wird das der Fall sein. Wieso die Schritte bedauern, die es brauchte, um es dieses Mal richtig hinzubekommen? Geliebte Geliebte, tilgt den Irrtum aus eurem Gedächtnis. Ihr würdet nicht wissen, wie Bedauern geht, falls ihr jetzt keine bessere Antwort vor euch hättet. Nun seid ihr weiser. Seid nicht trauriger.
Früher konntet ihr nicht sehen. Jetzt könnt ihr es.
Etliche Schlaglöcher habt ihr nicht gesehen. Ihr seht sie jetzt. Hört auf, nach hinten zu blicken.
Es war einmal, da seid ihr über ein Schlagloch gestolpert. Ist das so etwas Entsetzliches, dass ihr gestolpert seid? Ist es so schrecklich, dass euch Gedanken daran plagen sollten? Ich mache den Vorschlag, ihr bereut, Bedauern gehabt zu haben, und lasst demnach das Bedauern insgesamt los. Bedauern gehört euch nicht zu. Vielleicht gehört es zum Ego.
Wie lernt ein Kind gehen? Es fällt hin, und es kommt wieder hoch, und bald darauf hat es die Sache raus. Ein kleines Kind weiß um etwas Besseres als betrauern und über die Zeit stöhnen, als es hinfel. Es kann jetzt gehen. Es kennt die Herrlichkeit des Gehens. Das Kind bedauert nicht, dass es einmal Kind war.
Ihr begreift das Leben eben in dem Augenblick. Ich bin so stolz auf euch, wie ihr euch erholt und weitergeht. Lasst nunmehr die Koffer des letzten Jahres fallen und tragt sie nicht mehr länger mit euch herum. Ja, tragt gar nichts mehr herum. Befreit euch selbst von allen Veranlassungen der Vergangenheit. Was ihr auch aus der Vergangenheit erlangt habt, ihr habt es erlangt, jedoch gilt es jetzt, die Vergangenheit selbst los zu lassen. Bekommt eure Klauen von ihr weg.
Sofern ihr rückwärts geht, Geliebte, versäumt ihr das, was vor euch liegt.
Haltet eure Augen auf Mich gerichtet, Geliebte. Ich führe euch. Folgt Mir. Schreitet mit Mir. Nehmt bei Mir Wohnung. Seht ihr Mich jetzt an? Ich geleite euch herbei. Ich erheische euer Auge. Das ist genug. Wir gehen gemeinsam durch das Leben. Welchen Fehler kann es da geben, während ihr mit Mir geht?
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EIN TRAUMKUCHEN AUS GOTTES HAND
Wieso solltest du dem, was Ich sage, widersprechen mögen? Bestimmt meinst du nicht, du wüsstest mehr als Ich, oder? Ich sage dir, dass du Mein schönes Kind bist, und du sagst: Nein. Du sagst vielleicht gar, du seist entsetzlich. Womöglich beschimpfst du dich einen Gutteil der Zeit.
Geliebte, Geliebter, was veranlasst dich, dich herabzusetzen? Ich habe soeben gesagt, dass du ein Kind
von Mir bist. Du bist ein göttliches Kind Meiner. Wieso solltest du da sagen mögen: „Nein, Gott, ich bin nicht göttlich.“ Wieso solltest du darauf bestehen mögen, dass du nicht göttlich bist? Wieso solltest du dich herablassen mögen, die Gültigkeit dessen, was Ich sage, zunichte zu machen?
Es ist nicht bescheiden, dich zu unterhöhlen. Sei ohne das Ego, und du wirst es nicht für nötig empfinden, dich selbst abzusenken. Um des Himmels willen, du bist ein Kind Gottes! Du bist Mein Kind, und Ich habe dich nach Mir modelliert. Falls du deine Göttlichkeit nicht akzeptieren kannst, dann sei zum Wenigsten über sie still. Zum Wenigsten hast du Mir nicht zu widersprechen. Selbstverständlich, wahr ist, dass du Mir widersprichst.
Versuche es mit der Prämisse, dass du in der Tat ein göttliches Kind Meiner bist. Welches Gefühl hast du dabei, wenn du in Betracht nimmst, göttlich zu sein. Ja, du bist menschlich mit all den Täuschungen, denen Menschenwesen nachhängen. Also was nun? Du bist vom Kern her göttlich, und es ist an der Zeit, dies in Betracht zu nehmen. Du bist Liebe, göttliche Liebe, gehst dabei in einem menschlichen Körper herum. Radiere einen Augenblick lang den Körperaspekt aus, was ist dann da, ausgenommen deine Göttlichkeit, meine Göttlichkeit, die ist.
Falls du ein Stück Kuchen bist, können Wir sagen, dass 99% von dir dabei Göttlichkeit sind. Da sind wir ziemlich nahe dran. Du bist ein großes Stück Kuchen der Göttlichkeit mit einer dünnen Kruste. Höre auf, so sehr auf die Kruste zu blicken. Darunter befindet sich die Tatsächlichkeit, die du bist. Ich möchte dich einen Traumkuchen von Mir nennen. Ich habe dich gebacken, und Ich habe dich genau richtig so gebacken.
Ist die Schildkröte ihr Schild? Sie trägt ihn auf ihrem Rücken; der Schild ist aber bloß etwas, was sie mit sich herumträgt. Die Wahrheit der Schildkröte ist nicht ihr Schild. Sie ist weitaus mehr als ihr Schild, egal wie schön oder sonst etwas jener sein mag.
Wenn du abgetragene Kleider trägst, bist du nicht die Kleider, die du trägst. Genauso wenig bist du ein schönes Ballkleid, wenn du es anhast.
Nun sage Ich zu dir, dich gut zu fühlen, in welchem Körper auch immer, den du trägst.
Guten Morgen, Geliebte. Euer Körper bekommt sich selbst aus dem Bett. Obschon er schlief, wart ihr bei Mir wach. Wir haben miteinander ein Fest gefeiert. Wir tanzten. Wir sangen. Wir erkundeten die Himmelsküsten, und Wir gruben nach Gold und fingen mit Unseren Händen die Sterne. Bevor die Sonne über der Erdkruste aufgeht, ziehst du die Decken deines Körpers über dich, gähnst, und denkst, du habest die ganze Nacht im Bett verbracht.
Du bist wie die zwölf tanzenden Prinzessinnen, die zu Bett gingen, dann aufstanden und die ganze Nacht über mit zwölf Prinzen tanzten; bloß tanzt ihr in eurem Falle mit Mir, und eure Schuhe verschleißen nicht. Ja, ihr seid sogar erfrischt. Euer Körper hat geschlafen, während ihr all Meine Liebe zu euch genommen habt.
Ihr könntet genauso gut in den Blick nehmen, dass ihr Mich oft besucht, und dass Ich euren Besuch sehr gerne habe, und dass Ich euch liebe, egal, welchen Pyjama ihr am Leib habt. Einerlei was ihr über euch denkt, ihr seid Mein Augapfel. Habt ihr etwas an Meiner Sicht auszusetzen? Ich meine, es ist an der Zeit, dass ihr voll und ganz akzeptiert, was Ich sage.
Ihr seid Mein. Ihr seid Derjenige, den Ich liebe. Mithin seid es.
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HALLO, DU HERZE MEIN
Hallo, du Herze Mein. Hörst du Mich? Ich rufe nach dir. Ich rufe Meine Liebe von den Berggipfeln herunter. Ich bücke Mich nahe heran und füstere in dein Ohr. Ich singe und tanze. Ich tue alles Mir Erdenkliche, damit du Meine Präsenz zur Kenntnis nimmst, damit du erkennst, wie nahe Ich dir bin, damit dir einleuchtet, wie sehr Ich es möchte, dass du Meine Liebe für dich erkennst und entgegennimmst. Ich sende dir Engel, beschienene Wellen Meines Gedankens, um deine Aufmerksamkeit zu erheischen. Ich fange dich auf, sobald du fällst. Du wirst vielleicht denken, Ich hätte dich fallengelassen, jedoch habe Ich dich mitten in der Luft aufgefangen und getragen.
Falls du bei deinem Sturz umgekommen wärst, hätte Ich dich immer noch getragen. Falls du gestorben wärst, hättest du jetzt eine andere Perspektive. Wenn du lebst, befasse dich nunmehr mit einer anderen Perspektive.
Wieso nicht Mich lieben? Wieso nicht Mich um Meiner Selbst willen lieben? Ist es Liebe, die um eines Vorteils willen liebt? Liebst du Mich am einen Tag, und am nächsten nicht? Liebe Mich einfach. Liebe Mich aufrichtig. Liebe Mich, während Ich dir die Gaben gebe, die du möchtest. Liebe Mich, wenn es – für dich – danach aussieht, dass Ich über dich hinweggeschritten sei. Liebe Mich mit oder ohne Geschenke für dich. Wisse zur selben Zeit, dass Ich der Geber bin. Ich gab und gab, nicht in Wohltätigkeit, sondern in Liebe. Etwas anderes kann Ich nicht.
Was zu sein scheint, scheint bloß euch zu sein. Ihr könnt immer einen Vernachlässigungsfall zur Ausführung gebracht meinen. Geliebte, ihr könnt die Blätter auf den Bäumen sehen, oder ihr könnt sehen, wohin die Blätter gefallen sind. Ihr könnt auf jede erdenkliche Weise sehen. Tatsache ist, ihr tut das. Manchmal schnieft ihr und entsinnt euch der heruntergefallenen Blätter. Seid anderer Dinge eingedenk, Geliebte. Entsinnt euch der Liebe, und erkennt die Schätze, die Ich vor euch aufgehäuft habe. Erkennt sie jetzt, nicht in der Zukunft, sondern eben jetzt.
Es gibt einen Aspekt von Mir, der sieht nach dem Hl. Nikolaus aus, aber es gibt noch andere Aspekte an Mir. Der Nikolaus ist bloß ein Aspekt. Ich liebe tiefer als der Hl. Nikolaus. Ich gebe tiefere Geschenke. Denkt nicht, Ich hielte sie zurück. Geliebte, ihr seht nur einen Teil des Films. Es gibt Filme inwendig in euch. Springt nicht auf Schlussfolgerungen auf.
Ihr wollt gerne die eine Art Film, während Ich euch einen anderen schicke. Ihr meint, ihr seht euch einen Film an mit einem hängenden Ausgang, mit einem Höhepunkt am Ende, wann der Film abbricht, mit zahlreichen offenen Fragen, die erst beim nächsten Film beantwortet werden. Ich sende euch eine
Romanze. Ihr wolltet einen Action-Film. Ihr wolltet das Ende sehen, bevor ihr dem Anfang eine faire Chance gegeben habt. In Filmen gibt es Episoden. Ich bin der Held, Den ihr auf der Leinwand wohl nicht sehen werdet. Ihr habt zwischen den Zeilen zu lesen. Ich befinde Mich nicht dauernd auf der Leinwand. Ganz defnitiv bin Ich hinter den Szenen. Befinde Ich Mich auf der Leinwand, so seid ihr beim Anschauen von Autorennen zu sehr beschäftigt, als dass ihr Mich bemerkt.
Bemerkt Mich, Geliebte. Schaut euch nach Mir um. Schaut nach Mir im Wissen, dass Ich euch ganz nahe an Meinem Herzen bewahre. Du bist derjenige, der nach Liebe ohne jedwede sortierte Abfolge lechzt.
Liebe Mich ohne Zeichenketten. Liebe Mich. Liebe, ohne Parameter zu setzen. Gib Mir dann und wann eine Pause.
Wir schreiben gemeinsam das Skript für einen Film. Ihr schaut über Meine Schulter. Wir arbeiten zusammen. Lasst Mich euch sagen, dass Wir auf den tieferen Ebenen zusammenwirken. Nichts passiert ohne eure Gewähr. Ich weiß, so seht ihr das nicht. Ihr seht, dass ihr gewinnt oder verliert dank der Hand, die Ich euch hinreiche. Geliebte, ihr erkennt nicht dauernd, wann ihr gewinnt oder wann ihr verliert.
Über allem steht – lasst Mich nicht in eurem Gewahrsein abhanden kommen. Schreibt keine Punktzahlen an, Geliebte. Seid keine Buchprüfer.
Seid ein Empfänger von Liebe. Seid ein Empfänger Meiner Liebe. Seid ein liebreizender Empfänger. Haltet nicht derart begierig eure Hand hinaus. Nehmt schlicht zur Kenntnis, dass Ich bei euch bin und dass Ich euch in Meinen Armen halte. Spürt Meine Liebe. Meine Liebe wird euch weit bringen. Eure Liebe wird euch weit bringen. Liebt, als gäbe es nichts anderes, und ihr werdet euch näher an der Wahrheit befinden.
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AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS
Wer ist die Freude Meines Herzens? Was für ein Seinswesen habe Ich erschaffen, was nicht die Freude Meines Herzens ist? Ihr habt zu wissen, dass ihr Meine Freude seid. Ihr seht Unsere Beziehung anders. Ich mache euch zu keinem Reumütigen, der Mich um Gefälligkeiten bittet, noch auch mache Ich euch zu einem Bußfertigen für begangene oder nicht begangene Taten. Ich machte euch zu Meinem Kind mit all den Segnungen, die ein Vater Seinem Kind überreicht. Erkennt Mich als euren Vater, Geliebte, der von euch große Freude erhält, selbst dann, wenn ihr, in den Bezügen der Welt, ungehörig seid.
Ihr müsst euch nicht in einer bestimmten Weise aufführen, um euch Meine Segnungen zu verdienen. Ich halte keine Segnungen zurück. Noch mehr als das – zu euch ist es, wohin ich der Welt Meine Segnungen sende. Ihr seid ein Segen, den Ich sende, um Meine Segnungen auszureichen. Wartet ihr auf etwas? Falls dem so ist, worauf wartet ihr?
Wie segnet ihr? Ihr segnet, indem ihr erkennt, dass ihr gesegnet seid. In der Kenntnis, dass ihr gesegnet seid, wisst ihr sodann, dass es euch anliegt, Meine Segnungen mit der gesamten Welt zu teilen.
Es ist gut, den Menschen in eurem Haus zu geben. Es ist gut, den Menschen bei der Arbeit zu geben. Es ist gut, den Menschen in eurer Nachbarschaft zu geben. Es ist gut, zu geben. Gebt dem einen, und ihr gebt allen. Gebt zur gleichen Zeit allen. Gebt Jenen, die ihr mögt, und gebt Jenen, die ihr anscheinend nicht mögt. Alle Meine Kinder sind eure Brüder und Schwestern. Aus dem gleichen Himmel und der gleichen Erde ausgeboren seid ihr Meine krönende Pracht. Oh, ja, bitte, bringt Meine Pracht voran. Ich bitte euch, dies zu tun, damit ihr mit der Freude vertraut werdet.
Es ist keine größere Freude vorhanden als euer Licht, was auf jemanden leuchtet. Versteht ihr Mich?
Noch erhabener als Mein Licht auf euch ist euer Licht, was strahlt. So ist es. Habt Meine Freude. Habt all Meine Freude, sodass ihr die Sonne sein mögt, die scheint. Warum scheint die Sonne am Himmel? Das ist für Mich. Das Sonnenlicht fällt auf alle, indes ist es für Mich, dass die Sonne strahlt.
Ihr seid im Leben, um Mein Licht auszuströmen. Ihr wart niemals euretwegen auf der Erde, denn ihr seid, Geliebte, Mein Selbst. Ihr seid bestimmt nicht auf der Erde lebendig, um düstere Prophezeiungen unters Volk zu bringen. Ihr seid auf der Erde zum Leben gekommen, um an Meinen Gütern teilhaben zu lassen. Was sind Meine Güter, Geliebte, anderes als Liebe. Strömt Strahlen Meiner Liebe aus, und wie glücklich werdet ihr dann sein. Ab und an denke Ich, ihr habt es anders herum mitbekommen. Habt ihr auf Licht gewartet, was auf euch scheint? Wart ihr vielleicht ein wenig verschnupft, weil ihr nicht das erhieltet, was ihr erhofftet?
Hört mit dem Pikiertsein auf, und beginnt, all das auszureichen, was ihr zu empfangen hofftet. Für euch ist es überfällig, die Sache aus einem anderen Winkel her zu sehen.
Ich mache Mir nichts daraus, was ihr eurem Dafürhalten nach seid oder welches Fehlverhalten ihr etwa begangen habt. Ich habe keine Übeltäter. Ich habe Kinder Mein. Ihr seid ein Samen Meiner Liebe, und Ich pflanzte euch auf die Erde, um Mein Licht zu vergießen, nicht um auf es zuzupacken. Wann ihr Mein Licht seht, nehmt es entgegen und reicht es jemandem weiter, der dem Anschein nach der Auffassung ist, er sei bar Meiner Liebe.
Einstmals wart ihr so. Jetzt wisst ihr es aber besser. Nun wisst ihr, ihr seid ein Ewiger Geber Meines Lichts. Gebt es also, Geliebte. Scheint es, wohin bereits Licht ist, und scheint es dorthin, wo es dunkel ist.
Betätigt euch nicht in Unterscheidungen, was das anbelangt, wo ihr euer Licht zuteil werden lasst. Scheint Mein Licht inmitten Meines Lichts. Scheint Mein Licht in vermeintlicher Dunkelheit. Seht euch weder nach dem vollkommenen Ort noch nach der vollkommenen Zeit um, denn der Ort ist dort, wo ihr jetzt soeben steht, und der Zeitpunkt ist jetzt soeben. Auf die Plätze, fertig, los.
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EIN AMLASS FÜR LIEBE
Ist das nicht schön, gewahr zu sein, dass Ich der Empfänger deiner Liebe bin? Einerlei, wohin du deine Liebe sendest, Ich greife sie auf. Es ist Meine Liebe, die Ich von dir erfasse. Meine Liebe findet den Weg zurück zu Mir. Alles ist Meine Liebe, und alles kehrt zu Mir zurück. Obschon Meine Liebe niemals weg war, ist sie am Zurückkehren. Alle Meine Liebe, die Ich dir gebe. Und alle Meine Liebe, die Ich für dich vorhalte, und alle Meine Liebe, die du zu Mir abschickst. Das ist immer so gewesen.
Du bist der UPS-Auslieferer Meiner Liebe. Der Unterschied ist – ein UPS-Angestellter hat eine Zeit, wann er alle Pakete, die sich in seinem Lastwagen befinden, schließlich ausgeliefert hat. Nicht ihr, Geliebte. Nicht ihr. Ihr kommt niemals zu Ende. Ihr seid außerstande, den Lastwagen eures Herzens von all der Liebe, die darin ist, leerzuräumen.
Ihr drückt vielleicht die Liebe in eurem Herzen zusammen und haltet sie zurück. Falls dies eure Schlacht darstellt, könnt ihr niemals gewinnen. Ungenutzte Liebe ist eingelagerte Liebe, und Unsere Liebe ist in deinem Herzen gelagert. Ungeachtet wie schrumpelig deine Liebe ist, ungeachtet wie unterdrückt, ungeachtet wie fest die Zusammenstellung der Lippen deines Herzens, Liebe hat leer zu machen und sich überall auf dem Feld des Lebens auszusäen.
Säe Deine Liebe direkt zu Mir, und Meine Liebe, die in deinem Herzen verwahrt ist, wird herausbersten. Der Damm wird aufgehen. Du wirst auf eine Ölquelle gestoßen sein! Ein schrumpeliges Herz der Liebe wird zu einem bemerkenswerten Fund werden. Liebe ist entdeckt worden, und sie ist in einer Insel deines Herzens entdeckt worden.
Vielleicht ist dein Herz wie ein Eisberg gewesen. Sofern das so ist, bricht jener Eisberg auseinander. Er schmilzt in den Ozean der Liebe, welcher Ich BIN, hinein. Herzen können nicht lange Zeit gefroren bleiben. Liebe möchte aus dem Gefängnis ausbrechen. Lasst sie jetzt gehen. Lasst eine Flut der Liebe aus eurem Herzen hervor brechen. Lasst sie tosen. Kommt voran mit ihr. Ihr habt Liebe, zu geben.
Gebt der eingelagerten Liebe in eurem Herzen ihr Debüt. Öffnet die Tore. Liebe ist lang genug zurückgehalten worden.
Vielleicht bist du der Auffassung, es habe für Liebe keinen Anlass gegeben. In diesem Falle, schaffe einen Anlass. Ah, ja, heute ist die Gelegenheit. Verstreue deine Liebe arglos. Wie glücklich sie sein wird, freigesetzt zu sein.
Hast du deine Liebe vielleicht hinter Gitter gebracht und dich selber bei ihr zu einem Gefängniswärter eingesetzt? Setze ihr die Strafe aus. Du hast deiner Liebe anhand von Regeln, die du dir aus deinem eigenen begrenzten Verständnis von Liebe ausgedacht hast, keinen Freigang gewährt. Du riegeltest deine Liebe ein. Du sagtest ihr, sich zu setzen. Du verordnetest ihr Einzelhaft. Du gabst ihr nicht einmal Brot und Wasser. Du hießt die Liebe in deinem Herzen weit unten zu liegen. Du machtest sie zu einem Wachhund und hießt sie, zu sitzen. Demzufolge liegt sie in deinem Herzen in Lauerstellung. Du warfst ihre Schlüssel weg, und wartetest auf jemanden, der mit einem Schlüssel zu deinem Herzen eintreffen wird. Ihr seid der Schlüsselmeister, Geliebte. Es gibt niemand sonst, der diese euch zugedachte Aufgabe für euch verrichten kann.
Ihr wartet für nichts.
Geliebte, just in diesem Augenblick, ölt die Scharniere eures Herzens. Hängt die Türen aus. Lasst eure Liebe los. Ihr seid Mose, und ihr seid der Pharao. Du bist Mose, der den Pharao deines Herzens bittet: „Lasse Meine Liebe gehen.“ Zermürbe den Pharao deines Herzens, und er wird darauf eingehen: „Lasse deine Liebe frei.“
Keinesfalls vierzig Jahre Umherwandern für dein Herz. Dein Herz beginnt jetzt, sich zu bewegen. Es schaut nach dem Heiligen Land. Es sieht zu, dorthin zurückzukehren, wo es begann. Kommt, Ich nehme eure Liebe entgegen, die soeben auf der einen oder anderen Route zu Mir auf dem Weg ist.
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EIN KOMET DER LIEBE
Ihr seid vierzig Jahre lang in einer Wüste der Liebe herumgewandert. Ihr dachtet, ihr wärt in einer Wüste. Sie war die Preisgabe eures eigenen Herzens. Ihr konntet nicht sehen, dass ihr euch in einer Oase Meiner Liebe befandet. Alles wächst in Meiner Liebe. Ihr wachst in Meiner Liebe. Das ist gut zu wissen. Eben jetzt in dem Augenblick wachst ihr in Meiner Liebe. Falls es eine Wüste gibt, die zu sehen ist, so deswegen, weil ihr nicht alle Setzlinge der Liebe, die Ich euch gab und die Ich euch jetzt gebe, einpflanztet.
Kommt aus der Wüstenmentalität heraus. Rettet euer Herz vor der Dürre. Lasst es im Sonnenschein Meines Herzens aufblühen. Mein Herz leuchtet im Sonnenschein seiner eigenen Ausstrahlung, und in
Meinem Herzen regnet es Sturzbäche an Liebe. Ich gebe euch allen Tau Meines Herzens. Ich gebe euch Meine Strahlung. Ich gebe euch einen guten Anfang. Und jetzt, Geliebte, bringt freundlicherweise das zuende, was Ich begonnen habe. Der Motor ist an. Springt rein. Macht mit Mir eine Spritztour um den Block. Wenn ihr einmal auf Meinen Wagen aufgesprungen seid, werdet ihr nicht mehr in der Lage sein runterzukommen. Nicht dass ihr das je tun wolltet, allerdings, ihr wisst darum – alte Gewohnheiten der Nicht-Liebe sterben nicht leicht. Ihr mögt an ein ausgedörrtes Herz gewöhnt sein und euch nach der Abkapselung zurücksehnen, auf der ihr gewöhnlich euer Herz wie auf einem harten Kissen zur Ruhe legtet.
Nun lege Ich ein Kissen unter euer Herz der Liebe. Ich mache es eurem Herzen bequem. Es kann sich entspannen. Es kann zur Kenntnis nehmen, dass es nichts aufgibt, sobald es Liebe ausreicht. Eine Vogelmutter gibt nichts auf, wenn sie ihrem Vogelkind das Frühstück reicht. Sie wäre unglücklich, wenn sie ihr Kind nicht fütterte.
Lasst die Liebe in eurem Herzen euer Vogelkind sein. Nährt sie. Stellt sie heraus. Wie schön ist sie doch. Was für eine Gabe stellt das Vogelkind eures Herzens doch dar. Und nun nehmt ihr die Liebe in eurem Herzen aus ihrem Nest und lehrt sie fliegen. Sagt:
„Fliege fort, Vogel der Liebe meines Herzens. Fliege fort zu unerforschten Gebieten. Du wirst deinen Weg zu Gott finden. Der Dunst deiner Liebe steigt unmittelbar zu Gottes Herz empor, woher sie kam. Liebe kehrt zu ihrem Vater oder ihrer Mutter zurück. Liebe kommt zurück. Liebe geht immer und immer wieder nieder. Fliege fort, Vogel der Liebe. Fliege fort, Schmetterling Meines Herzens.“
Und hernach fliegt der Vogel der Liebe fort, und doch sitzt der Vogel der Liebe zur selben Zeit auf deiner Schulter. Er fliegt ab, und er bleibt. Liebe breitet ihre Flügel aus, und du bist glücklich. „Hier lang, Glück“, sagst du.
Die Strecke der Liebe ist eine Herzensweise. Lasse dein Herz singen. Lasse dein Lied in das Vehikel Meiner Liebe hereinkommen, und Wir fahren um den Block, oder Wir fahren um die Welt, oder Wir fahren um den Mond und die Sterne und um alle Galaxien. Wir können das zu jedem Zeitpunkt der Liebe tun. Bringt den Motor der Liebe in eurem Herzen auf Touren, und ab geht es mit Uns.
Ich bin sicher, ihr möchtet mit Mir gerne eine Spritztour machen.
Fangt an, Liebe auszugeben, und ihr werdet aufgeschaukelt. Ihr werdet dahinterkommen, dass ihr eine Beförderung vom Sportwagen zum Hubschrauber zugesprochen erhieltet. Wir werden über das Land blicken. Aufrecht gehalten durch das Ausreichen eurer Liebe, werden Wir wie ein Haus in Flammen abheben. Du wirst auf den Sternen niedergehen, auf dem Mond meditieren, deine Hände in der Sonne wärmen. Du wirst durch alle Liebe schwimmen, die du ausstrahlst, und wie du doch singen wirst. Du wirst Liebe ausgeben wie eine Rakete. Wir werden eine Rakete der Liebe fliegen. Liebe wird deinen Kurs steuern. Immer, immer fliegen Wir zusammen.
Geliebte, kommt und fliegt mit Mir auf einem Kometen der Liebe. Steigt gleich ein, und ab geht es mit Uns.
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AUF DEN STRASSEN TANZEN
Das Baby-Neujahr hüpft über den Mond und landet in einem Jahr der Liebe. Glück fängt an. Wie ein Schneeteppich bedeckt Liebe die Erde, und auf diese Weise wird die Welt heilig gemacht. Tänzer tanzen, und Sänger singen. Die Welt gurgelt und summt wie ein Kleinkind im Glück.
Neues Glück tagt über der Erde, Alles ist in Geneigtheit gehalten. Ihr seid bereit. Neuer Tag, Neues Jahr, Neue Welt – sie entfalten sich. Die Ankunft ist da. Alles Warten ist vorüber. Nun ist die Zeit zum Beginnen da. Nun ist die Zeit zum Jauchzen da, denn die Welt ist erhöht.
Lasst die Band spielen. Alle Heiligen der Verwundertheit kommen heranmarschiert. Eine Neue Welt wurde entdeckt. Direkt vor Unseren Augen – sie ist hier. Anfängliches Verstummen – und dann beginnt die Freude. Sieh das Funkeln. Höre das Knacken des Alten, wie es verschwindet. Höre das Hereinpurzeln des Neuen. Hier kommt ein wundersamer Strom von Liebe. Die Erde wird in ihm gebadet. Das Universum wird in ihr herumgewirbelt wie das Band, das die Brust des Baby-Neujahrs überkreuzt.
Dies ist ein vielversprechendes Neues Jahr. Es war eine lange Zeit am Kommen. Eine neue Schwelle wurde erreicht. Wir sind auf der Höhe des Berggipfels angelangt. Die ganze Aussicht liegt vor Uns. Sie ist fantastisch. Die Welt hat sich in Liebe gekehrt, und jetzt gibt es Lichtschauer, die alles illuminieren. Dies ist ein freudiger Anlass. Liebe hat die Welt gekrönt. Jetzt hat die Welt, wie ein Eisbecher, eine Kirsche obendrauf erhalten.
Nun ist die Zeit da, eine Proklamation zu verlesen. Hier du da, he du. Ein Neues Jahr ist da. Dieses Neue Jahr geleitet in die Neue Welt hinein, die vorangekündigt wurde. Sie ist jetzt da. Bist du bereit? Komme jetzt rein. Trete vor. Gottes Licht ist frei, angefragt, wie auch frei, genommen zu werden, allesamt das eure.
Dies ist das Jahr des Glücklichseins. Der Hunger ist gestillt. Der Durst nach Liebe erfüllt. Es ist an der Zeit. Es ist für alle genug da. Gier ist von der Erde verschwunden. Es gibt keinen vermeintlichen Bedarf mehr nach ihr. Es gab niemals einen Bedarf nach ihr. Eine Fehlwahrnehmung protzte ohne Not mit der Gier. Wer hat Gier nötig, während Untereinander-Teilen Vervielfältigung hervorbringt, und während für alle mehr als genug da ist? Wer wird etwas verprassen mögen, während es eine Menge gibt und noch mehr auf dem Weg ist? Wer würde gerne Selbstsucht willkommen heißen, während alle Gesichter rosig und rund sind?
Wer zählt Grashalme, solange die Vorgärten voller Gras sind? Wer nimmt Separatismus in Betracht, solange Einssein vorherrscht und Frieden erklärt ist? Wer lechzt danach, auf einer verlassenen Insel zu sein, während rundum getanzt und auf den Straßen gelacht wird? Freude hat das Land übernommen.
Die Freude besteigt einen Schimmel und ruft alle zur Versammlung der Liebe auf. Sie steht ganz oben, diese Versammlung. Jeder nimmt daran teil. Alles ist drinnen. Es gibt kein draußen. Innen und außen sind das gleiche. Der Schimmel kommt, er reitet und reitet, und er kidnappt die Liebe und verteilt sie an alle.
Liebe wurde gerufen, und Liebe hat erwidert. Trinke deine Füllung, und fülle alle Tassen, die erhoben werden, um Toasts auf dieses glänzende Neue Jahr auszubringen. Eine Fackel der Liebe wird von Hand zu Hand gereicht, und die Erde ist mit dem Licht Gottes überzogen. Es gibt keinen Anfug von Dunkelheit. Dunkelheit täuscht nicht mehr länger vor, zu existieren. Licht ist alles, und alles ist Licht.
Alle sitzen um König Arturs runden Tisch. Alle saugen Liebe ein und sind ritterlich im Benehmen. Auf den Straßen wird getanzt. Schau, du tanzt! Schau, wie du herum und herum wirbelst. Höre dem Jubeln der Tänzer auf den Straßen zu!
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FAHRT DIE SIEBEN MEERE MIT LIEBE AB
Es ist nicht so, dass ihr euch einzunisten habt. Euer Herz ist es, was zur Ruhe kommen muss. Stillesein ist es, was Ich meine. Euer Herz ist frei, überall anzulanden. Ich sehe euer Herz gerne überall hingehen, indes kann es gleichmütiger sein. Es hat nicht hoch und nieder zu springen. Lasse dein Herz ein Rad der Liebe schlagen, was das gesamte Universum umfasst, danach wird es sich gönnen, unter weniger Aufhebens zu schlagen.
Lasse dein Herz gleichmäßig sein. Langsam, langsam. Ausgeglichen, ausgeglichen. Es braucht keine Aufgeregtheit. Aufgeregtheit ist schier momentan. Liebe aber ist eine andere Geschichte. Gesegnet sei dein Herz, was in gelassener Liebe schlägt.
Lasse deine Liebe auf dem Amboss Meiner Liebe gestimmt werden. Meine Liebe wird nicht wild. Sie geht mit einem gleichmäßigen Schellen überall hin. Höre die Hufschläge Meiner Liebe. Es ist kein Donnern. Es ist einfach ungeschönte Liebe zugegen. Klippetiti, klappetiti, ganz stetig, stetig laufen die
Hufschläge Meiner Liebe über Berg und Tal, über Wolken und Sonne, über Himmel und Sterne. Meine Liebe ist wie ein stilles Raumschiff, das anlegt und gleichwohl weiterfiegt. Möge dein Herz mit dem Schlag von Mir vertraut sein und in seiner weiten Umlaufbahn weiter entlangschlendern.
Wonnig sei eure Liebe, wie sie das Universum durchquert. Entzückend sei eure Liebe, wie sie unter Fanfarenklang abhebt und die Welt emporträgt. Eure Liebe liebt es, zu geben. Etwas anderes möchte sie nicht. Eure Liebe ist wie Honig, denn alles klebt an ihr fest und möchte mitkommen. Voller Honig ist eure Liebe, wie sie das Universum durchkreist, sich verauslagt, wie sie sich in eurem schlagenden Herzen vervielfältigt.
Geheiligt ist die Liebe, die Liebe von Meinem Herzen zu dem euren, und mithin zu jedermanns; damit richtet sich Unsere Liebe in jedem Winkel eines jeden Herzens ein. Kein Tropfen Liebe kommt abhanden. Liebe ist nicht blind. Liebe ist weitsichtig. Liebe ist eine Weltreisende. Sie trägt kein Gepäck bei sich. Sie reist leicht. Sie reist mit Lichtgeschwindigkeit, ohne einen Schlag auszulassen, ohne außer Atem zu geraten, ohne zu hetzen, ohne irgendwas, ausgenommen ihr anmutsvolles Selbst. Liebe singt und feuert sich selbst hinaus, landet überall und hat keine Kenntnis von den Einzelheiten. Liebe hält sich selbst unversehrt, während sie sich hinausschleudert. Liebe hält ihr Auge auf nichts fest. Sie ist wie Kitt, der Löcher füllt, sie ist alleinig Liebe, still, stetig und unendlich. Sie hinterlässt keinen Saum. Sie ist saumlos. Insofern als Liebe überall ist, muss das so sein.
Liebe ist treu und doch ist ihr Wanderlust zueigen. Sie möchte alles sehen. Sie möchte ihr eigenes Abheben zu Gesicht bekommen, selbst während sie sicher in deinem Herzen verbleibt. Liebe schaut gerne in den Spiegel und sieht sich, wie sie sich zu Allen hinunter beugt und Alle in ihr Kielwasser nimmt. Möchtest du nicht gerne die Sieben Meere mit Liebe abfahren?
In deinem Herzen befindet sich eine Lampe der Liebe. Schalte deren Fernlichter an und stürze dich auf die Karte der Liebe. Wie liebreich ist die Liebe, sie, die überall alles von sich hat, die weder einen Quadratmeter noch eine Spur übersieht, die immerzu fließende, überfließende Liebe scheint, die mit goldenem Licht erfüllte Liebe, die ihre Vorderlichter überallhin leuchtet.
Wenn Ich gestützt auf eure Liebe ein Lotterielos kaufe, muss es so sein, dass Ich das Gewinnlos habe.
Kann es anders sein? Was Ich sage, tritt ein, und Ich sage, ihr seid Liebe, keine stürmische Liebe, sondern Liebe, an der Alles und Jeder hängt. Lasst eure Liebe von den Sparren herunterhängen und in euer Herz eintreten. Als Erben eurer Liebe wird niemand mehr je einsam sein. Kein Herz wird schmerzen. Kein Herz wird ohne eure Liebe sein. Eure Liebe wird sich in jedem Herzen verankern. Eure Liebe wird ein Piratenschiff sein. Ihr werdet es einholen und Eingang gewährt bekommen bei jedem Schiff, was auf See ist. Ihr werdet Liebe als eure Signatur hinterlassen. Ihr werdet eure Liebe gut machen. Ihr werdet ein Piratenschiff sein, was Liebe in seinem Kielwasser hinterlässt. Möchtet ihr das nicht gerne sein – ein Pirat, der den Spieß umdreht, insofern als er große Schätze verteilt?
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DER REICHTUM DER LIEBE
Ihr lechzt nach Besitztümern, dabei habe Ich euch den Himmel und einen weiten Horizont gegeben. Ich habe euch die Erde und die Sterne, eine gleißende Sonne und einen weißen Mond gegeben. Ich habe euch Gras, Blumen und Lehm und Sand ausgehändigt. Ich habe euch Meere, Strände, Steine und Felsen und heiß und kalt gegeben. Ich habe euch allerhand Nahrung gegeben, um sie zu essen oder auszuspucken. Ich habe euch Augen zum Sehen, Ohren zum Hören und einen Mund, mit dem ihr küssen könnt, gegeben. Geliebte, was habe Ich bei der Schöpfung ausgelassen, die Ich euch überreichte? Ich sandte Meine Liebe aus, wie es ein Fischer tut, der seine Netze auswirft. Es ist so: Der Ozean Meiner Liebe kleckert auf sich selbst über. Es ist die Liebe, die auf der begrenzenden offenen See vor Fülle strotzt. Seht zu, wie sie anprallt und wieder zurückfedert. Das tut Liebe.
Natürlich übergab Ich euch der Schöpfung ebenfalls. Ich sagte euch, euch zu vermehren. Vermehrt alles, Geliebte. Vermehrt insbesondere die Liebe. Hinterlasst es dort, wo ihr wart, besser, als ihr es angetroffen habt, reicher und schöner, als ihr es aufgefunden habt. Stockt die Geschenke auf, mit denen Ich euch umgeben habe. Rempelt jene immer und immer wieder um. Bringt die Liebe zum Wanken, sodass sie wie Nebel vom Ozean aufsteigt und sich für euch, damit ihr sie euch anseht, auf den Bergspitzen niederlässt.
Ich sage euch wie Vermehren geht. Zunächst habt ihr die Vorstellung des Vielen. Ihr spürt die Fülle. Und dann tritt sie in Erscheinung. Es ist nicht so, dass ihr auf Mich zu warten habt, bis Ich euch die Multiplikationstabellen zukommen lasse. Ich sandte euch, das Multiplizieren auszurichten. Es ist sehr einfach. Es ist schlicht eine Idee von mehr und mehr. Was ihr erstrebt, wird erscheinen. Erstrebt in aller Leichtigkeit, und seht, wie sich alles, was ihr erstrebt, vermehrt. Vermehren ist wie Seifenblasen blasen. Möchtet ihr das nicht gerne? Entsinnt ihr euch, wie das geht und aussieht?
Lasst eure Gedanken wie Blätter von einem Baum auf den Boden fallen. Denkt eure Gedanken leicht, ganz leicht. Ihr müsst daran nicht arbeiten. Ein Gedanke folgt dem nächsten, genauso wie ein Fuß dem anderen folgt, und ihr werdet euch in Bewegung gesetzt finden, wohin eure Zehen weisen.
Deine Gedanken folgen einer großen Schwungkraft. Der Schwung ist eine Energie, die nicht aufhören möchte. Sobald du einmal die Schwungkraft der Liebe in Gang gesetzt hast, kannst du sie nicht anhalten. Sie geht sich selbst hinterher und wallt nach vorne, sie erzeugt währenddessen mehr von sich selbst. Mache dir einen jeden Anlass zunutze, zu lieben.
Falls du auf Geld Verdienen ausgerichtet bist, dann verdiene Geld in Gesellschaft mit Liebe. Verdiene
Geld und verteile Liebe entlang des Wegs. Liebe und Geld sind kompatibel. Jemand mag ja gesagt haben, sie seien es nicht. Sei zuvorkommend und in die Ferne sehend und gib Liebe zuerst. Es wird eine Spur des Geldes erkenntlich bleiben. Und falls das nicht der Fall ist, hattest du nichtsdestotrotz die Reichhaltigkeit der Liebe inne gehabt. Geliebte, seid nicht ohne Liebe, insbesondere insofern nicht, wann ihr alles, das Geben und das Empfangen, von ihr haben könnt. Liebe ist der Motor, der das Auto des Lebens zum Fahren bringt. Gebt eure Liebe, so wie die Sterne ihr Licht verstrahlen.
Gebt Liebe ohne zu zögern. Gebt Geld ohne zu zögern. Gebt Freude ohne zu zögern. Gebt alles ohne Verzug. Auf diesem Weg erntet ihr Liebe, Liebe über Liebe, Liebe, von der noch nicht geträumt, Liebe, nach der keine Suche auf den Weg gebracht wurde, indes Liebe, die den Anspruch erhebt, sich euch darzureichen, Liebe, die die Tore in eurem Herzen niederreißt, Liebe, die euren Blutstrom und das Umfeld der Welt überflutet.
Welchen Beruf du auch hast, dir ist eine Karriere im Liebe-Geben ausgewiesen – im Geben von erwarteter wie unerwarteter Liebe. Liebe ist nicht knickerig. Liebe ist großherzig. Liebe bietet sich selbst so herzlich, derart wohltuend, derart freigiebig dar. Generöse Liebe wird aus dem Herzen heraus generiert. Sie sprengt davon. Sie hinterlässt überall ihren Staub. Liebe tritt sich selbst auf die Füße, klicketi-klapp, klicketi-klapp, sie macht sich in alle Richtungen auf, und doch, die einzige Richtung, in die zu gehen ist, ist die Richtung der Liebe.
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WENN DEIN HERZ VOLLER LIEBE IST
Das Leben, Geliebte, braucht keine Vorbereitungen. Es ist nicht dafür bestimmt, eine Arbeit zu sein. Auch ist Kochen nicht angelegt, eine Arbeit zu sein. Vom Einkaufen bis zum Saubermachen – Kochen ist angelegt, auf ganz leichte Weise Liebe auszureichen. Du weißt bereits, dass Kochen und alles Sonstige mit Liebe ganz leicht sind. Wow, was für eine Energie, die die Liebe euch zukommen lässt. Geliebte, ihr könntet für die ganze Welt kochen, sobald eure Liebe auf An steht.
Was ist denn schwer, sobald die Liebe euer Herz erfüllt?
Was ist denn beim Mond so schwer, wie er die Gezeiten heranzieht?
Was ist am Lernen schwer, während du es gerne hast und Lernen dein Herz erfüllt?
Nichts ist mit Liebe schwer. Was auch immer Liebe zum Ausdruck zu bringen schwer macht, ist nicht Liebe. Es ist etwas Sonstiges, was Liebe blockiert. Liebe würde nichts blockieren. Liebe möchte zu allem hineilen.
Sobald dein Herz voller Liebe ist, nimmt Enttäuschung die Liebe nicht fort. Die Liebe ist ihre eigene Kraft. Die Liebe ist bereits damit vertraut, dass sie nicht von äußeren Faktoren abhängig ist. Liebe ist ihr eigener König und ihr eigener Bediensteter. Liebe weiß, wie unter gewissen Umständen und ohne gewisse Umstände zu lieben geht. Liebe ist ihr eigener Kommandeur und ihr eigener Soldat, indes erteilt Liebe in Wirklichkeit keine Befehle. Liebe zerbirst schlicht ihre Grenzen und läuft überallhin. Liebe ist wie eine Rakete, eine Rakete mit einer Vielzahl von Zielen.
Jedermann ist das Liebe-Ziel. Liebe ist im Begriff, überall Barrikaden umzustoßen. Liebe möchte dorthin gehen, wo Liebe nicht ist, und Liebe möchte dorthin gehen, wo Liebe ist. Liebe hat ihre eigene Tagesordnung und ist nicht von der Agenda Anderer abhängig. Liebe nimmt ihren Weg, der heißt, überallhin zu gehen. Liebe ist nicht kleinlich. Liebe ist das Gegenteil von pingelig. Liebe möchte alles lieben, was sie sieht, denn Liebe liebt ganz einfach. Liebe hat kein Objekt nötig, um zu lieben. Wie die Sonne ist die Liebe vielstrahlig. Die Liebe wird Einbahnstraßen entlanggehen. Liebe sorgt sich nicht. Ob sie nun erwidert oder nicht erwidert wird, Liebe liebt. Für die Liebe ist etwas weder zu groß noch zu klein, um ihm zu folgen oder um ihm nachzusteigen oder um es einzuholen. Liebe begibt sich in keine Rennen, denn sie gewinnt immer. Sie rührt alles in ihrem Gefolge an.
Alles fällt vor der Liebe. Weizen- und Gerstengarben fallen vor der Liebe. Nichts ist zu kurz oder zu lang, um nicht vor der Liebe zu fallen. Liebe langt bei geschliffenen Grassicheln an und striegelt sie sozusagen. Liebe hat es auf den Beschuhten wie auf den Schuhlosen abgesehen. Liebe sieht sich nach Gelegenheiten um, um niederzugehen, und sie sieht überall Chancen dafür. Liebe duelliert sich nicht. Sie bezwingt schlicht alles in ihrem Wirbelstrom.
Lasse die Liebe dich bezwingen, und du wirst der Gewinner. Du wirst mit Liebe bewehrt werden. Nichts kann ihr widerstehen. Alles kann schier zu ihr hin gehen.
Nichts kommt der Liebe in den Weg. Nichts gewinnt die Oberhand über sie. Es gibt keine einzige Sache, die besser zu erlangen ist als Liebe. Liebe trocknet nicht ein. Liebe, die aus deinem Herzen ausquartiert worden war, trägt zu einem schwachen Herzen bei, allerdings kann ein schwaches Herz ein starkes werden. Lasse die Liebe dein Herz unter Druck setzen. Lasse die Liebe das sein, was du in der Hinterhand hast. Lasse die Liebe die Luft sein, die du atmest. Werde mit Liebe aufgepumpt. Sie wird bei dir nie zur Neige gehen, genauso wenig wird es Orte geben, wo zu viel Liebe ist. Der Liebe wird mit einem Willkommen entgegen gegangen. Du kannst nicht zu viel bekommen.
Aber zu wenig kannst du bekommen. Du hast in deinem Leben zu wenig Liebe bekommen. Lasst uns nun dein Herz abstützen und es wieder stark machen, um einen Tank voller Liebe ein- und auszuatmen. Liebe ist in Meinem Herzen gelagert, obschon Ich sie niemals dort festhalte. Deine Liebe kommt unmittelbar von Meinem Herzen. Ich gebe sie dir. Ich mache Mir nichts draus, ob du sie ausgegeben hast oder nicht, denn Ich werde dir ohnehin weitere geben. Ich gebe dir alle Liebe in der Welt, um mit ihr zu machen, was du möchtest. Was wirst du mit ihr anstellen?
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SCHÖPFERISCHE MACHT
Was kümmerst du dich darum, was Andere denken, während du Meine Sicht kennst und sie dir zueigen machst? Sehen Wir, du und Ich, nicht gleich? Und, falls du nicht so weit siehst wie Ich, möchtest du nicht genau das gleiche sehen? Möchtest du nicht gerne die Welt und einen Jeden in ihr so sehen, wie Ich es tue? Ich weiß, du möchtest lieben und Liebe sein und nichts anderes als Liebe sein. Ihr würdet alldas sein, was ihr erstrebt, Geliebte, falls ihr bloß von der Illusion fortkämt. Die Illusion sucht euch heim. Sie sagt euch unrichtige Dinge, die zu der Zeit logisch zu sein scheinen.
Ein Gott irgendwo redet zu euch, dass ihr Sein Traum seid, und dennoch seht ihr euch mit
Unvollkommenheit vernietet. Ihr stellt Meine Realität in Frage. Machte Ich, Gott, euch in Meinem Bilde, oder machte Ich euch nicht in Meinem Bilde? Ihr wundert euch über Mein Augenlicht. War Ich, Gott,
verblendet im Gedanken, Ich würde euch in Meinem Bild erschaffen, währenddessen die Schöpfungsmaschinerie inakkurat in Ansatz gebracht wurde? War Ich unachtsam? Schaute Ich irgendwoanders hin? Vergaß Ich etwas? Du akzeptierst, dass es Einen Gott und eine riesige Anzahl Erschaffener Seinswesen gibt, von denen, in deinen Augen, nicht eines vollkommen ist, zum allerwenigsten du mit all deinen Gepflogenheiten und deinem Straucheln. Wie können du und Ich derart unterschiedlich sehen, und du wunderst dich, was so Wundervolles an der Masse der erschaffenen Menschenwesen sei. Ist Gott Selbst, fragst du, unvollkommen? Ist Er blind, und nicht alles-sehend? Hatte Gott Fehler begangen, fragst du mit dem Herzen, was in deiner Kehle steckenblieb.
Wie entsetzlich ist es für euch zu denken, dass ein vollkommener Gott unvollkommene Seinswesen gemacht hat. Um wie viel schlimmer ist es, zu befürchten, dass ein unvollkommener Gott Menschenwesen ganz korrekt nach Seinem Ebenbild gemacht hat.
Lasst Mich euch fragen, lasst Mich Jene fragen, die sich wundern: Habe Ich, Gott, einen unvollkommenen Himmel erschaffen? Wie steht es mit der Sonne, dem Mond und den Sternen? Mit den Meeren? Welche Unvollkommenheit seht ihr dort etwa? Was Ich in Schönheit erschuf, konnte nicht durch einen unvollkommenen Gott geschaffen sein. Wie steht es mit den Blumen? Wer sonst außer Mir hätte den Entwurf derartiger Farben und Formen, Gerüche und einer derartigen Schönheit ausgedacht haben können? Und Jahreszeiten, Wüsten und Oasen? Und all die Vielfalt der Tiere, der wilden und der gezähmten?
Wer sonst könnte kreative Menschenwesen erschaffen haben außer ein Gott der Liebe?
Menschenwesen können hohe Gebäude und sich in Bewegung setzende Wagen, Busse, Züge und Flugzeuge, die fliegen können, schaffen. Wie steht es um Kunst und Musik? Wer außer Gott hätte Menschenwesen erschaffen können, die allerhand Dinge zu schaffen vermögen, um die Empfindungen anderer Menschenwesen zu erhöhen?
Es gibt unendliche Möglichkeiten und Objekte, die die Menschenwesen noch nicht erschaffen haben. Unendlich, unbegrenzt sind die Herzen und der Geist des Menschen.
Zollt Meiner Schöpfung Anerkennung, und zollt Mir nicht als Letztem Anerkennung dafür, euch geschaffen zu haben. Ihr könnt euch heute zu großen Höhen erheben. Ihr könnt Liebe geben, die sich noch keiner vorstellte. Ihr könnt bis zu einer Höhe lieben, von der ihr bislang noch nicht geträumt habt. Ihr könnt aus den selbst festgesetzten Beschränkungen ausbrechen. Vergesst eure angenommene Unvollkommenheit. Holt die schöpferische Macht näher heran, die die Meine und die die eure ist.
Schafft eine neue Wahrnehmung von euch selbst. Erschafft das, was ihr euch zuvor einbildetet, ihr könntet es niemals erschaffen. Vielleicht habt ihr euch sogar das vorgestellt, was kein sterblicher Mensch je zu erschaffen vermag. Jemand wird es erschaffen, Geliebte. Jemand wird es tun.
Ihr und Ich sehen anders, Geliebte. Ich sehe, dass ihr es, insofern ihr daran zu denken vermögt, zu erschaffen vermögt. Ihr seid sogar imstande, Terror und etwas, was ihr niemals wolltet, zu schaffen. Nunmehr sage Ich euch, dass ihr die gleiche Einbildungskraft einsetzen könnt, um das, was ihr möchtet, und um das, was die Welt, in der ihr lebt, ebenfalls möchte, zu erschaffen. Es gibt nichts, was ihr nicht erschaffen könnt. Ihr könnt Friede und Liebe und Freude schaffen. Ich kann Mir nicht vorstellen, was euch zurückhalten sollte, während ihr das Licht der Welt in euren Händen haltet.
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SPRICH JETZT ZU DEINEM HERZEN
Habe Vertrauen auf Meine Liebe. Wisse, sie existiert, und wisse, dass du sie hast. Das wird für dich in der Welt insgesamt den Unterschied erbringen. Ich trage dich in Meinen Armen. Ich bin dein Trost. Bitte nicht um einen Nachweis. Bitte darum, Liebe zu geben. Durch dieses schlichte Bitten wird sich das Kaleidoskop deines Lebens verwandeln. Das stellt eine Gewissheit dar.
Sage zu deinem Herzen:
„Gib Liebe. Gib alle Liebe, die du geben möchtest. Ich gebe dir ein Laissez-faire. Stehe dafür ein, Herze mein. Gib rechts wie links Liebe. Sieh, wie weit wir gehen können. Gott sagt, für dich gibt es keinen Schlusspunkt. Er sagt, die Liebe, die du innehältst, ist Seine Liebe. Er sagt, Seiner Liebe kommen keine Grenzen zu, und infolgedessen gibt es keine Beschränkungen, wie weit du dich selbst ausgeben kannst.
Herze mein, gib auch mir etliche Liebe, während du zugegen bist. Ich brauche mehr von deiner Liebe. Ich muss dich gebeten haben, Liebe von mir abzuhalten, denn ich habe mich nicht genug selbst geliebt und mitunter insgesamt nicht viel. Gehorche keinen Anordnungen mehr, die ich dir gegeben habe. Verehre mich. Liebe mich aus jeder Richtung.
Ich möchte auch meinen Geist bitten, gut von mir zu denken. Mein cleverer Geist war rasch dabei, mich in den Müll zu werfen. Allzuoft hat mein Geist mich als eines gesehen, auf das nicht mit Gunst gesehen wurde. Er hat Steine auf mich geworfen. Er hat mir nichts zu essen gegeben. Er hat Katz und Maus mit mir gespielt.
Jetzt verkündige ich, liebes Herz, dass du über meinen Geist die Vorherrschaft erhältst, und du wirst mich immerfort lieben, dessen unbesehen, was mir mein irrender Geist ansagt. Er soll dich nicht mehr länger kontrollieren. Lache über meinen Geist, wenn er dir sagt, dass ich nichts sei. Rage für mich heraus. Trage dick Liebe auf mich auf, einerlei ob ich nun lachhaft oder weise bin. Trage dick Liebe auf mich auf, damit ich mich stets entsinne, dass ich Liebe bin, die geliebt wird. Halte mich in deiner Liebe, und lasse mich niemals los.“
So gilt es, mit deinem Herzen und mit dir zu reden. Kein weiteres pingeliges Fehlerauffinden mehr. Sofern du für Mich gut genug bist, dann akzeptiere es, dass du für dich gut genug bist. Ziehe dich anders auf, als du es getan hast. Dein Job lautet, Gunst und nicht mehr Missfallen aufzufinden. Der Stiefelternteil in dir hat das Fehlerfinden zur Priorität erhoben, und jetzt kommst du ohne das aus.
Du bist auf einem falschen Kurs gesegelt, und zurzeit berichtigst du dich. Ich setze deine Bestimmung. Ich stelle sie auf Liebe ein. Die Bugrillen des Schiffs, auf dem du fährst, weisen auf Liebe, und die Vergangenheit ist vergessen. Jetzt liebst du dich selbst. So lautet Meine Anweisung. Liebe dich selbst. Verleugne dich nicht mehr länger. Liebe dich immerzu.
Diese eine Sache wird in deinem Leben einen solchen Unterschied ausmachen. Sobald du dich selbst liebst, wird es für dich ein Leichtes sein, in einem Bus aufzustehen und einem Anderen deinen Sitz zu überlassen. Es wird leicht für dich sein, jemanden vor dich zu lassen, weil du, indem du dich selbst mehr liebst, Andere mehr lieben wirst. Du wirst dir eine Freundlichkeit erweisen, und du wirst Anderen eine Freundlichkeit erweisen.
Je mehr du dich selbst liebst, desto mehr liebst du. Du bist reich an Liebe, und Ich bitte dich, deinen Reichtum einzusetzen. Biete deine Liebe überall auf, und das bedeutet, du gibst sie dir und Anderen großherzig. Ist es Liebe, die unfreigiebig sein kann? Nein, Liebe kann nicht unfreigiebig sein. So ist Liebe. Liebe ist generös, anderenfalls ist sie nicht Liebe. Liebe ist mit dem Lieben allzu beschäftigt, als dass sie durch mindere Einzelheiten abgelenkt werden könnte. Geliebte, macht die Liebe zu eurem Leben. Beginnt jetzt damit.
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ZU GOTT FLIEGEN
Der Mond ist. Die Sonne ist. Ich BIN. Du BIST.
Schandflecke der einen oder anderen Art scheinen zu kommen und zu gehen, und dennoch ist der Mond, ist die Sonne, BIN Ich und BIST du. Was, Geliebte, lässt euch um euch schlagen?
Die Ozeanwellen mögen ja heftig sein, und dennoch ist der darunter liegende Ozean still. Wellen sind Wellen. Ozean ist Ozean. Oberfläche ist Oberfläche, und Tiefen sind tief.
Der Ozean der Liebe hält dich flott. Es gibt nichts, vor dem Angst zu haben ist. Musst du deine Ängste behalten? Musst du dich an ihnen fest halten?
Was ist da, um sich davor zu fürchten, Geliebte? Ängste sind nicht euer ganzes Leben. Ihr habt die Angst bei so zahlreichen Dingen eingeklinkt. Eure Liste möglicher Ängste ist enorm. Sie alle laufen auf Angst vor dem Leben hinaus. Ihr meint, ihr habt vor dem Tod, der Krankheit, dem Verlust und der Erniedrigung Angst, während es die ganze Zeit das Leben ist, was ihr fürchtet. Ihr mögt die Kehren und Wenden im Leben nicht, was für eine Wahl habt ihr indes, Geliebte? Es ist nicht so sehr, dass ihr den Lebensverlust ebenso stark fürchtet, wie ihr den Verlauf des Lebens fürchtet. Du bist auf der Erde lebendig, du, ein Kind Gottes, und dennoch siehst du dich als eine Art Beute oder Opfer für das Leben, so als wäre jenes eine Peinigung und als seist du auf Gedeih und Verderb von Peinigung abhängig. Du, der du unverwundbar bist, fühlst dich verwundbar, und infolgedessen fürchtest du Ungewissheit.
Du möchtest bei allem Gewissheit. Du möchtest das Sagen bei ihm.
Geliebte, ihr hattet bereits genug Schwierigkeiten beim Treffen von Entscheidungen. Möchtet ihr wirklich über den Tag entscheiden, an dem ihr euren Körper hinter euch lasst? Möchtet ihr wirklich alles beherrschen, was euer Leben betrifft? Geliebte, regiert eure Furcht. Habt sie nicht. Sie ist nicht von Wert. Euer Leben ist wertvoll.
Die Unumgänglichkeit lautet, dass ihr Mir euch in Voller Bewusstheit anschließt. Die Vorkommnisse, das Geben und Nehmen, während ihr euch auf eurem Weg zu Mir befindet, sind im Vergleich zu der Ankunft eurer vollen Bewusstheit von kleinerer Statur. Ihr fürchtet das Zeitweilige, währenddessen ihr alle gänzlich in der Beständigkeit Meiner Liebe, Unserer Liebe, geschmückt seid. Alles, was euch so über alle Maßen bedeutsam zu sein scheint, wird neben dem Ewigen von euch schal. Jedoch sieht es danach aus, dass ihr euer gesamtes Geld auf dem Zeitweiligen festlegt. Ihr vermögt nicht den Ewigkeits-Aspekt von euch zu verwandeln, und doch erweist ihr der Zeitweiligkeit, an der ihr seht, wie sie euch im Stich lässt, eure Verbundenheit. Die Schritte eures Lebens, darunter die unpassenden, bewegen euch Zentimeter um Zentimeter weiter oder sie schaukeln euch weiter hoch. Ihr seid eine Rakete, die soeben abhebt, und das Leben, so wie es sich euch darlegt, befeuert euren Flug.
Seht die Erde als eine Raumstation, Geliebte, oder gar als eine Bushaltestelle. Ihr bleibt dort nicht für länger. In der unwahren Messung der Zeit bleibt ihr bloß eine halbe Stunde oder ein oder zwei Minuten dort. Ihr habt ein Raumschiff oder einen Bus zu bekommen, und bald genug werdet ihr euch auf eurem Weg befinden. Lasst einen Halt, der nicht nach eurem Geschmack ist, nicht derart stark eure
Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen. Lasst es nicht zu, dass er euch von eurem Anstieg zu neuer Höhe abhält. Ihr steigt jetzt empor. Selbst Unebenheiten bringen euch zum Emporsteigen.
Ihr hebt jetzt zum Himmel ab. Ihr befindet euch auf eurer Reise. Seht die Aussichten entlang des Wegs. Es sind bloß Aussichten. Vorüberziehende Aussichten. Ihr habt ein großes Ziel im Sinn, und nichts kann euch aufhalten. Euer Kurs ist festgelegt worden.
Ihr werdet durch gute und armselige Nachbarschaften kommen. Ihr werdet allerhand Dinge sehen. Ihr werdet Missstände sehen, desgleichen Schönheit. Und während alledem fliegt ihr zu Mir
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DIE PRACHT, DIE DU BIST
Mir die Allerhöchste Ehre! Ihr wart lange Zeit auf der Suche nach dem Höchsten, unterdessen du es bist, der die ganze Zeit die Herrlichkeit ist! Dein ist die Ehre für immer.
Wenn du doch bloß ein bisschen von der Pracht, die du bist, anerkenntest und entgegennähmest … Wenn du doch gar einen kurzen Eindruck, schier eine Ahnung davon hättest, wie Pracht-erfüllt du bist – wie glücklich wärest du dann. Die Gesamtheit der Welt ruht in deinem Handinneren, und doch hältst du die Hand heraus und bettelst um zwei Pfennige Frieden in deinem Leben.
Du möchtest Mich, du möchtest Liebe, und ein anderer Name dafür, was du möchtest, ist Friede. Wie du doch in deinem eigenen Heim und auf dem Marktplatz nach Friede lechzt. Denke eine Welt, in der Friede herrscht. Denke an dein Zuhause ohne einen Flecken Reiberei. Indes erhebt sich die Existenz des Nicht-Friedens nicht aus der Welt oder aus deinem Zuhause. Nicht-Friede wie auch Friede erheben sich aus deinem Herzen. Friede oder Mangel an Friede existieren in deinem Herzen. Du weißt – so ist es. Da drinnen ist ein zitternder Feind. Er ist es kaum wert, dass du deine Zeit mit ihm verwendest, und doch bückst du dich im Laufe des Tags mehrmals zu ihm hinunter. Er hat einen anderen Namen, dieser Übeltäter, und sein anderer Name heißt Angst. Er ist im Grunde ein Waschlappen, anderenfalls würde er nicht dauernd im Schatten existieren. Wahr ist, er hat ein lautes Organ, und er gibt großartiges Ambiente vor.
Tauscht Angst gegen Zutrauen ein. Zutrauen ist doch entschieden anders. Oh, sofern ihr Angst gegen
Zutrauen eintauschtet, Geliebte, wie glücklich wärt ihr indes. Was für ein Tanzen herrschte da in eurem Herzen. Euer Herz würde singen: „Der Wolf an der Tür ist fort. Der Wolf der Angst ist tot. Hurra, die Gefahr ist vorbei. Der Wolf und die Hexe der Angst sind tot. Hurra. Hurra für mich, und Hurra für die Welt. Der Wolf und die Hexe der Angst sind tot.“
Sobald die Furcht ihren Abgang nimmt, hat keine Negativität jeglicher Art Platz mehr, um sich zu verborgen zu halten. Alles schleicht sich auf Zehenspitzen aus deinem Herzen, sobald die Angst sich hinausschleicht. Alle anderen Fangarme der Negativität in eurem Herzen sind bloß die Finger der Angst. Schaut euch an, wie all das schmierige Zeug euer Herz verlässt. Der Abgang der Furcht ist längst überfällig.
Sie hat die Gastfreundschaft überbeansprucht. Ihr hättet sie bereits früher hinausgekickt haben können, ihr meintet bloß, ihr hättet sie zu behalten, ihr meintet bloß, die Angst formiere irgendwie einen Teil des Überlebens.
Nun, so die Furcht fort ist, was bleibt zurück? Was kann in deinem Herzen kohabitieren, sobald die Negativität kehrt machte? Du und Ich, Geliebte. Wir können als das Einssein der Liebe und das Einssein des Friedens bekannt sein. Wir sind es, die in einem Herzen zurückbleiben, worin Angst die Räumlichkeiten leergeräumt hat.
Die Angst war die ganze Zeit ein arrogantes Monster. Es machte eine Menge Lärm, indes war sie eine Menge Lärm um nichts. Angst war ein Muskelprotz, der mit Steroiden aufgepumpt ist. Stehe für die Hohlheit der Angst ein. Angst schickt sich nicht an, ein ernsthafter Gegner für dich zu sein. Angst ist ein Schatten, Geliebte, und einer, der euch hetzt. Schatten sind bloß Schatten. Gleich wie groß sie aussehen mögen, Schatten sind Phantome. Wie ein Phantom-Liebhaber hat die Angst um euch herum gehangen, hat sie euch aufgefressen, hat eure Wärme gestohlen, um sich selbst aufzupolstern. Angst hat dabei durchaus gute Arbeit geleistet. Sie hat euch den Arm herumgedreht, und die ganze Zeit war Angst nichts als Gepolter. Nun haben wir die Angst zurechgeschnitten. Sie kann durch ein Schlüsselloch passen. Sie kann in Sekundenschnelle rausgehen. Angst ist nicht größer als ein memmenhafter Gedanke.
Adieu, Angst. Adieu.
Willkommen, Gott, Liebe und Friede. Legt eure Füße hoch und bleibt eine Zeitlang.
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DIE REISE, AUF DER DU DICH BEFINDEST
Ihr führt bei dem Film, in dem ihr seid, Regie. Und doch, ihr seid nicht der einzige Direktor. Es gibt andere Direktoren für Choreographie, Ausstattung, Kostüme und Derartiges. Du spielst eine Hauptrolle, jedoch nicht die einzige. Und so segelst du auf dem Schiff des Lebens, Kapitän des Schiffs, und doch nicht Kapitän der Meere.
Ihr seid nicht auf einem Floß ohne Ruder inmitten eines Flusses abgedriftet. Ihr habt das Schiff nicht aufgegeben. Ihr seid der Kapitän des Schiffs, auf dem ihr segelt. Ihr seid der Tuer und das Getane, und ihr seid der Prozess.
Manchmal stellt ihr Fragen wie: „Wofür ist die ganze Reise? Selbst dann, wenn ich an dem goldrichtigen
Bestimmungsort aufkreuze, was tue ich in der Zwischenzeit? Was ist die Sache am Bemühen, durchzuhalten, unterdessen meine Bestimmung festgesetzt ist?“
Euer Reiseziel ist zugesagt. Nicht die Reise. Der Reise halber seid ihr hier. Ich brachte euch dazu, in die Meere des Lebens aufzubrechen, und wünschte euch dabei eine gute Reise. Ich bat euch, euch die Örtlichkeiten anzusehen. Ich bat euch, zur Reise einen Beitrag zu leisten. Ich bat euch, anderen Fahrern und Passagieren Gesellschaft zu leisten. Ich bat euch, ein guter Fahrer zu sein und die Reise für alle Passagiere angenehm zu machen. Du bist der Kapitän und du bist der Fahrer, jedoch ist die Fahrt nicht kostenlos, und als Kapitän übernehmt ihr Verantwortung für alle Passagiere. Ihr seid nicht allein auf dem Weg. Die Reise, auf die ihr euch begebt, ist wie ein Brief, den ihr Mir schreibt:
„Lieber Gott, heute nahm ich ein Ruderboot, und ich hantierte mit den Rudern. Ich nahm einige deiner Kinder bei mir mit. Ich sah dabei, wie sie die Reise genossen. Ich verstehe, dass sogar ein Eintagesausflug eine Reise ist, und dass ich der Kapitän bin.
Selbst in einem Auto oder in einem Flugzeug bin ich der Kapitän. Ich setze den Ton. Ich bin dein Aufwärter des Universums. Wo immer ich bin, es ist das Universum, um das ich mich kümmere. Ich bin der Pilot, und ich bin derjenige, der die Botschaften durchtelegraphiert. Ich befinde mich niemals auf einem Kriegsschiff. Ich bin auf einem Kreuzfahrtschiff, egal welches Fahrzeug ich steuere.
Ich weiß, ich stehe für Dich, treuer Gott, ein. Ich berichte Dir. Ich stehe an Deiner Stelle. Ich repräsentiere Dich. Ich repräsentiere Größe, nicht Kleinheit. Ich bin aufs Dienen aus. Ich bin in meiner Pflicht, Dir, dem König von Allem, zu dienen, nicht heruntergekommen.
Ich bin da, um mich als Dein Botschafter kenntlich zu machen. Ich bin nicht da, um jemanden dahingehend fehlzuleiten, dass ich irgendwas sei, ausgenommen Du. Ich bin hier, um Deine Liebe zu spenden. Ich bin hier, um dich gut zu repräsentieren. Dürftigkeit gibt dich nicht gut wieder.
Da Alle Deine Kinder sind, mache ich sie infolge zu den meinen. Ich hege sie alle. Ich mache den Ort, wo ich für Dich einstehe, zu einem hellen Ort, wo Deine Kinder gerne verweilen mögen. Das ist die echte Bruderschaft, woimmer ich auch bin. Woimmer ich bin, ich erteile der Welt Versorgung. Ich bin ein Hafen der Liebe.
Die Medaille, die Du an mir angebracht hast, trägt die Namen aller Deiner Kinder, deren Schritte ich erhellt und erleichtert habe. Ob sich Deine Kinder nun bewusst gewahr sind, dass Ich mich hier an Deiner Stelle befinde – sie erkennen, dass bei mir ein guter Ort zum Sein ist, und sie kehren eines weiteren Platzes wegen zu Dir zurück. Sie reisen gerne mit mir, und ich liebe es, mit ihnen zu reisen, und ich ebne den Weg für alle.
Ich bin ein lebendes Beispiel Deiner Liebe. Ich bin ein Menschenwesen, was in Deinem Bilde gemacht wurde, und das vergesse ich nie. Du hast mir eine wundervolle Aufgabenstellung zugeteilt, und ich erfülle sie. An jedem Tag, in jedem Augenblick erfülle ich sie. Das ist das Versprechen, was ich Dir gegeben habe, und das ist das Versprechen, was ich mir gegeben habe. Du bist der Kapitän meines Herzens.“
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DIE KAMERA EURES GEISTES
Friede sei mit euch, Geliebte. Er ist eure Wahl. Ihr habt vielleicht gedacht, er sei nicht eure Wahl. Ihr wählt den Frieden, oder ihr wählt das Aufgewühltsein. Friede ist eine Qualität in euch. Betrachtet euch als einen Strahl Frieden, und Frieden wird euch entströmen. Sobald ihr euch als auf den Arm genommen betrachtet, verstrahlt ihr das auch. Ihr könnt mehr ausströmen, als ihr es getan habt. Ganz gewiss könnt ihr das.
Möchtet ihr, möchtet ihr ein für alle Mal Friede und Wohlwollen, und sei es bloß Schnipsel der Liebe, verstrahlen?
Falls ihr das Gefühl habt, ihr sitzt auf einer Polizeistation anlässlich einer feindseligen Vernehmung auf dem Stuhl, möchtet ihr dann umschalten zu einem Bild von euch in einer bequemen Chaiselongue, umschlossen von Mir und tausenden Engeln? Wir warten dir auf. Wir ziehen dich höher.
Du magst ja der Auffassung gewesen sein, dass das, was du denkst, bedeutsam sei. Wie du denkst, ist beträchtlich wichtig. Es ist Mir und der Welt wichtig. Mein Verlangen für dich lautet, dein Denken zu verwandeln und somit das Denken der Welt. Auf das läuft es hinaus.
Zu jedem Zeitpunkt formt ihr ein Bild der Welt, und das Bild, was ihr einnehmt, wird durch eine unsichtbare Kamera aufgenommen; die Kamera freilich sendet jenes Bild rund um die Welt. Ihr seht es auf den Titelseiten der Zeitschriften, und ihr bekommt es im Fernsehen zu Gesicht. Euer Bild des Lebens wird ausgestrahlt und verbreitet.
Die Welt und so wie sie erscheint stehen in deiner Verantwortlichkeit. Es ist deine Verantwortung, weil Ich zu dir rede, und weil du es besser weißt, als dass du zweifelsbesetzte Samen aussäst. Säe stattdessen Sonnenblumenkerne aus. Streue Pfirsichblüten aus. Besprenge die Welt mit Bildern, auf die du stolz bist.
Dein Geist ist wie eine Kamera. Du bist der Fotograf. Widme dich dem, welche Bilder du mit der Kamera deines Geistes aufnimmst. Es gibt Dinge, die existieren, und die es nicht wert sind, abgelichtet und herumgereicht zu werden.
In der Welt gibt es große Gütigkeit. Es gibt für dich eine Menge Futter, um Bilder von einer lächelnden Welt aufzunehmen. Schaue dich nach Freundlichkeit um, und du wirst sie finden. Du wirst sie unter jedem Gehäuse finden. Selbst unter Gegebenheiten großer Unfreundlichkeit gibt es ebenfalls Freundlichkeit. Es stimmt, ein unfreundliches Handeln ist nicht freundlich, indes stellt es für Andere eine ausgezeichnete Veranlassung dar, ihre Freundlichkeit leuchten zu lassen. Selbst in der Asche kann Gold zu liegen kommen.
Die Sache ist, dass es der Kamera deines Herzens anliegt, das zu fotografieren, was dem Herzen schön ist. Das Schöne ist ebenfalls unmittelbar da. Habe den Mut, über den Hader hinaus zu sehen. Habe den Mut, den Frieden zu sehen und ihn zu verbreiten. Ich bitte dich, ein Soldat zu sein, der seine leeren Handflächen nach oben richtet und keine verborgenen Waffen bei sich hat, und dessen Augen tiefer als bis zum Oberflächen-Verkehr des Lebens sehen.
Wirst du tun, worum Ich dich bitte? Es gibt bereits Viele, die nicht hören, worum Ich bitte, und die demnach die populären Akkorde der schlechten und schweren Zeiten anschlagen. Möchtest du so freundlich sein und von diesem Musikkapell-Wagen herunterkommen? Möchtest du die Ansichten der Welt umwandeln?
Dankeschön, und, ja, zunächst hast du dein eigenes Denken umzustellen. Für dich ist es etwas Leichtes, während du fährst, von einem Autobahnstreifen zu einem anderen zu wechseln. Du schaust dich einfach sorgfältig um und drehst am Lenkrad. Im Fall des Überwechselns zu einer anderen Autobahn des Denkens musst du dich nicht sorgfältig umsehen. Du hast es schlicht zu tun. Nimm in Betracht – mit den alten Ansichten gingst du eine Sackgasse entlang, und jetzt fährst du auf einer prächtigen Autobahn, auf der dir alle Wagen hinterher fahren.
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WENN IN DEINEM HERZEN LIEBE IST
Wenn in deinem Herzen Liebe ist, denkst du wahrlich nicht an dich selbst. So ist Liebe. Du hast Zärtlichkeit für einen scheinbaren Vis-à-vis. Du kannst in deinem Kopf nicht zwei Gedanken gleichzeitig denken. Wenn du an Trost für einen Anderen denkst, denkst du notwendigerweise nicht an dich selbst.
Das ist etwas sehr Gutes, meinst du das nicht auch, zuvorderst einen Anderen in deinem Sinn und Herzen zu haben? Jeder auf der Erde sehnt sich danach. Jemand Anderen mit ganzem Herzen lieben und an ihn denken. Wie wundervoll ist es doch bereits, den Garten eines Anderen zu pflegen. Wie wundervoll, lieber an einen Anderen denken als an sich selbst.
Das wird ein wenig aufreibend, oder etwa nicht, dauernd an sich selbst zu denken? Was du zum Frühstück möchtest, und was das Leben dir nicht gegeben hat, von dem du sicher bist, es hätte das nicht tun sollen. Was, was, was.
Wenn du liebst und Gedanken ans Glücklichsein eines Anderen hast, kommst du von der Vollheit her. Sobald in deinem Geist Gedanken an dich das Zuvorderste ausmachen, stehen die Chancen gut, dass du vom Mangelstandpunkt herkommst, von einer Behauptung, zu kurz gekommen zu sein. Tausche solche Gedanken gegen Vollsein ein. Dich selbst lieben und an dich selbst denken wird sich selbst fortpflanzend und selbstentleerend. Ja, Meine Kinder brauchen dann und wann oder ziemlich oft einen Wandel in ihrem EinfLuchten.
Das ist genauso eine Arbeitstugend. Es nimmt den Geist von euch weg. Und falls ihr eure Arbeit liebt, seid ihr ein König der Welt, mehr als zweimal gesegnet.
Und darin liegt der vorzügliche Wert, Kinder zu haben. Sie weiten eure Welt aus. Das steht auf der Tagesordnung des Lebens, für die Kinder, die geboren werden, und für die Kinder, euch emporzuheben.
Demnach, Geliebte, anstatt daran zu denken, was euch fehlt, was ihr nicht hattet, was ihr gehabt haben solltet, etc., denkt daran, was jemand Anderem Glück zureichen würde. Selbst dann, wenn es einen Menschen gibt, für den du keine große Liebe verspürst, was könntest du tun, was ihn auf deine Glücksebene hochzieht?
Du bist ein Hebel. Ein Hebel versieht in jeder Lage seine Arbeit. Hebel haben keine Sondergebiete. Hebel heben. Sie langen drunter und heben hoch. Ein Hebel ist keine Haltezange, denn Haltezangen fassen zu und halten fest. Das sage Ich – ihr seid ein Hebel. Ihr seid ebenfalls ein Liebender, Geliebte. Du bist der, der liebt. Liebe in allem Überfuss. Liebe in jeder Lage. Je mehr du liebst, desto mehr liebst du. Du musst das wirklich versuchen.
Gib mal vor, du befindest dich in einem Märchen, und Ich bin der König, dessen Tochter du gerne heiraten möchtest. Ich sage dir, dass du der ersten Sache, die du siehst, Liebe zu schenken habest. Falls du eine Pforte, einen Hund, einen Bettler, einen Straßenkehrer oder eine Prinzessin als Erstes siehst, schenkst du ihnen Liebe. Lasst die Liebe mit eurem Herzen bis zu euren Augen hoch ansteigen, Geliebte. Bescheinigt euch die Liebe, die ihr für ein Gatter habt, in welcher Erscheinung es auch auftritt. Und das gleiche für den Hund, den Bettler, den Straßenkehrer und die Prinzessin. Mögest du auf alle Fünf Liebe zu scheinen vermögen. Weswegen nicht? Du magst ja speziell sein, die Liebe indes ist alles-umschließend.
Womöglich kannst du den Boden unter deinen Füßen wertschätzen, der dich zu deinem Geliebten, deiner Geliebten hin trägt. Womöglich kannst du den Taxifahrer würdigen. Womöglich kannst du deine Schuhe wertschätzen. Womöglich kannst du sogar den Fremden hochschätzen, der in seiner Hast, sich mit seiner Frau zu treffen, in dich hineinläuft.
Was, Geliebte, ist Liebe anderes als Wertschätzung? Was ist Liebe anderes als Dankbarkeit für die Veranlassung zu lieben? Liebe ist mächtig. Liebe macht das Objekt der Liebe mächtig. Liebe macht Andere zum König und zur Königin. Liebe stellt Glück für alle in der Nachbarschaft und für alle her, die sich nicht in der Nachbarschaft befinden.
Liebe ist zur Kenntnis nehmen was ist, Geliebte, und Liebe ist, und Liebe ist alles.
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LASST AN EUREN HERZEN TEILHABEN, GELIEBTE
Halte an nichts fest. Lasse alles los. Nichts gehört dir zu. Nicht einmal du selbst. Du besitzt nicht. Das ist Illusion.
Es ist durchaus begründet zu sagen, dass du den Himmel besitzt. Du besitzt die Sterne. Du besitzt die Planeten. Sie sind dein. Sie sind ebenfalls jedermanns. Ansonsten, Geliebte, was besitzt du?
Besitzen ist ein Spiel. Objekte gehen hin und her. Du besitzt ein Haus. Im nächsten Augenblick verkaufst du es. Ein Anderer besitzt es. Was kann denn der Sinn von Besitzen sein?
Du bist eigentlich nicht dein Körper. Er ist eine Weile hier und eine Weile dort. Er trägt dich irgendwohin, allerdings ist es eine Hypothese, dass es ein Irgendwo gibt, wohin dich dein Körper nimmt.
Du liebst es zu denken, du besäßest deinen Geist, und dennoch wirst du unwillens sein, für deine Gedanken Verantwortung zu übernehmen. Viele deiner Gedanken waren unerbeten, und dennoch hast du sie entgegen genommen. Du hast es mit ihnen aufgenommen. Vielleicht haben sie deinen Kopf betreten, wie ein Fremder in dein Haus eindringt. Was würdest du mit einem Eindringling in deinem Haus tun? Es ist wahrscheinlich, dass du ihn nicht einlädst zu bleiben. Du würdest ihn nicht wollen, und du würdest ihm keinen Platz machen, unerwünschte Gedanken allerdings behältst du. Lasse unerwünschte Gedanken gehen, die bei dir eingedrungen sind oder die du eingekauft hast. Lasse sie wie alte Kleider in deinem Schrank los. Sie passen schlicht nicht mehr, falls sie das jemals taten.
Du besitzt dein eigenes Herz nicht. Du versuchst es zu kontrollieren, und hin und wieder zerbricht es. Dein Herz kann bloß zerbrechen, wenn du an der Auffassung festhältst, dass du etwas in Besitz hast, vielleicht das Herz eines Anderen. Geliebte, ihr habt nicht einmal euer eigenes Herz in Besitz. Eingetaucht in die Vorstellung der Eigentümerschaft, ist euer Herz angespannt. Es weiß tief drinnen, dass es nichts in Besitz hat. Ohne eingebildete Eigentümerschaft kann dein Herz nicht in zwei auseinanderbrechen. Ein entspanntes Herz bricht nicht.
Eigentümerschaft ist ein Gewicht. Die Idee ist ein Gewicht. Sie hält dich davon ab, frei zu sein.
Was hat der Wind in Besitz? Er bläst die Blätter, aber er gibt nicht vor, etwas zu besitzen, was er herumbewegt. Der Wind ist so frei wie ein Vogel im Kommen und Gehen.
Ein Baum besitzt nicht. Er hat seinen Ort. Seine Wurzeln reichen tief, und trotzdem denkt ein Baum nicht ans Besitzen oder Nicht-Besitzen. Ein Baum ist gegenüber den Elementen offen. Einige Bäume sind in der Lage, sich zu biegen. Einige Bäume sind zu stramm, um sich zu biegen, jedoch gibt kein Baum vor, zu besitzen. Er bleibt, wo er ist, sich einem solchen Gedanken wie Eigentümerschaft nicht bewusst.
Ein Sinn für Eigentümerschaft mag sich für dich gut anfühlen, aber er bringt dich in Schwierigkeiten. Du wirst seinetwegen gar zu Gericht gehen. Du wirst wegen einer Lappalie zu Gericht gehen.
Anstelle restriktive Gedanken zu denken wie, dass du Eigner von Dingen und von Raum bist, beginne mit dem Denken, dich als Teilhaben Lassenden oder gar als Gebenden zu denken. Das wird dich leichten Schritts machen.
Falls du für ein Haus Brief und Siegel hast, hast du es nicht wegzugeben. Wenn jemand zu Besuch kommt, teilst du das Haus mit ihm. Mit oder ohne Gesellschaft, genieße dein Haus, und wisse freilich, du besitzt es nicht. Es ist dir eine Weile geliehen. Du bist gesegnet, dort zu leben, und doch besitzt du es nicht. Im Wissen darum wirst du von ihm nicht in Besitz genommen.
Entfessle dich selbst vom Inbesitznehmen. Es gibt nichts, was du zu haben hast. Erfreue dich an allem. Besitze nichts davon.
Du bist ein Nomade, Geliebte, Geliebter. Es ist kein beständiger Platz zugegen, um sich niederzulassen. Du bist ein Pächter des Universums. Das Universum ist dein Zuhause. Und doch, Pächter, der du bist, teilst du das Universum mit einer Besetzung von Tausenden, im Eigentlichen mit einer Besetzung, die größer ist, als du zu zählen vermagst. Du bist ein Beteiligter, denn du lässt teilhaben. Du lebst mit deinen Nachbarn Seite an Seite, die sich genauso im Übergang befinden.
Habt euer Herz gemein, Geliebte.
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HEIL DEM HEIMKEHRENDEN HELDEN
Ihr seid erschaffene Seinswesen. Ihr seid Geschöpfe. Ihr zehrt Mein Herz auf. Ich bin stets eurer Gegenwart gewahr, und dennoch besitze Ich euch nicht. Als Ich euch den freien Willen gab, setzte Ich euch frei. Wir sind Eins, aber ihr seid nicht an Mir festgeheftet. Gemäß eurer Sicht könnt ihr allein für euch losgehen. Ihr könnt dem Anschein nach von Mir fortgehen, im Gefühl, dass sich Unsere Wege trennen sollten, oder dass Wir bereits getrennte Wege gegangen sind. Ihr seid frei, das in eurem Geist zu tun, falls ihr es möchtet, allerdings kann das in Wirklichkeit nie der Fall sein. Ich bin an euch festgeheftet, Geliebte. Ihr seid frei, überallhin, wohin ihr möchtet, davonzuzockeln, jedoch treffe Ich die Wahl, stets bei euch zu bleiben. Ich werde niemals, in Meiner Einbildung oder Tat, von euch abgehen. Ich kann das nicht, und Ich will das nicht. Mein Wille heißt, bei euch zu sein und euch zu umfassen. Ich bleibe eng haften. Etwas anderes kann Ich Mir nicht ersinnen. Wieso sollte Ich Mich je davon lösen mögen, was Ich für lieb und teuer halte?
Falls jemand auch nur einen deiner Zähne ohne Not ziehen wollte, würdest du dann sagen: „Mach zu, zieh doch meinen Zahn, ohne dass es nötig ist.“? Ich würde nicht einmal eines Meiner Kinder aus Meinem Gewahrsein heraus ziehen. Welches Bedürfnis könnte Meinerseits dafür existieren, Mich von euch zu distanzieren? Das ergibt keinen Sinn. Ich bin dein, und dein bleibe Ich.
Noch auch bist du Mein Jo-jo auf einer Schnur. Es stimmt, du gehst rauf und runter. Das ist deine
eigene Willensäußerung. Du gehst aufgrund der Geschichten, die dein Geist dir erzählt, rauf und runter. Du hörst den Geschichten zu. Du stellst Tragisches fest und entscheidest dich, du habest ein schlechtes Gefühl zu haben. Was wäre denn, falls du bestimmte Vorkommnisse nicht als Tragödie ausmachtest? Was wäre, falls du das gesamte Konzept des Tragischen fallen ließest? Worüber würdest du dann weinen?
Was wäre, falls das Wort Tragödie niemals geformt worden wäre? Was wäre, wenn alle Vorkommnisse im Leben schier als Vorkommnisse im Leben betrachtet würden? Bei der Geburt eines Babys und bei seinem Schrei ist Freude zugegen. Muss es eine Tragödie geben, wenn jemand die Erde verlässt? Du bist dir gewahr, dass jedermann die Erde verlässt, und doch ist es jedesmal ein Schock, so als wäre der Tod ein Geächteter.
Das Leben ist kostbar, und der Tod nicht anders. Habt ein Empfinden dafür, dass der Tod eine Vergütung ist, keine tragische Begebenheit.
Mit dem Tod ist es, wie wenn du ein Telegramm bekommen hast: „Komme Nachhause. Wir warten auf dich. Hier dein Ticket. Wir werden deine Ankunft feiern. Und was für eine Freude wird es dort geben! Du bist dabei, dich zu einer weiteren Etappe deiner Reise auf den Weg zu begeben. Wir können ihm die Überschrift ‚Wiedersehen mit dem Himmel‘ geben. Der Held ist Nachhause gekommen. Gott segne den Helden. Gute Reise.“
Was soll daran nicht stimmen? Was wäre, wenn du aufhörtest, dich über das Unumgängliche auseinanderzusetzen? Du, der du ein Unsterblicher bist, kannst niemals sterben. Bloß dein Körper kann seinen Abgang nehmen. Möchtest du das gerne verhindern? Wie lange möchtest du das gerne verhindern?
Nachts legst du dein Haupt auf einem Kissen zur Ruhe. Diese nächtliche Begebenheit betrauert man nicht. Und doch gibt es beim Sonnenuntergang deines Lebens oder eines geliebten Angehörigen ein Wehklagen, wann sich du oder ein lieber Nahestehender zu einer wohlverdienten Ruhe hinlegen. Wehklagt nicht, Geliebte. Der Held ist Nachhause gekommen. Freut euch.
Was hättet ihr gerne, dass es eure geliebten Angehörigen tun, Geliebte? Und was würdet ihr, hättet ihr die Wahl, tun? Würdet ihr euch für immer auf der Welt herumtreiben mögen?
Wenn ihr von der Erde Abschied nehmt, seid ihr leicht wie Luft. Jede Last ist fort. Sorgenvolle Gedanken sind abgefallen. Ihr seid mit dem belassen, was ihr immer wünschtet, und das ist Liebe, Geliebte, und das ist Liebe. Heil dem zurückkehrenden Helden.
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HÖRE MICH SINGEN, O GOTT
Ich, Gott, muss das Heavenletter-Forum nicht lesen, um zu wissen, was dort steht. Ich muss es nicht sehen, um seine Macht, deine Macht zu kennen. Ich kenne seinen Stand und wie es schwingt. Dweng, dweng, gehen die Herzschläge. Ich spüre den Atem aller, die dort ihre Herzen und ihr Bewusstsein in den Beiträgen einstellen. Ich segne euch alle. Selbstverständlich spüre Ich den Atem aller, die nicht ‚posten‘. Doch heute konzentriere Ich Mich auf jene, die Meine Liebe laut aussprechen.
Ihr habt einen Brennpunkt der Liebe, und ihr verbreitet eure Liebe rundum. Ihr stellt sie nach draußen. Liebe ist es, was ihr ‚postet‘, ob ihr es wisst oder nicht.
Und wenn ihr die Beiträge lest, lest ihr Liebe. Lang lebe die Liebe.
Meine Liebe ist überall, ja, und doch ist sie an etlichen Orten stärker ausgewiesen als an anderen.
Wir müssen die Liebe nicht Liebe nennen. Es geht sozusagen nicht um Liebe, die in Mode ist. Sie ist ein normales natürliches Fürsorgen. Sie ist keine Gewinnung. Sie ist ein natürliches Vorkommnis. Genauso wie Blumen blühen, blüht ihr, und ihr blüht, wo ihr in den Blick genommen werden könnt.
Blumen verstecken ihr Blühen unter keinem Scheffel. Blumen schauen zur Sonne. Sie nehmen sie auf. Sie wenden sogar ihre Gesichter zur Sonne. Und nicht anders wendet ihr, Geliebte, euer göttliches Gesicht zur Sonne. Ihr atmet links wie rechts Liebe ein, und ihr atmet links wie rechts Liebe aus und hoch und runter und auf allerhand Weise, denn echte Liebe geht nicht bloß in eine Richtung. Oder Wir könnten sagen, Liebe geht in Eine Richtung, und das ist sozusagen die Richtung von Mir.
Freut euch, dass ihr Mich liebt, und freut euch, dass ihr das sagt. Was für wundervolle drei Wörter. „Ich liebe Gott.“
Du sprichst aus: „Ich liebe Gott mit all meinem Herzen. Und jetzt lerne ich auch, Gottes Schöpfung zu lieben. Ich gieße Gott mein Herz aus, und ich gieße es der Welt aus. Ich halte es nicht mehr länger bei mir. Aus welchem Grund sollte ich es für mich behalten mögen? Aus welchem Grund sollte ich meine Liebe für Gott für mich behalten mögen? Heh, ich werde mich auf die Sparren stellen und mein Herz von Gott sprechen lassen. Ich werde mich aufs Dach stellen und die Fidel meiner Liebe für Gott spielen. Ihr höre mich selbst sprechen, und ich lerne von dem, was ich mich selbst sagen höre. Ich schreibe meine Worte im Forum, und lasse die Winde meine Worte fortnehmen, wohin sie wollen. Ich bin der Atem Gottes, und ich atme. Ebenso atme ich meine Gedanken ein und aus. Ich atme für Alle.
Gott bin ich kein winziger Fleck in der Welt. Gott bin ich Seine Stimme. Ich spreche für Ihn. Ich mache Ihn bekannt. Meine Stimme mag schwach sein, nicht aber Gottes Stimme. Seine Stimme mag still sein, oh, so ruhig, indes wird sie in der Wildnis gehört. Jeder muss Gott für sich hören, freilich füge ich meine Stimme dem Chor der Liebe hinzu, der Gottes Herz laut heraussingt.
Der Chor ergreift die Worte: »Gott liebt. Er liebt mich. Er liebt dich. Gott liebt. Er liebt jeden Vogel, der singt, und jedes Brüllen des Löwen. Und Gott liebt mich. Falls Er mich liebt, braucht es nicht gesagt zu werden, dass Er auch dich liebt. Und doch möchte ich sagen, dass Gott dich liebt. Ich werde es also sagen.
Gott liebt dich. Gott liebt dich, und Gott liebt mich. Gott liebt uns als Eins, und Er liebt uns gemeinsam.
Gott entzündet die Funken unserer Liebe, der deinen und der meinen, alle Liebe ist freilich Gottes Liebe. Höre mich singen, o Gott, höre mich singen.«“
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ALLESAMT LIEBE
Selbstredend – du bewegst dich Meinetwegen in der Welt. Wessetwegen solltest du dich in der Welt rühren, wenn nicht Meinetwegen. Du bist Mein Repräsentant auf Erden. Niemandes sonst. Ich pflanzte dich Mir zuliebe auf die Erde.
Ich verstehe, du hast gedacht, du rührest dich deinetwegen in der Welt. Nun begreifst du es besser. Nun siehst du ein umfassenderes Ansinnen in deinem Herzen. Geliebte, es gibt niemanden zu repräsentieren außer Mich. Es gibt niemandes Willen außer Meinetwillen. Und doch, was um Meinetwillen ist, ist um euretwillen. Ich denke die ganze Zeit an euer Wohl. Mein Herz geht: Ihr, Ihr, Ihr.
Erwäge, dass du derjenige bist, der die Saaten Meiner Liebe für Mich einpflanzt. Du verstreust die Saaten Meiner Liebe auf der Erde. Mit Sicherheit habe Ich dich nicht auf die Erde verbracht, damit du die Saat der Unzufriedenheit, der Verzweiflung, der Niedergeschlagenheit und so weiter verstreust. Ich positionierte dich, um die Saaten der Liebe zu auszustreuen UND um überall Liebe aufzulesen. Säe Liebe. Sammle Liebe ein. Lese Liebe auf, so wie du das mit Blüten von einem Baum tun würdest.
Du bist nicht da, um die Welt zuzumüllen. Dir gilt es, die Welt zu erheben und sie weit in die Höhe zu stemmen. Ihr seid die Eltern der Welt, und ihr sollt ihr den Weg zum Wachstum zeigen. Ihr belehrt nicht. Eure Verantwortung lautet nicht lehren. Eure Verantwortung lautet aussäen, Geliebte. Ihr seid ein Pflanzer der Liebe, wo immer ihr seid und wohin ihr auch geht.
Wo Liebe nicht ist, dort liegt es euch an, die Liebe zuallermeist auszusäen. Wo ihr seid, dort seid ihr, um Saaten der Liebe einzupflanzen. Einerlei ob das Feld öde ist, ihr lasst dort etliche Liebe fallen. Wer wird es denn tun, wenn nicht ihr? Ja, natürlich, es ist durchaus sinnvoll, fruchtbaren Boden zu besäen, und dennoch mögest du auch so noch Saaten der Liebe auf ödem Boden hinterlassen. Du weißt nie, wann ein Regenstrahl fällt, um sie zu befeuchten, und sie zum Wachsen veranlasst. Du weißt nie, wer einen Schlauch hat und bestimmt, die Saaten, die du hinterlassen hast, zu wässern.
Du sollst nicht herumhängen, um zu sehen, wie die Saaten wachsen oder nicht wachsen. An dir ist es, die Saaten auszusäen und weiterzugehen. Ich habe dich nicht zum Revisor berufen. Ich berief dich zum Säer von Saaten. Schaue auf dich selbst, Geliebte, Geliebter, nicht auf Andere. Du bist ein Liebe-Sämann, und das ist’s. Du bist kein Aufzeichner. Du bist kein Tester. Du sollst nicht zurückblicken. Du sollst dich voranbewegen, und damit setzt du Andere nach vorne in Bewegung.
Falls du darauf aus bist, für Andere die Dinge über die Bühne zu bringen, ist alles, was du zu tun hast, Meine Liebe auszusäen. Pfanze sie auf dem Zement an, und das ist bei Mir in Ordnung. Ich bitte dich nicht, dir eine Oase auszusuchen, auf der du Meine Saat aussäst. Säe in der Wüste, und Ich bin glücklich. Lasse Mein Glück das deinige sein.
Säe, wo Andere gesät haben. Es kann kein zu viel Säen Meiner Liebessaaten geben. Es mögen Alle daran teilnehmen. Alle mögen dazu beisteuern. Nichtsdestotrotz, Ich spreche zu dir. Ich bitte dich, dich dabei zuzubuttern. Ich bitte dich, herzukommen und dich am Tanz zu beteiligen. „Skip to a lou“ [ein Kinderlied – d.Übers.]. Säe für Mich und tanze für Mich. Verströme für Mich Glück.
Ich sage dir, worin Glücklichsein liegt. Es liegt in dir, und du bist der Säer von ihm. Säe, säe, säe zur Zufriedenheit deines Herzens, und es wird Mein Herz sein, das zufrieden ist. Selbstverständlich, Mein Herz ist ständig zufrieden, denn Ich erkenne und sehe alles. Zum Mindesten kannst du sehen und erkennen, dass du Meine Liebe anpflanzt. Ich danke euch, Meine Lieben, dafür, dass ihr anpflanzt, was Ich BIN und was ihr seid.